DE4153C - Verfahren zur Herstellung eines Bekleidungsmaterials aus Schwämmen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Bekleidungsmaterials aus Schwämmen

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DE4153C
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M. BER in Berlin
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A41WEARING APPAREL
    • A41DOUTERWEAR; PROTECTIVE GARMENTS; ACCESSORIES
    • A41D31/00Materials specially adapted for outerwear

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Professional, Industrial, Or Sporting Protective Garments (AREA)

Description

1877.
Klasse 3.
MORITZ BER in BERLIN. Verfahren zur Herstellung eines Bekleidungsmaterials aus Schwämmen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom S- December 1877 ab.
Der vorliegende Stoff, welchen der Erfinder TranspireusenstofF nennt, wird aus Badeschwamm hergestellt, indem der Schwamm nach vorhergegangener Reinigung und Schmeidigung künstlich planificirt wird.
Der als Rohstoff benutzte Badeschwamm ist bis jetzt noch nicht für plastische Zwecke verwendet worden. Um denselben hierfür tauglich zu machen, müssen zunächst alle fremdartigen Bestandtheile vollständig entfernt werden. Meistens sind es Kalktheile und vegetabilische Stoffe. Da dieselben zu grofs sind, um ohne weiteres ausgewaschen zu werden, so wird der Schwamm zuerst mit einem schweren Hammer geklopft und dadurch die darin befindlichen fremdartigen Stoffe zertrümmert. Dann wird der Schwamm tüchtig ausgeklopft; hierauf legt man ihn ins Wasser und wäscht die staubigen Bestandtheile heraus. Nachdem der Schwamm trocken geworden ist, wird er mittelst eines sehr scharfen Messers wie eine Kartoffel geschält und die Schalen mit einem schwammfarbigen Zwirn zusammengenäht; der so erhaltene flächenförmige Stoff kann jetzt zu Kleidern jeder Art vom Schneider bezw. vom Schuhmacher verarbeitet werden.
Während die Wollstoffe, welche zu sogen. Gesundheitshemden verwendet werden, durch ihren Farbstoff, der sich bei längerem Gebrauch nach und nach löst, schädlich werden können, und somit besondere Färbeverordnungen nothwendig machen, ist der Transpireusenstoff, da er nicht gefärbt ist, nach dieser Richtung hin unschädlich. Der Schwamm selbst hat sich, so lange er als Waschmittel gebraucht wird, stets als ganz unschädlich gezeigt.
Der Transpireusenstoff kann als Schweifsentferner zu Hemden, Leibbinden, Beinkleidern, Hutfutter, Unterstrümpfen und ähnlichen Bekleidungsgegenständen verwendet werden.
Er nimmt den Schweifs des Körpers in gröfster Menge auf, wodurch die Schweifsentwicklung in keiner Weise aufgehalten wird. Mit grofser Leichtigkeit ist die aufgenommene Feuchtigkeit wieder zu entfernen, und das betreffende Kleidungsstück wieder zweckdienlich zu machen. Da der Schwamm ein schlechter Wärmeleiter ist, so erhält er eine gleichmäisige Temperatur. Im Sommer scheint er daher zu kühlen, im Winter zu wärmen und schützt gegen Erkältung, die Ursache so vieler Krankheiten.
Durch seine Geschmeidigkeit verhindert er, wenn er als Hose verwendet wird, das sogen. »Wolfreiben«, welches bei minder elastischer Hose zuweilen vorkommt.
Als Menstruationsschützer nimmt er den Blutabflufs lange Zeit auf. In allen Fällen ist der Bekleidungsstoff leicht und schnell zu reinigen.
Als hydropathischer Umschlag kann der Transpireusenstoff ebenfalls mit Vortheil verwendet werden, da er, angefeuchtet, nicht so leicht eintrocknet.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Das vorbeschriebene Verfahren zur Herstellung des Transpireusenstoffs, sowie das auf beschriebenem Wege erhaltene Product, in welcher Form es auch als Bekleidungsstoff oder zum Zwecke der Hygieine verwendet wird.
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