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Übertragungsgerät für meßbilder. Die Erfindung bezieht sich auf eine
Vorrichtung, welche dazu dient, nach zur räumlichen Betrachtung geeigneten Meßbildpaaren
Lage- und Schichtlinienpläne des aufgenominenen Geländes zu zeichnen oder im Raumin(-ifell
zu formen. Die Vorrichtung ist mit einem Paar allseitig einstellbarer kammerföriniger
Bildträger, sog. Bildmeßkammern, zur Aufnahme der 1:eiden 1Zeßbilder und einem Paar
als lleßmarkenträger dienender Kolliinatoren versehen. Die Bildmeßkammern un.1 die
Kolliinatoren führen die aus ihnen austretenden Strahlen durch einen teilweise spiegelnden
und teilweise lichtdurchlassenden Glaskörper, sog. Devilleschen Würfel, dein .Auge
des Beobachters zu. Die Beo')achtung erfolgt mittels eines zweiäugigen Betrachtungsgeräts.
Bei dein Übertragen tastet man unter Verstellung der Kollimatoren das beim gleichzeitigen
Betrachten der beiden Aleßbilder erscheinende Raumbild mit dein ebenfalls im Gesichtsfeld
räumlich erscheinenden Bild der beiden Knlliniat:)rinarken der Rauminarke ab und
legt dadurch die jedem einzelnen Punkt des Raumbildes entsprechende Stellung eines
Zeichen- oder Modellierstiftes fest.
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Die Erfindung bezweckt, für das Gerät eine möglichst einfache Gestaltuni;
zti erzielen. Hierzu ist jeder aer beiden Devilleschen Würfel mit einem feststehenden
Teil des Gerätes, beispielsweise mit der Mattscheibe, auf welcher je eines der beiden
Meßtrilder zugleich finit der lleßinarke dein Beobachter dargel;oten wird, fest
vereinigt, so daß es keiner Verstellung des Devilleschen Würfels in Abhängigkeit
von dein Meßmarkenkollimator l:edarf.
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Um bei dieser Anordnung die erforderliche Gesichtsfeldgröße zu erzielen,
wird gemäß der Erfindung jeder der beiden Bildnießkammern ein weiteres Objektiv
zwischen dem Kammerobjektiv und dein Devilleschen Würfel zugeordnet, welches sich
in fester Lage zum Dev illeschen Würfel befindet, unabhängig von der jeweiligen
Einstellung der Bildnießkammern.
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Ein Ausführungskeispiel des neuen Übertragungsgerätes ist auf der
Zeichnung wesentlieh schematisch veranschaulicht, und zwar zeigt: Abb. i eine Schrägansicht
der Gesamtanordnung und Abb. 2 eine Einzelheit.
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Die beiden Bildmeßkammern, welche zur Aufnahme der Teilbilder des
Raumbildes bestimmt sind, sind mit al, a. bezeichnet. Die Objektive dieser Kammer
tragen die Bezeichnung b" b,. jeder der beiden BilrIineßkaminern ist ein Devillescher
Würfel c" c. zugeordnet, d. h. ein Verbundprisma, in dessen Trennungsebene eine
halb durchsichtige Spiegelschicht liegt. Zwischen den Kammerobjektiven bl, b_ und
den Devilleschen Würfeln c" c.; liegen fest mit diesen Würfeln verbundene Projektionsobjektive
d" d_.
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An die Devilleschen Würfel c- setzen sieh Kammern e" e, an; deren
Bildebenen eine Optik für zweiäugige Betrachtung vorgelagert ist. Die Teilbilder
des Raumbildes werden aus den Bildmeßkammern a" a._ durch Vermittlung der Objektive
b und d und der Devilleschen Würfel c in die Betrachtungsebene des
Betrachtungsgerätes f projiziert, so daß l:ei entsprechender Einstellung der Bildmeßkammern
.-furch das Betrachtungsgerät f ein Raumbild wahrgenommen wird, welches dein Naturbild
entspricht.
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Außer den Bildmeßkammern a1, a. sind den Devilleschen Würfeln c" c_
Kollimatoren gl, g_ vorgelagert, welche Marken h" lt, tragen, deren Bildstrahlen
den Devilleschen Würfeln durch Vermittlung von Objektiven il, i_ zugeführt wenden.
Infolge dieser Markenprojektionseinrichtung g nimmt der Beo"achter durch das Betrachtungsgerät
f in seinem Gesichtsfelle, 1-ei entsprechender Einstellung der Kollimatoren g, eine
räumliches 'Markenbild wahr, mit dem er das Naturraumbild abzutasten vermag, wenn
er die Kollimatoren g entsprechend verschwenkt.
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Die Bildmeßkammern a und die Kollimatoren g sind vor den Devilleschen
Würfeln nach allen Richtungen verschwenkbar. Dies ist hei den Bildmeßkammern nach
der schematischen Darstellung der Zeichnung dadurch erreicht, daß jede Bildmeßkammer
auf einem Kreuzgelenk (Kardangelenk, Theodolitkopf o. dgl.) gelagert ist, dessen
beide zueinander
senkrechten Drehachsen bei k und.
l (Abb.2) angedeutet sind. Außerdem ist der Kreuzgelenkträger m um eine zu
den beiden Achsen senkrechte dritte Achse einstellbar. Die Einstellungen um sämtliche
drei Achsen sind an Teilungen abzulesen. Von diesen sind auf der Zeichnung nur zwei,
n,_ und n2, veranschaulicht.
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Die Einstellung der Kollimatoren g erfolgt einerseits durch Drehung
um zueinander konachsiale Achszapfen o1, o; und anderseits durch Drehung um parallele
Achsen p1, p2 (Abb. i).
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Die Röhre der Kollimatoren g sind durch Parallelogrammführungen, deren
Glieder einerseits von den Achszapfen öl, o, und anderseits von Gabelstangen r1;
r2 gebildet werden, mit Lenkern q1, q2 verbunden. Die Lenker q1, q2 greifen an Schratibenholzen
s1, s2 an, «-elche einen den Zeichenstift t tragenden Schlitten it durchsetzen.
Die Angriffspunkte der Lenker können an dem Schlitten ic in zwei zueinander senkrechten
Richtungen verstellt werden. Nach der Darstellung der Zeichnung erfolgt die Verstellung
des Angriffspunktes jedes Lenkers einerseits durch Höhenverstellung des mit ihm
verbundenen Schraubenl:olzens s1, s_ und anderseits idurch Verschiebung .des in
einem Führungsschlitz v des Schlittens ic gleitenden Schiebers v1, v2.
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Der Zeichenstiftträger ic ist zwischen Schienen w quer verschiebbar.
Der die Schienen a, enthaltende .Körper selbst kann mittels der Gleitschuhe x an
einem weiteren Schienenpaar y in der Längsrichtung bewegt werden. Die Benutzung
und Wirkungsweise ist folgende Die Teilbilder des Raumbildes wenden in die Bildmeßkammern
a eingesetzt und diese darauf so verstellt, daß die Bilder zueinander die gleiche
Lage haben wie hei der Aufnahme. Diese Lage sei hier als bekannt vorausgesetzt.
Bei Beobachtung durch das Gerät f zeigt sich dann demBeobachter einRaumbild desiNaturgegenstandes.
Die Einstellung der Meßbil'dkammern in der angegehenen Weise bewirkt also ein Überführen
der windschiefen Aufnahme zu einer parallelachsigen Aufnahme. Man verschiebt jetzt.
den Zeichenstift, indem man - dessen Träger u zwischen den .Schienen w und den Geräteteil,
zu dem: die Schienen gehören, mittels der Gleitschuhe x auf den Schienen y verschiebt
und markiert mit dem Stift auf der Ebene diejenigen Punkte, bei welchen das Raumbild
der Marken hl, h2 in der Oberfläche des Raumbildes des Naturgegenstandes liegt.
Auf diese Weise kann man eine Schnittlinie des Raumbildes zeichnen. Damit diese
Schnittlinie jeweilig den gewünschten Schnitt durch den Gegenstand darstellt, 'ist
das .ganze Gerät passend zur Zeichenebene einzustellen. Hat beispielsweise die Aufnahme
ungefähr senkrecht zur Wagerechten stattgefunden und sind Schichtlinien zu zeichnen,
dann stellt man die Kammern e1, e; so ein, daß ihre Bildebenen parallel zur Zeichenebene
liegen. Dies geschieht durch Drehen der Kammern e um die Achse o1, o2, um welche
auch, wie oben angegeben wurde, die Kollimatoren g drehbar sind.
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Im allgemeinen wird der Neigungswinkel zur Wagerechten für jede der
beiden Aufnahmekammern verschieden sein. Man stellt dann zweckmäßig die Betrachtungskammern
el, e. so ein, daß ihre zusammenfallenden oder zueinander parallelen Bildebenen
eine Mittelstellung zu den beiden Aufnahmestellungen einnehmen. Die Bildmeßkammern
a1, a_ werden jedesmal richtig zu der Bildebene eingestellt, auf welche die Betrachtungskammern
e1, e2 eingestellt sind.
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Um eine Kartenzeichnung in einem bestimmten Maßstahe auszuführen,
ist eine Einstellung der Schieber v1, v2 entsprechend dem gewünschten Maßstäbe vorzunehmen.
Durch ein Verstellen der Schraubenbolzen s1, s2 gegenüber den Schiebern v1, v2,
wird eine Änderung der jeweilig auf dem Kartenblatt zur Verzeichnung gelangenden
Schichthöhe bewirkt.