DE405477C - Geraet zum Abschnueren eines Koerpergliedes - Google Patents
Geraet zum Abschnueren eines KoerpergliedesInfo
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- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61B—DIAGNOSIS; SURGERY; IDENTIFICATION
- A61B17/00—Surgical instruments, devices or methods
- A61B17/12—Surgical instruments, devices or methods for ligaturing or otherwise compressing tubular parts of the body, e.g. blood vessels or umbilical cord
- A61B17/132—Tourniquets
- A61B17/1322—Tourniquets comprising a flexible encircling member
- A61B17/1325—Tourniquets comprising a flexible encircling member with means for applying local pressure
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Description
Die bisher bekannten Aderpressen, auch »Tourniquets« genannt, besitzen in der Regel
eine längs der Preßspindel verschiebbare Platte mit Gurte zum Anschnallen des Ganzen
an dem zu behandelnden Gliede und eine am Spindelende sitzende Preßplatte, Pelotte,
Polster ο. dgl. zum Ausüben eines Druckes auf die Ader.
Bei öfterem Gebrauche der Presse ist die ίο Gurte einer starken Abnutzung unterworfen,
die zum weitaus größten Teile von dem unvermeidbaren Sterilisieren und Auskochen
herrührt, weshalb es oft vorkommt, daß die Gurte beim Anschnallen an das Glied zerreißt,
so daß, wenn kein Ersatz zur Stelle ist, das Leben des Verwundeten in Gefahr kommt.
Auch die Pelotte, weil meistens aus vegetabilischem oder animalischem Stoffe hergestellt,
wird nach mehrmaligem Sterilisieren und durch langes Lagern unbrauchbar.
Gegenstand der Erfindung ist nun eine Presse für Kompressionsverbände, bei der
weder eine Gurte zum Anschnallen des Ganzen am Gliede noch eine besondere Pelotte
aus Stoff erforderlich sind. Diese Wirkung wird dadurch erreicht, daß die nämliche zum
Einschnüren des Gliedes evtl. Verbinden der Wunde dienende Binde auch zum Befestigen
der Presse an dem Gliede Verwendung findet, so daß die Platten der Presse pelotten-
und riemenfrei hergestellt werden können und die Preßwirkung lediglich auf den Verband
ausgeübt wird. Zu diesem Zwecke wird mindestens die längs der Spindel verschiebbare
Platte in länglicher Form ausgeführt und damit ein Einbinden der ganzen Presse in den um das Glied zu legenden Verband
ermöglicht.
Die Zeichnung veranschaulicht zwei Ausführungsbeispiele der neuen Presse.
Abb. ι zeigt das erste Ausführungsbeispiel im Längsschnitt,
Abb. 2 in Draufsicht, und Abb. 3 zeigt eine Einzelheit in Draufsicht;
Abb. 4 und 5 zeigen die Vorrichtung in der Anwendung an einem Oberarm in Vorderansicht
und im Längsschnitt; Abb. 6 zeigt das zweite Ausführungsbeispiel ebenfalls im Längsschnitt.
Bei der Ausführung nach Abb. 1 bezeichnet α die Preßspindel mit Griff 2, 3 die am
unteren Ende der letzteren drehbar angebrachte Preßplatte und 5 eine mittels eines
Muttergewindes auf der Spindel verschiebbare Platte. Diese wie auch die Platte 3 besitzen
längliche Form; die Platte 3 ist flach, wogegen die Platte 5 leicht nach abwärts gewölbt
und auf der Oberseite mit kleinen Zähnen 7 versehen ist, deren Zweck weiter .unten dargelegt
wird. Das das Muttergewinde aufnehmende Auge 8 der Platte 5 trägt mehrere Querschlitze 9 (Abb. 3), die es federnd
machen; eine auf einem Außengewinde des Auges 8 sitzende Überwurfmutter 10 ermöglicht,
das Auge 8 kräftig gegen die Spindel 1 \ zu pressen und so diese in jeder beliebigen
Lage festzustellen.
Die beschriebene Presse kann beispielsweise an Stelle der bekannten Aderpresse zum Unterbinden
der Blutzirkulation benutzt werden; hiebei verfährt man wie folgt:
Man nimmt eine beliebige Binde oder Krawatte und wickelt sie mehrmals an der erforderlichen
Stelle um die Gliedmaße; dann setzt man die Presse in derjenigen Stellung,
in welcher die Platte 5 vollständig auf die Platte 3 niedergeschraubt ist, mit der Platte 3
so auf das Glied, daß die um das letztere gewickelten Bindenumgänge dieser Platte als
Unterlage dienen. Nun wickelt man die Binde abwechselnd um das Glied und um die Oberseite
der Platte 5, wobei die Zähne 7 der Binde Führung verleihen, so daß eine entsprechend
breite, den Preß druck auf eine verhältnismäßig große Fläche verteilende 8g Manschette entsteht und die beiden Platten
gänzlich in den Verband hineinzuliegen kommen (Abb. 4 und'5), worauf man die Binde
durch einfaches Verknoten ihrer Enden oder mittels einer Sicherheitsnadel verschließt.
Jetzt dreht man die Spindel 1 in dem Sinne, daß die Platte 5 gehoben, mithin die Platte 3
auf 'den um das Glied gelegten Verband gedrückt wird, die auf der Platte 5 sitzenden
Windungen aber nach außen gestreckt werden. Dadurch werden drei verschiedene Wirkungen
auf das Glied ausgeübt; nämlich:
1. ein zentrisch gerichteter Druck von seiten
der Platte 3,
2. auf beiden Seiten: im Umfangssinne gerichtete Züge durch die von der Platte 5
hochgezogenen Bindenteile, und
3. wird zwischen der Platte 3 und den beiden Seitenflächen des Gliedes je ein kombinierter
Druck bewirkt, der von den unter 1 und 2 genannten seitlich ausstrahlenden Kraftwirkungen
herrührt. Diese Kraftwirkungen bewirken in ihrer Gesamtheit ein Zusammenpressen der Fleischteile und der großen Blutgefäße
und damit eine fast augenblickliche Aufhebung der Blutzirkulation, wobei zugleich
die Schmerzhaftigkeit auf ein Mindestmaß beschränkt wird. Um den einmal erzeugten
Druck auf das Glied dauernd beizubehalten, braucht man nur durch Anziehen der. Mutter 8 die Spindel 1 festzulegen. Ein wesentlicher
Vorteil der neuen Presse ist, daß dieselbe ohne Rücksicht auf den Verlauf der Blutgefäße von jeder beliebigen Stelle der
Gliedmaße, am besten von der äußeren blutuncl nervenarmen Seite aufgesetzt werden
kann. Dadurch wird bei gleicher Wirkung die Schmerzhaftigkeit ausgeschaltet. Die
Presse gestattet auch eine Blutstillung ohne gänzliche Abschnürung des Gliedes, so daß
durch Aufsetzen der Platte 3 auf die mit Gaze bedeckte Wunde eine unmittelbare Korn- j
pression des Verbandes erzielt werden kann. \ 1st eine Lockerung des Verbandes, z. B.
beim Transport des Patienten, nötig, so kann ; letzterer nach Lösen der Überwurfmutter 10 j
die Spindel 1 etwas lockern, womit die Blutzirkulation im gewünschten Maße wieder er- ·
möglicht wird.
Beim Ausführungsbeispiel nach Abb. 6 ist die Schraubenspindel 1 hohl ausgeführt und
sitzt drehbar auf einem in der Platte 3 festsitzenden Stift 11, der oben ein Gewinde 12
trägt. Eine auf dem letzteren sitzende Stellmutter 13 ermöglicht, die Spindel 1 kräftig
gegen ihren Sitz auf der Platte 3 zu pressen und so dieselbe gegen ungewolltes Drehen zu
sichern. Die Mutter ist mit kleinen Bohrungen 14 für den Eingriff von Stiften eines j
Schlüssels 15 versehen; mit Hilfe des letz- ι teren kann die Mutter gedreht und damit, j
'wie schon erwähnt, die Spindel gegen Drehung ; gesichert werden; nach Wegnehmen dieses ]
Schlüssels vom Stift 11 ist es dem Patienten ; unmöglich gemacht, den Verband zu lockern i
oder sonstwie zu beeinflussen. Dieses Verfahren dürfte hauptsächlich bei Anwendung
der Bierschen Stauung von großem Vorteil sein.
Wie schon erwähnt, ist zum Befestigen der Presse am Gliede eine Gurte nicht nötig,
es sind überhaupt keine vegetabilischen oder animalischen Teile, sondern nur metallische
an der Presse vorhanden, damit wird ermöglicht, daß dieselbe ohne Auseinandernehmen
beliebig lange und beliebig oft ohne Schaden ausgekocht werden kann. Auch durch langes
Lagern wird 'die stetige und unfehlbare Betriebsbereitschaft
nicht beeinträchtigt. Zufolge der Verwendungsmöglichkeit jeder beliebigen Binde ist auch an der unzugänglichsten
Stelle, z. B. in der Leistengegend, ein direkter Kompressivverband mit Einbezug der
Wunde möglich. In diesem Falle ist durch Auflegen der Platte 3 auf die mit der steilen
Gaze bedeckte Wundöffnung und nachheriges Pressen eine direkte Blutstillung möglich,
ohne Ganzabschnürung des Gliedes, was namentlich bei kleinen, aber oft sehr stark blutenden
Wunden von großem Vorteil ist.
Ein weiterer Vorteil der beschriebenen Presse liegt darin, daß durch die Abschnürung
des Körpergliedes auf ganzem Umfang eine vollständige Blutleere hervorgerufen wird, r8s
was bei bisherigen Apparaten nicht möglich war.
Claims (3)
1. Apparat zum Abschnüren eines Körpergliedes mit einer längs einer Schraubenspindel
verschiebbaren Spannplatte und einer am unteren Spindelende befestigten Preßplatte, dadurch gekennzeichnet, daß
die Platten pelotten- und riemenfrei ausgebildet und länglich gestaltet sind, so daß
sie zusammen mit der sie verbindenden Spindel erst dann in die Binde eingelegt und eingewickelt werden, wenn diese vorher
mit einigen Wicklungen um das abzuschnürende Glied gewickelt ist, worauf dann beim Auseinanderbewegen der Platten
durch Drehen der Preßspindel ein Teil 'der Bindenlagen nach innen gegen das abzubindende Glied und der andere
Teil nach außen gedrückt wird.
2. Apparat nach Anspruch 1, dadurch gekenzeichnet, daß die Spannplatte mit ein
Abrutschen des Bindenverbandes verhindernden Vorsprüngen ausgestattet ist.
3. Apparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßspindel mittels
an sich bekannter Schraubensicherungen gegen ungewolltes Drehen sperrbar ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH99622T | 1922-05-27 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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ID=7166004
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
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Country Status (5)
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Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE202007001264U1 (de) * | 2007-01-29 | 2007-09-06 | Bieniek, Johann | Dialyse-Abdrück-Gerät |
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-
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- 1922-05-27 CH CH99622D patent/CH99622A/de unknown
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-
1923
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- 1923-05-28 NL NL24481A patent/NL13917C/xx active
- 1923-05-31 GB GB1433323A patent/GB203281A/en not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| GB203281A (en) | 1923-09-06 |
| CH99622A (de) | 1923-07-02 |
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| FR566763A (fr) | 1924-02-20 |
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