DE445153C - Dampfmaschine mit Dampfauswechselung - Google Patents

Dampfmaschine mit Dampfauswechselung

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DE445153C
DE445153C DEG65234D DEG0065234D DE445153C DE 445153 C DE445153 C DE 445153C DE G65234 D DEG65234 D DE G65234D DE G0065234 D DEG0065234 D DE G0065234D DE 445153 C DE445153 C DE 445153C
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F01MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
    • F01KSTEAM ENGINE PLANTS; STEAM ACCUMULATORS; ENGINE PLANTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; ENGINES USING SPECIAL WORKING FLUIDS OR CYCLES
    • F01K7/00Steam engine plants characterised by the use of specific types of engine; Plants or engines characterised by their use of special steam systems, cycles or processes; Control means specially adapted for such systems, cycles or processes; Use of withdrawn or exhaust steam for feed-water heating

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Engine Equipment That Uses Special Cycles (AREA)

Description

  • Dampfmaschine mit Dampfauswechselung. Gegenstand der Erfindung ist die teilweise oder völlige Auswechselung des bei der gewöhnlichen Dampfmaschine im Zylinder verbleibenden und nachher komprimierten Dampfes gegen ein Gas oder Gasgemisch. Als Gasgemische kommen in erster Linie in Betracht: atmosphärische Luft und Verbrennungsprodukte. Es wird im nachfolgenden nur von Gasgemischen die Rede sein, doch sollen auch reine Gase mit einbegriffen sein. Als Gasgemische sind auch Gemische von Gasen mit Dampf anzusehen. Zweck der Auswechselung ist einmal die Erzielung hoher Kompressionsendtemperaturen, durch welche die innersten Schichten des Dampfzylinders, besonders die Umflächen des schädlichen Raumes, kurz vor Eintritt des Frischdampfes stark geheizt werden, dann die Mischung des eintretenden Frischdampfes mit dem Gasgemisch, durch welche die Wärmeeintrittszahl des ersteren stark herabgesetzt wird. Beide Wirkungen vereinigen sich dazu, die schädlichen Wirkungen des inneren Wärmeaustausches in der Dampfmaschine möglichst hintanzuhalten. Es ist also, wenn man nur die zweite Wirkung erstrebt, nicht gerade erforderlich, das zur Auswechselung (Spülung) dienende- Gasgemisch vor der Einführung in den Zylinder zu erhitzen. Doch wird man das im allgemeinen tun, um die Doppelwirkung zu erzielen. Die Hauptwirkung ist von der hohen Temperatur zu erwarten, die ein nur mäßig vorgewärmtes Gasgemisch beider Kompression erreicht. Adiabatisch gerechnet erreicht Luft, welche eine Temperatur von 300° bei Beginn der Kompression hat und von dem Auspuffgegendruck von i, 15 Atm. auf i i, 5 Atm. komprimiert wird, eine Temperatur von etwa 83o°, die sich zum Teil den Wandungen mitteilt, so daß ein Wasserniederschlag selbst bei gesättigt eintretendem -Dampf von 1z Atm. abs. mit der Sättigungstemperatur von 187' kaum zu befürchten ist. Bedeutsam für die Wirkung der hohen Kompressionstemperatur ist auch, daß sie ganz kurz vor dem Eintritt des Frischdampfes erreicht wird, so daß der Wärme nicht mehr viel Zeit bleibt, nach tieferen Schichten der Wandung. abzuwandern. Eine hohe Temperatur im Augenblick des Frischdampfeintrittes ist aber für die Vermeidung eines Wasserniederschlages an den Wandungen von größter Wichtigkeit. Sie ist geeignet, diesen zu verhindern und damit auch den außerordentlich lebhaften Wärmeentzug durch die im weiteren Verlauf des Arbeitsvorganges bei abnehmendem Druck sonst verdunstende Wasserschicht zu vermeiden.
  • Die Erfindung kommt sowohl in Verbindung mit gesättigtem Eintrittsdampf als auch mit überhitztem in Frage. Im letzteren Falle wird mit größerer Sicherheit erwartet werden können, daß jegliche Eintrittskondensation ausbleibt.
  • Die Erfindung kommt vor allem für Auspuffmaschinen in Betracht, weil bei Maschinen mit Kondensation das Gasgemisch mit dem Dampf in den Kondensator gelangt und das Vakuum sehr verschlechtern würde. Für Gegendruckmaschinen kommt sie in Betracht, wenn das Absatzgebiet für Abwärme im Vergleich zur -Leistung der Maschine -klein ist, Zur Auswechselung des nach dem Druckabfall, welcher der Vorausströmung folgt, noch im Zylinder verbleibenden Dampfes..können alle Mittel benutzt werden, welche bei Dieselmotoren und anderen Verbrennungskraftmaschinen für die Auswechselung der alten Verbrennungsprodukte gegen frische Luft oder frisches brennbares Gemisch angewandt werden, nämlich bei Zweitaktmaschinen die Ausspülung unter Anwendung einer Spülpumpe, bei Viertaktmaschinen der Ausschub des alten Stoffes durch den Arbeitskolben und mit dem darauffolgenden Hube das Ansaugen des neuen Stoffes.
  • Wenn das Gasgemisch vorgewärmt werden soll, ist es beim Zweitaktsystem im allgemeinen zweckmäßig, ihn durch den Vorwärmer hindurchzublasen, damit die Spülpumpe mit niedriger Temperatur arbeitet. Wenn sie jedoch ihrer Art nach durch höhere Temperaturen nicht gefährdet ist (Strahlgebläse), kann man sie auch durch den Vorwärmer hindurchsaugen. Beim Viertaktsystem wird das Durchsaugen durch den Vorwärmer hindurch das natürliche sein, weil der Arbeitszylinder ja ohnehin für das Arbeiten mit hohen Temperaturen eingerichtet ist.
  • An Stelle der bei Zweitaktverbrennungskraftmaschinen üblichen und schon dort nicht recht zutreffenden Bezeichnung »Spülpumpe« möge im nachfolgenden die Bezeichnung »Spülgebläse« eingeführt werden. Das Spülgebläse kann ein Kolbengebläse, ein Schleudergebläse oder ein Strahlgebläse sein.
  • Als Wärmequellen für die Vorwärmung kommen in Betracht zunächst die Abgase der Kesselanlage, welche entweder unmittelbar als Auswechselungsstoff Verwendung finden oder mittels Vorwärmer Luft oder einen anderen geeigneten Auswechselungsstoff vorwärmen. Die Benutzung dieser billigen Wärmequelle beschränkt sich aber im wesentlichen auf Maschinen, die in nächster Nähe der Kesselanlage liegen oder mit dem Kessel unmittelbar verbunden sind, wie Lokomotiven, Lokomobilen, Straßendampfkraftwagen (Dampfautomobile), Dampfwalzen, Schienendampfkraftwagen (sog. Dampftriebwagen). Für Anlagen, deren Maschine nicht in nächster Nähe des Kessels liegt, sind die Kesselabgase als Wärmequelle zwar auch benutzbar, doch werden hier im allgemeinen andere Wärmequellen bequemer sein. Es kommen für solche Anlagen besonders in Betracht: die Heizung des Vorwärmers mit Frischdampf, die Erzeugung der Wärme durch Verbrennung innächster Nähe der Maschine (direkte . Vorwärmung), die Verwendung von Maschinenabwärme. Auch die stufenweise Vorwärmung durch mehrere Quellen in der Reihenfolge der erreichten oder erreichbaren Temperaturen ist möglich.
  • In Abb. i ist die Erfindung für eine Maschine dargestellt, bei welcher der Auslaß des Dampfes und etwa überschüssiger Spülstoffmengen durch den Arbeitskolben erfolgt, welcher kurz vor Beendigung des Hubes einen Schlitz in der Zylinderwand freigibt und ihn beim Rückgang in der gleichen Stellung wieder schließt. Für den Eintritt des Spülstoffes (Gasgemisches) ist hier ein besonderes Spülventil s angeordnet. Der Eintritt des Frischdampfes findet -durch das Ventil/ statt, welches ganz wie ein Einlaßventil einer gewöhnlichen Dampfmaschine gesteuert wird und im allgemeinen- der geforderten Leistung entsprechend veränderliche Füllung gibt.
  • Der Arbeitsvorgang ist folgender: Nachdem das beim voraufgegangenen Spiel durch Spülung eingeführte Gasgemisch beim Rückgang des Kolbens komprimiert ist,- tritt kurz vor dem Hubwechsel mit angemessener Voreinströmung gesättigter oder überhitzter Frisch= dämpf in den Dämpfzylinder ein.
  • Wenn nicht- bis zur Eintrittsspannung kom= primiert ist, tritt eine Mischung von Dampf mit dem komprimierten Gasgemisch ein mit der oben erläuterten. Wirkung auf die Wandungen und den Wärmeaustausch. Wenn da= gegen bis auf Eintrittsspannung komprimiert ist, tritt beim Voröffnen kein Dampf ein, das Voröffnen hat dann nur den Zweck, den Strömungsquerschnitt für die nachlfer folgende Füllung vorzubereiten. Während der Füllung wird in beiden Fällen der relative Dampfgehalt des Gemisches immer mehr zunehmen und die Temperatur durch den Zutritt des im allgemeinen kälteren Frischdampfes sinken. Je kleiner die Füllung im Vergleich zur Größe des schädlichen Raumes ist, desto höher bleibt die Temperatur bis zum Ende der Füllung, und desto geringer ist die Gefahr, daß sich während der Füllung noch ein Niederschlag bildet. Das ist bedeutsam für das Verhalten der Maschine bei schwachen Belastungen, die sonst in der Regel einen höheren Dampfverbrauch für die PSh aufweisen.
  • Mit dem Abschluß des Einlasses/ beginnt die Expansion, bis der Kolbenrand den linken Rand des Schlitzes überfährt. Es tritt dann zunächst Druckabfall und ein mehr oder weniger vollkommener Druckausgleich zwischen Zylinder und Außenluft ein. Erst nachdem dieser einigermaßen beendet ist, etwa beim Diagrammpunkt 2, wird das Spülventil s geöffnet, und es tritt das Gasgemisch mit Naturwärme oder vorgewärmt in den Zylinder ein und treibt den noch im Zylinder verbliebenen Dampf vor sich her durch den Auslaßschlitz a hinaus. Der eigentliche Spülvorgang ist beendet, wenn der Kolbenrand wieder bis zur linken Schlitzkante (Diagrammpunkt ¢) vorgeschritten ist. Wenn in diesem Augenblick auch das Spüleinlaßorgan s geschlossen wird, würde die Kompression im Punkte 4. des Diagramms beginnen, und es müßte bei Auspuff, damit die Kompression nicht zu hoch ansteigt, ein absichtlich großer schädlicher Raum vorgesehen werden.
  • Man kann aber den Steuerungsantrieb für das Organ s so einrichten, daß es erst später, etwa im Punkt 5 des Arbeitsdiagramms, geschlossen wird; dann wird ein Teil des eingespülten Gasgemisches beim Rückgang des Kolbens wieder in den Vorwärmer oder die abgetrennten Kesselzüge zurückgeschoben. Dieser Vorgang möge Rückschubverfahren genannt werden. Die Linie q.-5 des Diagramms wird dabei leicht in der Richtung nach 5 ansteigen, je nach der räumlichen Größe des Vorwärmers oder der Kesselzüge und nach Art der Zufuhr des Gasgemisches von der anderen Seite her durch die Spülpumpe.
  • Man kann die Funktionen des Zylinderschlitzes bei a und des Spülventils auch vertauschen und das Gasgemisch bei a eintreten lassen und den alten Dampf durch das Organs austreten lassen. Dann regelt letzteres als normales Austrittsorgan den Beginn der Kompression; -Rückschub findet nicht statt. Die Vorausströmung wird ebenfalls durch das Organs bestimmt. Man wird es etwas vor der Freigabe des Schlitzes öffnen lassen, damit der Dampf im Zylinder vor dem Eintritt des Gasgemisches einigermaßen entspannt ist. Es entsteht eine normale Dampfmaschinensteuerung mit dem Einlaßorgan f und dem Auslaßorgan s, für welches man sich auch die bei Dampfmaschinen üblichen Formen, das Doppelsitzventil, Kolbenventil, den Corlißschieber usw., eingeführt denken kann. Auch die Aufgaben dieser Organe bleiben dieselben, nur muß das Auslaßorgan bei s sehr beträchtliche Mengen Dampf während der Druckabfallperiode abführen und dafür reichliche Querschnitte mit reichlicher Vorausströmung freigeben. Hinzu kommt gegenüber dem Zylinder normaler Dampfmaschinen für den Eintritt des Auswechselungsstoffes lediglich der Zylinderschlitz; dieser macht dann, wenn weitere Organe vermieden werden -sollen, bei doppelt wirkenden Maschinen den Kolben von großer Länge (Höhe) notwendig. Man kann aber einen Kolben von gewöhnlicher Länge (Höhe) und einen entsprechend kürzeren Zylinder zur Ausführung bringen, wie das in Abb. z geschehen ist, muß dann aber, um einen vorzeitigen Abfluß des Dampfes während der Expansion zu verhindern, dem Schlitz noch ein Steuerorgan vorschalten, welches jeweils spätestens von dem Beginn der Schlitzeröffnung an bis zum planmäßigen Eintritt des Ersatzstoffes (Gasgemisches) geschlossen gehalten sein muß.
  • Es ist für die vorstehend betrachtete Anordnung der Abb. r mit Umkehrung der Aufgaben des Organs s und des Zylinderschlitzes vorerst vorausgesetzt, daß das Dampfeinlaßorgan Fund das Dampfauslaßorgan s getrennt mit ungleichem Voreilwinkel angetrieben werden. Bekanntlich ist es damit möglich, jede gewollte Dampfverteilung zu erzielen, -also Voreinströmung, Beginn der Expansion, der Vorausströmung und der Kompression unabhängig voneinander festzulegen. Wenn man aber die Antriebe der einzelnen Steuerorgane vereinigt oder die Steuerorgane zu einem einzigen zusammenzieht, entstehen Abhängigkeiten, welche die freie Wahl der einzelnen Steuerungsgrößen einschränken. Das gilt besonders vom Muschelschieber und seiner besonders wichtigen Form, dem Muschelkalbenschieber, und von den mehrfach öffnenden Abarten des Muschelschiebers, dem Trickschieber, dem Pennschieber usw. In Abb. a ist eine Anordnung mit Muschelschieber dargestellt, der einen Trickkanal für Doppeleinströmung hat. Es ist hier die Anordnung mit kurzem Kolben und Einlaßschlitzen für das Gasgemisch in der Mitte vorausgesetzt. Wie oben schon bemerkt wurde, muß bei kurzem Kolben dem Raume g, aus welchem das Gasgemisch in den Zylinder eintritt, ein Organ vorgeschaltet sein, welches den vorzeitigen Austritt von. Dampf während der Expansion verhindert. Es ist aber auch bei der Anordnung mit Muschelschieber möglich, einen Langkolben anzuwenden, durch welchen dieses Organ entbehrlich, aber die Spülzeit erheblich abgekürzt wird, Der Kolben ist in der rechten Totlage gezeichnet; auf der linken Seite findet die Spülung statt. Wie durch die Strömungslinien mit den Pfeilen angedeutet ist, tritt das Gasgemisch bei g in den Dampfzylinder ein und wirft den alten Dampf durch den Auslaß a hinaus. Auf der rechten Kolbenseite findet in gewöhnlicher Weise Voreintritt statt, nachdem vorher auf dieser Seite das Gasgemisch komprimiert und dadurch auf hohe Temperatur gebracht ist.
  • Diese Form wird besonders für umsteuerbare Maschinen in Betracht kommen.
  • Der alte, durch die Auslaßöffnung ausgetriebene Dampf ist kurzweg im vorstehenden mit Dampf bezeichnet; das ist eigentlich nicht ganz korrekt, weil er noch das Gasgemisch der voraufgegangenen Kompression enthält; er müßte eigentlich als Dampfgasgemisch bezeichnet werden.
  • Bei den bisher erläuterten Anordnungen ist entweder für den Eintritt des Gasgemisches oder für den Austritt des alten Dampfes ein Zylinderschlitz, der durch den Arbeitskolben gesteuert wird, vorgesehen. Es ist aber auch möglich, unter Fortlassung des Organs s (Abb. i) sowohl den Eintritt des Gasgemisches als auch den Austritt des alten Dampfes durch je einen vom Arbeitskolben gesteuerten Zylinderschlitz zu steuern. Dafür bieten die Zweitaktverbrennungskraftmaschinen, insbesondere die Zweitaktdieselmotoren, mannigfache Vorbilder. Auch ist es möglich, hierbei zur Vermeidung übermäßiger Kompression noch einen besonders gesteuerten Hilfsauslaß außer dem Auslaßschlitz anzuordnen.
  • Beim Viertakt ist der Vorgang folgender: Wenn man den Hub, welcher den Vorgängen in einer normalen Dampfmaschine mit Frischdampffüllung, Expansion und Vorausströmung entspricht, als ersten Hub bezeichnet, der sich hier genau so abspielt wie bei der normalen Dampfmaschine, so findet im zweiten Hub Ausschub statt, bei welchem der alte Dampf, soweit er nicht schon beim Spannungsabfall im Anschluß an die Vorausströmung hinausgeworfen ist, ausgeschoben wird; beim dritten Hub wird dann das Gasgemisch in Naturzustand oder vorgewärmt angesaugt und im vierten komprimiert, wobei es die vorn erwähnte hohe Temperatur erreicht.
  • Die Welle zum Antrieb der Steuerorgane erhält dabei durch entsprechende Übersetzung nur 'die halbe Drehzahl der Kurbelwelle. Die Anordnung ähnelt am meisten der eines Viertalctdieselmotors. Auch dort werden im zweiten Hub die alten, nicht mehr arbeitsfähigen Stoffe- hinausgeschoben und im dritten Hub frische Luft angesaugt, die im vierten komprimiert wird. Das Brennstoffventil und die Einführung von Brennstoff kommen in Fortfall, und es tritt an ihre Stelle ein Dampfeinla.ßventil oder ein anderes Steuerorgan für den Frischdampfeinlaß. Das Dampfeinlaßorgan, welches ebenfalls nur bei jeder zweiten Umdrehung einmal geöffnet wird, wird in der Regel für veränderliche Füllung eingerichtet sein. Das Anlaßventil der Dieselmotoren ist entbehrlich.
  • Es kann sich als nützlich erweisen, den Kompressionsenddruck bei etwaigen Veränderungen des Entnahmedruckes des Spülstoffes (Gasgemisches) oder anderer Einflußgrößen auf unveränderlicher Höhe zu halten oder doch zeitweise Überschreitungen einer gewissen, für zulässig erachteten Höhe zu verhindern, was durch Änderung der Spülstoffzufuhr entweder von Hand oder auch selbsttätig unter Zuhilfenahme eines Hilfskraftgetriebes (Servomotors), welches unter dem Einfiuß des Kompressionsdruckes steht, geschehen kann.
  • Bei sehr hohen Anfangstemperaturen kann es vorkommen, daß die Zylinderwandungen, soweit sie Gleitflüchen sind, und gewisse Steuerungsorgane unter den Temperaturen leiden oder doch die Verwendung hochwertiger Schmieröle notwendig machen. In diesen Fällen wird es geboten sein, die Teile ganz oder teilweise zu kühlen. Es kommen die gleichen Kühlmittel in Frage, die bei Gas- und Ölmaschinen angewandt werden.
  • Bei der Verwendung von Kesselabgasen als Auswechselungsstoff bedarf es wegen der genügend hohen Temperatur der Abgase einer besonderen Vorwärmung nicht. Der Vorwärtner fällt hier also fort, und die Spülpumpe, oder bei Viertakt der Dampfzylinder im dritten Hub, saugt die Abgase unmittelbar aus dem Abzug an.
  • Es besteht aber bei Verwendung von Kesselabgasen für den Zweifakt mit Spülung die Möglichkeit,. in Verbindung mit künstlichem Zug die Anläge noch weiter zu vereinfachen, indem man das Zuggebläse gleichzeitig als Spülgebläse wirken läßt. Zweckmätig wird das Gebläse in diesem Falle als Unterwindgebläse ausgebildet, weil es dann mit niedriger Temperatur arbeitet und das zu fördernde Volumen kleiner ist.
  • Rechnungsmäßig ist die erzeugte Abgasmenge erheblich größer als die erforderliche Spülmenge. Zur Ausgleichung -dieser Ungleichheit bestehen zwei Mittel: entweder man läßt den überschuß durch ein regulierbares Drosselorgan ins Freie, oder man teilt die Kesselanlage in zwei Teile, in einen Teil, welcher mit Unterwind von solchem Druck arbeitet, daß er auch noch die Spülwiderstände überwindet, und einen Teil, welcher mit anderen Zugmitteln, z. B. natürlichem Schornsteinzug, oder mit Blasrohrwirkung durch das von der Dampfmaschine abgelieferte Dampfgasgemisch betrieben wird. Bei kleinen Anlagen mit nur einem Kessel wird sich die Teilung der Anlage auf die Trennung der Feuerungen und der Kesselzüge beschränken, in welchen dann verschieden hoher Druck herrscht. Es können dann in den Feuerungen auch verschiedene Brennstoffe verfeuert werden, nämlich in der Feuerung, welche ihre Gase zur Spülung der Dampfmaschine hergibt, ein Brennstoff, welcher möglichst reine Abgase abliefert (z. B. Öl), in der anderen Feuerung ein anderer Brennstoff. Der für die Erzeugung der Spülabgase abgetrennten Feuerung und dem zugehörigen Gebläse wird man nur solche Größe geben, daß sie für diesen Zweck genügen. Das Gebläse für diesen Teil ist also gleichzeitig Unteiwindgebläse für die abgetrennte Feuerung und Spülgebläse für die Auswechselung des Zylinderinhaltes der Dampfmaschine. Das Unterwindgebläse kann ganz so ausgebildet werden wie ein gewöhnliches Spülgebläse.
  • Abb. 3 zeigt als Beispiel einen Flammrohr. heizrohrkessel mit zwei Flammrohren und getrennten Zügen. Das große Flammrohr k ist für Kohlenfeuerung gedacht und erzeugt mit dem anschließenden Rohrbündel die Hauptdampfmenge mit irgendeinem geeigneten Zugmittel. Das kleine Flammrohr p ist für die Ölfeuerung gedacht und liefert die Spülgase, nachdem sie vorher noch Wärme an das Flammrohr p und das anschließende kleine Rohrbündel zur Dampferzeugung abgegeben haben und sich dabei auf ein für die Spülung angemessenes Maß abgekühlt haben. Bei u tritt der Unterwind ein. Die Rauchkammer muß wegen der verschiedenen Drucke in zwei Teile geteilt werden, den Teil r für die Abgase der Hauptfeuerung und den Teil t für die Abgase der Ölfeuerung. Diese letzteren gelangen von dem Stutzen v nach dem Spüleinlaß der Dampfmaschine.
  • Wenn mehrere Kessel vorhanden sind, wird man einen ganz für die Gewinnung der Spülgase der Dampfmaschine einrichten. Dieser Kessel wird zweckmäßig ein Kessel sein, dessen Züge ganz von Kesselwandungen umgeben sind, damit bei den verhältnismäßig hohen Drucken keine Gasverluste durch die Einmauerung entstehen.
  • Bei der Bestimmung des Hubvolumens eines als Kolbenmaschine ausgebildeten Gebläses mit kalt angesaugter Luft wird man zu beachten haben, daß infolge der Temperaturerhöhung in dem Vorwärmer oder der Feuerung das für die Spülung abgelieferte Volumen sehr viel größer (bis etwa doppelt so groß) ist als das angesaugte Volumen.
  • Bei geteilter Kesselanlage wird das Unterwindgebläse des für die Spülung abgetrennten Teiles zweckmäßig als Kolbengebläse ausgebildet, wodurch der Maschine je Hub eine bestimmte Menge Luft zugemessen wird, gerade so viel, wie zur Spülung benötigt wird. Bei einfach wirkenden kleinen Maschinen kann das Kolbengebläse auch in einem Kurbelkastengebläse mit gewöhnlichen Lederklappen bestehen, wie es bei kleinen Zweitaktverbrennungskraftmaschinen vielfach Anwendung findet.
  • Der sonstige Luftbedarf der Kesselanlage hängt aber von dem Dampfverbrauch der Maschine ab; dieser ist aber nicht wie der Spülluftbedarf allein von der Drehzahl der Maschine abhängig, sondern auch von der Füllung der Maschine, so daß für den übrigen Teil der Kesselanlage ein Kolbengebläse nicht zweckmäßig ist. Hier dürfte die Zugerzeugung durch Abdampf mittels Blasrohres am geeignetsten sein, besonders für Dampflastautos, Dampftriebwagen und Lokomotiven.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: r. Dampfmaschine mit Dampfauswechselung im Zweitakt mit Spülung oder im (Viertakt, dadurch gekennzeichnet, daß der nach erfolgtem Voraustritt im Dampfzylinder verbliebene Dampf gegen ein Gas oder Gasgemisch ausgewechselt wird. z. Dampfmaschine nach Anspruch t, gekennzeichnet durch die Kühlung des Dampfzylinders oder von Teilen desselben oder der Steuerungsorgane mit den bei Gas- und ölmaschinen bekannten Mitteln. 3. Dampfmaschine nach Anspruch r mit Verwendung von Kesselabgasen als Auswechselungsstoff für Zhveitaktmaschinen mit Spülung, gekennzeichnet durch die Erzeugung des Spüldruckes dadurch, daß ein Teil der Kesselanlage Unterwind für die Feuerung von solchem Überdruck erhält, daß der Überdruck der Abgase auch noch für die Spülung genügt.
DEG65234D 1925-09-02 1925-09-02 Dampfmaschine mit Dampfauswechselung Expired DE445153C (de)

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