DE4331609C2 - Vorrichtung zum Biegen von Rohren - Google Patents
Vorrichtung zum Biegen von RohrenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Biegen von Rohren
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Zum Biegen von Rohren mit einem kreisförmigen oder rechteckigen
Querschnitt ist es bekannt, Biegevorrichtungen mit Biegebacken
einzusetzen, über welche das Rohr in die gewünschte Form gebogen
wird. Um zu verhindern, daß beim Biegen der kreisförmige bzw.
rechteckige Querschnitt im gekrümmten Teil des Rohres in einen
ovalen Querschnitt übergeht bzw. im Zugbereich einschnürt,
werden Biegedorne verwendet, über die sich während des
Biegevorganges das Rohr hinwegschiebt. Derartige Biegedorne
stützen zwar das Rohr von innen her ab, entwickeln jedoch eine
verhältnismäßig starke Reibung im Rohr.
Gegenstand der EP-PS 0 099 714 A1 ist ein Rohrbiegeverfahren, bei dem
das Rohr mit einer Druckflüssigkeit gefüllt wird. Die einzige
Biegekraft soll dabei auf die an den Enden des Rohres
angebrachten Kappen zur Einwirkung gebracht werden, wobei das
Rohr ohne Hilfe eines Formwerkzeugs gebogen wird. Abgesehen
davon, daß dieses Verfahren keine hohen Stückzahlen erlaubt, hat
es den Nachteil unbefriedigender Maßhaltigkeit der fertig
gebogenen Rohre.
Eine Vorrichtung der im Patentanspruch 1 angegebenen Gattung ist
aus dem deutschen Gebrauchsmuster DE-GM 19 46 573 bekannt. Dieses
zeigt und beschreibt jedoch lediglich die mechanische Ausbildung
des Obergesenks und des Untergesenks, an dem zwei
Biegehalbschalen schwenkbar angebracht sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
anzugeben, mit der Rohre industriell in großen Stückzahlen je
Zeiteinheit gefertigt werden können, die über ihre ganze Länge
und insbesondere in den Krümmungsbereichen frei von Formfehlern
und Faltenbildungen sind, einen gleichbleibenden Wandstärkenver
lauf haben und höchste Maßgenauigkeit besitzen.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den kennzeichnenden
Merkmalen des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen
sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die wesentlichen Merkmale der Erfindung liegen somit darin, daß
die Rohre in einem Formwerkzeug gebogen werden, wobei zum Aufbau
einer inneren Stützkraft ein verhältnismäßig großer
Flüssigkeitsdruck im Rohr aufgebaut wird, der während des
gesamten Biegevorgangs konstant gehalten wird, wobei
gleichzeitig eine Zugspannung erzeugt wird. Auf diese Weise
können Rohre hergestellt werden, die höchsten Ansprüchen
bezüglich Wiederholgenauigkeit, Maßhaltigkeit und konstanter
Wandstärke genügen. Aufgrund ihrer großen Stückleistung eignet
sich die Vorrichtung hervorragend zur Integration in eine
Fertigungsstraße.
Die erfindungsgemäß hergestellten Rohre haben beispielsweise
eine U-Form mit zwei kurzen, parallel zueinander verlaufenden
Schenkeln und dienen beispielsweise zur Konstruktion von
Heizungen oder für den Einbau in Kraftfahrzeuge.
Die Erfindung ist nachstehend an einem Ausführungsbeispiel
beschrieben, das in der Zeichnung dargestellt ist.
Es zeigen:
Fig. 1 die schematische Ansicht einer Vorrichtung gemäß der
Erfindung in einer zum Einlegen eines Rohres geeigneten
Ausgangsstellung,
Fig. 2 die Ansicht der Vorrichtung der Fig. 1 während des
Absenkens des Obergesenks,
Fig. 3 die Vorrichtung der Fig. 1 und 2 während des eigent
lichen Biegevorganges,
Fig. 4 eine vergrößerte Ausschnittsdarstellung des rechten
Formwerkzeugs mit Spannorgan während des Biegens,
Fig. 5 eine der Fig. 4 entsprechende Darstellung nach Abschluß
des Biegevorgangs um 90°,
Fig. 6 eine nochmals vergrößerte Ausschnittsdarstellung in
einem der Fig. 4 entsprechenden Zustand,
Fig. 7 eine nochmals vergrößerte Ansicht eines Spannorgans beim
Einschieben in ein Rohrende,
Fig. 8 eine der Fig. 7 entsprechende Darstellung im einge
spannten Zustand des Rohrendes,
Fig. 9 einen Längsschnitt durch eines der beiden Zylinderge
häuse mit Spannorgan,
Fig. 10 eine perspektivische und teilweise aufgeschnittene Dar
stellung des Zylindergehäuses mit Spannorgan kurz vor
dem Erfassen des Rohrendes,
Fig. 11 eine der Fig. 10 entsprechende Darstellung mit einge
spanntem Rohrende und
Fig. 12 eine den Fig. 10 und 11 entsprechende Darstellung
des Zylindergehäuses beim Aufbringen einer Zugbelastung
auf das Rohr.
Wie die Fig. 1 bis 3 zeigen, hat die Vorrichtung zum Biegen
von Rohren eine hydraulische Formpresse 10 mit zwei Ständern 12,
die auf ein Unterteil 14 aufgeschraubt sind. Die beiden Ständer
12 tragen über je einen Gegenhalterzylinder 16 ein Untergesenk
18. Von jedem Ständer 12 erstrecken sich zwei parallele Säulen
20 nach oben, zwischen denen ein U-förmiger Schwenkträger 22 für
ein Zylindergehäuse 24 befestigt ist. Aus jedem Zylindergehäuse
24, das um eine horizontale Achse 26 schwenkbar im Schwenkträger
22 gelagert ist, ragt ein Spannorgan 28 heraus. Auf den
insgesamt vier Säulen 20 ist das Oberteil 30 der Formpresse 10
mit Hilfe eines nicht gezeigten Hydraulikzylinders vertikal
verstellbar geführt. Das Oberteil 20 trägt ein Obergesenk 32,
dessen als Halbschale ausgebildeter Mittelteil dem
halbschalenförmigen Untergesenk 18 entspricht und an den sich an
den beiden äußeren Ecken je eine noch zu erläuternde Gegenbacke
34 anschließt.
Im Bereich der Achse 26 trägt jedes der beiden Zylindergehäuse
24 eine Biegehalbschale 36, die der Gegenbacke 34 am Obergesenk
32 gegenüberliegt.
Fig. 9 zeigt im Längsschnitt den Aufbau des Zylindergehäuses 24
und des Spannorgans 28. Das Zylindergehäuse 24 hat drei
Anschlußbohrungen 38, 40 und 42 für Hydraulik-Druckleitungen.
Die Anschlußbohrung 38 führt in einen Druckraum 44, der auf der
in Fig. 9 linken Seite durch eine Wand 46 und auf der
gegenüberliegenden Seite durch die Fläche 48 eines doppeltwir
kenden Spannkolbens 50 begrenzt wird. Die Kolbenstange 52 des
doppeltwirkenden Spannkolbens 50 hat einen durchgehenden Kanal
54 für die Zuführung einer unter Druck stehenden Flüssigkeit,
beispielsweise Wasser. An das aus dem Zylindergehäuse 24
hervorstehende Ende 86 der Kolbenstange 52 kann ein
entsprechender Druckanschluß angebracht werden.
Die Anschlußbohrung 40 führt in einen Druckraum 56, der an
seiner in Fig. 9 linken Seite durch eine Fläche 58 des
Spannkolbens 50 begrenzt ist, die größer als die Fläche 48 ist.
Die rechte Seite des Druckraumes 56 ist durch die freie
Stirnfläche 60 eines doppeltwirkenden Hydraulikkolbens 62
begrenzt, der auf dem Kolbenstangenteil 52' des Spannkolbens 50
verschiebbar gelagert ist. In dem Druckraum 56 ist ein
Anschlagring 64 befestigt, der als Wegbegrenzung für den
Spannkolben 50 und den Hydraulikkolben 62 dient.
Die dritte Anschlußbohrung 42 führt in einen Druckraum 66, der
einerseits durch den Hydraulikkolben 62 und andererseits durch
eine im Zylindergehäuse 24 befestigte Wand 68 begrenzt ist.
Auf das aus dem Zylindergehäuse 24 hervorstehende Ende 70 der
hohlzylindrischen Kolbenstange 72 des Hydraulikkolbens 62 ist
eine Buchse 74 aufgeschraubt, die in ihrem freien Ende radial
bewegliche Spannsegmente 76 trägt. Zur Radialverschiebung der
Spannsegmente 76 dient ein konischer Spreizdorn 78, der am Ende
des Kolbenstangenteils 52' des Spannkolbens 50 befestigt ist.
Wenn der Spreizdorn 78 gegen die konische Auflaufflächen
aufweisenden Spannsegmente 76 axial nach innen verschoben wird,
weitet er die Spannsegmente 76 radial nach außen auf, so daß
ihre gezahnten Spannflächen 80 das Ende eines Rohres 82 gegen
einen Spannring 84 drücken, der in die Buchse 74 eingeschraubt
ist. Der soeben erläuterte Spannvorgang ist in den Fig. 7 und
8 deutlich zu erkennen.
Ein zu biegendes Rohr 82 mit kreiszylindrischem Querschnitt aus
Metall wird zunächst in die Halbschale des Untergesenkes 18 ge
legt, worauf die Rohrenden durch die beiden Spannorgane 28
erfaßt und abgedichtet werden. Hierzu wird zunächst bei jedem
Zylindergehäuse 24 über die Anschlußbohrung 38 der Druckraum 44
beaufschlagt, so daß der Spannkolben 50 mit seiner Kolbenstange
52 in Fig. 9 nach rechts verschoben wird. Dadurch wird der
Spreizdorn 78 in das entsprechende Ende des Rohres 82 geschoben
(vgl. Fig. 7, 8 und 10). Anschließend wird über die
Anschlußbohrung 40 der mittlere Druckraum 56 beaufschlagt,
wodurch der Hydraulikkolben 62 mit seiner Kolbenstange 72 in
Richtung auf das Rohrende verschoben wird. Die Spannsegmente 76
laufen dabei auf dem Spreizdorn 78 auf und klemmen das Ende des
Rohres 82 gegen den Spannring 84. Die beiden Enden des Rohres 82
sind nun mit einer vergleichsweise geringen Länge (etwa 10 mm)
fest eingespannt und nach außen abgedichtet (vgl. auch Fig.
11).
Vor dem Biegevorgang wird der Druckraum 44 drucklos geschaltet,
so daß die beiden Kolben 50 und 62 gegeneinander verriegelt und
schwimmend im Zylindergehäuse 24 gelagert sind. Wenn nun über
die Anschlußbohrung 42 Drucköl in den Druckraum 66 geleitet
wird, kann auf das eingespannte Rohr 82 eine Zugbelastung
ausgeübt werden.
Für den eigentlichen Biegevorgang wird nun über den Kanal 54
Wasser unter hohem Druck in der Größenordnung von 200 bar in das
Rohr 82 geleitet. Der Druckspeicher der Gegenhalterzylinder 16
wird ebenfalls mit Druck beaufschlagt. Jetzt wird das Oberteil
30 der Formpresse 10 nach unten gefahren (Fig. 2), so daß das
Rohr 82 zwischen dem Obergesenk 32 und dem Untergesenk 18
eingeschlossen ist. Bei einem weiteren Herabfahren des Oberteils
30 und mit diesem des Untergesenks 18 beginnt der eigentliche
Biegevorgang an den beiden Enden des Rohres 82 (Fig. 3). Wie
die Fig. 4 bis 6 zeigen, drücken dabei die beiden Gegenbacken
34 die Rohrenden gegen die Biegehalbschalen 36, wodurch das
jeweilige Zylindergehäuse 24 um die Achse 26 geschwenkt wird.
Das entsprechende Rohrende wird auf diese Weise um die
Biegebacke 34 gebogen, bis der in Fig. 5 gezeigte Winkel (hier
90°) erreicht ist. Während dieses Vorganges wird der
Druckspeicher der Gegenhalterzylinder 16 langsam entleert, so
daß diese nach unten gedrückt werden und gleichzeitig eine
Rückfederung des Rohres 82 begrenzen.
Während des erläuterten Biegevorganges wird durch einen Druck im
Druckraum 66 eine Zugbeanspruchung im Rohr 82 erzeugt, die
wesentlich für eine faltenfreie Biegung, eine gleichbleibende
Wandstärke des Rohres 82 und eine gute Maßhaltigkeit nach dem
Biegen verantwortlich ist. Dabei wird durch den Wasserdruck im
Rohr 82 von bis zu 250 bar eine gute Stützwirkung erzeugt.
Nach dem Biegevorgang werden die Spannorgane 28 wieder geöffnet,
wozu der Druck im mittleren Druckraum 56 weggenommen wird und
über die Anschlußbohrung 42 der Druckraum 66 beaufschlagt wird.
Zum Zurückfahren der beiden Kolben 50 und 62 wird der Druckraum
44 beaufschlagt.
Nachdem anschließend das Oberteil 30 der Formpresse 10 wieder
nach oben zurückgefahren worden ist, kann das U-förmig gebogene
Rohr 82 herausgenommen werden.
Mit der Vorrichtung gemäß der Erfindung lassen sich
ausgezeichnete Ergebnisse erzielen, wie praxisnahe Versuche
gezeigt haben. Bei Rohren mit kreiszylindrischem Querschnitt
haben sich nur sehr geringe Wand-stärken-verringerungen im
Biegebereich ergeben, die kleiner als 2/10 mm waren.
Entsprechendes gilt für die Rundheit der Rohrenden und den
geringeren Abfall an den Rohrenden, die nur leicht schräg
zueinander verlaufen. Trotz eines vollkommen fettfreien
Biegevorganges ist der Verschleiß der Maschinenteile nur sehr
gering. Das mit hohem Druck eingespeiste Wasser hat neben der
Erzeugung einer Stützkraft eine kühlende Wirkung. Eine günstige
Beschickungsmöglichkeit der Vorrichtung und kurze Rüstzeiten bei
Rohrlängenwechsel haben sehr geringe Taktzeiten zur Folge.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Biegen von Rohren mit einer Formpresse,
umfassend ein vertikal bewegbares Obergesenk, das an seinen
Enden gekrümmte Gegenbacken aufweist, ein Untergesenk, das auf
wenigstens einem Gegenhalterzylinder abgestützt ist, und zwei
die Enden des Rohres abstützende Biegehalbschalen, die jeweils
um eine quer zum Rohr verlaufende, horizontale Achse schwenkbar
gelagert sind und durch die die Enden des Rohres an die
Gegenbacken anlegbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß zu jeder
Biegehalbschale (36) ein das Ende des Rohres (82) erfassendes
sowie abdichtendes Spannorgan (28) gehört, das einen dem Rohr
(82) Druckflüssigkeit zuführenden Kanal (54) aufweist und für
die Zugbelastung des Rohres (82) in dessen Achsrichtung
verschiebbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum
Verschieben des Spannorgans (28) ein in einem Zylindergehäuse
(24) gelagerter, doppeltwirkender Hydraulikkolben (62)
vorgesehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Spannorgan (28) zum Erfassen des Rohres (82) Spannsegmente (76)
aufweist, die am freien Ende der Kolbenstange (72) des
Hydraulikkolbens (62) angeordnet sind, und daß im
Zylindergehäuse (24) ein zusätzlicher, doppeltwirkender
Spannkolben (50) vorgesehen ist, dessen Kolbenstange (52')
innerhalb des Hydraulikkolbens (62) einschließlich dessen
Kolbenstange (72) verschiebbar ist und an ihrem freien Ende
einen die Spannsegmente (76) aufweitenden Spreizdorn (78) trägt.
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Citations (2)
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Non-Patent Citations (1)
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| JP 62-118919 A, in: Patents Abstracts of Japan, Sect. M, Vol. 11, 1987, Nr. 336 (M-638) * |
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