DE456420C - Verfahren und Vorrichtung zur Veredelung fluessiger Schlacke, insbesondere Hochofenschlacke - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Veredelung fluessiger Schlacke, insbesondere HochofenschlackeInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zur Veredelung flüssiger Schlacke, insbesondere Hochofenschlacke. Die vielseitige Verwendung von Hochofenschlacke als Straßenbau- oder Gleisbettungsmaterial und neuerdings auch zur Herstellung von Gußstücken aller Art ist bekannt. Die Hauptschwierigkeit hierbei besteht in der Ungleichmäßigkeit und Porosität ihres Gefüges nach dem Erkalten. Wird Schlacke, die beim Verlassen des Hochofens sehr heiß war, zu Schotter u. dgl. verarbeitet, so ist sie in den meisten Fällen porig und leicht und entspricht nicht den Bedingungen, die an einen guten Gleisbettungs- oder Straßenbaustoff gestellt werden müssen. Bei Schlacken, die kälter den Hochofen verlassen und ein dunkles Aussehen haben, tritt diese Erscheinung weniger auf. Der Hauptgrund für dieses Verhalten ist darin zu suchen, daß heiße Schlacke eine große Lösungsfähigkeit für Gase besitzt. Die eingeschlossenen bzw. absorbierten Gase bestehen aus schwefeliger Säure, Kohlendioxyd und Luft.
- Bei der Erstarrung von saurer und kalter Hochofenschlacke ist der Gasanteil verhältnismäßig gering. Die Gase steigen allmählich nach dem Vergießen hoch und bewirken, soweit sie nicht entweichen., die Entstehung einer porösen oberen Randschicht, welche für die Verwertung meist unbrauchbar ist. Dagegen weisen die tieferliegenden Schlackenmassen nach dem Erstarren meist ein dichtes Gefüge auf, wie es nach den Abnahmebedingungen .erforderlich ist. Bei den obenerwähnten heißen Schlacken, die im Hochofenbetrieb in großen Mengen entfallen, ist der Anteil absorbierter Gase so groß, @3aß die Erzielung eines dichten. Gefüges beim Erstarren unter gewöhnlichen Verhältnissen unmöglich ist, so daß derartige Schlakken deshalb von der Verarbeitung ausgeschlossen werden müssen.
- Vorliegende Erfindung bezweckt, derartige bisher unbrauchbare Schlacken dadurch verwendungsfähig zu machen, daß man sie unter Vakuum behandelt, entgast und dadurch in ein dem Naturstein gleichwertiges Erzeugnis verwandelt. Die Entgasung wird beispielsweise folgendermaßen durchgeführt werden: Die mit flüssiger Schlacke gefüllte Pfanne, die bekanntlich meist auf einem Wagen fahrbar angeordnet ist, wird entweder in einen unter Vakuum stehenden geschlossenen Raum gefahren, oder es wird nur oberhalb des Schlackenbades ein Vakuum hergestellt dadurch, daß in das Schlackenbad eine Bußeiserne Glocke, die unter Unterdruck gesetzt werden kann, deren Durchmesser kleiner ist als die lichte Weite der Schlackenpfanne, getaucht wird. Zweckmäßig wird die Form der Glocke der Schlackenpfanne anzupassen sein. Durch das Eintauchen wird erreicht, daß die Dichtung der Glocke durch die flüssige Schlacke selbst bewirkt wird. Die Glocke kann an eine Unterdruckleitung angeschlossen werden, deren Vakuum durch Wasser- oder Dampfinjektor oder durch Ventilatoren erzeugt wird. Das Verfahren ist nicht nur bei Hochofenschlacke, sondern auch bei anderen flüssigen Schlacken anwendbar, die genügend lange flüssig bleiben, um die Entgasung durchzuführen.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCFIE i. Verfahren zur Veredelung flüssiger Schlacke, insbesondere Hochofenschlacke, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlacke, nachdem sie den Hochofen verlassen hat, vor dem Vergießen unter Vakuum zwecks Entgasung behandelt wird.
- 2. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß in den mit flüssiger Schlacke gefüllten Kübel eine an eine Saugleitung angeschlossene gußeiserne Glocke getaucht wird, deren Durchmesser geringer ist als die lichte Weite des Kübels, so daß die Dichtung der Saugglocke durch die flüssige Schlacke erfolgt.
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| DE456420C true DE456420C (de) | 1928-02-22 |
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