DE4115468A1 - Amidinophenylalaninderivate, verfahren zu deren herstellung, deren verwendung und diese enthaltende mittel als antikoagulantien - Google Patents
Amidinophenylalaninderivate, verfahren zu deren herstellung, deren verwendung und diese enthaltende mittel als antikoagulantienInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Amidinophenylalaninderivate,
die Synthese dieser Verbindungen, deren Verwendung
sowie pharmazeutische Mittel, die diese Verbindungen
enthalten.
Bekanntlich führen eine Reihe von pathophysiologischen
Bedingungen zu einem Verbrauch von Antithrombin III (AT
III), dem wichtigsten Thrombininhibitor im Plasma. Ein
Abfall von AT III führt zu einem erhöhten Thromboseri
siko, wie man u. a. auch von Fällen mit angeborenem
Mangel an AT III weiß. Ein Abfall auf Werte unterhalb
75% der Norm hat thromboembolische Komplikationen zur
Folge. Diese Komplikationen treten häufig in Form einer
disseminierten intravasalen Gerinnung nach Operationen
und bei Schockzuständen auf. In vielen Fällen treten
dabei lebensbedrohliche Blutgerinnsel auf. Zur Therapie
und Prophylaxe thrombotischer Erkrankungen werden bisher
in der Medizin Antikoagulantien mit unterschiedlicher
Wirkungsweise eingesetzt. Zur akuten Bekämpfung eines
Thromboserisikos werden Substanzen wie AT III, Heparin
und neuerdings auch Hirudin eingesetzt. Langzeitpro
phylaxen werden mit Cumarin- und Indandionderivaten
ausgeführt. Die aufgeführten Antikoagulantien sind
jedoch mit z. T. erheblichen Nachteilen behaftet.
Heparin beispielsweise kann aufgrund seiner Polysac
charidstruktur nur parenteral appliziert werden und
seine Wirkung ist auch auf einen funktionsfähigen
Antithrombin III-Spiegel angewiesen. Cumarine wirken
direkt der Proteinbiosynthese entgegen, indem die
Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und
X nicht mehr ausreichend zur Verfügung gestellt werden
können und somit das Gerinnungspotential reduziert wird.
Daraus ergibt sich eine zeitliche Verzögerung der
Wirksamkeit. Als bekannte Nebenwirkungen gelten hämor
rhagische Hautnekrosen, Nausea und Haarausfall.
Demgegenüber haben niedermolekulare Thrombininhibitoren
den Vorteil, daß sie kofaktorenunabhängig direkt auf
Thrombin einwirken, indem sie direkt an das aktive
Zentrum binden und damit das Enzym gleichsam verschlie
ßen. Aufgrund ihrer chemischen Struktur können diese
Substanzen potentiell oral appliziert werden.
Besondere Bekanntheit haben Aminosäurederivate auf
Argininbasis und Amidinophenylalaninbasis erlangt. Zur
ersten Gruppe zählen Verbindungen wie D-Phenylalanyl-
L-prolyl-argininaldehyd und (2R, 4R)-4-Methyl-1-(N2-
(3-methyl-1,2,3,4-tetrahydro-8-chinolinsulfonyl)-L-
arginyl)-2-piperidincarbonsäure monohydrat ("MD 805").
MD 805 ist ein kompetitiver spezifischer Thrombininhibi
tor, der auch therapeutisch eingesetzt wird. Ein
weiteres bekanntes Amidinophenylalaninderivat ist das
beta-Naphthylsulfonyl-glycyl-R,S-4-amidinophenylalanyl
piperidid (NAPAP). In EP 02 36 163 und in EP 02 36 164
sind Derivate des NAPAPs beschrieben. Dabei wurde Glycin
(NH2-CH2-COOH) durch eine andere Aminosäure der Struktur
(NH2-CHR1-COOH), worin R1 eine niedere Alkylgruppe, eine
niedere Hydroxyalkylgruppe, eine Phenylgruppe oder eine
4-Hydroxyphenylgruppe ist, ersetzt. Das 4-Amidinophe
nylalanin (Aph) kann zu N-Methyl-Aph methyliert sein.
Außerdem wurden für NAPAP verschiedene Derivatisierungen
am Arylsulfonyl, "Brücken"-Glycin und am Piperidinring
beschrieben. Am geeignetsten sind demnach alpha- oder
beta-Naphthyl-sulfonylgruppen am N-Terminus, wogegen
Heteroaryl-sulfonyl-gruppen wie 8-Chinolinsulfonyl um
Zehnerpotenzen schlechter sind. Ein weiterer Nachteil
dieser Verbindungen, der besonders die NAPAP-Strukturen
betrifft, liegt in deren geringer Verträglichkeit, dem
ungünstigen pharmakokinetischen Verhalten sowie zum Teil
einer zu geringen Spezifität, wobei eine zu hohe Anti
trypsinwirksamkeit besonders zu erwähnen ist. Einer
oralen Anwendung von Substanzen, die para-Amidinophenyl
alanin enthalten, steht die Tatsache entgegen, daß die
Stabilität gegen Darmenzyme und Leberenzyme nicht
optimal ist, so daß die Substanzen im Darm und in der
Leber zu schnell metabolisiert werden. Durch Ersatz des
Piperidins in NAPAP durch ein Prolin kann eine ver
besserte Verträglichkeit und eine günstigere Pharmako
kinetik erreicht werden. Ein ganz entscheidender Nach
teil der Prolinverbindung ist allerdings ein uner
wünschter Wirkungsverlust bezüglich der Thrombininhi
bition um den Faktor 100 gegenüber NAPAP. Darüberhinaus
gibt es bis heute keine Möglichkeit, die Spezifität
dieser Verbindungen gegenüber Thrombin und Trypsin durch
Einführung von Substituenten signifikant zu verbessern.
Aufgabe der Erfindung war es deshalb, neue Verbindungen
auf Basis von Amidinophenylalanin bereitzustellen, die
den bekannten Verbindungen aufgrund ihrer antithrombo
tischen Wirksamkeit überlegen sind, eine hohe enzyma
tische Resistenz, eine verbesserte Verträglichkeit, eine
verbesserte Spezifität und eine verbesserte Pharma
kokinetik aufweisen.
Gegenstand dieser Erfindung sind demnach Verbindungen
der Formel I
worin
R′ ein in der alpha- oder beta-Position gebundener Naphthalinring ist, der gegebenenfalls mit Alkyl gruppen, die aus bis zu 3 C-Atomen bestehen, und/oder Alkoxygruppen mit jeweils bis zu 3 C-Atomen, deri vatisiert ist, oder ein in der alpha- oder beta- Position gebundener Tetralinring oder Indanring ist, der gegebenenfalls mit Alkylgruppen, die aus bis zu 3 C-Atomen bestehen, und/oder auch Alkoxygruppen mit jeweils bis zu 3 C-Atomen, derivatisiert ist, oder ein Phenylring ist, der gegebenenfalls mit Alkylgruppen, die aus bis zu 4 C-Atomen bestehen, und/oder mit bis zu drei Gruppen der Struktur O-X, in der O Sauerstoff, und X Wasserstoff, Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl oder tert.-Butyl ist, und/oder mit einer Gruppe der Struktur -COOY, in der Y Wasserstoff, Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl, tert.-Butyl, i-Butyl, i-Pentyl oder neo-Pentyl ist, derivatisiert ist, oder ein Chromansystem ist, das vorzugsweise mit bis zu 5 Alkylgruppen, die aus bis zu 3 C-Atomen beste hen, derivatisiert ist,
R1 eine Gruppe der Struktur A-B ist, worin A bis zu 4 C-Atome enthält und B eine Säurefunktion ist, ausge wählt aus der Gruppe Carboxylfunktion, Sulfon säurefunktion oder Phosphorsäurefunktion, die gege benenfalls verestert oder als Amid vorliegen können, wobei die Ester Alkohole mit bis zu 17 C-Atome enthalten,
R2 und R3 gleich oder verschieden sein können und eine Alkylgruppe mit bis zu 4 C-Atomen sind oder zusammen einen Ring bilden, der mit einer Hydroxylgruppe oder einer Hydroxyalkylgruppe mit bis zu 3 C-Atomen deri vatisiert sein kann und diese Hydroxylgruppe gege benenfalls verestert vorliegt, wobei die entspre chenden Säuren Carbonsäuren sind, die aus bis zu 17 C-Atomen aufgebaut sind, und in der das mit * gezeichnete C-Atom in der R oder S Struktur, vorzugsweise aber in der R-Struktur vorliegt.
R′ ein in der alpha- oder beta-Position gebundener Naphthalinring ist, der gegebenenfalls mit Alkyl gruppen, die aus bis zu 3 C-Atomen bestehen, und/oder Alkoxygruppen mit jeweils bis zu 3 C-Atomen, deri vatisiert ist, oder ein in der alpha- oder beta- Position gebundener Tetralinring oder Indanring ist, der gegebenenfalls mit Alkylgruppen, die aus bis zu 3 C-Atomen bestehen, und/oder auch Alkoxygruppen mit jeweils bis zu 3 C-Atomen, derivatisiert ist, oder ein Phenylring ist, der gegebenenfalls mit Alkylgruppen, die aus bis zu 4 C-Atomen bestehen, und/oder mit bis zu drei Gruppen der Struktur O-X, in der O Sauerstoff, und X Wasserstoff, Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl oder tert.-Butyl ist, und/oder mit einer Gruppe der Struktur -COOY, in der Y Wasserstoff, Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl, tert.-Butyl, i-Butyl, i-Pentyl oder neo-Pentyl ist, derivatisiert ist, oder ein Chromansystem ist, das vorzugsweise mit bis zu 5 Alkylgruppen, die aus bis zu 3 C-Atomen beste hen, derivatisiert ist,
R1 eine Gruppe der Struktur A-B ist, worin A bis zu 4 C-Atome enthält und B eine Säurefunktion ist, ausge wählt aus der Gruppe Carboxylfunktion, Sulfon säurefunktion oder Phosphorsäurefunktion, die gege benenfalls verestert oder als Amid vorliegen können, wobei die Ester Alkohole mit bis zu 17 C-Atome enthalten,
R2 und R3 gleich oder verschieden sein können und eine Alkylgruppe mit bis zu 4 C-Atomen sind oder zusammen einen Ring bilden, der mit einer Hydroxylgruppe oder einer Hydroxyalkylgruppe mit bis zu 3 C-Atomen deri vatisiert sein kann und diese Hydroxylgruppe gege benenfalls verestert vorliegt, wobei die entspre chenden Säuren Carbonsäuren sind, die aus bis zu 17 C-Atomen aufgebaut sind, und in der das mit * gezeichnete C-Atom in der R oder S Struktur, vorzugsweise aber in der R-Struktur vorliegt.
Die neuartigen Verbindungen sind dadurch gekennzeichnet,
daß die Aminosäure R1 in Formel I eine saure Aminosäure
darstellt. Saure Aminosäuren sind beispielsweise die in
Proteinen vorkommenden Aminosäuren Glutaminsäure und
Asparaginsäure oder auch Cysteinsäure, jedoch auch
unnatürliche Aminosäuren wie die Aminoadipinsäure oder
3-Phosphonoalanin. Da diese Aminosäuren in Folge eines
unsymmetrisch substituierten C-Atoms als chirale Sub
stanzen vorliegen, zeigen die mit diesen Aminosäuren
hergestellten neuartigen Verbindungen auch eine unter
schiedliche Wirksamkeit, wobei überwiegend die ent
sprechenden Aminosäuren in der L-Form zu Endverbindungen
mit einer höheren Wirksamkeit führen.
Überraschenderweise sind die neuen Verbindungen hochpo
tente Thrombininhibitoren. überraschend ist auch, daß
die Stabilität gegenüber Darm- und Leberhomogenaten
sowie gegen Trypsin und Chymotrypsin durch den Einbau
saurer Aminosäuren gegenüber bekannten Verbindungen
entscheidend verbessert ist.
Überraschenderweise wurde auch gefunden, daß die Wirk
samkeit sowie die Spezifität der erfindungsgemäßen
Verbindungen durch die Gruppierungen R′ entscheidend
beeinflußt wurde. Die Verbindung mit R′ = β- Naphthyl
sulfonyl und R1 = Asp zeigte hinsichtlich der Thrombin-
und Trypsinhemmung eine sehr ähnliche Wirksamkeit, also
eine geringe Spezifität. Durch Einführung von Alkyl
gruppen und/oder Hydroxyalkylgruppen und/oder Hydroxy
gruppen und/oder Carboxylgruppen an dem Sulfonsäurerest
R′, zu denen vorzugsweise Gruppen mit bis zu 3 C-Atomen
zählen, besonders bevorzugt Methyl - und/oder Methoxy
gruppen, konnte eine bedeutende Spezifitätssteigerung
gegen Thrombin erreicht werden. Das bedeutet, daß durch
die Substitution mit einer oder mehrerer solcher Gruppen
Substanzeigenschaften bewerkstelligt wurden, die sich
insbesondere und überraschend in einer verstärkten
Thrombinhemmung zeigten, wobei gleichzeitig Trypsin
weniger gehemmt wurde.
Es können also die Substanzeigenschaften dieser als
Thrombininhibitoren interessanten Substanzklasse durch
die hier beschriebenen Derivatisierungsmuster in ent
scheidender Weise beeinflußt werden, die zu überlegenen
Verbindungen führen.
Von besonderer Wirksamkeit, wie anhand der Ki-Werte
erkennbar, sind die erfindungsgemäßen Strukturen auf
Basis von R′ = Phenyl und R1 = -CH2-COOH (d. h. L-Asp)
sowie der davon abgeleiteten Verbindungen, wobei R′
entweder Alkylgruppen, die aus bis zu 4 C-Atomen oder
auch Gruppen der Struktur O-X in der O = Sauerstoff,
und X = Wasserstoff, Methyl-, Ethyl-, n-Propyl, i-Pro
pyl- oder tert.-Butyl-, oder auch eine Gruppe der
Struktur -COOY in der Y = Wasserstoff, Methyl-,
Ethyl-, n-Propyl-, i- Propyl, tert.-Butyl-, i-Butyl-,
i-Pentyl- oder neo-Pentyl- trug.
Im näheren Sinne und ohne Beschränkung auf die nachfol
genden Beispiele, eignen sich als R′ bevorzugt die
folgenden Gruppen:
6,7-Dimethoxynaphthyl-(β-Dmn)
5-Methoxynaphthyl-(β-Mns)
2,2,5,7,8,-Pentamethylchroman-(Pmc)
5,6,7,8,-Tetrahydronaphthalin-(Thn)
5,6,7,8,-Tetramethylnaphthyl-(Tmn)
Phenyl-(Phl)
4-Methoxy-2,3,6-trimethylphenyl-(Mtr)
2,3,4 ,5,6-Pentamethylphenyl-(Pme)
4-Methoxy-2,3,5,6-tetramethylphenyl-(Mte)
4-Hydroxy-2,3,6-trimethylphenyl-(Htr)
4-Carboxyphenyl-(Cph).
5-Methoxynaphthyl-(β-Mns)
2,2,5,7,8,-Pentamethylchroman-(Pmc)
5,6,7,8,-Tetrahydronaphthalin-(Thn)
5,6,7,8,-Tetramethylnaphthyl-(Tmn)
Phenyl-(Phl)
4-Methoxy-2,3,6-trimethylphenyl-(Mtr)
2,3,4 ,5,6-Pentamethylphenyl-(Pme)
4-Methoxy-2,3,5,6-tetramethylphenyl-(Mte)
4-Hydroxy-2,3,6-trimethylphenyl-(Htr)
4-Carboxyphenyl-(Cph).
Überraschenderweise sind die erfindungsgemäßen Verbin
dungen auch durch eine verbesserte Verträglichkeit
gekennzeichnet und deshalb den Verbindungen nach dem
Stand der Technik überlegen. So zum Beispiel wurde für
die Verbindung β-Naphthylsulfonyl-L-Asp-D,L-Aph-Pip ein
LD50-Wert (Ratte, i.v.) von ca. 120 mg/kg bestimmt,
wogegen dieser Wert beim NAPAP bei etwa 20 mg/kg liegt.
Es wurde auch gefunden, daß eine weitere Carboxylgruppe
an der Gruppe R′ die Verträglichkeit der erfindungsge
mäßen Verbindungen weiter verbessert. Daß sich diese
Verbindungen neben der starken Antithrombinwirksamkeit,
Spezifität und günstigeren Verträglichkeit durch eine
verbesserte Stabilität gegen Enzyme auszeichnen, bei
spielsweise gegen Trypsin und Chymotrypsin sowie Leber-
und Darmhomogenaten, macht diese Substanzen zu einer
Klasse interessanter Antikoagulantien.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen können als
Antithrombotika in der Diagnose aber auch zur Therapie
eingesetzt werden, um die Bildung von Blutgerinnseln zu
verhindern.
Zum Gegenstand der Erfindung gehört auch die Bereit
stellung von Derivaten dieser Substanzen, insbesondere
Esterverbindungen. Diese sind dadurch gekennzeichnet,
daß die Carboxygruppe an der Aminosäure R1 mit
aliphatischen Alkoholen mit bis zu 17 C- Atomen ver
estert ist. Solche Ester sind demnach abgeleitet von
Alkoholen wie Methyl- Ethyl-, Isopropyl-, n-Propyl,
n-Butyl-, iso-Butyl-, tert.-Butyl-, n-Pentyl-, iso-
Pentyl-, neo-Pentyl-, Octyl-, Decyl-, Dodecyl-, Hexa
decyl- oder Heptadecylalkohol. Durch die Derivatisierung
mit Alkoholen wird die Lipidlöslichkeit der erfindungs
gemäßen Substanzen verbessert, was sich in einer günsti
gen enteralen Aufnahmefähigkeit widerspiegelt.
Sind an den Resten R2 bzw. R3 Hydroxylfunktionen vor
handen, so können diese gegebenenfalls mit Carbonsäuren
verestert sein. Solche Carbonsäuren sind beispielsweise
Essigsäure, Bernsteinsäure, Pivalinsäure, Hexancarbon
säure, Oktancarbonsäure, Dekancarbonsäure, Dodekan
carbonsäure oder Hexadekancarbonsäure.
Da die Amidinofunktion auf Grund der basischen Wirkung
in der Regel als Salz vorliegt, können die erfindungsge
mäßen Thrombininhibitoren auch in unterschiedlichen
Salzformen vorkommen. Die Salzform hat dabei einen
wesentlichen Einfluß auf die Löslichkeit der Verbindun
gen sowie auf die Resorbierbarkeit im Falle
der therapeutischen Anwendung. Als Salzformen seien hier
genannt Formiate, Acetate, Caproate, Oleate oder Salze
von Carbonsäuren mit bis zu 16 C-Atomen, Chloride,
Bromide, Jodide, Alkansulfonate mit bis zu 10 C-Atomen,
Salze von Dicarbonsäure und Tricarbonsäuren, wie Citrate
oder Tartrate.
Bevorzugt sind besonders:
Eine Verbindung der Formel I, in der R′ β-Naphthyl, R1
-CH2-COOX mit X gleich Wasserstoff und R2 und R3
zusammen Piperidin sind.
Eine Verbindung der Formel I, in der R′ β-6,7-Dimethoxy
naphthyl-, R1 -CH2-COOX mit X gleich Wasserstoff und R2
und R3 zusammen Piperidin sind.
Eine Verbindung der Formel I, in der R′ β-Tetralin, R1
-CH2-COOX mit X gleich Wasserstoff und R2 und R3
zusammen Piperidin sind.
Eine Verbindung der Formel I, in der R′ 4-Methoxy-
2,3,5-trimethylphenyl-, R1 -CH2-COOX mit X gleich
Wasserstoff und R2 und R3 zusammen Piperidin sind.
Eine Verbindung der Formel I, in der R′ 4-
Carboxyphenyl-, R1 -CH2-COOX mit X gleich Wasserstoff
und R2 und R3 zusammen Piperidin sind.
Eine Verbindung der Formel I, in der R′ 4-
Hydroxy-2,3,6,-trimethylphenyl-, R1 -CH2-COOX mit X
gleich Wasserstoff und R2 und R3 zusammen Piperidin
sind.
Eine Verbindung der Formel I, in der R′
2,2,5,7,8,-Pentamethylchroman-, R1 -CH2-COOX mit X
gleich Wasserstoff und R2 und R3 zusammen Piperidin
sind.
Eine Verbindung der Formel I, dadurch gekennzeichnet,
daß X einen Alkoholrest darstellt, der bis zu 17 C-Atome
aufweist.
Eine Verbindung der Formel I, wobei R1 die Struktur
-(CH2)n-SO3H mit n = 1 bis 4 aufweist.
Eine Verbindung der Formel I, wobei Rl die Struktur
-(CH2)n-PO(OH)2 mit n = 1 bis 4 aufweist.
Eine Verbindung der Formel I, dadurch gekennzeichnet,
daß R2 und R3 zusammen 3-Hydroxymethylpiperidin ist.
Verbindung der Formel I, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hydroxyfunktion mit einer Carbonsäure verestert
ist, die bis zu 17 C-Atome enthält.
Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur
Herstellung einer Verbindung der Formel I in Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß eine geschützte saure
Aminosäure über die alpha-ständige Carboxylgruppe an die
alpha-Aminofunktion eines p-Cyanophenylalaninamidderi
vats gekoppelt wird, die N-alpha-Schutzgruppe entfernt
wird, ein Sulfonylchlorid an diese Stickstoffgruppe
gekoppelt wird, die Cyanogruppe in die Amidinofunktion
überführt wird und gegebenenfalls eine vorhandene
Schutzgruppe an der Drittfunktion der sauren Aminosäure
abgespalten wird.
Zum Einbau der sauren Aminosäuren, zu denen insbesondere
die Aminosäuren Asparaginsäure (Asp) oder Glutaminsäure
(Glu) zählen, muß auf die Verwendung geschützter Amino
säuren zurückgegriffen werden. Obligatorisch ist dabei
die Blockierung der N-alpha-Funktion mit einer Schutz
gruppe. Als Schutzgruppen dienen dabei bevorzugt Grup
pierungen vom Urethantyp wie tert.-Butyloxycarbonyl
(Boc), Benzyloxycarbonyl (Z bzw. Cbo), Biphenylisopro
pyloxycarbonyl (Bpoc), Dimethoxydimethylbenzyloxycarbo
nyl (Ddz) oder 9-Fluorenylmethyloxycarbonyl (Fmoc).
Besondere Beachtung muß dabei der Maskierung der Carb
oxylgruppe in der Seitenfunktion gewidmet werden.
Hierbei werden bevorzugt Ester eingesetzt, die je nach
Bedarf nach der Synthese abgespalten werden können. Ist
nach der Synthese eine Abspaltung der Seitengruppenmas
kierung beabsichtigt, wird vorzugsweise der tert.- Bu
tylester eingesetzt. Als N-alpha Schutzgruppe bewährte
sich z. B. die basisch abspaltbare Fmoc-Gruppe oder die
sehr säurelabile Bpoc- oder Ddz- Gruppe. Sollte die
Seitenfunktion in der sauren Aminofunktion in der
Endverbindung verestert bleiben, so wird vorzugsweise
der entsprechende N-alpha-Z geschützte Aminosäure alpha
tert.-Butylester mit dem gewünschten Alkohol verestert,
die Z-Gruppe hydrogenolytisch entfernt, das entspre
chende Sulfonylchlorid mit dem Aminosäurederivat umge
setzt, der tert.-Butylester acidolytisch abgespalten und
das isolierte Produkt an die Aminofunktion des
Cyanophenylalaninderivats gekoppelt. Generell erfolgt
die Herstellung der Sulfamidbindung nach Standardver
fahren, indem die entsprechenden Sulfonsäurechloride an
die Aminogruppe der sauren Aminosäure gekoppelt wird.
Die Herstellung von Verbindungen, die an R′ eine Phenol
gruppe enthalten erfolgt über die entsprechenden
geschützten Phenolether, besonders bevorzugt
tert.-Butylether, die nach überführung in die
Sulfonylchloride und Herstellung der Sulfamidbindung
acidolytisch abgespalten werden und somit die gewünsch
ten Endverbindungen liefern. Eine zweite Möglichkeit
besteht darin, zuerst die Sulfamidbindung zur sauren
Aminosäure herzustellen und diese daraufhin an das
para-Cyanophenylalaninderivat zu kondensieren. Zur Her
stellung der Arylsulfonylaminosäuren-tert.-butylester
bzw. Heteroarylsulfonyl-aminosäuren-tert.-butylester
wird das entsprechende Sulfonsäurechlorid und der
Aminosäure-tert-butylester-alpha-methylester in Dime
thylformamid unter Basenzusatz, beispielsweise N-
Methylmorpholin oder Diisopropylethylamin, umgesetzt.
Der Methylester wird mittels Lauge verseift und es
erfolgt die Ankopplung an das Aph- bzw. Cyanphenyl
alaninderivat mittels einer Carbodiimidreaktion. Die
erfindungsgemäßen Verbindungen mit einer Sulfonsäure
gruppe (B = SO3H), vorzugsweise mit Cysteinsulfonsäure,
konnten unter Verwendung von N-alpha geschützter
Cysteinsulfonsäure hergestellt werden. Hierzu wird an
den Stickstoff der Aminosäure die Boc-Gruppe gebunden
und diese Verbindung an das Cyanophenylalaninpiperidid
gekoppelt. Nach Abspaltung der Schutzgruppe wird das
gewünschte Sulfonsäurechlorid damit in Reaktion ge
bracht. Geeignet ist auch, die entsprechende
Cysteinverbindung mit freier Sulfhydrylfunktion herzu
stellen und diese dann mit einem Oxidationsmittel,
beispielsweise mit Perameisensäure, in die Sulfonsäure
zu überführen. Bevorzugt wird dabei Boc-Cys(SStBu) oder
Boc-Cys(Trt) benutzt. Die Oxidationsreaktionen werden
nach Abspaltung der Schwefelschutzgruppen ausgeführt.
Zur Bereitstellung der Amidinofunktion werden die p-
Cyanophenylalaninverbindungen in Pyridin und Trie
thylamin gelöst und mit Schwefelwasserstoff gesättigt.
Nach 2 bis 3 Tagen wird die Lösung in salzsaures Wasser
eingerührt und der Niederschlag isoliert. Nach
Methylierung mit einem Methylierungsmittel, vorzugsweise
Methyljodid und Umsetzung mit einem Ammoniumsalz wie
Ammoniumacetat in einem Alkohol, vorzugsweise Methanol,
wird das Peptidderivat mit Amidinofunktion erhalten.
Nach acidolytischer Behandlung mit Trifluoressigsäure
oder HCl in Essigsäure wird das gewünschte Endprodukt
erhalten. Die sich anschließende Gelpermeationschroma
tographie an ®Sephadex LH-20 in Methanol erbringt die
reine Substanz. Die Endverbindungen werden mittels NMR
und Massenspektrometrie auf Identität und mittels HPLC
und Dünnschichtchromatographie auf Reinheit geprüft. Zur
Überführung in die gewünschten Salzformen dient vorzugs
weise die Ionenaustauschchromatographie. Dabei wird die
entsprechende Verbindung an ein carboxymethyliertes
Ionenaustauscherharz, z.B CM-®Fractogel gebunden, und
mit der gewünschten Säure eluiert. Das Endprodukt wird
durch Lyophilisation in kristalliner Form gewonnen.
Weitere gewünschte Salzformen können aus den Acetat
salzen gewonnen werden.
Die erfindungsgemäßen Inhibitoren werden zur Beurteilung
ihrer Wirksamkeit nach verschiedenen Kriterien geprüft,
vorzugsweise sind dies die Bestimmung des Ki-Wertes, des
IC50-Wertes und der partiellen Thromboplastinzeit (PTT)
in vivo und in vitro. Zur Spezifitätsprüfung werden die
IC50-Werte gegen diverse Serinproteasen, insbesondere
Thrombin und Trypsin, ermittelt. Die Stabilität der
erfindungsgemäßen Substanzen wird bestimmt, indem eine
Substanzprobe mit einem Reinenzymen, bevorzugt Trypsin,
Chymotrypsin oder Papain oder mit Leber- oder Darm
homogenaten inkubiert wird und aus den Lösungen in
zeitlichen Abständen Proben entnommen werden, die
vorzugsweise mit HPLC gemessen werden. Damit läßt sich
zeigen, daß die beanspruchten Verbindungen gegenüber dem
Stand der Technik stabiler sind und weniger rasch
abgebaut werden. Bei den beanspruchten Verbindungen
handelt es sich um spezifische und hochaktive Throm
bininhibitoren mit einem beträchtlichen antithrombo
tischen Potential, das die bisher bekannten nieder
molekularen Inhibitoren übertrifft.
Gegenstand der Erfindung ist auch ein diagnostisches
oder therapeutisches Mittel enthaltend eine Verbindung
der Formel I.
Gegenstand der Erfindung ist außerdem die Verwendung
einer Verbindung der Formel I in einem Verfahren zur
Herstellung eines Diagnostikums oder eines Arzneimittels
mit antithrombotischer Wirkung.
| Abkürzungen: | |
| Aph | |
| Amidinophenylalanin | |
| NAPAP | β-Naphthylsulfonyl-glycyl-D,L-p-amidinophenylalanyl-piperidid |
| Asp | Asparaginsäure |
| Asn | Asparagin |
| Glu | Glutaminsäure |
| Cys(SO3H) | Cysteinsulfonsäure |
| β-Dmn | 6,7-Dimethoxynaphthyl |
| β-Mns | 5-Methoxynaphthyl |
| Pmc | 2,2,5,7,8-Pentamethylchroman |
| Thn | 5,6,7,8,-Tetrahydronaphthalin |
| Tmn | 5,6,7,8,-Tetramethylnaphthyl |
| Phl | Phenyl- |
| Mtr | 4-Methoxy-2,3,6-trimethylphenyl- |
| Tos | 4-Methylphenyl |
| Pme | 2,3,4,5,6-Pentamethylphenyl- |
| Mte | 4-Methoxy-2,3,5,6-tetramethylphenyl- |
| Htr | 4-Hydroxy-2,3,6-trimethylphenyl- |
| Cph | 4-Carboxyphenyl- |
| Z (Cbo) | Benzyloxycarbonyl- |
| Boc | tert.-Butyloxycarbonyl |
| Bpoc | Biphenylisopropyloxycarbonyl- |
| Ddz | Dimethoxydimethylbenzyloxycarbonyl |
| Fmoc | Fluorenylmethyloxycarbonyl |
| Pip | Piperidin |
| OtBu | tert.-Butylester |
| OMe | Methylester |
| OEt | Ethylester |
| OiBu | iso-Butylester (sec-Butylester) |
| OiPr | iso-Propylester |
| OnPe | neo-Pentylester |
| DC | Dünnschichtchromatographie |
| DCCI | Dicyclohexylcarbodiimid |
| DMF | Dimethylformamid |
| FAB-MS | Fast atom bombardment mass spectrometry |
| DIPEA | Diisopropylethylamin |
| HOBt | Hydroxybenzotriazol |
Die folgenden Beispiele beschreiben die Erfindung näher:
Beta-Naphthylsulfonyl-L-asparaginsäure-D-p-amidinopheny l-alanyl-piperidid
Beta-Naphthylsulfonyl-L-asparaginsäure-D-p-amidinopheny l-alanyl-piperidid
50 g (255 mMol) p-Cyanobenzylbromid, 55 g (255mMol)
Acetamidomalonsäurediethylester und 2 g Kaliumjodid
wurden in 250 ml abs. Dioxan zum Sieden erhitzt. Hierzu
wurden innerhalb von 3 Stunden eine frisch hergestellte
Lösung von 6 g (260 mMol) Natrium in Ethanol zugetropft.
Nach weiteren 3 Stunden Rückflußkochen wurde auf 80 Grad
abgekühlt und innerhalb von 3 Stunden 170 ml 3N Natron
lauge zugesetzt. Der Ansatz wurde 4 Stunden auf 95 Grad
erhitzt. Nach Abkühlung wird mit 6N HCl auf pH 1 einge
stellt und das Dioxan abgedampft. Ein eventuell ausge
fallener Niederschlag wurde abfiltriert. Es wurde mit
Natronlauge auf pH 9 eingestellt und 2 mal mit
Ethylacetat extrahiert. Die wäßrige Phase wurde noch
mals mit Salzsäure auf pH 1 eingestellt, wobei N-Acetyl
cyanophenylalanin auskristallisierte. Die Kristalle
wurde gesammelt, mehrmals mit Wasser gewaschen und im
Hochvakuum getrocknet. Ausbeute: 47 g (79,2% d.Th.)
Reinheitsprüfung: DC Rf= 0.5 (Chloroform 50/Methanol
10/Eisessig 2.5/Volumenanteile) 24 g dieses Produktes
wurden durch Zugabe von 3 N Natronlauge in 3 Liter
Wasser gelöst und der pH wurde auf 6-6,5 eingestellt.
Dazu wurden 500 mg Acylase zugesetzt und der Ansatz
wurde 4 Tage bei 37 Grad inkubiert. Hierauf wurde die
Lösung durch Ultrafiltration von der Acylase befreit und
anschließend auf ein Volumen von 1 Liter eingeengt. Nach
Einstellung auf pH 1 wurde mehrfach mit Ethylacetat
extrahiert. Die organische Phase wurde mit wenig konz.
Kochsalzlösung gewaschen, über Natriumsulfat getrocknet
und das Lösemittel eingedampft. Man erhielt 8.2 g N-Ace
tyl-D-cyanophenylalanin (68% d.Th.). Zu 8 g dieser
Verbindung wurden 22 ml Eisessig und 4,3 ml konz. Salz
säure mit 40 ml Wasser gegeben und 24 Stunden zum Sieden
erhitzt. Nach Abdampfen der Abspaltlösung und Nach
schleppen anhaftender Säurespuren mit Methanol wurde aus
Methanol/Diethylether umgefällt. Ausbeute: 6.6g (85%
d.Th.) 5 g D-Cyanophenylalaninhydrochlorid wurden in 14
ml Wasser unter Zugabe von 7.5 ml Diisopropylethylamin
gelöst. Dazu wurde eine Lösung von 6 g
tert.-Butyloxycarbonyl-oxyimino-2-phenylacetonitril in
17 ml Dioxan zugesetzt und über Nacht gerührt. Es wurden
40 ml Wasser und 50 ml Ethylacetat zugesetzt. Die
Wasserphase wurde abgetrennt und die organische Phase
nochmals mit 1M Kaliumhydrogencarbonat extrahiert. Die
vereinigten wäßrigen Phasen wurden nochmals mit 10 ml
Diethylether gewaschen und anschließend mit Salzsäure
auf pH 3 eingestellt. Es wurde 3 mal mit Ethylacetat
extrahiert, mit Natriumchloridlösung gewaschen und die
organische Phase wurde über Natriumsulfat getrocknet.
Nach Abdampfen des Lösemittels erhielt man 5.6 g (78%)
Boc-D-cyanophenylalanin. 3.25 g (10 mMol) Boc-D-cyano
phenylalanin, 1.49 g (11 mMol) HOBt und 2.42 g (12 mMol)
DCCI wurden in 50 ml DMF gelöst und 1 Stunden gerührt.
Es wurde 1 ml Piperidin zugesetzt und über Nacht ge
rührt. Ausgefallener Dicyclohexylharnstoff wurde abfil
triert, das DMF abdestilliert und der Rückstand in
Ethylacetat aufgenommen. Es wurde 3 mal mit
Kaliumhydrogencarbonat, 3 mal mit 1M Kaliumhydrogensul
fat und 3 mal mit ges. Kochsalzlösung gewaschen. Nach
Trocknung der organischen Phase mit Natriumsulfat und
Abdestillation des Lösemittels erhielt man 3.16 g (80%)
Boc-D-Cyanophenylalanyl-piperidid Reinheitskontrolle: DC
Rf = 0.27 (Chloroform).
3 g der Boc-geschützten Verbindung wurden in 50 ml 1.2 N
HCl in Eisessig gelöst und 30 min bei Raumtemperatur
gerührt. Das Abspaltreagens wurde im Vakuum abdestil
liert, mit Toluol nachgeschleppt und der Rückstand mit
wenig Diethylether verrieben. Die Kristalle wurden
gesammelt und im Vakuum getrocknet. Ausbeute: 2.2 g (90%
d.Th.).
2.88 g (7 mMol) Ddz-Asp(tBu), 1.04 g HOBt, 1.73 g DCCI
und 2.05 g (7 mMol) Cyano-phenylalanyl-piperidid Hydro
chlorid wurden in 50 ml DMF gelöst. Nach Zusatz von
2.4 ml (14 mMol) Diisopropylethylamin wurde 1 Tag im
Dunklen bei Raumtemperatur gerührt. Das Lösemittel wurde
im Vakuum abdestilliert, der Rückstand in Ethylacetat
aufgenommen und 3 mal mit 1M Kaliumhydrogensulfatlösung,
3 mal mit Kaliumhydrogencarbonatlösung und 2 mal mit
konz. Kochsalzlösung gewaschen. Die organische Phase
wurde über Natriumsulfat getrocknet und das Lösemittel
abgedampft. Der Rückstand wurde mit Diisopropylether
verrührt, die Kristalle gesammelt und getrocknet. Man
erhielt 3.86 g (85% d.Th.) Ddz-Asp(tBu)-D-cyano-phenyl
alanyl-piperidid.
3.25 (5 mMol) Ddz-Asp(tBu)-D-cyanophenylalanyl-piperidid
wurden in 200 ml 5%iger Trifluoressigsäure in
Dichlormethan gelöst und 30 min bei Raumtemperatur
gerührt. Der Ansatz wurde auf 2 M Natriumhy
drogencarbonatlösung gegossen, die organische Phase
zweimal mit Natriumhydrogencarbonatlösung und einmal mit
konz. Kochsalzlösung gewaschen. Nach Trocknung über
Natriumsulfat wurde das Lösemittel abgedampft und der
ölige Rückstand wurde dreimal mit Diisopropylether
extrahiert. Der ölige Rückstand wurde unter Zugabe von
1.71 ml (10 mmol) DIPEA in Dichlormethan gelöst, wozu
unter Rühren 1.13 g (5 mmol) β-Naphthylsulfonylchlorid
gegeben wurde. Der Ansatz wurde über Nacht bei
Raumtemperatur gerührt und anschließend wurde die
organische Phase je 3 mal mit NaHCO3-Lösung,
Kaliumhydrogensulfatlösung und Natriumchloridlösung
gewaschen. Nach Trocknung der organischen Phase über
Natriumsulfat wurde das Lösemittel abdestilliert und die
erhaltene Substanz wurde ohne Reinigung zur weiteren
Umsetzung benutzt.
Die in 4. erhaltene Verbindung wurden in 30 ml trockenem
Pyridin gelöst und nach Zugabe von 1 ml Triethylamin
wurde 3 Stunden lang Schwefelwasserstoffgas eingeleitet.
Nach dreitägigem Stehenlassen bei Raumtemperatur wurde
auf eine Mischung aus 100 g Eis und 50 ml konz. Salz
säure gegossen. Der Niederschlag wurde abgesaugt und mit
Wasser gewaschen. Das Thioamid wurde nach Trocknung in
50 ml Aceton aufgenommen und mit 1.5 ml Methyljodid
versetzt. Es wurde 30 Minuten am Rückfluß gekocht. Nach
Abkühlen wurde mit Diethylether gefällt. Der Nieder
schlag wurde in Dichlormethan gelöst und zweimal mit
Wasser gewaschen. Nach Trocknung der organischen Phase
über Natriumsulfat und Entfernung des Lösemittels wurde
der Rückstand in 30 ml trockenem Methanol aufgenommen
und 200 mg Ammoniumacetat zugegeben. Es wurde 3 Stunden
auf 60 Grad erhitzt. Das Lösemittel wurde im Vakuum
abgedampft. Das Produkt wurde einer chromatographischen
Reinigung an Sephadex LH-20 in Methanol unterzogen.
Ausbeute: 630 mg Reinheitskontrolle: DC: RF = 0.55
(Chloroform 50/Methanol 10/Eisessig 2.5 //Volumina)
FAB-MS: M+H 636.
500 mg der unter 5. isolierten Substanz wurden in 5 ml
1.2 N HCl in Eisessig gelöst und 1 Stunde bei
Raumtemperatur gerührt. Nach Abdampfen des Lösemittels
wurde der Rückstand mit Diethylether verrieben und auf
einer Filterfritte gesammelt. Das Produkt wurde über
Phosphorpentoxid im Hochvakuum getrocknet. Die Rohsub
stanz wurde in Wasser gelöst und an CM-Fraktogel Ionen
austauscher gebunden. Die Elution erfogte mit 5%-iger
Essigsäure. Nach Lyophilisation erhielt man 290 mg des
Acetatsalzes. Die korrekte Struktur wurde mittels
13C-NMR-Spektroskopie bestätigt. FAB-MS: M+H 580.
6,7-Dimethoxy-β-naphthalinsulfonyl-L-Asp-D-p-amidino phenylalanylpiperidid.
6,7-Dimethoxy-β-naphthalinsulfonyl-L-Asp-D-p-amidino phenylalanylpiperidid.
Die Herstellung erfolgte in Analogie zu dem obigen
Beispiel. Anstelle von β-Naphthalinsulfonsäurechlorid
wurde 6,7-Dimethoxy-β-naphthalinsulfonsäurechlorid
eingesetzt. FAB-MS: M+H 640.
5,6,7,8-Tetrahydro-β-naphthalinsulfonyl-L-Asp-D-p-amidi nophenylalanylpiperidid.
5,6,7,8-Tetrahydro-β-naphthalinsulfonyl-L-Asp-D-p-amidi nophenylalanylpiperidid.
Unter Verwendung von 5,6,7,8-Tetra-β-naphthalinsulfo
nyl-chlorid und des obigen Verfahrens wurde 5,6,7,8-
Tetra-β-naphthalinsulfonyl-L-Asp-D-p-amidinophenyla
lanylpiperidid hergestellt. FAB-MS: M+H 584.
4-Methoxy-2,3,6-Trimethylphenylsulfonyl-L-Asp-D-p-amid inophenylalanylpiperidid.
4-Methoxy-2,3,6-Trimethylphenylsulfonyl-L-Asp-D-p-amid inophenylalanylpiperidid.
Unter Verwendung von 4-Methoxy-2,3,5-trimethylphenyl
sulfonyl-chlorid und des obigen Verfahrens wurde 4-
Methoxy-2,3,6-trimethylphenylsulfonyl-L-Asp-D-p-
amidinophenylalanylpiperidid hergestellt. FAB-MS: M+H
602.
Unter Auslassung der Razematspaltung mittels Acylase im
Schritt 1. wurden die entsprechenden racemischen D,L-
Cyanophenylalanin-piperidide ebenfalls zu den erfin
dungsgemäßen Verbindungen umgesetzt, die ebenfalls
hochpotente Thrombinhemmstoffe darstellen.
β-Naphthylsulfonyl-L-Glu-D-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp-D-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-D-Glu-D,L-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp-D,L-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp-D,L-Aph-3-Hydroxymethylpiperidid
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp(OMe)-D-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp(OEt)-D-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp(OiBu)-D-Aph-Pip
Mtr-D-Asp-D,L-Aph-Pip
Mtr-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
Mtr-L-Asp(OMe)-D-Aph-Pip
Mtr-L-Asp(OEt)-D-Aph-Pip
Mtr-L-Asp(OiBu)-D-Aph-Pip
Mtr-L-Asp(OiPr)-D-Aph-Pip
Mtr-L-Asp-D-Aph-Pip
Mte-L-Asp-D-Aph-Pip
Mte-L-Asp(OiBu)-D,L-Aph-Pip
Htr-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
Htr-L-Asp-D-Aph-Pip
Mtr-L-Glu-D,L-Aph-Pip
Mtr-L-Asn-D-Aph-Pip
Mtr-L-Asn-D,L-Aph-Pip
Thn-L-Asn-D-Aph-Pip
Pme-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
Pme-L-Asp-D-Aph-Pip
Pme-L-Asp(OtBu)-D,L-Aph-Pip
Phl-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
Phl-L-Asp-D-Aph-Pip
β-Dmn-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
β-Dmn-L-Asp-D-Aph-Pip
Tos-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
Tos-L-Asp-D-Aph-Pip
Pmc-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
Pmc-L-Asp-D-Aph-Pip
β-Mns-L-Asp(OnPe)-D-Aph-Pip
β-Mns-L-Asp-D-Aph-Pip
Cph-L-Asp(OtBu)-D,L-Aph-Pip
Cph-L-Asp-D,L-Aph-Pip
Phl-L-Cys(SO3H)-D-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp-D-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-D-Glu-D,L-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp-D,L-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp-D,L-Aph-3-Hydroxymethylpiperidid
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp(OMe)-D-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp(OEt)-D-Aph-Pip
β-Naphthylsulfonyl-L-Asp(OiBu)-D-Aph-Pip
Mtr-D-Asp-D,L-Aph-Pip
Mtr-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
Mtr-L-Asp(OMe)-D-Aph-Pip
Mtr-L-Asp(OEt)-D-Aph-Pip
Mtr-L-Asp(OiBu)-D-Aph-Pip
Mtr-L-Asp(OiPr)-D-Aph-Pip
Mtr-L-Asp-D-Aph-Pip
Mte-L-Asp-D-Aph-Pip
Mte-L-Asp(OiBu)-D,L-Aph-Pip
Htr-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
Htr-L-Asp-D-Aph-Pip
Mtr-L-Glu-D,L-Aph-Pip
Mtr-L-Asn-D-Aph-Pip
Mtr-L-Asn-D,L-Aph-Pip
Thn-L-Asn-D-Aph-Pip
Pme-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
Pme-L-Asp-D-Aph-Pip
Pme-L-Asp(OtBu)-D,L-Aph-Pip
Phl-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
Phl-L-Asp-D-Aph-Pip
β-Dmn-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
β-Dmn-L-Asp-D-Aph-Pip
Tos-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
Tos-L-Asp-D-Aph-Pip
Pmc-L-Asp(OtBu)-D-Aph-Pip
Pmc-L-Asp-D-Aph-Pip
β-Mns-L-Asp(OnPe)-D-Aph-Pip
β-Mns-L-Asp-D-Aph-Pip
Cph-L-Asp(OtBu)-D,L-Aph-Pip
Cph-L-Asp-D,L-Aph-Pip
Phl-L-Cys(SO3H)-D-Aph-Pip
*) Die Salzformen an der Amidinofunktion sind nicht
genannt.
Die Inhibitionskonstanten (Ki) für die Substanzen wurden
enzymkinetisch nach bekannten Verfahren bestimmt. Das
eingesetzte humane Thrombin wurde als 87% rein mit Hilfe
der "active site titration" bestimmt. Die Testlösung für
die Ki-Bestimmung bestand aus Puffer (50 mM Tris-HCl, 75
mM NaCl, pH 7,8, 37 Grad C), 100 pM Thrombin, 0,1 mM
Substrat S2238 (Kabi) und Inhibitor, der einen Bereich
von 0 bis 0,2 µM umspannte. Inhibitor und Enzym wurden
10 Minuten vorinkubiert, die Reaktion wurde gestartet
durch Zugabe des chromogenen Substrats S2238. Für die
Auswertung der Kinetiken wurde der mathematische Algo
rithmus für "tight-binding" verwendet, der mit Hilfe der
nicht-linearen Regression Ki-Werte (Tabelle II) und den
Hemmtyp ergab. Der Hemmtyp für alle Inhibitoren wurde
als größer 90% kompetitiv ermittelt.
Die Spezifität der Inhibitoren wurde gegenüber Thrombin
und Trypsin bestimmt. Die Spezifität ist definiert als
das Verhältnis der Ki-Werte für Trypsin und Thrombin
(Tabelle II). Die Konzentration an Inhibitor die eine
50%-ige Hemmung der Enzymaktivität bewirkte, wurde als
IC50 bezeichnet (100% entspricht der nicht inhibierten
Enzymreaktion). Der IC5O-Wert für Trypsin wurde folgen
dermaßen ermittelt: Trypsin aus Rinderpankreas wurde mit
steigenden Konzentrationen Inhibitor in 25 mM Tris-HCl,
10 mM CaC12, pH 7,8 bei 37 Grad C 10 Min. vorinkubiert.
Die enzymatische Reaktion wurde gestartet durch Zugabe
des Substrats Chromozym TRY (7,1×10-5 M). Die Frei
setzung von pNA wurde nach einer Stunde bei 405 nm
gemessen. In analoger Weise wurden die IC50-Werte für
Thrombin bestimmt, mit den Ausnahmen, daß humanes
Thrombin, Puffer (50 mM Tris-HCl, 50 mM NaCl, pH 7,8)
und 5×10-5 M S 2238 verwendet wurden. Aus dem IC50-Wert
für Thrombin und Trypsin wurden die Ki-Werte berechnet
(Ki = IC50/S+KM). Das Verhältnis der Trypsin- und
Thrombinwerte ergab die Spezifitäten. Die Ergebnisse
sind in der Tabelle II zusammengefaßt.
Claims (17)
1. Verbindung der Formel I
worin
worin
R′ ein in der alpha- oder beta-Position gebundener Naphthalinring ist, der gegebenenfalls mit Alkylgruppen, die aus bis zu 3 C-Atomen bestehen, und/oder Alkoxygruppen mit jeweils bis zu 3 C-Atomen, derivatisiert ist, oder ein in der alpha- oder beta-Position gebundener Tetralin- oder Indanring ist, der gegebenenfalls mit Alkylgruppen, die aus bis zu 3 C-Atomen bestehen, und/oder auch Alkoxygruppen mit jeweils bis zu 3 C-Atomen, derivatisiert ist, oder ein Phenylring ist, der gegebenenfalls mit Alkylgruppen, die aus bis zu 4 C-Atomen bestehen, und/oder mit bis zu drei Gruppen der Struktur O-X in der O Sauerstoff, und X Wasserstoff, Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl- oder tert.-Butyl ist, und/oder mit einer Gruppe der Struktur -COOY in der Y Wasserstoff,Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl, tert.-Butyl, i-Butyl, i-Pentyl oder neo-Pentyl ist, derivatisiert ist, oder ein Chromansystem ist, das vorzugsweise mit bis zu 5 Alkylgruppen, die aus bis zu 3 C-Atomen bestehen, derivatisiert ist,
R1 eine Gruppe der Struktur A-B ist, worin A bis zu 4 C-Atome und B eine Säurefunktion ist, ausgewählt aus der Gruppe Carboxylfunktion, Sulfonsäurefunk tion oder Phosphorsäurefunktion, die gegebenen falls verestert oder als Amid vorliegen können, wobei die Ester Alkohole mit bis zu 17 C-Atome enthalten,
R2 und R3 gleich oder verschieden sein können und eine Alkylgruppe mit bis zu 4 C-Atomen sind oder zusammen einen Ring bilden, der mit einer Hydroxylgruppe oder einer Hydroxyalkylgruppe mit bis zu 3 C-Atomen besteht, derivatisiert sein kann und diese Hydroxylgruppe gegebenenfalls verestert vorliegt, wobei die entsprechenden Säuren Carbonsäuren sind, die aus bis zu 17 C-Atomen aufgebaut sind, und in der das mit * bezeichnete C-Atom in der R oder S Struktur vorliegt.
R′ ein in der alpha- oder beta-Position gebundener Naphthalinring ist, der gegebenenfalls mit Alkylgruppen, die aus bis zu 3 C-Atomen bestehen, und/oder Alkoxygruppen mit jeweils bis zu 3 C-Atomen, derivatisiert ist, oder ein in der alpha- oder beta-Position gebundener Tetralin- oder Indanring ist, der gegebenenfalls mit Alkylgruppen, die aus bis zu 3 C-Atomen bestehen, und/oder auch Alkoxygruppen mit jeweils bis zu 3 C-Atomen, derivatisiert ist, oder ein Phenylring ist, der gegebenenfalls mit Alkylgruppen, die aus bis zu 4 C-Atomen bestehen, und/oder mit bis zu drei Gruppen der Struktur O-X in der O Sauerstoff, und X Wasserstoff, Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl- oder tert.-Butyl ist, und/oder mit einer Gruppe der Struktur -COOY in der Y Wasserstoff,Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl, tert.-Butyl, i-Butyl, i-Pentyl oder neo-Pentyl ist, derivatisiert ist, oder ein Chromansystem ist, das vorzugsweise mit bis zu 5 Alkylgruppen, die aus bis zu 3 C-Atomen bestehen, derivatisiert ist,
R1 eine Gruppe der Struktur A-B ist, worin A bis zu 4 C-Atome und B eine Säurefunktion ist, ausgewählt aus der Gruppe Carboxylfunktion, Sulfonsäurefunk tion oder Phosphorsäurefunktion, die gegebenen falls verestert oder als Amid vorliegen können, wobei die Ester Alkohole mit bis zu 17 C-Atome enthalten,
R2 und R3 gleich oder verschieden sein können und eine Alkylgruppe mit bis zu 4 C-Atomen sind oder zusammen einen Ring bilden, der mit einer Hydroxylgruppe oder einer Hydroxyalkylgruppe mit bis zu 3 C-Atomen besteht, derivatisiert sein kann und diese Hydroxylgruppe gegebenenfalls verestert vorliegt, wobei die entsprechenden Säuren Carbonsäuren sind, die aus bis zu 17 C-Atomen aufgebaut sind, und in der das mit * bezeichnete C-Atom in der R oder S Struktur vorliegt.
2. Verbindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das mit * gekennzeichnete C-Atom in der
R-Struktur vorliegt.
3. Eine Verbindung nach Anspruch 1, in der R′ β-Naph
thyl, R1 -CH2-COOX mit X gleich Wasserstoff und R2
und R3 zusammen Piperidin sind.
4. Eine Verbindung nach Anspruch 1, in der R′ β-6,7-
Dimethoxynaphthyl-, R1 -CH2-COOX mit X gleich
Wasserstoff und R2 und R3 zusammen Piperidin sind.
5. Eine Verbindung nach Anspruch 1, in der R′
β-Tetralin, R1 -CH2-COOX mit X gleich Wasserstoff und
R2 und R3 zusammen Piperidin sind.
6. Eine Verbindung nach Anspruch 1, in der R′ 4-Methoxy-
2,3,6-trimethylphenyl-, R1 -CH2-COOX mit X gleich
Wasserstoff und R2 und R3 zusammen Piperidin sind.
7. Eine Verbindung nach Anspruch 1, in der R′ 4-
Carboxyphenyl-, R1 -CH2-COOX mit X gleich
Wasserstoff und R2 und R3 zusammen Piperidin sind.
8. Eine Verbindung nach Anspruch 1, in der R′ 4-
Hydroxy-2,3,6,-trimethylphenyl-, R1 -CH2-COOX mit X
gleich Wasserstoff und R2 und R3 zusammen Piperidin
sind.
9. Eine Verbindung nach Anspruch 1, in der R′
2,2,5,7,8,-Pentamethylchroman-, R1 -CH2-COOX mit X
gleich Wasserstoff und R2 und R3 zusammen Piperidin
sind.
10. Eine Verbindung nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch
gekennzeichnet, daß X einen Alkoholrest darstellt,
der bis zu 17 C-Atome aufweist.
11. Eine Verbindung nach einem der Ansprüche 1-8, wobei
Rl die Struktur -(CH2)n-SO3H mit n = 1 bis 4
aufweist.
12. Eine Verbindung nach einem der Ansprüche 1-8, wobei
R1 die Struktur -(CH2)n-PO(OH)2 mit n = 1 bis 4
aufweist.
13. Eine Verbindung nach einem der Ansprüche 1-10,
dadurch gekennzeichnet, daß R2 und R3 zusammen 3-
Hydroxymethylpiperidin ist.
14. Verbindung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hydroxyfunktion mit einer Carbonsäure
verestert ist, die bis zu 17 C-Atome enthält.
15. Verfahren zur Herstellung einer Verbindung der Formel
I in Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine
geschützte saure Aminosäure über die alpha-ständige
Carboxylgruppe an die alpha-Aminofunktion eines
p-Cyanophenylalaninamidderivats gekoppelt wird, die
N-alpha-Schutzgruppe entfernt wird, ein Sulfonylchlo
rid an diese Stickstoffgruppe gekoppelt wird, die
Cyanogruppe in die Amidinofunktion überführt wird und
gegebenenfalls eine vorhandene Schutzgruppe an der
Drittfunktion der sauren Aminosäure abgespalten wird.
16. Diagnostisches oder therapeutisches Mittel enthaltend
eine Verbindung nach Anspruch 1.
17. Verwendung einer Verbindung nach Anspruch 1 in einem
Verfahren zur Herstellung eines Diagnostikums oder
eines Arzneimittels mit antithrombotischer Wirkung.
Priority Applications (22)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4115468A DE4115468A1 (de) | 1991-05-11 | 1991-05-11 | Amidinophenylalaninderivate, verfahren zu deren herstellung, deren verwendung und diese enthaltende mittel als antikoagulantien |
| AT92106584T ATE129503T1 (de) | 1991-05-11 | 1992-04-16 | Amidinophenylalaninderivate, verfahren zu deren herstellung, deren verwendung und diese enthaltende mittel als antikoagulantien. |
| EP92106584A EP0513543B1 (de) | 1991-05-11 | 1992-04-16 | Amidinophenylalaninderivate, Verfahren zu deren Herstellung, deren Verwendung und diese enthaltende Mittel als Antikoagulantien |
| DE59204094T DE59204094D1 (de) | 1991-05-11 | 1992-04-16 | Amidinophenylalaninderivate, Verfahren zu deren Herstellung, deren Verwendung und diese enthaltende Mittel als Antikoagulantien. |
| ES92106584T ES2079719T3 (es) | 1991-05-11 | 1992-04-16 | Derivados de amidinofenilalanina, procedimiento para su preparacion, su utilizacion y agentes que los contienen en calidad de anticoagulantes. |
| DK92106584.3T DK0513543T3 (da) | 1991-05-11 | 1992-04-16 | Amidinophenylalaninderivater, fremgangsmåde til deres fremstilling, deres anvendelse og antikoagulationsmidler med indehold deraf |
| AU16086/92A AU651196B2 (en) | 1991-05-11 | 1992-05-08 | Amidinophenylalanine derivatives, a process for the preparation thereof, use thereof and agents containing these as anticoagulants |
| SU925011567A RU2088591C1 (ru) | 1991-05-11 | 1992-05-08 | Производные амидинофенилаланина, способ их получения и производные амидинофенилаланина, обладающие антикоагулирующей активностью |
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