DE4332831C1 - Formkörper auf der Basis von PZT (Pb(Zr,Ti)O¶3¶, Bleizirkonat-Bleititanat), Verfahren und Zwischenprodukt zu deren Herstellung - Google Patents
Formkörper auf der Basis von PZT (Pb(Zr,Ti)O¶3¶, Bleizirkonat-Bleititanat), Verfahren und Zwischenprodukt zu deren HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Formkörper auf der Basis von PZT
(Pb(Zrx,Tiy)O3 Bleizirkonat-Bleititanat, mit x + y = 1) so
wie ein Verfahren zu deren Herstellung. Insbesondere betrifft
die Erfindung die Herstellung von PZT-Endlosfasern.
Bleizirkonat (PbZrO3) und Bleititanat (PbTiO3) bilden eine
lückenlose Reihe von Mischkristallen mit Perovskit-ähnlicher
Struktur. Polykristallines Bleizirkonattitanat (Pb(Zr,Ti)O3,
PZT) ist ein wichtiger ferroelektrischer Werkstoff, für den
aufgrund seiner attraktiven dielektrischen, piezoelektrischen
und elektrooptischen Eigenschaften zahlreiche elektronische
Anwendungen existieren.
Im Bereich der morphotropen Phasengrenze zwischen der zirko
natreichen rhomboedrischen Modifikation und der titanatrei
chen tetragonalen Modifikation erreichen zahlreiche anwen
dungsrelevante ferroelektrische Eigenschaften ihr Maximum.
Abgesehen von der Variation des Zr/Ti-Verhältnisses lassen
sich die Materialeigenschaften durch Veränderung der Kristal
litgröße sowie durch Dotierung und durch teilweise oder
vollständige Substitution einzelner Komponenten variieren.
Bei der Dotierung werden geringe Mengen an Fremdionen mit ab
weichenden Ladungen (üblicherweise < 10%) zugegeben, die die
Kristallstruktur modifizieren. Als Dotierungen werden eine
Vielzahl von Metallionen eingesetzt, z. B. La3 ⁺ , Nd3 ⁺ , Sb3 ⁺ ,
Bi3 ⁺ , Th3 ⁺ , Nb5 ⁺ , Sb5 ⁺ , W6 ⁺ , Na ⁺ , Fe3 ⁺ , Fe2 ⁺ , Co3 ⁺ , Co2 ⁺ , etc.
Die Dotierung mit Lanthan verbessert die optischen Eigen
schaften stark (Transparenz, Doppelbrechung), so daß solche
PLZT-Materialien vor allem für elektrooptische Anwendungen von
Bedeutung sind.
Durch Substitution von Pb, Zr oder Ti mit Ionen, die sich ge
ringfügig im Radius unterscheiden, werden ebenfalls die Struk
tur und damit die Eigenschaften verändert. Pb2 ⁺ wird häufig
durch Erdalkaliionen (Mg2 ⁺ , Ca2 ⁺ , Sr2 ⁺ , Ba2 ⁺ ) substituiert,
für die Substitution von Ti4 ⁺ und Zr4 ⁺ eignen sich z. B. Sn4 ⁺
und Hf4 ⁺ .
Für innovative Anwendungen ferroelektrischer Werkstoffe in
Kompositen sind PZT-Langfasern, die sensorische oder auch ak
tuatorische Funktionen übernehmen können, ein interessantes
Material. Die Herstellung von PZT-Fasern ist erst seit weni
gen Jahren Gegenstand der Forschung, wobei drei unterschied
liche Methoden beschrieben werden:
- - die Precursor-Methode (über einen Sol-Gel-Prozeß)
Aus Pb(OAc)2·3H2O, Zr(OPrn)4, Ti(OPri)4 und mit Methanol als Lösungsmittel wird nach Zugabe von Wasser ein Precursorsol erhalten, aus dem nach dem Entfernen flüchtiger Bestandteile eine viskose Flüssigkeit gewonnen wird, aus der im Handver such Fasern von 1 m Länge gezogen werden konnten. Zur Verbes serung der Fadenzieheigenschaften wird Polyvinylpyrrolidon und zur Herstellung von dicken, porösen Fasern PZT-Pulver in die Spinnmasse eingearbeitet (Mat. Res. Soc. Symp. Proc., 271, S. 517-523; (1992)). Nachteil dieses Verfahrens ist jedoch, daß Fäden in nur ungenügender Länge erhalten werden können. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß unter Einsatz von Lö sungsmitteln gearbeitet wird, daß der Faserherstellung ein Trocknungsverfahren anzuschließen ist, und daß bei der Faser herstellung Lösungsmittel frei wird, das zu entsorgen ist. - - die Extrusionsmetode
Dabei wird kommerzielles PZT-Pulver (z. B. PZT 501A, Ultraso nic Powders Inc.) in eine 20%-ige Polyvinylalkohol-Lösung eingearbeitet, die Suspension wird extrudiert und das Extru dat gesintert. Wird bei niedrigen Temperaturen gesintert, so erhält man keine dichten Fasern, und bei hohen Temperaturen resultiert ein heterogenes Gemisch, da pulverförmiges PZT eingesetzt wird. Ein weiterer Nachteil dieser Methode besteht darin, daß die Faserdicke durch die Schüttdichte beeinflußt wird und daß dicke Fasern resultieren. Zur Herstellung dünner Fasern ist feinkörniges Pulver erforderlich, daß nur in auf wendigen Verfahren gewonnen werden kann. Desweiteren müssen die Fasern gesintert werden, was hohe Temperaturen erforder lich macht. Durch den Sinterprozeß sind Fehlbildungen möglich und es resultieren Fehlstellen im Gefüge, die zu einer Minde rung der Eigenschaften führen. - - die Replikationsmethode
Kohlefasermatten werden mit einem PZT-Precursorsol getränkt. Nach Entfernen der Kohlefasern durch Ausbrennen bei 600°C resultiert ein PZT-Hohlfasergerüst, das bei 1285°C gesintert wird. Hier handelt es sich nicht um einen Spinnvorgang, son dern um ein Tauchverfahren, d. h. um einen Beschichtungsvor gang, der bei einzelnen Fasern nur schwer durchführbar ist. Ferner sind bei dieser Methode hohe Temperaturen anzuwenden, die dieses Verfahren sehr kostenintensiv machen. Desweiteren ist durch den Beschichtungsvorgang die Herstellung dichter Fasern unmöglich. Außerdem ist dieses Verfahren schlecht zu handhaben und läßt nur geringe Variationsmöglichkeiten bzgl. der Dicke der resultierenden Fasern zu.
Aus der US-PS 5,072,035 ist ein Verfahren zur Herstellung von
PZT-Fasern bekannt. Dabei wird eine Mischung aus Zr(OPrn)4
und Ti(OPri)4 in getrockneter Stickstoff-Atmosphäre zwei
Stunden unter Rückfluß gekocht, mit einer oder mehreren blei
organischen Verbindungen versetzt, und für mindestens 4 wei
tere Stunden unter Rückfluß gekocht. Die flüssige Mischung
wird bei 89°C eingeengt, bis eine gelb-braune, viskose,
harzartige Masse resultiert, aus der Fäden gezogen werden
können. Dieses Verfahren ist wegen der Notwendigkeit des
langen Rückflußkochens und des Arbeitens unter Wasseraus
schluß (unter einer getrockneten Stickstoffatmosphäre) um
ständlich, aufwendig und kostspielig.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, PZT-End
losfasern bereit zu stellen, die dicht, porenfrei und mecha
nisch stabil sind, sowie Faserstärken von 10 µm aufweisen.
Ferner ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfah
ren bereit zu stellen, mit dem PZT-Endlosfasern einfach, ko
stengünstig und ohne den Einsatz von Spinnhilfsmittel herge
stellt werden können. Ferner soll das Verfahren universell
anwendbar sein, so daß auch eine Dotierung sowie eine Substi
tution der Metalle Pb, Ti und Zr möglich ist. Außerdem soll
das Verfahren nicht nur Faserstärken von 10 µm hervorbringen,
sondern es soll bzgl. der Dicke der resultierenden Fasern
breite Variationsmöglichkeiten bieten.
Insbesondere ist es Aufgabe der Erfindung, eine geeignete
Spinnmasse einfach, kostengünstig und ohne den Einsatz von
Spinnhilfsmittel bereit zu stellen, aus der Endlosfäden mit
breiter Variationsbreite bzgl. der Faserdicke gezogen werden
können. Ferner soll die Spinnmasse lagerstabil sein und über
lange Topfzeiten verfügen.
Gelöst wird diese Aufgabe durch Fasern auf der Basis von PZT,
die dadurch erhältlich sind, daß man organische Zirkoniumver
bindungen der allgemeinen Formel (I),
Zr(OR1)4 (I)
Zr(OR1)4 (I)
und organische Titanverbindungen der allgemeinen Formel (II),
Ti(OR2)4 (II)
in denen die Reste R1 und R2 jeweils gleich oder verschieden
sind und geradkettige, verzweigte oder cyclische Alkyl-Reste
mit 1 bis 10 Kohlenstoff-Atomen bedeuten,
getrennt oder zusammen und bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II) mit 0 bis 4 Mol eines Alkohols oder einer Mi schung von Alkoholen der allgemeinen Formel (III) und/oder (IV) versetzt,
getrennt oder zusammen und bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II) mit 0 bis 4 Mol eines Alkohols oder einer Mi schung von Alkoholen der allgemeinen Formel (III) und/oder (IV) versetzt,
R3-X-R4-OH (III)
R3-CX-R4-OH (IV)
in der R3 einen geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
Alkyl-Rest mit 1 bis 10 Kohlenstoff-Atomen bedeutet, R4
einen Alkylen-Rest mit 2 bis 4 Kohlenstoff-Atomen darstellt
und X gleich O, S oder NR5 ist, mit R5 gleich Wasserstoff
oder Alkyl mit 1 bis 4 Kohlenstoff-Atomen,
daß man die resultierenden Mischung(en) bzw. die Verbindungen (I) und (II) getrennt oder zusammen und bezogen auf jeweils 1 Mol der Verbindungen (I) und (II) mit 1 bis 3 Molen einer oder mehrerer Carbonsäuren mit 2 bis 10 Kohlenstoff-Atomen versetzt, daß man alles, bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II), mit 1 bis 1.5 Mol eines oder mehrerer Pb(II)- und/oder Pb(IV)-Carboxylate vermischt, die sich von substitu ierten oder unsubstituierten, einwertigen oder mehrwertigen, gesättigten oder ungesättigten, geradkettigen, verzweigten, cyclischen oder aromatischen Carbonsäuren oder Hydroxycarbon säuren mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen ableiten, daß man die Mischung einer hydrolytischen Kondensation unterzieht, daß man die flüchtigen Anteile entfernt, bis eine bei Raumtempe ratur feste Masse resultiert, daß man die feste Masse er hitzt, bis eine hochviskose Flüssigkeit entsteht, daß man diese Flüssigkeit zu Fäden zieht, und daß man die Fäden auf Temperaturen von mindestens 500°C erhitzt.
daß man die resultierenden Mischung(en) bzw. die Verbindungen (I) und (II) getrennt oder zusammen und bezogen auf jeweils 1 Mol der Verbindungen (I) und (II) mit 1 bis 3 Molen einer oder mehrerer Carbonsäuren mit 2 bis 10 Kohlenstoff-Atomen versetzt, daß man alles, bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II), mit 1 bis 1.5 Mol eines oder mehrerer Pb(II)- und/oder Pb(IV)-Carboxylate vermischt, die sich von substitu ierten oder unsubstituierten, einwertigen oder mehrwertigen, gesättigten oder ungesättigten, geradkettigen, verzweigten, cyclischen oder aromatischen Carbonsäuren oder Hydroxycarbon säuren mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen ableiten, daß man die Mischung einer hydrolytischen Kondensation unterzieht, daß man die flüchtigen Anteile entfernt, bis eine bei Raumtempe ratur feste Masse resultiert, daß man die feste Masse er hitzt, bis eine hochviskose Flüssigkeit entsteht, daß man diese Flüssigkeit zu Fäden zieht, und daß man die Fäden auf Temperaturen von mindestens 500°C erhitzt.
Die erfindungsgemäße Spinnmasse kann nicht nur zu Langfasern
oder Endlosfasern gezogen werden, die erfindungsgemäße Masse
kann auch zur Herstellung von Beschichtungen sowie von Form
körpern jedweder Art eingesetzt werden. Wenn im folgenden von
Spinnmassen die Rede ist, so ist darunter ganz allgemein eine
Masse zur Herstellung von Formkörpern zu verstehen.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Spinnmassen erfolgt in
der Art und Weise, daß man organische Zirkoniumverbindungen
der Formel I und organische Titan-Verbindungen der Formel II
zusammen oder getrennt mit der oder den Carbonsäuren komple
xiert, daß man getrennt vorliegende, komplexierte Zirkonium-
und Titan-Verbindungen vereinigt, daß man zur Mischung aus
komplexierten Zirkonium- und Titan-Verbindungen eines oder
mehrere Bleicarboxylate gibt und alles einer hydrolytischen
Kondensation unterzieht.
Wird als Carbonsäure Essigsäure eingesetzt, so sind die Ti
tan- und Zirkonium-Verbindungen getrennt voneinander zu
komplexieren. Wird nämlich eine Mischung aus 0.53 mol
Zr(OPrn)4 und 0.47 mol Ti(OPri)4 mit 3.0 mol Essigsäure
komplexiert, so entsteht bei Zugabe von z. B. Pb(OAc)2·3H2O ein
schwammiger Niederschlag, der weder durch weiteren
Essigsäurezusatz noch durch Erhitzen in Lösung gebracht
werden kann. Aus dieser Masse können, auch nach Entfernen der
flüchtigen Bestandteile, keine Fäden gezogen werden.
Überraschenderweise werden bei getrennter Umsetzung von
Zr(OPrn)4 und Ti(OPri)4 mit Essigsäure Verbindungen erhalten,
die sich ohne zu präzipitieren im PZT-Stoffmengenverhältnis
mit Bleicarboxylaten, z. B. mit Pb(OAc)2·3H2O, mischen lassen.
Nach Entfernen der flüchtigen Bestandteile im Ölpumpenvakuum
resultiert eine Viskose, aus der mit einem Glasstab Fäden von
ca. 1 m Länge gezogen werden können.
Desweiteren wurde überraschenderweise festgestellt, daß im
Gegensatz zu Essigsäure Propionsäure zu einer Mischung aus
Zr(OPrn)4 und Ti(OPri)4 gegeben werden kann, ohne daß bei Zu
gabe von z. B. Pb(OAc)2·3H2O Präzipitationen auftreten. Es ent
steht vielmehr eine klare, niedrigviskose Flüssigkeit, aus
der nach Abziehen flüchtiger Bestandteile bei Temperaturen
von 90°C und einem Druck von 20 hPa eine klare, hochviskose
Flüssigkeit mit einem PZT-Gehalt von 55% erhalten wird, aus
der Fäden gezogen werden können. Durch weiteres Einengen bei
Temperaturen von 140°C und einem Druck von 1 hPa entsteht
bei Raumtemperatur ein spröder, pulverisierbarer Feststoff
(PZT-Gehalt 65%), der überraschenderweise durch Erhitzen auf
150°C in eine klare, hochviskose Flüssigkeit konvertiert,
aus der mit einem Glasstab ebenfalls Fäden gezogen werden
können.
Um den Nachweis der Tauglichkeit für einen technischen Her
stellungsprozeß zu führen, wurden Spinnversuche an einer
Technikumsanlage durchgeführt. Der spröde Feststoff wurde bei
150°C "geschmolzen", bei einem Druck von 150 kPa durch eine
100 µm Düse gepreßt, und die dabei geformte Faser auf einen
rotierenden Zylinder gewickelt. Es wurden Wickelgeschwindig
keiten von 120 m/min erreicht und bis zu 600 m lange Fasern
erhalten.
Die Gelfasern wurden innerhalb einer Stunde auf 660°C er
hitzt. Überraschenderweise schmolz während des Temperns die
Faser nicht mehr, so daß nach Beendigung des Tempervorgangs
gelbe Fasern mit einem Durchmesser von 10 µm erhalten werden.
Röntgendiffratometrische Messungen zeigen die für PZT typi
schen Reflexlagen.
Geeignete Zr- oder Ti-Alkoholate der Formel I bzw. II sind
solche, bei denen die Reste R1 und R2 geradkettige, verzweig
te oder cyclische Alkyl-Gruppen mit 1 bis 10 Kohlenstoff-Ato
men darstellen, wobei jeweils solche mit 2 bis 6 Kohlenstoff-
Atomen bevorzugt sind und besonders gute Resultate liefern.
Ohne Einschränkung der Allgemeinheit sind Beispiele für ge
eignete Zr- und Ti-Alkoholate Zr(OPrn)4, Wi(OPri)4, Zr(OBu)4
oder Ti(OEt)4.
Bei bevorzugten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen
Spinnmassen werden Zr- und Ti-Alkoholate im molaren Verhält
nis von 53 : 47 eingesetzt.
Geeignete Bleicarboxylate zur Herstellung der erfindungsgemä
ßen Spinnmassen sind z. B. Bleiadipat, Bleibenzoat,
Bleicitrat, Bleicyclohexanbutyrat, Bleiformiat, Bleifumarat,
Blei-12-hydroxystearat, Bleilactat, Bleilinolat, Bleimaleat,
Bleinaphthenat, Bleioctanoat, Bleioleat, Bleioxalat, Bleipal
mitat, Bleiphthalat, Bleisalicylat, Bleistearat, Bleisuccinat,
Bleitartrat oder Blei-2-hydroxy-2-methylpropionat. Zur Her
stellung der erfindungsgemäßen Spinnmassen sind Bleiacetate
der allgemeinen Formel (V) bevorzugt,
Pb(O-CO-CH3)1·mPbO·nH2O (V),
in der 1 = 2 oder 4 ist, und m = 0 bis 2 und n = 0 bis 10 be
deutet. Dabei kann es sich um Blei(II)acetate, um
Blei(IV)acetate oder auch um basische Bleiacetate handeln,
wobei Pb(O-CO-CH3)2·3H2O ganz besonders bevorzugt ist und be
sonders gute Resultate liefert. Eine weitere bevorzugte Blei
verbindung ist Pb(O-CO-CH3)4.
In den Bleicarboxylaten gegebenenfalls vorhandenes Kristall
wasser bietet den Vorteil, daß es zur hydrolytischen Konden
sation herangezogen werden kann. Die Bleicarboxylate können
entweder in stöchiometrischen Mengen zugesetzt werden oder
auch im Überschuß, wobei der molare Bleianteil zwischen 1 und
1.5 Mol liegt. Ein Bleiüberschuß bietet den Vorteil, daß der
beim Tempervorgang durch PBO-Abdampfen auftretende Bleiver
lust von Anfang an ausgeglichen wird.
Die niedermolekularen Carbonsäuren zur Komplexierung der Ti-
und Zr- Verbindungen werden in Mengen zwischen 1 und 3 Mol,
bezogen auf ein Mol Zr(OR1)4 und Ti(OR2)4 zugegeben, wobei
eine Menge von 3 Mol bezogen auf Ti + Zr bevorzugt ist und
besonders gute Resultate ergibt.
Als niedermolekulare Carbonsäuren zur Komplexierung der Ver
bindungen Zr(OR1)4 und Ti(OR2)4 sind Carbonsäuren mit 2 bis 10
Kohlenstoff-Atomen geeignet, wobei Propion-, Valerian-, Ca
pron- oder Caprylsäure, oder ein Gemisch derselben bevorzugt
sind. Diese Carbonsäuren können entweder zur getrennten Car
boxylierung der Ti- und Zr-Verbindungen eingesetzt werden,
oder aber auch zur Carboxylierung einer Mischung derselben.
Ganz besonders gute Ergebnisse werden mit Propionsäure oder
einer Mischung aus Capron- und Propionsäure erhalten. Die
Carbonsäuren dienen nicht nur als carboxylierendes Agens,
sondern sie fungieren auch als polare Lösungsmittel.
Überraschenderweise wurde festgestellt, daß beim Zusammenmi
schen der einzelnen Komponenten eine nur geringe Wärmeent
wicklung auftritt, so daß auf den Einsatz von Kühlwasser ver
zichtet werden kann.
In weiteren Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Spinnmas
sen werden die Zr- und/oder Ti-Alkoholate vor der Carboxylie
rung entweder getrennt oder als Mischung einer Alkoholyse un
terzogen. Auf diese Weise können Gruppen eingeführt werden,
die die Spinneigenschaften der erfindungsgemäßen Spinnmassen
weiter verbessern. Geeignete Alkohole hierfür sind solche der
Formeln R3-X-R4-OH (III) und R3-CX-R4-OH (IV), in denen die
Reste X, R3 und R4 die bereits genannte Bedeutung haben. Be
zogen auf ein Mol der Verbindungen I plus II können zwischen
0 und 4 Mol der Verbindungen III und/oder IV eingesetzt wer
den, d. h. es können alle 4 Liganden der Verbindungen I
und/oder II ausgetauscht werden.
Bevorzugte Ausführungsformen der Alkohole der Formel III und
IV sind i-C3H7-O-C2H4-OH, n-C4H9-O-C2H4-OH, C2H5-NH-C2H4-OH,
C2H5-S-C2H4-OH, CH3-CO-CH2-OH, CH3-CO-CH (CH3 ) -OH oder C2H5-CO-
CH2-OH, wobei besonders gute Ergebnisse n-C4H9-O-C2H4-OH und
i-C3H7-O-C2H4-OH liefern.
Nach der Carboxylierung wird die Mischung aus carboxylierten
Ti- und Zr-Verbindungen und aus Bleicarboxylat einer hydroly
tischen Kondensation unterworfen. Diese wird mit Hilfe des
gegebenenfalls vorhandenen Kristallwassers des Bleicarboxyla
tes und/oder durch Einwirken von Wasser oder Feuchtigkeit
durchgeführt, gegebenenfalls unter Zugabe eines Katalysators
und/oder eines Lösungsmittels. Zur kontrollierten Hydrolyse
kann z. B. eine Apparatur verwendet werden, die feuchte Luft
mit eingestelltem Wasserdampfpartialdruck in die Mischung
leitet.
Nach beendeter hydrolytischer Kondensation werden auf übliche
Art und Weise die flüchtigen Bestandteile der Mischung ent
fernt, und es resultiert eine bei Raumtemperatur feste, sprö
de Masse, die das Schmelzverhalten (Schmelzintervall) eines
organischen Polymers zeigt. In Form dieser festen, spröden
Substanz ist die erfindungsgemäße Spinnmasse lagerstabil und
mühelos zu handhaben.
Zur Herstellung von Fasern, Beschichtungen oder anderen Form
körpern wird die feste, spröde Masse erhitzt, bis eine hoch
viskose Flüssigkeit resultiert, mit der nach üblichen Verfah
ren Fasern gezogen, Beschichtungen aufgetragen oder Formkör
per gefertigt werden können. Zur Reduzierung der Viskosität,
z. B. für Beschichtungen, ist es ferner möglich, die hochvis
kose Flüssigkeit mit Lösungsmitteln zu verdünnen. Hier emp
fiehlt es sich, als Lösungsmittel solche Alkohole einzuset
zen, die das System im Zuge der Alkoholyse oder der hydroly
tischen Kondensation selbst produziert. Anderenfalls kann
nicht völlig ausgeschlossen werden, daß es zu einer uner
wünschten Alkoholyse kommt, obwohl Versuche zeigten, daß eine
Alkoholyse mit Isopropoxyethanol oder Pentandiol keine nega
tiven Auswirkungen auf die Spinnbarkeit hatte, möglicherwei
se aber einen positiven Einfluß auf das Sinterverhalten ver
übte. Generell kann jedoch gesagt werden, daß es prinzipiell
möglich ist, die Carboxylierung, das Zusammenmischen der ein
zelnen Komponenten und die hydrolytische Kondensation auch in
Anwesenheit von Lösungsmitteln durchzuführen. Diese werden
dann zusammen mit den vom System produzierten flüchtigen Be
standteilen entfernt.
Nach der Formgebung werden die Fasern, Beschichtungen oder
Formkörper auf Temperaturen von mindestens 500°C erhitzt.
Bei etwa 400°C ist die "Organik" vollständig entfernt und es
bildet sich ein amorphes Mischoxid, und bei etwa 500°C be
ginnt die Kristallisation des PZT. Bevorzugt ist es, wenn die
Temperaturerhöhung mit hohen Aufheizraten erfolgt, z. B. mit
600°C oder mehr pro Stunde, da dadurch die Bildung von uner
wünschten Phasen weitgehend unterbleibt.
Überraschenderweise wurde festgestellt, daß die aus der hoch
viskosen Flüssigkeit gebildeten Fasern, Beschichtungen oder
Formkörper sich während der Temperaturerhöhung nicht wieder
verflüssigen. Dies berechtigt zu der Annahme, daß es sich bei
der hochviskosen Flüssigkeit nicht um eine Schmelze der fe
sten, spröden Masse im herkömmlichen Sinne handeln kann. Die
Gelfaser besitzt einen um ca. 3% höheren Feststoffgehalt als
die Spinnmasse. Dies ist auf ein Abdampfen von flüchtigen Be
standteilen beim Spinnvorgang zurückzuführen. Möglicherweise
bewirkt dieser geringfügige Substanzverlust, daß die Gelfaser
bei einer Temperaturerhöhung nicht wieder schmilzt.
Wie eingangs schon erwähnt, lassen sich durch Dotierung die
piezoelektrischen Eigenschaften von PZT stark verändern. Die
Dotierung der erfindungsgemäßen Fasern, Beschichtungen oder
Formkörper aus PZT erfolgt durch einfaches Zumischen ent
sprechender Metallalkoholate oder -carboxylate zur Reaktions
mischung oder ganz allgemein durch Zugabe löslicher Metall
verbindungen, deren Anionen thermisch ausgetrieben werden
können. Geeignete Metalle hierfür sind seltene Erden, ferner
Alkalimetalle, sowie La, Sb, Bi, Nb, W, Ta, Fe, Co, Mn, Ni,
Ga, In, Cr, Sc, Ir oder Ag.
Desweiteren können zur teilweisen Substitution des Bleis Mg-,
Ca-, Sr- oder Ba-Verbindungen und zur Substitution des
Zirkonium und/oder des Titan Sn- oder Hf-Verbindungen
zugemischt werden.
Die erfindungsgemäßen Fasern, Beschichtungen oder Formkörper
können als funktionskeramische Werkstoffe Anwendung finden,
wobei in erster Linie deren piezoelektrische Eigenschaften
gefragt sind und nicht so sehr, im Falle der Fasern, die me
chanisch verstärkenden. Bei Nutzung der piezoelektrischen
Eigenschaften sind sensorische (Änderung des elektrischen
Feldes bei mechanischer Belastung) und aktuatorische Anwen
dungen möglich. Als sensorische Anwendung kommt z. B. die De
tektion von Materialschäden (in Kunststoffen nach Steinschlä
gen) in Frage. Dazu werden PZT-Fasern, auch in Form von Netz
strukturen, in diese (z. B. Flugzeugflügel) eingearbeitet. Für
die Detektion von Materialschäden ist der Einsatz von PZT-
Pulver ungeeignet, da wegen der örtlichen Bestimmung des
Schadens isolierte Stränge bzw. Netzstrukturen erforderlich
sind.
Claims (25)
1. Formkörper auf der Basis von PZT (Pb(Zr,Ti)O3, Bleizirko
nat-Bleititanat), dadurch erhältlich, daß man organische Zir
koniumverbindungen der allgemeinen Formel (I),
Zr(OR1)4 (I)und organische Titanverbindungen der allgemeinen Formel (II),Ti(OR2)4 (II),in denen die Reste R1 und R2 jeweils gleich oder verschie
den sind und geradkettige, verzweigte oder cyclische Alkyl-
Reste mit 1 bis 10 Kohlenstoff-Atomen bedeuten,
getrennt oder zusammen und bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II) mit 0 bis 4 Mol eines Alkohols oder einer Mi schung von Alkoholen der allgemeinen Formel (III) und/oder (IV) versetzt,R3-X-R4-OH (III)R3-CX-R4-OH (IV)in der R3 einen geradkettigen, verzweigten oder cyclischen Alkyl-Rest mit 1 bis 10 Kohlenstoff-Atomen bedeutet, R4 einen Alkylen-Rest mit 2 bis 4 Kohlenstoff-Atomen darstellt und X gleich O, S oder NR5 ist, mit R5 gleich Wasserstoff oder Alkyl mit 1 bis 4 Kohlenstoff-Atomen,
daß man die resultierenden Mischung(en) oder die Verbindungen (I) und (II) getrennt oder zusammen und bezogen auf jeweils 1 Mol der Verbindungen (I) und (II) mit 1 bis 3 Molen einer oder mehrerer Carbonsäuren mit 2 bis 10 Kohlenstoff-Atomen versetzt, daß man alles, bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II), mit 1 bis 1.5 Mol eines oder mehrerer Pb(II)- und/oder Pb(IV)-Carboxylate vermischt, die sich von substitu ierten oder unsubstituierten, einwertigen oder mehrwertigen, gesättigten oder ungesättigten, geradkettigen, verzweigten, cyclischen oder aromatischen Carbonsäuren oder Hydroxycarbon säuren mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen ableiten, daß man die Mischung einer hydrolytischen Kondensation unterzieht, daß man die flüchtigen Anteile entfernt, daß man die resultie rende, bei Raumtemperatur feste Masse erhitzt, bis eine hoch viskose Flüssigkeit entsteht, daß man diese Flüssigkeit zu Formkörpern verarbeitet, und daß man die Formkörper auf Tem peraturen von mindestens 500°C erhitzt.
getrennt oder zusammen und bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II) mit 0 bis 4 Mol eines Alkohols oder einer Mi schung von Alkoholen der allgemeinen Formel (III) und/oder (IV) versetzt,R3-X-R4-OH (III)R3-CX-R4-OH (IV)in der R3 einen geradkettigen, verzweigten oder cyclischen Alkyl-Rest mit 1 bis 10 Kohlenstoff-Atomen bedeutet, R4 einen Alkylen-Rest mit 2 bis 4 Kohlenstoff-Atomen darstellt und X gleich O, S oder NR5 ist, mit R5 gleich Wasserstoff oder Alkyl mit 1 bis 4 Kohlenstoff-Atomen,
daß man die resultierenden Mischung(en) oder die Verbindungen (I) und (II) getrennt oder zusammen und bezogen auf jeweils 1 Mol der Verbindungen (I) und (II) mit 1 bis 3 Molen einer oder mehrerer Carbonsäuren mit 2 bis 10 Kohlenstoff-Atomen versetzt, daß man alles, bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II), mit 1 bis 1.5 Mol eines oder mehrerer Pb(II)- und/oder Pb(IV)-Carboxylate vermischt, die sich von substitu ierten oder unsubstituierten, einwertigen oder mehrwertigen, gesättigten oder ungesättigten, geradkettigen, verzweigten, cyclischen oder aromatischen Carbonsäuren oder Hydroxycarbon säuren mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen ableiten, daß man die Mischung einer hydrolytischen Kondensation unterzieht, daß man die flüchtigen Anteile entfernt, daß man die resultie rende, bei Raumtemperatur feste Masse erhitzt, bis eine hoch viskose Flüssigkeit entsteht, daß man diese Flüssigkeit zu Formkörpern verarbeitet, und daß man die Formkörper auf Tem peraturen von mindestens 500°C erhitzt.
2. Formkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
es sich um Fasern, Folien oder Beschichtungen handelt.
3. Formkörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß das molare Verhältnis Ti:Zr 47 : 53 beträgt.
4. Formkörper nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Bleicarboxylat
um ein Bleiacetat der allgemeinen Formel (V) handelt,
Pb(O-CO-CH3)1·mPbO·nH2O (V),in der 1 = 2 oder 4 ist, und m = 0 bis 2 und n = 0 bis 10 be
deutet.
5. Formkörper nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß er mit Fremdmetallen dotiert
ist.
6. Formkörper nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß Pb ⁺ ⁺ teilweise durch Mg ⁺ ⁺
und/oder Ca ⁺ ⁺ und/oder Sr ⁺ ⁺ und/oder Ba ⁺ ⁺ substituiert ist.
7. Formkörper nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß Zr4 ⁺ und/oder Ti4 ⁺ teilweise
durch Sn4 ⁺ und/oder Hf4 ⁺ substituiert sind.
8. Verfahren zur Herstellung von Formkörpern nach einem oder
mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
man organische Zirkoniumverbindungen der allgemeinen Formel
Zr(OR1)4 (I)und organische Titanverbindungen der allgemeinen Formel (II),Ti(OR2)4 (II)in denen die Reste R1 und R2 jeweils gleich oder verschie
den sind und geradkettige, verzweigte oder cyclische Alkyl-
Reste mit 1 bis 10 Kohlenstoff-Atomen bedeuten,
getrennt oder zusammen und bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II) mit 0 bis 4 Mol eines Alkohols oder einer Mi schung von Alkoholen der allgemeinen Formel (III) und/oder (IV) versetzt,R3-X-R4-OH (III)R3-CX-R4-OH (IV)in der R3 einen geradkettigen, verzweigten oder cyclischen Alkyl-Rest mit 1 bis 10 Kohlenstoff-Atomen bedeutet, R4 einen Alkylen-Rest mit 2 bis 4 Kohlenstoff-Atomen darstellt und X gleich O, S oder NR5 ist, mit R5 gleich Wasserstoff oder Alkyl mit 1 bis 4 Kohlenstoff-Atomen,
daß man die resultierenden Mischung(en) oder die Verbindungen (I) und (II) getrennt oder zusammen und bezogen auf jeweils 1 Mol der Verbindungen (I) und (II) mit 1 bis 3 Molen einer oder mehrerer Carbonsäuren mit 2 bis 10 Kohlenstoff-Atomen versetzt, daß man alles, bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II), mit 1 bis 1.5 Mol eines oder mehrerer Pb(II)- und/oder Pb(IV)-Carboxylate vermischt, die sich von substitu ierten oder unsubstituierten, einwertigen oder mehrwertigen, gesättigten oder ungesättigten, geradkettigen, verzweigten, cyclischen oder aromatischen Carbonsäuren oder Hydroxycarbon säuren mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen ableiten, daß man die Mischung einer hydrolytischen Kondensation unterzieht, daß man die flüchtigen Anteile entfernt, daß man die resultieren de, bei Raumtemperatur feste Masse erhitzt, bis eine hochvis kose Flüssigkeit entsteht, daß man diese Flüssigkeit zu Form körpern verarbeitet, und daß man die Formkörper auf Tempera turen von mindestens 500°C erhitzt.
getrennt oder zusammen und bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II) mit 0 bis 4 Mol eines Alkohols oder einer Mi schung von Alkoholen der allgemeinen Formel (III) und/oder (IV) versetzt,R3-X-R4-OH (III)R3-CX-R4-OH (IV)in der R3 einen geradkettigen, verzweigten oder cyclischen Alkyl-Rest mit 1 bis 10 Kohlenstoff-Atomen bedeutet, R4 einen Alkylen-Rest mit 2 bis 4 Kohlenstoff-Atomen darstellt und X gleich O, S oder NR5 ist, mit R5 gleich Wasserstoff oder Alkyl mit 1 bis 4 Kohlenstoff-Atomen,
daß man die resultierenden Mischung(en) oder die Verbindungen (I) und (II) getrennt oder zusammen und bezogen auf jeweils 1 Mol der Verbindungen (I) und (II) mit 1 bis 3 Molen einer oder mehrerer Carbonsäuren mit 2 bis 10 Kohlenstoff-Atomen versetzt, daß man alles, bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II), mit 1 bis 1.5 Mol eines oder mehrerer Pb(II)- und/oder Pb(IV)-Carboxylate vermischt, die sich von substitu ierten oder unsubstituierten, einwertigen oder mehrwertigen, gesättigten oder ungesättigten, geradkettigen, verzweigten, cyclischen oder aromatischen Carbonsäuren oder Hydroxycarbon säuren mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen ableiten, daß man die Mischung einer hydrolytischen Kondensation unterzieht, daß man die flüchtigen Anteile entfernt, daß man die resultieren de, bei Raumtemperatur feste Masse erhitzt, bis eine hochvis kose Flüssigkeit entsteht, daß man diese Flüssigkeit zu Form körpern verarbeitet, und daß man die Formkörper auf Tempera turen von mindestens 500°C erhitzt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
man die hochviskose Flüssigkeit zu Fasern, Folien oder Be
schichtungen verarbeitet.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet,
daß man Verbindungen der Formel (I) und/oder (II) einsetzt,
in der R1 und/oder R2 Alkyl-Reste mit 2 bis 5 Kohlenstoff-
Atomen bedeutet.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis
10, dadurch gekennzeichnet, daß man Carbonsäuren mit 2 bis 6
Kohlenstoff-Atomen einsetzt.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis
11, dadurch gekennzeichnet, daß man als Bleicarboxylat ein
Bleiacetat der allgemeinen Formel V einsetzt,
Pb(O-CO-CH3)1·mPbO·nH2O (V),in der 1 = 2 oder 4, m = 0 bis 2 und n = 0 bis 10 bedeutet.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis
12, dadurch gekennzeichnet, daß man Pb(O-CO-CH3)2·3H2O ein
setzt.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis
13, dadurch gekennzeichnet, daß man die hydrolytische Konden
sation durch Zugabe von Wasser oder Wasserdampf durchführt.
15. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis
14, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verbindungen (I) und
(II) in einem molaren Verhältnis von 53 : 47 einsetzt.
16. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis
15, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Dotierung der Form
körper die Mischung(en) und/oder die hochviskose Flüssigkeit
mit Fremdmetallverbindungen versetzt.
17. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis
16, dadurch gekennzeichnet, daß man zur teilweisen Substitu
tion des Pb2 ⁺ die Mischung(en) und/oder die hochviskose Flüs
sigkeit mit Mg(II)- und/oder Ca(II)- und/oder Sr(II)-
und/oder Ba(II)verbindungen versetzt.
18. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis
17, dadurch gekennzeichnet, daß man zur teilweisen Substitu
tion des Zr4 ⁺ und/oder Ti4 ⁺ die Mischung(en) und/oder die
hochviskose Flüssigkeit mit Sn(IV)- und/oder
Hf(IV)verbindungen versetzt.
19. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis
18, dadurch gekennzeichnet, daß man die hochviskose Flüssig
keit vor der Formgebung mit Lösungsmittel verdünnt.
20. Zwischenprodukt zur Herstellung von Formkörpern auf der
Basis von PZT (Pb(Zr,Ti)O3, Bleizirkonat-Bleititanat), da
durch erhältlich, daß man organische Zirkoniumverbindungen
der allgemeinen Formel (I),
Zr(OR1)4 (I)und organische Titanverbindungen der allgemeinen Formel (II),Ti(OR2)4 (II),in denen die Reste R1 und R2 jeweils gleich oder verschie
den sind und geradkettige, verzweigte oder cyclische Alkyl-
Reste mit 1 bis 10 Kohlenstoff-Atomen bedeuten,
getrennt oder zusammen und bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II) mit 0 bis 4 Mol eines Alkohols oder einer Mi schung von Alkoholen der allgemeinen Formel (III) und/oder (IV) versetzt,R3-X-R4-OH (III)R3-CX-R4-OH (IV)in der R3 einen geradkettigen, verzweigten oder cyclischen Alkyl-Rest mit 1 bis 10 Kohlenstoff-Atomen bedeutet, R4 einen Alkylen-Rest mit 2 bis 4 Kohlenstoff-Atomen darstellt und X gleich O, S oder NR5 ist, mit R5 gleich Wasserstoff oder Alkyl mit 1 bis 4 Kohlenstoff-Atomen,
daß man die resultierenden Mischung(en) oder die Verbindungen (I) und (II) getrennt oder zusammen und bezogen auf jeweils 1 Mol der Verbindungen (I) und (II) mit 1 bis 3 Molen einer oder mehrerer Carbonsäuren mit 2 bis 10 Kohlenstoff-Atomen versetzt, daß man alles, bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II), mit 1 bis 1.5 Mol eines oder mehrerer Pb(II)- und/oder Pb(IV)-Carboxylate vermischt, die sich von substituierten oder unsubstituierten, einwertigen oder mehr wertigen, gesättigten oder ungesättigten, geradkettigen, ver zweigten, cyclischen oder aromatischen Carbonsäuren oder Hydroxycarbonsäuren mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen ableiten, daß man die Mischung einer hydrolytischen Kondensation unter zieht, und daß man die flüchtigen Anteile entfernt.
getrennt oder zusammen und bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II) mit 0 bis 4 Mol eines Alkohols oder einer Mi schung von Alkoholen der allgemeinen Formel (III) und/oder (IV) versetzt,R3-X-R4-OH (III)R3-CX-R4-OH (IV)in der R3 einen geradkettigen, verzweigten oder cyclischen Alkyl-Rest mit 1 bis 10 Kohlenstoff-Atomen bedeutet, R4 einen Alkylen-Rest mit 2 bis 4 Kohlenstoff-Atomen darstellt und X gleich O, S oder NR5 ist, mit R5 gleich Wasserstoff oder Alkyl mit 1 bis 4 Kohlenstoff-Atomen,
daß man die resultierenden Mischung(en) oder die Verbindungen (I) und (II) getrennt oder zusammen und bezogen auf jeweils 1 Mol der Verbindungen (I) und (II) mit 1 bis 3 Molen einer oder mehrerer Carbonsäuren mit 2 bis 10 Kohlenstoff-Atomen versetzt, daß man alles, bezogen auf 1 Mol der Verbindungen (I) plus (II), mit 1 bis 1.5 Mol eines oder mehrerer Pb(II)- und/oder Pb(IV)-Carboxylate vermischt, die sich von substituierten oder unsubstituierten, einwertigen oder mehr wertigen, gesättigten oder ungesättigten, geradkettigen, ver zweigten, cyclischen oder aromatischen Carbonsäuren oder Hydroxycarbonsäuren mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen ableiten, daß man die Mischung einer hydrolytischen Kondensation unter zieht, und daß man die flüchtigen Anteile entfernt.
21. Zwischenprodukt nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet,
daß das molare Verhältnis von Ti:Zr 47 : 53 beträgt.
22. Zwischenprodukt nach Anspruch 20 oder 21, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Bleicarboxylat ein Bleiacetat der allgemei
nen V ist,
Pb(O-CO-CH3)1·mPbO·nH2O (V),in der 1 = 2 oder 4, m = 0 bis 2 und n = 0 bis 10 bedeutet.
23. Zwischenprodukt nach einem oder mehreren der Ansprüche 20
bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß es mit Fremdmetallen do
tiert ist.
24. Zwischenprodukt nach einem oder mehreren der Ansprüche 20
bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß Pb2 ⁺ teilweise durch Mg2 ⁺
und/oder Ca2 ⁺ und/oder Sr2 ⁺ und/oder Ba2 ⁺ substituiert ist.
25. Zwischenprodukt nach einem oder mehreren der Ansprüche 20
bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß Zr4 ⁺ und/oder Ti4 ⁺ teil
weise durch Sn4 ⁺ und/oder Hf4 ⁺ substituiert sind.
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