DE3907351C2 - Eingießtrichter einer Kokille - Google Patents
Eingießtrichter einer KokilleInfo
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Description
Die Erfindung betrifft den Eingießtrichter einer Kokille,
insbesondere einer Vorband-Brammenkokille, wobei dieser zur
Aufgabe von Metallschmelze am oberen Bereich der Kokille
zwischen sich nach oben zu erweiternden Innenwandungen mit
veränderlichen Konturen ausgebildet ist.
Bekanntlich ist die jeweils erforderliche Formänderung der
sich allmählich ausbildenden Strangschale eines Gießstranges
im Eingießtrichter der Kokille auf dem Wege vom Beginn der Er
starrung bis zum Austritt des Metallgießstranges aus der
Kokille, insbesondere kurz unterhalb des Metallbadspiegels,
nicht gleichmäßig verteilt. Dadurch kann es zu Störungen bei
der Erstarrung der Strangschale des Gießstranges kommen.
Voraussetzung für eine gleichmäßige Erstarrung der
Strangschale des Gießstranges in der Kokille ist eine
gleichmäßige Anlage der Strangschale an den üblicherweise aus
Kupfer bestehenden Kokillenwandungen und zwar über die gesamte
Länge und Breite im Eingießtrichter. Damit verbunden ist auch
das Erfordernis einer gleichmäßigen Wärmeabfuhr und
Verhinderung von Ablöseerscheinungen der Strangschale von den
Wandungen des Eingießtrichters. Wird nämlich ein Ablösen der
Strangschale nicht verhindert, so können ungleich dicke
Strangschalenstücke entstehen, die durch ungleichmäßige Anlage
an den Kühlflächen zur Bildung von Hohlräumen führen, in, die
flüssige Schlacke eindringen kann, die nicht nur in diesen
Bereichen zu ungleichmäßig starken Abkühlungen der
Strangschale führen, sondern auch Depressionen und Risse zur
Folge haben. Ein Ablösen der Strangschale von den Wandungen
des Eingießtrichters wird nur dann verhindert, wenn das
Strecken- oder Plattenmoment aus dem ferrostatischen Druck an
jeder Stelle der Strangschale größer ist als das Kollektiv der
Strecken- und Plattenmomente aus dem thermischen Einfluss
(Strangschalen-Temperaturdifferenz) und dem Strecken- und
Plattenmoment der jeweils erforderlichen Verformung des
Metallgießstranges. Diese Bedingungen werden am ehesten und am
sichersten dann erreicht, wenn große Strecken- und
Plattenabschnitte vom ferrostatischen Druck belastet sind, und
zwar bei gleichzeitig kleinsten Verformungswegen. Darüber
hinaus muss zusätzlich noch gesichert sein, dass die sich
einstellende permanente Verformung des Metallgießstranges
bestimmte Grenzdehnwerte im Bereich der Fest-Flüssig-Phase
nicht überschreitet. Dies wird bei einer Verteilung der
Gesamtverformung des Metallgießstranges auf lange
Streckenabschnitte eher erreicht, als wenn die Verformung des
Metallgießstranges nur in kurzen Streckenabschnitten erfolgt.
Aus der DE 36 43 740 A1, insbesondere dem Anspruch 8, ist zu
entnehmen, dass die Breitseitenwände einer
Stahlstranggießkokilte zur Bildung eines Eingießbereiches nach
oben trichterförmig erweitert sind, und zwar bei einer Kokille
zum Stranggießen dünner Stahlbänder von 20 bis 70 mm Dicke mit
Gießgeschwindigkeiten über 2,5 m/min.
Ausgehend von dem hieraus erkennbaren Stand der Technik liegt
der Erfindung die Aufgabe zugrunde, den Eingießtrichter einer
Kokille so auszubilden, dass eine Verformung des Metallgieß
stranges auf eine größtmögliche Streckenlänge verteilt und
Depressionen sowie Rissbildungen in der Strangschale des Me
tallgießstranges vermieden werden.
Zur Lösung der Aufgabe wird mit der Erfindung bei dem
Eingießtrichter einer Kokille entsprechend dem Oberbegriff von
Anspruch 1 vorgeschlagen, dass die Konturen der Innenwandungen
so mit Radien ausgebildet sind, dass diese Radien in
Strangdurchlaufrichtung allmählich größer werdend in die
Konturen der Innenwandungen der Kokille übergehen.
Die Lehre der Erfindung macht deutlich, dass der
Eingießtrichter ein integrierender Bestandteil der Kokille
ist, wobei dessen erfindungsgemäße Formgebung mit Vorteil
vermeidet, dass sich zwischen Eingießtrichter und Strangschale
des beteiligten Stranges Hohlräume und/oder Depressionen oder
Rissbildungen ergeben. Dies ermöglicht die Herstellung von
vergleichsweise dünnen Metallsträngen mit homogener,
fehlerfreier Oberflächenbeschaffenheit von hoher Qualität.
Weitere Ausgestaltungen des Eingießtrichters nach der
Erfindung sind entsprechend den Unteransprüchen vorgesehen.
Dabei wurden mit Vorteil konstruktive Ausgestaltungen
vorgesehen, die dadurch gekennzeichnet sind, dass die Radien
in Strangdurchlaufrichtung mit gleichem Faktor zunehmen. Es
soll aber auch nicht ausgeschlossen sein, dass Radien in
Strangdurchlaufrichtung mit ungleichem Faktor zunehmen.
Eine weitere Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Formgebung
des Eingießtrichters einer Kokille kann auch darin bestehen,
dass der jeweilige Radius durch eine Biegekurve - nach Maßgabe
eines einseitig eingespannten Trägers mit Streckenlast -
ersetzt ist, derart, dass eine besonders gleichmäßige
Verformung des Gießstranges auf einer größtmöglichen
Streckenlänge erreicht wird.
Und schließlich ist die erfindungsgemäße Ausgestaltung des
Eingießtrichters dadurch gekennzeichnet, dass die die Kontur
der Innenwandung bildenden Radien so ausgelegt sind, dass sie
im Bereich eines Berührungspunktes eine Gerade bilden und
symmetrisch an den Ecken liegen.
Weitere Varianten und vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten
der Erfindung werden nachfolgend anhand von Zeichnungsfiguren
schematisch dargestellter Ausführungsbeispiele näher
erläutert:
Es zeigen:
Fig. 1 eine Kokille mit Eingießtrichter gemäß der
Erfindung in Draufsicht,
Fig. 2 einen Verlauf der Kontur der Innenwandung des
Eingießtrichters mit den Verlauf bildenden Radien
nach Fig. 1,
Fig. 3 eine weitere Variante des Verlaufs der Kontur der
Innenwandung des Eingießtrichters mit den Verlauf
bildenden Radien,
Fig. 4 eine Kokille mit Eingießtrichter gemäß der
Erfindung in Draufsicht mit optimalem Verlauf der
Kontur der Innenwandung und mit den Verlauf
bildenden Radien,
Fig. 5 eine Kokille mit Eingießtrichter gemäß der
Erfindung im Längsschnitt.
In Fig. 1 ist eine Kokille (1) mit Eingießtricher (2)
in Draufsicht dargestellt, dessen Kontur (3) der
Innenwandung einen nicht idealisierten eckigen Verlauf
zwischen den Wandpunkten (A, B, C, D) aufweist. Fig.
2 zeigt den idealisierten Verlauf der Kontur (3') der
Innenwandung des Eingießtrichters (2) gemäß der
Erfindung im Teilabschnitt (A-B) nach Fig. 1, wobei
die die Kontur (3') der Innenwandung bildenden Radien
(R1, R2) jeweils von einer senkrechten Linie (4, 5)
ausgehend so ausgelegt sind, daß sie sich im Punkt (E)
tangential berühren. Durch diesen idealisierten
Verlauf der Kontur (3') der Innenwandung des
Eingießtrichters (2) wird sehr vorteilhaft vermieden,
daß sich zwischen der Kokille (1) bzw. des
Eingießtrichters (2) und der Strangschale des
Metallgießstranges Hohlräume bilden, die zu Ablösungen
der Strangschale von der Kokillenwandung und damit zu
Oberflächenfehlern am Metallgießstrang führen können.
Fig. 3 zeigt eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung
des Verlaufs der Kontur (6) der Innenwandung eines
Eingießtrichters für die Metallschmelze in die
Kokille. Hierbei ist die Kontur (6) der Innenwandung
des Eingießtrichters (2) so ausgelegt, daß ihre Radien
(R1, R2) im Bereich des Berührungspunktes (F) eine
Gerade bilden und symmetrisch in den Ecken (G, H)
liegen. Die senkrechten Linien (7, 8) stellen die
Begrenzungen dar.
In Fig. 4 ist eine optimale Form des gesamten von den
Radien (R1, R2) gebildeten Verlaufes der Kontur (9)
der Innenwandung eines Eingießtrichters (2)
dargestellt, wobei die Radien (R1, R2) in
Strangdurchlaufrichtung größer werdend, in die Kontur
(9') der Innenwandung der Kokille (1) übergehen.
Der jeweilige Radius (R1) wird hierbei durch eine
Biegekurve (K) - nach Maßgabe eines einseitig
eingespannten Trägers mit Streckenlast - ersetzt.
Durch diese Ausbildung des Verlaufes der Kontur (9) der
Innenwandung des Eingießtrichters wird eine besonders
gleichmäßige Verformung des Metallgießstranges auf eine
größtmögliche Streckenlänge erreicht.
Bei der in Fig. 5 im Längsschnitt dargestellten
Kokille (10) mit Eingießtrichter (11) sind im
Eingießtrichter (11) die Kontur der Innenwandung des
Eingießtrichters (11) bildenden Radien durch
horizontal verlaufende, gestrichelte Linien (12, 13,
14, 15, 16) angedeutet. Die Kontur der Innenwandung
(17) des Eingießtrichters (11) ist in
Strangdurchlaufrichtung (18) so ausgebildet, daß die
Radien allmählich größer werdend, in die Kontur der
Innenwandung (19) der Kokille (10) übergehen.
Hierdurch wird erreicht, daß das Strecken- oder
Plattenmoment aus dem ferrostatischen Druck (20) an
jeder Stelle der Strangschale (11) größer ist als das
Kollektiv der Strecken- und Plattenmomente aus dem
thermischen Einfluß und dem Strecken- und
Plattenmoment der jeweils erforderlichen Verformung
des Metallgießstranges. Es werden daher große
Strecken- oder Plattenabschnitte vom ferrostatischen
Druck (20) belastet, und zwar bei kleinsten
Verformungswegen. Dies führt weiterhin nicht nur zu
einer gleichmäßigen Verteilung der jeweils
erforderlichen Formänderung der Strangschale des
Gießstranges im Eingießtrichter (11) der Kokille (10),
sondern auch zu einer gleichmäßigen Verteilung der
Gesamtverformung des Metallgießstranges auf lange
Streckenabschnitte, und zwar vom Beginn der Erstarrung
bis zum Austritt (21) des Metallgießstranges aus der
Kokille (10). Durch diese erfindungsgemäße Ausbildung
des Eingießtrichters (11) wird somit sehr vorteilhaft
erreicht, daß sich bei der Verformung des
Metallgießstranges auch die Strangschale des
Gießstranges so mit verformen kann, daß dabei
unzulässig hohe Grenzdehnwerte nicht überschritten und
dadurch Depressionen sowie Rißbildungen etc. in der
Strangschale mit Sicherheit vermieden werden. Dabei
kann die Kontur der Innenwandung des Eingießtrichters
(11) gegebenenfalls auch so ausgebildet sein, daß ihre
Radien in Strangdurchlaufrichtung (18) mit gleichem
oder auch ungleichem Faktor zunehmen. Allerdings muß
bei der Ausbildung der Kontur der Innenwandung des
Eingießtrichters darauf geachtet werden, daß die
Radien (R1, R2) in Strangdurchlaufrichtung jeweils nur
soviel größer werden bzw. um ein solches Maß
vergrößert werden, daß eine geometrische und zeitlich
homogene Verformung der Strangschale des
Metallgießstranges im Eingießtrichter (11)
gewährleistet ist. Durch die Einhaltung aller dieser
Maßnahmen gemäß der Erfindung wird die Herstellung von
Metallsträngen in einer Kokille mit Eingießtrichter,
insbesondere in einer Vorbandkokille, mit homogener,
fehlerfreier Oberflächenbeschaffenheit hoher Qualität
gewährleistet.
Claims (5)
1. Eingießtrichter einer Kokille (1, 10), insbesondere einer
Vorband-Brammenkokille, wobei dieser zur Aufgabe von
Metallschmelze am oberen Bereich der Kokille (1, 10) zwischen
sich nach oben zu erweiternden Innenwandungen (17) mit
veränderlichen Konturen ausgebildet ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die Konturen (3, 3', 6, 9) der
Innenwandungen (17) so mit Radien (R1, R2) ausgebildet sind,
daß diese Radien (R1, R2) in Strangdurchlaufrichtung (18)
allmählich größer werdend in die Konturen der Innenwandungen
(19) der Kokille (1, 10) übergehen.
2. Eingießtrichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Radien (R1, R2) in Strangdurchlaufrichtung (18) mit
gleichem Faktor zunehmen.
3. Eingießtrichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Radien (R1, R2) in Strangdurchlaufrichtung (18) mit
ungleichem Faktor zunehmen.
4. Eingießtrichter nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der jeweilige Radius (R1)
durch eine Biegekurve (K) - nach Maßgabe eines einseitig
eingespannten Trägers mit Streckenlast - ersetzt ist, derart,
daß eine gleichmäßige Verformung des Gießstranges
auf einer größtmöglichen Streckenlänge erreicht wird.
5. Eingießtrichter nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die die Kontur (3') der
Innenwandung (17) bildenden Radien (R1, R2) so ausgelegt sind,
daß sie im Bereich eines Berührungspunktes (F) eine Gerade
bilden und symmetrisch in den Ecken (G, H) liegen.
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