DE37409C - Vorrichtüng zur Veränderung des Hubes von Kolbendampfmaschinen - Google Patents
Vorrichtüng zur Veränderung des Hubes von KolbendampfmaschinenInfo
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Classifications
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F01—MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
- F01B—MACHINES OR ENGINES, IN GENERAL OR OF POSITIVE-DISPLACEMENT TYPE, e.g. STEAM ENGINES
- F01B25/00—Regulating, controlling or safety means
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F01—MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
- F01B—MACHINES OR ENGINES, IN GENERAL OR OF POSITIVE-DISPLACEMENT TYPE, e.g. STEAM ENGINES
- F01B2250/00—Accessories of steam engines; Arrangements or control devices of piston pumps, compressors without crank shafts or condensors for so far as they influence the functioning of the engines
- F01B2250/003—Apparatus for control or receiver or condensor pressure
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Description
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K A-]
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 14: Dampfmaschinen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. Mai 1886 ab.
Bei den gewöhnlichen Lokomotiven entspricht einer bestimmten Kolbengeschwindigkeit
immer dieselbe Fahrgeschwindigkeit, und umgekehrt. Dieser Umstand steht im Widerspruch
mit den Anforderungen, die bei dem Betrieb irgend eines Dampfwagens, der sich unter wechselnden Steigungsverhältnissen zu
bewegen hat, an den Motor gestellt werden können. Jede vermehrte Steigung verzögert
die Fahrgeschwindigkeit. Gerade dort, wo vermehrtes Kraftbedürfnifs vorhanden ist, vermindert
sich also der eine Factor der Arbeitsleistung. Da mufs dann der Kolbendruck vergröfsert werden.
Die Vergröfserurig des Kölbendruckes hat
aber ihre Grenzen und eine reichliche Bemessung der Cylinderdimensionen ebenfalls.
Der vorliegende Mechanismus soll die Fahrgeschwindigkeit innerhalb nöthiger Grenzen
von der Kolbengeschwindigkeit unabhängig machen und damit die Anwendungsfähigkeit
der Dampfmaschine zum Betriebe von Fahrzeugen erhöhen. Der Mechanismus ist auf
beiliegender Zeichnung in Fig. 1 bis 4 dargestellt und das wesentliche Merkmal derselben
besteht in der Anwendung verschiebbarer Verdrängerkolben in unveränderlicher Zusammenwirkung
mit einem Mechanismus zur Verschiebung des Kurbelzapfens.
Die besondere Einrichtung dieser Haupttheile ist folgende: Im Treibcylinder A befinden
sich aufser dem Arbeitskolben K die beiden Verdrängerkolben B, die mit den Stangen
bezw. Büchsen α α aus den Cylinderdeckeln herausragen. Die Büchsen α stehen
mit Traversen L in fester Verbindung und letztere sind an ihren Enden mit den Gewindeköpfen
b versehen. In den Gewindeköpfen b laufen die Stellspindeln dd1, welche
mittelst eines Räderwerkes -D gleichmäfsig nach der einen oder anderen Richtung gedreht
werden. Durch die Drehung der Spindeln d und d1 wird gleichzeitig und gleichmäfsig eine
Verschiebung der Traversen L nebst Verdrängerkolben B hervorgerufen und hierdurch
der Raum für den Arbeitskolbenhub im Cylinder gleichmäfsig von beiden Seiten her verkleinert
oder vergröfsert.
Um diese Veränderung praktisch brauchbar zu machen, ist erforderlich, dafs diese Raumveränderung
für den Arbeitskolbenhub während des Ganges der Maschine innerhalb der gegebenen Grenzen stattfinden kann, und dafs
dabei gleichzeitig die Entfernung des Kurbelzapfens E vom Kurbelwellenmittel dem verminderten
oder vermehrten Hubraum des Arbeitskolbens sich anpafst, zu welchem Zwecke der nachfolgend erläuterte Mechanismus mit
dem Verdrängerkolben in Verbindung steht. Auf der Achse e des zum Räderwerk D gehörenden
Rades D1 befindet sich aufser dem den Antrieb vermittelnden Kegelrade f die
Schnecke F, welche in ein Schneckenrad eingreift. Dieses Schneckenrad g sitzt lose drehbar
auf der Kurbelwelle und bildet einen Theil eines auf derselben angeordneten Differentialgetriebes
, welches des weiteren zusammengesetzt ist aus den kleinen im Schnecken-
rade g gelagerten konischen Rädchen gl g",
dem fest auf der Kurbelwelle aufgekeilten konischen Rade h und dem zweiseitig verzahnten,
lose (d. h. drehbar) auf der Kurbelwelle sitzenden konischen Rade k. Die Bewegung
des Rades k wird vermittelst der fest im Maschinengestell gelagerten Kegelräder i
und i1 auf das zweiseitig verzahnte konische Rad /, welches seinerseits lose drehbar auf der.
Kurbelnabe sitzt, übertragen.
In das Rad / greift endlich das konische Rad nt, welches fest am Ende der Schraubenspindel
η sitzt. Diese Schraubenspindel η ist
in den einer Drehbankwange ähnlichen Kurbelarm ρ eingebettet und trägt die Laufmutter r.
Der Kurbelzapfen E sitzt auf dem Schlitten E1, welcher fest mit der Laufmutter r verbunden
ist. Es ist leicht ersichtlich, dafs eine Drehung der Spindel η in dem einen oder anderen
Sinne eine Verschiebung des Kurbelzapfens E nach der Mitte der Kurbelwelle hin oder von
dieser hinweg bewirken mufs.
Vorausgesetzt, die Maschine arbeite, d. h. die Kurbelwelle rotire, die Schneckenwelle e
stehe aber still, so werden zunächst die Verdrängerkolben in ihrer eingenommenen Stellung
verharren. Ebenso mufs das Schneckenrad g still stehen bleiben, denn es ist durch
die stillstehende Schnecke F gesperrt. Das Rad h aber, welches fest auf der Kurbelwelle
aufgekeilt ist, mufs an den Drehungen dieser Welle theilnehmen und es setzt mit Hülfe der
Räder gl und g" das Rad k ebenfalls in
Rotation.
Da h gleich k ist, wird k ebenso viele Umgänge
in der Zeiteinheit machen wie h, aber in entgegengesetzter Richtung.
Das Rad k überträgt seine Bewegung mittelst der Räder i i1 auf den gleich grofsen
Zahnkranz des Rades /, und es ist die Folge, dafs / genau so viele Umdrehungen in der
Zeiteinheit als k und mithin auch als h bezw. die Kurbelwelle selbst macht, aber in entgegengesetztem
Sinne wie /c, mithin in demselben Sinne wie die Kurbelwelle. Daraus
folgt weiter, dafs sich / und m im Zustande relativer Ruhe zu einander befinden und also
als letzte Folge sich ergiebt, dafs beim Stillstande von g der Kurbelzapfen E seine Entfernung
vom Kurbelwellenmittel beibehält, auch wenn die Dampfmaschine arbeitet. Soll nun
eine Hubveränderung während des Ganges eintreten, so ist einfach die Schneckenwelle e
in Drehung zu versetzen, und zwar ist es nöthig, dafs diese Drehung von der Dampfmaschine
selbst ausgehe. Die Art und Weise, in welcher die Schneckenwelle e von der
Kurbelwelle aus in Bewegung gesetzt werden kann, soll weiter unten erörtert werden. Um
zu erläutern, wie der in vorstehendem beschriebene Mechanismus die Uebereinstimmung
der Bewegung der Verdrängerkplben einerseits und der Verschiebung des Kurbelzapfens auf
dem Kurbelarm andererseits gewährleistet, sei beispielsweise der Maximalhub — 300 mm, der
Minimalhub = 120 mm angenommen, woraus zunächst für jeden Verdrängerkolben eine
Maximalverschiebung von 90 mm resultirt.
Weiter sei angenommen, dafs das Gewinde der Stellspindeln d d1 10 mm Steigung habe
und folglich neun Drehungen der Spindeln d und dl erforderlich sind, um die Verdrängerkolben
aus einer Endstellung in die andere zu bringen. Werden die beiden Uebersetzungsverhältnisse,
die in dem beim Dampfcylinder angeordneten Stirnräderwerk sich vorfinden,
mit je ι : 3 angenommen, so sind 3X.3X9 = 81 Umdrehungen der Schneckenwelle e
nöthig, um neun Drehungen der Schraub- und Stellspindel zu bewirken. Unter der ferneren
Voraussetzung, dafs die Schnecke F eingängig sei und dafs das Schneckenrad g 81 Zähne
habe, würde sich für dieses Rad eine Umdrehung ergeben für dieselbe Zeit, in der die
Verdrängerkolben ihren ganzen Weg von 90 mm zurücklegen. Eine Umdrehung von g
bewirkt, während die Maschine läuft, mittelst des Differentialgetriebes, dafs das Rad k in
derselben Zeit, in der g' seine Umdrehung vollendet hat, je nach dem Richtungssinne,
zwei Touren mehr oder zwei Touren wehiger als das Rad h während dieser Zeit gemacht
haben wird.
Rad / hat gleiche Tourenzahlen mit Rad k, während der Kurbelarm gleiche Tourenzahlen
mit h hat, und wenn nun das Verhältnifs von / : m wie 4,5 : 1 angenommen wird, so werden
einer Umdrehung des Schneckenrades g immer neun Umdrehungen des Rädchens m
und der Laufspindel η entsprechen, also genau so viel Umdrehungen, als in der gleichen Zeit
von den Schraubspindeln d d 1 gemacht werden.
Der Kurbelradius beträgt für den Maximalhub des angenommenen Beispiels 150 mm, für
den Minimalhub aber 60 mm, der vom Kurbelzapfen auf dem Kurbelarm zu durchlaufende
Weg berechnet sich daher auf 90 mm (ebenso wie der eines Verdrängerkolbens). Bei 10 mm
Steigung der Laufspindel η werden die oben ausgerechneten neun Umdrehungen derselben
dazu gerade ausreichen. Je nach dem Sinne der Drehrichtung des Schneckenrades g wird
in dieser Weise der Kurbelkreis seinen Radius vergröfsern oder verkleinern, unabhängig von
der Drehrichtung der Kurbelwelle.
Es erübrigt noch, zu erläutern, wie die Schneckenwelle e beliebig von der Kurbelwelle
der Dampfmaschine aus nach der einen oder anderen Seite in Drehung gesetzt bezw.
stillgestellt werden kann. Hierzu dient das konische Räderpaar w, welches mittelst der
Achse ο auf das Wendegetriebe s wirkt. Die
in demselben befindliche Doppelkupplung t, welche mit einem geeigneten Stellhebel in
Verbindung zu bringen ist, wird, je nachdem sie nach der einen oder anderen Seite hin
eingerückt oder in der Mittelstellung gehalten wird, vermittelst des konischen Räderpaares f
die Schneckenwelle e nach der einen oder anderen Seite hin in Rotation versetzen oder
stillstehen lassen.
Um die Verdrängerkolben zu entlasten, was während der Hubveränderungsbewegung wünschenswerth
erscheint, können vermittelst der Kanalhähne u die Räume zu beiden Seiten je
eines Verdrängerkolbens in Verbindung gebracht werden. In den .Verdrängerkolben sind
gegenüber den Dampföffnungen im Innern des Cylinders Kanäle ν ausgespart, die bei Hubverkleinerungen
dem Dampf ungehinderten bezw. möglichst wenig gehinderten Zugang gestatten.
Die Einrichtung läfst sich mit geeigneten Modifikationen an Kolbenmaschinen jeder Gattung
anbringen.
Claims (2)
1. Einrichtung zur Veränderung des Hubes an Kolbendampfmaschinen, bestehend in
der Anordnung von Verdrängerkolben B, welche gleichzeitig und gleichmäfsig durch
Schraubenspindeln d d1 verstellt werden können.
2. Mechanismus zur Verstellung des Kurbelzapfens E gleichzeitig mit und entsprechend
den Bewegungen der Verdrängerkolben B, bestehend ■ aus verschiedenen Spindeln und
Räderwerken zu Bewegungsübertragungen, im wesentlichen aber aus einem Schneckenrad
g mit Differentialgetriebe und einer in den Kurbelarm ρ eingebetteten Schraubenspindel
η.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE37409C true DE37409C (de) |
Family
ID=313168
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT37409D Expired - Lifetime DE37409C (de) | Vorrichtüng zur Veränderung des Hubes von Kolbendampfmaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE37409C (de) |
-
0
- DE DENDAT37409D patent/DE37409C/de not_active Expired - Lifetime
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