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Vorrichtung zur Fernaufzeichnung mehrerer Messungen (z. B. der Verbrennungsvorgänge
in einem Kessel) auf einem Papierstreifen. Für die Fernmeldung von Betriebsvorgängen
in Kesselhäusern nach entfernt gelegenen V`berwachungsstellen liegen besondere Verhältnisse
vor, welche durch die bestehenden Einrichtungen nur unvollkommen berücksichtigt
werden. Die große Zahl von Meßstellen macht es erwünscht, möglichst viele Betriebsangaben
auf einem Blatt eines Schreibgeräts gemeinsam aufzuzeichnen und dabei im Kesselhaus
möglichst einfache und einander gleiche Meßeinrichtungen zu treffen, die mit möglichst
wenig Drähten an den Schreiber angeschlossen sind.
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Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe folgendermaßen gelöst: Der
zur fortlaufenden Aufzeichnung der Meßangaben dienende Streifen des Schreibgeräts
wird in an sich bekannter Weise in zwei Hälften geteilt, von denen eine jede für
die eine Hälfte der Geber (Meßapparate an der Überwachungsstelle) bestimmt ist.
Dem vollen Ausschlag jedes Gebers entspricht also am Schreibgerät nur ein Ausschlag
in halber Streifenbreite; bei der einen Hälfte der Geber erreicht der Schreibstift
bei größtem Ausschlag die Streifenmitte, während er für die andere Hälfte der Geber
seinen Ausschlag in der Streifenmitte beginnt. Diese Verschiebung der Aufzeichnungen
auf dein Schreibstreifen wird dadurch erreicht, claß die eine Hälfte der unter sich
gleichen Geber unmittelbar in den Stromkreis einer Meßspule eingeschaltet ist, während
der anderen Hälfte ein Widerstand vorgeschaltet ist. Zu diesem Zweck sind erfindungsgemäß
gleiche Widerstände der Geber über Gleitkontakte paarweise über Kontakte eines beständig
umlaufenden Schalters init dem Schreibgerät verbunden, andererseits mit ihrem Stromanschlußende
unter Trennung der Paare abwechselnd unmittelbar an die eine und unter Vorschaltung
des Widerstandes an die andere Hälfte eines gleichfalls beständig umlaufenden Schalters
angeschlossen, der seinerseits über eine Stromquelle mit dem Schreibgerät verbunden
ist, wobei der erste Drehschalter doppelt so schnell wie der zweite umläuft. An
die Stelle des Vorschaltwiderstandes für den einen Widerstand eines jeden Paares
kann gegebenenfalls auch eine Vorschaltspannung treten, was durch die Einfügung
eines Spannungsteilers erreicht werden kann.
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In der Zeichnung sind zwei entsprechende Ausführungsbeispiele veranschaulicht.
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Eine Anzahl Geber a, von denen je einer beispielsweise die Verbrennungsverhältnisse
in einem Kessel der Anlage überwacht, übertragen ihre Anzeigen auf elektrischem
Wege auf ein gemeinschaftliches Schreibgerät b, das an beliebiger Stelle angebracht
ist. Die Geber sind so ausgebildet, daß sie entsprechend ihrer Verstellung eine
Widerstandsänderung im Stromkreis des Schreibers erzeugen, die dessen Ausschlag
hervorruft. Die Widerstände der Geber sind unter sich gleich. Sämtliche Geber sind
an eine Stromquelle c angeschlossen und treten mit dem Schreibgerät b nacheinander
durch einen beständig umlaufenden Umschalter d in Verbindung. Bei der Einrichtung
gemäß der Erfindung sind nun aber die Geber in zwei Gruppen geteilt, von denen je
eine Hälfte des Schreibstreifens benutzt wird. Durch einen Kontakt des Umschalters
d können also stets zwei Geber, die den beiden verschiedenen Gruppen angehören,
über eine gemeinschaftliche Leitung e an den Schreiber b angeschlossen werden.
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Bei der Anordnung nach Abb. t ist von je zwei paarweise zusammengehörigen
Gebern a der eine an eine Leitung f, der andere an eine Leitung g angeschlossen,
in welcher ein Vorschaltwiderstand li liegt. Die beiden Leitungen f und g werden
abwechselnd durch eine zweite Trommel i eingeschaltet, und zwar läuft diese Trommel
so langsam, daß eine Umschaltung erst dann erfolgt, wenn die Trommel d der Reihe
nach an alle Leitungen e angeschlossen war. Es wirken also auf das Schreibgerät
nacheinander zunächst alle Geber ein,-die an dieLeitung f angeschlossen sind, und
dann die Geber, die über den Widerstand h arbeiten. Die Aufzeichnungen der verschiedenen
Geber, die auf der gleichen Seite des Schreibstreifens erfolgen, können in bekannter
Weise durch verschiedene Farbei.
deutlicher kenntlich gemacht werden,
wobei die Farbumschaltung beispielsweise durch die Umschalttrommel d bewirkt wird.
Die Anordnung gemäß der Erfindung gestattet nun, entweder mit einer geringeren Anzahl
von Farbumschaltungen auszukommen oder unter sonst gleichen Verhältnissen eine größere
Anzahl von Aufzeichnungen auf einem Blatt zu vereinigen. Ferner ist bemerkenswert,
daß bei der in Abb. i veranschaulichten Anordnung für n Geber nur Fernleitungen
erforderlich sind, trotzdem
alle Geberwiderstände untereinander gleich sind.
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Die Vorschaltung eines Widerstandes bei der einen Hälfte der Geber
kann auch in anderer Weise durchgeführt werden. Die Einrichtung kann so getroffen
sein, daß je zwei der gleichartig ausgebildeten Geber hintereinandergeschaltet sind.
Voraussetzung für diese Anordnung ist, daß jeder einzelne Geber a an die Trommel
d des Schreibers angeschlossen ist. Hier dient also der Widerstand des einen
Schreibers als Vorschaltwiderstand für den anderen.
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Bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel arbeitet der Geber lediglich
durch Widerstandsänderung, die durch Gleitkontakt oder auf andere Weise, z. B. durch
Temperaturänderung, hervorgerufen werden kann. Der Erfindungsgedanke ist auch anwendbar
auf Schaltungen, bei denen durch den Widerstand des Gebers ein Strom fließt und
dieser einen Spannungsabfall erfährt, wobei im Nebenschluß zu diesem Strom durch
einen Gleitkontakt der Schreiber an verschiedene Spannungspunkte angeschlossen wird.
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Abb. 2 veranschaulicht, wie bei einer solchen Anordnung ähnlich wie
gemäß Abb. i ein paarweiser Anschluß der Geber a an den Schreiber durchgeführt werden
kann. Parallel zur Stromquelle c ist ein Widerstand k geschaltet, der als Spannungsteiler
wirkt. An Stelle der Leitungen f und g sind hier drei Leitungen 1, m,
o vorgesehen, von denen die Leitungen 1 und o an je einem Ende des Widerstandes
k anschließbar sind, während die Leitung in beständig mit der Mitte des Widerstandes
k in Verbindung steht. Der Anschluß der Leitungen 1 und o erfolgt durch eine Umschalttrommel
p, die wieder wie im vorigen Falle eine Umschaltung erst dann eintreten läßt, wenn
die Trommel d einen Umlauf ausgeführt hat. Die eine Hälfte der Geber a. ist mit
ihren untereinander gleichen Widerständen zwischen die Leitungen 1 und in,
die andere Hälfte zwischen die Leitungen 1 und o geschaltet. Je ein Geber der einen
Gruppe bildet wiederum mit einem Geber der anderen Gruppe ein Paar, das durch eine
gemeinschaftliche Leitung e an einen Kontakt der Trommel d angeschlossen ist. Die
Verschiebung des Schreiberausschlags erfolgt also bei dieser Anordnung dadurch,
daß der einen Hälfte der Geber a eine bestimmte Spannung vorgeschaltet ist. Bei
dieser Ausbildung der Einrichtung sind für n Geber
Fernleitungen erforderlich.
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Selbstverständlich kann der Schreibstreifen auch in drei oder mehr
Spalten und dementsprechend die Anzahl der Geber in drei oder mehr Gruppen geteilt
sein. Bei der Anordnung nach Abb. i würden dann zwei oder mehr Vorschaltwiderstände
erforderlich sein, während bei der Anordnung nach Abb. 2 der parallel zur Stromquelle
geschaltete Widerstand an zwei oder mehr Punkten anzuzapfen wäre.