DE440409C - Verfahren zum Auswuchten umlaufender Koerper - Google Patents

Verfahren zum Auswuchten umlaufender Koerper

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DE440409C
DE440409C DEB116124D DEB0116124D DE440409C DE 440409 C DE440409 C DE 440409C DE B116124 D DEB116124 D DE B116124D DE B0116124 D DEB0116124 D DE B0116124D DE 440409 C DE440409 C DE 440409C
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01MTESTING STATIC OR DYNAMIC BALANCE OF MACHINES OR STRUCTURES; TESTING OF STRUCTURES OR APPARATUS, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • G01M1/00Testing static or dynamic balance of machines or structures
    • G01M1/02Details of balancing machines or devices
    • G01M1/04Adaptation of bearing support assemblies for receiving the body to be tested

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Rolls And Other Rotary Bodies (AREA)

Description

  • Verfahren zum Auswuchten umlaufender Körper. DieErfindung betrifft neueVerfahrensarten zum Auswuchten umlaufender Körper, z. B. der rotierenden Teile von Maschinen, z. B. von Elektrogeneratoren, Turbinen, Turbokompressoren usw. Damit ein rotierender Körper, z. B. das Laufrad einer Dampfturbine, der Rotor einer elektrischen Maschine, ein Schwungrad usw., sich störungsfrei bewegt, ist es bekanntlich nötig, seine Maße so anzuordnen, daß die Drehachse genau mit einer Hauptträgheitsachse zusammenfällt. Wenn beide Achsen voneinander abweichen, wird der umlaufende Körper Kräfte auf seine Lager ausüben, die nachteilige Schwingungen der Maschine und ihrer Umgebung zur Folge haben. Insbesondere sind z. B. rasch laufende Maschinen, wie Turbomaschinen, äußerst empfindlich gegen die geringste Abweichung der wirklichen Umdrehungsachse von- der Hauptträgheitsachse. Bei einem mit 3 ooo Touren umlaufenden Rotor genügt z. B. die Verlagerung des Schwerpunktes um den Betrag von 'I", mm, um Zentrifugalkräfte hervorzurufen, die gleich dem Gewicht des rotierenden Körpers sind. Die Lager haben also z. B. bei einem mittelgroßen Rotor von 6ooo kg Gewicht in 5omaligem Wechsel pro Sekunde Zusatzkräfte von der genannten Größe aufzunehmen, wodurch Schwingungen der Maschine und ihrer Umgebung mit den bekannten nachteiligen Folgen entstehen. Es stellt sich dann während des Betriebes ein dauerndes Erzittern ein, das besonders im Falle der Resonanz mit dem tragenden Fundament und den sonstigen Unterlagen die Maschine unfähig macht, ihren Dienst auch nur für kurze Zeit zu versehen.
  • Um umlaufende Körper auszuwuchten, benutzte man bisher komplizierte Auswuchtmaschinen, in deren Lagern der Körper zur Drehung gebracht wurde. Wo man keine Auswuchtmaschinen zur Verfügung hat, z. B. bei fertigen Anlagen, bei denen z. B. eine auf dem Transport oder durch Reparaturen entstandene Verlagerung beseitigt werden muß, war man bisher auf ein Austarieren aufs Geradewohl angewiesen, das nur bei großem Zeit- und Kostenaufwand rein zufällig zum Ziele führte.
  • Mit den neuen Verfahrensarten entsprechend der Erfindung gelingt es, in einfachster Weise und unter geringstem Zeitaufwand das Auswuchten von Maschinen usw. sowohl in der Werkstatt wie in der fertigen Anlage, insbesondere auch ohne Herausnehmen der umlaufenden Teile aus ihren Lagern und unter Verzicht auf besondere komplizierte Auswuchtmaschinen, durchzuführen, und zwar auch bei der Betriebsdrehzahl, also unter Berücksichtigung der hierbei auftretenden zentrifugalen Deformation, Verlagerung infolge Erwärmung usw.
  • Das Verfahren beruht auf einer neuen, vom Erfinder erschlossenen Erkenntnis des Zusaminenhanges zwischen den durch den umlaufenden Körper erzeugten Schwingungen und- den sie verursachenden störenden Kräften.
  • Unter Schwingungszustand eines Punktes des -Systems soll nachfolgend die allgemeine Form der räumlichen oder ebenen Bahn des betrachteten Punktes verstanden werden, die im praktischen Falle sich z. B. als Achsenverhältnis einer ellipsenartigen Kurve oder in besonderen Fällen auch als Kreisform oder als Form einer linearen Schwingung darstellen wird.
  • Der Erfinder hat nun gefunden, daß dieser Schwingungszustand des Systems bzw. eines Punktes des Systems sich in Abhängigkeit von der Drehzahl wesentlich ändert, so daß sich also bei verschiedenen Drehzahlen z. B. anders gestaltete und anders liegende Ellipsen ergeben können.
  • Es soll weiterhin unter dem Verhältnis fron räumlich angeordneten Kräften die Proportion ihrer absoluten Beträge und die Größe ihrer räumlichen Winkel untereinander und mit der Drehachse des umlaufenden Körpers erstanden werden. Bei zwei sich im Räum kreuzenden Kräften würde ihr Verhältnis also bestimmt sein, wenn ihre absoluten Beträge festliegen und ihre Winkel untereinander und gegenüber der Drehachse bestimmt sind. Werden die absoluten Beträge auf das Zweifache, Dreifache oder n-fache vergrößert oder in derselben Weise verringert, oder wird die Kraftfigur z. B. um die Drehachse gedreht, ohne die Winkel zwischen den Kräften und der Achse zu ändern, so werden die Kräfte unter Einhaltung ihres oben definierten Verhältnisses geändert.
  • Wie bekannt, lassen sich die in dem umlaufenden Körper wirksamen störenden Kräfte immer als ein räumliches Kraftsystem darstellen, das sich im besonderen auf zwei sich kreuzende Kräfte, z. B. auf in zwei zur Achse senkrechten Ebenen wirksame Kräfte, zurückführen läßt.
  • Der Erfinder hat festgestellt, daß der Schwingungszustand bei irgendeiner Drehzahl nicht geändert wird, wenn die im Körper vorhandenen störenden Kräfte unter Einhaltung ihres Verhältnisses entsprechend der oben gegebenen Erklärung geändert werden. Es sei der Schwingungszustand bei einer bestimmten Drehzahl, z. B. durch das Achsenverhältnis einer bestimmt gelegenen Ellipse, charakterisiert. Führt man nun die wirksamen störenden Kräfte auf zwei in radialen Ebenen gelegene Kräfte zurück und ändert diese unter Einhaltung ihres Verhältnisses, so wird der Schwingungszustand des Punktes nicht geändert, d. h. man - erhält wiederum als Schwingung eine der ersten ähnliche Ellipse von gleichem Achsenverhältnis. Das gleiche würde der Fall sein, wenn die Schwingung ein Kreis oder eine andere Kurve war oder wenn sie lineare Form besaß.
  • Führt man dieselbe Betrachtung für eine andere Drehzahl durch, so würde man finden, daß zwar der Schwingungszustand bei anderer Drehzahl ein anderer geworden ist, z. B. in einer anderen Ellipse mit anderem Achsenverhältnis besteht; ändert man aber bei diesem Schwingungszustand wiederum die störenden Kräfte unter Einhaltung ihres Verhältnisses, so erhält man auch in diesem Fall eine ähnliche Ellipse, d. h. es gilt allgemein das Gesetz, daß eine Änderung der störenden Kräfte .unter Einhaltung ihres Verhältnisses bei beliebiger Drehzahl den jeweilig herrschenden Schwingungszustand nicht ändert.
  • Auf Grund dieser Gesetzmäßigkeit läßt sich das Auswuchten eines umlaufenden Körpers in einfacher Weise folgendermaßen durchführen: Man bestimmt unter Voraussetzung zweier einander zugeordneter Werte der Drehzahl und des Schwingungszustandes das Verhältnis der störenden Kräfte, die z. B. aus mehreren räumlich angeordneten Kräften und im besonderen auch aus zwei z, B. sich kreuzenden Kräften bestehen können. Diese Bestim-.iiung kann z. B. in der Weise- durchgeführt werden, daß man den Schwingungszustand irgendeines Systempunktes beobachtet, z. B. graphisch aufzeichnen läßt, photographiert, durch einen empfindlichen Schwingungsmesser, z. B. einen Resonanzschwingüngsmesser, veranschaulicht usw. Alsdann nimmt man unter Beibehaltung der Umdrehungszahl an dem Körper Massenveränderungen vor, z. B. indem man in Tarierebenen Massen hinzubringt oder fortnimmt, und beobachtet gleichzeitig den Schwingungszustand desselben Punktes. Ergibt sich durch die vorgenommenen Kraftveränderungen eine ähnliche Schwingungskurve, z. B, eine der ersten ähnliche Ellipse von gleichem Achsenverhältnis, so hat man die Gewähr dafür, daß das Verhältnis der in den Tarierebenen angebrachten Kräfte dasjenige der störenden Kräfte ist.
  • Um nun den umlaufenden Körper zu beruhigen, braucht man nur das gefundene Kraftsystem unter Einhaltung seines Verhältnisses so lange zu ändern, bis eine-beliebige Schwingungskomponente irgendeines Systempunktes verschwindet.
  • Für die praktische Durchführung des Verfahrens ergeben sich dadurch besondere Vereinfachungen, daß man den Schwingungszustand bei einer bestimmten Drehzahl besonders vereinfacht, z. B. derart, daß man ihn in lineare Form bringt.
  • Man beobachtet z. B. bei einer bestimmten Umdrehungszahl den Schwingungszustand eines beliebigen Punktes des Systems, dem z. B. in einer zur Achse senkrechten Ebene im allgemeinen eine Schwingungskurve vön elliptischer Gestalt entsprechen wird, Diesen Schwingungszustand des Punktes beeinflußt man z. B. durch Austarieren, d. h. durch Hinzufügen oder Wegnehmen von Massen von ,lein umlaufenden Körper bei beliebiger Drehzahl, derart, daß ihm eine bestimmte Schwingungskompcnente, z. B_ die horizontale, genommen wird, so daß er hierauf eine lineare Schwingung ausführt.
  • Alsdann bestimmt man das Verhältnis der noch verbleibenden Störungskräfte in der Weise, daß man in eine beliebig gelegene, z. B. senkrecht zur Achse stehende Tarierebene eine Störungskraft, z. B. eine Tariermasse, bringt. Das Hinzufügen dieser Kraft wird den Schwingungszustand des beobachteten Punktes ändern, so daß er also wieder in elliptischer Form schwingt bzw. wieder eine horizontale Komponente erhält. Nunmehr bringt man in einer zweiten Tarierebene durch Massenänderung eine zweite Kraft an und regelt diese derart, daß die horizontale Komponente des beobachteten Punktes wiederum aufgehoben wird.
  • Die beiden Kräfte, nämlich die gewählte Störungskraft in der einen Tarierebene und die durch Austarieren gefundene Ausgleichskraft in der anderen Tarierebene. stehen im gleichen Verhältnis wie die nach Vernichtung der horizontalen Schwingung noch im Rotor verbliebenen unbekannten Störungskräfte bezüglich der beiden Tarierebenen, d. h. sie bilden, in Richtung der Achse gesehen, miteinander denselben Winkel wie diese unbekannten Störungskräfte, und sie haben das gleiche Größenverhältnis wie diese.
  • Nachdem dieses Verhältnis gefunden ist. kann das weitere Auswuchten des Körpers in -infachster Weise derart erfolgen, daß man nunmehr einen zweiten Punkt des schwingenden Systems, z. B. einen Punkt der Achse, z. B. die Mitte des zweiten Lagers, beobachtet und in den beiden Tarierebenen gleichzeitig mit zwei Kräften, die stets in dem soeben gefundenen Verhältnis stehen, so lange austariert, bis der zweite beobachtete Punkt zur Ruhe gebracht wird. Hierfür genügt es, wenn der Schwingung des zweiten Punktes eine beliebige Komponente genommen wird. Das Stillsetzen dieses zweiten Punktes kann nicht nur bei der oben gewählten, sondern bei jeder beliebigen Drehzahl geschehen. Da das zuletzt genannte Austarieren unter Einhaltung des gefundenen Kräfteverhältnisses s iimtliche i noch im Körper . teckenden störenden Kräfte vernichtet, sc ist hiernach der ganze Körper ausgewuchtet.
  • In der beiliegenden Zeichnung sind in Abb. i diese verschiedenen Maßnahmen scheinatisch veranschaulicht.
  • Die beiden Lager des umlaufenden Körpers sind hier mit a und b bezeichnet,. die beiden Tarierebenen finit c und d. Man geht nun so vor, daß man zunächst den Mittelpunkt k des Lagers b horizontal beruhigt, indem man in der Tarierebene d eine Ausgleichskraft g hinzufügt. Nunmehr bringt man in derTarierebened eine störendeKraftli. an, durch welche das Lager b bzw. der Punkt k wieder eine horizontale Schwingung erhält. Alsdann wird durch Versuch in der zweiten Tarierebene c eine Kraft e ermittelt, durch welche das Lager b bzw. der Punkt k wieder zur Ruhe kommt: durch die Kräfte e und 1i. ist dann das Verhältnis der unbekannten Störungskräfte gegeben. Setzt man nunmehr z. B. das zweite Lager a. bzw. dessen Mittelpunkt i. still, indem man in den beiden Tarierebenen c und d unter Einhaltung des Kräfteverhältnisses mit Ausgleichskräften arbeitet, die sich wie die gefundenen Kräfte e und 1i verhalten, und deren Winkel gleich dem Winkel der Kräfte e und li. ist, so ist der umlaufende Körper hierdurch vollständig ausgeglichen.
  • Anstatt der Lagerpunkte k und i hätte man auch zwei beliebige andere Puhkte des schwingenden Systems, z. B. die Punkte l und in, des Fundaments, in der beschriebenenWeise stillsetzen und dadurch den Rotor auswuchten können.
  • Anstatt, von bestimmten Drehzahlen ausgehend, das Verhältnis der Störungskräfte zu finden, kann man auch, umgekehrt ein bestimmtes Verhältnis der Störungskräfte bzw. der sie aufhebenden Tarierkräfte annehmen und die zugehörige Drehzahl ermitteln. Dieser Weg wird z. B. bei geringer Reibung des rotierenden Körpers zweckmäßig sein.
  • In diesem Fall gestaltet sich das Auswuchten z. B. folgendermaßen: Man stellt zunächst irgendeine Ausschlagkomponente eines beliebigen Punktes des Systems, z. B. die Größe der horizontalen Ausschläge des einen Lagers, als Funktion der Drehzahl fest, z. B. indem man eine Anzahl Werte der Drehzahl und der Ausschläge ermittelt, die gegebenenfalls graphisch aufgetragen und zur Erzeugung einer Kurve als Bild der Funktion verwendet werden können. Hierauf unterwirft man den Rotor Zentrifugalkräften in zwei Tarierebenen entsprechend dem gewählten Kräfteverhältnis und ermittelt abermals die Ausschlagkomponenten desselben Punktes als Funktion der Drehzahl, wodurch eine zweite Kurve gewonnen wird. Der Schnittpunkt der beiden Kurven entspricht dann der »charakteristischen Drehzahl«, bei welcher die beiden Arten von Ausschlagkomponenten einander gleich sind. Anstatt durch graphische Darstellungen, z. B. Kurven, könnte man den gemeinsamen Punkt der beiden Funktionen natürlich auch rechnerisch ermitteln. Nunmehr bringt man bei der charakteristischen Drehzahl die gewählten Ausschlagkomponenten, also z. B. den horizontalen Ausschlag des einen Lagers, zum Verschwinden, indem man diesen durch Austarieren in irgendeiner Tarierebene vernichtet. Alsdann beobachtet man den zweiten Punkt des Systems, z. B. die Mitte des zweiten Lagers, und bringt bei beliebiger Drehzahl durch Austarieren unter Aufrechterhaltung des gewählten Kräfteverhältnisses eine beliebige Schwingungskomponente desselben, z. B. die horizontale oder vertikale, zum Verschwinden. Der Körper ist alsdann vollkommen ausgewuchtet.
  • An Stelle der Lagermitten kann man auch andere Punkte der Achse oder des schwingenden Systems in der beschriebenen Weise benutzen. Ebenso kann anstatt der z. B. horizontalen Bewegung eine andereSchwingungskomponente zugrunde gelegt werden.
  • In manchen Fällen kann man das Auswuchten vereinfachen, insbesondere dann, wenn man den nach Stillsetzen von Lager i noch im Körper verbleibenden und bei geringer Reibung in einer achsialen Ebene liegenden Störungskräften K,. und KZ bestimmte Eigenschaften vorschreibt, auf Grund deren sie leicht austariert «-erden können. Wie der Erfinder gefunden hat, steht untei# der Voraussetzung, daß z. B. die Lagermitte i nicht horizontal schwingt, also etwa durch Austarieren zur Ruhe gebracht ist, das Verhältnis der Beträge der Störungskräfte KZ und K,. in einer bestimmten mathematischen Beziehung zur Drehgeschwindigkeit to und zu den spezifischen Rückstellkräften. Es ist nämlich wobei nach Abb. 2 bedeuten: in die Maße des Rotors, T sein Trägheitsmoment bezüglich einer durch den Schwerpunkt gehenden Achse senkrecht zur Rotationsachse, cl und c, die spezifischen Rückstellkräfte der etwa nur in horizontaler Richtung federnden Lager i und 2 mit den Abständen ll und 1, ihrer Lagermitten vom Schwerpunkt des Rotors, wobei L - l,. -(- l.= und wobei die Störungskräfte K, und K, in Ebenen El und E= wirken sollen, welche die Abstände A.,_ bzw. 2, vom Schwerpunkt haben. Verlangt man z. B., daß nach Stillsetzung von Lager i die noch vorhandenen Störungskräfte in einem Kräftepaar bestehen, so hat man in G1. A. für zu setzen. Dies tritt aber dann ein, wenn Lager i von irgendeiner Tarierebene aus beruhigt wird, bei einer Dreheeschwindi£'keit die in einfacher Weise aus G1. A. für den Wert gewonnen wird. Wird also bei dieser Drehgeschwindigkeit das Lager i beruhigt, so weiß man, daß nur noch ein reines Kräftepaar im Körper vorhanden ist, das durch Tarierkräftepaare von irgendwelchen Tarierebenen aus bei beliebiger Drehzahl entfernt werden kann.
  • Ferner kann man z. B. verlangen, daß nach Stillsetzen von Lager i die Störungskräfte nur in einzigen Kraft bestehen sollen, die durch die Tarierebene Ei geht. Folglich muß jetzt die in der Störungsebene E, liegende Kraft K_ verschwinden, und damit Setzt man in G1. so verschwindet der Zähler, und man erhält für die Drehgeschwindigkeit 0,), mit welcher das Lager i von irgendeiner Tar ierebene aus stillzusetzen ist, damit nur eine störende Kraft in der Ebene El v erhlPiht- Stellt man jetzt (las Lager 2 oder überhaupt irgendeinen anderen Punkt der Drehachse still von der Ebene El aus, und zwar jetzt bei einer beliebigen Drehzahl, so ist der Körper wieder ausgewuchtet.
  • Das beschriebene Verfahren gestattet auch ein annäherungsweises Auswuchten in folgender Weise: Läuft z. B. der auszuwuchtende Körper in zwei Lagern und kennt man wenigstens annähernd die beiden charakteristischen Drehzahlen bei einem gewählten Kräfteverhältnis, etwa für die horizontale Schwingungskomponente sowohl der rechten wie der linken Lagermitte, so kann der Körper dadurch ausgewuchtet werden, daß bei der ungefähren charakteristischen Drehzahl des linken Lagers mit Hilfe des entsprechenden Kräfteverhältnisses die horizontale Schwingungskomponente des rechten Lagers vernichtet wird, dann entsprechend die horizontale Schwingungskomponente des linken Lagers, dann wieder die des rechten Lagers usw., bis der Körper völlig ausgewuchtet ist. Das Gesamtverfahren ist ferner in allen seinen Ausführungsformen unabhängig von der Anzahl der Lagerstellen des umlaufenden Körpers. Besitzt die Maschine z. B. drei Lager, so ist sie ausgewuchtet, sobald entsprechend dem beschriebenen Verfahren zwei Lagerstellen oder überhaupt zwei Punkte des gesamten schwingenden Systems behandelt sind. Ein besonderer Vorzug des neuen Verfahrens besteht darin, daß es unter Fortfall besonderer Auswuchtmaschinen ausgeführt werden kann. Die allgemeinen Formen des Verfahrens sind insbesondere auch dann anwendbar, wenn der umlaufende Körper, z. B. der Rotor, sich in seinen Lagern befindet. Es ist also z. B. bei fertigen Anlagen, wo ein nachträgliches Auswuchten des Rotors erforderlich ist, kein Herausnehmen derselben aus der Lagerung notwendig.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Auswuchten von Umlaufkörpern durch Umlauf, dadurch gekennzeichnet, daß ein dem störenden Kräftesystem im Sinne der aufgestellten Definition verhältnisgleiches Kräftesystem dadurch ermittelt wird, daß in zwei Tarierebenen solche Zusatzmassen angebracht oder weggenommen werden, die den Schwingungszustand an einer beliebigen Stelle des schwingenden Systems, z. B. einem Lagerpunkt, einem Fundainentpunkt, nicht beeinflussen. a. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß durch Austarieren unter Benutzung des ermittelten Verhältnisses bei beliebiger Drehzahl eine Schwingungskomponente eines beliebigen Punktes des Systems, z. B. die Vertikalkomponente eines Achsenpunktes oder Lagerpunktes, durch Austarieren zum Verschwinden gebracht wird. 3. Verfahren nach Ansprüchen i und a, dadurch gekennzeichnet, daß vor Vornahme des Verfahrens nach Anspruch i zwecks Vereinfachung dieses Verfahrens bei beliebiger Drehzahl durch Austarieren einem beliebigen Punkt des Systems, z. B. einem Achsenpunkt oder Fundamentpunkt, eine bestimmte Schwingungskomponente, z. B. die horizontale, genommen wird, worauf es z. B. genügt, für den zu beobachtenden Schwingungszustand die Vertikalschwingung des horizontal stillgesetzten Punktes zu benutzen. 4. Verfahren nach Ansprüchen i und 3, dadurch gekennzeichnet, daß man nach horizontaler Stillsetzung des betreffenden Punktes in einer Tarierebene eine. Masse zusetzt oder wegnimmt und darauf in einer zweiten Tarierebene eine Masse zusetzt oder wegnimmt, die die wieder erschienene Horizontalschwingung wieder beseitigt. 5. Verfahren zum Auswuchten von Z?mlaufkörpern durch Umlauf, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst diejenige sogenannte charakteristische Drehzahl ermittelt wird, bei welcher in einem beliebig angenommenen Verhältnis zueinander stehende Störungskräfte ohne Einfluß auf einen bestimmten Schwingungszustand eines beliebigen Systempunktes, z. B. auf die Horizontalschwingung eines Achsen- oder Lagerpunktes, sind, worauf durch Austarieren von einer beliebigen Tarierebene aus diese Horizontalschwingung bei der gefundenen Drehzahl zum Verschwinden gebracht und unter Einhaltung jenes Kräfteverhältnisses irgendeine Schwingungskomponente, z. B. die vertikale eines anderen Achsen- oder Lagerpunktes, vernichtet wird. 6. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei der ungefähren charakteristischen Drehzahl, die einer bestimmten Schwingungskomponente irgendeines Systempunktes, z. B. eines Punktes eines Lagers, entspricht, unter Einhaltung des ihr zugeordneten Kräfteverhältnisses eine beliebige Schwingungskomponente eines zweiten Systempunktes, z. B. eines Punktes des anderen Lagers, nahezu vernichtet wird, worauf bei der ungefähren charakteristischen Drehzahl, die der Schwingungskomponente des zweiten Systempunktes entspricht, unter Einhaltung des ihr zugeordneten Kräfteverhältnisses die Schwingungskomponente des ersten Systempunktes nahezu vernichtet wird usf. so lange, bis der Körper ausgewuchtet ist. 7. Verfahren zum Auswuchten von Umlaufkörpern durch Umlauf, dadurch gekennzeichnet, daß ein Lager bei einer Drehzahl entsprechend beruhigt wird, bei welcher nur noch ein reines Störungskräftepaar vorhanden ist, das alsdann bei einer beliebigen Drehzahl mit Tar ierkräftepaaren entfernt werden kann. g. Verfahren zum Auswuchten von Umlaufkörpern durch Umlauf, dadurch gekennzeichnet, daß ein Lager bei einer Drehzahl entsprechend- beruhigt wird, bei welcher nur noch eine einzige Störungskraft vorhanden ist, die in einer Tarierebene mit dem Abstand #,. vom Schwerpunkt liegt, so daß dieselbe bei beliebiger Drehzahl mittels Tariergewichten beseitigt werden kann.
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