DE4137541C2 - Arbeitsgerät zur Herstellung von Ortbetonpfählen - Google Patents
Arbeitsgerät zur Herstellung von OrtbetonpfählenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Arbeitsgerät zur Herstellung von
Ortbetonpfählen.
Pfähle wurden bereits als Bohrpfähle ausgeführt, wobei ein Hohl
raum in den Untergrund gegraben und der Pfahlschaft an Ort und
Stelle gegen den anstehenden Boden betoniert wird. Im Regelfall
wird hierbei die Bohrlochwandung bis zum Betonieren durch eine
Verrohrung oder durch eine Flüssigkeit im Bohrloch gestützt.
Zu den Bohrpfählen werden nicht nur runde Pfähle mit Durchmesser
von etwa 0,3 bis 3,0 m gerechnet, sondern auch Gründungskörper
mit abweichender Querschnittsform, wenn sie auf die beschriebene
Weise hergestellt wurden, wie beispielsweise Schlitzwandelemen
te.
Auch sog. "Schneckenbohrpfähle" gehören zur Art der Bohrpfähle,
wobei zur Herstellung eine durchgehende Schnecke in den Boden
gedreht wird, anschließend mitsamt dem Bodenpfropfen gezogen
wird und Beton durch die Seele (Innenrohr) der Bohrschnecke
unter Druck in den freiwerdenden Raum gepumpt wird.
Weiterhin wurden Pfähle bereits als Verdrängungspfähle ausge
führt. Hier ist der Rammpfahl zu nennen, vorgefertigt aus Holz,
Stahl oder Beton, der in den Boden gerammt oder gerüttelt wird.
In allen Fällen wird das dem Pfahlschaft entsprechende Bodenvo
lumen verdrängt.
Dies erfolgt auch bei den verschiedenen Ortbetonverdrängungs
pfählen, bei denen ein Vortreibrohr mit verschlossenem Fußende
in den Boden gerammt wird, mit Beton verfüllt und wieder gezogen
wird.
Aus der CH-PS-538573 ist ein Arbeitsgerät der genannten Art
bekannt, bei der ein Vortreib- oder Rammrohr, das auch als Beto
nierrohr dient, mit einer am unteren Ende angelenkten schwenk
baren Klappe verschließbar ist. Die das Ramm- und Betonierrohr
verschließende Klappe ist so angelenkt, daß sie sich beim Vor
treiben des Rammrohres in den Boden schließt, so daß der gesamte
Querschnitt des zu erstellenden Ortbetonpfahles beim Niederbrin
gen des Rammrohres verdrängt werden muß. Beim Ziehen und Ein
leiten von Beton öffnet sich die Klappe dagegen selbsttätig
unter dem Eigengewicht und dem Gewicht des eingeleiteten Frisch
betons.
Aus der US 898 013 ist ein Arbeitsgerät bekannt, das aus einem
stabilen inneren Vortriebsrohr und einem dünneren äußeren Scha
lenkörper besteht. Das Vortriebsrohr ist mit Bodenklappen verse
hen, die sich beim Niederbringen in den Boden öffnen und beim
Ziehen des Vortriebsrohres schließen. Hierdurch wird der im
Boden verbleibende Schalenkörper vom Erdreich entkernt, um
anschließend mit Beton verfüllt werden zu können. Es entsteht so
ein stahlummantelter Betonpfahl im Boden.
Zunächst wurden Pfähle, mit Ausnahme der klassischen Verdrän
gungspfähle, in Kreisform ausgeführt; technisch bedingt durch
die Aufgaben bis zur Herstellung:
Fördern des Bohrgutes bzw. Schaffen eines Hohlraumes im Boden,
Stützen der Bohrlochwandung. Durch die Kreisform ist eine man
gelhafte statische Ausnutzung des Querschnittes im Hinblick auf
die Regelbiegebeanspruchung gegeben.
Die klassischen Verdrängungspfähle werden auch mit Rechteckquer
schnitten ausgeführt; die Herstellung erfolgt jedoch mittels
vorgefertigten Querschnitten und Pfahlschäften, die dann mittels
großer Ramm- bzw. Rüttelenergie in den Boden getrieben werden.
Auch bei den Ortbetonverdrängungspfählen wird ein Vortreibrohr
mit großer Ramm- oder Rüttelenergie in den Boden getrieben.
Allen klassischen Verdrängungspfählen haftet an, daß das dem
Pfahlschaft entsprechende gesamte Bodenvolumen bzw. der gesamte
Querschnitt des Pfahlschaftes verdrängt werden muß. Dies erfor
dert einen hohen Aufwand an Vortreibenergie, um diesen Quer
schnitt bzw. Pfahlschaft in den Boden einzubringen, resultierend
daraus, daß das Arbeitsgerät (Vortreibrohr) nicht an die einzel
nen Herstelltakte des Pfahles angepaßt ist (Herstelltakte: Nie
derbringen des Vortreibrohres bzw. des Arbeitsgerätes, Ziehen
und Betonieren).
Das letztgenannte Arbeitsgerät erzeugt keine billig und schnell
herzustellenden Ortbetonpfähle, sondern durch die Schalenkörper
aus Stahl wesentlich verteuerte Pfähle, bei denen die Herstel
lung durch das Aufziehen und das Abstreifen der Schalenkörper
vom Vortriebsrohr zudem umständlich und fehleranfällig ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Arbeitsgerät zum
Herstellen von Ortbetonpfählen bereitzustellen, das die oben
genannten Nachteile der Geräte nach dem Stand der Technik mini
miert bzw. aufhebt.
Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des unabhängigen Patentan
spruchs gelöst. Es wird ein Arbeitsgerät, auch Rüttel- oder
Rammträger verwendet, das an die verschiedenen Erfordernisse der
Herstelltakte angepaßt ist. Das Verfahren erfolgt in folgenden
Herstelltakten:
- 1. Niederbringen des Arbeitsgerätes bis etwa auf Unterkante des geplanten Pfahles; dabei nimmt das Arbeitsgerät eine für diesen Herstelltakt günstige Form ein: das Arbeitsgerät ist gegenüber dem geplanten und später hergestellten Quer schnitt des Pfahlschaftes deutlich reduziert, d. h. die Querschnittsfläche des Arbeitsgerätes in diesem Takt ent spricht nicht der Querschnittsfläche des Pfahlschaftes. (Es muß nicht das dem gesamten Pfahlschaft entsprechende Boden volumen verdrängt werden.) Dies erfolgt über bewegliche Klappen am Fußende des Arbeitsgerätes, die beim Einfahren in den Boden automatisch eine nahezu senkrechte Stellung einnehmen.
- 2. Ziehen des Arbeitsgerätes; dabei entspricht der wirksame Querschnitt des Arbeitsgerätes dem des Pfahlschaftes unter gleichzeitigem Einbringen des Betons unter Druck über ein am Arbeitsgerät angebrachtes Betonierrohr in den entstehen den Hohlraum. Mit dem Ziehen des Arbeitsgerätes wird gleichzeitig das dem Pfahlschaft entsprechende Volumen an Boden gefördert. Die am Fußende angebrachten Förderklappen sind dazu geschlossen, in waagerechter Stellung. Diese Stellung wird automatisch beim Ziehen des Arbeitsgerätes durch das Gewicht des zu fördernden Bodens eingenommen, evtl. auch durch Unterstützung mittels hydraulischer Ein richtung. Es entsteht durch diesen Herstelltakt eine Frischbetonsäule im Boden, die dem geplanten Pfahlschaft entspricht;
- 3. Einbringen von Bewehrung in die hergestellte Frischbeton säule durch Absinkenlassen eines Bewehrungskorbes aufgrund dessen Eigengewichtes oder mittels geringer Unterstützung durch Rüttelenergie.
Arbeitstakte gemäß Zeichnungen der Darstellung I;
Zur Erläuterung des schematischen Wirkens des Arbeitsgerätes
(Rüttel- oder Rammträger) bei den Herstelltakten, siehe Zeich
nungen der Darstellungen II.
Zur Darstellung des Arbeitsgerätes im Detail liegen Beispiele
von möglichen Ausführungen bei; im Hinblick auf den anstehenden
Boden sind jedoch vielfältige Varianten denkbar und förderlich.
Möglichkeiten siehe Zeichnungen der Darstellung III, Blatt 1-3;
- - im Hinblick auf die Beanspruchung des Pfahles günstige Querschnittsform erzielbar
- - Ortbetonbauweise, mit inniger Verzahnung des Pfahlschaftes mit dem anstehenden Boden
- - wesentlich geringerer Aufwand an Ramm- oder Rüttelenergie zur Herstellung als bisher nach dem Stand der Technik, damit verbunden eine wesentliche Erhöhung der Herstellge schwindigkeit und der Wirtschaftlichkeit bei der Herstel lung
- - (eine Überprüfung des anstehenden Bodens z. B. im Hinblick auf seine Tragfähigkeit, Lagerungsdichte, Schichtwechsel usw., ist durch eine intensivierte Meßtechnik auf dem Sek tor "Rüttelenergie" seit kurzer Zeit gegeben.)
Bevorzugte Ausführungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie
der erfingungsgemäßen Vorrichtung sind in den Zeichnungen darge
stellt.
Fig. 1 Niederbringen (Abrütteln) des Arbeitsgerätes
Fig. 2 Ziehen des Arbeitsgerätes; gleichzeitig Betonieren
Fig. 3 Einbau einer Bewehrung in Frischbeton
Fig. 4 Stellung Einfahren in den Boden
Fig. 5 Erreichen der Endtiefe
Fig. 6 Ziehen des Arbeitsgerätes
Fig. 7 Erstellen des Ortbetonpfahles
Fig. 8 Arbeitsgerät in Draufsicht
Fig. 9 Arbeitsgerät im Axialschnitt
Fig. 10 Arbeitsgerät in Draufsicht
Fig. 11 Arbeitsgerät in Draufsicht
Fig. 12 Arbeitsgerät im Axialschnitt
Fig.
1:
Bodenoberfläche
Bodenoberfläche
1
anstehender Boden
2
Raupenfahrzeug
3
Rammgewicht
4
Arbeitsgerät
5
Vortreibrohr
6
Klappen
7
Betonierrohr
8
Bewegungspfeil
13
Fig. 2:
Bodenoberfläche 1
anstehender Boden 2
Raupenfahrzeug 3
Rammgewicht 4
Arbeitsgerät 5
Vortreibrohr 6
Klappen 7
Betonierrohr 8
Bodenöffnung 9
Betonierter Säulenfuß 10
Bewegungspfeil 17
Bodenoberfläche 1
anstehender Boden 2
Raupenfahrzeug 3
Rammgewicht 4
Arbeitsgerät 5
Vortreibrohr 6
Klappen 7
Betonierrohr 8
Bodenöffnung 9
Betonierter Säulenfuß 10
Bewegungspfeil 17
Fig. 3:
Bodenoberfläche 1
anstehender Boden 2
Bodenöffnung 9
Frischbetonsäule 11
Bewehrungskorb 12
Bodenoberfläche 1
anstehender Boden 2
Bodenöffnung 9
Frischbetonsäule 11
Bewehrungskorb 12
Fig. 4:
Bodenoberfläche 1
gewachsener Boden 2
Vortreibrohr 6
Klappen 7
Betonierrohr 8
Bewegungspfeil 13
Bodenoberfläche 1
gewachsener Boden 2
Vortreibrohr 6
Klappen 7
Betonierrohr 8
Bewegungspfeil 13
Fig. 5:
Bodenoberfläche 1
gewachsener Boden 2
Vortreibrohr 6
Klappen 7
Betonierrohr 8
Bodenoberfläche 1
gewachsener Boden 2
Vortreibrohr 6
Klappen 7
Betonierrohr 8
Fig. 6:
Bodenoberfläche 1
gewachsener Boden 2
Vortreibrohr 6
Klappen 7
Betonierrohr 8
Betonzugabepfeil 15
Betonaustrittspfeile 16
Bodenoberfläche 1
gewachsener Boden 2
Vortreibrohr 6
Klappen 7
Betonierrohr 8
Betonzugabepfeil 15
Betonaustrittspfeile 16
Fig. 7:
Bodenoberfläche 1
gewachsener Boden 2
Vortreibrohr 6
Klappen 7
Betonierrohr 8
Bodenöffnung 9
betonierter Säulenfuß 10
Betonaustrittspfeile 16
Bewegungspfeil 17
Bodenoberfläche 1
gewachsener Boden 2
Vortreibrohr 6
Klappen 7
Betonierrohr 8
Bodenöffnung 9
betonierter Säulenfuß 10
Betonaustrittspfeile 16
Bewegungspfeil 17
Fig. 8:
Vortreibrohr 6 (Rechteckquerschnitt)
Klappen 7a, b (geschlossen)
Betonierrohr 8 (Kreisquerschnitt)
Spülrohr 9 (Kreisquerschnitt)
Vortreibrohr 6 (Rechteckquerschnitt)
Klappen 7a, b (geschlossen)
Betonierrohr 8 (Kreisquerschnitt)
Spülrohr 9 (Kreisquerschnitt)
Fig. 9:
Vortreibrohr 6
Klappen 7a, b (geöffnet)
Betonierrohr 8
Vortreibrohr 6
Klappen 7a, b (geöffnet)
Betonierrohr 8
Fig. 10:
Vortreibrohr 6 (Rechteckquerschnitt)
Klappen 7a, b (geschlossen)
Betonierrohr 8 (Kreisquerschnitt)
Spülrohr 9 (Kreisquerschnitt)
Vortreibrohr 6 (Rechteckquerschnitt)
Klappen 7a, b (geschlossen)
Betonierrohr 8 (Kreisquerschnitt)
Spülrohr 9 (Kreisquerschnitt)
Fig. 11:
Vortreibrohr 6 (Rechteckquerschnitt)
Klappen 7a, b, c (geschlossen)
Betonierrohr 8 (Rechteckquerschnitt)
Vortreibrohr 6 (Rechteckquerschnitt)
Klappen 7a, b, c (geschlossen)
Betonierrohr 8 (Rechteckquerschnitt)
Fig. 12:
Vortreibrohr 6
Klappen 7a, b, c (geöffnet)
Betonierrohr 8
Vortreibrohr 6
Klappen 7a, b, c (geöffnet)
Betonierrohr 8
Claims (2)
1. Arbeitsgerät (5) zur Herstellung eines Ortbetonpfahles mit
einem Vortreibrohr (6) und am unteren Ende angeordneten um
eine horizontale Achse beweglichen Klappen (7), die den
Querschnitt des Vortreibrohres (6) in geschlossener hori
zontaler Stellung im wesentlichen verschließen, mit Klap
pen (7), die beim Niederbringen des Arbeitsgerätes in eine
die wirksame Querschnittsfläche des Arbeitsgerätes (5)
reduzierende, nahezu senkrechte Stellung nach oben schwenk
bar sind und beim Ziehen des Arbeitsgerätes in der
geschlossenen horizontalen Stellung nicht-nachgebend von
einem zum Fuß des Vortreibrohres hin wirkenden Gewicht
einer zu fördernden Bodensäule belastbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Vortreibrohr (6) einwandig ausgeführt ist und Rechteckquerschnitt hat,
daß sich ein Betonierrohr (8) innerhalb des Querschnitts des Vortreibrohres (6) bis an dessen Fuß erstreckt, und
daß die Klappen (7) in geschlossenem Zustand an den Quer schnitt des Betonierrohres (18) und den Querschnitt des Vortreibrohres abschließend angepaßt sind.
dadurch gekennzeichnet,
daß das Vortreibrohr (6) einwandig ausgeführt ist und Rechteckquerschnitt hat,
daß sich ein Betonierrohr (8) innerhalb des Querschnitts des Vortreibrohres (6) bis an dessen Fuß erstreckt, und
daß die Klappen (7) in geschlossenem Zustand an den Quer schnitt des Betonierrohres (18) und den Querschnitt des Vortreibrohres abschließend angepaßt sind.
2. Arbeitsgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Spülrohr (9) innerhalb des Querschnitts des Vor
treibrohres (6) liegt und daß die Klappen (7) in geschlos
senem Zustand auch an den Querschnitt des Spülrohres (9)
abschließend angepaßt sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914137541 DE4137541C2 (de) | 1991-11-14 | 1991-11-14 | Arbeitsgerät zur Herstellung von Ortbetonpfählen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914137541 DE4137541C2 (de) | 1991-11-14 | 1991-11-14 | Arbeitsgerät zur Herstellung von Ortbetonpfählen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4137541A1 DE4137541A1 (de) | 1993-05-27 |
| DE4137541C2 true DE4137541C2 (de) | 1999-09-16 |
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Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE4137541C2 (de) |
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Legal Events
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Owner name: KELLER GRUNDBAU GMBH, 63067 OFFENBACH, DE |
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Owner name: SCHORR, CLAUS-PETER, 85391 ALLERSHAUSEN, DE |
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