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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Dachbelagplatten mit
Kanteneinschnitten aus einer laufenden Stoffbahn. Für diese Anmeldung ist gemäß
dem Unionsvertrage vom z. Juni igi i die Priorität auf Grund der Anmeldung in den
Vereinigten Staaten von Amerika vom 1z. August igis beansprucht. Den Gegenstand
der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung
von Dachbelagplatten u. dgl. mit Kanteneinschnitten aus einer laufenden Stoffhahn,
bei welcher trotz. der dicken klebrigen Beschaffenheit des durch das wirre Durcheinanderliegen
der zähen, elastischen und zum Teil gekräuselten Fasern besonders schwierig zu durchschneidenden
und zu führenden Stoffes die Stoffbahn genau geradlinig geführt und die ausgeschnittenen
Teile aus der Bahn entfernt und von ihr getrennt werden können, ohne daß in irgendeinem
Abschnitt der Behandlung ein Festkleben oder Schräglaufen zu befürchten ist. Dies
wird im wesentlichen dadurch erreicht, daß die den Kanteneinschnitten entsprechenden
zungenartigen Stoffteile unmittelbar bei oder nach ihrer Erzeugung aus der Ebene
der Stoffbahn herausgedrückt werden und, während sie der Stoffbahn bei ihrem Weitergang
als Führung dienen, so lange mit ihr vereinigt bleiben, bis der zu behandelnde Stoffbahnteil
an das Ende der Bahn gelangt ist, wo er an der Verbindungsstelle der Zungen mit
der Stoffbahn durch einen ihn zweckmäßigerweise gleichzeitig etwas vorwärts bewegenden
Schnitt abgetrennt wird. Die dadurch abgeschnittenen Zungen, welche gleich nach
ihrer Erzeugung aus der Stoffbahn herausgedrückt sind und daher vollkommen frei
liegen, werden durch eine eine. Rüttelbewegung ausübende Fördervorrichtung aus der
Vorrichtung entfernt. Da sie infolge ihrer freien Lage bereits vorher weitgehend
getrocknet bzw. erstarrt sind, ist Festkleben an den Schneidwerkzetigen oder aneinander
weniger als sonst zu befürchten. Auch wird infolge dieser Trockenwirkung und wegen
des allmählichen Herausdrückens der eben erzeugten Zungen Einreißen an den einspringenden
Ecken kaum eintreten.
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Auf der beiliegenden Zeichnung ist beispielsweise eine zur Ausführung
des gekennzeichneten Verfahrens anwendbare Ausführungsform einer Vorrichtung dargestellt,
und zwar zeigt Abb. i eine Oberansicht; Abb. 2 ist ein Längsschnitt durch die Vorrichtung
nach der Ebene 2-a in Abb. i. Abb. 3 ist eine Sonderansicht und teilweise ein Schnitt
zur Verdeutlichung des hier benutzten Walzenmessers. Abb. 4. verdeutlicht eineu
mittels der Vorrichtung hergestellten Streifen. Abb.5 ist eine Draufsicht und Abb.6
eine Vorderansicht des als Gegenmessers dienenden Walzenschneiders. Abb.7 ist eine
Sonderansicht einer gemäß der Erfindung behandelten Stoffbahn mit aus ihrer Ebene
herausgedrückten Zungen. Abb. S und 9 verdeutlichen das Einschneidendes Zungenendes
mit dem unmittelbar darauf bei der Weiterbewegung erfolgenden Anheben des freien
Zungenendes.
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Um die Stoffbahn während des Einschneidens der die Kanteneinschnitte
h bildenden Zungen c straff zu erbalten und gerade zu führen, sind die Walzenschneider
14, 15 hier in der Bewegungsrichtung vor den Führungswalzen i i, 12 angeordnet,
von welchen die auf der Seite der über die Stoffbahn herausragenden Zungen liegende
Walze mit Nuten versehen ist, welche teils zur Aufnahme und zum Durchtritt dieser
Zungen, teils infolge der Bewegung der Zungen längs der Nuten
zur
Geradführung der Bahn und zur Verhinderung des Schräglaufens dienen. Obschon die
Zungen auf beiden Seiten der Bahn hervorragen können, sa ist bei dem vorliegenden
Ausführungsbeispiel eine Darstellung gewählt, bei welcher die Zungen auf der Oberseite
der Bahn hervortreten. Der obere, auf der Achse 16 sitzende Walzenschneider 14.
ist hier, wie besonders Abb. 5 und 6 erkennen lassen, mit einer beliebigen Anzahl,
hier beispielsweise zwei-, einander diametral gegenüberliegenden, segmentförmigen
Schlitzmessern versehen, die aus zwei parallelen, mit Abstand auf einem Flansch
21 der labe 2o angeordneten Einzelschneiden 22 bestehen, welche durch quer verlaufende
Schlitzmesser 2- verbunden sind. Der Flansch 21 kann mit Vertiefungen oder Löchern
23 zur Aufnahme der Befestigungsschrauben 25 für die Quermesser 24 versehen sein,
die an ihrer Vorderkante bei r abgeschrägt oder ausgebuchtet sind, um beim Einschneiden
des freien Endes der Zunge d, wie Abb. 8 und 9 erkennen lasen, den in der Bewegungsrichtung
hinteren Teil der Bahn herunterdrücken und von der Zunge abtrennen zu können. Die
mit diesem Walzenschneider zusammenarbeitende untere Walze 15 ist in Abb. 3 besonders
dargestellt. Sie ist an ihrem Unilang mit den segmentförmigen Schneiden 22 entsprechenden,
sch°-renförinig in den Raum zwischen den Schneiden 22 eintretenden Blockmessern
18 versehen, die durch Quernuten 18,1. in welche die Messer 2,1 eintreten können,
von in der Bewegungsrichtung hinter den Messern i8 befindlichen, hier geringere
Ausdehnung als die Blockmesser 18 besitzenden Blöcken i9 getrennt werden. Die Walze
1 5 sitzt auf der Welle 17. Das Anheben und das Einschneiden der Zunge d am hinteren
Ende des Einschnittes erfolgt durch das Alesser 24, in dessen Aussparung r der Scherblock
i9 von unten her einfaßt und die eben quer eingeschnittene Zunge ati der Schnittstelle
anhebt. Infolge der schnabelartigen Gestalt des vorderen Endes der seitlichen Messer
21, 22 wird schon beim seitlichen Einschneiden und Heraustreten der seitlichen Messer
ein -geringes Anheben des noch an. beiden Stirnkanten verbundenen Materials bewirkt,
so daß die eben beschriebene, daratiffolgende Wirkurt- de: unteren Scherblockes
i9 leichter erfolgen kann. Abb.8 zeigt die Stellung, in welcher gerade der Ouerschnitt
erf.ol@t, «-ährend Abb.9 die Stellung unmittelbar nach dem Einschneiden erkennen
lzil")t. Nunmehr gelangt die Stoftbalin A nüt den .aus ihrer Ebene leervortretenden
Zungen d zwischen die Förderwalzen i i. 12, welche ebenso wie dic Walzenschneider
i.1, 15 und der Unterlagstisch für die Stoffbahn in den Seitenwandunen io -angebracht
sind. Die auf der den G'o,lcniessern 18, i9 entsprechenden Seite der Stoffbahn gelegene
Förderwalze, hier die obere Förder- oder Führungswalze 12, ist mit umlaufenden Nuten
13 versehen, in welche die aufgerichteten Zungen eintreten können, ohne den Durchgang
der Bahn durch die Walzen zu behindern.
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Die oberen Walzen 14, 12 können einstellbar sowie nachgiebig gelagert
sein.
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Nach dem Verlassen der Führungs- oder Förderwalzen 11, 12 gelangt
die Stoffbahn mit den an einem Ende mit ihr zusammenhängenden hervortretenden Zungen
d an den Querschneider 27, der mit dem Untermesser 26 zusammenarbeitend die Stoffbahn
an der Verbindungslinie f der Zungen d bei e durchschneidet und dadurch von dem
vorderen Ende der Bahn Streifen g mit durch Einschnitt i getrennten Zacken oder
Vorsprüngen tt abschneidet, die aus Abb. .l besonders ersichtlich - sind. Das Obermesser
2; des Querschneiders ist in bekannter `'eise an einem Ende eines umlaufenden, bei
29 drehbaren Schneidarines . 28 angebracht und arbeitet bei vorliegender Erfindung
mit den nach auswärts, also in der Drehrichtung des Obermessers abgeschrägten Kanten
der Unterlage für die Bahn und des Untermesser: 26 zusammen, so daß das finit grol:)er
Wucht herabfallende Messer, hinter den abgeschnittenen Streifen fassend, ihn loslösen
und. wie Abb.2 erkennen läßt, längs der geneigten Plane 3o nebst den abgeschnittenen
Zungen d abwerfen kann. Da die Zungen durch das Emporheben bereits ausgiebig der
Luft ausgesetzt sind, so sind sie bereits derart getrocknet, daß sie an den Streifen
nicht ankleben. Die Hervorbringung eines scharfen Trennschnittes und das Abwerfen
der abgeteilten Teile wird noch dadurch unterstützt, daß das Obermesser 27, 28 verhältnismäßig
schwer und massiv ausgebildet und auf beiden Seiten der Dreliaclise 29 seitlich,
beispiAsweise etwas unsymmetrisch, verbrei-ert ist. Dadurch wird bewirkt, daß, wenn
das sich verhältnismäßig- langsam drehende Obermesser auf die bis zur Außenkante
der Unterlage vorgeschobene, sich infolge des Eingreifens der Zangen finit den Nuten
1 ; geradlini_g bewegende I3alin auftrifft, ein glatter, nicht zerhackter Schnitt
erzeugt und der Streifen .abgeworfen wird.
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Von der schiefen Ebene ;o gleiten nun die abgeschnittenen "feile auf
die auf einer -KonSOle 36 angebrachte Trenn- oder Sortiervorrichtung, welche infolge
ihrer durchbrochenen Gestaltung die Zungen austreten, die Streifen aber schräg nach
unten gleiten iäßt. Dieser Teil der Maschine oder Vorrichtung besteht hier beispielsweise
aus iieehreren
abwärts geneigten endlosen, auf Kettenwalzen 32,
33 o. dgl. angeordneten Ketten oder Bändern 31 o. dgl., welche infolge der ihnen
durch die Vorsprünge der Kettenräder erteilten absetzenden, zum Teil stoßweisen
Bewegung die darauf gelangenden Stoffteile kräftig durchschütteln und dadurch die
Trennung der Zungen d von den fertigen Streifen g befördern. Die Zungen treten durch
die Öffnungen zwischen den Ketten oder Bändern hindurch, sammeln sich unter ihnen
in einem Haufen an und können zur Herstellung neuer Stoffbahnen Verwendung finden.
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Die Schlitzei brauchen nicht notwendigerweise gerade oder parallel
zu sein, sondern können unter beliebigem Winkel oder gekrümmt angeordnet sein. Man
kann auf diese Weise sogenannte Dachschindelstreifen herstellen, die als Dachbelag
Anwendung finden. Der Antrieb geht hier beispielsweise von einem auf der Welle 34
sitzenden Riemenantrieb 37 aus, durch den die Kettenräder 32, 33 und mittels des
Zahnrades 38 das die Bewegung des Obermessers 28 verlangsamende große Zahnrad 39
angetrieben werden, auf dessen Welle 29 noch ein Zahnrad 40 sitzt, das mittels der
Zahnräder 41, 42 das Zahnrad 43 antreibt, das durch Zahnräder 44, 45 die beiden
Führungswalzen bewegt. Mittels des aushebbaren Zahnrades 47 geht die Bewegung vom
Zahnrad 44 weiter zu den die Schneidwalzen 14, 15 antreibenden Zahnrädern 46, 48.