DE4333792A1 - Verfahren zur Reinigung der Abluft aus Fertigungsanlagen der Gummi- und Kautschukindustrie insbesondere Textilbeschichtung - Google Patents
Verfahren zur Reinigung der Abluft aus Fertigungsanlagen der Gummi- und Kautschukindustrie insbesondere TextilbeschichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung der Abluft
aus Fertigungsanlagen der Gummi- u. Kautschukindustrie insbe
sondere Textilbeschichtung und eine Einrichtung zur Durch
führung des Verfahrens.
Abluft aus Fertigungsanlagen der Gummi und Kautschukindustrie,
insbesondere Textilbeschichtung ist vielfach Träger geruchs
intensiver Stoffe. Beispielsweise sind die die geruchsinten
siven Stoffe enthaltende Fraktion des Kondensierbaren in der
Abluft von Textilmaschinen-Trocknern der Reifenindustrie höher
viskose, organische Substanzen aus dem Textilbeschichtungs
prozeß, vor allem Formaldehyd und Resorcin. Diese Substanzen
werden in alkalischer Lösung auf dem Textilgewebe, aufgrund des
Durchlaufs durch ein Bad, aufgenommen. Durch eine nachfolgende
Behandlung mit Luft bis zu 200°C erfolgt ein Ausreagieren die
ser Stoffe auf dem Textilgewebe. Zur Beseitigung geruchsinten
siver Stoffe aus der Abluft von Fertigungsanlagen werden neben
thermischen Verfahren, die einen entsprechenden Energieeinsatz
erfordern, Naßverfahren eingesetzt. Desweiteren sind biolo
gische und adsorptive Verfahren bekannt.
Eine Kühlung der Abluft und Kondensation von Abluftbestand
teilen kann über einen flüssigen oder gasförmigen Wärmeträger
unter direktem oder indirektem Wärmetausch erfolgen. Unter
einer direkten Kühlung durch einen flüssigen Wärmeträger, ins
besondere Wasser, mit entsprechendem Zusatz werden neben gas
förmigen auch feste Abluftbestandteile ausgeschieden und zu
gleich eine Neutralisation
durchgeführt. Eine Naßreinigung läßt geruchsintensive Abluftbe
standteile entfernen, erfordert jedoch eine auf das für die
Reinigung der Abluft eingesetzte Wasser gerichtete sekundäre
Entsorgung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, geruchsintensive Ab
luftbestandteile unter geringem Aufwand an Anlagen- u. Be
triebskosten erheblich zu reduzieren.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist das erfindungsgemäße Verfahren,
der eingangs erwähnten Art dadurch gekennzeichnet, daß Wärme
von der Anlagenabluft auf Frischluft unter Relativbewegung wär
meübertragender Flächen zu den Gasanschlußkanälen übertragen,
die Abluft selektiv auf die Kondensationstemperatur, der die
Geruchsträger enthaltenden Fraktion des kondensierbaren in der
Abluft gekühlt
und auf der heißgasseitigen Stirnfläche der wärmeübertragenden
Flächen das Kondensat niedergeschlagen, sowie abgeleitet wird.
In überraschender Weise bewirkt der Temperaturverlauf der Ab
luft im Eintrittsbereich der wärmeübertragenden Flächen unter
ihrer Relativbewegung, zu den Gasanschlußkanälen, daß Abluft
bestandteile mit hohem Dampfdruck nicht nur kondensiert und mit
diesen die die Geruchsträger enthaltende Fraktion des Konden
sierbaren ausgeschieden werden, sondern auch die befürchtete
Verharzung dieser Stoffe nicht auftritt.
Für das Unterbinden eines Übertrags der Geruchsträger aus der
Abluft auf die im Gegenstrom zu dieser geführten Kühlluft wird
diese vorteilhaft aus der Umgebung angesaugt und in ihrem Druck
erhöht und durch den umlaufenden Regenerativ-Wärmeübertrager
geführt. Um eine Wiederverdampfung des auf den Wärmeüber
tragungsflächen niedergeschlagenen Kondensats zu vermeiden,
wird die Temperatur der aufgewärmten Frischluft unterhalb der
Temperatur der abgekühlten Abluft eingestellt. Ihre Menge wird
über die Drehzahl des Frischluftgebläses abhängig von der Tem
peratur der gereinigten Abluft nach Austritt aus den wärme
übertragenden Flächen geregelt. Hierzu wird die Temperatur mit
einem vorgegebenen Sollwert der Luftaustrittstemperatur ver
glichen und auf diesen eingeregelt.
Desweiteren vorteilhaft für ein Vermeiden von Kondensationen im
Abgaskamin ist es die in den wärmeübertragenden Flächen aufge
wärmte Frischluft mit der gekühlten und gereinigten Abluft
zu vermischen und den Druck des Gesamtstroms für Eintritt und Durchgang durch den Abluftkamin zu erhöhen.
zu vermischen und den Druck des Gesamtstroms für Eintritt und Durchgang durch den Abluftkamin zu erhöhen.
Die Einrichtung zur Reinigung der Abluft aus Anlagen der Gummi
u. Kautschuk-Verarbeitung, insbesondere der Textilbeschichtung
ist gekennzeichnet durch einen Sektor wärmeübertragender Flä
chen innerhalb der Abluftführung und einen weiteren innerhalb
der Frischluftführung ferner durch relativ zu den wärmeüber
tragenden Flächen umlaufende Gasanschlüsse des Gehäuses zur Zu
u. Ableitung der Abluft im Gegenstrom zur Frischluft.
Besonders vorteilhaft für das Ausscheiden der Geruchsträger und
ihre Ableitung sind umlaufend angeordnete Wärmeübertragungs
flächen, sowie statische Gasanschlußkanäle auf den Stirnseiten
des die wärmeübertragenden Flächen umschließenden Gehäuses und
die Ausbildung des Bodenbereichs des Gehäuses als Wanne zur
Kondensataufnahme sowie eine an diese angeschlossene Kondensat
ableitung.
Für Ausscheidung und Ableitung der Geruchsträger desweiteren
vorteilhaft sind auf einem Träger mit horizontal er Achse umlau
fende, wärmeübertragende Flächen und statische Gasanschluß
kanäle auf den Gehäusestirnseiten.
Für eine intensive Reinigung und zugleich Ableitung des Reini
gungsmittels einschließlich des Abgereinigten vorteilhaft sind
in einen Abluft-, einen Frischluft- und einen Reinigungssektor
unterteilte wärmeübertragende Flächen und ferner auf der einen
Stirnseite eine Reinigungseinrichtung und auf der gegenüber
liegenden eine Auffangvorrichtung in Zuordnung zu dem Reini
gungssektor.
In der Regel ist in der mit Geruchsträgern beladenen Abluft
Wasser enthalten. Da die Kondensation von Wasser in den meisten
Fällen unerwünscht ist, wird über die Einstellung der Frisch
luftmenge die Ablufttemperatur so geregelt, daß die Taupunkts
temperatur von Wasser während der Wärmeübertragung von der Ab
luft auf die Frischluft nicht unterschritten wird.
Zur Erläuterung der Erfindungsgedanken ist in der Darstellung
eine Einrichtung zur Reinigung von Abluft schematisch darge
stellt.
Die mit den Geruchsträgern beladene Abluft 1 wird einem umlau
fenden Regenerativ-Wärmeübertrager mit umlaufenden wärmeüber
tragenden Flächen 3 und ruhenden Anschlußkanälen 4a, 4b; 4c, 4d
des Gehäuses 4 zugeführt und durch diese hindurchgeleitet. Die
Drehachse 6 der wärmeübertragenden Flächen 3 ist horizontal
ausgerichtet. Im Gegenstrom zur Abluft 1 wird zur Kühlung der
wärmeübertragenden Flächen Frischluft 5 diesen zugeführt. Durch
die Drehung gelangt der durch die Abluft im Sektor 3a aufge
wärmte Bereich der wärmeübertragenden Flächen in den von
Frischluft durchströmten 3b, die diese kühlt. Die abgekühlten
wärmeübertragenden Flächen gelangen durch deren Weiterdrehung
erneut in den von Abluft durchströmten Sektor 3a und werden in
diesem erneut erwärmt. Nach ihrer Erwärmung wird die Frischluft
über die Leitung 7 der den Wärmeübertrager über die Leitung 9
verlassenden, gekühlten und gereinigten Abluft zugeführt und
mit dieser vermischt. Der Gesamtstrom verläßt die Einrichtung
über den Abluftkamin 11. Aufgrund der Kühlung der Abluft, durch
die im Gegenstrom zugeführte Frischluft, kondensieren die
jenigen Abluftbestandteile aus, deren Sättigungsdampfdruck bei
den vorliegenden Temperaturen überschritten wird. Die Kondensa
tion erfolgt auf der sogenannten heißen Seite 20 der wärme
übertragenden Flächen 3, auf der die Abluft ein- und die
erwärmte Frischluft austritt. Der Austrag des Kondensats auf
der heißen Seite der wärmeübertragenden Flächen wird durch die
Strömung der zugeführten Frischluft verstärkt und das Kondensat
nachfolgend in die Bodenwanne 22 geführt. Die Bodenwanne ist
mit einer Ablaufleitung 24 versehen, die ein Absperrorgan 26
aufweist. Der Austrag des Kondensats aus den wärmeübertragenden
Flächen kann durch Zuführung von Druckluft über Leitung 30 und
Düse 32 des weiteren verstärkt werden. Die Druckluftdüse wird
hierzu kontinuierlich oder diskontinuierlich radial über die
Stirnseite der wärmeübertragenden Flächen auf der sogenannten
kalten Seite verschoben. Für die Reinigung ist ein Hoch
druckreiniger 40 vorgesehen, in den Wasser oder Lösungsmittel
über eine Leitung 50 eingespeist wird. In dem Hochdruckreiniger
wird das flüssige Reinigungsmittel über einen Erhitzer 42 er
wärmt und über eine Pumpe 44 im Druck für den Eintritt in die
Düse erhöht. Alternativ zu dem Wasser kann dem Hochdruckrei
niger über die Leitung 60 eine Reinigungslösung, Tenside, Lau
gen oder Säuren zugeführt werden. Um einen Übertrag des Rei
nigungsmittels in Anschlußkanäle zu unterbinden ist auf der der
Düse gegenüberliegenden Stirnseite der Speichermasse eine Auf
fangvorrichtung 34, als parallel zur Verschiebung der Düse ra
dial ausgerichtete Rinne angeordnet, die das Kondensat in die
Auffangwanne ableitet. Alternativ kann diese als parallel zur
Verschiebung der Düse bewegter Auffangtrichter ausgeführt sein.
Für diese Einrichtung kann im Rahmen der Erfindung ein weiterer
Sektor des umlaufenden Regenerativ-Wärmeübertragers zu denen
der Abluft und der Frischluft vorgesehen werden.
Über eine Versuchsdauer von 300 h wurden über einen Bypass
stündlich 1500 Nm³ mit einer Temperatur von 150°C trockene
Abluft eines Reifenherstellers durch einen umlaufenden Rege
nerativ-Wärmeübertrager geführt. Diese Abluft enthielt 8100
Geruchseinheiten je m³. Zur Kühlung der Speichermasse wurden in
der Stunde ca. 4000 m³ Frischluft im Gegenstrom zur Abluft ge
führt. In dem Wärmeübertrager wird die Abluft durch die Wärme
übertragung auf die Frischluft von 135°C auf 35°C gekühlt. Dem
Abluftkamin wurde durch die Wiedereinleitung der im Wärmeüber
trager erwärmten Frischluft ein Mischluftstrom mit einer Tem
peratur von 50°C zugeführt.
Durch eine olfaktometrische Messung wurde je m³ eine Redu
zierung
der geruchsintensiven Stoffe von ca. 8000 Geruchseinheiten in
der zugeführten Abluft auf ca. 120 Geruchseinheiten in der ge
reinigten Abluft nach Austritt aus dem Wärmeübertrager,
entsprechend einer Reduzierung größer als 98%, festgestellt.
Differenzdruckmessungen zwischen Abluftein- u. Austritt über
die Versuchsdauer ließen keine Änderungen erkennen. Auf der
Abluft-Eintrittsseite des umlaufenden Regenerativ-Wärmeüber
tragers wurde auf der Speichermasse lediglich eine geringfügige
Verfärbung, Dunkelfärbung als Folge der Ausscheidung und des
Ablaufs des Kondensats festgestellt.
Claims (7)
1. Verfahren zur Reinigung der Abluft aus Fertigungsanlagen der
Gummi- u. Kautschukindustrie insbesondere Textilbeschichtung,
dadurch gekennzeichnet, daß Wärme von der
Anlagenabluft auf Frischluft unter Relativbewegung wärmeüber
tragender Flächen zu den Gasanschlußkanälen übertragen, die
Abluft selektiv auf die Kondensationstemperatur, der die Ge
ruchsträger enthaltenden Fraktion des kondensierbaren in der
Abluft gekühlt und auf der heißgasseitigen Stirnfläche der wär
meübertragenden Flächen das Kondensat niedergeschlagen, sowie
abgeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Men
ge der zugeführten Frischluft abhängig von der Temperatur der
gereinigten Abluft nach Austritt aus den wärmeübertragenden
Flächen mit einem vorgegebenen Sollwert der Lufttemperatur ver
glichen und auf diesen eingeregelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in
den wärmeübertragenden Flächen durch die Abluft aufgewärmte
Frischluft mit der gekühlten und gereinigten Abluft vermischt
und der Gesamtstrom dem Abluftkamin zugeleitet wird.
4. Einrichtung zur Reinigung der Abluft aus Fertigungsanlagen der
Gummi- u. Kautschukindustrie insbesondere Textilbeschichtung
nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Sektor 3a der Wärme
übertragenden Flächen 3 innerhalb der Abluftführung 1, 9 und ei
nen weiteren Sektor 3b innerhalb der Frischluftführung 5, 7 und
ferner durch relativ zu den wärmeübertragenden Flächen 3 umlau
fende Gasanschlüsse des Gehäuses 4 zur Zu- u. Ableitung der Ab
luft im Gegenstrom zur Frischluft.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine hori
zontal angeordnete Welle 6 für die Relativbewegung der wärme
übertragenden Flächen 3 zu den Gasanschlußkanälen des Gehäuses
4 und die Ausbildung des Bodenbereichs des die wärmeübertragen
den Flächen umschließenden Gehäuses 4 als Kondensatauffangwanne
22 und ferner durch eine an die Auffangwanne angeschlossene
Kondensatableitung 24 mit Absperrorgan 26.
6. Einrichtung nach Anspruch 4 oder 5, gekennzeichnet durch um
laufende, wärmeübertragende Flächen 3 innerhalb eines umschlie
ßenden Gehäuses 4, sowie statisch angeordnete Gasanschlußkanäle
4a, 4b, 4c, 4d auf den gegenüberliegenden Stirnseiten des
Gehäuse 4.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch einen Abluft-,
einen Frischluft- und einen Reinigungssektor und durch eine,
der kälteren Stirnseite der wärmeübertragenden Flächen zuge
ordnete Reinigungseinrichtung 32, sowie durch eine der gegen
überliegenden Stirnseite zugeordnete Auffangvorrichtung 34 für
das ausgeschiedene Kondensat in Zuordnung zum Reinigungssektor.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934333792 DE4333792C2 (de) | 1993-10-04 | 1993-10-04 | Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung der Abluft aus Fertigungsanlagen der Gummi- und Kautschukindustrie |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934333792 DE4333792C2 (de) | 1993-10-04 | 1993-10-04 | Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung der Abluft aus Fertigungsanlagen der Gummi- und Kautschukindustrie |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4333792A1 true DE4333792A1 (de) | 1995-04-06 |
| DE4333792C2 DE4333792C2 (de) | 1996-08-22 |
Family
ID=6499364
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19934333792 Expired - Fee Related DE4333792C2 (de) | 1993-10-04 | 1993-10-04 | Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung der Abluft aus Fertigungsanlagen der Gummi- und Kautschukindustrie |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4333792C2 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19517273C1 (de) * | 1995-05-11 | 1997-02-13 | Messer Griesheim Gmbh | Verfahren und Vorrichtung zur Abgasreinigung mit Wärmetauschern |
| FR2933489A1 (fr) * | 2008-07-07 | 2010-01-08 | Renault Sas | Procede et dispositif de recuperation de chaleur et de piegeage de particules de compose organique volatil dans un flux d'air chaud |
| EP1342495B2 (de) † | 2002-03-07 | 2013-02-27 | Draka Comteq B.V. | Verfahren und Einrichtung zur Behandlung von Abgasen aus einer Anlage zur Herstellung einer Vorform für optische Fasern |
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| DE4323538A1 (de) * | 1993-07-14 | 1995-01-19 | Linde Ag | Vorrichtung zur Gasreinigung |
-
1993
- 1993-10-04 DE DE19934333792 patent/DE4333792C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4333792C2 (de) | 1996-08-22 |
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