DE4232146A1 - Zweikreisige Bremsventileinrichtung - Google Patents
Zweikreisige BremsventileinrichtungInfo
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- B60T—VEHICLE BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF; BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF, IN GENERAL; ARRANGEMENT OF BRAKING ELEMENTS ON VEHICLES IN GENERAL; PORTABLE DEVICES FOR PREVENTING UNWANTED MOVEMENT OF VEHICLES; VEHICLE MODIFICATIONS TO FACILITATE COOLING OF BRAKES
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Description
Die Erfindung betrifft eine zweikreisige Bremsventilein
richtung für eine druckluftbetätigbare Fahrzeug-Bremsan
lage gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Eine derartige zweikreisige Bremsventileinrichtung ist
aus der DE 34 39 086 A1 bekannt.
Bei der bekannten Bremsventileinrichtung ist zwischen dem
ersten Kolben, der zur Steuerung des Druckes im ersten
Bremskreis dient und dem zweiten Kolben, der zur Steuerung
des Druckes im zweiten Bremskreis dient, eine Druckfeder
angeordnet, über welche der zweite Kolben mit dem ersten
Kolben in Wirkverbindung steht. Bei einer Bewegung des
ersten Kolbens in Richtung auf das erste kombinierte
Einlaß- und Auslaßventil der Ventileinrichtung zu wird
der zweite Kolben in Richtung auf das zweite kombinierte
Einlaß- und Auslaßventil der Ventileinrichtung zu mitbe
weg;t. Durch das Zusammenwirken der beiden Kolben über die
Druckfeder wird bei einer Betätigung der Ventileinrich
tung die durch die am zweiten Kolben angeordneten Dicht
ringe verursachte Reibung und die Kraft der den Ventil
körper des zweiten kombinierten Einlaß- und Auslaßventils
beaufschlagenden Feder weitestgehend ausgeglichen. Durch
diese Maßnahme kann der zweite Kolben schneller auf den
auf ihn einwirkenden Steuerdruck reagieren, wodurch eine
annähernd gleichzeitige Betätigung der beiden kombinier
ten Einlaß- und Auslaßventile ermöglicht wird. Der
Druckverlauf des von der Ventileinrichtung ausgesteuerten
Druckes ist für den gesamten Druckaufbau im ersten
Bremskreis und im zweiten Bremskreis gleich. Die Druckdifferenz
zwischen dem Druck im ersten Bremskreis und dem
Druck im zweiten Bremskreis ist für den gesamten Druck
aufbau konstant.
Um einen ungleichmäßigen Verschleiß an den Bremsbelägen
der Räder eines Fahrzeugs zu vermeiden, wird eine Druck
differenz von Δ p annähernd 0 angestrebt.
Eine Bremsventileinrichtung der eingangs erwähnten Art
eignet sich insbesondere für Fahrzeuge mit einer zwei
kreisigen Bremsanlage, bei der beide Kreise mit gleich
hohem Druck betrieben werden.
In Bremsanlagen von Fahrzeugen, bei denen der Bremsdruck
an den Rädern einer Achse lastabhängig geregelt wird,
läßt sich eine derartige Bremsventileinrichtung jedoch
nicht ohne weiteres einsetzen, da mit der bekannten
Bremsventileinrichtung in beide Bremskreise einer Brems
anlage gleich hohe Drücke eingesteuert werden, dagegen in
die beiden Bremskreise einer Bremsanlage, bei der ein
Bremskreis mit lastabhängig geregeltem Druck versorgt
wird, der Druck in den beiden Kreisen jedoch unterschied
lich hoch sein kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine zwei
kreisige Bremsventileinrichtung der eingangs erwähnten
Art in der Weise zu verbessern, daß bei einem Brems
vorgang für den gesamten Druckaufbau der Druckverlauf im
zweiten Bremskreis gleich oder annähernd gleich dem
Druckverlauf im ersten Bremskreis ist und daß die Druck
differenz Δ p zwischen dem von der Bremsventileinrich
tung ausgesteuerten Druck im ersten Bremskreis und im
zweiten Bremskreis unterhalb einer vorbestimmten Druck
höhe in den beiden Bremskreisen kleiner ist als die
Druckdifferenz Δ p zwischen dem Druck im ersten Brems
kreis und dem Druck im zweiten Bremskreis nach Überschrei
ten dieser vorbestimmten Druckhöhe in den beiden Brems
kreisen.
Diese Aufgabe wird mit der im Patentanspruch 1 angege
benen Erfindung gelöst. Weiterbildungen und vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Die Erfindung bietet insbesondere den Vorteil, eine
zweikreisige Bremsventileinrichtung zu erhalten, mit der
es möglich ist, für den ersten Bremskreis und für den
zweiten Bremskreis einen Druck auszusteuern mit für den
gesamten Druckaufbau gleichem bzw. annähernd gleichem
Druckverlauf, wobei die Druckdifferenz Δ p zwischen dem
Druck des ersten Bremskreises und dem Druck des zweiten
Bremskreises bei Einleitung eines Bremsvorganges 0 oder
annähernd 0 ist und sich nach Überschreiten einer vorbe
stimmten Druckhöhe in den beiden Bremskreisen vergrößert.
Die Änderung der Druckdifferenz Δ p wird dadurch er
möglicht, daß die mechanische Wirkverbindung zwischen dem
ersten Kolben und dem zweiten Kolben aufgehoben wird,
wenn der Druck im ersten Bremskreis einen vorbestimmten
Wert überschreitet.
Anhand der Zeichnung wird nachfolgend ein Ausführungsbei
spiel der Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine als Zweikreisbremsventil ausgebildete
Bremsventileinrichtung und
Fig. 2 ein Diagramm, in welchem der Druckverlauf in den
beiden Bremskreisen darbgestellt ist.
Das in Fig. 1 gezeigte Zweikreis-Bremsventil weist einen
in einem Gehäuse 1 mittels eines Doppeldichtringes (20)
abgedichtet längsverschiebbar geführten ersten Ventil
körper (14) auf, der mit einem gehäusefesten ersten
Einlaßsitz (12) ein erstes Einlaßventil (14, 12) bildet,
über welches eine mit einem ersten Vorratsanschluß (16)
verbundene erste Druckmitteleinlaßkammer (15) mit einer
ersten Arbeitskammer (60) verbindbar ist, welche einen
Druckmittelanschluß (59) für einen ersten Bremskreis
(Hinterachsbremskreis) besitzt.
Der erste Ventilkörper (14) wird von einer sich an dem im
Gehäuse (1) angeordneten Doppeldichtring (20) abstützen
den Feder (17) gegen den ersten Einlaßsitz (12) und damit
in Schließrichtung des ersten Einlaßventils (14, 12)
vorgespannt.
Koaxial zum ersten Ventilkörper (14) ist im Gehäuse (1)
abgedichtet längsverschiebbar ein als Abstufungskolben
ausgebildeter erster Kolben (2) mittels eines Dichtringes
(7) abgedichtet geführt, der mit seiner als Abstufungs
fläche (62) ausgebildeten Unterseite die erste Arbeits
kammer (60) begrenzt. Der Abstufungskolben (2) weist
einen sich in die erste Arbeitskammer (60) hineiner
streckenden stößelartigen Fortsatz (63) auf, an dem ein
erster Auslaßsitz (11) ausgebildet ist. Der erste Ventil
körper (14) bildet mit dem ersten Auslaßsitz (11) ein
erstes Auslaßventil (11, 14). Der erste Ventilkörper (14)
ist hohl ausgebildet. Das erste Einlaßventil (14, 12) und
das erste Auslaßventil (11, 14) bilden ein erstes kombi
niertes Einlaß- und Auslaßventil (14, 12, 11).
In einem der Abstufungsfläche (62) abgewandten hohlen
oberen Bereich des Abstufungskolbens (2) ist relativ zu
diesem längsverschiebbar ein aus einem Federteller (4)
und einem Mittelstück (5) bestehendes Druckstück (4, 5)
angeordnet. Zwischen dem Druckstück (4, 5) und dem
Abstufungskolben (2) ist eine Abstufungsfeder (3) ange
ordnet. Die Abstufungsfeder (3) besteht im vorliegenden
Fall aus einer Gummifeder, die erst in einer späten
Betätigungsphase des Zweikreis-Bremsventils zur Wirkung
kommt. Es liegt auf der Hand, daß die Abstufungsfeder
auch auf jede andere geeignet Weise ausgebildet sein
kann, beispielsweise als Schraubenfeder. Der Innenraum
des Abstufungskolbens (2) ist mittels eines balgartigen,
elastischen Teiles (6), welches einerseits an der Innen
wand des Gehäuses (1) und andererseits am Teil (5) des
Druckstückes (4, 5) befestigt ist, gegen das Eindringen
von Schmutz und Feuchtigkeit geschützt.
In der ersten Arbeitskammer (60) ist eine sich einerseits
an einem Gehäusevorsprung und andererseits an der Abstu
fungsfläche (62) des Abstufungskolbens (2) abstützende
Feder (8) angeordnet, die den Abstufungskolben (2) in
Öffnungsrichtung des ersten Auslaßventils (11, 14) des
ersten kombinierten Einlaß- und Auslaßventils (14, 12,
11) vorspannt und bei unbetätigtem Zweikreis-Bremsventil
ein sicheres Öffnen des ersten Auslaßventils (11, 14)
bewirkt.
Koaxial zum ersten kombinierten Einlaß- und Auslaßventil
(14, 12, 11) ist im Gehäuse (1) ein zweites kombiniertes
Einlaß- und Auslaßventil (35, 33, 32) angeordnet. Das
zweite kombinierte Einlaß- und Auslaßventil (35, 33, 32)
weist einen zweiten Ventilkörper (35) auf, der mit einem
im Gehäuse (1) ausgebildeten zweiten Einlaßsitz (33) ein
zweites Einlaßventil (35, 33) bildet, über welches eine
mit einem zweiten Vorratsanschluß (37) in Verbindung
stehende zweite Druckmitteleinlaßkammer (34) mit einer
zweiten Arbeitskammer (44) verbindbar ist. Der zweiten
Arbeitskammer (44) ist ein Druckmittelanschluß (43) für
einen zweiten Bremskreis (Vorderachsbremskreis) zugeord
net.
Der zweite Ventilkörper (35) ist hohl ausgebildet und von
einer sich an einem im Gehäuse (1) angeordneten Doppel
dichtring abstützenden Feder (36) gegen den zweiten
Einlaßsitz (33), also in Schließrichtung des zweiten
Einlaßventils (35, 33) vorgespannt. Der zweite Ventil
körper (35) weist einen rohrförmigen Fortsatz (42) auf.
In den rohrförmigen Fortsatz (42) des zweiten Ventilkör
pers (35) erstreckt sich ein als Deckel des Gehäuses (1)
ausgebildetes hohles Kniestück (38) mit einem Stutzen
(40) hinein. Auf der äußeren Mantelfläche des Kniestückes
(38) ist der zweite Ventilkörper (35) mittels eines
Dichtringes (41) abgedichtet und längsverschieblich
geführt.
Zwischen dem ersten kombinierten Einlaß- und Auslaßventil
(14, 12, 11) und dem zweiten kombinierten Einlaß- und
Auslaßventil (35, 33, 32) ist koaxial zu diesen ein als
Relaiskolben (53) dienender zweiter Kolben in Richtung
seiner Längsachse mittels drei Dichtringen (46, 49 und
25) abgedichtet verschiebbar angeordnet. Der hohl ausge
bildete Relaiskolben (53) begrenzt mit seiner als Reak
tionsfläche (45) dienenden Unterseite die zweite Arbeits
kammer (44). Ausgehend von der Reaktionsfläche (45) weist
der Relaiskolben (53) einen sich in Richtung auf den
zweiten Ventilkörper (35) zu erstreckenden, nicht näher
bezeichneten hohlen, stößelartigen Fortsatz auf, an dem
ein zweiter Auslaßsitz (32) ausgebildet ist, der mit dem
zweiten Ventilkörper (35) ein zweites Auslaßventil (35,
32) bildet. Das zweite Einlaßventil (35, 33) und das
zweite Auslaßventil (35, 32) bilden das zweite kombi
nierte Einlaß- und Auslaßventil (35, 33, 32).
In seinem dem zweiten kombinierten Einlaß- und Auslaß
ventil (35, 33, 32) abgewandten Bereich ist der Relais
kolben (53) abgestuft ausgebildet. Mit seiner als erste
Wirkfläche (57) ausgebildeten kleinen Stufenfläche
begrenzt der Relaiskolben (53) eine erste Steuerkammer
(21) und mit seiner als zweite Wirkfläche (50) ausgebil
deten großen Stufenfläche begrenzt der Relaiskolben (53)
eine zweite Steuerkammer (51). Die beiden Wirkflächen
(57) und (50) sind der als Reaktionsfläche (45) dienenden
dritten Wirkfläche des Relaiskolbens (53) entgegengerich
tet.
Der Außendurchmesser der zweiten Wirkfläche (50) ist dem
Außendurchmesser der als Reaktionsfläche (45) dienenden
dritten Wirkfläche gleich. Wie für den Fachmann offen
sichtlich, kann der Außendurchmesser der zweiten Wirk
fläche kleiner oder größer als der Außendurchmesser der
dritten Wirkfläche sein, in welch letzterem Fall der
Durchmesser der ersten Wirkfläche kleiner oder größer als
der Durchmesser der dritten Wirkfläche oder dieser gleich
sein kann.
Der Relaiskolben (53) ist an seinem Außenumfang mit dem
Durchmesser der ersten Wirkfläche (57) und in der Nähe
der zweiten Wirkfläche (50) an seinem Außenumfang mit dem
Durchmesser der zweiten Wirkfläche mittels der erwähnten
umlaufenden Dichtringe gegenüber der Innenwand des
Gehäuses (1) abgedichtet. Zwischen dem in der Nähe der
Reaktionsfläche (45) angeordneten Dichtring (46) und dem
in der Nähe der zweiten Wirkfläche (50) angeordneten
Dichtring (49) weist der Relaiskolben (53) eine Atmungs
bohrung (47) auf, die mit einer zum zweiten Auslaßventil
(35, 32) führenden Durchgangsöffnung (31) des Relais
kolbens (53) verbunden ist.
Die erste Arbeitskammer (60) ist mit der ersten Steuer
kammer (21) über eigen Gehäusekanal (58), der als Steuer
anschluß für die erste Steuerkammer (21) dient, verbun
den.
Die zweite Steuerkammer (51) wird von der zweiten Wirk
fläche (50) des Relaiskolbens (53) und einer Gehäusewand
(27) begrenzt. Die zweite Steuerkammer (51) ist über
einen Steueranschluß (54) mit dem von einem achslastab
hängigen Bremskraftregler kommenden Druck beaufschlagbar.
Die Innenwand des als Hohlkolben ausgebildeten Relais
kolbens (53) ist abgestuft ausgebildet. In dem den
größeren Innendurchmesser aufweisenden Bereich des als
Hohlkolben ausgebildeten Relaiskolbens (53) ist ein
ebenfalls als Hohlkolben ausgebildeter dritter Kolben
(28, 29, 64) mittels eines Dichtringes (26) abgedichtet
in Richtung der Längsachse des Relaiskolbens (53) in der
Ausnehmung des Relaiskolbens (53) verschiebbar angeord
net. Der dritte Kolben (28, 29, 64) setzt sich praktisch
aus einem rohrförmigen Körper (29, 64) und einem um
laufenden Vorsprung (28) zusammen, welcher den Dichtring
(26) trägt. Die der Steuerkammer (21) zugewandte Seite
des umlaufenden Vorsprungs (28) des dritten Kolbens (28,
29, 64) dient als Wirkfläche (23), welche vom Bremsdruck
des ersten Bremskreises in Richtung vom Abstufungskolben
(2) weg beaufschlagt wird. Der dritte Kolben (28, 29, 64)
wird von einem Sicherungsring (24), welcher gleichzeitig
die Funktion eines Anschlages für den dritten Kolben (28,
29, 64) hat, gegen herausgleiten aus der Ausnehmung des
Relaiskolbens (53) gehindert. Dem als Anschlag dienenden
Sicherungsring (24) gegenüber ist auf der der Wirkfläche
(23) des dritten Kolbens (28, 29, 64) abgewandten Seite
ein weiterer Anschlag (48) im Relaiskolben (53) vorge
sehen. Der von einer Stufe in der Wand des Relaiskolbens
(53) gebildete erste Anschlag (48) begrenzt den Hub des
dritten Kolbens (28, 29, 64) in Richtung vom ersten
kombinierten Einlaß- und Auslaßventil (14, 12, 11) weg
und der vom Sicherungsring gebildete, dem ersten Anschlag
(48) gegenüberliegende zweite Anschlag (24) begrenzt den
Hub des dritten Kolbens (28, 29, 64) in Richtung auf das
erste kombinierte Einlaß- und Auslaßventil (14, 12, 11)
zu.
Das dem ersten kombinierten Einlaß- und Auslaßventil (14,
12, 11) zugewandte rohrförmige Teil (64) des dritten
Kolbens (28, 29, 64) erstreckt sich in einen rohrförmigen
Fortsatz (22) des Ventilkörpers (14) des ersten kombi
nierten Einlaß- und Auslaßventils (14, 12, 11) hinein.
Mittels eines Dichtringes (61) wird ein möglicher Spalt
zwischen der äußeren Mantelfläche des rohrförmigen Teiles
(64) des dritten Kolbens (28, 29, 64) und der Innenwand
des rohrförmigen Fortsatzes (22) des Ventilkörpers (14)
des ersten kombinierten Einlaß- und Auslaßventils (14,
12, 11) abgedichtet. Der dem Relaiskolben (53) zugewandte
rohrförmige Endbereich (29) des dritten Kolbens (28, 29,
64) und somit der dritte Kolben (28, 29, 64) ist ver
schiebbar auf der äußeren Mantelfläche eines rohrförmigen
Fortsatzes (30) des Relaiskolbens (53) angeordnet, wobei
besagter rohrförmiger Fortsatz (30) sich in die Ausneh
mung des Relaiskolbens (53) hineinerstreckt.
Der als Hohlkolben ausgebildete dritte Kolben (28, 29,
64) umgibt eine Druckfeder (55) oder umgekehrt gesagt, in
dem Hohlraum (56) des dritten Kolbens (28, 29, 64) ist
eine Druckfeder angeordnet, welche sich mit ihrem einen
Ende auf der ringförmigen Stirnfläche des rohrförmigen
Fortsatzes (30) des Relaiskolbens (53) abstützt und mit
ihrem anderen Ende einen Stößel (9) beaufschlagt, welcher
im Hohlraum des dritten Kolbens (28, 29, 64) in Richtung
seiner Längsachse verschiebbar angeordnet ist. Der Stößel
(9) weist auf seiner der Druckfeder (55) zugewandten
Seite einen Vorsprung (19) auf, welcher an einem an der
Innenwand des rohrförmigen Teiles (64) des dritten
Kolbens (28, 29, 64) vorgesehenen, als Anschlag dienenden
Vorsprung (18) anliegt. Mittels des dritten Kolbens (28,
29, 64), des Stößels (9) und des rohrförmigen Vorsprungs
(30) des Relaiskolbens (53) wird die Druckfeder (55)
gefesselt im bzw. am Relaiskolben (53), bzw. gefesselt
bezüglich des Relaiskolbens (53) gehalten.
Der Stößel (9) erstreckt sich durch eine Ausnehmung (13)
im Ventilkörper (14) des ersten kombinierten Einlaß-
und Auslaßventils (14, 12, 11) hindurch in Richtung auf
den Abstufungskolben (2) zu und liegt mit seinem der
Druckfeder (55) abgewandten Ende am Boden einer Aus
nehmung (10), die im Fortsatz (63) des Abstufungskolbens
(2) vorgesehen ist, an. Der Stößel (9) ist in seinem
Durchmesser so bemessen, daß beim Öffnen des Auslaß
ventils (14, 11) des ersten kombinierten Einlaß- und
Auslaßventils (14, 12, 11) Druckluft aus der ersten
Arbeitskammer (60) durch die Ausnehmung (13) des Ventil
körpers (14), den Hohlraum (56) des dritten Kolbens (28,
29, 64) sowie den daran anschließenden Durchlaß (31) im
Relaiskolben (53) und das Auslaßventil (35, 32) des
zweiten kombinierten Einlaß- und Auslaßventils (35, 33,
32) sowie den Auslaß (39) im Auslaßstutzen (40) zur
Atmosphäre hin gelangen kann.
Die Funktion der vorstehend beschriebenen zweikreisigen
Bremsventileinrichtung wird nachfolgend näher erläutert.
Der erste Vorratsanschluß (16) ist mit einem ersten
Druckmittelvorrat verbunden und der Druckmittelanschluß
(59) steht über einen nicht dargestellten achslastab
hängigen Bremskraftregler mit zu Bremszylindern des
ersten Bremskreises (Hinterachsbremskreis) führenden
Druckmittelleitungen in Verbindung. Der zweite Vorrats
anschluß (37) steht mit einem zweiten Druckmittelvorrat
oder auch mit dem ersten Druckmittelvorrat in Verbindung.
Der Druckmittelanschluß (43) ist mit den zu den Brems
zylindern des zweiten Bremskreises (Vorderachsbremskreis)
führenden Druckmittelleitungen verbunden.
Der Steueranschluß (54) steht mit einer den Druck des
achslastabhängigen Bremskraftreglers führenden Druck
mittelleitung in Verbindung.
Der zur Atmosphäre hin führende Druckmittelauslaß (39)
steht mit dem zweiten Auslaßventil (35, 32) des zweiten
kombinierten Einlaß- und Auslaßventil (35, 33, 32) der
Bremsventileinrichtung in Verbindung. Desgleichen ist der
Druckmittelauslaß (39) über die als Durchgangsbohrung
ausgebildete Ausnehmung (31) im Relaiskolben (53) und den
Hohlraum (56) des dritten Kolbens (28, 29, 64) sowie die
zwischen der äußeren Mantelfläche des Stößels (9) und der
Innenwand des als Hohlkörper ausgebildeten dritten
Kolbens (28, 29, 64) vorgesehene Ausnehmung (65) mit dem
ersten Auslaßventil (14, 11) des ersten kombinierten
Einlaß- und Auslaßventil (14, 12, 11) verbunden.
In unbetätigtem Zustand der Bremsventileinrichtung sind
das erste Einlaßventil (14, 12) und das zweite Einlaß
ventil (35, 33) geschlossen. Das erste Auslaßventil (14,
11) und das zweite Auslaßventil (35, 32) sind geöffnet.
Dadurch sind die Bremskreise über das jeweils zugeordnete
Auslaßventil zur Atmosphäre hin entlüftet.
Bei Betätigung eines über einen Stößel mit dem Druckstück
(4, 5) in Verbindung stehenden Bremspedals (Stellkraft)
wird dessen abwärts gerichtete Bewegung über das Druck
stück (4, 5) und die Abstufungsfeder (3) auf den Abstufungs
kolben (2) übertragen. Nach Überwindung des Schließhubes
des ersten Auslaßventils (14, 11) bewegt der Abstufungs
kolben (2) nach dem Schließen des ersten Auslaßventils
(14, 11) den ersten Ventilkörper (14) abwärts und öffnet
dadurch das erste Einlaßventil (14, 12). Dabei wird die
Verbindung zwischen der ersten Arbeitskammer (60) und der
Atmosphäre unterbrochen und die Verbindung zwischen der
ersten Druckmitteleingangskammer (15) und der ersten
Arbeitskammer (60) hergestellt.
Aus dem ersten Druckmittelvorrat strömt über den ersten
Vorratsanschluß (16) und das erste Einlaßventil (14, 12)
Druckluft in die erste Arbeitskammer (60) und von dieser
weiter über den Druckmittelanschluß in den Hinterachs
bremskreis (erster Bremsdruck).
Gleichzeitig mit den vorstehend beschriebenen Vorgängen
wird vom Abstufungskolben (2) über den Stößel (9) und die
mit diesem in Wirkverbindung stehende Druckfeder (55) der
Relaiskolben (53) nach unten, in Richtung auf das zweite
kombinierte Einlaß- und Auslaßventil (35, 33, 32) zu
bewegt. Durch diese Maßnahme werden das Auslaßventil (14,
11) des ersten kombinierten Einlaß- und Auslaßventils
(14, 12, 11) und das Auslaßventil (35, 32) des zweiten
kombinierten Einlaß- und Auslaßventils (35, 33, 32)
annähernd gleichzeitig geschlossen und das Einlaßventil
(14, 12) des ersten kombinierten Einlaß- und Auslaßven
tils (14, 12, 11) sowie das Einlaßventil (35, 33) des
zweiten kombinierten Einlaß- und Auslaßventils (35, 33,
32) annähernd gleichzeitig in die Offenstellung gebracht.
Aus dem zweiten Druckmittelvorrat strömt über den zweiten
Vorratsanschluß (37) und das zweite Einlaßventil (35, 33)
des zweiten kombinierten Einlaß- und Auslaßventils (35,
33, 32) Druckluft in die zweite Arbeitskammer (44) und
von dieser weiter über den Druckmittelanschluß (43) in
den Vorderachsbremskreis (vom ersten Bremsdruck abhän
giger zweiter Bremsdruck).
Der sich in der ersten Arbeitskammer (60) aufbauende
erste Bremsdruck gelangt gleichzeitig über den Kanal (58)
in die von der ersten Wirkfläche (57) des Relaiskolbens
(53) begrenzte Steuerkammer (21) und beaufschlagt die
erste Wirkfläche (57) des Relaiskolbens (53) und die
Wirkfläche (23) des dritten Kolbens (28, 29, 64). Von dem
nicht dargestellten achslastabhängigen Bremskraftregler
gelangt Druckmittel über den Steueranschluß (54) und
einen Kanal (52) auf die zweite Wirkfläche (50) des Re
laiskolbens (53).
Der erste Bremsdruck und der vom achslastabhängigen
Bremskraftregler kommende Druck dienen für den Relais
kolben (53) als Steuerdruck.
Der auf die erste Wirkfläche (57) und auf die Wirkfläche
(23) des dritten Kolbens (28, 29, 64) einwirkende Druck
aus der Steuerkammer (21) bewirkt, daß der Relaiskolben
(53) und der dritte Kolben (28, 29, 64) sich weiter
abwärts, in Öffnungsrichtung des zweiten kombinierten
Einlaß- und Auslaßventils (35, 33, 32) bewegen. Hat der
Druck aus der Steuerkammer (21) eine vorbestimmte Druck
höhe erreicht, löst sich der dritte Kolben (28, 29, 64)
vom zweiten Anschlag (24) und bewegt sich in Öffnungs
richtung des zweiten kombinierten Einlaß- und Auslaß
ventils (35, 33, 32). Das Teil (28) des dritten Kolbens
(28, 29, 64) kommt am ersten Anschlag (48) des Relais
kolbens (53) zur Anlage, wobei die Druckfeder (55)
gespannt wird und der Stößel (9) vom Vorsprung (18) des
dritten Kolbens (28, 29, 64) mitgenommen wird. Bei diesem
Vorgang löst sich der Stößel (9) vom Abstufungskolben
(2). Die Wirkverbindung zwischen dem Abstufungskolben (2)
und dem Relaiskolben (53) ist jetzt unterbrochen.
Der Druck (P 21) in der ersten Arbeitskammer (60) und
somit auch der Druck im ersten Bremskreis erhöht sich
gegenüber dem über das Einlaßventil (35, 33) des zweiten
kombinierten Einlaß- und Auslaßventils (35, 33, 32) in
den zweiten Bremskreis eingesteuerten Druck.
Diese Druckerhöhung kann im zweiten Bremskreis nicht
erfolgen, da der Abstufungskolben (2) und der Relais
kolben (53) nicht mehr in mechanischer Wirkverbindung
stehen und somit der als Steuerdruck für den Relaiskolben
(53) dienende Druck aus der Steuerkammer (21) den Re
laiskolben (53) aufgrund der durch die am Relaiskolben
(53) angeordneten Dichtringe erzeugten Reibkraft und der
Federkraft des zweiten Einlaßventils (35, 33) den Relais
kolben (53) auf die Druckerhöhung in der ersten Arbeits
kammer (60) und somit auch in der Steuerkammer (21) nicht
so schnell reagieren lassen kann.
Zwischen dem Druck (P 21) in dem ersten Bremskreis und
dem Druck (P 22) im zweiten Bremskreis entsteht eine
Druckdifferenz Δ p bzw. erhöht sich die Druckdifferenz
Δ p.
Bei Einleitung eines Bremsvorganges, wie bereits erwähnt,
sind die Drücke in den beiden Bremskreisen annähernd
gleich hoch, bei gleichem Druckverlauf (Δ p) annähernd
Null. Beim weiteren Bremsdruckaufbau stellt sich die
größere Druckdifferenz Δ p zwischen den Drücken in den
beiden Bremskreisen ein, wobei jedoch der Druckverlauf in
den beiden Bremskreisen auch bei einem größer gewordenen
Δ p gleich ist.
Der Druckverlauf in den beiden Bremskreisen ist in der
Fig. 2 dargestellt.
Mit (P 21/P 22) ist die Druckhöhe und mit (s) ist der Weg
angegeben.
Die Kurve (P 21) zeigt den Druckverlauf des Druckes des
ersten Bremskreises und (P 22) zeigt den Druckverlauf des
Druckes des zweiten Bremskreises.
p stellt die Druckdifferenz zwischen dem Druck des
ersten Bremskreises und dem Druck des zweiten Brems
kreises dar.
Als Beispiel ist in Fig. 2 angegeben, daß bis zu einer
Druckhöhe von 1 bar die Druckdifferenz zwischen dem Druck
im ersten Bremskreis und dem Druck im zweiten Bremskreis
annähernd Null ist. Ab der Druckhöhe 1 bar in den beiden
Bremskreisen erfolgt eine Druckerhöhung im ersten Brems
kreis um z. B. 0,5 bar gegenüber der Höhe des Druckes im
zweiten Bremskreis. Mit der Druckdifferenz von 0,5 bar
baut sich der Druck im ersten Bremskreis und im zweiten
Bremskreis weiter auf, wobei der Druckverlauf des Druckes
in den beiden Bremskreisen auch weiterhin gleich ist. Im
ersten Bremskreis herrscht in der Abschlußstellung ein
Druck von z. B 5 bar und im zweiten Bremskreis ein Druck
von 4,5 bar.
Wenn die Kraft des auf den Abstufungskolben (2) einwir
kenden ersten Bremsdruckes in der ersten Arbeitskammer
(60) und die von der Abstufungsfeder (3) auf den Ab
stufungskolben (2) entgegengerichtete Kraft sich im
Gleichgewicht befinden, sind das erste Auslaßventil (14,
11) und das erste Einlaßventil (14, 12) geschlossen. Eine
Abschlußstellung ist erreicht.
Wenn sich zwischen den über die erste Wirkfläche (Steuer
fläche 57) des Relaiskolbens (53) zusammen mit der
Wirkfläche (23) des dritten Kolbens (28; 29, 64) sowie
die zweite Wirkfläche (50) des Relaiskolbens (53) und den
über die Reaktionsfläche (45) des Relaiskolbens (53) auf
den Relaiskolben (53) einwirkenden Druckkräften ein
Gleichgewicht gebildet hat, sind das zweite Auslaßventil
(35, 32) und das zweite Einlaßventil (35, 33) geschlos
sen. Eine Abschlußstellung ist erreicht.
Wie bereits erwähnt, wirken sich die durch die zahl
reichen Abdichtungen des Relaiskolbens (53) verursachten
Reibkräfte und die den Ventilkörper (35) in Schließstel
lung des zweiten Einlaßventils belastende Feder (36) des
zweiten Ventils (35, 33, 32) derart aus, daß der Relais
kolben (53) sich erst bei einem erhöhten ersten Brems
druck in Richtung auf den zweiten Ventilkörper (35) zu in
Bewegung setzt. Diese Ansprechverzögerung wird durch die
in dem als Hohlkolben ausgebildeten dritten Kolben
angeordnete Druckfeder (55) und den mit diesen in Ver
bindung stehenden Stößel (9) dadurch weitestgehend auf
gehoben, daß bei der Bewegung des Abstufungskolbens (2)
über den Stößel (9) und die Druckfeder (55) in den
Relaiskolben (53) eine die von dem ersten Bremsdruck
erzeugte Kraft unterstützende Kraft eingeleitet wird.
Wenn das erste Einlaßventil (14, 12) geschlossen und das
erste Auslaßventil (14, 11) des ersten kombinierten
Einlaß- und Auslaßventils (14, 12, 11) in die Offenstel
lung gelangt, so daß der Druck in der ersten Arbeitskam
mer (60) und somit auch im ersten Bremskreis abgebaut
wird, wird auch der erste Bremsdruck in der Steuerkammer
(21) abgebaut, so daß sich der Relaiskolben (53) wieder
in seine Ausgangsstellung zurückbewegt, wodurch auch das
zweite Einlaßventil (35, 33) geschlossen und das zweite
Auslaßventil (35, 32) des zweiten kombinierten Einlaß-
und Auslaßventils (35, 33, 32) in die Offenstellung
gelangt. Jetzt wird auch der Druck in der zweiten Ar
beitskammer (44) und somit der Druck im zweiten Brems
kreis zur Atmosphäre hin abgebaut. Bei diesem Vorgang
bewegt sich der dritte Kolben (28, 29, 64), bedingt durch
die Kraft der Druckfeder (55), nach oben, in Richtung auf
das erste kombinierte Einlaß- und Auslaßventil (14, 12,
11) zu, und zwar so weit, bis der dritte Kolben (28, 29,
64) am zweiten Anschlag (24) des Relaiskolbens (53) und
der Stößel (9) am ersten Kolben (Abstufungskolben) (2)
zur Anlage kommen.
Der Abstand zwischen dem ersten Anschlag (48) und dem
zweiten Anschlag (24) des Relaiskolbens (53) ist so
bemessen, daß der Stößel (9) und der Abstufungskolben (2)
so lange außer Eingriff bleiben, so lange der dritte
Kolben (28, 29, 64) vom ersten Bremsdruck in der Steuer
kammer (21) am ersten Anschlag (48) des Relaiskolbens
(53) gehalten wird.
Durch das Unterbrechen der mechanischen Wirkverbindung
zwischen dem Abstufungskolben (2) und dem Relaiskolben
(53) ist es möglich, für den ersten Bremskreis und den
zweiten Bremskreis ab einer vorbestimmbaren Druckhöhe mit
annähernd gleichem Druckverlauf in beiden Bremskreisen
unterschiedliche Bremsdrücke auszusteuern.
Es ist natürlich auch möglich, bei Verzicht auf die
Beeinflussung des Druckes im zweiten Bremskreis durch den
von einem achslastabhängigen Bremskraftregler ausgesteuer
ten Druck den Druckmittelanschluß (54) für einen von
einem achslastabhängigen Bremskraftregler ausgesteuerten
Druck zu verschließen oder diesen ganz wegzulassen.
Desgleichen ist es möglich, die Ventilrichtung als ein
durchsteuerndes Ventil auszubilden, wobei die Steuer
kammer (21) und die zweite Druckmitteleingangskammer (34)
über einen Kanal miteinander verbunden werden. In einen
solchen Fall kann auf den zweiten Vorratsanschluß (37)
verzichtet werden.
Die-beschriebene Ventileinrichtung setzt sich praktisch
aus einem Steuerventil und einem Relaisventil zusammen,
wobei das Steuerventil aus der Abstufungsfeder (3), dem
Abstufungskolben (2), dem ersten kombinierten Einlaß- und
Auslaßventil (14, 12, 11) und dem ersten Vorratsanschluß
(16), der ersten Druckmitteleingangskammer (15), der
ersten Arbeitskammer (60) und dem mit dem ersten Brems
kreis verbundenen Druckmittelanschluß (59) besteht und
das Relaisventil sich im wesentlichen aus dem Relaiskol
ben (53), dem zweiten kombinierten Einlaß- und Auslaß
ventil (35, 33, 32), der zweiten Druckmitteleingangs
kammer (34), der zweiten Arbeitskammer (44) und dem mit
dem zweiten Bremskreis verbundenen zweiten Druckmittelan
schluß (43) zusammensetzt. Zwischen dem als Abstufungs
kolben dienenden ersten Kolben (2) und dem als Relais
kolben dienenden zweiten Kolben (53) ist die Druckfeder
(55) angeordnet.
Die Arbeitskammer (60) des Steuerventils ist, wie bereits
erwähnt, über einen Kanal (58) mit der Steuerkammer (21)
des Relaisventils verbunden. Der den Abstufungskolben (2)
des Steuerventils mit dem Relaiskolben (53) des Relais
ventils über die Druckfeder (55) in Wirkverbindung
bringende Stößel (9) kann sowohl aus einem vollen Mate
rial als auch als Hohlkörper ausgebildet sein.
Als Anschlag für den Stößel kann im dritten Kolben (28)
ein sich nach innen, in Richtung auf den Stößel zu
erstreckender umlaufender Vorsprung (28, 29, 64) vorge
sehen sein, es können aber auch ein oder mehrere einzelne
Vorsprünge im dritten Kolben (28, 29, 64) vorgesehen
werden, an denen der Vorsprung (19) des Stößels (9) zur
Anlage kommt.
Die Druckfeder (55) kann auch in der Weise am zweiten
Kolben (53) angeordnet sein, daß sie sich mit ihrem einen
Ende am zweiten Kolben (53) abstützt und mit ihrem
anderen Ende ein als Stößel oder als Federteller ausge
bildetes Bauteil (9, 65) beaufschlagt und so dieses
Bauteil (9, 65) in Anlage mit einem Anschlag des zweiten
Kolbens (53) hält. Wird anstelle des Stößels ein Feder
teller verwendet, so kann am ersten Kolben (2) ein
Fortsatz vorgesehen werden, gegen den der Federteller von
der Druckfeder (55) gedrückt wird.
Der dritte Kolben (28, 29, 64) muß nicht als Hohlkolben
ausgebildet sein und muß auch nicht die Druckfeder (55)
umgeben. Er kann an irgendeiner Stelle in der Nähe der
Druckfeder (55) im Gehäuse der Ventileinrichtung ange
ordnet sein und Mittel, wie z. B. einen Vorsprung,
aufweisen, die an dem Bauteil-Federteller derart
angreifen, daß bei einer Bewegung des dritten Kolbens
(28, 29, 64) in Richtung auf den zweiten Kolben (53) zu
das Bauteil im Sinne einer Verkürzung des Abstandes
zwischen den beiden Enden der Druckfeder (55) und somit
im Sinne einer Aufhebung der Wirkverbindung zwischen dem
von der Druckfeder (55) beaufschlagten Bauteil und dem
ersten Kolben (2) mitgenommen wird, so wie es auch gemäß
dem Ausführungsbeispiel mit dem Stößel (9, 64) gemacht
wird.
Für die Erfindung ist es von besonderer Bedeutung, daß
die Druckfeder zwischen dem ersten Kolben (2) und dem
zweiten Kolben (53) am zweiten Kolben (53) gefesselt
angeordnet ist und daß der dritte Kolben (28, 29, 64)
Mittel (18) aufweist, die an dem Bauteil (9) angreifen,
derart, daß bei einer Bewegung des dritten Kolbens (28,
29, 64) in Richtung auf den zweiten Kolben (53) zu das
Bauteil (9) im Sinne einer Verkürzung des Abstandes
zwischen den beiden Enden der Druckfeder (55) und somit
im Sinne einer Aufhebung der Wirkverbindung zwischen dem
von der Druckfeder (55) beaufschlagten Bauteil (9) und
dem ersten Kolben (2) mitgenommen wird.
Claims (13)
1. Zweikreisige Bremsventileinrichtung für eine druck
luftbetätigbare Motorfahrzeug-Bremsanlage mit fol
genden Merkmalen:
- a) zur Steuerung des Druckes im ersten Bremskreis ist ein von einer Stellkraft betätigter erster Kolben (2) vorgesehen, welcher zur Betätigung eines ersten kombinierten Einlaß- und Auslaßventils (14, 12, 11) dient, wobei über das erste kombinierte Einlaß- und Auslaßventil (14, 12, 11) aus einem ersten Vorrat für den ersten Bremskreis ein von der Größe der Stellkraft abhängiger erster Bremsdruck ausge steuert wird;
- b) zur Steuerung des Druckes im zweiten Bremskreis ist ein zweiter Kolben (53) vorgesehen, dem der erste Bremsdruck als Steuerdruck zugeführt wird, und welcher zur Betätigung eines zweiten kombinierten Einlaß- und Auslaßventils (35, 33, 32) dient, wobei über das zweite kombinierte Einlaß- und Auslaßven til (35, 33, 32) aus einem zweiten Vorrat oder aus dem ersten Vorrat für den zweiten Bremskreis ein vom ersten Bremsdruck abhängiger zweiter Bremsdruck ausgesteuert wird;
- c) zwischen dem ersten Kolben (2) und dem zweiten Kolben (53) ist eine Druckfeder (55) angeordnet, über welche der erste Kolben (2) und der zweite Kolben (53) miteinander in Wirkverbindung stehen; gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
- d) die Druckfeder (55) ist gefesselt am zweiten Kolben (53) angeordnet, derart, daß sie sich mit ihrem einen Ende am zweiten Kolben (53) abstützt und mit ihrem anderen Ende ein Bauteil (9), welches mit dem ersten Kolben (2) in Wirkverbindung steht, beauf schlagt und so dieses Bauteil (9) in Anlage mit einem Anschlag (24) des zweiten Kolbens (53) hält;
- e) es ist ein dritter Kolben (28, 29, 64) vorgesehen, welcher Mittel (18) zur Bewegung des Bauteils (9) gegen die Kraft der Druckfeder (55) aufweist;
- f) der dritte Kolben (28, 29, 64) weist eine Wirk fläche (23) auf, welche vom ersten Bremsdruck beaufschlagbar ist;
- g) die Wirkfläche (23) ist auf der dem zweiten Kolben (53) abgewandten Seite des dritten Kolbens (28, 29, 64) vorgesehen.
2. Zweikreisige Bremsventileinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bauteil (9) als
Stößel (9, 65) ausgebildet ist.
3. Zweikreisige Bremsventileinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bauteil (9) als
Federteller ausgebildet ist.
4. Zweikreisige Bremsventileinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der erste Kolben (2)
einen sich auf den zweiten Kolben (53) zu erstrecken
den Fortsatz aufweist, der mit seinem freien Ende am
Bauteil (9) anliegt.
5. Zweikreisige Bremsventileinrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
- a) der dritte Kolben (28, 29, 64) ist als Hohlkolben ausgebildet;
- b) die Druckfeder (55) ist im dritten Kolben (28, 29, 64) angeordnet;
- c) der dritte Kolben (28, 29, 64) ist im zweiten Kolben (53) zwischen zwei in diesem angeordneten Anschlägen (48 und 24) in Richtung der Längsachse des zweiten Kolbens (53) verschiebbar angeordnet;
- d) der dritte Kolben (28, 29, 64) weist Mittel (18) zur Mitnahme des Bauteils (9) entgegen der Kraft der Druckfeder (55) auf;
- e) der Abstand zwischen dem ersten Anschlag (48) und dem zweiten Anschlag (24) des zweiten Kolbens (53) ist so gemessen, daß der dritte Kolben (28, 29, 64) in Richtung der Längsachse des zweiten Kolbens (53) einen Hub ausführen kann, welcher so bemessen ist, daß die Wirkverbindung zwischen dem ersten Kolben (2) und dem zweiten Kolben (53) aufgehoben ist, wenn der dritte Kolben (28, 29, 64) am ersten Anschlag (48) anliegt und die Wirkverbindung zwischen dem ersten Kolben (2) und dem zweiten Kolben (53) wieder hergestellt ist, wenn der dritte Kolben (28, 29, 64) am zweiten Anschlag (24) anliegt.
6. Zweikreisige Bremsventileinrichtung nach wenigstens
einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet
durch die folgenden Merkmale:
- a) der dritte Kolben (28, 29, 64) besteht aus einem rohrförmigen Körper (29, 64) an dessen äußerer Mantelfläche ein umlaufender Vorsprung (28) vorgesehen ist;
- b) der dem ersten kombinierten Einlaß- und Auslaßven til (14, 12, 11) zugewandte Bereich (64) des rohrförmigen Körpers (29, 64) erstreckt sich in einen sich auf den zweiten Kolben (53) zu er streckenden rohrförmigen Fortsatz (22) des Ventil körpers (14) des ersten kombinierten Einlaß- und Auslaßventils (14, 12, 11) hinein und ist mittels eines Dichtrings (61) gegen die Innenwand des rohrförmigen Fortsatzes (22) abgedichtet;
- c) der dem zweiten Kolben (53) zugewandte Bereich (29) des rohrförmigen Körpers (29, 64) erstreckt sich in den zweiten Kolben (53) hinein und wird auf der äußeren Mantelfläche eines rohrförmigen Vorsprungs (30) des zweiten Kolbens (53) geführt;
- d) zwischen der äußeren Mantelfläche des umlaufenden Vorsprungs (28) des dritten Kolbens (28, 29, 64) und einer eine im zweiten Kolben (53) vorgesehenen Durchgangsöffnung begrenzenden Wandung ist ein Dichtelement (26) angeordnet.
7. Zweikreisige Bremsventileinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Kolben (53)
mit einer vom ersten Bremsdruck beaufschlagten
Steuerfläche (57) eine Steuerkammer (21) und mit
einer dieser Steuerfläche (57) entgegengerichteten
Reaktionsfläche (45) eine Arbeitskammer (44) be
grenzt.
8. Zweikreisige Bremsventileinrichtung nach wenigstens
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß der zweite Kolben (53) als Stufenkolben
ausgebildet ist, wobei die der Steuerkammer (21)
zugewandte ringförmige Stirnfläche des zweiten
Kolbens als eine erste Wirkfläche (57) und die Stufe
des zweiten Kolbens (53) als eine zweite Wirkfläche
(50) ausgebildet ist.
9. Zweikreisige Bremsventileinrichtung nach wenigstens
einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet
durch die folgenden Merkmale:
- a) der zweite Kolben (53) weist eine abgestufte Durchgangsöffnung (31) auf, wobei die Stufe als ein erster Anschlag (48) und ein der Stufe gegen über angeordneter Sicherungsring als ein zweiter Anschlag (24) ausgebildet sind;
- b) der dritte Kolben (28, 29, 64) ist mit seinem umlaufenden Vorsprung (28) derart im zweiten Kolben (53) verschiebbar angeordnet, daß sein Hub durch den ersten Anschlag (48) und dem zweiten Anschlag (24) begrenzt wird.
10. Zweikreisige Bremsventileinrichtung nach wenigstens
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß der zweite Kolben (53) als Relaiskolben
ausgebildet ist, dessen der Steuerkammer (21) zuge
wandte Seite vom ersten Bremsdruck beaufschlagbar ist
und dessen der Steuerkammer (21) abgewandte Seite als
Reaktionsfläche (45) für den zweiten Bremsdruck
ausgebildet ist.
11. Zweikreisige Bremsventileinrichtung nach wenigstens
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die der Steuerkammer (21) zugewandte
Seite des umlaufenden Vorsprungs (28) des dritten
Kolbens (28, 29, 64) als Wirkfläche (23) für den
dritten Kolben (28, 29, 64) ausgebildet ist, welche
vom Druck in der ersten Steuerkammer beaufschlagt
wird.
12. Zweikreisige Bremsventileinrichtung nach wenigstens
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Steuerkammer (21) und die Druckmit
teleingangskammer (34) über einen Kanal ineinander
verbunden sind.
13. Zweikreisige Bremsventileinrichtung nach wenigstens
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß ein mit einem Bremskraftregler verbun
dener Druckmittelanschluß (54) vorgesehen ist, über
welchen eine zweite Wirkfläche (50) des zweiten
Kolbens (53) mit dem vom Bremskraftregler kommenden
Druck beaufschlagbar ist.
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