DE4120936C2 - Wendesteuervorrichtung für ein vierradangetriebenes Fahrzeug - Google Patents
Wendesteuervorrichtung für ein vierradangetriebenes FahrzeugInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Wendesteuervorrich
tung für ein Fahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Um die Betriebseffizienz eines Erdbearbeitungsfahrzeugs beim
wiederholten Wenden während des Betriebs zu fördern, ist es
wichtig, den Wendekreis gering zu halten. Die japanische
Patentveröffentlichung Kokai Nr. 63-34229 A und das US-Patent
Nr. 4,723,622 beschreiben Vierradantriebsfahrzeuge, die
für kleine, scharfe Wenden ausgelegt sind.
Diese Fahrzeuge umfassen:
einen Motor,
rechte und linke nichtlenkbare Räder, die die Antriebskraft der Maschine durch ein Differential aufnehmen,
rechte und linke lenkbare Räder, die die Antriebskraft der Maschine über ein weiteres Differential aufnehmen,
eine Lenkvorrichtung zum Steuern der lenkbaren Räder,
eine Geschwindigkeitsänderungseinrichtung, die mit den lenk baren Rädern verbunden ist, wobei die Geschwindigkeitsände rungseinrichtung eine Standardbetriebsart ein schließt, um die rechten und linken lenkbaren Räder mit im wesentlichen derselben Durchschnittsumfangsgeschwindigkeit anzutreiben, wie die rechten und linken nichtlenkbaren Räder, sowie
eine Beschleunigungsbetriebsart zum Antreiben der rechten und linken lenkbaren Räder mit einer größeren durch schnittlichen Umfangsgeschwindigkeit als die rechten und lin ken nichtlenkbaren Räder, wobei eine Umschaltvorrichtung vor gesehen ist, um eine Auswahl zu treffen zwischen der Stan dardbetriebsart und der Beschleunigungs betriebsart, und
eine Kopplungseinrichtung zum Koppeln der Lenkeinrichtung und der Umschalteinrichtung derart, daß die Geschwindigkeitsänderungseinrichtung in der Beschleunigungsbetriebsart betrieben wird, wenn die lenkbaren Räder über einen vorbestimmten Winkel hinaus gelenkt werden.
einen Motor,
rechte und linke nichtlenkbare Räder, die die Antriebskraft der Maschine durch ein Differential aufnehmen,
rechte und linke lenkbare Räder, die die Antriebskraft der Maschine über ein weiteres Differential aufnehmen,
eine Lenkvorrichtung zum Steuern der lenkbaren Räder,
eine Geschwindigkeitsänderungseinrichtung, die mit den lenk baren Rädern verbunden ist, wobei die Geschwindigkeitsände rungseinrichtung eine Standardbetriebsart ein schließt, um die rechten und linken lenkbaren Räder mit im wesentlichen derselben Durchschnittsumfangsgeschwindigkeit anzutreiben, wie die rechten und linken nichtlenkbaren Räder, sowie
eine Beschleunigungsbetriebsart zum Antreiben der rechten und linken lenkbaren Räder mit einer größeren durch schnittlichen Umfangsgeschwindigkeit als die rechten und lin ken nichtlenkbaren Räder, wobei eine Umschaltvorrichtung vor gesehen ist, um eine Auswahl zu treffen zwischen der Stan dardbetriebsart und der Beschleunigungs betriebsart, und
eine Kopplungseinrichtung zum Koppeln der Lenkeinrichtung und der Umschalteinrichtung derart, daß die Geschwindigkeitsänderungseinrichtung in der Beschleunigungsbetriebsart betrieben wird, wenn die lenkbaren Räder über einen vorbestimmten Winkel hinaus gelenkt werden.
Diese Art eines heutzutage im praktischen Einsatz befindli
chen Vierradantriebsfahrzeugs macht sich eine Lenkspezifika
tion für den Vierradantriebstraktor zunutze, die in der Ver
gangenheit weit verbreitet gewesen ist. Wie in der vorgehend
genannten japanischen Patentveröffentlichung Kokai Nr. 63-34229 A
und in dem US-Patent 4,696,365 beschrieben, ist sein
maximaler Lenkwinkel auf etwa 55° begrenzt. Mit einer der
artigen Lenkspezifikation wird eine Seitenkraft erzeugt, wenn
das Fahrzeug eine Wende durchführt, wobei die lenkbaren Vorder
räder nach außen gestoßen werden, da
die Vorderräder in diesem Falle beschleunigt werden. Dies re
sultiert in einem erhöhten Laufwiderstand des Fahrzeugs oder
hinterläßt zerstörte oder zermahlene Bodenflächen.
Weiterhin ist es aus der japanischen Patentveröffentlichung
Kokai Nr. 63-287630 A und dem US-Patent Nr. 4,669,559 be
kannt, ein mit Bezug auf den Wendekreis innenliegendes der
hinteren Räder durch eine seitliche Bremse oder durch ein
seitliches Bremse zu blockieren, während die Vorderräder be
schleunigt werden, um den Wendekreis kleiner zu gestalten.
Hierbei handelt es sich um eine zwar enge, jedoch erzwungene
Wende, die sich zerstörend auf den Boden auswirkt und einen
beträchtlichen Kraftverlust verursacht.
Aus der DE 36 33 399 C1 ist eine Antriebsvorrichtung von Rädern
zweier Achsen bekannt, die insbesondere für einen Vierradantrieb
von Ackerschleppern geeignet ist. Bei dieser Vorrichtung wird
als nachteilig angesehen, daß beim Umschalten von einem Normal
betrieb auf einen Beschleunigungsbetrieb die Räder der Vorder
achse einen zu hohen und die Lenkbewegung beeinflussenden wie
auch die Reifen der Räder bzw. den Boden beschädigenden Ge
schwindigkeits- oder Vorlaufsprung erfahren.
Diese Schrift lehrt deshalb, die Anpassung der Drehzahl der
Vorderräder allmählich auszuführen, wobei die Drehzahl der Vor
derräder so eingestellt wird, daß im wesentlichen ein Null-Pro
zent-Vorlauf oder ein bei einem bestimmten Wert liegender Vor
lauf resultiert.
Diese Druckschrift lehrt somit, die Drehzahl der vorderen Räder
so einzustellen, daß entweder kein Vorlauf besteht, oder ein
Vorlauf besteht, so daß die Hinterräder in die Kurve gezogen
werden, wie es beispielsweise auch aus der US 4,696,365 bekannt
ist.
Bei der aus der DE 36 33 399 C1 bekannten Antriebsvorrichtung
wird das linke und rechte vordere lenkbare Rad um den Lenkwin
kel β (Fig. 1) gelenkt, so daß, wenn deren Drehzahl so einge
stellt ist, daß kein Vorlauf resultiert, für das
Beschleunigungsverhältnis K' gilt:
K' = sec β.
Wird jedoch ein Vorlauf eingestellt, so drehen sich die Vorder
räder schneller als es die exakt mathematische Lösung bestimmen
würde, wodurch dann gilt:
K' < sec β.
Auch in der US 4,696,365 sind Verhältnisse angegeben, bei denen
ein Vorlauf der vorderen Räder resultiert, so daß die hinteren
Räder in die Kurve gezogen werden. Denn für die Wertepaare
K''=2, β''=55°, K''=2,5, β''=60° (Sp. 3 und 4) gilt:
K'' < sec β''.
Gegenüber diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Auf
gabe zugrunde, eine Wendesteuervorrichtung zu schaffen, die eine
engere Wende erlaubt, ohne daß der Boden beschädigt wird.
Die Aufgabe wird durch eine Wendesteuervorrichtung mit den Merk
malen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind
in den Unteransprüchen angegeben.
Gemäß der Erfindung ist
es vorgesehen, daß ein mit Bezug auf einen Wendekreis innen
gelegenes der lenkbaren Räder mit Bezug auf einen Wendekreis
einen maximalen Lenkwinkel β1 aufweist, der gemäß folgender
Gleichung gewählt ist:
sec β1 < K,
wobei K das Beschleunigungsverhältnis der Beschleunigungs
betriebsart mit Bezug auf die Standard
betriebsart der Geschwindigkeitsänderungseinrichtung ist.
Dies bedeutet, daß der Lenkwinkel des innenliegenden Rades stär
ker eingelenkt ist als es durch die Formel für beide, um densel
ben Lenkwinkel verstellbaren lenkbaren Räder angezeigt ist und
wie es auch entsprechend bei den herkömmlichen Vorrichtungen
ausgeführt wird.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfin
dung ist es vorgesehen, daß die lenkbaren Räder maximale
Lenkwinkel β1 und β2 aufweisen, deren mittlerer Win
kel β folgende Gleichung erfüllt:
sec β = K,
wobei K ein Beschleunigungsverhältnis der Beschleunigungs
betriebsart mit Bezug auf die Standard
betriebsart der Geschwindigkeitsänderungsvorrichtung
ist. In diesem Falle werden die maximalen Lenkwinkel β1 und
β2 ungefähr auf den Wert der theoretischen maximalen Lenkwin
kel eingestellt, nämlich jeweils auf β01 und β02, um die in
der Beschleunigungsübertragungsbetriebsart angetriebenen
rechten und linken lenkbaren Räder um ein Wendezentrum O zu
drehen, das auf einer Verlängerungslinie von einer Achse der
rechten und linken nichtlenkbaren Räder liegt.
Das der Erfindung zugrundeliegende Prinzip soll nachfolgend
mit Bezug auf die Fig. 1 näher verdeutlicht werden, die ein
Beispiel einer Wende zeigt, die von einem Vierradantriebsfahr
zeug durchgeführt wird, das lenkbare Vorderräder und nicht
lenkbare Hinterräder aufweist. Vorliegend wird ein idealer
Wendezustand des Fahrzeugs unterstellt, bei welchem die Vor
derräder 1 und die Hinterräder 2 jeweils ohne Schlupf und
Rutschen um ein Wendekreiszentrum O angetrieben sind, das auf
einer Verlängerung der Achsen der Hinterräder liegt. Eine
mittlere Umfangsgeschwindigkeit der rechten und linken Räder
1, d. h. eine Bewegungsgeschwindigkeit in einer tangentialen
Richtung des Mittelpunktes A zwischen den rechten und linken
Vorderrädern 1 und eine mittlere Umfangsgeschwindigkeit, d. h.
eine Bewegungsgeschwindigkeit in einer tangentialen Richtung
des Mittelpunktes B zwischen den rechten und linken Hinter
rädern 2 befinden sich in einer Beziehung V1/V2=OA/OB. Dabei
versteht es sich, daß V1/V2 dem Verhältnis der mittleren Um
fangsgeschwindigkeit der Hinterräder mit Bezug auf die mitt
lere Umfangsgeschwindigkeit der Vorderräder ist, d. h. ein Be
schleunigungsverhältnis K der vorderen Räder mit Bezug auf
die hinteren Räder.
Wie aus Fig. 1 hervorgeht, bildet der Mittelpunkt A zwischen
den rechten und linken Vorderrädern 1 einen Winkel α in der
Bewegungsrichtung mit der Mittellinie des Fahrzeugs, der dem
<AOB entspricht. Hierdurch wird der Sekans des Winkels α
durch die Gleichung secα=OA/OB=V1/V2 ausgedrückt.
Der Lenkwinkel β01 des linken Vorderrades 1, der mit Bezug
auf den Wendekreis innen liegt, und der Lenkwinkel β02 des
rechten Vorderrades 1, der außen liegt, wenn die Lenkung in
einer idealen Weise erfolgt, werden ausgedrückt durch β01<α
und β02<α. Wenn der Mittelwert β0 der beiden Lenkwinkel β01
und β02 ungefähr β0=α ist, so gelten die folgenden Beziehun
gen:
sec β0 = sec α = V1/V2
sec β01 < V1/V2 (= sec β0).
sec β01 < V1/V2 (= sec β0).
Um sicherzustellen, daß die Wenden so nahe wie möglich an
einer idealen Wende erfolgen, ist es deshalb wichtig, einen
maximalen Lenkwinkel β01 des mit Bezug auf den Wendekreis in
nen liegenden Vorderrades 1 größer einzustellen als das Be
schleunigungsverhältnis V1/V2 der Vorderräder. Dementspre
chend weist das außen liegende Vorderrad 1 einen maximalen
Lenkwinkel β02 wie folgt auf:
sec β02 < V1/V2 (= sec β0).
Wenn das Beschleunigungsverhältnis V1/V2 des Vorderrades 1
auf 2,0 eingestellt wird, gilt
sec α (= sec β0) = 2,0, α (= β0) = 60°
sec β01 < 2,0, β01 < 60°.
sec β01 < 2,0, β01 < 60°.
Spezielle Werte von β01 und β02 werden gemäß folgenden Glei
chungen erhalten:
β01 = α + γ1,
wobei
Deshalb gilt:
wobei
Deshalb gilt:
In den obigen Gleichungen ist W die Spurweite der Vorderräder
1, und L ist der Radstand.
Bei einem Fahrzeug heutiger Spezifikation beträgt der maxi
male Lenkwinkel β01 des mit Bezug auf den Wendekreis innen
liegenden Vorderrades 1 größenordnungsmäßig theoretisch 70°.
In der Praxis ist es aufgrund des Lenkmechanismus schwierig,
einen derartigen Lenkwinkel zu verwirklichen. Wie aus Fig. 2
hervorgeht, die eine erfindungsgemäße Art, eine Wende durch
zuführen zeigt, nimmt ein aktueller Lenkwinkel β1 einen ge
ringfügig kleineren Wert ein als den theoretischen maximalen
Lenkwinkel β01. Es werden jedoch nahezu ideale Wenden dadurch
realisiert, daß der maximale Lenkwinkel β2 des außen gelege
nen Vorderrades auf einen Wert eingestellt wird, der gering
fügig größer ist als der theoretische Wert, und dadurch, daß
der mittlere Winkel β der Lenkwinkel der innen und außen ge
legenen Vorderräder derart eingestellt ist, daß sec β
im wesentlichen denselben Wert einnimmt wie das Beschleuni
gungsverhältnis K.
Während die Art und Weise, wie erfindungsgemäß eine Wende
ausgeführt wird, später beschrieben wird, soll hier bemerkt
werden, daß das Beschleunigungsverhältnis der Geschwindig
keitsänderungsvorrichtung für die lenkbaren Räder und die ma
ximalen Lenkwinkel der rechten und linken lenkbaren Räder bei
der erfindungsgemäßen Wendesteuervorrichtung korreliert und
rationell eingestellt sind. Diese Vorrichtung erlaubt es dem
Fahrzeug, eine Wende reibungslos und zuverlässig mit einem
kleinen Radius und einem geringen Widerstand auszuführen, und
zwar ohne Ausüben einer seitlichen Bremsung auf das mit Bezug
auf den Wendekreis innen gelegene nichtlenkbare Rad. Beim
Ausführen einer derartigen Wende wird keine Seitenkraft mit
den lenkbaren Rädern erzeugt und der Boden wird nicht durch
die lenkbaren Räder oder nicht lenkbaren Räder beschädigt.
In den Fällen, bei denen eine Beschädigung des Bodens keine
Rolle spielt, kann eine ultraenge Wende mit einem kleinen Ra
dius dadurch ausgeführt werden, daß zusätzlich eine Seiten
bremse betätigt wird. Außerdem kann in Abhängigkeit von den
Bodenbedingungen eine Seitenbremse moderat eingesetzt werden,
um eine hinreichend enge Wende mit einer geringen Beschädi
gung des Bodens auszuführen. Die Erfindung schafft also eine
Wendesteuervorrichtung, die im Vergleich zu einer herkömmli
chen Vorrichtung der selben Art mit Bezug auf ihre Funktion
wesentlich verbessert ist.
Nachfolgend soll die Erfindung anhand der Zeichnung näher er
läutert werden; in dieser zeigen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht zur Verdeutlichung einer
unter idealen Bedingungen von einem Vierradantriebs
fahrzeug ausgeführten engestmöglichen Wende, wobei das
Fahrzeug vom Vorderradbeschleunigungstyp ist,
Fig. 2 eine schematische Ansicht zur Verdeutlichung der
engstmöglichen Wende, die mit einem Vierradantriebs
fahrzeug ausführbar ist, das eine Wendesteuervorrich
tung gemäß der Erfindung verwendet,
Fig. 3 eine Seitenansicht eines Vierradantriebstraktors unter
Verwendung der erfindungsgemäßen Wendesteuervorrich
tung,
Fig. 4 ein Diagramm einer antreibenden Übertragungsvorrich
tung,
Fig. 5 eine vertikal geschnittene Seitenansicht einer Ge
schwindigkeitsänderungsvorrichtung für steuerbare Rä
der,
Fig. 6 eine vertikal geschnittene Rückansicht der Vorrichtung
in Fig. 5 und
Fig. 7 eine Draufsicht auf einen Lenkmechanismus.
Nachfolgend soll mit Bezug auf die Zeichnung ein Traktor als
Beispiel für vierradangetriebene Erdbearbeitungsfahrzeuge un
ter Verwendung der vorliegenden erfindungsgemäßen Steuervor
richtung näher beschrieben werden.
Fig. 3 zeigt eine Seitenaufrißansicht eines vierradangetrie
benen landwirtschaftlichen Traktors, der lenkbare Vorderräder
1 und nicht lenkbare Hinterräder 2 aufweist. Fig. 4 zeigt
schematisch eine Übertragungsvorrichtung oder ein Getriebe
zum Antrieb der Vorderräder 1 und der Hinterräder 2.
Wie in Fig. 4 dargestellt, ist der Abtrieb eines Motors 3 in
einem Frontabschnitt eines Traktorgehäuses angebracht, und
der Abtrieb wird durch eine Hauptkupplung 4 an ein Transmis
sionsgehäuse 5 übertragen, das im hinteren Abschnitt des
Traktorgehäuses angebracht ist. Das Transmissionsgehäuse 5
enthält ein Hauptgeschwindigkeitsänderungsgetriebe 6 und ein
Hilfsgeschwindigkeitsänderungsgetriebe 7 zum Ändern der Ge
schwindigkeit des Motorabtriebs. Der Abtrieb wird dann an
eine Kegeltriebwelle 8 übertragen, die eine Endstufen-Ge
schwindigkeitsänderungswelle darstellt, und der Abtrieb wird
durch ein rückwärtiges Differential 9 auf die rechten und
linken Hinterräder 2 übertragen.
Die Kegeltriebwelle 8 trägt ein an dieser befestigtes Ge
triebe 10, von welchem der Motorabtrieb nach außen geführt
und durch ein Zwischen-Zweistufengetriebe 11 an ein Vorderrad
(lenkbares Rad) der Geschwindigkeitsänderungsvorrichtung 12
übertragen wird. Der Ausgang oder der Abtrieb dieser Ge
schwindigkeitsänderungsvorrichtung 12 wird über einen Wellen
transmissionsmechanismus 13 an ein Frontdifferential 14 zur
Verteilung auf rechte und linke Vorderräder 1 übertragen.
In den Fig. 5 und 6 sind Details der Geschwindigkeitsände
rungsvorrichtung 12 dargestellt. Die Geschwindigkeitsände
rungsvorrichtung 12 umfaßt eine Antriebs- oder Eingangswelle
15, die ein Antriebsgetriebe 16 trägt, das an dieser Scheibe
verkeilt ist, um in Eingriff mit und außer Eingriff mit dem
Zwischen-Zweistufengetriebe 11 zu gelangen, und ein großes
Beschleunigungsgetriebe 17 ist an der Antriebswelle 15 befe
stigt. Die Geschwindigkeitsänderungsvorrichtung 12 schließt
weiterhin eine Abtriebswelle 18 ein, die ein erstes Geschwin
digkeitsänderungsgetriebe 19 und ein zweites Geschwindig
keitsänderungsgetriebe 20 trägt, die auf dieser frei drehbar
angeordnet sind. Das erste Geschwindigkeitsänderungsgetriebe
19 steht in konstantem Kämmeingriff mit dem Antriebsgetriebe
16, und das zweite Geschwindigkeitsgetriebe 20 steht in kon
stantem Kämmeingriff mit dem Beschleunigungsgetriebe 17. Ein
Kupplungsteil 21 ist verschieblich schiebeverkeilt mit der
Abtriebswelle 18 zwischen den Getrieben 19 und 20.
Eine Klauenkupplung 22 ist zwischen dem Kupplungsteil 21 und
dem ersten Geschwindigkeitsänderungsgetriebe 19 vorgesehen
und ist treibbar durch ein Verschieben des Kupplungsteils 21.
Das zweite Geschwindigkeitsgetriebe 20 ist integral ausgebil
det mit einem Abtriebsende der Mehrscheibenreibungskupplung
23, die auf der Abtriebswelle 18 angebracht ist. Das
Kupplungsteil 21 dient als Drucksteuerelement zum Betreiben
oder Betätigen der Reibungskupplung 23.
Im einzelnen ist die Klauenkupplung 22 eingerückt, wenn das
Kupplungsteil 21 in Fig. 5 nach rechts verschoben ist. Dann
wird der Antrieb oder die Antriebskraft von der Antriebswelle
15 auf die Abtriebswelle 18 mit einer Geschwindigkeit über
tragen, die durch ein Geschwindigkeitsverhältnis bestimmt ist
zwischen dem Eingangsgetriebe 16 und dem ersten Geschwindig
keitsgetriebe 19. Wenn das Kupplungsteil 21 in Fig. 5 nach
links verschoben wird, wird das Kupplungsteil 23 eingerückt,
wodurch der Antrieb oder die Antriebskraft von der Antriebs
welle 15 auf die Abtriebswelle 18 mit einer Geschwindigkeit
übertragen wird, die bestimmt ist durch ein Getriebeverhält
nis zwischen dem Beschleunigungsgetriebe 17 und dem zweiten
Geschwindigkeitsänderungsgetriebe 20.
Wenn die Abtriebswelle 18 mit niedriger Geschwindigkeit bei
eingerückter Klauenkupplung 22 angetrieben wird, so werden
die rechten und linken Vorderräder 1 mit einer durchschnitt
lichen Umfangsgeschwindigkeit angetrieben, die gleich groß
oder geringfügig schneller ist als diejenige der rechten und
linken Hinterräder 2. Bei dieser Betriebsart handelt es
sich um die Standardbetriebsart. Wenn die Abtriebs
welle 18 mit einer höheren Geschwindigkeit bei eingerückter
Reibungskupplung 23 angetrieben wird, so ist das Getriebever
hältnis derart eingestellt, daß die Vorderräder 1 auf unge
fähr die doppelte Geschwindigkeit der Standardbetriebsart
beschleunigt werden. Diese
Beschleunigungsbetriebsart wird automatisch erzeugt,
wenn die Vorderräder 1 über einen vorbestimmten Winkel hinaus
gelenkt werden. Ein Steueraufbau zu dieser Betriebsart wird
nachfolgend näher beschrieben.
Fig. 7 zeigt eine Draufsicht eines Vorderradlenkmechanismus.
Das Frontdifferential 14 ist in einem Frontachsgehäuse 24 an
gebracht, welches an gegenüberliegenden Enden Gelenkarme 25
der rechten und linken Vorderräder 1 trägt, die um Achsschen
kelbolzenachsen P schwenkbar sind. Die jeweiligen Gelenkarme
25 sind über Verbindungsstäbe 29 betriebsmäßig mit einem Vor
derende eines Lenkhebels 28 verbunden, der mit einem Lenkrad
27 zusammengeschlossen ist, um rechts und links um eine
Schwenkachse 26 geschwenkt zu werden, die in dem Vorderab
schnitt des Traktorgehäuses angeordnet ist.
Der Lenkhebel 28 trägt eine Kurvenplatte 31, die an einer in
Längsrichtung verlaufenden Zwischenposition desselben befe
stigt ist und eine Steuernut 30 festlegt. Ein Schwingarm 33
ist mit einem Gehäuserahmen 32 schwenkbar verbunden, um in
Vorwärts- und Rückwärtsrichtungen um einen Schwenkpunkt X zu
schwingen. Der Schwingarm 33 trägt einen Nockenfolgestift 34,
der an dessen Zwischenposition befestigt ist. Auf diese Weise
kann der Schwenkarm 33 nach vorne und hinten schwingen, und
zwar durch seitwärts gerichtete Schwingungen des Lenkhebels
28.
Die Kurvennut 30 ist derart geformt, daß der Schwingarm 33
keine Schwingbewegung ausführt, wenn der Lenkhebel 28 nach
rechts oder links um einen Winkel schwingt, der geringer ist
als ein vorbestimmter Winkel (etwa 40°), aber der Arm wird
zwangsweise nach vorne geschwungen, wenn der Lenkhebel 28
über den vorbestimmten Winkel oder darüber hinaus schwingt
oder geschwungen wird.
Eine Steuerstange 35 erstreckt sich von einem freien Ende des
Schwingarms 33 und ist zusammengeschlossen mit dem Kupplungs
teil 21 der Geschwindigkeitsänderungsvorrichtung 12, wie
nachfolgend im einzelnen beschrieben wird.
Wie aus Fig. 6 hervorgeht, ist eine Gleit- oder Schiebegabel
36 gleitend gelagert auf einer feststehenden Trägerwelle 37
zum Verschieben des Kupplungsteils 21. Die Schiebegabel 36
schließt einen Vorsprungabschnitt 36a ein, der in Eingriff
bringbar ist mit einem Steuerarm 38, der lose befestigt ist
an einem innen gelegenen Ende einer Geschwindigkeitssteuer
welle 39. Die Geschwindigkeitssteuerwelle 39 trägt eine mit
dieser gleitverkeilte Manschette 40 mit einem Stift 41, der
in Eingriff bringbar ist mit dem Steuerarm 38, um die
Geschwindigkeitssteuerwelle 39 und den Steuerarm 38
zu koppeln. Die Geschwindigkeitssteuerwelle 39 trägt
außerdem einen an einem außen gelegenen Ende befestigten Arm
42, und die Steuerstange 35 ist an einem rückwärtigen Ende
davon mit dem Arm 42 verbunden.
Die Vorderräder werden in dem Niedriggeschwindigkeits-Stan
dardübertragungszustand angetrieben, während die Klauenkupp
lung 22 eingerückt ist, während die Vorderräder 1 um den Win
kel gelenkt werden, die geringer sind als der vorbestimmte
Lenkwinkel. Wenn die Vorderräder 1 über den vorbestimmten
Lenkwinkel hinausgelenkt werden, wird die Reibungskupplung 23
eingerückt, um die Vorderräder 1 in dem Beschleunigungsüber
tragungszustand anzutreiben.
Die Manschette 40 ist von außen durch eine Gleitgabel 43 be
tätigbar, um den Stift 41 außer Eingriff mit dem Steuerarm 38
zu halten, wie dargestellt. Dann wird das Kupplungsteil 21
auf eine Position federvorgespannt, in welcher es in Eingriff
gelangt mit der Klauenkupplung 22, wodurch die Vorderräder 1
in der Standardbetriebsart angetrieben werden, und
zwar ungeachtet deren Lenkwinkel.
Außerdem ist das Eingangsgetriebe 16 außer Eingriff mit dem
Zwischen-Zweistufengetriebe 11 verschiebbar. Dies unterbricht
die Antriebseinleitung zu der Vorderradgeschwindigkeitsände
rungseinrichtung 12, wodurch ausschließlich die Hinterräder 2
verwendet werden, um den Traktor anzutreiben.
Fig. 2 zeigt die Weise, in welcher eine Wende stattfindet
durch Verwendung der erfindungsgemäßen Wendesteuervorrich
tung. Bei dem dargestellten Beispiel weist das mit Bezug auf
den Wendekreis innen liegende Vorderrad 1 einen maximalen
Lenkwinkel (β1) von 63 bis 65° auf und das außen gelegene
Vorderrad 1 weist einen maximalen Lenkwinkel (β2) von etwa
55° auf, wobei ein mittlerer Lenkwinkel (β) etwa 60°
beträgt. Der Beschleunigungsübertragungszustand weist ein Be
schleunigungsverhältnis von 1,8 zu 2,0 mit Bezug auf die
Standardbetriebsart der
Vorderradgeschwindigkeitsänderungsvorrichtung 12 auf.
Die maximalen Lenkwinkel β1 und β2 und das Vorderradbeschleu
nigungsverhältnis werden bei einem Traktor wie vorstehend
eingestellt, der einen Radstand L von 1550 bis 1750 mm auf
weist sowie eine Vorderradspurweite W von 950 bis 1580 mm.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung erlaubt es, daß der Traktor
eine enge Wende in der Beschleunigungsbetriebsart aus
führt, und zwar ohne ein seitliches Bremsen des mit Bezug auf
den Wendekreis innen gelegenen Hinterrades, und zwar mit ei
nem minimalen Wenderadius im Vergleich zu dem herkömmlichen
Fahrzeug, das eine Wende in der Beschleunigungsbetriebsart
ausführt, in dem das mit Bezug auf den Wendekreis in
nen liegende Hinterrad seitlich gebremst sowie vollständig
blockiert wird.
Vorstehend ist die Wendesteuervorrichtung für ein allradange
triebenes Fahrzeug beschrieben worden, dessen Vorderräder
lenkbar und dessen Hinterräder nicht lenkbar sind. Die be
schriebene Vorrichtung ist aber auch auf ein andersartiges
vierradangetriebenes Fahrzeug anwendbar, wie beispielsweise
auf einen Rasenmäher, der nicht lenkbare Vorderräder sowie
lenkbare Hinterräder aufweist.
Claims (5)
1. Wendesteuervorrichtung für ein vierradangetriebenes
Fahrzeug, mit:
einem Motor,
von dem Motor über ein Differential angetriebenen, nicht lenkbaren rechten und linken Hinterrädern,
von dem Motor über ein Frontdifferential angetriebenen, lenkbaren rechten und linken Vorderrädern,
einer Lenkeinrichtung zum Steuern der Vorderräder,
einer Geschwindigkeitsänderungseinrichtung für die Vorderräder, die eine Standardbetriebsart zum Antreiben der Vorderräder mit im wesentlichen derselben durchschnittlichen Umfangsgeschwindig keit wie die Hinterräder und eine Beschleunigungsbetriebsart zum Antreiben der Vorderräder mit einer größeren durchschnittlichen Umfangsgeschwindigkeit als die Hinterräder sowie eine Umschalt einrichtung zum Auswählen der Standard- bzw. der Beschleunigungs betriebsart umfaßt, und
einer Kopplungseinrichtung zum Koppeln der Lenkeinrichtung und der Umschalteinrichtung derart, daß die Geschwindigkeitsänderungseinrichtung in der Beschleunigungs betriebsart betreibbar ist, wenn die Vorderräder über einen vorbestimmten Winkel hinausgelenkt werden, dadurch gekennzeichnet, daß das Innere der lenkbaren Räder bezüglich des Wendekreises einen maximalen Lenkwinkel (β1) hat, der die folgende Gleichung erfüllt:
sec β1 < K,
wobei K ein Beschleunigungsverhältnis der durchschnittlichen Umfangsgeschwindigkeit des rechten und linken lenkbaren Rades in der Beschleunigungsbetriebsart bezüglich zu der durchschnitt lichen Umfangsgeschwindigkeit des rechten und linken nicht lenkbaren Rades ist,
das Beschleunigungsverhältnis K ungefähr 2 beträgt, der maximale Lenkwinkel (β1) des Inneren der lenkbaren Räder innerhalb des Bereichs von 63 bis 65° liegt, und
daß der maximale Lenkwinkel (β1) geringfügig kleiner als ein theoretisch maximaler Lenkwinkel (β01) des inneren Rades ist.
von dem Motor über ein Differential angetriebenen, nicht lenkbaren rechten und linken Hinterrädern,
von dem Motor über ein Frontdifferential angetriebenen, lenkbaren rechten und linken Vorderrädern,
einer Lenkeinrichtung zum Steuern der Vorderräder,
einer Geschwindigkeitsänderungseinrichtung für die Vorderräder, die eine Standardbetriebsart zum Antreiben der Vorderräder mit im wesentlichen derselben durchschnittlichen Umfangsgeschwindig keit wie die Hinterräder und eine Beschleunigungsbetriebsart zum Antreiben der Vorderräder mit einer größeren durchschnittlichen Umfangsgeschwindigkeit als die Hinterräder sowie eine Umschalt einrichtung zum Auswählen der Standard- bzw. der Beschleunigungs betriebsart umfaßt, und
einer Kopplungseinrichtung zum Koppeln der Lenkeinrichtung und der Umschalteinrichtung derart, daß die Geschwindigkeitsänderungseinrichtung in der Beschleunigungs betriebsart betreibbar ist, wenn die Vorderräder über einen vorbestimmten Winkel hinausgelenkt werden, dadurch gekennzeichnet, daß das Innere der lenkbaren Räder bezüglich des Wendekreises einen maximalen Lenkwinkel (β1) hat, der die folgende Gleichung erfüllt:
sec β1 < K,
wobei K ein Beschleunigungsverhältnis der durchschnittlichen Umfangsgeschwindigkeit des rechten und linken lenkbaren Rades in der Beschleunigungsbetriebsart bezüglich zu der durchschnitt lichen Umfangsgeschwindigkeit des rechten und linken nicht lenkbaren Rades ist,
das Beschleunigungsverhältnis K ungefähr 2 beträgt, der maximale Lenkwinkel (β1) des Inneren der lenkbaren Räder innerhalb des Bereichs von 63 bis 65° liegt, und
daß der maximale Lenkwinkel (β1) geringfügig kleiner als ein theoretisch maximaler Lenkwinkel (β01) des inneren Rades ist.
2. Wendesteuervorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Äußere der lenkbaren Räder bezüglich des Wendekreises
einen maximalen Lenkwinkel (β2) hat, der die folgende Gleichung
erfüllt:
sec β2 < K,
wobei der mittlere Winkel (β0) der Lenkwinkel (β1, β2) in etwa die folgende Gleichung erfüllt:
sec β = K.
sec β2 < K,
wobei der mittlere Winkel (β0) der Lenkwinkel (β1, β2) in etwa die folgende Gleichung erfüllt:
sec β = K.
3. Wendesteuervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß K gleich 1,8 ist.
4. Wendesteuervorrichtung nach Anspruch 31
dadurch gekennzeichnet,
daß β1=65°, β2=55° und β=60° ist.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP2172871A JP2904877B2 (ja) | 1990-06-29 | 1990-06-29 | 四輪駆動車の旋回操作構造 |
| US08/076,264 US5383531A (en) | 1990-06-29 | 1993-06-11 | Turn control system for a four wheel drive vehicle |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4120936A1 DE4120936A1 (de) | 1992-01-09 |
| DE4120936C2 true DE4120936C2 (de) | 1998-07-16 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4120936A Expired - Lifetime DE4120936C2 (de) | 1990-06-29 | 1991-06-25 | Wendesteuervorrichtung für ein vierradangetriebenes Fahrzeug |
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| JP (1) | JP2904877B2 (de) |
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| FR (1) | FR2663886B1 (de) |
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