DE4331802A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Zwirns - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines ZwirnsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Her
stellung eines Zwirns mit den Merkmalen aus dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie eine
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens mit
den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patent
anspruchs 2.
Ein derartiges Verfahren sowie eine Vorrichtung
zu seiner Durchführung ist in der DE-37 21 364 C2
beschrieben. Bei diesem bekannten Verfahren wird
in den vom Fadenballon begrenzten Raum ein
strömungsfähiges Medium störungsfrei eingeleitet,
indem der Spindelrotor mehrere speichenförmig
angeordnete Leitschaufeln aufweist und der Faden
leitkanal durch eine dieser Leitschaufeln ver
läuft. Als Mediumsstrom der in den vom Faden
ballon definierten Raum eingeleitet werden soll,
ist im Falle einer Doppeldraht-Zwirnspindel auf
klimatisierte Luft aber auch auf zweiphasige Medien,
wie in Luft suspendierende Tropfen, hingewiesen, die
spezielle Effekte auf das Garn ausüben sollen. Es
ist auch angegeben, daß mit diesem Verfahren Faser
material eingespeist werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren zur Herstellung eines Zwirns aus
mindestens zwei Garnkomponenten gemäß dem Ober
begriff des Patentanspruchs 1 zu schaffen, bei dem
der Zwirnspindel lediglich aufgelöstes Faser
material zugeführt wird und der fertige Zwirn aus
der Spindel abgezogen wird.
In der DE-OS 17 85 366, die bereits aus dem Jahre
1972 stammt, ist ein Spinnverfahren beschrieben, das
zu diesem Zeitpunkt noch als "Elementenspinnen"
bezeichnet wird, bei dem Fasermaterial zu einem
Faserband geordnet wird, welches in die Form eines
rotierenden Ballons gebracht wird, in welchem dem
Faserband pro Umdrehung des Ballons mindestens
zwei Drehungen erteilt werden und das entstehende
Garn abgezogen wird. Die Einrichtung zur Durch
führung dieses bekannten Spinnverfahrens besitzt
eine auf einer Spindel angeordnete Spinnkammer, in
welche das Fasermaterial durch ein koaxial zur
Spindelachse verlaufendes Fasereingangsrohr und
einen radial durch den Spindelrotor verlaufenden
Kanal eingeführt wird. Innerhalb der Spinnkammer
befindet sich ein Sammelring für das Fasermaterial,
das dort wieder zu einer Lunte geformt wird.
Das aus dem Streckwerk austretende Faserband wird
durch einen in der Spindelachse liegenden Kanal
geführt, in dem es eine erste Drehung erhält und aus
dem es in radialer Richtung austritt und in einen
die Spinnkammer umgebenden rotierenden Ballon
eintritt, in dem es die zweite Drehung erhält.
Dieser Gedanke wird in der DE 40 23 397 A1 aus dem
Jahre 1992 wieder aufgegriffen, in dem wiederum
ein Verfahren zum Spinnen von Fasern zu Garn sowie
eine Spinnvorrichtung zur Durchführung des Ver
fahrens beschrieben wird, bei dem Fasermaterial
einem Spinnrotor zugeführt wird und das abgezogene
Garn von der Abzugsöffnung in einen koaxial zum
Spinnrotor mit umgekehrtem Drehsinn rotierenden
Bogen außen um den Spinnrotor herum- und abgeführt
wird. Bei einer Einrichtung zur Durchführung
dieses bekannten Spinnverfahrens ist der Spinn
rotor in einem Doppeldrahtrotor gelagert, der
seinerseits in einem stationären Gehäuse drehbar
gelagert ist. Der vom Spinnrotor abgezogene Faden
wird durch ein in dem Doppeldrahtrotor angeordneten,
in einem Bogen außen um den Spinnrotor herum
laufenden Abzugskanal zur gemeinsamen Achse des
Spinnrotors und des Doppeldrahtrotors zurück
geführt und durch die Antriebsvorrichtung des
Doppeldrahtrotors hindurch nach oben abgeführt.
Dabei wird dem Faden eine zweite Drehung auf
geprägt. Das Fasermaterial wird dem Spinnrotor
durch einen Zufuhrkanal im Doppeldrahtrotor zu
geführt, dessen Aufnahmeöffnung symmetrisch und
dessen Ausgabeöffnung exzentrisch zur Achse des
Doppeldrahtrotors liegt.
In der DD-88001 ist schließlich ein Verfahren zur
Herstellung eines aus mindestens zwei gesponnenen
Garnen bestehenden Textilfadens beschrieben, bei
dem zwei übereinander angeordnete Rotor-Spinn
vorrichtungen verwendet werden, wobei das Faden
abzugsrohr der oberen Rotor-Spinnvorrichtung in
den Rotor der unteren Rotor-Spinnvorrichtung
hineingeführt ist und koaxial zum Fadenabzugsrohr
der unteren Rotor-Spinnvorrichtung angeordnet ist,
Der in der oberen Rotor-Spinnvorrichtung erzeugte
Faden wird mit dem in der unteren Rotor-Spinn
vorrichtung erzeugten Faden zusammengeführt und
von diesem umwunden. Ein Fadenballon wird bei
diesem bekannten Verfahren nicht erzeugt.
Die Lösung der oben angegebenen Aufgabe erfolgt
nach der Erfindung verfahrensgemäß mit den
Merkmalen aus dem kennzeichnenden Teil des Patent
anspruchs 1. Eine Vorrichtung zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens ist in Patentanspruch
2 beschrieben. Vorteilhafte Weiterbildungen der
Vorrichtung sind in den abhängigen Ansprüchen
beschrieben.
Bei üblichen Zwirnverfahren sind oberhalb des
Spindelrotors innerhalb des vom Fadenballon
definierten Raums Lieferspulen angeordnet, die den
zu verzwirnenden Garnvorrat tragen. Will man einen
Zwirn direkt aus aufgelöstem Fasermaterial her
stellen, so besteht ein erstes zu lösendes Problem
darin, das aufgelöste Fasermaterial in den vom
Fadenballon definierten Raum einzuleiten. Diese
Aufgabe ist prinzipiell für andere Zwecke gelöst,
wie in der eingangs erwähnten DE 37 21 364 C2
beschrieben. Ausgehend von diesem Stand der
Technik besteht der Grundgedanke der Erfindung
darin, das in die Zwirnspindel eingeleitete Faser
material direkt zur Herstellung eines Zwirns aus
mindestens zwei Garnkomponenten zu verwenden und
dieses Fasermaterial so zuzuführen, daß es einer
seits den Fadenballon nicht stört und andererseits
genügend Raum vorhanden ist, um wie notwendig
innerhalb des vom Fadenballon definierten Raumes
mehrere Spinnvorrichtungen unterzubringen, denen
das Fasermaterial in voneinander getrennten
Strömen zugeführt wird, während die abgezogenen
Fäden gemeinsam durch die Spindelhohlachse und
den Fadenballon geführt werden. Um genügend Raum
zu schaffen und eine Störung des Fadenballons mit
Sicherheit zu vermeiden, werden bei dem er
findungsgemäßen Verfahren die Teilströme des
aufgelösten Fasermaterials im wesentlichen im
Bereich der vom umlaufenden Faden definierten
Hüllkurve des Fadenballons nach oben geführt,
wobei sie mit der gleichen Drehgeschwindigkeit
wie der Faden umlaufen und sich stets in gleich
bleibendem Abstand von ihm befinden. Auf diese
Weise ist es möglich, jeden der Teilströme bis
zu einer vorgegebenen Höhe zu führen, von der aus
er dann in radialer Richtung nach innen der ihm
zugeordneten Spinnvorrichtung zugeführt werden
kann.
Durch diese Führung wird genügend Raum geschaffen,
daß innerhalb des vom Fadenballon definierten
Raumes an sich bekannte Spinnvorrichtungen, wie
beispielsweise Rotor-Spinnvorrichtungen nebst
ihren Antriebsvorrichtungen und den notwendigen
Einrichtungen zur Energiezuführung und Faden
abführung angeordnet werden können.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann beispiels
weise so ausgebildet sein, daß die abgezogenen
Fäden aus dem Fadenleitkanal in ein einerseits
am Spindelrotor befestigtes und mit diesem
mitrotierendes und andererseits zum Zentrierpunkt
führendes Fadenleitrohr geführt werden und durch
dieses Fadenleitrohr zum Zentrierpunkt gefördert
werden, während die Teilströme aus aufgelöstem
Fasermaterial in Zweigleitungen nach oben
geführt werden, die ebenfalls als am Spindelrotor
befestigte und mit diesem mitrotierende Rohre
ausgebildet sind, die in analoger Weise wie das
Fadenleitrohr und in vorgegebenen Winkelabständen
von diesem nach oben geführt werden.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in an sich
bekannter Weise der die Spindel umgebende Ballon
begrenzer fest mit dem Spindelrotor verbunden, so
daß er mitrotiert. Der Spindelrotor bildet somit
den Boden eines geschlossenen Topfes der eine
zylindrische Wand aufweist und an seiner Ober
seite mit einem Deckel abgeschlossen ist, in dem
die Fadenaustrittsöffnung angeordnet ist. Bei
dieser Ausführungsform legt sich der den Ballon
bildende Abschnitt des nach oben geführten Zwirn
fadens an die Innenseite des mitrotierenden Ballon
begrenzers an, und die Teilströme des Fasermaterials
werden innerhalb der zylindrischen Wand in dort
angeordneten Zweigleitungen nach oben zu den
Spinnvorrichtungen geführt. Wie weiter unten
anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben,
ist es zweckmäßig, innerhalb des durch den
Spindelrotor, den mitrotierenden Ballonbegrenzer
und den Deckel gebildeten Topfes einen Unterdruck
zu erzeugen.
Im folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren
anhand eines in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiels für eine Vorrichtung zu seiner
Durchführung näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen
Fig. 1 in perspektivischer Ansicht außen eine
Vorrichtung zur Erzeugung eines Zwirns mit zwei
Garnkomponenten aus aufgelöstem Fasermaterial;
Fig. 2 einen Vertikalschnitt durch einen Teil
der Vorrichtung nach Fig. 1;
Fig. 3 im vertikalen Teilschnitt das untere Teil
der Vorrichtung nach Fig. 2 in einer detaillier
teren Darstellung.
Die in den Zeichnungen dargestellte Vorrichtung
besitzt einen Spindelrotor 1, der mit seinem
zentralen Hohlschaft 1.1 über Lager 4 drehbar in
einem Maschinengestell, beispielsweise einer
Spindelbank B gelagert ist. Am unteren Ende des
Hohlschaftes 1.1. ist, wie bei Doppeldraht-
Zwirnspindeln üblich, ein Wirtel 5 für den An
griff eines Antriebsriemens angeordnet. Selbst
verständlich kann an dieser Stelle auch direkt
ein Antriebsmotor angeordnet sein.
Der Spindelrotor 1 bildet den Boden eines ge
schlossenen Topfes mit einer zylindrischen Wand
2, die an ihrer Unterseite fest mit dem Spindel
rotor 1 verbunden ist und einem über Dichtungen
3.2 auf die zylindrische Wand aufgesetzten Deckel
3, der an seinem höchsten Punkt auf der Mittel
achse des Topfes eine Fadenaustrittsöse 3.1 auf
weist.
Der Spindelrotor 1 besitzt an seiner Oberseite
die zentrale Spindelhohlachse 1.2, an die sich
über eine erste Umlenköse 1.3 der radial innerhalb
des Spindelrotors 1 nach außen geführte Faden
leitkanal 1.4 anschließt, an dessen unmittelbar
vor der Innenfläche der zylindrischen Wand 2
liegendem Austrittsende eine zweite Umlenköse
1.5 angeordnet ist.
Auf dem Spindelrotor 1 ist über ein Drehlager
14 der Stator 7 einer ersten Rotor-Spinnvorrichtung
gelagert, auf dem über ein Drehlager 15 der Rotor
8 angeordnet ist. Auf dem Stator 7 stützt sich
über ein Lager 16 drehbar eine Trägerhülse 9 ab,
an deren oberem Ende wiederum über ein Drehlager
17 der Stator 10 einer zweiten Rotor-Spinnvorrich
tung angeordnet ist, in dem über ein Drehlager
18 der Rotor 11 dieser Rotor-Spinnvorrichtung
gelagert ist. Die beiden Statoren 7 und 10 werden
über berührungslos von außen einwirkende Permanent
magneteinheiten 12 bzw. 13 in einer festen Lage
gegenüber dem Maschinenständer B festgehalten. Die
erste Rotor-Spinnvorrichtung besitzt einen zwischen
Stator 7 und Rotor 8 angeordneten elektrischen
Antriebsmotor 19, während die zweite Rotor-
Spinnvorrichtung entsprechend einen elektrischen
Antriebsmotor 20 aufweist. Die Zuführung der
elektrischen Antriebsenergie erfolgt durch den
Spindelrotor 1 über einen Schleifringkontakt 21.1
zu einer im Stator 7 verlaufenden Zuleitung 21.2
sowie über einen Schleifringkontakt 21.3 über eine
in der Trägerhülse 9 verlaufende Zuleitung 21.4
und einen weiteren Schleifringkontakt 21.5 zu
einer im Stator 10 verlaufenden Zuleitung 21.6.
Dem ersten Schleifringkontakt 21.1 am Spindelrotor
1 wird die elektrische Energie über nicht dar
gestellte Zuleitungen und gegebenenfalls einen
weiteren Schleifringkontakt am zentralen Spindel
schaft 1.1 zugeführt. Selbstverständlich kann
die Zuführung und Übertragung der elektrischen
Energie zwischen den gegeneinander drehenden
Teilen auch auf andere Weise beispielsweise
mit induktiver Übertragung mittels eines Hoch
frequenz-Trägers erfolgen. Auch die dynamometrische
Energiewandlung kann zur Erzeugung und Zuführung
der notwendigen elektrischen Energie benutzt werden.
Die erste Rotor-Spinnvorrichtung trägt weiterhin
ein koaxial zur Spindelrotorachse angeordnetes
Fadenabführungsrohr 10.1, das mit dem Stator 10 ver
bunden ist und dessen oberes Ende in den Rotor 11
hineingeführt ist, während das untere Ende koaxial
zur Trägerhülse 9 von oben in den Rotor 8 der
anderen Rotor-Spinnvorrichtung hineingeführt ist
und koaxial zu dem Fadenabführungsrohr 7.1 dieser
Rotor-Spinnvorrichtung liegt, welches mit dem
Stator 7 verbunden ist, dessen oberes Ende in den
Rotor 8 hineingeführt ist und dessen unteres Ende
unmittelbar vor der Eintrittsöffnung der Spindel
hohlachse 1.2 liegt.
Die Zuführung des aufgelösten Fasermaterials zum
Spindelrotor 1 erfolgt über eine axial durch den
zentralen Hohlschaft 1.1 geführte Zuleitung 6,
die innerhalb des Spindelrotors 1 in nicht dar
gestellter Weise in zwei Zweigleitungen auf
geteilt ist, die radial nach außen verlaufen. So
besitzt die in Fig. 1 erkennbare erste Zweig
leitung einen ersten radial im Spindelrotor 1
nach außen verlaufenden Abschnitt 6.1, an den sich
ein innerhalb der zylindrischen Wand 2 nach oben
verlaufender Abschnitt 6.2 anschließt, der bis zu
einer vorgegebenen Höhe oberhalb des Rotors 8
der unteren Rotor-Spinnvorrichtung verläuft. An
den Abschnitt 6.2 schließt sich ein radial nach
innen geführtes Zuführungsrohr 6.3 an, das von
oben in den Rotor 8 hineingeführt ist.
Die andere Zweigleitung verläuft in ihrem unteren
nicht dargestellten Abschnitt ebenfalls im Spindel
rotor 1 radial nach außen und in einem zweiten
nur im oberen Bereich teilweise dargestellten
Abschnitt 6.4 in der zylindrischen Wand 2 nach oben
bis auf eine vorgegebene Höhe oberhalb des Spindel
rotors 11 der oberen Rotor-Spinnvorrichtung. An
dieser Stelle schließt sich das radial nach innen
verlaufende Zuführungsrohr 6.5 an, das von oben in
den Rotor 11 hineingeführt ist.
Aus Darstellungsgründen sind die beiden Zweig
leitungen 6.2 und 6.4 in Fig. 2 so dargestellt,
als ob sie an der gleichen Seite innerhalb der
zylindrischen Wand 2 nach oben verlaufen. Bei
einer praktischen Ausführungsform sind die ersten
Abschnitte der Zweigleitungen im Spindelrotor 1
in verschiedenen Richtungen radial nach außen
geführt, so daß die zweiten Abschnitte der Zweig
leitungen in Umfangsrichtung des Spindelrotors
gesehen um einen vorgegebenen Winkel gegenein
ander versetzt angeordnet sind. Dieser Winkel
kann beispielsweise 180° betragen. In diesem
Falle ist es zweckmäßig, wenn der in Fig. 1
ebenfalls in der Zeichenebene dargestellte Faden
leitkanal 1.4 beispielsweise unter einem Winkel
von 90° gegen die Zweigleitungen durch den
Spindelrotor 1 verläuft, so daß seine Austritts
öffnung 1.5 in Umfangsrichtung des Spindelrotors
gesehen um 90° gegen die zweiten Abschnitte der
Zweigleitungen 6.2 bzw. 6.4 versetzt angeordnet
ist.
Wie aus Fig. 3 ersichtlich, ist an das äußere
Ende der Zuleitung 6 für das Fasermaterial eine
an sich bekannte und im folgenden nicht näher
erläuterte Faserauflöseeinrichtung 24 ange
schlossen. Weiterhin ist um das Innere des aus dem
Spindelrotor 1, der zylindrischen Wand 2 und dem
Deckel 3 bestehenden Topfes unter Unterdruck
setzen zu können, durch die Wand des zentralen
Hohlschaftes 1.2 und den Antriebswirtel 5 eine
Unterdruckleitung 1.6 geführt, die stirnseitig am
Antriebswirtel 5 ausmündet und dort über ein
Verbindungselement 23 mit einer zu einer nicht
dargestellten Vakuumpumpe führenden Leitung
verbunden ist. Das innere Ende der Unterdruck
leitung 1.6 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel
an den Fadenleitkanal 1.4 angeschlossen. Selbst
verständlich kann die Verbindung der Unterdruck
leitung 1.6 mit dem Inneren des Topfes auch an
anderer Stelle geschehen. Da der gesamte Innen
raum des Topfes mit Ausnahme der Austrittsöse 3.1
im Deckel 3 geschlossen ist, wirkt sich der
entstehende Unterdruck auch im Bereich der Rotor-
Spinnvorrichtungen aus, um den durch die beiden
Zweigleitungen zugeführten Strom aus aufgelöstem
Fasermaterial in den Bereich der Rotor-Spinn
vorrichtungen zu fördern.
Wie aus Fig. 1 und 2 ersichtlich, ist die gesamte
Vorrichtung aus sicherheitstechnischen und
energetischen Gründen von einem fest mit dem
Maschinengestell B verbundenen Schutzzylinder 22
umgeben. Oberhalb der Vorrichtung ist ein Faden
aufwickelaggregat 25 bekannter Bauart angeordnet,
dem der aus der Austrittsöse 3.1 austretende Faden
über eine Vorrichtung 27 zum Abzug und zum
Fadenlängenausgleich und eine Umlenkrolle 26
zugeführt wird.
Im folgenden wird die Funktionsweise der in den
Fig. 1 bis 3 dargestellten Vorrichtung be
schrieben. Das durch die Zuleitung 6 zugeführte
Fasermaterial gelangt unter Einwirkung des Unter
drucks über die Zweigleitungen 6.1-6.2 bzw. 6.4 und
Zuführungsrohre 6.3 und 6.5 in die Rotoren 8 bzw. 11
der Rotor-Spinnvorrichtungen, in denen jeweils ein
Spinnfaden erzeugt wird. Der Faden aus der oberen
Rotor-Spinnvorrichtung wird durch das Faden
abführungsrohr 10.1 abgezogen und durch das Faden
abführungsrohr 7.1 hindurch der Eintrittsöffnung
an der Spindelhohlachse 1.2 zugeführt. In gleicher
Weise wird der im Rotor 8 erzeugte Spinnfaden durch
das Fadenabführungsrohr 7.1 zusammen mit dem
anderen Spinnfaden in die Spindelhohlachse 1.2
geführt. Beide Spinnfäden erfahren damit auch
gleichzeitig einen Umwindeprozeß und laufen
gemeinsam in die Zwirnzone ein. Im weiteren
Verlauf passiert der Zwirn den Fadenleitkanal 1.4
und tritt durch die Austrittsöse 1.5 in einen an der
Innenfläche der zylindrischen Wand 2 anliegenden
Fadenballon ein, aus dem er durch die Austrittsöse
3.1 am Deckel 3 heraus- und dem Fadenaufwickel
aggregat zugeführt wird. Die beiden Rotoren 8 und 11
können in der entgegengesetzten Drehrichtung oder
in der gleichen Drehrichtung wie der Spindelrotor 1
rotieren.
Die laufenden Rotoren 8 und 10 der Rotor-Spinn
vorrichtungen stützen sich auf den durch die
Permanentmagneteinheiten 12 und 13 festgehaltenen
Statoren 7 bzw. 10 ab. Das untere Zuführungsrohr
6.3 ist durch die Trägerhülse 9 hindurchgeführt,
die dadurch zusammen mit dem Spindelrotor 1 gegen
über den feststehenden Statoren 7 und 10 rotiert.
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung eines Zwirns mittels
eines Spindelrotors, der einen sich an die
Spindelhohlachse anschließenden, im wesentlichen
radial nach außen geführten Fadenleitkanal
für einen Faden aufweist, welcher nach dem
Austritt aus dem Fadenleitkanal unter
Ballonbildung zu einem in der Verlängerung
der Spindelhohlachse liegenden Zentrierpunkt
weitergeführt wird, wobei in den, durch den
Fadenballon definierten Raum aufgelöstes
Fasermaterial eingeleitet wird, das in axialer
Richtung durch den Spindelrotor hindurchgeführt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß der axial
zugeführte Strom von aufgelöstem Fasermaterial in
mindestens zwei Teilströme aufgeteilt wird,
welche jeweils zunächst radial nach außen geführt
und anschließend gleichsinnig mit dem Faden und
in gleichbleibendem Abstand von ihm im
Fadenballon umlaufend im wesentlichen parallel
zur Spindelhohlachse jeweils bis zu einer
vorgegebenen Höhe nach oben geführt, dann im
wesentlichen radial nach innen und jeweils einer
innerhalb des Fadenballons angeordneten
Spinnvorrichtung zugeführt werden, aus welcher
jeweils ein Faden abgezogen und in axialer
Richtung nach unten geführt wird, wobei die
abgezogenen Fäden gemeinsam der Spindelhohlachse
zugeführt werden.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
nach Anspruch 1 mit mindestens einem drehbar
in einem Maschinengestell gelagerten, antreib
baren Spindelrotor, der eine Spindelhohlachse
aufweist, an die sich ein im wesentlichen
radial nach außen geführter Fadenleitkanal für
einen Faden anschließt, welcher nach dem Austritt
aus dem Fadenleitkanal unter Ballonbildung zu
einem, in der Verlängerung der Spindelhohlachse
liegenden Zentrierpunkt und danach zu einem
Fadenaufwickelaggregat weitergeführt wird, und
mit einer Einrichtung zum Einleiten von
aufgelöstem Fasermaterial in den durch den
Fadenballon definierten Raum, welche eine von
unten koaxial in den Spindelrotor hineingeführte
Zuleitung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß
am Spindelrotor ein sich an die Austrittsöffnung
des Fadenleitkanals anschließendes, zum
Zentrierpunkt führendes Fadenleitelement fest
angeordnet ist und die Zuleitung für das
Fasermaterial innerhalb des Spindelrotors in
mindestens zwei Zweigleitungen aufgeteilt ist,
deren erster Abschnitt jeweils radial nach außen
geführt ist und deren, mit dem Spindelrotor fest
verbundener zweiter Abschnitt parallel zur
Spindelhohlachse bis zu einer jeweils vor
gegebenen Höhe nach oben geführt ist, und sich
an jede der Zweigleitungen ein im wesentlichen
radial nach innen geführtes Zuführungsrohr
anschließt, das in jeweils eine innerhalb des
Fadenballons angeordnete Spinnvorrichtung
einmündet, wobei die Spinnvorrichtungen über
einander angeordnet sind und jeweils koaxial
zueinander und zur Eintrittsöffnung der
Spindelhohlachse verlaufende Fadenabführungs
rohre aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Spindelrotor den Boden
eines geschlossenen Topfes bildet, der eine
zylindrische Wand und einen Deckel mit einer
axial angeordneten, den Zentrierpunkt bildenden
Fadenaustrittsöffnung aufweist, und die
Austrittsöffnung des Fadenleitkanals unmittelbar
vor der, das Fadenleitelement darstellenden
Innenfläche der Wand liegt, während die
zweiten Abschnitte der Zweigleitungen innerhalb
der zylindrischen Wand angeordnet sind und die
Spinnvorrichtungen innerhalb des Topfes
angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß an der Unterseite des Spindel
rotors koaxial außerhalb der Zuleitung für das
Fasermaterial ein Ringkanal angeordnet ist, der
mit dem Innenraum des Topfes verbunden ist und
an den eine Vorrichtung zur Erzeugung eines
Unterdrucks anschließbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spinnvorrich
tungen Rotor-Spinnvorrichtungen sind, die
jeweils einen Rotor aufweisen, in den das
Zuführungsrohr hineingeführt ist, sowie einen
Stator, auf dem der Rotor gelagert ist und an
dem die Antriebsvorrichtung für den Rotor
angeordnet ist, wobei der Stator über eine
berührungslos wirksame Halteeinrichtung gegen
Drehung gesichert ist und das mit dem Stator
fest verbundene Fadenabführungsrohr koaxial
durch Rotor und Stator verläuft.
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| ITGE940098A0 (it) | 1994-08-31 |
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