DE4310261A1 - Schutzsystem für eine mit Aufladung betriebene Brennkraftmaschine - Google Patents
Schutzsystem für eine mit Aufladung betriebene BrennkraftmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Schutzsystem für eine mit Aufladung be
triebene Brennkraftmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Ein derartiges System ist aus der DE-OS 25 29 186 (=US-PS 4 044 560)
bekannt. Dort wird eine Ladedruckregelung für eine aufgeladene
Brennkraftmaschine beschrieben. Bei Überschreitung eines vorbestimm
ten Ladedrucks wird die gesamte Kraftstoffzufuhr der Brennkraftma
schine so lange unterbrochen, bis der vorbestimmte Ladedruck wieder
unterschritten ist. Die Unterbrechung der Kraftstoffzufuhr erfolgt
durch Abschalten der Kraftstoffpumpe.
Weiterhin ist es aus der DE 29 28 075 A1 bekannt, zur Steuerung der
Leistungsabgabe einer Brennkraftmaschine einzelne Zylinder nach ei
nem vorgegebenen Muster abzuschalten, wobei das Abschaltmuster so
gewählt ist, daß nicht fortwährend die selben Zylinder abgeschaltet
werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen optimalen Schutz ei
ner mit Aufladung betriebenen Brennkraftmaschine sicherzustellen.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß sie einen optimalen Schutz einer
mit Aufladung betriebenen Brennkraftmaschine vor Beschädigung durch
Überladung ermöglicht. Besonders vorteilhaft wirkt sich die vom Aus
maß der Überladung abhängige Staffelung verschiedener Schutzmaßnah
men aus. Dadurch wird einerseits sichergestellt, daß die jeweils ge
troffene Schutzmaßnahme auf das Ausmaß der Überladung abgestimmt ist
und somit ein unnötig starker Drehmomentabfall vermieden wird. An
dererseits läßt sich durch die unterschiedlichen Schutzmaßnahmen ein
besonderes zuverlässiger Schutz der Brennkraftmaschine realisieren,
der selbst dann noch greift, wenn sich beispielsweise das Stellglied
für die Steuerung und/oder Regelung der Aufladung verklemmt hat.
Es wird im Hinblick auf die Aufladung der Brennkraftmaschine zwi
schen 3 Betriebszuständen unterschieden, und zwar Normalbetrieb, 1.
Stufe der Überladung und 2. Stufe der Überladung.
Normalbetrieb liegt dann vor, wenn eine die Aufladung charakteri
sierende Größe unterhalb eines 1. Schwellwerts P1 liegt. Im Normal
betrieb wird die Aufladung der Brennkraftmaschine je nach Ausfüh
rungsbeispiel auf einen vorgebbaren Sollwert PSoll gesteuert
und/oder geregelt.
Die 1. Stufe der Überladung liegt dann vor, wenn der 1. Schwellwert
P1 der Aufladung länger als eine vorgebbare 1. Zeitspanne t1Max
überschritten wurde. In diesem Fall wird ein Eingriff in die Steue
rung und/oder die Regelung der Aufladung vorgenommen. Z. B. wird die
Steuerung und/oder Regelung abgeschaltet und das Stellglied, das die
Aufladung beeinflußt, in eine vorgebbare Position gesteuert. Das
Abwarten der 1. Zeitspanne t1Max bietet den Vorteil, daß ein fälsch
liches Auslösen des Schutzsystems beispielsweise infolge eines Über
schwingers des Regelkreises für die Aufladung oder infolge eines
fehlerhaften Meßwerts weitgehend verhindert werden kann.
Die 2. Stufe der Überladung liegt dann vor, wenn die bei der 1. Stu
fe der Überladung eingeleitete Maßnahme zur Verringerung der Aufla
dung keine ausreichende Wirkung entfaltet hat, d. h. wenn ein 2.
Schwellwert P2 der Aufladung länger als eine vorgebbare 2. Zeitspan
ne t2Max überschritten wurde. Bei der 2. Stufe der Überladung wird
die Kraftstoffzumessung zu einzelnen Zylindern zunächst nach einem
1. Ausblendmuster unterbrochen. Falls diese Maßnahme nicht innerhalb
einer 3. Zeitspanne t3Max dazu führt, daß der 2. Schwellwert P2 der
Aufladung wieder unterschritten wird, so wird ein 2. Ausblendmuster
mit höherer Ausblendhäufigkeit aktiviert. Je nach Ausführungsbei
spiel können sich weitere Ausblendmuster anschließen. Das Ausblenden
einzelner Zylinder hat gegenüber einer globalen Abschaltung der
Kraftstoffzumessung den Vorteil, daß ein schlagartiger Drehmomentab
fall vermieden wird, da über das Ausblendmuster der maximale Drehmo
mentabfall vorgebbar ist. Durch das Bereitstellen verschiedener Aus
blendmuster wird sichergestellt, daß für die unterschiedlichsten Be
triebssituationen jeweils optimale Schutzmaßnahmen zur Verfügung
stehen. Die Ausblendmuster sind vorteilhafterweise so auf die Zylin
derzahl abgestimmt, daß sich umlaufende Ausblendsequenzen ergeben,
d. h. innerhalb kürzester Zeit wird jeder Zylinder entlastet.
Sobald die Aufladung den 2. Schwellwert P2 wieder unterschreitet,
werden die Schutzmaßnahmen, die bei der 2. Stufe der Überladung ge
troffen wurden, wieder aufgehoben. Entsprechendes gilt für den 1.
Schwellwert P1 und die 1. Stufe der Überladung.
Der 2. Schwellwert P2 der Aufladung wird aus einem von der Drehzahl n
der Brennkraftmaschine und der Temperatur TL der angesaugten Luft
abhängigen Kennfeld ausgelesen oder mit einem Algorithmus ermittelt,
in den die Drehzahl n der Brennkraftmaschine und die Temperatur TL
der angesaugten Luft als Eingangsgrößen eingehen. Dadurch wird
sichergestellt, daß für den gesamten Betriebsbereich der Brennkraft
maschine ein optimaler 2. Schwellwert P2 zur Verfügung steht. Da der
1. Schwellwert P1 aus dem 2. Schwellwert P2 durch Subtraktion einer
Konstanten dP ermittelt wird, trifft dies auch für den 1. Schwell
wert P1 zu.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt in der universellen Ein
setzbarkeit. Als Größe, die die Aufladung der Brennkraftmaschine
charakterisiert, kann beispielsweise der Ladedruck P oder die Lufmas
se oder Luftmenge L gewählt werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung darge
stellten Ausführungsbeispiele erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer mit Aufladung betriebe
nen Brennkraftmaschine,
Fig. 2 ein Diagramm für den zeitlichen Verlauf des Ladedruck-Ist
werts PIst, in das die im erfindungsgemäßen Schutzsystem verwendeten
Schwellwerte P1 und P2 und Zeitintervalle t1Max, t2Max und t3Max
eingezeichnet sind,
Fig. 3 ein Blockschaltbild des erfindungsgemäßen Schutzsystems und
Fig. 4 ein Flußdiagramm zur Darstellung der Funktionsweise des
erfindungsgemäßen Schutzsystems.
Das erfindungsgemäße Schutzsystem wird im folgenden an Hand von Aus
führungsbeispielen beschrieben, bei denen die Aufladung der Brenn
kraftmaschine durch den Ladedruck P charakterisiert wird. Die Erfin
dung ist aber nicht auf diesen Anwendungsfall beschränkt. Wie be
reits weiter oben ausgeführt, läßt sich die Aufladung der Brenn
kraftmaschine auch durch die angesaugte Luftmasse oder die Luftmenge
L charakterisieren. In den beschriebenen Ausführungsbeispielen kann
der Ladedruck P durch jede dieser Größen ersetzt werden.
Fig. 1 zeigt eine Brennkraftmaschine 100 mit einem Ansaugtrakt 102
und einem Abgaskanal 104. Im Ansaugtrakt 102 sind - in Stromrichtung
der angesaugten Luft gesehen - ein Luftmengen- oder Luftmassenmesser
105, ein Verdichter 108, eine Drosselklappe 106, die mit einem An
trieb 107 verbunden ist, ein Temperatursensor 110 zur Erfassung der
Temperatur TL der von der Brennkraftmaschine 100 angesaugten Luft,
ein Drucksensor 112 zur Erfassung des Ladedrucks P und eine oder
mehrere Einspritzdüsen 113 angeordnet. Der Verdichter 108 wird über
ein Verbindungsmittel 114 von einer im Abgaskanal 104 angeordneten
Turbine 116 angetrieben. Eine Bypass-Leitung 118 führt um die Turbi
ne 116 herum. In der Bypass-Leitung 118 ist ein Bypass-Ventil 120
angeordnet. An der Brennkraftmaschine 100 sind ein Temperatursensor
122 zur Erfassung der Temperatur TKM des Kühlmittels und ein Dreh
zahlsensor 124 zur Erfassung der Drehzahl n der Brennkraftmaschine
100 angebracht. Sämtliche Sensoren sind mit einem zentralen Steuer
gerät 126 verbunden. Weiterhin ist das zentrale Steuergerät 126 mit
der Drosselklappe 106, dem Antrieb 107, der Einspritzdüse bzw. den
Einspritzdüsen 113 und dem Bypass-Ventil 120 verbunden.
Im einzelnen wird das Steuergerät mit folgenden Signalen beauf
schlagt: Ein Signal L des Luftmengen- oder Luftmassenmessers 105
oder ein Signal P des Drucksensors 112, ein Signal α von der Dros
selklappe 106, ein Signal TL des Temperatursensors 110, ein Signal
TKM des Temperatursensors 122 und ein Signal n des Drehzahlsensors
124. Ausgegeben werden vom Steuergerät 126 ein Signal DK an den An
trieb 107, ein Signal ti an die Einspritzdüse bzw. die Einspritzdü
sen 113 und ein Signal BV an das Bypass-Ventil 120.
Das erfindungsgemäße Schutzsystem ist im Steuergerät 126 enthalten.
Wenn sich aus einem oder mehreren der geschilderten Sensorsignale
ergibt, daß eine Überladung der Brennkraftmaschine 100 vorliegt, so
wird im Rahmen des erfindungsgemäßen Schutzsystems zunächst das
Bypass-Ventil 120 in eine vorgebbare Position (z. B. vollständig ge
öffnet) gesteuert, so daß die Drehzahl der Turbine 116 abnimmt und
anschließend, falls erforderlich, die Ansteuerung des Einspritzven
tils bzw. der Einspritzventile 113 derart modifiziert, daß einzelnen
Zylindern kein Kraftstoff zugemessen wird.
Das Diagramm in Fig. 2 stellt ein Beispiel für den zeitlichen Ver
lauf des Istwerts PIst des Ladedrucks P dar. Auf der Abszisse ist
die Zeit t aufgetragen und auf der Ordinate der Ladedruck-Istwert
PIst. Der Ladedruck P kann neben anderen Großen, wie z. B. der Luft
menge oder Luftmasse L usw., zur Beurteilung des Aufladezustands der
Brennkraftmaschine 100 herangezogen werden. Der Verlauf des Lade
druck-Istwerts PIst ist durch eine durchgezogene Linie dargestellt.
Vertikale, gestrichelte Linien begrenzen verschiedene Zeitintervalle
t1Max, t2Max und t3Max. Horizontale, gestrichelte Linien kennzeich
nen den Ladedruck-Sollwert PSoll bzw. die Schwellwerte P1 und P2.
Zur Zeit t = 0 stimmt der Ladedruck-Istwert PIst mit dem Lade
druck-Sollwert PSoll überein. Anschließend steigt der
Ladedruck-Istwert PIst beispielsweise infolge einer Störung in der
Ladedruck-Regelung an und erreicht im Punkt a den ersten Schwellwert
Pl. Nach einer Zeitspanne t1Max - gemessen seit Punkt a - wird der
Punkt b erreicht, bei dem der Ladedruck-Istwert PIst noch weiter
oberhalb des Schwellwerts P1 liegt. In Punkt b wird als erste
Schutzmaßnahme die Ladedruck-Regelung abgeschaltet, das heißt das
Bypass-Ventil wird voll geöffnet. Wenn - wie im vorliegenden
Fall - trotz dieser ersten Schutzmaßnahme der Ladedruck-Istwert PIst
beispielsweise wegen eines defekten Bypass-Ventils 120 auch noch den
Schwellwert P2 überschreitet (Punkt c), der um einen Wert dP über
den Schwellwert P1 liegt, und für eine Zeitspanne t2MAx oberhalb des
Schwellwertes P2 verharrt, so wird als weitere Schutzmaßnahme ein
Eingriff in die Kraftstoffzumessung vorgenommen (Punkt d). Dieser
Eingriff in die Kraftstoffzumessung besteht bei einer Vierzylin
der-Brennkraftmaschine beispielsweise darin, daß jede fünfte Kraft
stoffzumessung ausgeblendet wird. Im vorliegenden Beispiel beginnt
der Ladedruck-Istwert PIst ab Punkt d zu sinken. Allerdings befindet
sich der Ladedruck-Istwert PIst nach einer Zeitspanne t3Max seit Er
reichen des Punktes d immer noch oberhalb des Schwellwertes P2
(Punkt e). Deshalb wird im Punkt e ein weiterer Eingriff in die
Kraftstoffzumessung vorgenommen und zwar dergestalt, daß beispiels
weise bei einem Vierzylindermotor jede dritte Kraftstoffzumessung
ausgeblendet wird. Im vorliegenden Beispiel wird dadurch der Lade
druck-Istwert PIst weiter abgesenkt und unterschreitet in Punkt f
den Schwellwert P2. In Punkt f werden sämtliche Ausblendungen der
Kraftstoffzumessung wieder aufgehoben. Die Ladedruck-Regelung wird
aber erst im Punkt g wieder eingeschaltet, bei dem der Lade
druck-Istwert PIst den Schwellwert P1 unterschreitet. Falls keine
Störung der Ladedruck-Regelung mehr vorliegt, erreicht der Lade
druck-Istwert PIst kurze Zeit nach dem Punkt g wieder den Lade
druck-Sollwert PSoll.
In Fig. 3 ist ein Blockschaltbild des erfindungsgemäßen Schutzsy
stems dargestellt. Ein Kennfeld 300 ermittelt aus den Größen Ansaug
lufttemperatur TL und Drehzahl n der Brennkraftmaschine 100 den
Schwellwert P2 und leitet diesen an einen Verknüpfungspunkt 302 wei
ter. Im Verknüpfungspunkt 302 wird vom Schwellwert P2 ein Wert dP
subtrahiert, der aus einem Festwertspeicher 304 ausgelesen wird. Das
Ergebnis der Subtraktion, der Schwellwert P1, wird an einen Eingang
eines Blocks 306 weitergeleitet. An weiteren Eingängen des Blocks
306 liegen der Schwellwert P2, der Ladedruck-Istwert PIst und Werte
für die Zeitintervalle t1Max, t2Max und t3Max, die von Festwert
speichern 308, 310 und 312 ausgegeben werden, an. Der Block 306 er
mittelt gemäß dem im Flußdiagramm der Fig. 4 dargestellten Verfah
ren, ob ein Eingriff in die Ladedruck-Regelung oder in die Kraft
stoffzumessung zum Schutz der Brennkraftmaschine 100 erforderlich
ist. Falls ein Eingriff in die Ladedruck-Regelung erforderlich ist,
gibt der Block 306 ein entsprechendes Signal an die Ladedruck-Rege
lung 314 aus, die das Bypass-Ventils 120 ansteuert. Ist ein Eingriff
in die Kraftstoffzumessung erforderlich, so gibt der Block 306 ein
entsprechendes Signal an die Kraftstoffzumessung 316 aus, die die
Einspritzdüse bzw. die Einspritzdüsen 113 ansteuert.
Fig. 4 zeigt ein Flußdiagramm, anhand dessen die Funktionsweise des
erfindungsgemäßen Schutzsystems im folgenden erläutert wird. Im er
sten Schritt 400 wird abgefragt, ob der Ladedruck-Istwert PIst grö
ßer ist als der Schwellwert Pl. Ist dies der Fall, so wird im dar
auffolgenden Schritt 402 ein Timer 1 gestartet, der eine Zeit t1
mißt. Das Starten erfolgt ohne ein Zurücksetzen des Timers 1 und ein
Startversuch des bereits laufenden Timers 1 hat zur Folge, daß die
ser unbeeinflußt weiterläuft. Schritt 402 schließt sich ein Schritt
404 an, in dem abgefragt wird, ob der Ladedruck-Istwert PIst größer
ist als der Schwellwert P2. Falls dies zutrifft, wird im darauffol
genden Schritt 406 ein Timer 2 gestartet, der eine Zeit t2 mißt.
Beim Starten des Timers 2 wird genauso vorgegangen wie beim
Starten des Timers 1. An Schritt 406 schließt sich ein Schritt 408
an, in dem abgefragt wird, ob seit Starten des Timers 2 mehr als ei
ne Zeitspanne t2Max vergangen ist. Ist dies der Fall, so folgt ein
Schritt 410. Im Schritt 410 wird abgefragt, ob seit Starten des
Timers 2 mehr als eine Zeitspanne t2Max + t3Max vergangen ist.
Trifft dies zu, so schließt sich ein Schritt 412 an, in dem die La
dedruck-Regelung ausgeschaltet wird bzw. ausgeschaltet bleibt. Wei
terhin wird in Schritt 412 ein 2. Ausblendmuster der Kraftstoffzu
messung aktiviert, falls dieses nicht bereits aktiv ist. An Schritt
412 schließt sich ein Schritt 414 an, in dem eine Fehlerlampe akti
viert wird, die anzeigt, daß eine Fehlfunktion der Ladedruck-Rege
lung vorliegt. Nach Schritt 414 beginnt der Durchlauf des Flußdia
gramms von neuem mit Schritt 400.
Ist die Abfrage in Schritt 410 mit nein zu beantworten, so schließt
sich an Schritt 410 ein Schritt 416 an, in dem die Ladedruck-Rege
lung ausgeschaltet wird, falls sie noch aktiv ist, und ein 1. Aus
blendmuster der Kraftstoffzumessung aktiviert wird. Auf Schritt 416
folgt Schritt 414.
Ist die Abfrage des Schrittes 404 nicht erfüllt, so schließt sich
daran ein Schritt 418 an, in dem der Timer 2 zurückgesetzt wird und
das Ausblenden der Kraftstoffzumessung aufgehoben wird. Auf Schritt
418 folgt ein Schritt 420, in dem abgefragt wird, ob seit Starten
des Timers 1 mehr als eine Zeitspanne t1Max vergangen ist. Ist dies
der Fall, so folgt ein Schritt 422, in dem die Ladedruck-Regelung
ausgeschaltet wird, falls sie noch aktiv ist. An Schritt 422
schließt sich Schritt 414 an.
Ist die Abfrage in Schritt 400 nicht erfüllt, so folgt ein Schritt
424. In Schritt 424 wird - falls nicht bereits geschehen - der Timer
1 zurückgesetzt, die Ladedruck-Regelung eingeschaltet und das Aus
blenden der Kraftstoffzumessung aufgehoben. Auf Schritt 424 folgt
ein Schritt 426, in dem die Fehlerlampe ausgeschaltet wird, falls
diese noch eingeschaltet ist. Nach Schritt 426 beginnt der Durchlauf
des Flußdiagramms von vorne mit Schritt 400. Zu Schritt 400 gelangt
man auch, wenn die Abfrage in Schritt 408 nicht erfüllt ist. Auch
zum Schritt 426 führt ein weiterer Pfad, nämlich ausgehend vom
Schritt 420. Dieser weitere Pfad wird dann beschritten, wenn die Ab
frage des Schrittes 420 nicht erfüllt ist.
Im folgenden wird die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Schutz
systems anhand einiger typischer Durchläufe des Flußdiagramms erläu
tert:
- 1. Es liegt keine Funktionsstörung der Ladedruck-Regelung vor:
Im Schritt 400 wird festgestellt, daß der Ladedruck-Istwert PIst
kleiner ist als der Schwellwert P1 und man gelangt zum Schritt 424.
Dort wird der Timer 1 zurückgesetzt, die Ladedruck-Regelung einge
schaltet und das Ausblenden der Kraftstoffzumessung aufgehoben. Die
se Maßnahmen sind erforderlich, falls zuvor eine Funktionsstörung
erkannt worden war und entsprechende Schutzmaßnahmen noch aktiv
sind. Aus dem gleichen Grund wird im darauffolgenden Schritt 426 die
Fehlerlampe ausgeschaltet, falls sie nicht ohnehin schon aus ist.
- 2. Die Ladedruck-Regelung ist nach fortgesetzter Überschreitung des Schwellwerts P1 auszuschalten:
Sobald in Schritt 400 erkannt wird, daß der Schwellwert P1 über
schritten ist, wird im darauffolgenden Schritt 402 der Timer 1 ge
startet. Der Schwellwert P2 soll im hier beschriebenen Fall aller
dings nicht überschritten sein, so daß die Abfrage des sich an
schließenden Schrittes 404 nicht erfüllt ist und folglich Schritt
418 abgearbeitet wird. Dort wird der Timer 2 zurückgesetzt und falls
das Ausblenden der Kraftstoffzumessung aktiv ist, wird dieses deak
tiviert. Wenn im folgenden Schritt 420 festgestellt wird, daß die
Zeitspanne t1 seit dem Starten des Timers 1 noch nicht größer
ist als t1Max, so werden noch keine Schutzmaßnahmen ergriffen. Es
schließt sich dann Schritt 426 an, in dem lediglich die Fehlerlampe
ausgeschaltet wird, falls sie noch eingeschaltet ist. Befindet sich
der Ladedruck-Istwert PIst aber bereits seit einer Zeitspanne t1,
die größer ist als t1Max, oberhalb des Schwellwertes P1, so wird
nach Schritt 420 der Schritt 422 ausgeführt, in dem die Lade
druck-Regelung ausgeschaltet wird, das heißt das Bypass-Ventil wird
geöffnet. Anschließend wird in Schritt 414 die Fehlerlampe einge
schaltet, um die Funktionsstörung der Ladedruck-Regelung dem Fahrer
anzuzeigen.
- 3. Es wird für einen längeren Zeitraum ein stark überhöhter Lade druck-Istwert PIst festgestellt, so daß es erforderlich ist, die Kraftstoffzumessung auszublenden:
In diesem Fall gelangt man über die Schritte 400, 402, 404, 406 und
408 zum Schritt 410. In Schritt 410 wird festgestellt, ob der erhöh
te Ladedruck schon so lange vorliegt, daß ein Ausblenden der Kraft
stoffzumessung gemäß dem 2. Ausblendmuster erforderlich ist (Schritt
412) oder ob zunächst ein Ausblenden der Kraftstoffzumessung gemäß
dem 1. Ausblendmuster genügt (Schritt 416). In beiden Fällen wird
die Ladedruck-Regelung ausgeschaltet, falls sie nicht ohnehin be
reits aus ist und anschließend die Kraftstoffzumessung mit dem ent
sprechenden Ausblendmuster beaufschlagt. Sowohl an Schritt 412 als
auch an Schritt 416 schließt sich Schritt 414 an, in dem die Fehler
lampe eingeschaltet wird, falls sie bislang ausgeschaltet war.
Die Ausblendmuster für die Kraftstoffzumessung sind abhängig von der
Zylinderzahl der Brennkraftmaschine 100 vorgebbar. Außerdem wird bei
der Vorgabe der Ausblendmuster berücksichtigt, wie groß der maximale
Drehmomentabfall bei Aktivierung der Ausblendung sein darf. Im fol
genden sind Beispielwerte für das 1. und das 2. Ausblendmuster für
Brennkraftmaschinen mit 4, 5, 6 und 8 Zylindern aufgelistet. Die
aufgelisteten Ausblendmuster verursachen einen maximalen
Drehmomentabfall von ungefähr 15% gemessen vom Regulärbetrieb zum
1. Ausblendmuster bzw. vom 1. zum 2. Ausblendmuster.
Um ein irrtümliches Ansprechen des Schutzsystems möglichst auszu
schließen, werden sämtliche Schutzmaßnahmen (Abschalten der Lade
druck-Regelung, Ausblenden der Kraftstoffzumessung gemäß dem 1. oder
2. Ausblendmuster) erst dann eingeleitet, wenn die Schwellwerte P1
bzw. P2 für den Ladedruck länger als vorgegebbare Zeitspannen t1Max,
t2Max bzw. t2Max + t3Max überschritten sind. Beim Zurücknehmen der
Schutzmaßnahmen (Schritte 418 und 424 des Flußdiagramms von Fig. 4)
werden diese Zeitspannen allerdings nicht beachtet, sondern das Zu
rücknehmen erfolgt unmittelbar nachdem die betreffenden Schwellwerte
unterschritten wurden.
In einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist eine weitere Siche
rung gegen ein irrtümliches Ansprechen des Schutzsystems vorgesehen.
Es wird überprüft, ob der Sensor 112 zur Erfassung des Ladedrucks P
einwandfrei arbeitet. Die beschriebenen Schutzmaßnahmen werden nur
dann eingeleitet, wenn eine Funktionsstörung des Sensors 112 ausge
schlossen werden kann.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel entfällt das in Fig. 3 darge
stellte Kennfeld 300. Statt dessen wird der Schwellwert P2 mit einem
Algorithmus aus den Eingangsgrößen Drehzahl n der Brennkraftmaschine
100 und Temperatur TL der angesaugten Luft ermittelt.
Claims (11)
1. Schutzsystem für eine mit Aufladung betriebene Brennkraftmaschine
(100), wobei
- - bei Normalbetrieb eine Steuerung und/oder Regelung der Aufladung auf einen vorgebbaren Sollwert (PSoll) erfolgt,
- - bei einer 1. Stufe der Überladung ein Eingriff in die Steuerung und/oder Regelung der Aufladung vorgenommen wird und
- - bei einer 2. Stufe der Überladung ein Eingriff in die Kraftstoff zumessung vorgenommen wird.
2. Schutzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die 1.
Stufe der Überladung dann vorliegt, wenn ein 1. Schwellwert (P1) für
eine die Aufladung der Brennkraftmaschine (100) charakterisierende
Größe (P) eine vorgebbare 1. Zeitspanne (t1Max) lang überschritten
wurde und die 2. Stufe der Überladung dann vorliegt, wenn ein 2.
Schwellwert (P2) für die die Aufladung der Brennkraftmaschine (100)
charakterisierende Größe (P) eine vorgebbare 2. Zeitspanne (t2Max)
lang überschritten wurde.
3. Schutzsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die 1.
oder 2. Stufe der Überladung nur dann vorliegt, wenn eine Fehlfunk
tion des Sensors (112) zur Erfassung der die Aufladung charakteri
sierende Größe (P) ausgeschlossen werden kann.
4. Schutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß beim Eingriff in die Steuerung und/oder Regelung
der Aufladung die Steuerung und/oder Regelung der Aufladung abge
schaltet wird und ein die Aufladung beeinflussendes Stellglied (120)
in eine vorgebbare Position gesteuert wird.
5. Schutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Eingriff in die Kraftstoffzumessung durch Aus
blenden einzelner Zylinder nach wenigstens einem vorgebbaren Aus
blendmuster vorgenommen wird.
6. Schutzsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein 1.
Ausblendmuster unmittelbar nach Erreichen der Stufe 2 der Überladung
aktiviert wird und, falls die die Aufladung charakterisierende Größe
(P) nicht innerhalb einer vorgebbaren 3. Zeitspanne (t3Max) den 2.
Schwellwert (P2) unterschreitet, wenigstens ein weiteres Ausblendmu
ster mit höherer Ausblendhäufigkeit aktiviert wird.
7. Schutzsystem nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Ausblendmuster so auf die Zylinderzahl der Brenn
kraftmaschine (100) abgestimmt sind, daß nach und nach alle Zylinder
an der Ausblendung teilnehmen und ein vorgebbarer Wert für den durch
die Ausblendung verursachten Drehmomentabfall nicht überschritten
wird.
8. Schutzsystem nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß unmittelbar nach Unterschreiten der für die einzelnen
Stufen der Überladung vorgebbaren Schwellwerte (P1, P2) die der je
weiligen Stufe der Überladung zugeordnete Schutzmaßnahme aufgehoben
wird.
9. Schutzsystem nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß der 2. Schwellwert (P2) der Aufladung aus einem von
der Drehzahl (n) der Brennkraftmaschine (100) und der Temperatur (TL)
der angesaugten Luft abhängigen Kennfeld (300) ausgelesen wird oder
mit einem Algorithmus ermittelt wird, in den die Drehzahl (n) der
Brennkraftmaschine (100) und die Temperatur (TL) der angesaugten
Luft als Eingangsgrößen eingehen.
10. Schutzsystem nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß der 1. Schwellwert (P1) der Aufladung aus dem 2.
Schwellwert (P2) der Aufladung durch Subtraktion einer Konstanten
(dP) ermittelt wird.
11. Schutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß es sich bei der die Aufladung der Brennkraftma
schine charakterisierenden Größe um den Ladedruck (P) oder die Luft
masse oder Luftmenge (L) handelt.
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