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Flüssigkeitsbehälter. Die vorliegende Erfindung betrifft Flüssigkeitsbehälter,
denen die Flüssigkeit in jeweils kleinen Mengen entnommen werden soll. Gedacht wird
hierbei, wenn auch nur beispielsweise, so doch in erster Linie, an Behälter für
Farben, Lacke o.dgl.., denen die Flüssigkeit durch Eintauchen von Pinseln o. dgl.
entnommen wird.
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Bei solchen Behältern besteht der Übelstand, daß die ganze Flüssigkeit
während der Arbeitszeit offen liegt und daher der Verdunstung, Verstaubung u.dgl.
ausgesetzt ist, weswegen man die Behälter vergleichsweise klein wählt und aus einem
Vorratsbehälter von Zeit zu Zeit nachfüllt, was aber störend, zeitraubend und auch
sonst nachteilig ist.
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Es ist nun schon vorgeschlagen worden, den Behälter (in der Folge
Arbeitsbehälter genannt) im Bereich seines Bodens mit einem im übrigen luftdicht
geschlossen gehaltenen, höheren Arbeitsbehälter, gleichfalls in dessen Bodenbereich,
zu verbinden, so daß in den Arbeitsbehälter jeweils so viel Flüssigkeit nachfließt,
als dem Flüssigkeitshöhenunterschied zwischen dem geschlossenen Vorratsbehälter
einerseits und dem offenen Arbeitsbehälter anderseits, entspricht. Zur Bildung und
Regelung des Flüssigkeitshöhenstandes hat man hierbei vorgeschlagen, den Deckel
des Vorratsbehälters als in dem Mantel der Höhe nach verschiebbaren Kolben auszubilden
-, der durch Senken mehr Flüssigkeit in den Arbeitsbehälter gelangen läßt und durch
Heben Flüssigkeit aus dem Arbeitsbehälter gewissermaßen heraussaugt.
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Einrichtungen nach diesem Vorschlag würden nun aber so schwerwiegende
grundsätzliche Mängel haben, daß die praktische Brauchbarkeit derselben, zumal für
die angegebenen Zwecke, so gut wie ausgeschlossen erscheint. Zunächst liegt es auf
der Hand, da-ß zur luftdichten Führung eines Kolbens in allen Fällen, insbesondere
bei so großem Halbmesser, ein Mantel von großer, jedes Beulen ausschließender Wandstärke
mit sauber ausgedrehter Innenwand erforderlich wäre. Damit müßten aber die Behälter
um ein-Mehrfaches teurer werden, als für sie im Höchstfall gezahlt werden würde.
Auch ginge das Gewicht der Behälter über das praktisch noch in Betracht kommende
Höchstmaß weit hinaus. Schließlich beachte man, daß Farben, Lacke
o.
dgl., indem sie in dünner Schicht schnell trocknen, die Bewegbarkeit des Kolbendeckels
bald völlig unterbinden würden.
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Die Erfindung beseitigt alle diese Mängel auf eine außerordentlich
einfache Weise, sie besteht darin, die Flüssigkeitsverbindung mit dem Arbeitsbehälter
im Höhenbereich des Verschlußt#iles der Einfüllöffnung vom Vorratsbehälter ausgehen
zu lassen, so daß beim Urndrehen des verschlossenen Vorratsbehälters der Verschlußteil
unterhalb der Flüssigkeitsoberfläche liegt, wobei zur Regelung des Luftunterdruckes
im Raum über der Flüssigkeitsoberfläche und damit des Flüssigkeitshöhenstandes z.
B. ein federnd schlielkndes Ventil in der den Raum nach außen (oben) abschließenden
Behälterwand vorgesehen sein mag.
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Eine Einrichtung nach der Erfindung ist auf der Zeichnung beispielsweise
in einer Ausführungsform dargestellt.
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Abb. i ist ein senkrechter Schnitt durch die beiden miteinander verbundenen
Behälter in der Gebrauchslage, Abb. 2 ein gleicher Schnitt, doch ist in ihm die
Einrichtung in fast urügekelirterLage -,
d.h. mit dem Boden fast nach oben,
darggestellt, Abb. 3 eine von unten gesehene Ansicht der Deckelbefestigungsvorrichtung
Abb. 4 ein schematischer Schnitt durch den Bodendeckel und die Vorrichtung seiner
-Befestigung am Mantel.
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Es ist a der Mantel des größeren Vorratsgefäßes,
b die Decke desselben, c der Boden und d ein Bügel zum Tragen. Der
Behältere für die Entnahme der Flüssigkeit bei der Arbeit, der Arbeitsbehälter,
ist mittels eines Rohrstutzens/ an einem entsprechenden Rehrstutzeng des Vorratsgefäßesa-,
etwa über ein Schraubgewinde, leicht lösbar befestigt. Diese Schraubverbindung,
die hier als Beispiel angeführt ist, ermöglicht offenbar auch, den Arbeitsbehältere
in bezug auf den Vorratsbehältera zu drehen, wie das die Abb. 2 erkennen läßt. Ist
der Arbeitsbehältere vom Vorratsbehältera. gelöst, so mag der Rohrstutzen
g des letzteren etwa mittels einer Schraubkappe verschließbar sein.
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Man stelle sich zunächst das Vorratsgefäßa allein (d.h. ohne Arbeitsbehältere)
in Füllstellung, bei abgenommener Verschlußvorrichtung (Boden) c und mit
der von ihr verschließbaren öffnung nach oben vor. Der gleichfalls oben befindliche
Richrstutzen g
sei durch eine Schraubkappe verschlossen. In dieser Stellung
werde Farbe o. dgl. eingefüllt, beispielsweise bis zur Höhe des Rohrstutzens
g.
Dann werde die Verschlußvorrichtung c aufgebracht und gegebenenfalls mittels
der (aus dem Drehriegel 1 -und den Lappen k bestehenden) Riegelvorrichtung
i, k (Abb. 3 und 4) flüssigkeitsdicht in den öffnungsrand des
Mantels eingedrückt und gegen ein Herausfallen beim nachherigen Kippen gesichert.
Damit ist der Vorratsbehältera für denTransport zur Arbeitsstelle und die Entnahme
der Farbe o. dgl. dortselbst fertig. Der Transport geschehe unter Benutzung des
Tragbügels d,
der beispielsweise so angebracht ist, daß sich die Ver'schlußvärrichtung
c beim Transport unten befindet, also Boden des Vorratsgefäßes a ist. Offenbar könnte
der Tragbügel #I aber auch am anderen Längsende des Mantelzylinders a angreifend
angebracht sein, so daß für den TranspoA und dielagerun- die Verschlußvorrichtungc
nicht der Boden, sondern der Deckel des Vorratsgefäßesa wäre. Die letztere Anbringungsart
sei für die folgende Beschreibun der Ingebrauchnahme der Ein-9 richtung an
der Arbeitsstelle vorausgesetzt. Die Ingebrauchnahme geschieht so, daß die Schra#Übkappe
von dem - zunächst noch oben befindlichen - Rohrstutzewg abgeschraubt
und statt ihrer der Arbeitsbehältere mittels seines Rohrstutzens/ aufgeschraubt
wird, und* zwar so, daß seine Entnahmeöffnung oben ist. Man braucht jetzt nur den
Vorratsbehälter a gemäß Abb. 2 so zu kippen, daß die Verschlußvorrichtun-c nunmehr
zum Boden wird, wobei der Arbeitsbehälter e gleichzeitig sa zu drehen ist, daß seine
öffnung hoben bleibt. Hierzu seien die Rohrstutzenf und g
mit genügend langen
Gewinden versehen und sei der Rohrstutzenf beim voraufgegangenen Aufschrauben auf
den Rohrstutzeng nicht bis zum Ende der Gewinde aufgeschraubt worden, sondern für
die Drehung des Aibeitsbehälterse gegenüber dem Vorratsbehältera beim Kippen noch
eine entsprechend weitere Aufschraubmöglichkeit vorhanden. Selbstverständlich könnte
statt dessen die nachfolgendeDrehung beim Kippen auch ein Zurückschrauben sein.
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Die Drehung des Varratsgefäßestz gemäß t' z3
Abb. 2 in die Gebrauchslage
gemäß Abb. i läßt man zweckmäßig möglichst schnell vor sich gehen. Geht das Kippenschnell
vor sich, so braucht man übrigens den Arbeitsbehälter e nicht auch zu drehen, kann
ihn vielmehr i gleich mit der öffnung wie in Abb. i aufschrauben. Die Flüssigkeit
strömt beim Kippeu in den Arbeitsbehälter, doch nur bis zum Ausgleich der Flüssigkeitsdrucke
in den beiden Behältern. Da nun oberhalb der Flüssigkeit im Vorratsbehälterti durch
das Sinken der Flüssigkeitsoberfläche eine Luftverdünnung entsteht, so wird der
Druckausgleich schon darin eintreten, wenn die Flüssigkeitsoberfläche im Arbeitsbehälter
e im Vergleich zu i
der im Vorratsgefäßia noch sehr tief steht. Es tritt also
nur eine kleine Menge in den Arbeitsbehälter
e, die für eine oder
einige ]#-'ntnahmen, etwa mit dem Pinsel, ausreichen möge, während die Flüssigkeitsmasse
zu ihrem weitaus größten Teil im Vorratsbehälter a zurückbleibt.
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Erfolgt eine Entnahme aus dem Arb(-it,-behälter e, so fließt
aus dein Vorratsbehälter a sofort und selbsttätig so viel nach, als entnommen worden
ist. Der Arbeitsbehälter bleibt also ständig gefüllt. wie iuch die Eritnahme sein
mag.
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Die ganze Flüssigkeitsmasse steht also ohne weiteres zur Verarbeitung
bereit, -und doch ist jeweils nur ein kleiner Teil der Wirkung der äußeren Luft
ausgesetzt. Die Flüssigkeitsoberfläche im Arbeitsgefäß befindet sich immer in gleicher
Höhe, so daß sich an den Seitenwänden oberhalb der Oberfläche Flüssigkeit nicht
ansetzt und sich keine Kruste bildet, die die übrige Flüssigkeit verdirbt, wie dies
bei den üblichen Arbeitstöpfen für Farben, insbesondere aber bei solchen für Lacke,
der Fall ist. Infolgedessen kann man bei Beendigung der Arbeit die Flüssigkeit aus
dem Arbeitsbehälter in den Vorratsbehälter zurückfließen lassen, ohne die Güte der
Vorratsmasse zu mindern. Das Zurückfließenlassen in den Vorratsbehältera geschieht
durch Drehung desselben, wobei man den Arbeitsbehälter e wiederum so festhält, daß
er seine nach oben offene Lage beibehält. Ist alle Flüssigkeit in den Vorratsbehältera
zurückgeflossen, so kann man den Arbeitsbehälter e abschrauben und statt seiner
wieder die Schraubkappe aufschrauben.
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Indem nach der Erfindung nicht die Decke b, sondern der Boden
c als abnehmbarer Deckel ausgebildet ist, bietet sich noch der Vorteil, daß
ohne Schwierigkeit ein völlig luftdichter Abschluß des Flüssigkeitsraumes gewährleistet
ist. Im Gebiete des Luftraumes oberhalb der Flüssigkeit brauchen also Verschlüsse
nicht vorgesehen zu werden. Man kann zwar noch einkleines Ventil etwa in der Decke
anbringen -, urn ein Nachfüllen des Arbeitsgefäßes e auch dann zu ermöglichen, wenn
die Flüssigkeitsoberfläche schon stark gesunken ist, denn durch ein kurzes Lüften
des Ventils kann man ja ein weiteres Sinken der Oberfläche herbeiführen, und zwar
um genau so viel, als man in Hinsicht auf das (sichtbare') Steigen im Arbeitsbehälter
e jeweils wünscht.
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Braucht man nicht so w(-ite Einfüll- bzw. Entleerungsöffnungen, kommt
man vielmehr z. B. mit einem engen, leicht dicht verschließbaren Hals aus, so kann
derselbe auch in Abb. i oben angebracht und der Ver-,chlußteil zugleich als Ventil
ausgeb#ildet werden.
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Bei der Ausführung in Blech bildet man. den abnehmbaren Boden c beispielsweise
durch Heraufbiegen des Randes mit einer schwach konischen Verschlußfläche aus und
versieht dabei auch den öffnungsrand des Behälters mit einer entsprechenden, schwach
konischen Verschlußfläche.
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Um die Flüssigkeit'soberfläche im Arbeitsbehälter möglichst vor Verdunstung
und Verstaubung zu schützen, versieht man den Behältci- zweckmäßig mit einem Klappdeckelh,
der etwa mit dem Pinselrand hochhebbar ist und nach der Entnahme durch Herunterfallen
von selbst die Abdeckung herbeiführt.
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Für manche Fälle empfiehlt es sich, etwa in den Rohrstutzen
g des VorratsbehÜlters a, ein Ventil einzuführen, welches den Abschluß desselben
nach dem Arbeitsbehältere hin in jedein Fall ermöglicht.