DE423695C - Verfahren zur Gewinnung von Milchzucker aus Molke - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Milchzucker aus Molke

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DE423695C
DE423695C DEE29193D DEE0029193D DE423695C DE 423695 C DE423695 C DE 423695C DE E29193 D DEE29193 D DE E29193D DE E0029193 D DEE0029193 D DE E0029193D DE 423695 C DE423695 C DE 423695C
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Germany
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whey
filtrate
milk sugar
sugar
acid
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DEE29193D
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Dr Walter Dietrich
Hermann Nilges
Dr Wilh Ruppel
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ELEKTRO OSMOSE AKT GES
MEIEREI C BOLLE AKT GES
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ELEKTRO OSMOSE AKT GES
MEIEREI C BOLLE AKT GES
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23CDAIRY PRODUCTS, e.g. MILK, BUTTER OR CHEESE; MILK OR CHEESE SUBSTITUTES; PREPARATION THEREOF
    • A23C9/00Milk preparations; Milk powder or milk powder preparations
    • A23C9/14Milk preparations; Milk powder or milk powder preparations in which the chemical composition of the milk is modified by non-chemical treatment
    • A23C9/144Milk preparations; Milk powder or milk powder preparations in which the chemical composition of the milk is modified by non-chemical treatment by electrical means, e.g. electrodialysis
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
    • B01D61/00Processes of separation using semi-permeable membranes, e.g. dialysis, osmosis or ultrafiltration; Apparatus, accessories or auxiliary operations specially adapted therefor
    • B01D61/42Electrodialysis; Electro-osmosis ; Electro-ultrafiltration; Membrane capacitive deionization
    • B01D61/427Electro-osmosis
    • B01D61/4271Electro-osmosis comprising multiple electro-osmosis steps
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13KSACCHARIDES OBTAINED FROM NATURAL SOURCES OR BY HYDROLYSIS OF NATURALLY OCCURRING DISACCHARIDES, OLIGOSACCHARIDES OR POLYSACCHARIDES
    • C13K5/00Lactose
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Milchzucker aus Molke. Es ist bekannt, Milchzucker aus 1Zolke dadurch zu gewinnen, daB die Molke über ireiern Feuer in Kesseln eingedampft wird. Hierbei resultiert ein brau-:gelber, sehr unreiner Rohzucker in einer Ausbeute von 5.5 bis 6o Prozent. Weitere Zuckerverluste treten bei der nachfolgender. Reinigung auf. Es ist ferner bekannt, die Molke mit @Teutraiisationsmitteln bis zur fast verschwindenden Säurereaktion zu behandeln, hierauf im Vakuum bis auf etwa '/,o des ursprünglichen Volumens einzudampfen. Beim Abkühlen (ler konzentrierten Molke kristallisiert die Laktose aus. Man erhält nach dieser Arbeitsweise Rohzuckerausbeuten bis zu ,^5 Prozent des in der Molke vorhandenen Zuckers. Auch hier führt die anschließende Raffination zu weiteren Zuckerverlusten. 1Zan hat ferner für die Milchzuckerreinigung Aluminate der Erdalkalien benutzt. Hierbei werden Eiweißstoffe absorbtiv gebunden. Es ist aber nicht möglich, alle verunreinigenden Salze, Eiweißverbindungen und Farbstoffe auf diesem Wege zu entfernen.
  • Der dem Erfindungsgegenstand zugrunde liegende Gedanke besteht darin, die Molke vor dem Eindampfen zu enteiweißen. Es wurde nun gefunden, daß die Eiweißstoffe der :Holke soweit wie möglich zu entfernen sind, wenn man folgendermaßen verfährt: Die Molke wird bei verschiedenen pH-Werten den Koagulationstemperaturen über 6o° C ausgesetzt, und zwar derart, daß die ziemlich saure Rohmolke mit Soda oder einem anderen Keutralisationsmittel bis annähernd zu dem wahren N eutralpunkt neutralisiert, ganz kurze Zeit aufkocht und dann allmählich während des Abkühlens mit einer starken Säure, wie Salzsäure, Schwefelsäure, angesäuert wird. Die Molke durchläuft hierbei einen großen 1)H-Bereich, und der größte Teil der Eiweißstoffe, die bei den verschiedenen p. -Werten ihr Koagulationsoptimum besitzen, wird zur Fällung gebracht. Die Enteiweißung geht hierbei bedeutend weiter, als wenn nur bei einem p.-Wert koaguliert wird. Außerdem befindet sich die Molke während des Aufkochens auf einem pH, das dicht an dem wahren Neutralpunkt liegt, so daß eine Umwandlung des Milchzuckers fast ausgeschlossen ist. Das Koagulat wird nun abfiltriert und (las Filtrat sofort mit einem Adsorptionsmittel, wieTon, Kaolin, weiter enteiweißt und entfärbt, indem es einige Zeit mit r bis 2Prozent des Adsorptionsmittels gerührt wird.
  • Nach erfolgter Filtration wird das Filtrat zwecks Entfernung der Elektrolyte und der diffusiblen Eiweißabbauprodukte der elektroosmotischen Behandlung unterworfen. Die Reinigung von Zuckersäften auf elektroosrnotischem Wege ist bekannt. Da sich Milchzucker in chemischer Beziehung vollständig anders verhält wie z. B. Rübenzucker, ließ sich das bekannte elektroosmotische Verfahren nicht ohne weiteres auf die Reinigung von milchzuckerhaltigen Lösungen anwenden. Die elektroosmotische Behandung ist an bestimmte Bedingungen gebunden. Sie muß stattfinden, ohne daß ein bedeutender Verlust an Milchzucker eintritt. Aus diesem Grunde darf die Molke während der elektroosmotischen Behandlung nie zu sauer werden, d. h. nicht unter das pH des primären Phosphates sinken, da an dieser Stelle die starke Pufferwirkung der Molke aufhört. Es tritt sonst leicht eine Invertierung des Milchzuckers ein. Ferner sind hohe Temperaturen über 4o° C auszuschalten, da dieselben ebenfalls in Verbindung mit einer hohen Wasserstoffionenkonzentration zu der Umwandlung Anlaß geben. Schließlich muß eine zu lange Osmosedauer vermieden werden, da sonst Diffusionsverluste an Zucker eintreten.
  • Erfindungsgemäß werden die oben geforderten Bedingungen für die elektroosmotische Behandlung der vorbehandelten Molke dadurch eingehalten, daß die Molke zwischen Diaphragmen in einer in der Richtung des elektrischen Stromes dünnen Schicht der Eimvirkung des elektrischen Gleichstromes ausgesetzt wird. Als Diaphragmenmaterial kommen für das Anodendiaphragma tierische Membranen, wie Haut, tierische Blasen, Därme usw., in Betracht und für das Kathodendiaphragma Gewebe aus vegetabilischen Stoffen, wie beispielsweise Baumwollgewebe. Durch Verwendung dieser Anoden- und Kathodendiaphragmen, deren Wirkung darin besteht, daß sie die Anionen bzw.Kationen rasch abwandern lassen, wird vermieden, daß die Molke während der elektroosmotischen Behandlung stark sauer wird. Durch die Arbeitsweise in dünner Schicht wird erfindungsgemäß die Behandlungsdauer erheblich verkürzt. Die Verwendung einer dünnen Schicht hat außerdem den Vorteil, daß bei geringer Betriebsspannung eine große Stromdichte erzielt wird, so daß die elektroosmotische Behandlung der erfindungsgemäß vorbehandelten Molke ohne Erwärmung rasch verläuft. Die elektroosmotische Behandlung wird durchgeführt bis zur praktischen Salzfreiheit. Das hierbei erhaltene Produkt wird durch Eindampfen im Vakuum oder durch Verdüsung getrocknet und liefert direkt verlustlos einen etwa 97prozentigen Milchzucker. Durch eine einmalige Kristallisation ist eine absolut reine Laktose zu erhalten.
  • Erfindungsgemäß besteht somit das Verfahren zur Gewinnung von Milchzucker aus Molke darin, daß man die bis fast zum wahren Neutralpunkt neutralisierte Zolke ganz kurze Zeit aufkocht, hierauf mit einer starken Säure, wie z. B. Salzsäure, Schwefelsäure, allmählich ansäuert, das Koagulat abfiltriert und das Filtrat mit einem Adsorptionsmittel, wie z. B. Ton, Kaolin, behandelt und nach erfolgter Filtration das Filtrat, nachdem es zwischen Diaphragmen in einer in der Richtung des elektrischen Stromes dünnen Schicht der Einwirkung des elektrischen Gleichstromes bis zur praktischen Salzfreiheit ausgesetzt wurde nach bekannten Verfahren zur Trockne eingedampft.
  • Zur näheren Erläuterung der elektroosmotischen Behandlungsweise dienen die Abb. i und 2, die eine Ausführungsform der zur Durchführung der elektroosmotischen Behandlung geeigneten Vorrichtung in schematischer Darstellung zeigen. In dem Sammelgefäß S befindet sich die erfindungsgemäß vorbehandelte 1Tolke und fließt durch eigenes Gefälle in den Mittelraum des Eektroosmoseapparates bei E. Letzterer besteht aus dem lUittelraum 1i1, der von den beiden Seitenräumen Ara und Kn durch ein Anoden- und ein Kathodendiaphragma getrennt ist. Im Seitenraum Ara befindet sich die Anode, im Seitenraum Kn die Kathode. Die die einzelnen Räume bildenden Rahmen sind filterpressenartig zusammengesetzt. Die zu behandelnde Molke tritt durch einen Überlauf bei Z aus dem Mittelraum aus und wird durch eine Pumpe P in das Sammelgefäß S befördert.
  • Damit sich während der elektroosmotischen Behandlung die anodisch und kathodisch abgewanderten Elektrolyte nicht zu sehr konzentrieren, findet in den Seitenräumen Ast und K n eine dauernde Spülung mit Wasser statt. Der Zutritt des Spülwassers, das die an den Elektroden sich bildenden elektrolytischen Zersetzungsprodukte der Molke beseitigt und abführt, erfolgt bei D und der Austritt bei F. Nach Beendigung der elektroosmotischen Behandlung läßt man die im Sammelgefäß S befindliche Molke durch den Dreiwegeliahn A abfließen.
  • Man kann auch mehrere der oben beschriebenen Einzelaggregate filterpressenartig hintereinander schalten und so, unter Ausschaltung des Sammelgefäßes S, einen kontinuierlichen Betrieb erzielen, wobei die vorbehandelte Molke dauernd entsalzen und enteiweißt den Apparat verläßt.
  • Ausführungsbeispiel.
    i 1 Rohmolke mit folgender Zusammen-
    setzung:
    Asche .............. o,57 Prozent
    Protein ............. o,84 -
    Zucker ............. 4,20 -
    Gesamtrückstand ..... 5,9i -
    Säuregrad ........... 7,20 -
    wurde durch Zusatz voll 0,69 g wasserfreier Soda auf 2° Säure gebracht, 3 Minuten gekocht und während des Abkühlens allmählich mit io ccm n-Salzsäure auf 6° Säure angesäuert und dann blank filtriert. Nach der Filtration war der Proteingehalt des Filtrates auf 0,37 Prozent zurückgegangen. Das blanke Filtrat wurde - darauf mit 2 Prozent Osmoton versetzt und 30 Minuten gerührt. Nach erfolgter Filtration betrug der Eiweißgehalt des Filtrates 0,30 Prozent und war das Filtrat weitgehend entfärbt. Das Filtrat wurde nun im Elektroosmoseapparat bei einer Anfangsspannung von i o Volt und einer Endspannung von i io Volt und durchschnittlich 2,26 Ampere bis zur pr;#lctisclien Salzfreiheit behandelt (Stromverbrauch o,i3 Kilowattstunden pro Liter). Nach der elektroosmotischen Behandlung war die Zusammensetzung der Mittelraumflüssigkeit folgende:
    Asche ................ o,io Prozent
    Protein ............... 0,14 -
    Zucker ............... 4,i0 -
    Gesamtrückstand ....... 4,28 -
    Zur Trockne im Vakuum eingedampft ergab sich ein 96,5 prozentiger Milchzucker.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung von Milchzucker aus Molke, dadurch gekennzeichnet, daß man die bis fast zum wahren Neutralpunkt neutralisierte Molke ganz kurze Zeit aufkocht, hierauf mit einer starken Säure, wie z. B. Salzsäure, Schwefelsäure, ansäuert, das Koagulat abfiltriert und das Filtrat mit einem Adsorptionsmitel, wie z. B. Ton, Kaolin, behandelt und nach erfolgter Filtration das Filtrat, nachdem es zwischen Diaphragmen in einer in der Richtung des elektrischen Stromes dünnen Schicht der Einwirkung des elektrischen Gleichstromes bis zur praktischen Salzfreiheit ausgesetzt wurde, nach bekannten Verfahren zur Trockne verdampft.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß als Anodendiaphragma tierische Membranen, wie z: B. Haut, Blasen, Därme, als Kathodendiaphragma vegetabile Stoffe, wie Baumwollgewebe, verwendet werden.
DEE29193D 1923-03-19 1923-03-19 Verfahren zur Gewinnung von Milchzucker aus Molke Expired DE423695C (de)

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