DE415609C - Verfahren zur UEbertragung von Mustern, z. B. Zeichnungen, von einem aus Steingut o. dgl. bestehenden Gegenstand mit gekruemmter Oberflaeche auf einen anderen Steingutgegenstand gleicher Gestaltung - Google Patents
Verfahren zur UEbertragung von Mustern, z. B. Zeichnungen, von einem aus Steingut o. dgl. bestehenden Gegenstand mit gekruemmter Oberflaeche auf einen anderen Steingutgegenstand gleicher GestaltungInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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- B44C—PRODUCING DECORATIVE EFFECTS; MOSAICS; TARSIA WORK; PAPERHANGING
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Description
- Verfahren zur Übertragung von Mustern, z. B. Zeichnungen, von einem aus Steingut o. dgl. bestehenden Gegenstand mit gekrümmter Oberfläche auf einen anderen Steingutgegenstand gleicher Gestaltung. Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur übertragung von Mustern, z. B. Zeichnungen o. dgl., auf Vasen, Teller und andere Steingutgegenstände mit gekrümmter Obeiiläche. Bis jetzt wurden zu diesem Zwecke meistens Papierschwämme angewandt, d. h. Papierstreifen, welche möglichst passend gegen die zu verzierende Oberfläche gelebt wurden.
- Man verfährt dabei folgendermaßen: Auf den Biskuitgegenstand zeichnet der Künstler das Muster mit Bleistift und gibt die Farben mit Wasserfarbe an oder aber trägt diese innerhalb der Umrisse auf. Dieser Gegenstand wird fortwährend als Modell benutzt. Auf diesem werden alsdann ein oder mehrere S:ücke durchscheinendes Papier gefaltet, und zwar derart, daß soviel wie möglich die ganze Form umschlossen wird.
- Auf dieses durchscheinende Papier werden die Linien des Musters mit schwarzer Steingutfarbe oder -Tusche angebracht. Die Stückchen Papier geben alsdann das Muster in scl,@carzcn Linien an. Es werden nunmehr mit einer Nadel in diese Linien feine Löcher gestochen, wodurch der sogenannte Schwamm fertig ist. Dieser Schwamm dient jetzt zur Übertragung des Musters auf ein oder mehrere Biskuitgegenstände, was in der folgenden Weise stattfindet: Man bringt die Stückchen Papier auf den zu verzierenden Gegenstand und bearbeitet sie mit einem Säckchen, in dem sich Kohienpulver befindet. Nach Entfernung der Schwämme steht das Muster in punktierten Linien auf dem Gegenstand. Die punktierten Linien werden jetzt vom Steingutmaler mit schwarzer Steingutfarbe überzogen, und danach wird das Kohlepulver entfernt. Die Verzierung ist alsdann in Umrissen angegeben. Die Farben werden mit Steingutfarbe innerhalb der Umrisse in Übereinstimmung mit dem Modell aufgetragen, auf welchem die Farben des Musters mit Wasserfarbe angegeben worden sind.
- Schließlich wird der bemalte Gegenstand mit Glasur bespritzt und in dem Ofen gebrannt.
- Ein Nachteil dieses bekannten Verfahrens ist, daß die Papierschwämme dabei notwendigerweise gefaltet werden müssen, besonders bei Vasen mit etwas gewellten Linien, wodurch die Vervielfältigung selbstverständlich weniger genau übernommen wird, was eine Verminderung des künstlerischen Wertes verursacht.
- Ein zweiter mit der Verwendung der Papierschwämme verbundener Nachteil besteht darin, daß sie bald schmutzig werden und schon nach kurzem Gebrauch ersetzt werden müssen. Auch braucht man insbesondere bei Gegenständen mit vielfach gekrümmten Oberflächen eine große Anzahl Schwämme.
- Diese Nachteile werden völlig beseitigt durch Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung, welches darin besteht, daß die Muster, wie Verzierungen, Zeichnungen u. dgl., von dem Modell mit Hilfe eines sich völlig anschließenden Häutchens aus einem durchscheinenden Stoff übertragen- werden.
- Gemäß der Erfindung kann man das Häutchen mit Hilfe einer Lösung durch Eintau,-chea, Bestreichen oder eine andere Behandlung des Modelles erzeugen, wonach man das Lösunsmittel verdampfen läßt.
- Für' diesen Zweck eignen sich Lösungen von Zelluloseestern, Viskose, Kasein u. dgl. in Azeton, Amylazetat oder anderen Lösungsmitteln. -Damit die Häutchen leicht von dem Modell entfernt werden können, wird nach der Erfindung seine Oberfläche zuvor glasiert.
- Zur näheren Erläuterung des Verfahrens gemäß der Erfindung soll folgendes Ausführungsbeispiel dienen.
- Eine glasierte Vase wird in eine Lösung hineingetaucht, welche z. B. folgendermaßen zusammengesetzt ist: i Teil Zellu:oidkitt, i Teil Amy iazetat, .4 Teile Azeton.
- Die Eintauchung geschieht derart, daß nur die Außenseite mit der Lösung in Berührung kommt, falls nur die Außenseite verziert werden muß. Soll dagegen auch die Innenseite oder der Hals verziert werden, so werden. auch diese in die Lösung eingetaucht. Nach Trocknung trennt man gegebenenfalls das auf der Außenwand gebildete Häutchen von dem Häutchen der Innenwand, so daß zwei sich gegenseitig ergänzende Häutchen erhalten werden. Die Eintauchung kann einmal oder mehrfach stattfinden, je nachdem man eine dünnere oder dickere Haut wünscht. Nach einigen Tagen macht man alsdann mit einem scharfen Messer einen senkrechten Schnitt. Die Haut löst sich hierbei leicht von dem glatten, glasierten Gegenstand. Diese läßt sich nun ohne Faltenbildung um den zu bemalenden Biskuitgegenstand derselben Form legen. Danach wird in der oben angegebenen Weise weiter verfahren.
- Es ist klar, daß man in dieser Weise viel dauerhaftere Schwämme erhält, und daß die Wiedergabe der ursprünglichen Zeichnung in einer viel genaueren Weise stattfindet, als dies bis jetzt möglich war.
Claims (1)
- PATENT-AN SPRUCH: Verfahren zur übertragung von Mustern, z. B. Zeichnungen, von einem aus Steingut o. dgl. bestehenden Gegenstand mit gekrümmter Oberfläche auf einen anderen Steingutgegenstand gleicher Gestaltuni;, dadurch gekennzeichnet, daß zur übcrtragung ein der Oberfläche dieser Gegenstände sich vollkommen anschließendes Häutchen benutzt wird, welches man auf der zweckmäßig glasierten Oberfläche des als Modell dienenden Gegenstandes mit Hilfe einer Lösung von Zelluloseestern, Viskose, Kasein o. dgl. beispielsweise durch Eintauchen und darauf folgendes Verdampfen des Lösungsmittels erzeugt.
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