DE412002C - Verfahren zum Stimmen von Musikinstrumenten - Google Patents

Verfahren zum Stimmen von Musikinstrumenten

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DE412002C
DE412002C DEK89731D DEK0089731D DE412002C DE 412002 C DE412002 C DE 412002C DE K89731 D DEK89731 D DE K89731D DE K0089731 D DEK0089731 D DE K0089731D DE 412002 C DE412002 C DE 412002C
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    • GPHYSICS
    • G10MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
    • G10CPIANOS, HARPSICHORDS, SPINETS OR SIMILAR STRINGED MUSICAL INSTRUMENTS WITH ONE OR MORE KEYBOARDS
    • G10C3/00Details or accessories
    • G10C3/10Tuning pins; Tensioning devices

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Acoustics & Sound (AREA)
  • Multimedia (AREA)
  • Electrophonic Musical Instruments (AREA)

Description

  • Verfahren zum Stimmen von Musikinstrumenten. Gegenstand der Erfindung bildet ein Stimmverfahren und ist dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb der Oktaven den i2 Tasten zugeordnete Tonpaare, also 24 Töne nach reinen Intervallen so gestimmt werden, daß sich die i2 Paartöne je um das Komma 81 unterscheiden. Diese beiden Töne, zusammen angeschlagen, verschmelzen sich mit weichem Vibrieren (Schwebungen) zu einem und bilden so einen neuen musikalischen Effekt (eine reine vox celeste). Es wird bemerkt, daß mit dem neuen Stimmverfahren dasjenige objektiv gebracht wird, was der Musiker subjektiv anstrebt; denn bei allen Musikinstrumenten mit doppelter Besaitung, wozu auch das Klavier gehört, schwebt schon der primäre Ton, d. h. beide Saiten geben Schwebungen, und keinem Musiker oder Klavierstimmer wird es j e in den Sinn kommen, beide Saiten genau in Einklang zu bringen, auch würde jeder Hörer diese Schwebungen subjektiv vermissen.
  • Bei dem neuen Stimmverfahren wird nun ganz objektiv verfahren, so daß jede der beiden Saiten, Zungen oder Pfeifen für sich allein nach speziellen Regeln wie folgt eingestimmt wird.
  • Zuerst - stimmt man eine reine Sieben-Quinten-Reihe von F bis Fis und von F die reine Unterterz Des, welche mit der siebenten Quinte Fis die achte Quinte bildet, die aber um ein i2tel des pythagoräischen Kommas zu klein ist, und nun muß diese kleine Differenz auf die sieben oder acht Ouinten verteilt werden. Die Reinheit wird dadurch nicht gestört; denn ein 96te1 Komma wird von unserem Ohr nicht mehr wahrgenommen. Die übrigen Töne werden dann als reine Unter- und Oberterzen der sieben Quinten gestimmt, was 24 Töne in drei Quintenreihen ergibt: i. Beispiel.
  • Schisma - d3-A2-E-H-Fis-Cis-Gis-Dis-Ais (b) F-C-G-D 1-A i-E-H-F.s (ges) Des-As-Es-B-F-C G D2 - Schisma.
  • Hierzu wird noch bemerkt, daß man beim Terzenstimmen die sich bildenden Quinten kontrolliert und schließlich den ganzen Akkord auf seine Reinheit prüft.
  • Zur exakten Ausführung der Stimmung kann die Stimmvorrichtung mit nur vier Umstimmungspedalen nach Patent 40292,2 verwendet werden, welche gleichzeitig als Transponiervorrichtung benutzt werden kann and die auch ein Musizieren in reiner Stimmung, ohne vox celeste, ermöglicht. Hierbei spielt zur Zeit natürlich immer nur eine Zungenreihe bzw. 12 Töne der Oktave, die je nach Bedarf mit denen der andern Reihe akkordweise ausgewechselt werden können, so daß alle Tonarten im Quintenzirkel von C bis His rein zur Verfügung stehen.
  • Im wesentlichen handelt es sich aber nicht darum, eine reine Stimmung im alten Sinne herzustellen, eine solche wäre achromatisch und wird auch von unserem Ohr gar nicht verlangt, sondern dieses Instrument soll vielmehr bei praktischer Musikausführung mit vox celeste gespielt werden, wobei die Stimmvorrichtung gänzlich ausgeschaltet ist, so daß man freie Bewegung durch das gesamte Tongebiet, wie bei der temperierten Stimmung, hat.
  • Die falsche Quinte d2-a2 fällt in diesem System nicht so sehr auf, d. h. beim Spielen mit vox celeste wird sie durch die absolut reine Quinte dl-al verdeckt, kann aber auch durch schismatische Verwechslung von d2 mit d3, welches als Ouinte von a2 gestimmt wird, ganz beseitigt werden. Zu diesem Zweck muß natürlich eine besondere Saite, Zunge oder Pfeife vorgesehen sein.
  • Zum Stimmen von Saiteninstrumenten, beispielsweise Klavieren, kann dieses Verfahren in der Weise vereinfacht werden, daß man bei paarweiser Besaitung eine Saite oder bei doppelter Besaitung zwei Saiten um ein 8itel ihrer schwingenden Länge mechanisch verkürzt und die Saitenpaare genau im Einklang zu i2 Tönen in den Oktaven wie folgt stimmt: z. Beispiel. Schisma - d'-A-E-H-Fis (ges) Des-As-Es-B-F-C-G-D2 - Schisma. Hier beginnt man mit DZ und stimmt sieben Quinten nach links bis Des, dann von D2 die Oberterz Fis (ges), welche mit Des die B. Ouinte bildet und verteilt ebenfalls, wie im i. Beispiel, die Differenz ( Komma auf diese acht Quinten; alsdann werden die Oberterzen A, E, H gestimmt, womit 12 Töne gestimmt sind. Gibt man nun den gekürzten Saiten ihre ursprüngliche Länge wieder, so differieren sie mit den andern um das K omins und geben so die 24 Töne im paarweisen Verhältnis

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren. zum Stimmen von Musikinstrumenten mit Paartönen, dadurch gekennzeichnet, daß in den Oktaven die den 12 Tasten paarweise zugeordneten 24 Töne nach reinen Intervallen so eingestimmt werden, daß sich die Paartöne je um das Komma unterscheiden und so eine reine vox celeste bilden, wobei der Ton D als Schisma-Ton vorgesehen ist.
DEK89731D 1924-01-26 1924-01-26 Verfahren zum Stimmen von Musikinstrumenten Expired DE412002C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2467455A1 (fr) * 1979-10-12 1981-04-17 Nirouet Guy Selecteur d'accords applique au clavecin

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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