DE4403536C2 - Verfahren zum Gießen von Metallschmelze - Google Patents
Verfahren zum Gießen von MetallschmelzeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Gießen von Metall
schmelze, bei dem weitgehend fehlerfreie Gußstücke erzeugt
werden.
Wie Fig. 29 zeigt, weist eine Gießform 1 gemäß dem her
kömmlichen prinzipiellen Eingußsystem einen Unterteil 2,
einen Formteil 3, der auf dem Unterteil 2 angebracht ist,
und einen auf dem Formteil 3 angebrachten Oberteil 4 auf.
Darin sind ein Einlauf 7 und eine Gießrinne 8 gebildet.
Außerdem ist in dem Formteil 3 ein Hohlraum 5 gebildet, des
sen Gestalt an die Form von Gußstücken angepaßt ist, und die
Gießrinne 8 steht mit dem Hohlraum 5 durch einen Anschnitt 9
in Verbindung. Die Gießrinne 8 ist außerdem mit dem Einlauf 7
in Verbindung, der wiederum mit einem Eingußtrichter 6 in
Verbindung steht.
Wenn flüssiges Metall in den Eingußtrichter 6 dieser Gieß
form 1 gegossen wird, fließt es aus dem Eingußtrichter 6 in
den Hohlraum 5, und zwar durch den Einlauf 7, die Gießrinne 8
und den Anschnitt 9. Es fließt also durch einen Metall
schmelzekanal. Ein Steiger oder Speiser (nicht gezeigt) ist
normalerweise in dem Hohlraum 5 angeordnet. Außerdem sind
manchmal ein Stopfen (nicht gezeigt) und eine Eingußver
tiefung 7c in dem Kanal für Metallschmelze vorgesehen, um
den Schmelzefluß zu steuern. Schmelzereinigungseinheiten
(nicht gezeigt) wie eine Schlacketrenneinrichtung und ein
Filter sind auch manchmal in dem Schmelzekanal angeordnet.
Grundsätzlich hat jedoch die Gießform 1 den vorgenannten
Schmelzekanal.
Bei dem herkömmlichen Eingußsystem treten jedoch die nach
stehend angegebenen Probleme (1) und (2) auf.
- 1. In der Anfangsphase des Eingießens der Schmelze fließt Metallschmelze sehr rasch in den Einlauf 7, wodurch in der Eingußvertiefung 7c, der Gießrinne 8 und dem Bereich im Hohlraum 5, der an den Anschnitt 9 angrenzt, eine starke Turbulenz verursacht wird. Infolgedessen oxidiert die Schmelze, und atmosphärische Gase werden in der Schmelze eingeschlossen. Dieses Problem ist sehr alt, und es wurden diverse Verbesserungen vorgeschlagen, um es zu lösen. In den fünfziger und sechziger Jahren wurden ausgedehnte Untersu chungen durchgeführt, um die Form des Einlaufs 7 zu opti mieren und gleichzeitig andere Maßnahmen vorzusehen. Eine davon bestand darin, einen Stopfen am Oberende 7a des Einlaufs 7 vorzusehen, um die Schmelzemenge zu steuern, die in der Anfangsgießphase fließt, während gleichzeitig die Form des Einlaufs geändert wurde. Es wurde jedoch durch Röntgen aufnahmen und anderweitige Maßnahmen, die während des Gie ßens durchgeführt wurden, bestätigt, daß das Problem durch diesen Vorschlag nicht vollkommen gelöst werden konnte. Heute wird daher eine Vertiefung wie die Eingußvertiefung 7c am Austritt 7b des Einlaufs 7 gebildet. Dadurch wird der Aufprall der fließenden Metallschmelze durch die Einguß vertiefung 7c vermindert, um die Turbulenz in der Anfangs gießphase der Schmelze herabzusetzen.
- 2. Bei dem üblichen Gießverfahren werden optimale Gießge schwindigkeiten (einschließlich der Geschwindigkeit der in den Hohlraum fließenden Schmelze) auf Erfahrungsbasis oder durch Berücksichtigung der Oberflächenspannung der Schmelze und ihrer Geschwindigkeit vorgegeben. Wenn beispielsweise beim Gießen von Aluminiumschmelze die Geschwindigkeit der fließenden Schmelze höher als 0,5 m/s wird, kann die Bewe gungsenergie der Aluminiumschmelze nicht durch ihre Ober flächenspannung gebremst werden. Die Oxidschicht an der Oberfläche des bewegten Meniskus von Aluminiumschmelze bricht auf, und dadurch findet eine Oxidation der Alumini umschmelze statt.
Beim Kokillengießverfahren, das das einfachste und billigste
Gießverfahren ist (insbesondere bei Verwendung einer optimal
ausgelegten Gießform, wie sie in Fig. 2 gezeigt ist), wird
jedoch mit fortschreitendem Gießvorgang die Differenz H0
zwischen den Schmelzesäulen im Eingußtrichter und im Hohl
raum allmählich geringer, und auch die Geschwindigkeit der
Schmelze wird allmählich niedriger. Es ist daher beim Ko
killengießverfahren schwierig, die optimalen Gießbedingungen
vom Beginn der Schmelzegießphase bis zu ihrem Ende beizu
behalten. Es ist außerdem recht schwierig, insbesondere bei
einem großen Gußstück die Geschwindigkeit des Schmelzflusses
zu steuern. Spezielle Maßnahmen wie etwa vakuumgestütztes
Gießen wurden vorgeschlagen, um diese Nachteile zu beseiti
gen, aber sie können nicht allgemein angewandt werden, wenn
man ihre Investitionskosten, die Betriebsweise und ihre
Begrenzung hinsichtlich großer Gußstücke in Betracht zieht.
Die Zeitschrift "Geißerei", 40. Jahrgang (1953), Heft 9,
Seiten 239-241, gibt einen in Form von Ratschlägen gehaltenen
Überblick über den Stand der Technik der Anschnitt- und
Gießtechnik im Jahr 1953. Die diskutierten Eingußsysteme
weisen einen im wesentlichen vertikalen Einlauf sowie einen
darüber angeordneten Eingußtrichter auf. Es wird erläutert,
daß es, um einen ruhigen Fluß der Schmelze zu gewährleisten,
sinnvoll ist, einen Gießtümpel mit Querwand auszubilden, also
einen Eingußtrichter in einen Schmelzehaltebereich und einen
Schmelzegießbereich zu unterteilen und eine insbesondere
abtrennbare Verbindung zwischen beiden Bereichen zu schaffen.
In der Druckschrift wird weiterhin festgestellt, daß sich beim
Einfallen der Schmelze in den Einlauf Wirbel oder Strudel
ausbilden können. Derartige Strudel entstehen ungewollt und
verhalten sich entsprechend unregelmäßig. Es wird die Ansicht
vertreten, daß derartige Strudel im höchsten Maße nachteilig
sind, da sie Fremdstoffe und Luft nach unten ziehen könnten.
Die Zeitschrift "Gießerei", 61. Jahrgang (1974), Heft 10,
Seiten 304 bis 310, beschäftigt sich mit einem speziellen
Gießsystem zum Gießen sehr großer Gußstücke aus Stahlguß.
Dabei wird nicht unter Verwendung eines Gießtümpels, sondern
direkt aus einer Stopfenpfanne gegossen. Unterhalb der
Stopfenpfanne befindet sich ein Eingußtrichter, der in einen
Einlauf mündet. Von einer zufälligen oder erzwungenen
Drehbewegung der Schmelze im Eingußtrichter oder im Einlauf
ist nicht die Rede.
Die DDR-Zeitschrift "Gießereitechnik", 3. Jahrgang (1957),
Heft 7, Seite 160, schlägt vor, den Einlauf im Querschnitt
nicht kreisförmig - wie sonst üblich -, sondern quadratisch
oder rechtwinklig auszubilden. Dies habe den Vorteil, daß die
Schmelze bei Passieren des Einlaufs nicht so leicht einen
Wirbel erzeugen könne. Es wird auch hier die Ansicht
vertreten, daß die kreisende Bewegung der Schmelze
Verunreinigungen, insbesondere Schlacke, mit in den Einlauf
reißen könnte. Die DDR-Zeitschrift "Gießereitechnik", 3.
Jahrgang (1957), Heft 11, Seiten 257 bis 258, nimmt im
Hinblick auf den zuvor genannten Artikel aus Heft 7 desselben
Jahrgangs einige ergänzende Bemerkungen vor. Es wird
beispielsweise geäußert, daß die quadratische beziehungsweise
rechteckförmige Querschnittsform des Einlaufs umständlich
auszubilden sei und auch bei runder Querschnittsform die
Drehbewegung der Schmelze bei entsprechender Anordnung des
Einlaufs wirksam vermieden werden kann.
Die britische Zeitschrift "Metal Industry", Ausgabe vom 19.
Februar 1954, Seiten 145 bis 147, liefert nicht nur einen
Überblick über den Stand der Gießsysteme im Jahre 1954,
sondern auch eine theoretische, im wesentlichen hydrostatische
Betrachtung des Verhaltens der Schmelze im Anschnitt. Es
werden auch Anregungen gegeben, wie beispielsweise auf die
Fließgeschwindigkeit der Schmelze im Einlauf Einfluß genommen
werden kann. Zur Reduzierung der Fließgeschwindigkeit, die
sich als Funktion der Höhe H der Schmelzsäule im Einlauf
ergibt, wird vorgeschlagen, einen treppenförmigen Knick oder
einen sinusförmigen Verlauf für den Einlauf vorzusehen, um so
die Schmelze zu "bremsen". Es wird geäußert, daß es keine
Möglichkeit gäbe, die durch die Gießform festliegende Höhe H
in irgendeiner Weise zu verändern.
Bei den im zitierten Stand der Technik diskutierten
Eingußsystemen treten die bereits anhand des in Fig. 29
gezeigten Eingußsystems diskutierten Probleme (1) und (2) auf.
Die Schmelze tritt insbesondere in der Anfangsphase sehr rasch
und turbulent in den Einlauf ein, wodurch Luft und andere
atmosphärische Gase in der Schmelze eingeschlossen werden. Bei
hohen Schmelzsäulen, die per se eine hohe Fließgeschwindigkeit
der Schmelze mit sich bringen, sind nur unzureichende
Maßnahmen bekannt, die Schmelze zu bremsen. Hindernisse, wie
Knicke oder gebogene Verläufe des Einlaufs, führen nämlich zu
weiteren Turbulenzen. Gerade beim Kokillengießverfahren ist es
schwierig, optimale Gießbedingungen von Beginn der
Schmelzegießphase bis zu ihrem Ende beizubehalten, da die
Fließgeschwindigkeit der Schmelze im Einlauf mit dem Füllgrad
im Hohlraum allmählich abnimmt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum
Gießen von Metallschmelze bereitzustellen, das es erlaubt, die
Geschwindigkeit der einfließenden Schmelze vom Beginn der
Schmelzegießphase bis zu ihrem Ende im wesentlichen konstant
zu halten und gleichzeitig Gußstücke mit wenig Fehlern zu
erzeugen.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 gelöst. Weiterbildungen sind Gegenstand der
abhängigen Ansprüche.
Die Erfinder haben den Fluß der Schmelze in dem Einlauf und
in der Gießrinne mittels Röntgenaufnahmen und Wassermodell
beobachtet. Auf der Grundlage der dabei erhaltenen Erkennt
nisse war es möglich, starke Turbulenzen in der Anfangsphase
des Eingießens der Schmelze zu verhindern. Es wurde gefun
den, daß die Turbulenz in der Anfangsphase herabgesetzt
werden kann, wenn die Schmelze in den Einlauf entlang der
Innenwand desselben eingeleitet wird, und daß die Differenz
H0 zwischen den Schmelzesäulen klein gemacht und die Fließ
geschwindigkeit der Schmelze in den Formhohlraum gesteuert
werden kann dank des Drehimpulses der Schmelze infolge von
Wirbeln und daß ein zentraler Wirbelkern in der Schmelze in
dem Einlauf erzeugt werden kann, wenn die Schmelze in den
Einlauf geleitet wird, während gleichzeitig die Schmelze in
dem Einlauf entlang dessen Innenwand zum Drehen gebracht
wird.
Das erfindungsgemäße Gießverfahren weist die folgenden
Schritte auf:
- a) Ein im wesentlichen vertikaler Einlauf wird in einer Gießform errichtet, wobei ein Eingußtrichter stetig in den Einlauf der Gießform mündet;
- b) Der Eingußtrichter wird in einen mit dem Einlauf zusammenhängenden Schmelzegießbereich und einen Schmelzehaltebereich unterteilt;
- c) Mindestens ein abgerundeter Eckbereich wird in dem Schmelzegießbereich ausgebildet, wobei der abgerundete Eckbereich dazu dient, die Strömungsrichtung der von dem Schmelzehaltebereich über den Schmelzegießbereich in den Einlauf strömenden Schmelze zu verändern;
- d) Die Schmelze wird in den Schmelzehaltebereich gegossen und dann vom diesem in den Schmelzegießbereich eingeleitet;
- e) Die Strömungsrichtung der Schmelze wird am abgerundeten Eckbereich des Schmelzegießbereiches derart verändert, daß sich eine Schmelzewirbelströmung ausbildet;
- f) Die Schmelzewirbelströmung wird zu einem Eingußeinlaß des Einlaufes geführt;
- g) Man läßt die Schmelze in den Einlauf entlang dessen Innenwand durch den Einlaufeinlaß hindurch einfließen, um einen durch die Schmelzewirbelströmung gebilden Wirbelkern auszubilden;
- h) Man läßt die Schmelzewirbelströmung gegen eine Seitenwand einer Eingußvertiefung innerhalb des Einlaufes auftreffen, wodurch die Strömungsgeschwindigkeit der Schmelze reduziert wird, und leitet dann die Schmelze in eine Gießrinne ein; und
- i) Die Schmelze wird mittels der Gießrinne durch einen Eingußkanal hindurch in einen Hohlraum in der Gießform eingeleitet.
Wenn Schmelze in der Anfangsgießphase in den Einlauf einzu
leiten ist, wird die sich zum Einlauf bewegende Schmelze
veranlaßt, in einer Tangentialrichtung des Einlaufs zu
fließen, und wird daher als Spirale in den Einlauf entlang
dessen Innenwand eingeführt. Die überlagerte Drehbewegung
beaufschlagt die Schmelzflüssigkeit mit Fliehkraft, und sie
wird daher durch den Einlauf geleitet, während sie gleich
zeitig gegen die Innenwand des Einlaufs gepreßt wird.
Wenn die Schmelze 90 in dem Einlauf 17 mit der Drehbewegung
beaufschlagt wird, wird in der freien (oder oberen) Ober
fläche der Schmelze, die an den Eingußeintritt 17a angrenzt,
eine tiefe Aushöhlung gebildet, und daher wird ein zylin
drischer oder konischer Hohlraum (oder zentraler Wirbelkern)
92 in der Schmelze gebildet, wie Fig. 1 zeigt. Die Differenz
der Schmelzesäulen im Fall der Erfindung kann daher durch
eine Entfernung H1 zwischen dem Boden des zentralen Kerns 92
und dem Oberende der Schmelze in dem Hohlraum 15 dargestellt
werden, wie Fig. 1 zeigt, während sie im herkömmlichen Fall
durch die Entfernung H0 zwischen dem Oberende der Schmelze
im Eingußtrichter 6 und demjenigen der Schmelze im Hohlraum
5 gemäß Fig. 2 dargestellt wird. Die Schmelze kann also
daran gehindert werden, in den Anfangsmomenten des Gießens
mit hoher Geschwindigkeit durch den Anschnitt in den Form
hohlraum zu fließen. Die Höhendifferenz H1 unterliegt wäh
rend des Gießvorgangs keinen großen Änderungen. Daher kann
die Fließgeschwindigkeit der Schmelze vom Beginn bis zum
Ende der Gießphase so optimal wie möglich gehalten werden.
Ferner kann die durch die Dichtedifferenz bewirkte Abtren
nung von Einschlüssen in der Schmelze erheblich verbessert
werden, und Verunreinigungen wie Schlacke, deren relative
Dichte niedriger als die der Metallschmelze ist, können
somit leichter von der Schmelze 90 getrennt werden, weil der
Schmelze 90 in dem Einguß eine Fliehkraft erteilt wird. Mit
anderen Worten kann der Eintritt von Verunreinigungen in den
Hohlraum 5 wirksamer verhindert werden, und es können Guß
stücke erhalten werden, die nur wenige nichtmetallische
Verunreinigungen enthalten. Verunreinigungen sind im all
gemeinen weniger dicht als das flüssige Metall gegossen und werden
daher in die Mitte des Wirbels zentrifugiert und schwimmen
schließlich zur Mitte des Oberendes des Einlaufs auf, wäh
rend der Hohlraum gefüllt wird.
Ferner wird ab dem Beginn der Gießphase der Schmelze ein
erzwungener und kontrollierter Wirbel in die Metallschmelze
90 eingeführt, die in den Einlauf 17 fließt. Turbulenzen in
der Schmelze in der Eingußvertiefung 17c können daher in der
Anfangsgießphase verringert werden, und demzufolge kann un
nötige Oxidation der Schmelze und unerwünschtes Einschließen
von Gasen in die Schmelze verhindert werden. Außerdem kann
der zylindrische Hohlraum in der Mitte der Schmelze im Einlauf
als ein Kanal dienen, durch den im unteren Bereich des
Einlaufs in der Anfangsgießphase erzeugte Blasen entweichen
können. Das Eindringen dieser Blasen in die Gußstücke kann
somit verhindert werden.
In bezug auf die Steuerung der Menge von fließender Schmelze
wurde gefunden, daß die Bewegung der Schmelzesäule durch den
Wirbelkern 92, der in der Mitte der Schmelze im Einlauf er
zeugt wird, gesteuert werden kann und daß dadurch die Ge
schwindigkeit der in den Hohlraum 15 fließenden Schmelze 90
gesteuert werden kann. Die Schmelzesäulen-Differenz H1 im
vorliegenden Fall wird kleiner als H0 im herkömmlichen Fall
und kann während der gesamten Gießphase unter stark verbes
serter Kontrolle im wesentlichen gesteuert werden. Es ist in
diesem Fall erwünscht, daß die der eingeleiteten Schmelze
erteilte Drehbewegung ausreicht, um den tiefen zentralen
Wirbelkern 92 in der Schmelze in dem Einlauf 17 zu erzeugen.
Der Schmelzefluß aus dem Einlauf in die Gießrinne wird unter
Bezugnahme auf die Fig. 3-5 beschrieben.
Fig. 3 zeigt eine Eingußvertiefung vom Vorwärtsdurchflußtyp,
die eine Ausbildung des Einlaufs 17 und der Gießrinne 18
darstellt, wobei der drehende Schmelzefluß in dem Einlauf 17
zu der Laufrichtung der Gießrinne 18 gerichtet ist.
Fig. 4 zeigt eine Eingußvertiefung vom Rückwärtsdurch
flußtyp, die eine andere Ausbildung des Einlaufs 17 und der
Gießrinne 18 darstellt, wobei der drehende Schmelzefluß im
Einlauf 17 entgegengesetzt zu der Laufrichtung der Gießrinne
18 gerichtet wird. Im Fall dieser Eingußvertiefung vom Rück
wärtsdurchflußtyp kann der Impuls der in die Gießrinne 18
fließenden Schmelze verringert werden, und die Geschwindig
keit der in den Hohlraum 15 fließenden Schmelze kann somit
niedrig eingestellt werden.
Fig. 5 zeigt eine Eingußvertiefung vom gemischten Durch
flußtyp. Diese Eingußvertiefung vom gemischten Durchflußtyp
kann zwischen den Eingußvertiefungen vom Vorwärts- und vom
Rückwärtsdurchflußtyp positioniert werden und ist eine
weitere Ausbildung des Einlaufs 17 und der Gießrinne 18,
wobei der drehende Schmelzefluß in dem Einlauf 17 weder zur
Laufrichtung der Gießrinne 18 noch entgegengesetzt dazu
gerichtet wird.
Der Rückwärtsdurchflußtyp (Fig. 4) hat den zusätzlichen
Vorteil, daß nichtmetallische Einschlüsse mit niedriger
relativer Dichte, die im Eingußtrichter 16 erzeugt oder aus
dem Schmelzofen mitgebracht werden, aufgefangen und zu einem
Bereich des zentralen Wirbelkerns 92 aufschwimmen können, so
daß sie nicht in den Hohlraum 15 eintreten können. Wie all
gemein bekannt ist, ist das auch im Fall des Schlackesepa
rators vom Zyklontyp der Fall. Die tangential angeschlossene
Gießrinne (Fig. 3) hat die Tendenz, alles Material unmittel
bar in die Gießrinne zu leiten, bevor die Schmelzesäule H1
gebildet wird. Daher sind die Vorteile der Reinigungswirkung
des Fliehkrafteffekts in der frühen Phase des Eingießens
weniger deutlich.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus
der nachstehenden Beschreibung und sind teilweise aus der
Beschreibung offensichtlich oder durch praktische Anwendung
der Erfindung zu erfahren.
Es werden Ausführungsbeispiele beschrieben
und wird auf die Zeichnung Bezug genommen. Die Figuren zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt, der schematisch eine Gießform
zeigt, die zur Durchführung des Gießverfahrens
nach der Erfindung verwendbar ist;
Fig. 2 einen Schnitt, der schematisch eine herkömmliche
Gießform zeigt, die als Vergleichsbeispiel dient;
Fig. 3 eine Eingußvertiefung eines Typs, die sich tangen
tial an eine Gießrinne anschließt;
Fig. 4 eine Eingußvertiefung eines anderen Typs, die sich
anti-tangential an die Gießrinne anschließt;
Fig. 5 die Eingußvertiefung eines weiteren Typs, die in
bezug auf die Gießrinne kontinuierlich und
symmetrisch angeordnet ist;
Fig. 6 eine Perspektivansicht einer Gießform, die zur
Durchführung des Gießverfahrens gemäß einer ersten
Ausführungsform der Erfindung dient;
Fig. 7 eine Draufsicht, die eine Hälfte der Gießform
zeigt, die zur Durchführung des Gießverfahrens
gemäß der ersten Ausführungsform der Erfindung
dient;
Fig. 8 einen Vertikalschnitt, der die Gießform zeigt, die
zur Durchführung des Gießverfahrens gemäß der
ersten Ausführungsform der Erfindung verwendet
wird;
Fig. 9 einen Vertikalschnitt eines Eingußtrichters gemäß
der Erfindung;
Fig. 10 eine Draufsicht auf den Eingußtrichter;
Fig. 11 eine Draufsicht, die einen anderen Eingußtrichter
gemäß der Erfindung zeigt;
Fig. 12 eine Draufsicht eines weiteren Eingußtrichters
gemäß der Erfindung;
Fig. 13 eine Draufsicht eines Eingußtrichters, der als
Vergleichsbeispiel dient;
Fig. 14 den Fluß von Metallschmelze, die aus dem Einlauf in
die Gießrinne fließt, wenn die Schmelze in die
Gießform entsprechend der Erfindung gegossen wird;
Fig. 15 den Fluß von Metallschmelze, die aus dem Einlauf in
die Gießrinne fließt, wenn die Schmelze in die
Gießform gemäß der Erfindung gegossen wird;
Fig. 16 den Fluß von Metallschmelze, die aus dem Einlauf in
die Gießrinne fließt, wenn die Schmelze in die
Gießform gemäß der Erfindung gegossen wird;
Fig. 17 den Fluß von Metallschmelze, die aus dem Einlauf in
die Gießrinne fließt, wenn die Schmelze in die
herkömmliche Gießform gegossen wird;
Fig. 18 den Fluß von Metallschmelze, die aus dem Einlauf in
die Gießrinne fließt, wenn die Schmelze in die
herkömmliche Gießform gegossen wird;
Fig. 19 den Fluß von Metallschmelze, die aus dem Einlauf in
die Gießrinne fließt, wenn die Schmelze in die
herkömmliche Gießform gegossen wird;
Fig. 20 ein Diagramm, das die Beziehung der Zeit zu der in
den Hohlraum gegossenen Schmelzemenge zeigt;
Fig. 21 ein Diagramm, das die Geschwindigkeit zeigt, mit
der die Schmelzefront sich entlang der Gießrinne
fortbewegt;
Fig. 22 von Gußstücken abgeschnittene Stücke zur Prüfung
des darin vorhandenen Porenanteils (Porositäts
verhältnis);
Fig. 23 ein Diagramm, das das so erhaltene Porositäts
verhältnis zeigt;
Fig. 24 ein Diagramm, das das so erhaltene Porositäts
verhältnis zeigt;
Fig. 25 einen Schnitt, der eine weitere Gießform zeigt,
die zur Durchführung des Gießverfahrens verwendet
wird;
Fig. 26 ein Diagramm, das das jeweils erhaltene Porosi
tätsverhältnis zeigt;
Fig. 27 ein Diagramm, das mit dem Dreipunkt-Biegetest
erhaltene Resultate zeigt;
Fig. 28 ein Diagramm, das das jeweils erhaltene Porosi
tätsverhältnis zeigt; und
Fig. 29 einen Vertikalschnit einer Gießform, die zur
Durchführung des herkömmlichen Gießverfahrens
verwendet wird.
Das Gießverfahren wird nachstehend unter Bezugnahme auf die
Zeichnungen eingehend beschrieben.
Das Gießverfahren wurde unter den folgenden Bedingungen
durchgeführt, um kleine Aluminiumgußstücke zu gießen.
Eine in den Fig. 6-8 gezeigte Sandform 10 wurde gebaut, und
Aluminiumschmelze wurde in sie gegossen. Eine Eingußver
tiefung 17c eines Einlaufs 17 war mit einer Gießrinne 18
entsprechend den drei Verbindungsarten der Fig. 3-5 verbun
den. Der Grund dafür ist, daß die Drehrichtung der Schmelze
ihren Bewegungszustand beeinflußt, wenn ihr drehender Fluß
in dem Einlauf 17 in die Gießrinne 18 läuft. Ein Test wurde
in bezug auf die Eingußvertiefung 17c und die Gießrinne 18
durchgeführt, die miteinander entsprechend diesen drei
verschiedenen Verbindungsarten verbunden waren.
Die Sandform 10 hatte die folgenden Dimensionen: Länge L1
eines Hohlraums 15 : 200 mm, Höhe L2 des Hohlraums 15 : 75 mm,
Niveaudifferenz L3 zwischen einem Eingußeintritt 17a und dem
Grund des Hohlraums 15 : 100 mm, Breite L4 eines Anschnitts
19 : 30 mm (Länge des Anschnitts 19 : 25 mm), Durchmesser L5
der Gießrinne 18 : 20 mm, Länge L6 der Gießrinne 18 von der
Eingußvertiefung 17c des Einlaufs 17 zur Mitte des An
schnitts 19 : 100 mm, Durchmesser L7 des Einlaufs 17 : 20 mm,
Länge L8 des Einlaufs 17 vom Eingußeintritt 17a zum Grund
der Gießrinne 18 : 145 mm, Tiefe L9 der Eingußvertiefung 17c,
gemessen vom Grund der Gießrinne 18 : 10 mm, und Länge L10
der Eingußvertiefung 17c, die aus dem Einlauf 17 in die
Gießrinne 18 ragt: 10 mm. Ein Speiser (nicht gezeigt) war
mit dem Hohlraum 15 in Verbindung.
Unter Bezugnahme auf die Fig. 9-12 werden einige Arten von
Eingußtrichtern beschrieben.
Wie die Fig. 9 und 10 zeigen, hat die Form 10 einen speziell
ausgelegten Eingußtrichter 14 an ihrer Oberseite. Dieser
Eingußtrichter 14 ist ausgelegt, um Schmelze 90 in dem Einlauf
17 auf solche Weise zu drehen, daß die Schmelze 90 in
einer Tangentialrichtung des Einlaufs 17, gesehen im Hori
zontalschnitt des Einlaufs 17, geleitet werden kann. Ins
besondere ist der Eingußtrichter 14 in drei Bereiche 11, 16a
und 16b unterteilt. Der erste Bereich 11 dient als Überlauf
bereich, der zweite Bereich 16a dient als Schmelzehaltebereich, und
der dritte Bereich 16b dient als Schmelzegießbereich. Diese An
ordnung war für Forschungszwecke vorteilhaft. Selbstver
ständlich können für die Anwendung bei der Produktion ein
fachere Anordnungen mit weniger abgeteilten Bereichen
zweckmäßig sein. Diese Überlegung trifft auf alle folgenden
Beispiele zu.
Der erste Bereich 11 ist von dem zweiten Bereich 16a durch
ein Tor 88 getrennt, und wenn der Spiegel der Schmelze im
zweiten Bereich 16a über einen vorbestimmten Wert steigt,
fließt Metallschmelze aus dem zweiten Bereich 16a in den
ersten Bereich 11 über eine Ausnehmung 88a des Tors 88, um
den Spiegel der Schmelze im zweiten Bereich 16a konstant
zuhalten.
Der zweite Bereich 16a ist von dem dritten Bereich 16b durch
einen Trennnblock 81 und einen Stopfen 89 getrennt und nimmt
Schmelze 90 von einer Schmelzezuführeinheit (nicht gezeigt)
auf.
In der Praxis ist es erwünscht, den Überlaufbereich 11 aus
zubilden und den Stopfen 89 zu verwenden. Dieser Überlauf
bereich 11 und der Stopfen 89 sind jedoch nicht unbedingt
notwendig, und das Verfahren kann auch ohne sie realisiert
werden.
Die Verwendung eines Stopfens wird bevorzugt, ist aber nicht
immer notwendig.
Der dritte Bereich 16b ist mit dem Einlauf 17 in Verbindung
und dient als ein Bereich, aus dem Metallschmelze in den
Einlauf 17 geleitet wird. Der Einlauf 17 liegt entfernt von
dem Stopfen 89 im dritten Bereich 16b.
Der Schmelzekanal, der vom zweiten Bereich 16a zum dritten
Bereich 16b verläuft, ist durch die Innenwand des Einguß
trichters 14 und den Trennblock 81 definiert. Wie Fig. 10
zeigt, bildet der Trennblock 81 etwa den halben Umfang des
Eingußeintritts 17a in den dritten Bereich 16b. Ein Element
83 bildet eine gleichmäßige Krümmung in einer ersten Ecke
des dritten Bereichs 16b, und ein Teil des Trennblocks 81
bildet eine weitere gleichmäßige Krümmung in einer zweiten
Ecke dieses Bereichs. Dort fließende Metallschmelze kann
somit gleichmäßig gedreht werden. Etwa der halbe Umfang des
Eingußeintritts 17a ist zu dem als Schmelzegießbereich dienenden dritten Bereich 16b des
Eingußtrichters 14 in diesem Fall offen.
In Fig. 10 ist der Trennblock 81 an der zweiten Ecke in Kon
takt mit dem Außenumfang des Einlaufs 17, während gleich
zeitig sein Radius konstantgehalten wird, aber er kann bei
immer kleiner werdendem Krümmungsradius in Kontakt gebracht
werden.
Die Länge L21 des Eingußtrichters 14 war 70 mm, und die
Tiefe L22 jedes der drei Bereiche 11, 16a und 16b war 54 mm.
Wie Fig. 11 zeigt, kann ein Trennblock 84 ungefähr 2/3 oder
bis zu 3/4 des Eingußeintritts in einen als Schmelzegießbereich dienenden dritten Bereich 16c
eines weiteren Eingußtrichters 14a bilden. Eine Seite des
Trennblocks 84, die den dritten Bereich 16c definiert, ist
im wesentlichen mit der Tangente des Eingusses 17 abge
stimmt. In den dritten Bereich 16c fließende Metallschmelze
kann daher gleichmäßig gedreht werden. Ungefähr 1/4 oder 1/3
des Eingußeintritts 17a ist in diesem Fall zu dem dritten
Bereich 16c des Eingußtrichters 14a offen ausgebildet.
Wie Fig. 12 zeigt, kann ein Trennblock 85 den Eingußeintritt
in einem dritten Bereich 16d eines weiteren Eingußtrichters
14b umschließen, und zwar mit einem bestimmten Abstand zwi
schen beiden. Ein Element 83 bildet eine gleichmäßige Krüm
mung in einer ersten Ecke des dritten Bereichs 16d, und ein
weiteres Element 83 bildet in diesem Fall eine gleichmäßige
Krümmung in einer zweiten Ecke. Dort fließende Schmelze kann
daher gleichmäßig gedreht werden.
Fig. 13 ist eine Draufsicht, die einen herkömmlichen Ein
gußtrichter 14c zeigt, bei dem der zweite Bereich 16a von
einem dritten Bereich 16e durch einen plattenartigen Trenn
block 82 getrennt ist. Dieser Eingußtrichter 14c ist als
Beispiel zum Vergleich mit den vorstehend beschriebenen
neuen Eingußtrichtern gezeigt.
Wenn Schmelze aus dem zweiten Bereich 16a in den dritten
Bereich 16b, 16c oder 16d fließt, wird sie gedreht, während
sie von der Innenwand des Eingußtrichters 14, 14a oder 14b
und dem Trennblock 81, 84 oder 85 geleitet wird. Sie fließt
dann in den Einlauf 17 durch den Eingußeintritt 17a und fällt
spiralförmig in den Einlauf 17. Infolge der auf sie aufge
brachten Drehbewegung wird in ihrer Mitte in dem Einlauf 17
eine Luftsäule (oder ein Wirbelkern) 92 gebildet. Sie kann
daher sanft in den Hohlraum 15 fließen, ohne daß irgendein
Wirbel erzeugt wird, wenn sie durch die Gießrinne 18 und den
Anschnitt 19 geht.
Der Fließzustand von Schmelze in der Eingußvertiefung und in
der Gießrinne wurde untersucht und mit demjenigen des Ver
gleichsbeispiels verglichen. Die so erhaltenen Ergebnisse
werden unter Bezugnahme auf die Fig. 14-19 beschrieben.
Es wurden die Eingußtrichter 14, 14a und 14b der Fig. 10, 11
und 12 verwendet. Die Gießtemperatur war 700°C, und Alumi
niumschmelze einer vorbestimmten Temperatur wurde in jeden
Eingußtrichter am Oberende der Form geleitet. Während der
Zuführung von Aluminiumschmelze zum Eingußtrichter wurde der
Stopfen hochgezogen und Schmelze in den Einlauf 17 gegossen,
um die Aluminiumschmelzesäule unverändert zu halten. Ein
Einlauf, der zur Durchführung eines herkömmlichen Verfahrens
ohne die Einführung einer Wirbelkraft am besten geeignet
ist, und der Eingußtrichter von Fig. 13 wurden beim Ver
gleichsbeispiel verwendet.
Eine CCD-Kamera wurde verwendet, um von oben den Zustand der
Schmelze beim Gießen und der Schmelze selber in dem Einguß
trichter aufzunehmen. Außerdem wurden Röntgenaufnahmen durch
die Seite der Gießform gemacht, um das Innere deutlich zu
sehen. Der Schmelzefluß und das fortschreitende Auffüllen
der Gießform wurden somit beobachtet. Nach diesem Gießtest
wurde das Gußstück in der Sandform in der Atmosphäre abge
kühlt. Zerstörungsfreie Prüfung wurde dann mittels Röntgen
strahlen vorgenommen, wobei auf innere Fehler im Gußstück,
speziell gasförmige Fehler im Gußstück, die durch Luftein
schlüsse hervorgerufen waren, geachtet wurde.
Wie die Fig. 14-16 zeigen, wurden der drehende Schmelzefluß
und sein zentraler Wirbel im Einlauf 17 in sämtlichen der
speziellen Eingußtrichter bestätigt. Es wurde außerdem durch
Röntgenbeobachtung bestätigt, daß die Durchflußrate der
Schmelze in der Gießrinne 18, Spritzen von Schmelze und die
Fließgeschwindigkeit der Schmelze in den Hohlraum 15 kon
trolliert bzw. gesteuert werden konnten. Wie aus den Fig.
14-16 hervorgeht, wird kein Spritzen der in den Einlauf 17,
die Eingußvertiefung 17c und die Gießrinne 18 fließenden
Schmelze verursacht. Kurz gesagt, bewegt sich die Front 90a
der Schmelze sanft in die Gießrinne 18 entlang dem Boden
derselben.
Bei dem Eingußtrichter des auf herkömmliche Weise gefüllten
Vergleichsbeispiels wurde jedoch bestätigt, wie die Fig.
17-19 zeigen, daß die bewegte Front 90a der Schmelze mit der
oberen Wand der Gießrinne 18 in Berührung gelangte und sich
Spritzer bildeten. Es wurde auch festgestellt, daß das Mit
reißen von Luft und Verspritzen von Schmelze im Anschnitt 19
bewirkt wurden.
Insbesondere bei dem Eingußtrichter 14b von Fig. 12 konnten
die Durchflußrate der Schmelze, Spritzen und die Fließge
schwindigkeit optimal gesteuert werden. Wenn dabei der
Eingußtrichter 14b mit der Eingußvertiefung vom Rückwärts
flußtyp gemäß Fig. 4 verglichen wurde, d. h., wenn der
drehende Schmelzestrom in der Eingußvertiefung 17c gegen die
Laufrichtung der Gießrinne 18 gerichtet wurde, konnte diese
Steuerung am leichtesten durchgeführt werden.
In Fig. 20 ist die abgelaufene Zeit nach dem Gießbeginn auf
der Abszisse und die gegossene Schmelzemenge auf der Ordi
nate aufgetragen. Dabei werden Resultate, die in den Ein
gußtrichtern der Erfindung erhalten wurden und durch die
Kurve A dargestellt sind, in Fig. 20 mit denen verglichen,
die in dem Eingußtrichter des herkömmlichen Vergleichsbei
spiels entsprechend der Kurve B erhalten wurden. Die Men
genzahl von gegossener Schmelze bedeutet in diesem Fall die
Schmelzemenge, die den Hohlraum 15 einnimmt. Sie bezeichnet
einen Index, der erhalten wird, wenn das Schmelzevolumen im
Hohlraum durch das Geamtvolumen des Hohlraums dividiert wird
(wenn der Index 1 ist, ist der Hohlraum mit Schmelze ausge
füllt). Wie die Kurve A zeigt, wird die gegossene Schmelze
menge während des gesamten Gießvorgangs im wesentlichen
konstantgehalten, d. h. vom Gießbeginn bis zum Gießende, und
genügt der optimalen Einlaufbedingung. Im Fall der mit dem
Vergleichsbeispiel erhaltenen Ergebnisse wird jedoch die
Schmelzesäule kleiner, wenn die gegossene Schmelzemenge
relativ größer wird. Die Durchflußmenge der Schmelze in den
Hohlraum wird daher progressiv verringert.
Fig. 21 ist ein Diagramm, das die Geschwindigkeit zeigt, mit
der die Front 90a der Schmelze sich in der Gießrinne 18
bewegt. In Fig. 21 ist die Zeit auf der Abszisse und die
Entfernung der Schmelzefront 90a von der Eingußvertiefung
auf der Ordinate aufgetragen. Wie die Kurve C zeigt, konnte
die Geschwindigkeit der in der Gießrinne 18 bewegten
Schmelze im Fall der Erfindung vollkommen niedriggehalten
werden. Im Fall des herkömmlichen Vergleichsbeispiels jedoch
ist die Geschwindigkeit der bewegten Schmelzefront 90a in
der Gießrinne 18 in der Anfangsphase des Gießvorgangs sehr
hoch, wie Kurve D zeigt.
Ein Metallmatrixverbundgußstück wurde unter den folgenden
Bedingungen gegossen.
Das Gießmaterial war eine Aluminiumlegierung, in der Sili
ziumcarbidpulverteilchen in einer Menge von 15 Vol.-% ent
halten waren. Die Form war die gleiche wie die in Testbei
spiel 1 verwendete. Mit dem herkömmlichen Gießverfahren ist
es sehr schwer, dieses Verbundmaterial zu gießen, weil die
scheinbare Viskosität des Materials sehr hoch ist. Wenn Luft
in der Metallschmelze eingeschlossen wird, geschieht dies
normalerweise, wenn sie während des Gießens der Schmelze
nicht entweichen kann und somit in dem Gußstück verbleibt.
Die Temperatur der Schmelze war 750°C, und der Einguß
trichter 14b, der sich bei dem Testbeispiel 1 als optimal
erwiesen hatte, wurde gemeinsam mit der Eingußvertiefung vom
Rückwärtsflußtyp gemäß Fig. 4 verwendet. Der herkömmliche
Eingußtrichter gemäß Fig. 13 wurde als Vergleichsbeispiel
verwendet. Der Test wurde in bezug auf zwei plattenartige
Hohlräume durchgeführt, die vertikal und horizontal ange
ordnet waren.
Die Gußstücke wurden vertikal zu dünnen Stücken 94 zer
schnitten, wie Fig. 22 zeigt, und der Porenanteil bzw. das
Porositätsverhältnis µ wurde berechnet durch Division der
Gesamtporenfläche in jedem Stück 94 durch die Schnittfläche
des Stücks 94. Die so im Fall der Erfindung erhaltenen Re
sultate wurden mit denen des herkömmlichen Beispiels ver
glichen.
Der Porenanteil µ kann nach der folgenden Gleichung (1)
erhalten werden mit der Maßgabe, daß die Gesamtporenfläche
mit s bezeichnet wird.
µ = s/(L31 . L32) (1).
Der im Fall der Erfindung erhaltene Porenanteil µ unter
schied sich deutlich von demjenigen, der im Fall des her
kömmlichen Beispiels erhalten wurde, wie die Fig. 23 und 24
zeigen. Der Porenanteil µ, der bei dem Testbeispiel 2 erhal
ten wurde, war in beiden Fällen nahezu Null, in denen die
plattenartigen Hohlräume horizontal und vertikal angeordnet
waren, aber der bei dem Vergleichsbeispiel erhaltene Poren
anteil µ war ca. 60% in dem Fall, in dem der plattenartige
Hohlraum vertikal angeordnet war, und war ca. 35-40% in dem
Fall, in dem der Hohlraum horizontal angeordnet war. Die in
Fig. 23 gezeigten Resultate wurden erhalten, wenn der Hohl
raum vertikal angeordnet war, und diejenigen von Fig. 24
wurden erhalten, wenn der Hohlraum horizontal angeordnet
war.
Große Aluminiumgußstücke wurden unter den folgenden Bedin
gungen gegossen.
Ein Hohlraum 35 gemäß Fig. 25 war 400 mm lang (Länge L1),
400 mm hoch (Höhe L2) und 15 mm breit. Der Durchmesser L7
eines Eingusses 37 war 30 mm, und die Anschnittbreite L4
eines Anschnitts 39 war 100 mm.
Aluminiumplatten mit einer jeweiligen Größe von
400 mm × 300 mm × 15 mm wurden gegossen unter Verwendung
einer Form 30, die den vorgenannten Hohlraum 35, einen
Einguß 37 und einen Anschnitt 39 hatte. Der Eingußtrichter
14b (siehe Fig. 12) wurde bei dem Testbeispiel 3 gemeinsam
mit dem Einguß 37 und einer Gießrinne 38 vom Rückwärtsfluß
typ (siehe Fig. 4) verwendet. Die herkömmliche Form mit dem
Eingußtrichter 14c wurde als Vergleichsbeispiel verwendet.
Reinaluminium wurde bei 700°C gegossen.
Jedes der erhaltenen Gußstücke wurde gleich in drei obere,
mittlere und untere Teile geteilt. Der Porenanteil µ jeder
Schnittfläche dieser drei Teile wurde gemessen. Ein Drei
punkt-Biegetest wurde ebenfalls an diesen Teilen durchge
führt, um darin verteilte Aluminiumoxide festzustellen.
Fig. 26 zeigt den jeweils erhaltenen Porenanteil. Die in
drei Teilen des Testbeispiels 3 erhaltenen Porenanteile µ
waren sehr gering, aber diejenigen, die in drei Teilen des
Vergleichsbeispiels erhalten wurden, waren hoch und betrugen
ca. 80% speziell im oberen Teil, obwohl man das Leitsystem
des Vergleichsbeispiels bis dahin als optimal angesehen
hatte.
Fig. 27 zeigt Resultate des Dreipunkt-Biegetests. Die Kurve
E bezeichnet Ergebnisse des Vergleichsbeispiels, und die
Kurve F bezeichnet diejenigen des Testbeispiels. Ähnlich den
vorstehenden Ergebnissen des Porenanteils zeigte der obere
Teil des Vergleichsbeispiels einen Wert von ca. 40%, und
der mittlere und untere Teil zeigten einen Wert von ca.
70%, wie im Fall der Untersuchung des kleinen Gußstücks in
der Anfangsphase des Gießens, in der die Fließgeschwindig
keit der Schmelze hoch ist. Das gemäß der Erfindung herge
stellte Gußstück hatte dabei einen Wert von 100%. Dieses
Gußstück war eine Probe, die von einem großen Gußstück ab
geschnitten worden war, von dem außerdem durch Röntgen
durchstrahlung bestätigt worden war, daß es fehlerfrei war.
Gußeisen wurde unter den folgenden Bedingungen gegossen.
Die Form war die gleiche wie in Beispiel 3. Der Einguß
trichter 14b von Fig. 12 wurde gemeinsam mit der Einguß
vertiefung vom Rückwärtsflußtyp gemäß Fig. 4 verwendet. Die
herkömmliche Gießform mit dem Eingußtrichter 14c von Fig. 13
wurde als Vergleichsbeispiel verwendet. Der Porenanteil µ
wurde bei jedem Gußstück untersucht.
Fig. 28 zeigt die erhaltenen Ergebnisse des Porenanteils.
Wie die Kurve H zeigt, war der Porenanteil bei jedem von
drei Teilen des Testbeispiels niedrig, war jedoch im oberen
Teil des Vergleichsbeispiels hoch, wie die Kurve G zeigt,
obwohl man das Leitsystem des Vergleichsbeispiels bis dahin
als optimal angesehen hatte.
Gemäß der Erfindung kann das Gießen durchgeführt werden,
während gleichzeitig die Einlaufgeschwindigkeit der Metall
schmelze vom Beginn bis zum Ende des Gießvorgangs im
wesentlichen konstantgehalten wird. Die so hergestellten
Gußstücke haben erheblich weniger Fehler.
Weitere Vorteile und Modifikationen sind für den Fachmann
ohne weiteres ersichtlich. Die Erfindung ist daher nicht auf
die speziellen Einzelheiten und die hier gezeigten und be
schriebenen Beispiele beschränkt.
Claims (3)
1. Verfahren zum Gießen von Metallschmelze,
das die folgenden Schritte aufweist:
- a) Ein im wesentlichen vertikaler Einlauf (17) wird in einer Gießform (10) errichtet, wobei ein Eingußtrichter (14, 14a, 14b) stetig in den Einlauf (17) der Gießform (10) mündet;
- b) Der Eingußtrichter (14, 14a, 14b) wird in einen mit dem Einlauf (17) zusammenhängenden Schmelzegießbereich (16b, 16c, 16d) und einen Schmelzehaltebereich (16a) unterteilt;
- c) Mindestens ein abgerundeter Eckbereich wird in dem Schmelzegießbereich (16b, 16c, 16d) ausgebildet, wobei der abgerundete Eckbereich dazu dient, die Strömungsrichtung der von dem Schmelzehaltebereich (16a) über den Schmelzegießbereich (16b, 16c, 16d) in den Einlauf (17) strömenden Schmelze zu verändern;
- d) Die Schmelze wird in den Schmelzehaltebereich (16a) gegossen und dann vom diesem in den Schmelzegießbereich (16b, 16c, 16d) eingeleitet;
- e) Die Strömungsrichtung der Schmelze wird am abgerundeten Eckbereich des Schmelzegießbereiches (16b, 16c, 16d) derart verändert, daß sich eine Schmelzewirbelströmung ausbildet;
- f) Die Schmelzewirbelströmung wird zu einem Ein gußeintritt (17a) des Einlaufes (17) geführt;
- g) Man läßt die Schmelze in den Einlauf (17) entlang dessen Innenwand durch den Eingußeintritt (17a) hindurch einfließen, um einen durch die Schmelzewirbelströmung gebildeten Wirbelkern auszubilden;
- h) Man läßt die Schmelzewirbelströmung gegen eine Seitenwand einer Eingußvertiefung (17c) innerhalb des Einlaufes (17) auftreffen, wodurch die Strömungsgeschwindigkeit der Schmelze reduziert wird, und leitet dann die Schmelze in eine Gießrinne (18) ein; und
- i) Die Schmelze wird mittels der Gießrinne (18) durch einen Anschnitt (19) hindurch in einen Hohlraum (15) in der Gießform eingeleitet.
2. Gießvorrichtung nach Anspruch 1,
wobei der Schmelzegießbereich (16b) des Eingußtrichters
(14) derartig geformt ist, daß etwa die Hälfte des
Außenumfangs des Eingußeintritts (17a) zum
Schmelzegießbereich (16b) hin offen ist, um die
Drehbewegung zu verstärken, die auf die aus dem
Eingußtrichter (14) in den Einlauf (17) fließende Schmelze
aufgebracht wird.
3. Gießvorrichtung nach Anspruch 1,
wobei der Schmelzegießbereich (16c) des Eingußtrichters
(14a) derart geformt ist, daß 1/4 oder bis zu 1/3 des
Außenumfangs des Eingußeintritts (17a) zu dem
Schmelzegießbereich (16c) offen ist, um die Drehbewegung
zu verstärken, die auf die aus dem Eingußtrichter (14a) in
den Einlauf (17) fließende Schmelze aufgebracht wird.
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