DE45601C - Verfahren und Apparat zur Herstellung einer Mischung von Dämpfen flüchtiger Kohlenwasserstoffe und Luft - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Herstellung einer Mischung von Dämpfen flüchtiger Kohlenwasserstoffe und LuftInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und einen Apparat zur Erzeugung von Dämpfen
flüchtiger Kohlenwasserstoffe und Herstellung einer Mischung derselben mit Luft zum Zwecke
des Betriebes von Gaskraftmaschinen.
Das Verfahren besteht darin, zunächst durch Erhitzung flüchtige Kohlenwasserstoffe (wie
Benzin u. dergl. m.) zu verdampfen und dann Dämpfe nebst Luft in ein Mischgefäfs von dehnbarem
Fassungsraum treten zu lassen, welches mit dem Cylinder der Gaskraftmaschine in Verbindung
steht, so dafs diese zur Zeit der Saugperiode bei sich verkleinerndem Innenraum des
Mischgefäfses fertiges Gemisch ansaugt, während zugleich, sowie durch die m den Zwischenzeiten
stattfindende Vergrößerung des Innenraumes des Mischgefäfses neues Gemisch gebildet
wird.
Zur Ausführung dieses Verfahrens dient ein Apparat, im wesentlichen bestehend aus einem
Verdampfungsgefäfs, welches durch Verbrennung eines Theiles der entwickelten Dämpfe
oder vermöge einer anderen Wärmequelle erhitzt wird und mit einem Vorratsbehälter
für Kohlenwasserstoff in Verbindung steht, sowie aus einem Mischgefäfs, das mit dem
Dampfraum des Verdampfungsgefäfses, mit der Gasmaschine und durch Oeffnungen von beschränkter
Weite mit der Aufsenluft communicirt und einen leichten Kolben enthält,
der durch eine bewegliche öder biegsame Wand ersetzt werden kann, und welcher während der
Ansaugeperiode der Maschine ■ gehoben wird, in den Zwischenzeiten aber sich senkt, so dafs
dann, wie zum *Theil schon während des Ansaugens, aus dem Verdampfungsgefäfs Kohlenwasserstoffdampf
und von aufsen her Luft einströmt und das Gemisch sich bildet.
Einen solchen Apparat stellt Fig. 1 der beiliegenden
Zeichnung im Verticalschnitt und Fig. 2 in einem Horizontalschnitt durch den oberen Theil desselben dar.
α ist der Vorrathsbehälter und b das Verdampfungsgefäfs,
hier als vertical stehendes Rohr gedacht. Beide stehen unten durch die Röhren α1 α2 α3 mit einander in Verbindung.
Das Gefäfs b ist von einem mit Asbest- oder anderem feuerfesten Futter versehenen Mantel/z1
umgeben, in welchem die Verbrennung des zur Erzeugung der erforderlichen Hitze nothwendigen
Brennstoffes vor sich geht. Soll ein Theil der entwickelten Dämpfe hierzu benutzt
werden, so leitet man dieselben durch die Rohre i und j nach dem ringförmigen Raum k,
von wo sie durch Oeffnungen kx in den Mantel h hl treten, und entzündet dieselben hier.
Die zur Unterhaltung der Verbrennung dienende Luft tritt durch Oeffnungen f1 ein, denen noch
die Oeffnungen h2 hinzugefügt werden können.
hB sind die Oeffnungen, durch welche die
Verbrennungsgase entweichen. Zwischen den Rohren i und j befindet sich eine Scheidewand
jl mit einer durch das Nadelventil P zu justirenden Oeffnung zum Zwecke der Regelung
der Dampfentnahme für die Heizung, und unterhalb der Wand j1 eine Oeffnung j2, durch
welche hindurch vom vorbeipassirenden Dampfstrahl so viel Luft angesaugt wird, dafs sich
ein ruhig brennendes, aber nicht explosives Gemisch bildet. Von diesem Gemisch kanndurch
das Rohrj3 ein Theil zur Speisung der
Zündflamme der Maschine entnommen werden. Behufs Erhöhung der Wirkung der in dem
Mantel h hl brennenden Flamme auf das Gefäfs
oder Rohr b ist letzteres mit den die Arme gx tragenden Kupferringen g versehen.
Zum Anwärmen des Apparates wird etwas Brennflüssigkeit, wie Spiritus, in die Kammer/
gegossen und entzündet.
Die Herstellung des zur Ladung des Arbeitscylinders dienenden explosiven Gemisches von
Dampf und Luft findet in dem Mischgefäfs oder Cylinder / statt. Dieser steht oben durch
ein Rohr c mit dem Dampfraum des Verdampfers in Verbindung. Nach der Zeichnung
ist das Rohr c innerhalb des Rohres b in die Höhe geführt, doch könnte dasselbe auch aufserhalb
liegen. Aufserdem ist durch die Löcher /', den Mantel m und das Rohr w1 eine Verbindung
zwischen dem oberen Theil von / und dem Cylinder der Gaskraftmaschine hergestellt.
Unten führt vom Mischgefäfs ein Rohr ο ins Freie, und ist innerhalb des Gefäfses der aus
einer leichten Platte gebildete Kolben η angeordnet, welcher das Gefäfs nicht vollkommen
ausfüllt, so dafs zwischen Kolben und Gefäfswand eine ringförmige Spalte verbleibt, durch
welche Luft in beschränktem Mafse hindurchzutreten vermag. Am Rande kann der Kolben
mit einer leichten und nachgiebigen Liderung n2, z. B. aus Flanell, versehen werden, die den
Hindurchtritt der Luft noch weiter einschränkt, ohne ihn jedoch zu verhindern. Statt der
ringförmigen Lufteintrittsspalte würden sich aber auch im Kolben oder in dem oberen Boden,
event, den Seitenwänden des Mischgefäfses, Oeffnungen anbringen lassen, die eine Verbindung
des Gefäfses mit der Aufsenluft herstellen, und könnten diese Oeffnungen mit leichten
Klappen versehen werden, welche nach dem Mischraum hin aufschlagen. Mit dem Kolben η
ist durch eine Stange nx ein Ventilkegel e verbunden,
welcher sich im Rohr c bewegt und dazu dient, das Mischgefäfs vom Verdampfer
abzuschliefsen, während der Kolben sich in Ruhe befindet und der Lufteintritt unterbrochen
ist.
Nachdem der Verdampfer vorgewärmt worden ist und sich Dampf gebildet hat, wird das
Schwungrad der Maschine einige Male gedreht, bis die im Mischgefäfs vorhandene, mit Dampf
noch unvermischte Luft abgesaugt worden ist. Dabei hebt und senkt sich der Kolben η mit
dem Ventil e, und es tritt, so lange letzteres gehoben ist, Dampf aus b nach I und bildet
mit der daselbst vorhandenen Luft das Explosivgemisch. Sobald nun dieses in die Maschine
gelangt, wird letztere sich im Betrieb befinden, vorausgesetzt, dafs die Zündflamme
brennt. Bei jedem Saughube entnimmt die Maschine aus dem Mischgefäfs das erforderliche
Quantum des Gemisches, wogegen sowohl währenddessen wie in dem Theil der Zwischenzeiten,
welcher vergeht, bis der Kolben η wieder zur Ruhe gelangt ist und das Ventil e sich geschlossen
hat, Dampf von oben und Luft am Rande des Kolbens einströmen, um das abgesaugte Quantum des Gemisches wieder zu
ersetzen.
In Anbetracht, dafs während der Entnahme von Dampf aus dem Verdampfer eine Druckverminderung
daselbst stattfindet und der Wechsel von gröfserem und geringerem Druck eine Rückwirkung auf das ganze in den Röhren
a} a2 a3 enthaltene Quantum von Kohlenwasserstoffausüben
würde, ist es zweckmäfsig, in dieses Rohrsystem einen Windkessel einzuschalten, welcher die Speisung gleichförmiger gestaltet.
Nach der Zeichnung besteht dieser aus dem, Gefäfs ρ mit der ringförmigen, unten mit Oeffnungen
s1 versehenen Scheidewand s, deren
Innenraum t mit dem Rohr a1 in Verbindung
steht, während der Zwischenraum q Luft enthält. Als Flüssigkeit zur Füllung des Raumes t
wird mit Vortheil Glycerin verwendet.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Das Verfahren zur Erzeugung einer Mischung von Dämpfen flüchtiger Kohlenwasserstoffe mit Luft, bestehend darin, erst durch Erhitzung den Kohlenwasserstoff zu verdampfen und dann die Dämpfe nebst Luft in ein Mischgefäfs von dehnbarem Fassüngsraum treten zu lassen, welches mit dem Cylinder einer Gaskraftmaschine in Verbindung steht, so dafs diese in der Saugeperiode, bei sich verkleinerndem Innenraum des Mischgefäfses, fertiges Gemisch ansaugt, dafs dagegen sowohl gleichzeitig wie in den Zwischenzeiten, in denen der Innenraum des Mischgefäfses sich wieder vergröfsert, neues Gemisch gebildet wird.
- 2. Ein zur Ausführung dieses Verfahrens bestimmter Apparat, bestehend aus einem Verdampfungsgefäfs b, welches durch Verbrennung eines Theiles der entwickelten Dämpfe oder eine andere Wärmequelle erhitzt wird und mit einem Vorrathsbehälter α für Kohlenwasserstoff communicirt, einem Mischgefäfs I, welches mit dem Dampfraum des Verdampfungsgefäfses, mit dem Cylinder der Gasmaschine und durch Oeffnungen von beschränkter Weite mit der Aufsenluftin Verbindung steht, einem in dem Mischgefä'fs angeordneten beweglichen Kolben η bezw. einer denselben ersetzenden beweglichen Wand und einem zum Abschlufs des Mischgefä'fses vom Verdampfungsgefäfs dienenden, mit dem Kolben verbundenen Ventil e und wobei durch die Saugwirkung der Maschine Kolben η nebst Ventil e gehoben werden, während sie danach sich durch ihr Gewicht wieder senken.
In Verbindung mit dem unter 2. gekennzeichneten Apparat die Einschaltung eines Windkessels ρ s in die Rohrleitung zwischen dem Vorratsbehälter α und dem Verdampfungsgefäfs b zum Zweck der Regulirung der Speisung.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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Country Status (1)
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