DE411154C - Herstellung dichter Formlinge aus Rohtorf - Google Patents

Herstellung dichter Formlinge aus Rohtorf

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DE411154C
DE411154C DEL55318D DEL0055318D DE411154C DE 411154 C DE411154 C DE 411154C DE L55318 D DEL55318 D DE L55318D DE L0055318 D DEL0055318 D DE L0055318D DE 411154 C DE411154 C DE 411154C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10FDRYING OR WORKING-UP OF PEAT
    • C10F5/00Drying or de-watering peat
    • C10F5/04Drying or de-watering peat by using presses, handpresses, rolls, or centrifuges

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment Of Sludge (AREA)

Description

  • Herstellung dichter Formlinge aus Rohtorf. Das vorliegende Verfahren bezweckt eine unmittelbare Verarbeitung des Rohtorfs in seinem Urzustande mit seinem vollen natürlichen Wassergehalte und eine Vereinigung des Entwässerungs- und Formgebungsvorganges unter Beachtung und Ausnutzung der natürlichen physikalischen Eigenschaften des Torfes zur Erzeugung eines hochwertigen Brennstoffes (Druckkohle) auf wirtschaftlichste Weise und Unabhängigmachung der Torfindustrie vom Trockenwetter.
  • Zur Erreichung des angestrebten Zweckes wird im wesentlichen in der Weise vorgegangen, daß fein zerkleinerter, mit oder ohne Zusatz von Ferrosulfat, Salpeter u. dgl. stark verwässerter Schlammtorf in Filterkammern hineingedrückt und in diesen weiter gepreßt wird, bis entwässerte Formlinge solchen Rauminhaltes entstehen, daß zwar ihre Außenschicht stark verdichtet, ihr Kern aber wesentlich feuchter als die äußere Hülle ist, worauf die Formstücke zur Einschrumpfung sich selbst überlassen werden.
  • Zur Ausführung des Verfahrens dient ein Behälter, dessen als Sieb ausgebildeter entfernbarer Boden den Torfbrei während des unter Druck erfolgenden Einfüllens und während des Wiederganges des Siebkolbens absperrt und nach Beendigung der Kolbenbewegung und dem Absperren des Wassers gemeinsam mit dem Kolben oder dem Kolben und Siebwänden die Form des Preßlings bestimmt.
  • Auf beiliegender Zeichnung, in der eine Ausführungsform der Entwässerungsvorrichtung dargestellt ist, bedeutet: Abb. i einen senkrechten Schnitt durch eine Filterzelle der Entwässerungsvorrichtung, Abb. 2 einen gleichen Schnitt ..durch die Filterzelle einer anderen Ausführungsform, Abb. 3 einen Querschnitt nach Linie A-B der Abb. 2.
  • Das Verfahren kann beispielsweise in folgender Weise ausgeführt werden: Der auf eine beliebige, den örtlichen Verhältnissen angepaßte Art, sei es durch Handstich in den gebräuchlichen Elevatoren, sei es durch Bagger, durch Schwimmbagger, durch Abspritzen oder auf andere Weise geförderte Rohtorf wird z. B. in einer der üblichen Torfmaschinen oder in einem sogenannten Schlagbrecher grob zerkleinert.
  • Bei der Rohtorfentnahme wird man nunmehr zweckmäßig die ganze anstehende Torfmasse, soweit sie abgeteuft werden kann bzw. abgeteuft werden darf, auf einmal bis zur vollen Tiefe abbauen, zumal Vorentwässerungs- und Vorflutsorgen nicht mehr vorhanden sind, und weil man, wie hier nebenbei bemerkt sei, auch die obersten Lagerschichten, auch wenn diese noch nicht bindig (schrumpffähig) sein sollten, ebenso auch die tiefstgelegenen Lagerschichten, auch wenn diese infolge ihres chemischen Alters schon nicht mehr bindig sein sollten, ohne Schaden für das Endprodukt initverwenden kann. So können z. B. bei Hochmooren die obere Weiß-oder Fuchstorfschichten in beträchtlicher Menge mitverarbeitet werden, falls sie nicht vorteilhafter zur Torfstreufabrikation Ver-,vendung finden können. Durch die Mischung dieser wenig oder nicht bindigen Schichten mit den noch bindigen Schichten wird die ganze kolitorfmasse, noch verstärkt durch die nachfolgende Zerkleinerung und innige Mischung, durchaus bindig (schrumpfiältig).
  • Der nötigenfalls grob zerkleinerte Rohtorf wird nunmehr in einer Vorrichtung, vorzugsweise in einer Schlagkreuzmühle mit etwa 3 bis 5 inin Spaltbreite. einem Dismembrator o. dgl. fein zerkleinert. Dem feinzerkleinerten Torf setzt man am zweckmäßigsten während dieser Feinzerkleinerung (etwa unter Uniständen vor oder nach derselben) eine der Torfart entsprechende Wassermenge zu, die je nach der Beschaffenheit des Rohtorfes 25 bzw. 5o, sogar ioo und mehr Volumenteile Wasser betragen kann, und die jeweils zu ermitteln ist. Sollte das Wasser nach der Feinzerkleinerung hinzugefügt werden, dann geschieht dies zweckmäßig in einem mit Rührwer'c versehenen Mischgefäß.
  • Obwohl dies nicht unbedingt erforderlich ist, kann man nach der Erfindung bei einigen Torfarten dem Torfbrei außer Wasser auch noch ein adstringierendes Mittel, z. B. Ferrosulfat o. dgl., oder ein Salpetersalz zur Beschleunigung der Entwässerung bzw. des Filtervorganges zusetzen.
  • Durch die Feinzerkleinerung wird neben der Zertrümmerung etwaiger im Rohtorf enthaltener Holzteile und neben der Verkürzung des Torffaserstoffes, welcher dadurch infolge seiner Krumpf- und Filzwirkung später die kolloide Selbstverdichtung der Formstücke unter Verhütung von Rissebildungen verstärkt, insbesondere durch Öffnung der Hohlräume und der Kapillaren das darin enthaltene Wasser abscheidefähig,während durch den reichlichen -Wasserzusatz neben einer weiteren Trennung und Aufschließung der einzelnen Torfteilchen das gebundene samt dem Kolloidwasser ebenfalls abscheide- bz«-. filterfähig wird. Des weiteren werden durch diesen Wasserzusatz die im Rohtorf enthaltenen wasserlöslichen Salze u. dgl. aufgelöst und im weiteren Arbeitsgange mit ausgeschieden, auf «-elchen Umstand das Sinken des Aschengehaltes, namentlich bei Torfen aus iederungsinoor und solchen mit hohem Aschengehalte mit zurückzuführen ist. Der solcherart verwässerte Torfbrei läßt sich nun unschwer in Rinnen, Rohren o. dgl. dem eigentlichen Torfwerk bzw. dem Aufstellungsorte der Wasserabscheider zuleiten. Am zweckmäßigsten und einfachsten wird der verwässerte Torfbrei nun durch eine Hochdruckpumpe zweckentsprechender Konstruktion angesaugt und unter Druck in die durch eine Druckrohrleitung verbundenen Wasserabscheider eingepritzt, die in der Hauptsache aus einer beliebigen Anzahl Filterzellen zusammengesetzt sind, in denen der Torfmasse gleichzeitig die gewünschte Form gegeben wird.
  • Die Wasserabscheider bestehen aus einer beliebigen Anzahl, dein entstehenden Innendruck entsprechend starkwandiger Filterzellen, die z«-ecl;lnäßig in drei Gruppen derart zwang.
  • .läufig verbunden sind, daß die erste Grüppe derselben unter Druck gefüllt wird, während in der zweiten Gruppe durch Betätigung des Siebkolbens der Filterprozeß fortschreitet und inzwischen in der dritten Gruppe die Entnahme bzw. der Ausstoß der Formstücke stattfindet, worauf in der ersten Gruppe nach erfolgter Füllung der Siebkolben betätigt wird, während in der dritten die Füllung vor sich geht und in der zweiten der Ausstoß erfolgt und so fort.
  • Bei i (Abb. r) ist z. B. ein Hahn angeordnet, durch den der Torfbrei unter Druck in (las Innere der Filterzelle eintritt; beim F.?rrströmen des Torfbreies entweicht durch den Hahn 2 die im Innern der Filterzelle befindliche Luft. Der einströmende Torfbrei bildet auf den aus gelochtemBlech mit einernÜberzug aus Metallgaze oder aus entsprechend fein-und schlitzgelochten Siebblechen hergestellten Filterflächen 3 des Bodens 5 und der Innenwandungen 3" des Siebkolbens 6 eine Filterhaut, die allmählich anwächst. Gleichzeitig fließt das abgefilterte Wasser durch die Hähne 4 ab, Hahn d.", der ebenfalls, jedoch späterem Wasserabfluß dient, ist inzwischen geschlossen. Sobald genügend Torfbrei eingedrückt worden ist, wird die Torfzufuhr durch Schließen des Hahnes i gesperrt und nun der Siebkolben 6 so lange abwärts bewegt, bis er mit seinem unteren Rande auf dem Boden auftrifft. Im Innern hat sich nun ein Torfformstück gebildet, das an seinen Oberflächen infolge des Filterprozesses stärker als das Innere desselben verdichtet ist. Im Siebkolben kann gegebenenfalls noch ein Dorn 7 angeordnet werden, der auch als Filterkammer noch ausgebildet werden kann und gleichzeitig mit dem Siebkolben oder erst nach Auftreffen des Siebkolbens auf den Boden in das Torfforrnstück durch Abwärtsbewegung eingedrückt werden kann, dadurch den Preßdruck erhöhend und das Formstück weiter entwässernd; das an den Außenseiten und über dem Siebkolben angesammelte Filterwasser kann nun durch Hahn d." abgelassen werden. Nach öffnung des Bodens 5 wird das gebildete Formstück durch Niederbewegung der im Oberteile des Siebkolbens aufliegenden durchlochten Ausstoßplatte 8 ausgestoßen. Der Boden 5 kann auch als Kolben mit Sieboberfläche ausgebildet werden und als solcher zwangläufig mit dem oberen Siebkolben- bet iitigt werden. An geeigneter Stelle ist noch ein einstellbares Sicherheitsventil 9 angeordnet, das bei etwa zu starker Füllung der Filterzelle in Tätigkeit tritt.
  • In Abb. 2 und 3 ist eine Filterzelle anderer Ausführung zeichnerisch dargestellt. Hier ist cler untere Teil des Gehäuses i i mit wellenförmigen Rippen versehen, über welche als Abschluß gegen das Innere des Gehäuses i i ein Siebzylinder gelegt ist. Hierdurch werden dergestalt Abzugskanäle für das abzufilternde Wasser gebildet, die am unteren Ende durch eine ringsumlaufende Rinne io untereinander verbunden sind; das sich in diesen Abzugskanälen oder Rinnen sammelnde Wasser kann durch Ablaufhahn ¢Q austreten.
  • Der hier anders als in Abb. i ausgestaltete Siebkolben 6 dient bei dieser Ausführung gleichzeitig als Ausstoßkolben. Nachdem dieser Kolben 6 beim Niedergange die Siebflächen 3" des Gehäuses i i erreicht hat, wird Boden 5 entfernt und das gebildete Formstück durch weitere Abwärtsbewegung des Siebkolbens 6 ausgestoßen. Hahn :2 dient als Entlüftungshahn, die Hähne q. und 4" als Wasserablauf während der Einfüllung des Torfbreies durch Hahn i und während des Filterprozesses, und aus Hahn q6 kann vor dem Ausstoßen des Formstückes das über dem Siebkolben 6 angesammelte Wasser abgelassen werden. Die mit 3 und 3" bezeichneten Filterflächen sind in gleicher Weise, wie bei Abb. i beschrieben, hergestellt.
  • Erwähnt sei.noch, daß nach Verschluß bzw. Wiedereinführung des Filterbodens während des Rückganges des Siebkolbens, bzw. vor dessen Rückgange, durch die als Wasserabfluß dienenden Hähne d. oder durch den Entlüftungshahn 2 eine Reinigung der Filtersiebe, falls diese sich zugesetzt haben sollten, durch eirfe Rückspülung mit Wasser oder Einblasen von Pfeßluft vorgenommen werden kann.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRÜCHE:. i. Verfahren zur Herstellung dichter Formlinge aus Rohtorf, dadurch gekennzeichnet, daß fein zerkleinerter, mit oder ohne Zusatz von Ferrosulfat, Salpeter u. dgl. stark verwässerter Schlammtorf in Filterlcarnmern hineingedrückt und in diesen weiter gepreßt wird, bis entwässerte Formlinge solchen Rauminhaltes entstehen, cnaß zwar ihre Außenschicht stark verdichtet, ihr Kern aber wesentlich feuchter als die äußere Hülle ist, worauf die Formstücke zur Einschrumpfung sich selbst überlassen werden. Zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i eine Entwässerungsvorrichtung, bestehend aus einem Behälter, dessen als Sieb ausgebildeter entfernbarer Boden den Torfbrei während des unter Druck erfolgenden Einfüllens und während des Niederganges des Siebkolbens (6) absperrt und nach Beendigung der Kolbenbewegung und dem Absperren des Wassers gerneinsarn mit dem Kolben oder dem Kolben und Siebwänden die Forrn des Preßlings bestimmt.
DEL55318D 1921-03-30 1922-03-31 Herstellung dichter Formlinge aus Rohtorf Expired DE411154C (de)

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