-
Verfahren zur Herstellung von Torfbriketten. Die Erfindung bezieht
sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Torfbriketten. Bisher sind die Bemühungen,
Torfbrikette herzustellen, immer daran gescheitert, daß die Herstellungskosten der
Brikette zu hoch waren, um den Wettbewerb mit anderen Brennstoffen aufnehmen zu
können. Alle Bemühungen, die Verfahren wirtschaftlich zu gestalten, hatten keinen
praktischen Erfolg. Auch der Vorschlag, den Torf an der Luft zunächst bis auf 4.o
bis 6o Prozent schnell vorzutrocknen, ihn dann mit bekannten Mitteln auf 15 Prozent
künstlich weiter zu trocknen und schließlich zu brikettieren, bringt keine Lösung
des Problems, weil die Vortrocknung an der Luft zwar billig und w#irtschaftlich
ist, die bisher bekannten Verfahren der künstlichen Nachtrocknung aber und die Brikettierung
erhebliche Mittel erfordern, die nach wie vor die Wirtschaftlichkeit in Frage stellen.
-
Das Verfahren gemäß vorliegender Erfindung, das sich nur auf den zweiten
und dritten Verfahrensschritt der Torfbrikettierung, d. h. auf die künstliche Fertigtrocknung
des auf 4o bis 50 Prozent vorgetrockneten Gutes und die Brikettierung, bezieht,
bringt zum ersten Male eine vollständig wirtschaftliche Lösung und gestattet die
Herstellung eines billigen Briketts. Bisher war es üblich, bei künstlicher Fertigtrocknung,
die das Trockengut in unmittelbare Berührung mit ,aus Kesselfeuerungen, Motorabgasen
usw. herrührenden und daher stark lufthaltigen Heizgasen brachte, die Verbrennungstemperatur
des Heizgases durch reichliche Zusetzung von Luft herabzusetzen, um nicht mit Rücksicht
auf den Sauerstoffgehalt der Heizgase eine Explosion oder Entzündung des rasch entwässerten
Trockengutes herbeizuführen. Der Wärmeaustausch wurde dadurch einerseits erschwert,
andernteils aber das träge zu fördernde Gasvolumen unnötig vergrößert. Somit wurde
der Vorteil, bereits zum größten Teil ausgenutzte Heizgase zu verwenden, aufgehoben.
Das vorliegende Verfahren verzichtet auf die Abgase irgendwelcher Art, bildet dagegen
die Heizgase selbständig durch Vergasung des Torfes (unter Ausnutzung der Schwelerzeugnisse),
macht aber den Betrieb dadurch wirtschaftlich, daß das Generatorgas in seiner fühlbaren
Wärme durch regelbar zugeführte Luft ausgenutzt und mit möglichst wenig - etwa 3
Prozent - Luftüberschuß
verbrannt wird, wodurch auch glas Gasvolumen
verringert wird, andernteils aber die Selbstentzündung sicher auch dadurch vermieden
wird, daß das Gas im Gleichstrom durch das Halbtrockengut geleitet wird und mit
dem feuchtesten Teil zusammen: kommt.
-
Hierfür wird ein Generator -mit an sich bekanntem Schwelaufsatz benutzt,
der mit Torf von etwa 3o Prozent Wassergehalt vder Torfbriketten. also einem an
Ort und Stelle vorhandenen . Heizmaterial, beschickt wird. Dieser Generator liefert
ein Torfgas, das mit einem Luftüberschuß von etwa nur 3 Prozent verbrannt werden
kann und damit hervorragend für die Erzeugung des ntotwendidigen sauerstoffarmen
Heizgases geeignet ist.
-
Eine Anlage zur Durchführung der künstlichen Fertigtrocknung und der
Brikettferung des Halbtrockentorfgutes gemäß der Erfindung ist auf der Zeichnung
schematisch dargestellt.
-
Das auf dem Felde nach einem der bekannten Verfahren auf 4.o bis 6o
Prozent: Wassergehalt luftgetrocknete Torfgut wird durch den Trichtera der Trockendrehtrommel
b zugeführt. Eine zweckmäßige Konstruktion der Trockentrommel b ist durch den eingezeichneten
Querschnitt der Trommel veranschaulicht. Nach der künstlichen Fertigtrocknung auf
15 Prozent Wassergehalt gelangt das Trockengut aus dem hinteren Ende der Trommel
in eine Fördervorrichtung c, die es in Trichter d über Brikettpressen ,a führt,.
in denen dann die Brikettierung erfolgt. Die Brikettpressen e werden durch eine
Gasmaschine i getrieben, welche das Betriebsgas in weiter beschriebener Weise erhält.
-
Die künstliche Fertigtrocknung in der Trockentrommel b erfolgt durch
sauerstoffarme Heizgase, die im Gleichstrom mit dem Trockengut durch die Trommel
geleitet werden. Zur Erzeugung dieser Heizgase ist ein Generatorg vorgesehen, der
mit dem an Ort und Stelle vorhandenen Torf von etwa 30 Prozent Wassergehalt oder
mit Torfbriketten gespeist wird. Die Generatorgase fließen durch einen Schacht h
in eine Verbrennungskammer k, «#o sie in geeigneten Brennern mitt etwa 3 Prozent
L uftüberschuß vollständig verbrennen. Die Luftzufuhr erfolgt durch eine Leitung
g. Das so erzeugte Heizgas ist sauerstoffarm und kann, da durch das Fehlen des Sauerstoffes
die Exp:os:ons- und Entzündungsgefahr des Trockengutes verhütet ist, mit seiner
vollen Verbrennungswärme in die .Trokkentrommel geleitet werden. Die volle Ausnützung
der Wärme unter Ausschließung der Explosionsgefahr wird dadurch gesichert, daß das
Gas im Gleichstrom mit dem Trocknungsgut fließt, da mit Rücksicht auf die Temperaturhöhe
des Gases seine erste Berührung mit solchem Trocknungsgut erfolgen muß, das noch
seinen ganzen Wassergehalt von ¢o bis 6o Prozent besitzt. Hier. bei wird gleichzeitig
die Temperatur der Heizgase sofort und sehr bedeutend herabgesetzt.
-
Nach. der Wärmeabgabe gelangen die Heiz-5ase, mit dem bei der Trocknung
erzeugten Wasserdampf vermengt, zum Teil in eine Leitung m, die in einen Luftvorwärmer
und dann ins Freie führt, zum anderen Teil in eine Leitung 1, .aus der sie gegebenenfalls
mit Hilfe eines Gebläses n wieder hinter die Verbrennungskammer in, die Heizgase
geleitet werden, um nach. Überhitzung von neuem in die Trokkentromm,el zu gelangen
und hier als überhitzter Wasserdampf in bekannter Weise auf das Trockengut zu wirken.
-
Das Gen:eratorgas wird gleichzeitig zum Antrieb der Gasmaschine für
die Brikettpressen benutzt, zu welchem Zwecke dem Generatorgas vor der Verwendung
in. der Gasmaschine jeder wertvolle Nebenbestandteil, wie Urteer u. dgl., entzogen
wird. Die Generatorgase aus dem oberen Schwelaufsatz g1 fließen durch eine Leitung
i zum Teerabscheider t
und Kühler s und werden nach der Gasmaschine
(geführt. Die Anlage wäre etwa so zu denken, daß die Leitungh etwa zwei Drittel
-und die Leitung i aber ein. Drittel der entwickelten Gase abführt.