DE3690102C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Änderung der
Servocharakteristik einer Hydraulik-Servolenkvorrichtung in Abhängigkeit
von der Geschwindigkeit gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Eine derartige
Vorrichtung ist beispielsweise aus der DE-OS 34 18 563 bekannt.
Bei Servolenkvorrichtungen von Fahrzeugen wird eine erhöhte Hilfskraft dann
gefordert, wenn die Lenkung bei stehendem oder langsam fahrendem Fahrzeug
verstellt werden soll, während eine niedrige Hilfskraft beim Lenken während der
schnellen Fahrt erwünscht ist. Bei schnellfahrendem Fahrzeug kann eine zu hohe
Servowirkung leicht zu einem überhöhten Lenkausschlag führen, da das
"Lenkgefühl" der Situation nicht angepaßt ist.
Der Messung des zu überwindenden Lenkwiderstands dient üblicherweise eine in
den Lenkbetätigungsweg eingeschaltete Torsionsstange, deren Torsion als Maß für
die Verstellung hydraulischer Ventile dient. Das Problem der Änderung der
Servocharakteristik in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit wird üblicherweise
mit einer als Reaktionsvorrichtung oder Gegenwirkvorrichtung bezeichneten
Anordnung gelöst, gemäß der die Torsionssteifigkeit der Torsionsstange erhöht
oder eine zusätzliche Verbindung zwischen den beiden Enden der Torsionsstange
geschaffen wird.
Beispielsweise ist es aus der DE-OS 23 44 575 bekannt, die effektive Länge der
zwischen einer Eingangswelle und einer Ausgangswelle eingeschalteten
Torsionsstange dadurch zu verringern und so die resultierende Torsionssteifigkeit
zu erhöhen, daß in im Verlauf der Torsionsstange vorhandene Aussparungen
Riegel eingeschoben werden, die drehfest mit einer der Wellen verbunden sind.
Dem Einschieben dieser Riegel dienen hydraulisch betätigte Kolben, deren
Kolbenenden die Riegel sind. Der die Kolben verschiebende hydraulische Druck
hängt von der Fahrzeugeschwindigkeit ab. Der Kolbenrückstellung dient jeweils
eine Feder. Die Aussparungen sind beispielsweise im Querschnitt V-förmige
Schlitze. Bei hoher Geschwindigkeit verriegeln die Riegel den betreffenden Teil
der Torsionsstange also vollständig, bei mittlerer Geschwindigkeit, bei der die
Riegel weniger weit vorstehen, ist im Rahmen einer kleinen Verwindung der
Torsionsstange die Verriegelung noch nicht spürbar, setzt jedoch schlagartig beim
Auftreffen der Nutflanke auf den Riegel ein.
Gemäß der DE-OS 34 18 563 (Fig. 2, 3, 33 bis 36, 42 bis 44) bleibt die Länge
der Torsionsstange unangetastet, jedoch wird kraftmäßig parallelgeschaltet eine
weitere Verbindung zwischen der Eingangswelle und der Ausgangswelle
hergestellt, nämlich in Form von mit der Ausgangswelle verbundenen kugeligen
Vorsprüngen, die in mit der Eingangswelle verbundene Vertiefungen eingreifen.
Die Vorsprünge sind wiederum hydraulikbelastete Kolbenteile und die Vertiefungen
sind im Querschnitt V-förmig mit geraden oder geschweiften Flanken, so daß in
der gegenseitig neutralen Stellung der Eingangswelle und der Ausgangswelle die
Vorsprünge in den Winkelscheitel der V-Nuten drücken und bei einem
Drehversatz zwischen der Eingangswelle und der Ausgangswelle von den
Nutenflanken entgegen dem geschwindigkeitsabhängenden Hydraulikdruck
zurückgeschoben werden. Zusätzlich zum von der Torsionsstange aufgebrachten
Rückstellmoment versucht also auch der geschwindigkeitsabhängige
Hydraulikdruck, über die Vorsprünge und die Nutenflanken den Drehverstz auf
Null zurückzustellen. Damit diese Drehantriebswirkung insgesamt frei von
Seitenkräften ist, sind symmetrisch um die gemeinsame Achse der Eingangs- und
der Ausgangswelle mehrere solche Kolben und Vorsprünge einerseits und ihnen
gegenüberliegende Nuten andererseits angeordnet. Es hat sich jedoch erwiesen,
daß mit diesen bekannten Vorrichtungen bei schneller Geradeausfahrt oft eine
Tendenz zur Schräglenkung auftritt, da sich eine kleine Verdreh-Lage zwischen
der Eingangswelle und der Ausgangswelle einstellt, die zu einer einseitigen
Speisung der Hilfskrafthydraulik führt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese sich bei hoher Geschwindigkeit
in der mittleren Lenkstellung einstellende Schräglenktendenz zu vermeiden. Dies
wird durch die im Anspruch 1 gekennzeichnete Erfindung erreicht.
Es wurde nämlich als Ursache der Schräglenktendenz ermittelt, daß durch
Fertigungsungenauigkeiten nicht sämtliche Kolbenvorsprünge genau symmetrisch in
den Winkelscheitel der V-Nuten drücken, sondern einige eine Flankenpressung
ausüben, deren Verdrehungskomponente teils durch andere Kolbenvorsprünge, die
auf gegenüberliegende Nutenflanken drücken, und teils durch die Torsionsstange
ausgeglichen wird. Hierdurch stellt sich die ungünstige Verdrehlage ein. Durch die
Spalte beiderseits der einzelnen Kolbenvorsprünge wird nun ein kleiner Leergang
geschaffen, mit dessen Hilfe es möglich ist, daß sich die Vorrichtung so
zentriert, daß die neutrale Stellung des Ventils und die neutrale Stellung der
Vorrichtung zur Änderung der Servocharakteristik zusammenfallen, indem die
Basis für die neutrale Stellung der Vorrichtung etwas verbreitert worden ist. Die
Spalte haben eine Breite, die von den zugelassenen Herstellungstoleranzen
abhängt, so daß auch bei einer leicht unterschiedlichen Teilung die
Drehkraftkomponente noch nicht zum Tragen kommt.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
Weitere Vorteile, Einzelheiten und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich
aus der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung
im Vergleich zum Stand der Technik. Es zeigt
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine bekannte Vorrichtung;
Fig. 2 einen Querschnitt in einer Ebene 2-2 in Fig. 1;
Fig. 3 einen Querschnitt durch das Ventilteil in der bekannten Vorrichtung
nach Fig. 1;
Fig. 4 eine vergrößerte Ansicht eines in Fig. 3 durch einen Kreis
markierten Bereichs;
Fig. 5 eine graphische Darstellung zur Erläuterung des akkumulierten
Fehlers im Ventil nach Fig. 3;
Fig. 6 und 7 Ansichten, die die Funktion des Hydraulikdruck-
Reaktionsmechanismus gemäß Fig. 2 erläutern;
Fig. 8 eine graphische Darstellung der Beziehung des Eingangsmoments zur
relativen Verstellung des Ventils und zum Beaufschlagungsdruck im Zylinder;
Fig. 9 einen Längsschnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung;
Fig. 10 ein Querschnitt in einer Ebene 10-10 in Fig. 9;
Fig. 11 und 12 Querschnitte, die voneinander verschiedene Beispiele des
in Fig. 10 dargestellten Teils des Hydraulikdruck-Reaktionsmechanismus zeigen;
Fig. 13 eine graphische Darstellung, in der im Vergleich der bekannten
Vorrichtung mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung die Beziehung zwischen der
relativen Ventilverstellung und dem Eigangsmoment dargestellt ist;
Fig. 14 eine graphische Darstellung, die die Beziehung zwischen dem
Torsionswinkel der Eingangswelle und dem Eingangsmoment zeigt;
Fig. 15 eine graphische Darstellung ähnlich Fig. 14 für eine andere
Ausführungsform der Erfindung mit leicht unterschiedlichen Charakteristiken;
Fig. 16 eine Ansicht ähnlich Fig. 1, eine weitere Ausführungsform der
Erfindung darstellend.
In einem in einer bekannten Hydraulik-Hilfsdruckvorrichtung für ein Ser
volenksystem verwendeten Drehventil liegen die neutralen Stellungen des Ventils
dann vor, wenn, wie in Fig. 3 und 4 gezeigt, vorzugsweise die jeweilige
Achse X-X einiger, nämlich beispielsweise von acht in einem Ventilkörper 51
gebildeten Nuten 51A, und die Achse Y-Y eines konvexen Vorsprungs 52B einer
Eingangswelle 52 zusammentreffen. Die letzteren Vorsprünge liegen zwischen
einigen, beispielsweise acht Nuten 52A. Zwischen jeweils zwei Nuten 51A des
Ventilkörpers 51 erhebt sich ein Vorsprung 51B, und zwischen diesem und den
benachbarten konvexen Vorsprüngen 52B der Eingangswelle 52 befinden sich zwei
Spalte a und a′. In den neutralen Stellungen ist vorzugsweise a = a′. Nun kann
zwar an einer der Nuten 51A die Bedingung a = a′ hergestellt werden, es ist jedoch
aufgrund der mechanischen Herstellungstoleranzen schwierig, die Achsen auch an
allen anderen Nuten zur Übereinstimmung zu bringen, und ein akkumulierten
Fehler des Ventilkörpers 51 und der Eingangswelle 52 zu einem abweichen
den Zustand, wie er in Fig. 5 dargestellt ist. Fig. 5 zeigt graphisch die
Winkelstellung R der Nut auf der Abszisse und den akkumulierten Fehler e auf
der Ordinate, und zwar den akkumulierten Herstellungsfehler aller Nuten 51A und
52A, wenn sich das Ventil von einem Punkt K zu einem Punkt J und wieder zum
Punkt K dreht.
Die Fig. 1 und 2 zeigen ein Hydraulik-Reaktionsglied einer üblichen
Servolenkanlage im Querschnitt. Dieses Hydraulik-Reaktionsglied ist mit im
achs-orthogonalen Querschnitt V-förmigen Nuten 60 in der äußeren Oberfläche
der Eingangswelle 52 gebildet, und eine Anzahl von Reaktionskammern 58, die
radial zur V-förmigen Nut 60 zu verlaufen, sind im Ventilkörper 51 gebildet. In
jeder Reaktionskammer 58 befindet sich eine Kugel 59, die unter Pressung durch
das Drucköl in die V-förmige Nut gedrückt ist. Hieraus ergibt sich, daß es bei
dieser bekannten Vorrichtung nahezu unmöglich ist, die Achsen aller
Reaktionsglieder mit den jeweiligen Achsen der Ventile in Übereinstimmung zu
bringen, und zwar aufgrund der mechanischen Fertigungsungenauigkeit und einer
eventuellen Fehl-Justierung bei der Montage. In der Praxis ergibt es sich bei
Automobilen, wenn der Ventilkörper 51 und die Eingangswelle 52 die neutrale
Stellung einnehmen, daß zwischen einer rechts befindlichen Neigung der V-Nut 60
und der Kugel 59 ein schmaler Spalt Δl bleibt, wie in Fig. 7 mit Bezug auf die
Achse des Reaktionsglieds und des Ventils dargestellt ist. Der Spalt kann auch in
der links befindlichen Neigung der V-Nut 60 auftreten, zur vereinfachten
Erläuterung sei er jedoch hier als an der rechten Neigung befindlich
angenommen.
Wird die Kugel 59 mit einer Erhöhung der Fahrzeuggeschwindigkeit durch das
Drucköl beaufschlagt, so wird sie radial einwärts geschoben und verdreht die
Eingangswelle 52 im Gegenuhrzeigersinn nach Nockenart, bis der Zustand nach
Fig. 6 erreicht wird. Eine Torsionsstange 53 hat nämlich nur eine zu geringe
Drehsteifigkeit, um den Zustand nach Fig. 7 für die Eingangswelle 52 zu halten,
und wird von der Schubkraft des Drucköls verdreht. Als Ergebnis führt das
Ventil eine relative Verstellung durch. Werden, wie in Fig. 8 dargestellt, auf
der Abszisse ein Eingangsmoment t und auf der Ordinate die Druckkraft P auf
getragen, so verschiebt sich die neutrale Stellung (der niedrigste
Schaltungsdruck) des Ventils nach rechts, von O nach O′. Hierdurch wird in der
ursprünglichen neutralen Stellung des Ventils ein Druckunterschied von P′
erzeugt. Dieser Druckunterschied P′ wird als Differenzdruck zwischen einem
linken Zylinder CYL1 und einem rechten Zylinder CYL2 (nicht dargestellt) für
hydraulischen Hilfsdruck der Servolenkvorrichtung erzeugt und betätigt
Lenkzylinder, und beim beschriebenen Fall verdreht er die lenkenden Räder im
Gegenuhrzeigersinn und verursacht dadurch ein Laufrisiko. Anders ausgedrückt,
ergibt sich dann, wenn der Fahrer nicht das Lenkrad in der Stellung für
Geradeausfahrt starr festhält, für die lenkenden Räder das Problem, daß es
aufgrund der Nockenfunktion in der V-Nut des Hydraulikdruck-Reaktionsglieds
zum Seitwärtsfahren neigt.
Da außerdem das Hydraulik-Reaktionsglied zwischen dem Ventilkörper 51
und der Eingangswelle 52 liegt und die Hydraulik-Reaktion unmittelbar an
einem Antriebsstift 55 angreift, der den Ventilkörper 51 und eine Zahnwelle 54,
die eine Ausgangswelle ist, für diese Anordnung miteinander verbindet, kann der
Stift 55 leicht beschädigt und abgenützt werden, was nachteiligerweise die
Funktion des Ventils verschlechtert.
Eine erfindungsgemäße Servolenkvorrichtung gemäß Fig. 9 umfaßt eine
Eingangswelle 1 und eine Zahnwelle 3, die wie bei bekannten Vorrichtungen mit
den beiden Enden einer Torsionsstange 4 fest verbunden sind. Die Zahnwelle 3 ist
eine Ausgangswelle, die mit einer Zahnstange 2 kämmt. Mit Druck ist am Ende
der Zahnwelle 3 ein Antriebsstift 5 befestigt und die Zahnwelle 3 ist dadurch
fest mit einem Ventilkörper 6 verbunden, daß der Antriebsstift 5 in eine Nut 7
im Ventilkörper 6 eingreift. Der Ventilkörper 6 umgibt die Eingangswelle 1 und
wirkt mit dieser zusammen, wodurch das bekannte Drehventil gebildet wird. Die
Torsion der Torsionsstange 4 bewirkt eine relative Winkelverstellung zwischen der
Eingangswelle 1 und der Zahnwelle 3 und betätigt das Ventil, und Drucköl von
einer Pumpe 24, die durch die Drehung des Motors angetrieben wird, wird über
einen Ölkanal 29 und eine Einlaßöffnung 8 zum Ventil geleitet und wird selektiv
an einen Rechtszylindereingang 10 oder einen Linkszylindereingang 11 geliefert,
wodurch die Hydraulikdruck-Unterstützung des Lenkrads durchgeführt wird.
An der Außenfläche eines Kopfteils der Zahnwelle 3 befindet sich eine periphere
Nut 32 und an vier in gleichen Abständen entlang dem Umfang der peripheren
Nut verteilten Stellen verlaufen durch den Kopfteil in Radialrichtung Bohrungen
15, in denen jeweils zylinderförmige Kolben 16, die eine Unterseite aufweisen,
mit angepaßten Abmessungen gleiten. In die periphere Nut 32 ist ein Ringbauteil
31 eingesetzt, das die Bewegung der Kolben 18 radial nach außen begrenzt und
ein Austreten der Kolben verhindert. Die Vorrichtung weist ein Gehäuse 320 auf,
zwischen dessen Innenwand und der äußeren Umfangsfläche des Kopfteils der
Zahnwelle 3 eine
Hydraulikdruckkammer 14 gebildet ist. In einem Abstand von der
Kammer 14 sind Dichtungsringe 12, 13 angeordnet, die beiderseits
der peripheren Nut 32 verlaufen. Die Kolben 16 sind jeweils so
angeordnet, daß sie durch das Einströmen des Drucköls von der
Druckölkammer radial einwärts gleiten. Das vordere Ende, also
die Unterseite jedes Kolbens weist einen kugelförmigen Kopf 17 auf
und an der äußeren Umfangsfläche eines Endes der Eingangswelle
1 befinden sich an den kugelförmigen Köpfen 17 entsprechenden
Stellen mehrere konkave Nuten 18, die in Axialrichtung verlaufen.
Die konkaven Nuten 18 haben eine Grundfläche 18a in Form einer
Bogenfläche des Radius R vom Zentrum des Ventils (siehe Fig.
11), die zwischen ihren beiden Seitenflächen 18b, 18c liegt.
Zwischen diesen Seitenflächen 18b, 18c und dem kugelförmigen
Kopf 17 befinden sich Spalte S1 und S2, die einer hinsichtlich der
Genauigkeit der mechanischen Bearbeitung in Betracht gezogenen
Maßabweichung entsprechen. Mit der Hydraulikdruckkammer 14 ist
ein zweites leitendes Rohr 30 verbunden, das vom ersten Ölkanal
29 abgezweigt ist und mit einem Hydraulikdruck-Reaktionsventil 21
versehen ist, das für seine Öffnungsweite von einer elektronischen
Steuerung 22 gesteuert wird, die einen Elektromagnet enthält und
in die von einem Fahrzeuggeschwindigkeitssensor 23 ein Signal
eingegeben wird. Auf diese Weise wird an die Hydraulikdruckkam
mer 14 über eine Einlaßöffnung 19 durch die Fahrzeuggeschwindig
keit gesteuertes Drucköl geliefert.
Es sei wieder auf Fig. 9 Bezug genommen und der Fall einer
Rechtslenkung angenommen. Die Zahnwelle 3 ist durch eine
Drehung der Eingangswelle 1 nur schwer drehbar, da die Zahn
welle mit der Zahnstange 2 kämmt, die sich durch tauschenden
Widerstand nicht bewegt. Es wird also an der Torsionsstange 4
eine Torsionsverformung und damit eine Verstellung zwischen der
Eingangswelle 1 und dem Ventilkörper 6 erzeugt, und das Drucköl
wird von der Einlaßöffnung 8 über den Zylindereingang 10 zu
einem Rechtszylinder 26 eines Servomotors 25 geleitet, und das
lenkende Rad wird mit Hilfsöldruck gesteuert. Gleichzeitig wird
Rückflußöl von einem Linkszylinder 27 des Servomotors 25 über
den Zylindereingang 11 zu einem Rückflußkanal 20 und über die
Auslaßöffnung 9 weiter zu einem Tank 28 geleitet.
Während der Fahrt werden Signale entsprechend der Fahrzeugge
schwindigkeit vom Geschwindigkeitssensor 23 der elektronischen
Steuerung 22 eingegeben, die das Hydraulikdruck-Reaktionsventil
21 steuert, wodurch das Drucköl in Abhängigkeit von der Fahrzeug
geschwindigkeit geliefert wird. Die Kolben 16 in den Bohrungen 15
werden durch das Drucköl radial einwärts geschoben und ihr
kugelförmiger Kopf 17 drückt gegen die Grundfläche 18a der
jeweiligen konkaven Nut 18 der Eingangswelle 1.
Zur Erläuterung der Funktion der Erfindung wird von einem
Zustand ausgegangen, in dem in der neutralen Stellung des
Ventils und der neutralen Stellung des Hydraulikdruck-Reaktions
glieds eine Verdrehung des Ventils auftreten würde und Drucköl in
der Reaktions-Hydraulikdruckkammer 14 wirksam ist. Der mit der
Zahnwelle 3 fest verbundene Ventilkörper 6 sorgt für eine Toleranz
in der Eingangswelle 1 und den Spalten S1 und S2, so daß es
keine Nockenwirkung durch einen Kontakt zwischen dem kugel
förmigen Kopf 17 und den beiden Seitenflächen 18b und 18c der
konkaven Nuten 18 gibt, wodurch es nicht wie bei den bekannten
Vorrichtungen zu einem Drehversatz kommt. Es tritt also kein
Druckunterschied zwischen dem Rechtszylinder 26 und dem Links
zylinder 27 auf und folglich ergibt sich kein Risiko einer
Schräglauftendenz für das Fahrzeug durch unmeßbaren Antrieb.
Selbst wenn eine Abweichung zwischen den neutralen Stellungen
einerseits des Ventils und andererseits des Hydraulikdruck-Re
aktionsglieds auftritt, sind doch die Spalte S1 und S2 so gegeben,
daß keine relative Verstellung des Ventils stattfindet. Hierbei
wird zweckmäßigerweise die Grundfläche der konkaven Nut 18 in
der Eingangswelle 1 näher betrachtet. Vorzugsweise hat die Grund
fläche rechtwinklig zur Axialrichtung der konkaven Nut 18 bei 18a
eine Bogenform mit Konzentrizität auf der Ventilachse oder eine
Ebene 18a mit einer Tangentiallinie einer Bogenfläche, wie in Fig.
12 gezeigt ist, was zur leichteren Herstellung und zur Aufrechter
haltung der Bearbeitungsgenauigkeit dient.
Fig. 13 zeigt in graphischer Darstellung einen Vergleich der
Erfindung mit der bekannten Vorrichtung. Auf der Abszisse ist
das Eingangsmoment t und auf der Ordinate die relative Ver
drehung d des Ventils aufgetragen. Die Linie OC zeigt eine
normale Servolenkcharakteristik (ausschließlich Torsionsstange),
die eine Beziehung der relativen Verstellungsweise des Ventils zum
Eingangsmoment primär proportional zur Torsion der Torsionsstange
zeigt. Eine Kennlinie OBE zeigt die Charakteristik bei der bekann
ten Vorrichtung nach den Fig. 1 und 2, wobei es im Bereich OB
keine Ventilverstellung gibt, da die relative Ventilbewegung durch
die Hydraulikdruckreaktion blockiert ist. Im Bereich BE liegt der
Zustand vor, daß die relative Ventilbewegung dann beginnt, wenn
das Eingangsmoment höher ist als die Verriegelungskraft der
Hydraulikdruckreaktion. Hiervon wiederum unterschiedlich ist die
Charakteristik der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die durch die
Kennlinie OAD gegeben ist. Im Bereich OA herrscht die
Charakteristik der normalen Torsionsstange, dies ist der Bereich,
in dem die Hydraulikdruckreaktion entsprechend den Spalten S1
und S2 in Fig. 11 nicht wirksam ist. Im Bereich AD ist die
Hydraulikdruckreaktion wirksam, beginnend mit dem Zustand, daß
der kugelförmige Kopf 17 gleichzeitig die Grundfläche 18a und die
Seitenfläche 18c in der konkaven Nut 18 der Eingangswelle 1
berührt.
In der graphischen Darstellung nach Fig. 14 sind Eigenschaften
der erfindungsgemäßen Vorrichtung typisch dargestellt. In dieser
Darstellung zeigt die Abszisse den Eingangswellen-Torsionswinkel
R und die Ordinate das Eingangsmoment t und den Öldruck P. Die
neutrale Stellung des Ventils und die neutrale Stellung des
Hydraulikdruck-Reaktionsglieds fallen nahezu zusammen und es ist
deutlich ein Bereich dargestellt, in dem die Hydraulikdruck
reaktion nicht in Funktion ist. Dies zeigt eine Kurve C, durch die
die Beziehung zwischen dem Torsionswinkel und dem Eingangsmo
ment dann, wenn nur die Torsionsstange wirksam ist, dargestellt
ist. Eine Kurve B zeigt die Beziehung zwischen dem Eingangswel
lenwinkel des Ventils und dem Öldruck und beide sind
symmetrisch. Eine Kurve A zeigt die Beziehung zwischen dem
Torsionswinkel der Torsionsstange und dem Eingangsmoment, wenn
der hydraulische Reaktionsdruck (20 kp/cm2, ca. 200 N/cm2) in
Funktion ist, wobei zu verstehen ist, daß eine Neigung S um die
neutrale Stellung des Ventils gleich einer Neigung C der Torsions
stange ist (da die Verdrehungen des R-Bereichs, wenn die Hydrau
likdruckreaktion, und des S-Bereichs, wenn die Hydraulikdruckreak
tion außer Funktion ist, verschieden sind. Dies ist dann der
Fall, wenn die Hydraulikdruckreaktion außer Funktion ist und
wenn sie in der Hydraulikdruckkammer um die neutrale Stellung
des Ventils herum in Funktion ist.
Fig. 15 ist der Fig. 14 ähnlich, sie zeigt jedoch die Bedingung,
daß der Bereich, in der die Hydraulikdruckreaktion außer Funk
tion ist, extrem schmal ist, wobei die neutrale Stellung des
Ventils und die neutrale Stellung des Hydraulikdkruck-Reaktions
glieds nahezu zusammenfallen. Die Neigungen der Torsionsstangen
charakteristiken C und S sind extrem unterschiedlich voneinander,
jedoch ist die Charakteristik, die die Beziehung zwischen dem
Torsionswinkel der Torsionsstange und dem Eingangsmoment an
zeigt, nicht eine Charakteristik, durch die der Punkt P nach R
verschoben wird, wo die Hydraulikdruckreaktion in Funktion ist.
Diese Tatsache zeigt, daß sie nicht als Ventilverriegelungs
charakteristik des Ventils der bekannten Vorrichtung gezeigt ist.
Die Torsionsstange 4 ist immer mit dem elastischen Torsionseffekt
für die Spalte S1 und S2 versehen, wobei das Ventil in einem
Zustand gehalten ist, bei dem der Hydraulikdruck als Hilfskraft
wirkt. Die Reaktionskraft wirkt also sanft von der Geradeausfahrt
bis zum Lenkzustand, so daß es keinen plötzlichen Wechsel in
Form eines Schocks bei der Lenkradhandhabung gibt.
Da das Hydraulikdruck-Reaktionsglied zwischen dem Kopfteil der
Zahnwelle und der Eingangswelle wirksam ist und die Hydraulik
druckreaktion die Zahnwelle und den Ventilkörper nicht in An
spruch nimmt, wird der Antriebsstift nicht auf Bruch und Ab
nützung beansprucht, so daß eine Verschlechterung der Ventilfunk
tion verhindert ist.
Die Ausführungsform nach Fig. 16 gleicht im wesentlichen der
nach Fig. 9, sie weist jedoch geringfügige konstruktive Unter
schiede auf, nämlich insoweit, als hier der Ventilkörper 6 in
Axialrichtung verlängert ist und an seinem verlängerten Teil 6a
das Ende der Zahnwelle 3 und der Antriebsstift 5 angreifen, und
im verlängerten Teil 6a die Bohrungen 15 mit den jeweils darin
befindlichen Kolben 16 gebildet sind, die den Hydraulikdruck-Reak
tionsmechanismus bilden. Im übrigen gleicht jedoch die auf den
Hydraulikdruck-Reaktionsmechanismus bezogene Konstruktion der
nach Fig. 9 und gleiche Bezugszeichen bezeichnen gleiche Gegen
stände.
Es wurden zwar verschiedene Ausführungsformen besprochen, hier
bei handelt es sich jedoch nur um Beispiele und der Anspruchs
umfang soll hierdurch nicht beschränkt sein. Insbesondere kann
die Form der Kolben des Hydraulikdruck-Reaktionsmechanismus
anstelle der Zylinder mit Unterseite auch kugelförmig sein. Bei
der Konstruktion nach Fig. 9 kann anstelle der Anordnung, daß
das Drucköl von der Hauptpumpe 24, die vom Motor angetrieben
wird, über das vom ersten Ölkanal 29 abgezweigte zweite leitende
Rohr 30 in die Hydraulikdruckkammer 14 geleitet wird, außer der
Hauptpumpe 24 auch eine Hilfspumpe vorgesehen sein, von der das
Drucköl in der Funktion über eine leitende Kammer in die
Hydraulikdruckkammer 14 geleitet wird. In diesem Fall können die
Hauptpumpe 24 und die Hilfspumpe unabhängig voneinander sein
und können auch sogenannte Tandempumpen sein, die in einem
gemeinsamen Pumpengehäuse angeordnet sind. Gemäß diesen abge
wandelten Beispielen wird das in die Hydraulikdruckkammer 14
geleitete Drucköl nicht von dem im ersten leitenden Rohr 29
erzeugten Druck beeinflußt und unabhängig vom Druck gesteuert,
so daß der Mechanismus des steuernden Hydraulikdruck-Reaktions
ventils 21 und der elektronischen Steuerung 22 vereinfacht werden
kann.
Claims (5)
1. Vorrichtung zur Änderung der Servocharakteristik einer Hydraulikdruck-
Servolenkvorrichtung in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit, mit einer manuell
zur Lenkbetätigung um eine Mittelstellung, die der Geradeausfahrt entspricht,
verdrehbaren Eingangswelle (1) und einer ebenfalls um eine Mittelstellung
verdrehbaren Ausgangswelle (3), die drehmäßig miteinander über eine
Torsionsstange (4) verbunden sind, die einen gegenseitigen Drehversatz dieser
Wellen (1, 3) unter Entwicklung eines Rückstellmoments ermöglicht, das in einer
gegenseitigen neutralen Stellung Null ist; einer Ventilhülse (6), die drehmäßig mit
der Ausgangswelle (3) verbunden ist, die Eingangswelle (1) umgibt und zusammen
mit dieser eine Drehventileinrichtung bildet, und die zusammen mit der
Ausgangswelle (3) eine relativ zur Eingangswelle (1)
verdrehbare Einheit bildet, die mit einer Hülsenstruktur die Eingangswelle (1)
örtlich koaxial umgibt; Kolben (16), die in unter gegenseitigem Winkelabstand
angeordneten radialen Bohrungen (15) in der Hülsenstruktur der verdrehbaren
Einheit (3, 6) gleiten und mit ihrem inneren Ende (17) radial in Nuten (18)
vorschiebbar sind, die an einer zylindrischen Außenfläche der Eingangswelle (1)
an Stellen, die in der gegenseitigen neutralen Stellung den Bohrungen (15) in der
Hülsenstruktur gegenüberliegen, gebildet sind und in beiden Drehrichtungen durch
schräge Flanken (18b, 18c) begrenzt sind; und mit einer Hydraulik-Einrichtung
(19, 21, 22, 23), die Hydraulikmedium eines von der
Fahrzeuggeschwindigkeit abhängigen Drucks auf den Außenseiten der Kolben (16)
an die Bohrungen (15) liefert; dadurch gekennzeichnet, daß die Nuten (18)
zwischen ihren schrägen Flanken (18b, 18c) jeweils eine Grundfläche (18a)
aufweisen, auf die das innere Ende (17) des jeweiligen Kolbens (16) als Abschluß
von dessen Einwärtsbewegung aufsetzbar ist, und daß zwischen dem mittig auf
der Grundfläche (18a) aufsitzenden Kolben (16) und den Flanken (18b, 18c)
jeweilige Spalte (S1, S2) verbleiben.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Grundfläche (18a) jeder Vertiefung (18) eine zur Eingangswelle (1) koaxiale
Zylinderfläche ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Grundfläche (18a) jeder Vertiefung (18) eine ebene Fläche ist, die parallel zur
Achse der Eingangswelle (1) und im rechten Winkel zur Kolbenbewegungsrichtung
liegt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die die Bohrungen (15) enthaltende Hülsenstruktur der verdrehbaren Einheit
(3, 6) ein verlängerter Teil der Ventilhülse (6) ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die die Bohrungen (15) enthaltende Hülsenstruktur der verdrehbaren Einheit
(3, 6) ein hülsenförmiger Verlängerungsteil der Ausgangswelle (3) ist.
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