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Verfahren zur Vorbereitung ölhaltiger Nüsse, außer Erdnüssen, von
ölhaltigen Samen, Kopra usw. für den Transport.
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Zusatz zum Patent 3858o9. Für diese Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage
vom 2. Juni 191 I die Priorität auf Grund der Anmeldung in Großbritannien
vom 17. Juni iqzi beansprucht. Gegenstand der Erfindung ist eine weitere
Ausbildung des durch das Hauptpatent 385809
geschützten Verfahrens zur Vorbereitung
von Erdnüssen und ähnlichen Früchten für den Transport durch Zusammenpressen der
Früchte. Während sich das Hauptpatent lediglich auf die Behandlung von Erdnüssen
in ihren verschiedenen Handelssorten bezieht, werden g eid äß der vorliegenden 23
Erfindung andere ölhaltige nicht geschälte Rohstoffe, z. B. Gumminüsse, Samen oder
Kopra, einem solchen
Druck ausgesetzt, daß die Rohstoffe ohne nennenswertes
Auspressen von Öl auf ein geringeres Volumen zusaininengepreßt werden. Der hierbei
angewandte Druck beträgt in der Regel etwa 7,5 bis 15 kg auf den Quadratzentimeter,
in manchen Fällen, insbesondere bei Baumwollsamen, werden indessen zweckmäßig höhere
Drücke, beispielsweise etwa So bis 320 kg auf den Ouadratzentirneter, verwendet.
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Der im Einzelfall benutzte Preßdruck richtet sich nach der Beschaffenheit
des betreffenden Rohstoffs. Der Preßdruck muß so klein gewählt «-erden, daß keine
erheblichen ihnengen in die Zwischenräume zwischen den festen Teilchen ausgepreßt
werden, muß aber anderseits so groß sein, daß der Rohstoff zu einem zusammenhängenden
Block geformt wird. Nüsse oder Samen werden zusaminengepreßt, während sie sich noch
in ihren Schalen oder Hülsen befinden.
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Zu den Stoffen, die gemäß der Erfindung behandelt «-erden, gehören
Gumininiisse, Walnüsse, Cohunenüsse u. dgl., die mit den sie umgebenden Schalen
zusammengepreßt werden. Wenn die Nüsse harte Schalen haben, werden diese natürlich
mehr oder weniger bei der Pressung zerbrochen. Der Zugang der Luft zu dein Inhalt
der Nüsse wird aber in jedem Falle eingeschränkt, weil die Zwischenräume zwischen
den Nüssen durch das Zusannnenpressen und in gewissen Fällen auch durch die Gegenwart
der Schalen verengert werden. Auf diese Weise wird finit geringen Kosten der von
einer gegebenen Menge von Nüssen eingenommene Laderaum vermindert, trotzdem werden
durch das Zerbrechen der Nüsse ihre Kerne nicht unnötigen äußeren Einwirkungen ausgesetzt,
so daß der wertvolle Ölinhalt der Packung konserviert wird.
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Unter Guinminüs sen werden die Nüsse der Hevea brasiliensis verstanden.
Nüsse dieses am meisten angebauten Kautschukbaumes liefern ein wertvolles Öl, das
indessen leicht zersetzt wird, wenn es der Luft ausgesetzt ist. Die geeignete Konservierung
dieser Nüsse während des Transportes ist daher von Wichtigkeit.
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Die Erfindung kann auch mit Vorteil für die Konservierung und Verpackung
aller ölhaltigen Samen, z. B. Baumwollsamen und Kapoksamen, benutzt werden; wobei
der angewandte Preßdruck so gewählt werden muß, daß keine nennenswerte Menge des
Ölgehalts aus den Samen ausgepreßt wird. Die Zusamnienpressting schränkt den Luftzutritt
zu den Samen und dem darin enthaltenen Öl ein und konserviert daher das letztere.
Durch die Zusammenpressung der Samen und den damit verbundenen Abschluß der Außenluft
wird auch die Gefahr einer Selbstentzündung erheblich vermindert.
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Auch Kopra, das getrocknete Fleisch der Kokosnuß, atis dein man Kopraöl
gewinnt, wird durch die Zusammenpressung des Ausgangsstoffs in Blöcke ohne Auspressen
-des darin enthaltenen Öls unter Verminderung der Transportkosten konserviert.
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Zur Behandlung von Nüssen, Samen und Kopra im allgemeinen gemäß der
Erfindung kannvorteilhaft die indes Patentschrift385Sog dargestellte Presse benutzt
werden.
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In clen Zeichnungen ist eine besonders für die Behandlung von Baumwollsamen
geeignete Presse dargestellt, und zwar zeigt Abb. i eine Seitenansicht, Abb. 2 einen
Teilschnitt nach der Linie 5-5 in Abb. i.
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Die Presse enthält zwei stehende Säulen io von j-fcrinigem Querschnitt,
die oben und unten durch OOuerstücke m verbunden sind. Die Presse ist :o eingerichtet,
daß sie gleichzeitig von oben und unten Druck ausübt. Zu diesem Zweck sind zwei
bvdraulische Kolben 12 und 13 vorgesehen, von denen der erstere abwärts gegen die
Wirkung von Gegengewichten 14 bewegt werden kann, die den Druck stetig machen und
außerdem dazu dienen, den oberen Kolben in seine normale Ruhestellung zu bringen,_
wenn der Druck aufgehoben wird. Die Gewichte 14 sind breiter als die Seiten der
Säulen io, deren äußere Flanschen in N titen der Gewichte eingreifen, wodurch letztere
bei ihrer senkrechten Bewegung geführt «-erden. Die Steuerung für die Kolben ist
allgemein angedeutet und mit 15 bezeichnet. Die Kopfplatte jedes Preßkolbens ist
mit Leisten 16 versehen, die zu den Stegen der Säulen io parallel laufen.
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Die Preßkammer besteht aus einem stehenden hohlen Kasten von rechteckigem
Querschnitt, der oben und unten offen ist und dessen Seiten 17, 18, 1g und 2o durch
Winkeleisen 21 verstärkt sind. Der Kasten ist zwischen den Säulen io der Presse
befestigt, indem die Winkeleisen an den unteren Enden der Seiten 18 und 2o drehbar
an Profilplatten 22 befestigt sind, die ihrerseits an den Flanschen der Säulen angebracht
sind. Die Seiten 17 und 19, die die Vorder- und Rückwand des Kastens bilden, sind
an die Seite 2o angelenkt und können um die Scharniere 23 an den Berfhrungskanten
der drei Seiten mit Bezug auf die Wand 2o gedreht werden. Die Wand 2o ist an der
nächstliegenden Säule io nachgiebig mittels Bolzen 24. befestigt, die durch Öffnungen
im Steg der Säule hindurchgehen, an ihren äußeren Enden Mutterx1 25 tragen und von
Federn 26 umgeben sind, die zwischen der
Kasten,\-and und
dem Steg der Säule zusaminengedrückt werden. Die Seite 18 ist durch zwei kurze Gelenke
27 mit der ihr benachbarten Säule io verbunden. An den Berührungskanten der Seite
17 und ig mit der Seite 18 wird der Kasten durch zwei Gruppen von Befestigungsvorrichtungen
zusammengehalten. Die eine Gruppe besteht aus Federriegeln 28 in der N älle der
oberen und unteren Enden des Kastens. Die andere Gruppe besteht aus Armen 29 mit
gegabelten Hakenenden 3o, die sich gegen, entsprechende Ansätze 31 der Kastenwand
18 legen und in #ler Eingriffsstellung (Abb. i) durch Klappschrauben 32 und Flügelmuttern
33 festgehalten werden. Die Bolzen 32 sind an der Wand 18 drehbar gelagert und können
zw-i-:chen den gegabelten Haken 30 in die dargestellte Lage gedreht werden.
Um den Kasten vor der Pressung in die richtige Stellung zu bringen, ist eine Schraubenspindel
3.1 angeordnet, die in den Steg der der Wand 18 benachbarten Säule io eingeschraubt
ist. Diese Schraubenspindel hat an ihrem äußeren Ende einen Handgriff 35 und trägt
an ihrem inneren Ende einen Klotz 36, der sich gegen einen Teil der Kastenwand 18
legt. Es ist ersichtlich, daß die Federn 26 zusatninen mit der Spindel 34 die Einstellung
des Kastens bewirken.
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Gewöhnlich ist die Kopfplatte des unteren Kolbens eben in das untere
Ende des unteren Kastens hineingeschoben. Beim Gebrauch wird der Kasten mit den
Salven gefüllt, worauf durch hydraulischen Druck die beiden Kolhen allmählich gegeneinanderbewegt
werden, wobei der Druck eine Größe von etwa 315 kg auf den Quadratzentimeter hat.
Unter Aufrechterhaltung des Drucks werden dann die Federriege128 gelöst, die Flügelmuttern
33 losgeschraubt und die Bolzen 32 gedreht, bis sie frei von den Haken
30 sind. Die Seiten 17 und ig können alsdann nach außen geöffnet «-erden,
so daß die gepreßten Samen zugängig sind. Zwischen den Leisten 16 werden dann Drähte,
Schnüre oder Reifen rund um den Preßblock herum geführt und befestigt. Die Kolben
werden dann zurückgezogen, die Spindel 34. losgeschraubt und der Block entfernt.
Die erhaltenen Blöcke haben rechteckige Form und können daher zum Transport und
zur Verschiffung ohne Raumverlust verstaut werden.
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Vorzugsweise wird vor Anwendung des Druckes eine Anzahl hölzerner
Latten, beispielweise drei, quer zu den Leisten 16 über die untere Kopfplatte gelegt
und über diese Leiten ein Tuch aus Jute o. dgl. ausgebreitet. Gleichzeitig wird
ein zweites Jutetuch o. dgl. über die obere Seite des Kastens gebreitet und eine
Anzahl hölzerner Latten darüber gelegt. Darauf wird dann der Druck ausgeübt. Die
Dräbte o. dgl., die um den Block geführt werden, umgeben dann die beiden Gruppen
von Latten und ebenso die Jutetücher. Man kann dann letztere rund um den Block herum
falten und schließlich festnähen. Auf diese Weise hindern die Latten ein Einschneiden
der Drähte oder sonstigen Befestigungsmittel in die Jutebedeckung oder deren anderweitige
Beschädigung.
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Zweckmäßig beträgt der Druck bei Baumwollsainen, wie schon erwähnt,
etwa 3151:g auf den Ouadratzentirneter.