DE3750396T2 - Optisch aktive 2,3-Dihydrobenzoxazinderivate und Verfahren zu deren Herstellung. - Google Patents

Optisch aktive 2,3-Dihydrobenzoxazinderivate und Verfahren zu deren Herstellung.

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DE3750396T2
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Shohgo Daiichi Seiyak Atarashi
Isao Daiichi Seiyaku Hayakawa
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D265/00Heterocyclic compounds containing six-membered rings having one nitrogen atom and one oxygen atom as the only ring hetero atoms
    • C07D265/281,4-Oxazines; Hydrogenated 1,4-oxazines
    • C07D265/341,4-Oxazines; Hydrogenated 1,4-oxazines condensed with carbocyclic rings
    • C07D265/361,4-Oxazines; Hydrogenated 1,4-oxazines condensed with carbocyclic rings condensed with one six-membered ring

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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Heterocyclic Carbon Compounds Containing A Hetero Ring Having Nitrogen And Oxygen As The Only Ring Hetero Atoms (AREA)
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  • Nitrogen And Oxygen Or Sulfur-Condensed Heterocyclic Ring Systems (AREA)

Description

  • Die Erfindung betrifft optisch aktive 3,4-Dihydrobenzoxazinderivate sowie ein Verfahren zu deren Herstellung. Diese Verbindungen sind als Zwischenprodukte bei der Herstellung hervorragender antibakterieller Mittel verwendbar.
  • Ofloxacin (I), ((±)-9-Fluor-3-methyl-10-(4-methyl-1-piperazinyl)-7-oxo-2,3-dihydro--7H- pyrido [1,2,3-de] [1,4]-benzoxazin-6-karbonsäure) ist als hervorragend wirkendes synthetisches, antibakterielles Mittel bekannt und wird als solches eingesetzt.
  • Ofloxacin besitzt ein asymmetrisches Kohlenstoffatom in Position 3 und wird als racemische Mischung erhalten. Es wurde bestätigt, daß von den beiden Isomeren die durch die nachfolgende Formel wiedergegebene 3S-Methylverbindung (IS) eine höhere Aktivität und eine geringere Toxizität im Vergleich zu der racemischen Verbindung oder der 3R- Methylverbindung (IR) aufweist.
  • Die Synthese der durch die Formel (IS) wiedergegebenen Verbindung erfolgte durch Konvertierung der optisch aktiven Benzoxazin-Zwischenprodukte, die, wie in der EP-A-206 283 beschrieben, durch optische Trennung der entsprechenden racemischen Benzoxazinderivate erhalten wurden.
  • Eine Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung neuer Zwischenprodukte, die eine verbesserte Synthese der Verbindungen des oben genannten Typs erlauben.
  • Intensive Untersuchungen ergaben, daß eine asymmetrische Reduktion von 3-Alkyl-2H- [1,4]benzoxazin mit chiralen Reduktionsmitteln zu optisch aktivem 3-Alkyl-3,4-dihydro-2H- [1,4]benzoxazin mit hoher optischer Reinheit führt.
  • Umfassende Untersuchungen der Synthese optisch aktiver 3-Alkyl-3,4-dihydro-2H- [1,4]benzoxazinderivate, insbesondere des 3S-Isomeren, führten zu dem Ergebnis, daß entsprechend dem nachfolgenden Reaktionsschema Verbindungen der Formel (II) als Zwischenprodukte bei der Synthese des optisch aktiven Isomeren von durch die Formel (IIIS) wiedergegebenen 3,4-Dihydrobenoxazinen durch Reduktion mit chiralen Reduktionsmitteln eingesetzt werden können:
  • Die Erfindung betrifft daher die oben genannten Verbindungen der Formeln II und IIIS, worin X² für ein Fluoratom, X³ für ein Halogenatom und R¹ für eine Methyl- oder Ethylgruppe stehen, und die Salze davon.
  • Wie oben ausgeführt, sind das 3S-Isomer des Ofloxazins und dessen Analoge bevorzugt. Die Synthese der Verbindung (IS) und derer Analoge erfolgt am besten dadurch, daß man von der optisch aktiven Verbindung (IIIS) ausgeht. Diese optisch aktive Verbindung (IIIS) wird durch asymmetrische Reduktion der Verbindung (II) unter Verwendung eines chiralen Reduktionsmittels mühelos hergestellt. Geeignete chirale Reduktionsmittel umfassen eine Vielzahl verschiedener, für die vorliegende Erfindung verwendbarer Reagenzien, wie zum Beispiel einen chiralen Komplex von Borhydriden oder Aluminiumhydriden sowie einen chiralen Komplex von Metallkatalysatoren. Derartige Komplexe sind beispielsweise: chirale Acyloxyborhydride (wie in T. Iwakuma et al., Chem. Pharm. Bull., 31, 70 (1983) offenbart); ein Komplex eines chiralen Aminoalkohols und eines Borans (wie in 5. Ituno et al., J. Chem. Soc., Perkin Trans. I, 2039 (1985) offenbart); Kalium-9-O-(1,2 : 5,6-di-O-Isopropyliden-alpha-D-glucofuranosyl)-9-boratabicyclo[3,3,1]nonan (wie in H.C. Brown, J. Ora. Chem., 51, 3396 (1986) offenbart); ein Komplex von (-)-Ephedrin, N-Ethylanilin und Lithiumaluminiumhydrid (wie in K. Koga et al., Tetra. Lett., 275 (1980) offenbart); ein Komplex von (S)-2-(2,6-Xylidomethyl)pyrrolidin und Lithiumaluminiumhydrid (wie in M. Mukaiyama et al., Heterocycles, 12, 499 (1979) offenbart); ein Komplex einer 2,2'- Dihydroxy-1,1'-binaphthyl-Hydroxyl-Verbindung und Lithiumaluminiumhydrid (wie in R. Noyori et al., J. Am. Chem. Soc., 101, 3129 (1979) offenbart); mit Weinsäure modifiziertes Nickel-Palladium-Kieselgur (wie in Y. Orido et al., J. Synth. Ora. Chem. Japan, 34, 672 (1976) offenbart); ein Komplex von Pyrrolidinobiphosphinen und Rhodium (wie in K. Achiwa et al., Tetra. Lett., 4477 (1986) offenbart) und dergleichen. Die Offenbarungsgehalte dieser Literaturstellen werden in die vorliegende Anmeldung durch Bezugnahme eingeführt. Unter diesen chiralen Reduktionsmitteln sind chirale Alkalimetallacyloxyborhydride insbesondere bevorzugt, da mit diesen Reagenzien eine hohe optische Reinheit des Produkts erhalten wird. Darüberhinaus können diese Reagenzien leicht aus Natriumborhydrid und Prolinderivaten hergestellt werden und diese Reagenzien weisen eine geringere Gefährlichkeit als der Aluminiumkomplex auf.
  • Das Reagens entspricht der nachfolgenden Formel:
  • MBH4-n(RCOO)n
  • worin M für ein Alkalimetall wie Lithium, Natrium und Kalium steht; und n eine ganze Zahl von 1 bis 3 bedeutet; und RCOO einen Acyloxy-Rest darstellt, wie zum Beispiel einen Acetoxy-, einen Propionyloxy-, einen Chloracetoxy-, oder einen Benzoyloxy-Rest oder einen Rest, der durch die nachfolgende Formel wiedergegeben wird:
  • worin R² und R³, die gleich oder unterschiedlich sein können, jeweils ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen bedeuten, wie zum Beispiel eine Methylgruppe, eine Ethylgruppe, eine Isopropylgruppe, oder eine Aralkylgruppe, zum Beispiel eine unsubstituierte oder substituierte Phenylalkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen in deren Alkylgruppe, wie zum Beispiel eine Benzylgruppe oder eine substituierte Benzylgruppe; oder R² und R³ sich verbinden und eine Methylenkette wie - (CH&sub2;)m- darstellen können, wobei m eine ganze Zahl von 2 bis 4 bedeutet; R&sup4; eine Alkylgruppe bedeutet mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, wie zum Beispiel eine Methylgruppe und Ethylgruppe etc.; eine Phenylgruppe, die substituiert sein kann mit einer oder mehreren Alkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, einem oder mehreren Halogenatomen, einer oder mehreren Nitrogruppen, einer oder mehreren Alkoxygruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen; eine Alkoxygruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen wie zum Beispiel eine Methoxygruppe, eine Ethoxygruppe und eine iso- oder tert-Butoxygruppe etc.; oder eine Phenylalkyloxygruppe, in der die Alkylgruppe 1 bis 2 Kohlenstoffatome aufweist und die Phenylgruppe substituiert sein kann mit einer oder mehreren Alkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, einem oder mehreren Halogenatomen, einer oder mehreren Nitrogruppen und/oder einer oder mehreren Alkoxygruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen und dergleichen.
  • Als Acylrest des chiralen Acyloxyborhydrids ist eine (S)-Aminosäure, insbesondere N-Acyl- (S)-prolin, am meisten bevorzugt; zum Beispiel (S)-N-Isobutyloxycarbonylprolin oder (S)-N- Benzyloxycarbonylprolin und dergleichen. Diese chiralen Acyloxyborhydride können leicht hergestellt werden aus Alkalimetallborhydrid und N-Acyl-(S)-prolin in Tetrahydrofuran, wie von Iwakuma et al. (J. Synth. Org. Chem., Japan, 41, 453 (1983); Chem. Pharm. Bull., 31, 70 (1983) berichtet. Der Buchstabe "n", der die Anzahl der Acyloxyreste in dem Reduktionsmittel bedeutet, hat einen Wert in dem Bereich von 1 bis 3 und ist zur Erreichung einer höheren optischen Reinheit des reduzierten Produktes vorzugsweise 3, wie in den angegebenen Literaturstellen berichtet. Das molare Verhältnis zwischen dem 2H-Benzoxazinderivat (II) und dem Reduktionsmittel liegt im Bereich von 1 : 1 bis 1 : 5, vorzugsweise 1 : 2,5.
  • Die Reduktion mit den chiralen Acyloxyborhydriden kann in einem gegenüber der Reaktion inerten Lösungsmittel durchgeführt werden, wie beispielsweise in Diethylether, 1,2- Dimethoxyethan, Acetonitril, Toluol, Ethylacetat, 1,1,2,2-Tetrachlorethan, 1,1,2,2- Tetrachlorethylen, 1,1-Dichlorethan, 1,2-Dichlorethan und Dichlormethan und dergleichen.
  • Von diesen Lösungsmitteln sind die halogenhaltigen Lösungsmittel bevorzugt. Die Menge des Lösungsmittels kann gegenüber der Menge des Benzoxazinderivates (II) im Bereich von 5 bis 50 Volumenteilen, vorzugsweise im Bereich von 5 bis 20 Volumenteilen, liegen. Die Reduktion kann durchgeführt werden, indem man eine Lösung eines Acyloxyborhydrides und eine Lösung von 2H-Benzoxazin in einem der oben genannten Lösungsmittel mischt. Die Chiralität des erhaltenen Reduktionsproduktes entspricht der des Liganden des verwendeten Reduktionsmittels. Das heißt, wenn ein von einer S-Aminosäure abgeleitetes Acyloxyborhydrid verwendet wird, weist das Reduktionsprodukt S-Konfiguration auf.
  • Selbst wenn die optische Reinheit des Produktes nicht sehr hoch ist, kann optisch reines 3,4-Dihydrobenzoxazin aus einer unbearbeiteten Mischung durch einfache Reinigung, zum Beispiel Umkristallisierung, leicht erhalten werden. Die Reinigung einer Mischung, in der ein Isomer in einer größeren Menge als das andere vorhanden ist, ist viel leichter als die Reinigung einer Mischung, die gleiche Mengen der Isomeren enthält.
  • Die Reduktion kann bei einer Temperatur im Bereich von etwa -60ºC bis etwa 60ºC, vorzugsweise von -45ºC bis 20ºC, über einen Zeitraum von etwa 10 Minuten bis etwa 48 Stunden durchgeführt werden.
  • Das Ende der Reaktion kann mit Hilfe der Dünnschichtchromatographie (TLC) bestimmt werden.
  • Unter Bezugnahme auf die nachfolgenden Beispiele wird die Erfindung näher erläutert, es wird jedoch festgestellt, daß diese nicht den Umfang der vorliegenden Erfindung beschränken sollen. Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich alle Teil-, Prozent- und Verhältnisangaben, sowie andere vergleichbare Angaben, auf das Gewicht.
  • REFERENZBEISPIEL 1 2-(2,2-Ethylendioxypropyloxy)-3,4-difluornitrobenzol (2)
  • Eine Mischung von 4,6 g 3,4-Difluor-2-(2-oxopropyloxy)nitrobenzol (1), 1,5 g Ethylenglykol, einer katalytischen Menge p-Toluolsulfonsäure und 60 ml wasserfreien Benzols wurde 1 8 Stunden unter Rückfluß erhitzt, während man unter Verwendung eines Dean-Stark-Apparates Wasser entfernte. Nach dem Abkühlen wurde die Mischung zweimal mit einer wäßrigen gesättigten Natriumbikarbonatlösung und mit Wasser gewaschen. Das Lösungsmittel wurde im Vakuum entfernt und der Rückstand wurde mit Hilfe einer 80 g - Silikagelsäule gereinigt, die mit Chloroform eluiert wurde, wodurch man 5 g des Nitroderivates in Form eines gelben, öligen Produktes (2) erhielt.
  • ¹H-NMR (CDCl&sub3;) δ ppm:
  • 1.50 (3H, s, -CH&sub3;), 4.00 (4H, s, -OCH&sub2;CH&sub2;O-), 4.16 (2H, AB-q, J=10.5 Hz, -CH&sub2;C< ), 7.0(1H, ddd, J=10.5, 9,8 Hz, arm.), 7.66 (1H, ddd, J=9.5, 5.5, 3 Hz, arm.)
  • REFERENZBEISPIEL 2 2-(2,2-Ethylendioxypropyloxy)-3,4-difluoranilin (3)
  • Zu einer Lösung von 1,6 g des gemäß Referenzbeispiel 1 erhaltenen Nitroderivates (2) in 70 ml wasserfreiem Ethanol wurden 2,0 g 5%-Palladium auf Holzkohle (50% feucht) gegeben. Die Mischung wurde unter Wasserstoffatmosphäre geschüttelt, bis die Wasserstoffabsorption beendet war. Nach der Entfernung des Katalysators durch Filtration wurde das Lösungsmittel des Filtrates unter verringertem Druck entfernt, wobei man 1,3 g des Anilins in Form eines öligen Produktes (3) erhielt.
  • ¹H-NMR (CDCl&sub3;) &delta; ppm:
  • 1.50 (3H, s, -CH&sub3;) 3.96 (2H, s, -OCH&sub2;C< ) 4.04 (4H, s, -OCH&sub2;CH&sub2;O-), 3.8-4.2 (2H, br.m, NH&sub2;), 6.36 (1H, ddd, J=9.5, 5.5,3 Hz, arm.), 6.70 (1H, ddd, J=11, 9.5, 9 Hz, arm.)
  • REFERENZBEISPIEL 3 7,8-Difluor-3-methyl-2H-[1,4lbenzoxazin (II)
  • Eine Mischung von 1,3 g des gemäß Referenzbeispiel 2 erhaltenen Anilins, 30 ml 2N Salzsäure und 30 ml Benzol wurde 2 Stunden unter Rückfluß erhitzt. Nach dem Abkühlen wurde Natriumbikarbonat zugefügt, bis die wäßrige Phase neutralisiert war. Die Mischung wurde dreimal mit Benzol extrahiert, der Extrakt mit Wasser gewaschen und anschließend getrocknet. Das Lösungsmittel entfernte man unter verringertem Druck, wobei man das Benzoxazin (II) in Form eines gelben, öligen Produktes erhielt.
  • ¹H-NMR (CDCl&sub3;) &delta; ppm:
  • 2.16 (3H, s, -CH&sub3;), 4.60 (2H, s, -OCH&sub2;-), 6.26 (1H, ddd, J=9, 5, 3 Hz, C&sub5;-H), 6.5-6.8 (1H, m, C&sub6;-H)
  • BEISPIEL 1 (S)-7,8-Difluor-3,4-dihydro-3-methyl-2H-[1,4]benzoxazin (IIIS)
  • Eine Mischung von 1,81 g Anilin (3) und 9 ml 35-prozentiger Salzsäure wurde bei 70 bis 80ºC eine Minute gerührt. Die Mischung wurde in einem Eisbad abgekühlt und diese Lösung wurde zu 14,5 ml einer eisgekühlten 28-prozentigen wäßrigen Ammoniaklösung zugetropft. Ausgefallenes Imin (II) wurde mit drei 10 ml-Portionen Dichlormethan extrahiert und der Extrakt wurde mit 5 ml wäßriger gesättigter Natriumchloridlösung gewaschen und über wasserfreiem Magnesiumsulfat getrocknet. Das Lösungsmittel wurde unter verringertem Druck entfernt, wobei man einen kristallinen Rückstand erhielt. Das NMR- Spektrum dieses Rückstands war mit demjenigen identisch, das man in Referenzbeispiel 2 erhielt und wies einen Schmelzpunkt von 51,2ºC auf.
  • Massenspektrum: m/Z = 183 (M&spplus;)
  • Elementaranalyse für C&sub9;H&sub7;F&sub2;NO:
  • berechnet: C 59.02; H 3.85; N 7.65
  • gefunden: C 58.91; H 3.89; N 7.49
  • Tris[(S)-N-Isobutyloxycarbonylpropyloxy]hydroborat wurde aus Natriumborhydrid und N-Isobutyloxycarbonyl-(S)-prolin hergestellt, und eine Lösung von 15,5 g dieses Hydrids in wasserfreiem Dichlormethan (30 ml) wurde auf -41ºC gekühlt. Hierzu wurde unter Stickstoffatmosphäre eine Lösung des oben erhaltenen Imins (II) in wasserfreiem Dichlormethan (15 ml) gegeben (am Ende der Zugabe stieg die innere Temperatur auf -34 ºC). Die Reaktionsmischung wurde bei -40 bis -5ºC 40 Minuten gerührt, und anschließend wusch man die Mischung mit einer 5-prozentigen wäßrigen Citronensäurelösung, einer 10-prozentigen wäßrigen Natriumkarbonatlösung und mit Wasser. Für die quantitatative Analyse der Dichlormethanlösung unter Verwendung der Hochdruckflüssigkeitschromatographie wurde eine Ausbeute von 1,2945 g (S)-7,8-Difluor-3,4- dihydro-3-methyl-2H-[1,4]benzoxazin (IIIS) berechnet (Säule: YMC-Pack®, A-312 ODS; Eluens: Mischung von Acetonitril und Wasser (5 : 3, bezogen auf das Volumen); Geschwindigkeit: 1 ml/min.). Das Verhältnis zwischen dem S-Isomeren und dem R-Isomeren betrug 21 : 3 : 1(91% ee*), wobei die in dem nachfolgenden Beispiel 2 erwähnte analytische Methode zur Anwendung kam.
  • * Anmerkung: "% ee" ist eine Abkürzung für "% Enantiomer-Überschuß" und stellt ein Maß für die optische Reinheit einer optisch aktiven Verbindung dar (siehe beispielsweise Asymmetric Synthesis, Vol. 1, S. 45, 60, Academic Press, New York (1983), herausgegeben von J.D. Morrison et al.). Der "% ee" wird wie folgt berechnet:
  • [R] - [S]/[R] + [S] · 100
  • worin [R] für ein molares Verhältnis eines Isomeren in Prozent steht und [S] dasjenige des anderen Isomeren bedeutet, wobei [R]+[S] 100% ergeben.
  • BEISPIEL 2 (S)-7,8-Difluor-3,4-dihydro-3-methyl-2H-[1,4]benzoxazin (IIIS)
  • Zu einer Mischung von 3,7 g eines herkömmlich aus Natriumborhydrid und (S)-N- Benzyloxypyrolin hergestellten tris[(S)-N-Benzyloxycarbonylpropyloxy]hydroborates und wasserfreiem Dichlormethan (30 ml) wurde eine Lösung von 250 mg des zyklischen Imins (II) in wasserfreiem Dichlormethan (15 ml) gegeben und die erhaltene Mischung wurde bei Raumtemperatur (etwa 20-30ºC) 24 Stunden gerührt. Die Mischung wurde mit einer wäßrigen gesättigten Natriumbikarbonatlösung und mit Wasser gewaschen und anschließend über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet. Das Lösungsmittel wurde im Vakuum entfernt und der Rückstand wurde mittels einer 40 g-Silikagelsäule gereinigt, die mit Chloroform eluiert wurde, wobei man eine Ausbeute von 150 mg (S)-7,8-Difluor-3,4- dihydro-3-methyl-2H-[1,4]benzoxazin (IIIS) in Form eines gelblichen Öls erhielt. Der Rückhaltewert (RF) bei der Dünnschichtchromatographie (TLC) und das NMR-Spektrum waren identisch mit denen der racemischen Verbindung. Die optische Reinheit des Produktes wurde in Form eines N-3,5-Dinitrobenzoylderivates bestimmt, das durch Erwärmung einer Mischung von 3,5-Dinitrobenzoylchlorid (54 mg), dem Produkt (III) (19,7 mg), Pyridin (16,4 mg) und Tetrahydrofuran (0,5 ml) auf 30 bis 40ºC über einen Zeitraum von 30 Minuten erhalten wurde. Die Analyse wurde mittels Hochdruckflüssigkeitschromatographie durchgeführt (Säule: OA-4200, 4,6 mm · 250 mm, erhältlich von Sumitomo Chemical Co., Ltd.; Lösungsmittel: n-Hexan: 1,2-Dichlorethan : Ethanol = 10 : 0,9 : 0,1, bezogen auf das Volumen; Geschwindigkeit: 1,0 ml/min.). Es zeigte sich, daß durch diese Reduktion das besonders bevorzugte S-Isomere (IIIS) als Hauptprodukt in einem Verhältnis von 89 : 11(78% ee) erhalten wird.
  • REFERENZBEISPIEL 4
  • Zu einer Lösung von 150 mg des gemäß Beispiel 2 erhaltenen Benzoxazinderivates und 0,2 ml Pyridin in wasserfreiem Dichlormethan (5 ml) wurde tropfenweise eine Dichlormethanlösung (5 ml) eines Säurechlorids gegeben, das aus 300 mg (S)-N-p-Toluolsulfonylprolin und Thionylchlorid hergestellt wurde und man rührte die Mischung bei Raumtemperatur 4 Stunden. Die Reaktionsmischung wusch man mit 10-prozentiger Salzsäure und einer wäßrigen gesättigten Natriumbikarbonatlösung und trocknete dann über wasserfreiem Natriumsulfat. Das Lösungsmittel wurde unter vermindertem Druck entfernt und der ölige Rückstand wurde mittels einer Silikagelsäule gereinigt, die mit einer Mischung aus Benzol und Ethylacetat (3 : 1, bezogen auf das Volumen) eluiert wurde, wobei man ein öliges Produkt erhielt. Dieses Produkt wurde in Form von Kristallen erhalten, nachdem man das Öl in 2,5 ml Ethanol löste und die Lösung bei Raumtemperatur einen Tag stehen ließ. Das Ethanol wurde unter vermindertem Druck entfernt. Zu dem kristallinen Rückstand gab man eine Mischung von Diethylether und n-Hexan und isolierte anschließend mit Hilfe eines Filters ein kristallines Produkt. Trocknen unter vermindertem Druck, 270 mg 3S-(+)-7,8- Difluor-3,4-dihydro-3-methyl-4[(S)-p-toluolsulfonyl]prolyl-2H-[1,4]b-enzoxazin; Schmelzpunkt: 107-108ºC.
  • Eine Lösung von 250 mg des oben beschriebenen Produktes und 5 ml einer 1N wäßrigen Natriumhydroxidlösung und Ethanol (10 ml) wurde 3 Stunden unter Rückfluß erhitzt. Das Lösungsmittel wurde unter vermindertem Druck entfernt und der ölige Rückstand wurde mit Benzol extrahiert. Den Extrakt wusch man mit einer wäßrigen gesättigten Natriumchloridlösung und trocknete über wasserfreiem Natriumsulfat. Nach Entfernung des Lösungsmittels unter verringertem Druck wurde der Rückstand mittels einer 200 g - Silikagelsäule gereinigt, die mit Benzol eluiert wurde, wobei man 100 mg (S)-(-)-7,8- Difluor-3,4-dihydro-3-methyl-2H-[1,4]benzoxazin (IIIS) in Form eines öligen Produktes erhielt; [&alpha;]D - 9,4º (c = 1,50, Chloroform).
  • REFERENZBEISPIEL 5
  • Eine Mischung von 100 mg (S)-(-)-7,8-Difluor-3,4-dihydro-3-methyl-2H-[1,4]benzoxazin (IIIS) und 160 mg Diethylethoxymethylenmalonat wurde auf 130 bis 140ºC im Vakuum 1 Stunde erhitzt. Nach dem Abkühlen löste man die Reaktionsmischung in 1 ml Essigsäureanhydrid. Diese Lösung kühlte man in einem Eisbad und tropfte 1,6 ml einer Mischung aus Essigsäureanhydrid und konzentrierter Schwefelsäure zu (2 : 1 bezogen auf das Volumen). Die Mischung wurde bei Raumtemperatur 1 Stunde gerührt und daraufhin 30 Minuten auf 50 bis 60ºC erhitzt. Der Mischung wurden Eis und Wasser zugegeben und daraufhin wurde die Mischung durch Zugabe von pulverförmigem Kaliumkarbonat neutralisiert. Nachdem die Reaktionsmischung mit Chloroform extrahiert wurde, wusch man den Extrakt mit einer wäßrigen gesättigten Natriumbikarbonatlösung und einer wäßrigen gesättigten Natriumchloridlösung und trocknete über wasserfreiem Natriumsulfat. Das Lösungsmittel wurde unter verringertem Druck entfernt und Diethylether wurde zu dem Rückstand gegeben. Das kristalline Produkt wurde mit Hilfe eines Filters gesammelt, wobei man eine Ausbeute von 125 mg Ethyl(S)-(-)-7,8-difluor-2,3-dihydro-3-methyl-7-oxo-7H-pyrido[1,2,3--de][1,4] benzoxazin-6-carboxylat erhielt; Schmelzpunkt: 257-258ºC; [&alpha;]D - 68,1º (c=0,25, Essigsäure).
  • Eine Lösung von 120 mg des oben erhaltenen Esterderivates, 3 ml konzentrierter Salzsäure und 2 ml Essigsäure wurde unter Rückfluß 3 Stunden zum Sieden gebracht. Nach dem Abkühlen wurde das erhaltene kristalline Produkt mit Hilfe eines Filters aufgefangen und nacheinander mit Wasser, Ethanol und Diethylether gewaschen und getrocknet, wobei man eine Ausbeute von 100 mg (S)-(-)-7,8-Difluor-2,3-dihydro-3-methyl-7-oxo-7H-pyrido-[1,2,3- de][1,4]benzoxazin-6-karbonsäure erhielt; Schmelzpunkt > 300ºC; [&alpha;]D - 65,6º (c=0,985, DMSO).
  • Eine Mischung von 100 mg des obigen Säurederivates, 1 ml Bortrifluoriddiethyletherat und 5 ml Diethylether wurde bei Raumtemperatur 5 Stunden gerührt. Das Lösungsmittel wurde durch Dekantierung entfernt und Diethylether wurde zu dem Rückstand gegeben. Der feste Bestandteil wurde mit Hilfe eines Filters gesammelt, mit Diethylether gewaschen und unter verringertem Druck getrocknet. Diesen Feststoff löste man in 2 ml Dimethylsulfoxid und gab 0,2 ml Triethylamin und 0,5 ml N-Methylpiperazin zu. Die Mischung wurde 1 8 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Das Lösungsmittel wurde unter verringertem Druck entfernt und Diethylether wurde zu dem Rückstand gegeben. Das erhaltene gelbe Pulver wurde in 95-prozentigem Methanol (5 ml) suspendiert und hierzu gab man 1 ml Triethylamin. Die Mischung wurde 25 Stunden unter Rückfluß zum Sieden gebracht. Das Lösungsmittel wurde unter verringertem Druck entfernt und den Rückstand löste man in 10 ml 10- prozentiger Salzsäure. Nachdem diese Lösung dreimal mit Chloroform extrahiert worden war, machte man die wäßrige Phase unter Verwendung einer wäßrigen Natriumhydroxidlösung bis zu einem pH-Wert von 11 basisch. Der pH-Wert dieser Lösung wurde unter Verwendung von 1N-Salzsäure auf 7,3 neu eingestellt, und die Lösung wurde mit drei 15 ml-Portionen Chloroform extrahiert. Nach einer Trocknung über wasserfreiem Natriumsulfat wurde das Lösungsmittel unter verringertem Druck entfernt. Der kristalline Rückstand wurde aus einer Mischung von Ethanol und Diethylether um kristallisiert, wobei man eine Ausbeute von 83 mg (S)-(-)-9-Fluor-2,3-di-hydro-3-methyl-10-(4-methyl-1-piperazinyl)-7-- oxo-7H-pyrido-[1,2,3-de][1,4]benzoxazin-6-karbonsäure (IS) erhielt; Schmelzpunkt: 226- 230ºC (dec.); [&alpha;]D -76,90º (c=0,655, 0,05N wäßrige NaOH-Lösung).
  • Aufgrund der ausführlichen Beschreibung der Erfindung und unter Bezugnahme auf besondere Ausführungsformen hiervon, ist es für den Fachmann offensichtlich, daß zahlreiche Änderungen und Modifikationen möglich sind, bei denen der Gedanke und der Umfang der Erfindung nicht verlassen wird.

Claims (5)

1. 3,4-Dihydro-2H-[1,4]-benzoxazin-Verbindung der Formel (IIIS)
worin X² für ein Fluoratoin, X³ für ein Halogenatom und R¹ für eine Methyl- oder Ethylgruppe stehen, und die Salze davon.
2. Verbindung gemäß Anspruch 1, nämlich S-7,8-Difluoro-3,4- dihydro-3-methyl-2H-[1,4]-benzoxazin.
3. 2H-[1,4]-Benzoxazin-Verbindung der Formel (II)
worin X², X³ und R¹ wie in Anspruch 1 definiert sind, und die Salze davon.
4. Die Benzoxazin-Verbindung gemäß Anspruch 3, nämlich 7,8-Difluoro-3-methyl-2H-[1,4]-benzoxazin.
5. Verfahren zur Herstellung der Verbindungen der Ansprüche 1 oder 2, wobei man eine 2H-[1,4]-Benzoxazin-Verbindung der Formel (II)
worin X², X³ und R¹ wie in Anspruch 1 definiert sind, mit einem chiralen Reduktionsmittel behandelt.
DE3750396T 1986-12-25 1987-12-23 Optisch aktive 2,3-Dihydrobenzoxazinderivate und Verfahren zu deren Herstellung. Expired - Lifetime DE3750396T2 (de)

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Application Number Priority Date Filing Date Title
JP31409586 1986-12-25

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE3750396D1 DE3750396D1 (de) 1994-09-22
DE3750396T2 true DE3750396T2 (de) 1995-01-05

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