DE46864C - Verfahren und Apparate zur Erzeugung von Kälte und Wärme - Google Patents
Verfahren und Apparate zur Erzeugung von Kälte und WärmeInfo
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Classifications
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F25—REFRIGERATION OR COOLING; COMBINED HEATING AND REFRIGERATION SYSTEMS; HEAT PUMP SYSTEMS; MANUFACTURE OR STORAGE OF ICE; LIQUEFACTION SOLIDIFICATION OF GASES
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- F25B23/00—Machines, plants or systems, with a single mode of operation not covered by groups F25B1/00 - F25B21/00, e.g. using selective radiation effect
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT. "\%
Die Neuheit der nachfolgend beschriebenen Erfindung besteht darin, dafs man durch entsprechende
Erwärmung ein Luft - oder Gasvolumen während seiner Vorbeiführung an
einer Flüssigkeitsoberfläche so viel Dampf aufnehmen läfst, dafs bei einer nachherigen Abkühlung
dieses so erwärmten und mit Dampf geschwängerten Luftvolumens durch ein Medium, dessen Temperatur gleich ist oder höher
liegt als die Temperatur der verdampften Flüssigkeit, einen Theil des Dampfgehaltes des Luftvolumens
niederschlägt und das so theilweise entwässerte Luftvolumen in den Kreisprocefs zurückführt und aufs Neue erwärmt und von
demselben Dampf aufnehmen läfst.
Die Vortheile dieses Verfahrens liegen auf der Hand: Man kann stets dasselbe Gasvolumen
benutzen und ist dadurch in der Wahl des Gases fast unbeschränkt. Man kann ferner
jede beliebige verdampf bare Flüssigkeit je nach dem Zweck, den man verfolgt, verwenden, also
z. B. Wasser, Aether, Ammoniak etc., und kann für Kühlzwecke mit sehr niederer Temperatur
arbeiten; denn auch die verdampfte Flüssigkeit kann stets aufs Neue benutzt werden,
da sie bei der Abkühlung des Luftvolumens wiedergewonnen wird und aufs Neue zur Verdampfung gelangt.
Das Verfahren ist also folgendes: Ein Luftvolumen wird mit genügender Geschwindigkeit
an einer Flüssigkeitsoberfläche entlang geführt und nimmt von derselben Dampf auf. Während
seiner Entlangführung an der Flüssigkeitsoberfläche wird es fortwährend oder absatzweise
erwärmt und erhält dadurch aufs Neue die Fähigkeit, Dampf von der Flüssigkeit aufzunehmen.
Bei dieser Dampfaufnahme findet die energische Abkühlung der Flüssigkeit statt, welche für Condensationszwecke oder zur Eisbereitung
benutzt wird. Das so erwärmte und mit Dampf erfüllte, event, nicht gesättigte Luftvolumen
wird in einen zweiten Apparat geführt, welcher als Kühlapparat dient, und zwar wird in
demselben zur Kühlung ein Medium benutzt, dessen Temperatur dieselbe ist oder höher
liegt als die Temperatur der ursprünglich verdampften Flüssigkeit, wobei es selbstverständlich
ist, dafs die Temperatur des Gasvolumens eine höhere sein mufs, damit dasselbe mit
Sicherheit, ohne sich niederzuschlagen, an der zu verdampfenden Flüssigkeit entlang geführt
werden kann. Es tritt bei dieser Abkühlung die vorerwähnte theilweise Niederschlagung des
Dampfes ein. Die sich sammelnde Flüssigkeit wird vom Luftvolumen getrennt, und es wird
nun die benutzte Luft und die condensirte Flüssigkeit getrennt in den Kreisprocefs zurückgeführt,
indem die letztere wieder als Verdampfungsfiüssigkeit dient, während die erstere
so hoch erwärmt wird, dafs sie die Flüssigkeit wieder verdampfen kann.
Fig. ι und 2 zeigen die Ausführung des Verfahrens an einem Kälteerzeugungsapparat.
Der Apparat besteht aus dem Behälter α, in dem eine Schlange as angeordnet ist, die durch
die beiden Rohre Ci1Ct2 mit der Vorkammer η
des Behälters g verbunden ist. In diese Vorkammer münden die offenen Enden r der am
anderen Ende geschlossenen Röhren k aus. Diese Röhren, welche als Kühlröhren fungiren,
sind mit Filz, Webstoff oder einer gazeartigen Bekleidung versehen, und sind durch Filz-
streifen e1 unter einander verbunden. Der Behälter
g besitzt aufserdem eine zweite Vorkammer v, in welche die offenen Enden h1
der Rohre h münden, die am anderen Ende geschlossen sind. Die Vorkammer ν ist mit
zwei Stutzen b c versehen, welche Dampf durch b in die Röhren h führen, der dort
condensirt und abfliefst
Der Behälter g besitzt ferner am Boden und am Kopfe die Stutzen d o, welche durch Rohr
o1^1 und den kleinen Ventilator w mit der
Kühlschlange s verbunden sind. Letztere befindet sich in dem mit Kühlwasser gefüllten
Behälter s1, der sein Kühlwasser durch Stutzen c1
empfängt und das warme Wasser durch Stutzen b1 entläfst. f1 ist ein Stutzen am Behälterg· mit
drei Sprührohren Ζ2/2/2, f ist ein Stutzen
am Rohr d, der durch Rohr /s mit Stutzen/4.
verbunden ist. lieber den Rohren h sind gewölbte Schutzkappen f angebracht.
Die Betriebsweise des Apparates ist folgende:
Der durch b eintretende Dampf von z. B. 120° C. erwärmt die Röhren, h und die aus d
aufsteigende Luft von etwa -f- 120, welche
zwischen den Röhren h und k passirt. Gleichzeitig träufelt Aether oder Ammoniak etc. aus
den Sprühröhren _/2 auf die Kappen und dadurch
auf. die mit Filz umwickelten Röhren k und läuft an. denselben hernieder. Durch den
entgegenkommenden erwärmten Luftstrom, der schliefslich eine Temperatur von z. B. 8o° erhält,
findet eine Verdunstung der Flüssigkeit statt, deren' Dampf die Luft aufnimmt und mit
nach oben führt. Durch diese Verdunstung findet eine intensive Kühlung der Röhren k
und durch die constante Nach- und Neuerwärmung des aufsteigenden Luftstromes an den
verschiedenen über einander liegenden Heizrohren h eine fortdauernde Verdunstung der
auf den über einander liegenden Kühlrohren herabrinnenden Flüssigkeit statt.
Vermittelst dieser sich stetig erneuernden Erwärmung
der Luft und stetig sich wiederholenden Aufnahme von Dampf ist es möglich, den schliefslichen Dampfgehalt der Luft so zu
steigern, dafs derselbe so hoch ist, dafs bei einer späteren Abkühlung der Luft, ζ. B. bis auf die
Temperatur der angewendeten Verdunstungsflüssigkeit, sich schon ein Theil des Dampfes
niederschlägt. Man kann also die Thaupunkttemperatur bis über die Temperatur der Verdunstungsflüssigkeit
steigern, eine Möglichkeit, die es gestattet, das mit Dampf geschwängerte Luftvolumen mit einer Flüssigkeit, deren Temperatur
eine höhere . ist,. als die der Verdunstungsflüssigkeit war, zu kühlen und ihm seinen Feuchtigkeitsgehalt theilweise wieder zu
entziehen. ■ . .
. Der durch Rohr ο austretende Luftstrom von etwa + 8°°) dessen Thaupunkt infolge der
stattgehabten Dampfaufnahme etwa bei + 300 liegt, durchströmt das Rohr o1 und wird in
der Schlange 5 durch das im Gefäfs s1 enthaltene
Kühlwasser, dessen Temperatur beim Eintritt in c1 etwa + 1 o° und beim Austritt
+ 15° beträgt, auf etwa bis + 12° abgekühlt,
wobei sich die verdunstete, in der Luft als Dampf enthaltene Flüssigkeit theilweise abscheidet.
Flüssigkeit und abgekühlte Luft werden durch den kleinen Ventilator w in das Knierohr
d d1 gebracht, aus welchem die Luft
durch d in den Kreislauf des Behälters g zurückkehrt und aufs Neue erwärmt wird,
während die sich in d1 sammelnde und durch Rohr fz austretende Flüssigkeit durch Rohr f
mittelst einer Pumpe oder sonstigen Vorrichtung wieder nach f1 gehoben wird, von wo
die Flüssigkeit wieder auf die Röhren k tropft und dort verdampft.
Durch diese Verdampfung der Flüssigkeit, welche beim Eintritt in den Apparat, wie der
Erfinder annimmt, eine Temperatur von -fi2°
hat, wird den Kühlröhren k und den darin befindlichen Aetherdämpfen, welche eine Temperatur
von — 50 haben, eine gfofse Quantität Wärme entzogen. Infolge dessen condensiren
sich die Aetherdämpfe an den Wandungen von k und Aether fliefst in die Vorkammer n
zurück und von dort in das Rohr a1 und
Schlange a8.
Die die Schlange a3 umgebende Flüssigkeit
giebt, indem sie selbst sich stark abkühlt, Wärme an die Schlange α3 und die Aetherflüssigkeit
ab, welche infolge dessen wieder verdampft, das Rohr a2· durchstreicht und die
Vorkammer η und die Rohre k wieder erwärmt.
Damit sind die drei Kreisprocesse des Aethers, der Luft und der benutzten Kühlflüssigkeit beschrieben.
Das Verfahren kann natürlich zur Condensation von Dämpfen benutzt werden und bleibt
in diesem Falle genau dasselbe. Anstatt zur Kühlung oder Condensation von Dämpfen kann
man es auch zur Erhitzung von Flüssigkeiten verwenden.
Das erwärmte Luftvolumen, welches Dampf durch Verdunstung aufgenommen hat, ist das
Mittel, welches die Erhitzung irgend einer Flüssigkeit (welche vorher die Kühlflüssigkeit
genannt wurde) bewirkt, und wobei sich ein Theil seines Dampfes niederschlägt; es brauchen
nur die Temperaturen entsprechend gelegt zu werden, um diesen Procefs zur Heizung eines
Kessels nutzbar zu machen.
Die Anordnung der für diesen Zweck dienenden Apparate ist in Fig. 3 und 4 dargestellt
und ist folgende: Die Röhren h werden aus der Vorkammer ν durch Dampf geheizt, der
bei b zuströmt und dessen Condensationswasser
bei c abfliefst. In Rohr d tritt Luft ein, welche
vom Raum i aus zwischen den Röhren h und k emporsteigt, wobei sie sich an den geheizten
Röhren h erwärmt und auf den befeuchteten Rohren k Wasser oder andere Flüssigkeit verdunstet
und als Dampf mit sich hochführt. Dieses bis auf etwa 2000 erwärmte Luftvolumen,
dessen Sättigungspunkt durch Dampfaufnahrne etwa bei 1500 liegt, tritt in den Raum/
und dann in die Rohre h1, steigt in letzteren empor und in den Röhren h2 wieder nieder
und erwärmt letztere und das dieselben umgebende, im Dampfkessel g^ enthaltene Wasser.
Der dadurch entwickelte Dampf sammelt sich in Haube H. Durch diese Erhitzung des
Dampfkessels wird die Luft abgekühlt, der darin enthaltene Dampf wird condensirt und
sammelt sich auf dem Boden t, um dann durch Rohre fsf2 wieder auf die Rohre k zur Verdunstung
zu fliefsen, Der in der Haube H sich sammelnde Dampf tritt bei 0 aus und wird
beliebig benutzt. Der aus dieser Benutzung resultirende Abdampf tritt bei a? in die Vorkammer
η ein und strömt in die Kühlröhren, in welchen sich der Dampf infolge der starken
Verdunstung, die auf der Aufsenseite dieser Röhren stattfindet, niederschlägt. Das Condensationswasser
tritt bei a1 aus.
Die im Raum m sich sammelnde gekühlte Luft wird durch Ventilator n>3 und Rohr »»*
in den Raum i zurückgedrückt.
Claims (1)
- Pate nt-An sp rüche:Verfahren, in einem. Kreisprocefs ein Gasoder Luftvolumen so hoch zu erwärmen und ihm durch Verdunstung einer Flüssigkeit so viel Dampf zuzuführen, dafs bei der nachträglichen Abkühlung der Mischung an einem Medium, welches dieselbe oder eine höhere Temperatur wie die verdampfende Flüssigkeit hat, ein Theil der Dämpfe abgeschieden wird, worauf das Gasvolumen in den Kreisprocefs zurückkehrt,, zum Zweck der Verwendung bei Eis-Kühlmaschinen oder Condensatoren.Bei dem unter 1. gekennzeichneten Verfahren die Verwendung des abzukühlenden Gas- oder Luftvolumens, welches Dampf durch Verdunstung aufgenommen hat, zur Erhitzung eines Dampfkessels.Bei dem unter 1. bezeichneten Verfahren die Anwendung eines oder mehrerer Apparate, bei welchen zwei Systeme von Röhren, Kühlröhren und Heizrohren mit einander abwechselnd angeordnet sind und wobei die Kühlröhren eventuell mit Umhüllungen aus Feuchtigkeit haltendem Material überzogen sind zum Zweck wechselweiser Einwirkung des Gasvolumens auf ■ Kühl- und Heizrohren.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE46864C true DE46864C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT46864D Expired - Lifetime DE46864C (de) | Verfahren und Apparate zur Erzeugung von Kälte und Wärme |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE46864C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4228845A (en) * | 1978-01-26 | 1980-10-21 | Phillips Petroleum Company | Chiller with means for mixing hot vapors with cold or refrigerated liquid |
-
0
- DE DENDAT46864D patent/DE46864C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4228845A (en) * | 1978-01-26 | 1980-10-21 | Phillips Petroleum Company | Chiller with means for mixing hot vapors with cold or refrigerated liquid |
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