DE4129237A1 - Trokarhuelse - Google Patents
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Description
Die Erfindung geht aus von einer Trokarhülse zum Durchführen von
Hilfsinstrumenten.
Bei endoskopischen Eingriffen in Körperhöhlen, zu denen kein natür
licher Zugang besteht, z. B. zur Bauchhöhle, wird der Zugang durch
einen Trokar mit einer Trokarhülse geschaffen. Hierzu wird ein
scharfer Trokar zusammen mit der Trokarhülse, in welche dieser
Trokar eingeführt ist, in den Körper des Patienten eingebracht. Der
Torkar wird nach erfolgtem Einstich entfernt, während die Trokar
hülse im Körper verbleibt und so einen Zugang zur Körperhöhle
bildet. Durch die Trokarhülse kann dann das jeweils benötigte In
strument eingeführt und bei Bedarf gegen andere Instrumente ausge
tauscht werden.
Dabei tritt häufig der Fall ein, daß starre, gebogene bzw. gekrümmte
Hilfsinstrumente durch die Trokarhülse in die Körperhöhle eingeführt
werden müssen, um die zu behandelnde Körperhöhlenstelle zu errei
chen.
Um derartige Hilfsinstrumente durch die Trokarhülse hindurchschie
ben zu können, müßte diese einen Kanalquerschnitt aufweisen, der
größer sein muß als zum Hindurchführen gerader Hilfsinstrumente
erforderlich wäre. Eine solche Vergrößerung bringt jedoch eine
erhöhte traumatische Wirkung mit sich, so daß das Streben dahin
geht, den Querschnitt der Trokarhülse so klein wie möglich zu hal
ten, um diesen nachteiligen Effekt zu minimieren.
Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine Trokarhülse so
auszubilden, daß durch ihren Kanal auch gekrümmte Hilfsinstrumente
geführt werden können, ohne daß zu diesem Zweck der Durchmesser
dieses Kanals größer ausgebildet werden muß als er üblicherweise
zum Durchführen von geraden Hilfsinstrumenten erforderlich ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, das die Tro
karhülse zumindest auf einem Teil ihrer Länge derart biegsam ausge
bildet ist, daß sich ihre Form durch elastisches Biegen, im übrigen
aber knickfest etwaigen Krümmungen von starren Hilfsinstrumenten
anpaßt.
Durch eine derartige Ausbildung der Trokarhülse können gekrümmte,
starre Hilfsinstrumente in die Trokarhülse eingeführt und durch sie
hindurchgeführt werden, da sich die Torkarhülse ohne Vergrößerung
des Innendurchmessers der Krümmung der starren Hilfsinstrumente
anpaßt. Es ist daher lediglich zu beachten, daß etwaige starre Teile
der Trokarhülse in ihrer Länge kurz genug gehalten werden, um ein
Durchführen der gekrümmten Teile des Hilfsinstrumentes erreichen
zu können.
Eine Ausführung der Trokarhülse mit ovalem Außenumfang hat dabei
den Vorteil, daß eine flache Bauform erreicht wird und relativ enge
Bereiche, beispielsweise zwischen benachbarten Rippen, problemlos
durchstochen werden können.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführung kann die Trokarhülse
mehrere Längskanäle aufweisen, was ermöglicht, durch einen Kanal
beispielsweise ein starres gekrümmtes Hilfsinstrument hindurchzufüh
ren, während in dem anderen Kanal z. B. ein flexibles Hilfsinstrument
eingeführt werden kann, dessen Verlauf dann zwangsläufig der Form
bzw. dem Verlauf des starren gekrümmten Hilfsinstrumentes folgen
wird. Nach einer anderen Konstellation kann durch einen mittleren
Kanal der Trokar und nach dessen Entfernen ein gekrümmtes Hilfs
instrument eingeführt werden, während seitliche Kanäle z. B. als
Meß- oder Spülkanäle genutzt werden können.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Trokarhül
se kann deren Außenumfang mit Vorsprüngen zur Verbesserung der
Formstabilität und zur Erhöhung der Reibung im Gewebedurchstich
versehen sein. Hierdurch wird ein sicherer Halt der Trokarhülse im
Körper des Patienten erreicht, da die axiale Verschiebbarkeit auf
grund der erhöhten Reibung gehemmt ist.
Dieser Effekt kann dadurch noch verbessert werden, daß die am
Außenumfang der Trokarhülse befindlichen Vorsprünge durch eine
wendelförmige Verdickung des Hülsenschaftes gebildet sind. Durch
Anordnung einer Verstärkung in der Wandung des aus flexiblem
Material, wie z. B. aus Silikonen, bestehenden Hülsenschaftes kann
die Knickfestigkeit und Formstabilität so erhöht werden, daß enge
Biegungen der Trokarhülse erreichbar sind, ohne daß die Gefahr
einer Querschnittsverformung und/oder Knickung besteht. In diesem
Sinne besonders wirksam ist eine Verstärkung aus in dem Schaftmate
rial eingebetteten Ringen, die auch Bestandteil einer Wendel sein
können.
Durch Verwendung von Material mit Formgedächniseigenschaften für
den Aufbau der Trokarhülse lassen sich besondere Effekte erzielen.
So kann die Ausbildung so vorgesehen werden, daß die Trokarhülse
bei üblichen Umgebungstemperaturen, das heißt solchen Temperatu
ren, die deutlich unter der Körpertemperatur liegen, einen geraden
Verlauf einnimmt bzw. nach Abkühlung auf Umgebungstemperatur
aus einem gekrümmten Verlauf in den geraden zurückkehrt. Bei einer
derartigen Ausführung wird die Trokarhülse einen durch ein starres
gekrümmtes Hilfsinstrument aufgezwungenen gekrümmten Verlauf
unter dem Einfluß der Körpertemperatur beibehalten, so daß nach
Herausziehen eines solchen Hilfsinstrumentes auch flexible Hilfs
instrumente durch den bzw. einen der Kanäle eingeführt werden
können, die dann dem gekrümmten Verlauf der Hülse folgen werden.
Die Verwendung von Polytetrafluorethylen zumindest für den bieg
samen Teil der Trokarhülse ergibt gute Gleiteigenschaften an den
inneren Wandungen der Kanäle und eine körperverträgliche Aus
führung.
Die erfindungsgemäße Trokarhülse ist nachstehend anhand von in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch die Trokarhülse mit teilweise
eingeführtem starren Hilfsinstrument,
Fig. 2 den gleichen Längsschnitt mit gegenüber Fig. 1 weiter
durch die Trokarhülse eingeführtem Hilfsinstrument,
Fig. 3a bis 3c drei Querschnitte durch unterschiedlich ausgebildete
Trokarhülsen,
Fig. 4 einen Längsschnitt durch einen Teil der Trokarhülse mit
einer Querschnittsverstärkung in Form von Ringen,
Fig. 5 einen Längsschnitt entsprechend Fig. 4, eine andere
Ausführung der Verstärkung zeigend,
Fig. 6 die Trokarhülse mit eingeführtem Trokar mit wendelför
mig über die Schaftlänge verlaufenden Verstärkungen
auf dem Umfang der Trokarhülse.
Gemäß Fig. 6 besteht das erfindungsgemäße Trokarinstrument aus
einer Trokarhülse 1 für die Führung eines Trokars, der im wesent
lichen aus einer Handhabe 3 mit daran angebrachtem Dorn 4 besteht,
der in durch die Trokarhülse 1 hindurchgeführter Position dargestellt
ist und distalseitig in einer Spitze 5 endet.
Die Trokarhülse 1 weist ihrerseits proximalseitig ein Handhabenteil
6 auf, an welchem seitlich ein Hahn 7 angebracht ist, der beispiels
weise über einen Schlauch mit einer Einrichtung zur Gasinsufflation
oder mit einer Einrichtung zur Zufuhr von Flüssigkeit in eine Kör
perhöhle 8 versehen ist. Der Hahn 7 steht mit dem Hohlraum der
Trokarhülse 1 oder mit einem in der Wandung derselben von der
Handhabe 6 bis zum distalen Ende geführten Kanal 9 (Fig. 5) in
Verbindung, so daß über den Hahn 7 zugeführte Flüssigkeit oder
Insufflationsgas in die Körperhöhle gelangen kann.
Das distale Endteil 10 ist biegesteif ausgeführt und mit dem Handha
benteil 6 über einen Hülsenteil 11 aus einem Werkstoff, z. B. einem
Kunststoff, verbunden, der biegsam aber knickfest und querschnitts
steif ausgebildet ist. Die Querschnittssteifigkeit wird dabei durch
Vorsprünge oder Erhebungen 12 erreicht, die aus der Oberfläche des
Hülsenteils 11 aufragen. Diese Erhebungen 12 können aus einzelnen,
in die Wandung des Hülsenteils 11 eingebetteten Ringen 13 oder als
Bestandteil einer Wendel ausgeführt sein und eine Art Außengewinde
bilden, das sich dann über das Hülsenteil 11 erstreckt, wie das in
Fig. 5 angedeutet ist.
Wie weiter aus Fig. 5 ersichtlich ist, kann der distale Endbereich
der Trokarhülse 1 mit einem Ballonteil 16 ausgestattet sein, der über
einen weiteren Kanal 15 mit einem weiteren Anschluß 14 an dem
Handhabenteil 6 in Verbindung steht.
Das erfindungsgemäße Instrumentarium 2 wird wie folgt gehandhabt:
Zunächst wird die Trokarhülse 1 zwecks Herstellung eines Punktions
kanals mit einem Trokar bestückt und diese Einheit 2 sodann in das
die zu behandelnde Körperhöhle 8 umgebende Gewebe 17, z. B. die
Bauchdecke, eingestochen, bis das distale Trokarhülsenende genügend
weit in die Körperhöhle 8 hineinragt.
Es kann auch so vorgegangen werden, daß zunächst die Einheit 2 so
weit in das die zu behandelnde Körperhöhle 8 umgebende Gewebe 17
eingestochen wird, bis das gewindeartig ausgebildete Zwischenstück
des Hülsenteils 11 an das zu durchdringende Gewebe 17 stößt. Dann
wird die Trokarhülse 1 unter Drehbewegung gewissermaßen in das
Gewebe eingeschraubt, bis das distale Trokarhülsenende genügend
weit in die Körperhöhle 8 hineinragt.
Nach Entfernen des Trokars können durch die Trokarhülse 1 die
jeweils benötigten Instrumente eingeführt werden, die bei der erfin
dungsgemäßen Ausführung auch starr gebogen sein können, da die
Trokarhülse 1 sich dem Verlauf eines solchen Instrumentes anzupas
sen vermag. Nachdem dieses vollständig durch die Trokarhülse 1
hindurchgeführt ist, kann diese wieder ihren geraden Verlauf anneh
men.
Aufgrund der Ausgestaltung der Oberfläche der Trokarhülse 1 wird
ein unbeabsichtigtes Herausgleiten, z. B. beim Instrumentenwechsel,
weitgehend vermieden. Eine zusätzliche Sicherung läßt sich mit der
Ausbildung nach Fig. 5 erreichen, indem der Ballonteil 16 durch
Zufuhr von Flüssigkeit oder Gas durch den Kanal 15 hindurch aufge
bläht wird, nachdem die Trokarhülse 1 genügend weit durch das
Gewebe 17 in die Körperhöhle eingeführt wurde. Der Ballonteil 16
wird dadurch gegen das umgebende Gewebe 17 gepreßt, so daß ein
versehentliches Herausgleiten der Trokarhülse 1 aus der Punktions
wunde ausgeschlossen ist.
Claims (11)
1. Trokarhülse (1) zum Durchführen von Hilfsinstrumenten, da
durch gekennzeichnet, daß sie zumindest auf einem Teil ihrer Länge
derart biegsam ausgebildet ist, daß sich ihre Form durch elastisches
Biegen, im übrigen aber knickfest etwaigen Krümmungen von starren
Hilfsinstrumenten (4) anpaßt.
2. Trokarhülse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie
einen ovalen Außenumfang aufweist.
3. Trokarhülse nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß sie mehrere Längskanäle (9, 15) aufweist.
4. Trokarhülse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß ihr Außenumfang mit Vorsprüngen (12) zur Ver
besserung der Formstabilität und zur Erhöhung der Reibung im
Gewebedurchstich versehen ist.
5. Trokarhülse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vorsprünge (12) durch eine wendelförmige Verdickung des Hülsen
schaftes (11) gebildet sind.
6. Trokarhülse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß in der Wandung des aus flexiblem Material beste
henden Hülsenschaftes (11) eine dessen Knickfestigkeit und Form
stabilität erhöhende Verstärkung vorgesehen ist.
7. Trokarhülse nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verstärkung aus im Schaftmaterial eingebetteten Ringen (13) besteht.
8. Trokarhülse nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verstärkung aus einer im Schaftmaterial eingebetteten Wendel be
steht.
9. Trokarhülse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß sie aus Material mit Formgedächtniseigenschaften
besteht.
10. Trokarhülse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Hülsenschaft aus Polytetrafluorethylen besteht.
11. Trokarhülse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Hülsenschaft aus Silikonen besteht.
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