DE4100100C2 - Wechselbehältersystem mit hydraulisch schwenk- und ausfahrbaren Aufnahmearmen an einem Fahrzeug zur seitlichen Behälteraufnahme - Google Patents
Wechselbehältersystem mit hydraulisch schwenk- und ausfahrbaren Aufnahmearmen an einem Fahrzeug zur seitlichen BehälteraufnahmeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Wechselbehältersystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Ein Wechselbehältersystem soll eine schnelle Aufnahme, Entleerung und Absetzen von Behältern
ermöglichen. Die Behälter müssen für die Aufnahme mit dem jeweiligen Wechselbehältersystem geeignet sein.
Besonders eignet sich das im Oberbegriff des Anspruchs 1 erwähnte Wechselbehältersystem für Abfall,
Bauschutt und Schüttgüter. Aber auch Flüssigkeiten, Langholz, Rohre usw. können mit speziellen Behältern
leicht umgeladen und transportiert werden. Die Behälter müssen an verschiedenen Orten, wo sie beladen werden
sollen, abgesetzt werden können, während das Transportfahrzeug andere Aufträge erfüllt. Bei der Aufnahme der
Behälter muß auch darauf geachtet werden, daß schräg stehende Behälter, die auf unbefestigtem Untergrund stehen,
auch erfaßt und geführt werden können. Wichtig ist auch die Aufnahme verschiedener Behältergrößen.
Auch ein Umsetzen des Behälters vom Kraftfahrzeug auf die Eisenbahn oder auf ein Schiff muß leicht möglich
sein. Besonders beim Einsatz des Wechselbehältersystems für Abfall und Bauschutt ist es wichtig, daß mehrere
Behälter einfach, ohne umständliche Umsetzmanöver, aufgenommen, transportiert, entleert und abgesetzt werden
können.
Ein Wechselbehältersystem zum Manipulieren von Containern mit der Ladeeinrichtung eines Lastfahrzeuges
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 ist durch die
DE-OS 17 56 931 bekannt.
Die dort beschriebene Lösungsmethode besitzt zur Erfüllung der obengenannten Erfordernisse je Containerdoppeleinheit
einen unsymmetrischen Ausleger vor und hinter diese Containerdoppeleinheit. Der Container wird an
Seilen befestigt. Da die Auslegerarme vor und hinter dem Container liegen müssen, kann dieses Fahrzeug nur eine, durch
den Abstand zwischen den Auslegerarmen definierte Behälterlänge aufnehmen. Zum Befestigen des Containers muß der Fahrer das Führerhaus
verlassen, oder eine weitere Person muß das Anhängen vornehmen. Wie bei allen Seilsystemen ist der
Behälter nur ungenau zu handhaben. Die beidseitige Handhabung der Behälter erfordert hierbei einen sehr weit ausladenden und
schweren Auslegerarm. Wird auf das Fahrzeug neben einem leeren Behälter ein gefüllter gestellt, verschiebt sich der
Fahrzeugschwerpunkt nach außen. Dadurch ergibt sich eine hohe Umsturzgefahr!
Weiterhin ist durch die CA 7 72 976 ein Lastfahrzeug mit einer Ladeeinrichtung bekannt, das zur Erfüllung der obengenannten Erfordernisse im wesentlichen einen
vorderen und einen hinteren Auslegerarm besitzt. Diese Auslegerarme bestehen aus einem linken und einem rechten
Teil, die an der Oberseite durch ein Gelenk verbunden sind. Die Auslegerarme können nach beiden
Seiten ausgeschwenkt werden. Die Container werden an Seilen befestigt. Da die Auslegerarme vor und hinter dem Container liegen müssen, kann dieses Fahrzeug ebenfalls nur eine, durch
den Abstand der Auslegerarme definierte Behälterlänge aufnehmen.
Ein Kippen zur Entleerung des Behälters ist nicht vorgesehen. Die sehr langen Hydraulikzylinder werden sehr stark auf Knickung beansprucht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das bekannte gattungsbildende Wechselbehältersystem so
zu verbessern, daß durch eine günstigere Ausbildung der Ladeeinrichtung des Lastfahrzeuges sowie der
Wechselbehälter mehrere Behälter transportiert, aufgenommen, abgesetzt und entleert werden können, ohne daß
dabei umständliche Umsetzmanöver notwendig werden.
Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Einrichtung durch die kennzeichnenden Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst.
Um den Behälter bei den Manipulationen ausreichend zu führen, insbesondere bei einer winkligen
Behälteraufnahme von einem unbefestigten Boden, wird jede Behältereinheit mit mindestens drei, besser vier,
Aufnahmearmen manipuliert. Zusätzlich befindet sich am Ende der Aufnahmearme ein Gleitelement oder eine
Rolle, die den Behälter, der mit einer entsprechenden Schiene versehen ist, während der Manipulationen abstützen
und führen.
Die Behälter werden mit den Aufnahmearmen an Ösen oder Querstangen erfaßt. Mindestens vier solche Ösen
sind für die Behälteraufnahme notwendig. Für einen universelleren Einsatz empfehlen sich acht Ösen an einer
Behälterseite. Um den Behälter aufzunehmen, reicht die Bestückung einer Behälterseite mit diesen Ösen.
Allerdings können auch zum Beispiel vier Behälterseiten mit diesen Ösen versehen werden, um das Erfassen des
Behälters an diesen vier Seiten zu ermöglichen.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß das Transportfahrzeug mehrere
Behälter leicht und schnell handhaben kann, so daß zum Beispiel die Nutzlast einer Sattelzugmaschine mit
Auflieger für Müll- oder Bauschuttcontainer ausgenutzt werden kann. Um zusätzliche Behälter aufzunehmen,
müssen nicht bereits aufgenommene Behälter zunächst wieder abgesetzt werden, wie das bei den heutigen
Absetz- und Abrollkippern im Anhängerbetrieb notwendig ist. Auch die Übergabe der Behälter von der Straße
auf die Schiene erfolgt sehr einfach. Die Behälter können von mehreren Seiten erfaßt werden und nach beiden
Fahrzeugseiten leicht entleert werden. Die Behältergrößen können verschieden sein. Sehr lange Behälter werden
dann von mehreren Aufnahmeeinheiten, von denen jede mindestens drei (besser vier) Aufnahmearme, die links
und rechts am Fahrzeugrahmen angeordnet sind, besitzt, erfaßt. Die aufgenommenen Behälter können durch
gleichzeitiges Ausfahren der Aufnahmearme verschiedenen Ladehöhen angepaßt werden.
Ein Ausführungsbeispiel ist in Bild 1 und Bild 2 dargestellt. Dabei sind in diesen Bildern die Hydraulikzylinder
für die Schwenkbewegung der Aufnahmearme aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit entfernt worden. In
Bild 1 wird gerade ein Behälter von der hinteren Aufnahmeeinheit des Aufliegers erfaßt. Die linken und rechten
Aufnahmearme a und b sind dabei in der Reihenfolge abab angebracht. Die Abstützung c ist nicht unbedingt
erforderlich. Während in Bild 1 der Behälter bei der Aufnahme über die rechten Aufnahmearme gleitet, sind die
in Bild 2 dargestellten Aufnahmearme mit Rollen d versehen, über die der Behälter bei der Aufnahme abgestützt
wird. Die Reihenfolge der linken a und rechten b Aufnahmearme ist in Bild 2 abba. In diesem Bild ist auch die
Aufnahme eines größeren Behälters zu sehen, der von zwei Aufnahmeeinheiten erfaßt wird. Eine seitliche
Abstützung e des Fahrzeugs ist erforderlich. Fahrzeuge mit mehr Aufnahmeeinheiten, wie sie in den Bild 1
und 2 dargestellt sind, sind denkbar. Die Behälter haben gegenüber der Seite, an der sie von den Aufnahmearmen
erfaßt werden, Rollen. Diese sind an der Ober- und Unterseite des Behälters angebracht, damit ein Absetzen auf
beiden Fahrzeugseiten erfolgen kann. Die Behältertüren befinden sich im abgesetzten Zustand des Behälters an
dessen Ober- und Unterseite. Ist der Behälter auf dem Fahrzeug, so befinden sich die Behältertüren an der linken
und rechten Fahrzeugseite.
Es folgt die Erläuterung der Erfindung anhand von Bild 3:
- I. Der linke Aufnahmearm a wird so gesteuert, daß sein Haken unter der dazugehörigen Querstange f am Behälter liegt. Der rechte Aufnahmearm b wird leicht angehoben und fährt bis in die Nähe des Containers aus.
- II. Durch Ausfahren des linken Aufnahmearms erfaßt der Haken seine dazugehörige Querstange f am
Behälter.
Bei schräg stehendem Behälter müssen die Schritte I und II mit jedem der beiden linken Aufnahmearme a und jedem der beiden rechten Aufnahmearme b einzeln durchgeführt werden, ansonsten können sie parallel geschaltet werden. - III. Die beiden Aufnahmearme a werden ausgefahren, wobei sich die Vorderseite des Behälters vom Boden
hebt. An seiner Hinterseite steht der Behälter auf seinen Rollen.
Bei schräg stehenden Containern werden im Arbeitsschritt III die Haken der linken bzw. rechten Seite parallel gestellt. - IV. Die beiden Aufnahmearme a werden nun zum Fahrzeug geschwenkt, wobei sich der Behälter auf die Rolle der beiden Aufnahmearme b legt. Für die Rollen sind am Behälter entsprechende Schienen vorzusehen.
- V. Während die beiden Aufnahmearme a weiter geschwenkt werden, bewegen sich die zu den Aufnahmearmen b gehörenden Querstangen in die Hakenmäuler an den Aufnahmearmen b. Da ab diesem Zeitpunkt der Abstand der Haken der linken und der rechten Seite durch den Abstand der Querstangen am Behälter festgelegt ist, müssen nun die Ausnahmearme a entsprechend ihrer Schwenkbewegung eingefahren werden. Schließlich werden nun auch die beiden Aufnahmearme b eingefahren.
- VI. Die Aufnahmearme b sind so weit eingefahren, daß der Behälter links auf der Stütze c liegt. Die restlichen Bewegungen erfolgen durch die Aufnahmearme a.
- VII. Der Behälter hat die Transportstellung erreicht und liegt auf den Stützen c auf. Die Hydraulik ist entlastet.
Die Zylinder sind zur Sicherheit gesperrt.
Soll der Behälter an verschiedene Ladehöhen angepaßt werden, so kann das durch gleichzeitiges Ausfahren der linken und rechten Aufnahmearme a und b geschehen. - VIII. Zur Behälterentleerung wird zum Beispiel die linke Behälterseite festgehalten und die rechte Behälterseite durch Schwenken der Aufnahmearme a gehoben.
Claims (7)
1. Wechselbehältersystem zum Manipulieren von Containern mit der Ladeeinrichtung eines Lastfahrzeuges,
mit der ein oder mehrere Container seitlich auf das Fahrzeug auf- und vom Fahrzeug abladbar, sowie zur
Entleerung kippbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß
- - die Ladeeinrichtung mindestens zwei teleskopierbare linke Aufnahmearme (a) umfaßt, die über auf der linken Fahrzeugseite am Fahrzeugrahmen angebrachte Schwenkachsen senkrecht zur Fahrzeuglängsachse schwenkbar sind, sowie mindestens zwei teleskopierbare rechte Aufnahmearme (b) umfaßt, die über auf der rechten Fahrzeugseite am Fahrzeugrahmen angebrachte Schwenkachsen senkrecht zur Fahrzeuglängsachse schwenkbar sind,
- - die Aufnahmearme (a, b) an ihren freien Enden Greifmittel, z. B. Haken, aufweisen und
- - zum Manipulieren eines entlang einer Fahrzeugseite stehenden Containers an der den Aufnahmearmen zugewandten Containerseite oben und unten Kupplungsmittel (f), z. B. Ösen oder Querbolzen, derart angebracht sind, daß die Aufnahmearme (a oder b), deren Schwenkachsen sich näher zum Container befinden, an den oberen Kupplungsmitteln (f) angreifen und die Aufnahmearme (b oder a), deren Schwenkachsen sich weiter weg vom Container befinden, an den unteren Kupplungsmitteln (f) angreifen.
2. Wechselbehältersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß von beiden Fahrzeugseiten aus
jeder Container durch Hydraulikzylinder zum Teleskopieren und Schwenken an jedem Aufnahmearm (a,
b) gleichwertig nach links und nach rechts bewegt werden kann.
3. Wechselbehältersystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich an den freien Enden
der Aufnahmearm (a, b) zusätzlich zu den Greifmitteln Rollen mit einer Rollenachse in
Fahrzeuglängsrichtung oder Gleitelemente befinden, über die ein Container beim Aufnehmen oder
Absetzen geführt und abgestützt wird.
4. Wechselbehältersystem nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Container in neben den Fahrzeugseiten abgesetzten Zustand an den Ober- und Unterseiten durch
Türen verschließbare Öffnungen aufweisen, durch die die Container von oben gefüllt und nach Aufnahme
auf das Fahrzeug mittels entsprechender Bewegungen der Aufnahmearme (a, b) seitlich gekippt und
dadurch entleert werden können.
5. Wechselbehältersystem nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
im abgesetzten Zustand der Container an der den Kupplungsmitteln (f) gegenüberliegenden Seite jedes
Containers an der Containerunterseite und an der Containeroberseite Rollen angebracht sind.
6. Wechselbehältersystem nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die linken und die rechten Aufnahmearme (a, b) gleich gestaltet sind.
7. Wechselbehältersystem nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
jeder Container an allen im abgesetzten Zustand des Containers senkrechten vier Seiten mit
Kupplungsmitteln (f) für die Greifmittel der Aufnahmearme (a, b) versehen ist.
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE19914100100 DE4100100C2 (de) | 1991-01-04 | 1991-01-04 | Wechselbehältersystem mit hydraulisch schwenk- und ausfahrbaren Aufnahmearmen an einem Fahrzeug zur seitlichen Behälteraufnahme |
Publications (2)
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Country Status (1)
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1991
- 1991-01-04 DE DE19914100100 patent/DE4100100C2/de not_active Expired - Fee Related
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