DE4120894C2 - Einzelradaufhängung für ein einzelnes hinteres Rad eines Kraftfahrzeugs - Google Patents
Einzelradaufhängung für ein einzelnes hinteres Rad eines KraftfahrzeugsInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Radaufhängung nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bei einer bekannten derartigen Radaufhängung
(DE 37 14 686 C1) wird die untere Radführung aus einem
Längslenker und zwei Querlenkern gebildet, wenn auch der
hintere Querlenker als Spurstange bezeichnet ist. Er ist
jedoch an der Karosserie gelagert und übt die Funktion
eines stabförmigen Querlenkers aus. Um einen guten Freigang
für die Tragfeder und günstige Feder- und Dämpfer-
Übersetzungsverhältnisse zu erhalten, ist der Längslenker
über seine Gelenkverbindung mit dem vorderen stabförmigen
Querlenker hinaus nach hinten verlängert und stützt an
der so gebildeten Verlängerung die Tragfeder, ggf. auch
einen Stoßdämpfer, ab. Es ist auch darauf hingewiesen,
daß mit der Radaufhängung ein gezieltes elastokinematisches
Verhalten beim Bremsen und Antreiben erreichbar
ist. Nachteilig bei der vorbekannten Bauart ist es jedoch
noch, daß aufbauseitig drei Anlenkstellen erforderlich
sind. Dies erhöht nicht nur den Bauaufwand, sondern auch
den Montageaufwand für die Radaufhängung.
Bei weiteren bekannten Radaufhängungen ähnlich der vorausgesetzten
Bauart ist außer dem Querlenker auch der
Längslenker direkt an dem Radträger angelenkt. Bei einer
Radaufhängung nach der DE 34 03 464 C2 ist der Längslenker
auf breiter Lagerbasis so mit dem Radträger verbunden,
daß sich bei lediglich zwei aufbauseitigen Anlenkungen
eine in Draufsicht schräg nach vorne-außen gerichtete
Drehachse ergibt. Außer den beiden erwähnten Lagern des
Längslenkers ist auf relativ eng begrenztem Raum auch
noch ein Gelenk für den Querlenker an dem Radträger vorgesehen,
was nicht nur einen gewissen Kostenaufwand verursacht
sondern auch Raumprobleme aufwirft.
Eine andere vorbekannte Radaufhängung (DE 33 06 432 C2)
umfaßt einen breitbasig am Radträger angelenkten Querlenker
und ebenfalls einen Längslenker als untere Radführung,
der über ein weiteres Gelenk mit dem Radträger verbunden
ist. Bei elastischer Längsfederung schwingt der
Querlenker um sein aufbauseitiges Lager und nimmt dabei
den Radträger mit, wodurch eine unerwünschte Vorspuränderung
auftritt. Weil darüber hinaus der Längslenker am
Reifen vorbeigehen muß, übt er wegen des dadurch erforderlichen
horizontalen Abstandes von der Radmittelebene
ein großes Störmoment aus.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Radaufhän
gung der eingangs genannten Art zu schaffen, die keine
unerwünschten elastischen Vorspuränderungen beim Bremsen
und Antreiben verursacht und ferner mit möglichst wenigen
radträgerseitigen Gelenken und aufbauseitigen Anlenkungen
auskommt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Weitere vorteilhafte Einzelheiten der Erfindung sind Ge
genstand der Unteransprüche.
Bei richtiger Lage des Spurlenkers kann man erreichen,
daß über diesen Spurlenker bei Seitenkraft auf den Längs
lenker ein Moment in der Weise ausgeübt wird, daß der
Längslenker an seiner vorderen elastischen Anlenkung so
weit nach innen gedrückt wird, daß zusammen mit dem Ein
fluß des elastisch etwas nach innen ausweichenden Quer
lenkers für das Rad elastische Lenkwinkel vermieden wer
den. Es kann auch ein untersteuerndes Vorspurverhalten
erreicht werden. Die aus Komfortgründen relativ hohe
Weichheit des aufbauseitigen Längslenkerlagers läßt sich,
wie weiter unten noch beschrieben werden wird, dazu nut
zen, z. B. beim Bremsen, über den Spurlenker dem Radträ
ger eine kleine Lenkbewegung in Richtung Vorspur gegen
über dem Längslenker aufzuprägen. Trotz der erläuterten
erreichbaren Effekte sind für die neue Radaufhängung nur
zwei aufbauseitige Lager je Achsseite erforderlich.
Die Erfindung und weitere vorteilhafte Wirkungen der Er
findung sind im folgenden anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es
zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht auf eine erfin
dungsgemäße Radaufhängung und
Fig. 2 eine Draufsicht auf die untere Radführung der
in Fig. 1 dargestellten Radaufhängung.
In Fig. 1 der Zeichnung ist das linke hintere Rad 1 dar
gestellt, das auf einem Radträger 2 gelagert ist. Die un
tere Radführung, über die der Radträger 2 mit dem nicht
näher dargestellten Fahrzeugaufbau verbunden ist, wird im
wesentlichen durch einen Querlenker 3 und einen Längslen
ker 4 gebildet. Diese beiden Lenker können entweder di
rekt am Fahrzeugaufbau oder auch an einem Hilfsrahmen
oder ähnlichem angelenkt sein.
Die obere Radführung wird bei dem dargestellten Ausfüh
rungsbeispiel durch ein fest mit dem Radträger 2 verbun
denes Federbein 5 gebildet, das mit seinem oberen An
griffspunkt 6 an der Karosserie des Fahrzeugs abgestützt
ist. Die obere Radführung könnte aber auch durch ein rei
nes Dämpferbein oder einen oberen Dreieckslenker gebildet
werden. Der Dreieckslenker würde dann beispielsweise mit
einem äußeren Kugelgelenk am Radträger angreifen.
Der im wesentlichen stabförmige Querlenker 3 ist über das
Gelenk 7 an seinem äußeren Ende mit dem Radträger 2 ver
bunden. Über ein weiteres Gelenk 8 ist der Querlenker 3
darüber hinaus mit dem Längslenker 4 verbunden. Der
Längslenker 4 ist bei dem dargestellten Ausführungsbei
spiel über das Gelenk 8 hinaus nach hinten verlängert. An
dieser Verlängerung ist in einem gewissen Längsabstand
zum Querlenker 4 ein zumindest annähernd quer verlaufen
der Spurlenker 9 angelenkt, der von dem Längslenker 4
nach außen gerichtet ist und mit seinem äußeren Ende ge
lenkig mit dem Radträger 2 verbunden ist.
Wie in Fig. 2 angedeutet, schneiden sich die Verlängerun
gen 10 bzw. 11 der Lenkerachsen des Querlenkers 3 und des
Spurlenkers 9 in Draufsicht in einem Punkt P, der außer
halb der Radmittelebene liegt. Ferner schneidet die Ver
bindungslinie 12 zwischen dem Angriffspunkt 6 der oberen
Radführung und dem Gelenk 7 zwischen Querlenker 3 und
Radträger 2 die Fahrbahn in einem Punkt D, der hinter dem
Angriffspunkt der Radseitenkraft liegt. Hierzu ist der
Punkt D um ein Maß a gegenüber dem Radaufstandspunkt A
nach hinten versetzt, das größer ist als der
"Reifennachlauf".
Das Gummilager 13, über das der Längslenker 4 mit seinem
vorderen Ende am Fahrzeugaufbau oder einem Hilfsrahmen
angelenkt ist, ist in bekannter Weise in Draufsicht
schräg so angestellt, daß die axiale Federungsrichtung,
in der ein solches Lager im Vergleich zur radialen Rich
tung in der Regel weicher ist, von vorn-außen nach hin
ten-innen weist.
Die beschriebene Radaufhängung hat zunächst gegenüber den
bekannten Radaufhängungen der eingangs genannten Art den
Vorteil, daß am Radträger 2 und aufbauseitig je nur zwei
Lagerpunkte nötig sind. Ferner erfolgt die Längskraftab
stützung des Radträgers 2 am äußeren Gelenk 7 des Quer
lenkers 3, das viel näher an der Radmittelebene liegt,
als der Längslenker 4. Dadurch können die Störmomente
beim Bremsen und beim Antrieb spürbar reduziert werden.
Eine auf das Rad einwirkende Seitenkraft drückt auf den
Querlenker 3 und schiebt diesen elastisch etwas zur Fahr
zeugmitte hin. Der Längslenker 4 würde normalerweise um
sein vorderes Gummilager 13 schwenken und damit das Rad 1
in unerwünschter Weise in Nachspur gehen. Da aber der
Punkt D um mehr als den Reifennachlauf hinter dem Radauf
standspunkt A liegt, wird infolge der Seitenkraft auf den
Spurlenker 9 eine Zugkraft ausgeübt. Dies führt wiederum
dazu, daß auch das vordere Gummilager 13 des Längslenkers
4 nach innen belastet wird. Bei richtiger Wahl der Hebel
verhältnisse und der Federraten der Lager können auf
diese Weise elastische Lenkwinkel unter dem Einfluß von
Seitenkraft vermieden werden.
Eine Längskraft, beispielsweise eine Bremskraft, wirkt
auf das radträgerseitige Gelenk 7 des Querlenkers 3 und
zieht damit am Längslenker 4. Wenn das Gelenk 7 nicht in
der Radmittelebene liegt, ergibt sich ein Störmoment, das
auf den Spurlenker 9 eine Druckkraft ausübt und damit das
vordere Gummilager 13 des Längslenkers 4 nach außen bela
sten würde, wobei das Rad 1 in Nachspur ginge. Aus Kom
fortgründen zum Erhalt einer guten Längsfederung ist das
vordere Gummilager 13 des Längslenkers 4 in Längsrichtung
des Fahrzeugs relativ nachgiebig. Eine Bremskraft bewirkt
damit auch eine Verschiebung des Längslenkers 4 nach hin
ten. Infolge der Pfeilung der Achsen des Querlenkers 3
und des Spurlenkers 9, die zu einem Pol P auf der fahr
zeugäußeren Seite des Rades 1 führt, schwenkt dabei das
Rad 1 um den Pol P in Richtung Vorspur und bei richtiger
Wahl der Pfeilung gelingt es, einen resultierenden Lenk
winkel gleich Null zu bekommen. Die schon erwähnte
Schrägstellung des aufbauseitigen Gummilagers 13 des
Längslenkers 4 kann zusätzlich zu der eben beschriebenen
Längsverschiebung des Längslenkers 4 auch eine Verschie
bung des vorderen Endes dieses Längslenkers 4 nach innen
bewirken und so den korrigierenden Lenkeffekt noch ergän
zen.
Claims (5)
1. Radaufhängung für ein einzelnes hinteres Rad eines
Kraftfahrzeugs, mit einem das Rad lagernden Radträger,
der über eine obere und eine untere Radführung mit
dem Fahrzeugaufbau oder dergleichen verbunden ist,
von denen die untere Radführung durch mindestens
einen im wesentlichen quer verlaufenden, mit seinem
äußeren Ende am Radträger angelenkten Querlenker und
einem im wesentlichen in Fahrtrichtung nach vorne
gerichteten Längslenker gebildet ist, die gelenkig
miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet,
daß an dem Längslenker (4) in einem Längsabstand zum
Querlenker (3) ein im wesentlichen quer verlaufender
Spurlenker (9) angelenkt ist, der an seinem äußeren
Ende gelenkig mit dem Radträger (2) verbunden ist.
2. Radaufhängung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß der Längslenker (4) über das ihn mit dem
Querlenker (3) verbindende Gelenk (8) nach hinten
verlängert ist und der Spurlenker (9) hinter dem
Querlenker (3) liegt.
3. Radaufhängung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Verlängerungen der Lenkerach
sen des Querlenkers (3) und des Spurlenkers (9) sich
in Draufsicht in einem Punkt (P) schneiden, der
außerhalb der Radmittelebene liegt.
4. Radaufhängung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Verbindungslinie (12) zwischen dem An
griffspunkt (6) der oberen Radführung am Radträger
und dem Gelenk (7) zwischen Querlenker (3) und Rad
träger (2) die Fahrbahn in einem Punkt (D) schnei
det, der hinter dem Angriffspunkt der Reifenseiten
kraft liegt.
5. Radaufhängung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß der Längslenker (4) aufbauseitig über ein
Gummilager (13) angelenkt ist, dessen axiale Fede
rungsrichtung von vorn-außen nach hinten-innen
weist.
Priority Applications (1)
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| DE4120894A DE4120894C2 (de) | 1991-06-25 | 1991-06-25 | Einzelradaufhängung für ein einzelnes hinteres Rad eines Kraftfahrzeugs |
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1991
- 1991-06-25 DE DE4120894A patent/DE4120894C2/de not_active Expired - Fee Related
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