DE359772C - Verfahren und Anlage zur Gewinnung und Verwertung von Torf - Google Patents
Verfahren und Anlage zur Gewinnung und Verwertung von TorfInfo
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Description
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Hugo Lentz in Berlin.
Der Torf wird im Großbetriebe entweder mit Baggern und Feldbahnen oder durch Abspritzen
mit Druckwasser abgebaut. Das erste Verfahren bedingt eine vorherige Ent-Wässerung
des Moores, wodurch zwar die zu bewältigende Masse um rund 6γ Prozent
kleiner wird, aber nur mit einem Zeitverlust von mehreren Jahren erkauft werden kann.
Zudem ist das ©aggerverfahren umständlich ίο und erfordert vielteilige Einrichtungen und
verhältnismäßig zahlreiche menschliche Arbeitskräfte. Wesentlich vorteilhafter ist das
Abs-pritzverfahren,- !bei dem der Torf durch
das Abspritzwasser verflüssigt wird und dann durch Kreiselpumpen und in Kanälen befördert
werden kann. Dies Verfahren läßt sich — im Gegensatz zum Baggerverfahren — so
gestalten, daß die abgetorften Flächen ohne weiteres zur landwirtschaftlichen Behandlung
bereit sind. Auch ist ein Vorentwässern des Moores unnötig.
Gegenstand der Erfindung ist nun ein auf das 'Abspritzen des Torfes gegründetes Abbauverfahren.
Weiterhin betrifft die Erfindung die zur Ausführung dieses Verfahrens dienende Anlage und Einrichtungen.
Auf der Zeichnung ist eine Ausführungsform der diesbezüglichen Anlage !dargestellt,
und zwar zeigt
lAibb. ι den Lageplan des Moores, dessen
Unterteilung und die Anordnung der Abführungskanäle und .Sammelbecken;
Abb. 2 ist ein Schnitt nach Linie a-b-c-d der Abb. 1;
Abb. 3 zeigt den Abspritzprahm in schematischer Darstellung von oben gesehen, während
Abb. 3a einen unter Wasser 'befindlichen
Teil dieses Prahmes in Seitenansicht darstellt; Abb. 4 zeigt eine Seitenansicht der Anlage
für weitere Abarbeitung des abgespritzten ;
Torfes; j
Abb. 5 ist ein Längsschnitt nach Linie e-f der Abb. 4, welche den Torfspeicher veranschaulicht;
Abb. 6 zeigt einen Grundriß der Anlage
nach Abb. 4 in schematischer Darstellung, während die
Abb. 7 bis 15 Einzelheiten und Einrichtungen
der Anlage in größerem Maßstabe zeigen.
'Bei dem neuen Verfahren wird das Moor in quadratische Felder eingeteilt, die so geräumig
sind, daß auf ihnen landwirtschaft- ■ lieber Großbetrieb möglich ist (etwa 100 ha).
In Abb. ι ist angenommen, daß die Mächen A,
B, C abgetorft und in landwirtschaftlichem* Betriebe sind, während im Felde D das Abtorfen
im Gange ist. Zwischen den einzelnen Feldern bleiben Torf dämme E stehen. Auf
ihrer Krone sind Kanäle und als Zugang für die landwirtschaftliche Bearbeitung Fahrwege
angelegt, von denen aus Rampen F auf die Arbeitsflächen führen. Zum Abtorfen des
Feldes D dient ein 'Prahm 1 (Abb. 3), der in
dem abgetorften Teil des Feldes D schwimmt. Auf ihm sind mehrere senkrecht und wagerecht
einstellbare Spritzdüsen 2 angebracht, denen durch eine Kreiselpumpe 3 Druckwasser
zugeführt wird. Zum Abspritzen unterhalb des Wasserspiegels dienen die Düsenrohre 4 (Abb. 3a), die an die in Abb. 3
punktiert angedeutete Leitung 5 bei 6 angeschlossen sind.
Der abgespritzte Torf fällt in den Raum 7, der seitlich durch Schwimmkörper 8 abgeschlossen
ist. Aus diesem Raum entnimmt ihn eine Kreiselpumpe 9 und schafft ihn über
eine schwimmende Rinne 10, durch die er in einen Prahm 11 '('Bild 1) fließt. Von Her aus
fördert ihn eine dritte Kreiselpumpe 12 durch das Rohr 13 in den Graben 14. In der
Rinne 10 halten ihn laufende Seile 15 in Fluß,
die zugleich in einfacher Weise den Vorschub der Rinne senkrecht zu ihrer Längsrichtung
ermöglichen. Die Seite 15 schwimmen lunld brauchen daher keine Tragrollen.
Ihre Utnike'hrroHen 16 sind je an den Prahmen
ι und 11 befestigt. Sämtliche Einrichtungen
auf dem Prahm 1 werden durch Motore25 betrieben.
(Bunkerde und Jungtorf werden von einem besonderen Prahm 17 aus abgespritzt; sie fallen
ins Wasser, verteilen sich dort und setzen sich auf der abgetorften Fläche ab. Der aus
dem Raum 7 in die Gräben 14 beförderte Torf fließt — nötigenfalls unter Nachhilfe von
Wasserspülpumpen 18 und !Rührwerken 19 — über Bandabscheider 20 in die Albsetzteiche
2i, wo er seinen Wassergehalt von etwa 95
au'f 92 Prozent verringert. Es sind mindestens zwei Absetzteiche nötig, die je abwechselnd
Torf von 95 Prozent Wassergehalt aufnehmen und solchen von 92 Prozent Wassergehalt
abgeben. Das ausgeschiedene Wasser wird durch die Gräben 22,23 wieder dem
Feld D zurüokgeleitet. Der Torf setzt sich in
den Teichen 21 ab. In die Gräben 14, 22 und 23 eingebaute Schützen 24 regeln diese Vorgänge.
Von den Absetzteichen aus wird der Torf einer Sammelgrube 26 zugeführt.
Die Kanäle auf den Dämmen E werden beim Fortschreiten des Abtorfens zeitweise
wieder benutzt; in der Zwischenzeit trennen Schützen sie von jenen, die jeweils im Betrieb
sind. Große Sandrücken im Moor werden umgangen, kleine 'abgespritzt. Steigt der
Boden an, auf dem das Moor sitzt, so wird der Wasserstand in dem Arbeitsfeld entsprechend
geregelt. Die Absetzteiche werden durch Abspritzen oder Baggern hergestellt.
'Es wird nun angenommen, daß der Torf durch Schwelung weiterverarbeitet wenden
soll, wobei 'Halbkoks, Urteer und Gas anfallen. Aus dem Halbkoks wird unter Gewinnung
von 'Ammoniak 'Kraftgas hergestellt, das in Gasmaschinen (Gasturbinen) Arbeit
leistet. Aus dem Urteer werden öle, Paraffin
u. dgl., aus dem Reichgase die darin enthaltenen flüchtigen Kohlenwasserstoffe abgeschieden.
Das Reichgas wird zur Beleuchtung und 'Heizung an Fernleitungen abgegeben. Überschuß an solchem könnte in Ammoniak
(Löwenstein) oder Alkohol (Roser) übergeführt werden.
Zu der hier angenommenen Verarbeitung
muß der Torf bis auf etwa 15 Prozent Wassergehalt
getrocknet wenden. Entwässern bis auf 40 Prozent Wassergehalt ergibt sich durch Abkochen mit nachfolgendem Pressen; die
restliche Trocknung erfolgt im Vortrockner.
Eine brauchbare Gesamtanordnumg für Entwässerung und Vergasung zeigt Abb. 4.
Der in der Sammelgrube 26 vorhandene Torf wird dort vorgewärmt. Zu diesem Zweck sind
in dieser Grube aus dünnem Kupferblech bestehende Kästen 27 eingebaut, die entsprechend
beiheizt und durch schwingende Kratzer reingehalten wenden. Aus diesem
Sammelbehälter wird dann der Torf durch ein Becherwerk 28 in den Bunker 29 gehoben.
Der Boden dieses Bunkers wird durch ein Zellenrad 30 gebildet (s. Abb. 7 und 8), das
in dem Gehäuse dicht anschließend drehbar ist. Die Welle 31 ist hohl und durch Öffnungen
32 mit den einzelnen Zellen in Verbindung. Innerhalb der höhlen Welle ist eine Dampfzuleitung 33, die immer an die Öffnung
derjenigen Radzelle angeschlossen ist, die über der Mündung des Rohres 34 steht. Durch
den Dampfdruck wird dann der Torf durch das Rohr 34 in den "Bunker 35 befördert. Die
Dampfwärme geht hierbei fast restlos auf den Torf über.
Der Bunker 35 (Abb. 9) hat zwei Ausflußkanäle, in denen je ein Kapselwerk 36 vorbeschriebener
Bauart liegt. 'Diese Kapselwerke drücken den Torf in die Kochleitungen 37 und 38 (s. Abb. 10). Diese sind so
bemessen, daß der Torf sie in etwa 15 Minuten durchströmt. Sie werden mit gesättigtem
Wasserdampf von 1350 C (5 kg/qm Druck)
beheizt, der durch gelochte Heizröhren 39 in sie eingeführt wird.
Aus den iKochleitungen tritt der Torf durch das Rohr 40 in den Stoßentwässerer 41 (s.
Abb. 11), wo er durch Leitbleche 42 gegen die Gehäusewandung geschleudert und durch
Stoßwirkung- und Entspannung auf 65 Prozent Wassergehalt entwässert wind. Das abgeschiedene
Wasser fällt in die Rinne 43, die durch von einem Elektromotor 44 aus angetriebene
umlaufende Schrägschaufeln 45 von i°o
Torf frei gehalten wird.
Von dem Stoßentwässerer 41 wird der Torf durch das Rohr 46 den Pressen 47, die als
Zahnnadpressen gedacht sind (s. Abb. 12), zugeführt. Die Zahnräder 48 dieser Pressen i°f
sind aus Blechscheiben zusammengesetzt, durch deren Fugen das Wasser abfließt. Um
den 'Preßvorgang zu beschleunigen, sind drei solcher Pressen in Reihe geschaltet. Wegen
des Drucfcunterschiedes in den Räumen 49, 50, 51 wird der Torf beim Übergang aus
dem einen Raum in den folgenden durch die hierbei auftretende plötzliche Dampfentwicfclung
stank durcheinandergewirbelt, was die Entwässerung begünstigt. Die Pressen drükken
den Torf durch das Rohr 52 in den Verteiler 53 (s. Alb. 13 und 14). Dieser besteht
aus einer Schnecke 54 mit Rechts- und Linksgewinde, die in einem Rohr 55 liegt, das sich
mit einem über seine gamze Länge laufenden Schlitz 56 dem Vortrockner 58 anschließt.
Dieser bildet den oberen Teil eines treppen-
rostartigen Ofens 70, während der untere Teil 71 dieses Ofens als Schwelofen ausgebildet
ist.
Der im- Stoßentwässer er 41 entwickelte
Dampf geht durch das Rohr 57 zum Vorwärmen in den Bunker 35, während das Heißwasser
durch das Rohr 59 und das von den Pressen abgeschiedene Heißwasser .durch das
Rohr60 einem Austauscheroi (s. AMx 15)
zugeführt wird. Ein Teil dieses Heißwassers gelangt dann durch das Röhr 62 zu dem in
' der Sammelgrube 26 eingebauten Vorwärmer 27.
Im Vortrockner 58 kommen die Heizgase mit dem Torf in unmittelbare Berührung. Die
Brüden sind daher mit Heizgasen vermischt. Damit ihr Wärmegehalt zur Arbeitsleistung
und beim Vergasen nutzbar wird, werden sie j durch den Kanal 63 dem vorerwärmten Austauscher
61 (s. Abb. 15) zugeführt und in diesem dadurch niedergeschlagen, daß sie- in
konzentrischen Flächen herabrieselnde Was- j serschleier 64 quer durchströmen und dadurch ;
ihre Wärme an das Wasser abgeben müssen. : Hierbei entweichen die ihnen beigemischten
Gase und werden durch ein Kreiselgebläse 65 durch ein Rohr 66 dn den später erwähnten
Torfspeicher 67 gedrückt. Gegebenenfalls kann noch zum Niederschlagen der Brüden
durch das Rohr 68 kaltes Wasser zugeführt und ebenfalls erwärmt werden. Das erzeugte
Heißwasser wird durch das Rohr 69 abgeführt
und in eine in den Heizkanälen des Vortrockners und des Schwelofens liegende Leitung übergeführt. Der aus ihm gewonnene
Dampf wird zum Teil zur Arbeitsleistung, zum Teil im Vergaser verwertet.
Da der Torfverbrauch die auf den mittleren Bedarf eingestellte Fördermenge zeitweise
überschreitet, zeitweise darunterbleibt, j und auch unter Umständen, z. B. bei starkem
FiOst, die Förderung eine gewisse Zeit aus- j
setzen kann, so ist ein Speicher nötig. Er j wird zweckmäßig in den für die Anlage der '
öfen 70 erforderlichen Erdkörper untergebracht (s. Abb. 4 und 5) und durch 'den Verteiler
53 aus unter Abschaltung des Vortrockners direkt beschickt. Soll Torf aus dem j Speicher 67 entnommen werden,, so geschieht |
dies durch ein 'Becherwerk 72, eventuell unter j Zuhilfenahme von Förderschnecken und Rinnen
73, durch welche der Torf -in den Bunker 74 entleert wird, der über der Matte des j
Verteilers 53 liegt. Bei Überschuß der Förderung über den Ofenverbrauch geht Torf in
den Speicher; im uaigekehrten Fall oder wenn
die Förderung aussetzt, liefert der Speicher Torf. Die Abgase des Austauschers und sonstige
nicht weiter ausnutzbare Abgase werden in dem Speicher 67 unter den Torf geleitet,
durchströmen diesen und entweichen durch die Laterne 75 des Speidherdaches. Hierbei
vermindert sich der Wassergehalt des Speicherinhaltes nicht unwesentlich.
Am Ende des Schwelofens 71 ist dann noch eine Förderschnecke 76 mit Rechts- und
Linksgewinde angeordnet, die den halb entgasten Torf sammelt und direkt in einen
Förderraum yy überführt, in dem er durch ein Becherwerk 78 gehoben und durch einen Auslauf
79 den Vergasern zugeführt wird. Der Raum yy ist hierbei mit Abgasen angefüllt,
so daß ein Ablöschen des Kokses entbehrlich wird.
Die 'Beschickung des Vortrockners wird
nach dem Verbrauch des Kraftwerkes und der Fernheizung über eine Schalttafel von einem
Wärter geregelt, der zugleich den Wärmegrad der Öfen überwacht und nach Fernzeigern
innerhalb der vorgeschriebenen Grenzen hält.
Der Arbeitsgang des gesamten Verfahrens ist, wie man erkennt, gleichförmig, ununterbrochen
und im wesentlichen selbsttätig, was die beste Ausnutzung des Anlagewertes und den geringsten Aufwand an menschlicher Arbeitskraft
ergibt. Hierdurch und durch die fast vollständige Verwertung der Abwärme wird auch eine gute Wärmewirtschaft gewährleistet.
Claims (12)
1. Verfahren zur Gewinnung und Verwertung von Torf, dadurch gekennzeichnet,
daß dieser zunächst mit Hilfe schwimmender Vorrichtungen abgespritzt wird,
sodann dn Absetzteiche zwecks Verminderung seines Wassers gelangt, wo er auch vorgewärmt wird, worauf er mittels
Druckdampf, den er restlos absorbiert, sowie durch mechanische Vorrichtungen weiteribef ordert wird und in Kochleitungen
gelangt, von wo aus er dann einer Entwässerungsvorrichtung .zugeführt wird, die
von einem Abpressen gefolgt ist, worauf ein Verteilen mit nachfolgendem Vortrocknen
stattfindet, bei dem der Torf in unmittelbare Berührung mit Heizgasen kommt, um hierauf in bereits halbverkoktem
Zustande schließlich dem Vergaser zugeführt zu werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bunkerde und der
Jungtorf in fein verteiltem Zustande durch Abschlemmen gleichmäßig auf der abgetorften
Fläche abgelagert werden, so daß diese nach Entfernung des Wassers sofort anbaufähig ist.
3. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Abspritzen des Torfes vermittels einer Pumpenanlage erfolgt, die
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von einem Prahm getragen wird und obersowie unterhalt) der Wasserfläche angeordnete
einstellbare Sprdtzdüsen (2, 4) und Entnahmerohre, mit Kreiselpumpen (9)
verbunden, aufweist, welche letzteren den abgespritzten Torf weiterbefördern.
4. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß für die Weiterbeförderung
des Torfbreies eine Rinne (10)
dient, in welcher die einander zugekehrten Teile zweier in einer Horizontalebene angeordneten
endlosen Seile (15) laufen, die auch die Verstellung der Rinne senkrecht
zu ihrer Längsrichtung besorgen.
5. Anlage nach Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Entwässern
und gleichzeitige Vorwärmen dn einer Sammelgrube erfolgt, in welcher Kästen (27) aus dünnem Blech (Kupferblech)
eingebaut sind, die beheizt und mit Hilfe von schwingenden Kratzen reingebalten
werden.
6. Anlage nach Ansprüchen 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der vorgewärmte
und entwässerte, daher nicht mehr pumpfähige Torf vermittels eines Dampfkapselwerkes
(Abb. 7 und 8) weiterbefördert wird, das aus einem Zellenrad (30),,
umgeben von einem dichtschließenden Gehäuse und einer hohlen Welle (31), deren
öffnungen (32) mit den einzelnen Zellen in Verbindung stehen, besteht, wobei diese
Welle von einer Dampfzuleitung (33) durchzögen ist, die einen nach unten gerichteten
Ausströmungsanschluß besitzt, so daß immer die Zelle unter Dampfdruck gelangt, welche sich über der Ableitung
(34) des iKapselwerkes befindet.
7. Anlage nach Ansprüchen 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der von dem
Kapselwerk (30) mittels Dampf beförderte Torf in einen hochgelegenen Bunker (35)
gepreßt wind, der mit zwei Kapselwerken (36) von beschriebener Bauart ausgestattet
ist, welche den Torf zu gleichen Mengen erhalten und ihn in eine 'Kochleitung (37,38) befördern, die mit gesättigtem
- Wasserdampf von ungefähr 1350 beheizt wird, und eine solche Länge
besitzt, daß ein ununterbrochener Betrieb stattfinden kann.
8. Anlage nach Ansprüchen 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Torf in
einem Stoßentwässerer (41, Albb. 11)
durch Stoßwirkung und Entspannung auf 65 Prozent Wassergehalt entwässert wird, welche Wirkung mit Hilfe von innerhalb
eines Gehäuses angeordneten, entsprechend angetriebenen Leitblechen (42) erzielt
wird, die den Torf zentral von unten (Rohr 40) zugeführt erhalten und ihn gegen die Gehäusewandung schleudern,
wobei das ausgeschiedene Wasser in eine Rinne (43) fällt, die durch umlaufende
Schrägschaufeln (45), zweckmäßig von P5 einem Elektromotor angetrieben, von Torf
freigehalten werden.
9. Anlage nach Ansprüchen 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Torf nach
Verlassen des Stoß entwässerers einer Presse zugeführt wird, die aus mehreren
in Reihe geschalteten Zahnradgängen besteht, so daß der Torf ibeim Übergang aus
einem 'Druckraum in den anderen durch die hierbei auftretende plötzliche Dampfentwicklung
heftig durcheinandergewirbelt wird, was eine weitere Entwässerung zur Folge hat.
10. Anlage nach Ansprüchen 3. bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die mit Heizgasen
vermischten Brüden des Vortrockners (58) zentral von unten in einen Austauscher
(61) eingeführt und durch das vom Stoßentwässerer und den Pressen stammende .Heißwasser, das in Form von
Wasser sch! eiern niederrieselt, niedergeschlagen werden, während die abgeschiedenen
Gase durch ein geeignetes Gebläse (65) abgezogen werden.
11. Anlage nach Ansprüchen 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine Fördervorrichtung
in dem mit Abgasen gefüllten, den 'Schwelofen umgebenden Raum angeschlossen ist und aus einer Förderschnecke
(76) mit Rechts- und Linksgewinde und einem an diese angestellten Becherwerk (78) besteht, so daß der halbverkokte
Torf von der Schnecke ergriffen und sodann durch das Becherwerk hochgefördert
wird, um schließlich durch einen Auslauf (79) den Vergasern zugeführt zu
werden.
12. Anlage nach Ansprüchen 3 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß zweöks Ausgleichs der Unterschiede zwischen Forderung
und Verbrauch des Torfes innerhalb der für die Entwässerungs- und Ofenanlage
sowie die darin vorgesehenen selbsttätigen Einrichtungen erforderlichen Erdschüttung ein Speicher (67) vongesehen
ist, dem der Torf durch einen Verteiler (53), ohne vorher den Vortrockner passiert zu haben, zugeführt /bzw. durch ,
ein Becherwerk (72) entnommen wird.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
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| DEL53127D DE359772C (de) | Verfahren und Anlage zur Gewinnung und Verwertung von Torf |
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| DE359772C true DE359772C (de) | 1922-09-26 |
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| DE (1) | DE359772C (de) |
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