DE4126954C2 - Verwendung einer mikroporösen Siliziumstruktur als photolumineszente Struktur - Google Patents
Verwendung einer mikroporösen Siliziumstruktur als photolumineszente StrukturInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung
befaßt sich mit
der Verwendung einer mikroporösen Siliziumstruktur als
photolumineszente Struktur.
Es ist bekannt, daß sich bevorzugt Struktu
ren aus solchen Halbleitermaterialien für eine Lichtemission
eignen, die einen direkten Bandübergang aufweisen.
Unter einem Bandabstand
eines Halbleitermateriales versteht man die Differenz zwischen den Ener
gieniveaus des Valenzbandes und des Leitungsbandes.
Bei Halbleitermaterialien mit direk
tem Bandübergang liegt der höchste energetische Zustand in
dem Valenzband direkt unterhalb des niedrigsten energeti
schen Zustandes des Leitungsbandes. Dies bewirkt, daß bei
einem direkten Übergang von Elektronen in das Valenzband de
ren Rekombination mit Löchern (positiven Ladungsträgern)
auftritt, wodurch es zur Erzeugung von Photonen kommt, deren
Energie dem Bandabstand des Halbleitermaterials entspricht.
Typische Materialien mit einem derartigen direkten Bandüber
gang sind GaAs-Verbindungshalbleiter, die aus
diesem Grunde für die Erzeugung von lichtemittierenden Ele
menten häufig verwendet werden.
Im Gegensatz zu GaAs ist Silizium ein Halbleitermaterial mit
einem indirekten Bandübergang. Bei derartigen Materialien
sind der höchste energetische Zustand in dem Valenzband ge
genüber dem niedrigsten energetischen Zustand in dem Lei
tungsband versetzt, so daß kein direktes Herabfallen von
Elektronen in das Valenzband stattfinden kann. Um geeignete
Energieniveaus zu erreichen, müssen bei derartigen Materia
lien mit indirektem Bandübergang die Elektronen sowohl mit
Löchern als auch mit Phononen kombinieren. Für diesen Prozeß
ist die Wahrscheinlichkeit, da drei Teilchen beteiligt sind,
äußerst gering.
In jüngerer Zeit wurde herausgefunden, daß Halbleiterstruk
turen aus Silizium sich trotz der Tatsache, daß es sich bei
Silizium um ein Halbleitermaterial mit indirektem Bandüber
gang handelt, dann zur Photolumineszenz eignen, wenn das Si
lizium in einem wäßrigen Flußsäurebad zur Erzeugung von
mikroporösen Siliziumschichten anodisiert wird; vgl.
L. T. Canham, Appl. Phys.
Lett. 57 (10), 3. September 1990, Seiten 1046 bis 1048.
Innerhalb der mikroporösen Schichten mit Porenweiten von
weniger als 2 nm findet eine Beschränkung der Elektronen
bewegung auf eine Dimension statt, also auf eine Bewegungs
richtung längs der zwischen den Poren definierten sogenann
ten "Quantenleitern" oder "Quantendrähten". Diese Quanten
leiter bewirken durch eine Einschränkung der Bewegungs
möglichkeiten der Elektronen einen direkten Übergang der
Elektronen zwischen dem Leitungs- und Valenzband. Mit
anderen Worten wird durch eine örtliche Beschränkung der
Bewegungsmöglichkeit der Elektronen die Bandstruktur gezielt
beeinflußt. Wie jedoch Canham in der genannten Schrift
ausführt (vergleiche Seite 1047, rechte Spalte, letzter
Absatz), tritt die Lumineszenz bei Silizium nur im Falle von
frisch anodisierten Siliziumsubstraten auf. Mit anderen
Worten ist es also nicht gelungen, die Photolumineszenz
bei derartigen Siliziumstrukturen stabil aufrecht zu
erhalten.
Aus der Veröffentlichung "Silicon Lights Up", Scientific
American, Juli 1991, Seiten 86 und 87 ist es gleichfalls zu
entnehmen, daß poröse Siliziumstrukturen, die in einer wäß
rigen Flußsäure aus einem Siliziumwafer erzeugt sind, durch
Licht zu einer Photolumineszenz anregbar sind. Ferner wird
darauf hingewiesen, daß es auch gelungen sei, die Lumines
zenz bei Siliziumstrukturen elektrisch anzuregen, ohne daß
jedoch die Art der Struktur oder das Herstellungsverfahren
der Struktur offenbart werden.
In Appl. Phys. Lett. 58
(8), 25. Februar 1991, Seiten 856 bis 858 ist beschrieben,
daß in porösen Siliziumschichten, die durch Anodisieren in
einem Flußsäureelektrolyten erzeugt werden, zweidimensionale
Quantenbündelungen oder Quantendrähte bzw. Quantenleiter
entstehen, durch die sich eine Änderung des energetischen
Bandabstandes der mikroporösen Siliziumstrukturen gegenüber
einkristallinem Silizium ergibt.
Die Veröffentlichung H. Föll, Appl. Phys. A 53, 1991, Seiten
8 bis 19 befaßt sich zwar mit den Eigenschaften von Sili
zium-Elektrolyt-Übergängen bei Siliziumproben, die in eine 1 bis 5%ige
wäßrige Flußsäurelösung eingetaucht und mit Licht bestrahlt werden. Auch hier ist
die Bildung poröser Siliziumschichten beschrieben. Diese
Schrift befaßt sich jedoch nicht mit der Photolumineszenz
oder der Elektrolumineszenz derartiger Siliziumstrukturen,
sondern mit anderen Eigenschaften.
Zu diesem Zweck wird ein univer
selles elektrochemisches Siliziumanalysegerät gezeigt, bei
dem zur Ermittlung der Diffusionslänge und der Oberflächen
rekombinationsgeschwindigkeit auf einem Siliziumwafer die
Vorderseite des Wafers mit einem Laserstrahl mit einer
Wellenlänge, die eine geringe Eindringtiefe hat, beleuchtet
wird. Hierdurch werden Minoritätsträger nahe an der vorderen
Oberfläche erzeugt. Der sich ergebende rückseitige Photo
strom wird gemessen. Um lumineszente Eigenschaften von
Silizium geht es also bei dieser Veröffentlichung nicht.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der vorliegen
den Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
Struktur bereitzustellen, die eine zeitlich stabile
Photolumineszenz zeigt.
Diese Aufgabe wird mit den Maßnahmen
gemäß Patentanspruch 1 gelöst.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die Photo
lumineszenz
nicht nur bei frisch anodisierten
Siliziumstrukturen auftritt, sondern dann zeitlich stabil
bleibt, wenn der Siliziumwafer in ein Flußsäurebad, das
zwischen mehr als 5 und 50 Gewichtsprozent Flußsäure ent
hält, eingebracht wird, und sodann durch Anlegen einer ano
dischen Spannung anodisiert wird, wenn der Siliziumwafer
während zumindest eines Teiles der Zeit, in der der Sili
ziumwafer eingetaucht in das Flußsäurebad anodisiert wird,
auf seiner zu strukturierenden Seite beleuchtet wird.
Die photolumi
neszenten Siliziumstrukturen zeigen auch bei Raumtemperatur
eine über lange Zeiten stabile Photolumineszenz. Hierdurch
ist es möglich, photolumineszente Siliziumstrukturen nicht
nur, wie es bislang der Fall war, zum Zwecke kurzfristiger
Experimente einzusetzen, sondern diese der industriellen An
wendung zugänglich zu machen.
Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die beiliegende Figur
die Erfindung nä
her erläutert. Es zeigt:
Die Figur
eine Schnittdarstellung einer Vorrichtung zum
Herstellen von photolumineszenten Siliziumstruk
turen.
Wie in der einzigen Figur gezeigt ist, umfaßt die Vorrich
tung zum Herstellen von photolumineszenten Siliziumstruk
turen, wel
che in ihrer Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet
ist, ein Säurebecken 2, welches mit einem Säurebad 3 gefüllt
ist. Das Säurebad 3 enthält zwei bis fünfzig Gewichtsprozent
Flußsäure und besteht im übrigen aus Äthanol und Wasser. In
das Säurebad 3 sind in sich gegenüberliegender, beabstande
ter Anordnung eine Anode 4 und ein Kathode 5 eingetaucht.
Zwischen die Anode 4 und die Kathode 5 ist eine Haltevor
richtung 6 von oben in das Säurebecken 2 eingeschoben, wel
che an ihre Peripherie mit den Wänden des Säurebeckens 2 ab
dichtet. Die Haltevorrichtung hat eine mittige Ausnehmung 7,
bei der ein Siliziumwafer 8 derart angeordnet ist, daß die
Haltevorrichtung 6 den Siliziumwafer 8 an dessen Randberei
chen dichtend umschließt. Ferner umfaßt die Herstellungsvor
richtung eine Beleuchtungsvorrichtung 9, die vorzugsweise
oberhalb des Säurebades 3 angeordnet ist, jedoch bei geeig
neter Ausgestaltung auch in das Säurebad eingetaucht ange
ordnet sein kann. Die Beleuchtungsvorrichtung 9 ist derart
gegenüber dem Siliziumwafer 8 angeordnet, daß dieser auf
seiner anodischen Seite der Beleuchtung ausgesetzt wird.
Bei Anordnung der Beleuchtungsvorrichtung außerhalb des
Säurebeckens 2 ist es bevorzugt, in diesem ein (nicht
gezeigtes) Fenster für den Lichtdurchtritt vorzusehen. Auch
kann bei Anordnung der Beleuchtungsvorrichtung oberhalb
des Säurebeckens 2 in dem Säurebad 3 ein Spiegel zur
Umlenkung der Strahlen zu dem Wafer hin vorgesehen sein.
Der Anodisierungsbereich des Siliziumwafers kann durch
eine säureresistente Maskierungsschicht lateral beschränkt
werden, wobei die säureresistente Maskierungsschicht bevor
zugt lichtundurchlässig ist.
Die Beleuchtungsvorrichtung 9 ist als Quecksilberlampe oder
als Halogenlampe ausgeführt. Jedoch kommen auch andere, ver
gleichsweise starke Lichtquellen in Betracht, wie Laser. In
dem letztgenannten Fall ist eine Strukturierung des photo
lumineszenten Bereiches möglich. Bevorzugt ist in diesem
Fall ein Argon-Ionen-Laser mit einer Wellenlänge von 488 nm
bei einer Flächenleistungsdichte von 5 W/cm2.
Zum Herstellen der photoluminiszenten Siliziumstruktur wird
ein handelsüblicher Siliziumwafer 8 in die Haltevorrichtung
6 eingelegt, woraufhin diese von oben in das Säurebecken 2
eingeschoben wird. Nunmehr werden die Anode 4 und die Katho
de 5 mit einem Gleichstrom beaufschlagt, der derart gewählt
ist, daß sich eine Stromdichte von 2 bis 500 mA/cm2 des
durch den Siliziumwafer 8 laufenden Stromes ergibt. Zumin
dest während eines Teiles der Anodisierungszeitdauer wird
die Beleuchtungsvorrichtung 9 eingeschaltet. Bei der verwen
deten Quecksilberlampe wurden Beleuchtungszeiten zwischen
10 sek und 20 min als zweckmäßig ermittelt.
Eine besonders starke Photolumineszenz wurde bei Verwendung
von n-dotierten Siliziumwafern 8 beobachtet, deren Dotierung
derart gewählt ist, daß der spezifische Widerstand des Sili
ziumwafers 8 zwischen 1 und 10 Ohm cm beträgt.
Claims (1)
- Verwendung einer mikroporösen Siliziumstruktur als photolu mineszente Struktur, wobei die Siliziumstruktur durch fol gende Schritte hergestellt wird:
- a) Einbringen eines Siliziumwafers in ein Flußsäurebad, das zwischen mehr als 5 und 50 Gewichtsprozent Flußsäure enthält,
- b) Anlegen einer anodischen Spannung an den Siliziumwafer und
- c) Beleuchten des Siliziumwafers auf der zu strukturierenden Seite zumindest während eines Teiles der Zeit, in der der Siliziumwafer den Schritten a) und b) ausgesetzt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4126954A DE4126954C2 (de) | 1991-08-14 | 1991-08-14 | Verwendung einer mikroporösen Siliziumstruktur als photolumineszente Struktur |
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Publications (2)
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| DE4126954A1 DE4126954A1 (de) | 1993-02-18 |
| DE4126954C2 true DE4126954C2 (de) | 1994-05-05 |
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ID=6438332
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|---|---|
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4331798A1 (de) * | 1993-09-18 | 1995-03-23 | Bosch Gmbh Robert | Verfahren zur Herstellung von mikromechanischen Bauelementen |
| DE10055872A1 (de) * | 2000-11-10 | 2002-06-13 | Bosch Gmbh Robert | Verfahren zur Herstellung einer porösen Struktur für ein Sieb oder einen Filter und poröse Struktur für ein Sieb oder einen Filter |
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1991
- 1991-08-14 DE DE4126954A patent/DE4126954C2/de not_active Expired - Fee Related
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