DE3528209C2 - Desinfektionsmittel - Google Patents

Desinfektionsmittel

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DE3528209C2 DE19853528209 DE3528209A DE3528209C2 DE 3528209 C2 DE3528209 C2 DE 3528209C2 DE 19853528209 DE19853528209 DE 19853528209 DE 3528209 A DE3528209 A DE 3528209A DE 3528209 C2 DE3528209 C2 DE 3528209C2
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    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N47/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom not being member of a ring and having no bond to a carbon or hydrogen atom, e.g. derivatives of carbonic acid
    • A01N47/40Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom not being member of a ring and having no bond to a carbon or hydrogen atom, e.g. derivatives of carbonic acid the carbon atom having a double or triple bond to nitrogen, e.g. cyanates, cyanamides
    • A01N47/42Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom not being member of a ring and having no bond to a carbon or hydrogen atom, e.g. derivatives of carbonic acid the carbon atom having a double or triple bond to nitrogen, e.g. cyanates, cyanamides containing —N=CX2 groups, e.g. isothiourea
    • A01N47/44Guanidine; Derivatives thereof

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Description

Die vorliegende Erfindung betrifft aldehydfreie Desinfektionsmittel, insbesondere Mittel zur Desinfektion von Flächen, Oberflächen, Instrumenten und/oder Wäsche, bestehend aus Biguaniden und/oder Guanidinderivaten sowie gegebenenfalls quaternären Ammoniumverbindungen und/oder nichtionischen und/oder kationiden Tensiden sowie anderen üblichen Hilfsstoffen.
Die Einsatzgebiete von Desinfektionsmitteln sind vielgestaltig und entsprechend ihrer Anwendung und Indikation werden die Desinfektionsmittel unterschieden. So z. B. werden Desinfektionsmittel zur Desinfektion der Hände, des Operationsfeldes, der Instrumente, von Fußböden (Scheuerdesinfektion), Wäsche, Inventar, Grobwänden und Ausscheidungen, zur Entseuchung geschlossener Räume sowie zur Abtötung von in der Raumluft befindlichen Keimen verwendet. Im allgemeinen bestehen Desinfektionsmittel entweder aus einem oder mehreren Desinfektionswirkstoffen. Im Handel befinden sich meist Kombinationspräparate, die mehrere oder verschiedene Wirkstoffklassen enthalten. Als Desinfektionswirkstoffe oder -mittel Verwendung finden z. B. Aldehyde, quarternäre Ammoniumverbindungen, Amphotenside, Alkohole, Halogene, Phenole, Metallorganika und dergleichen sowie Gemische aus einem oder mehreren dieser Desinfektionswirkstoffe.
In der DE-OS 24 37 844 werden zur Bekämpfung von Schädlingen, wie Pilzen, Bakterien und Viren, die die wachsenden Feldfrüchte und Ernteprodukte befallen, die Feldfrüchte oder die Ernteprodukte mit einer Zusammensetzung behandelt, die als aktiven Bestandteil ein polymeres Biguanid, wie Poly(hexamethylen)biguanid oder ein Salz davon enthält, wobei in dieser Zusammensetzung auch Netzmittel, wie quaternäre Ammoniumverbindungen enthalten sein können.
Die in der DE-OS 22 23 766 beschriebenen Desinfektionsmittel enthalten bakterizid wirksame Bis-biguanidbasen, wie z. B. Chlorhexidin, mit als Sequestriermittel wirksamen Aminocarbonsäuren, wobei diese Desinfektionsmittel auch quarternäre Ammoniumverbindungen enthalten können.
Aus der US-PS 23 88 614 sind bakterizid wirksame Gemische, die ein Betain und ein bakterizid wirksames, wasserlösliches, organisches, basisches, Stickstoff enthaltendes Salz aufweisen, bekannt, wobei als Betain solche Verbindungen vorgeschlagen werden, die an einem annularen Atom des Betainringes eine Alkylgruppe mit mindestens 8 Kohlenstoffatomen enthalten, wie z. B. C- Hexadecylbetain und N-Dodecylbetain. Als basische N-Verbindungen werden auch Guanidine genannt.
In der DE-OS 23 38 031 werden antimikrobielle Kompositionen für odontologische Zwecke vorgeschlagen, die als aktive Bestandteile Dodecyl-di- (aminoethyl)-glycin und Chlorhexidin oder Salze dieser Verbindungen enthalten.
Zum Desinfizieren von Oberflächen werden in der DE-PS 8 56 042 Salze beliebiger anorganischer oder organischer Säuren von amphoteren Verbindungen der allgemeinen Formel
R₁ · NH · R₂ · COOH
worin R₁ eine gegebenenfalls durch NH, CONH oder O unterbrochene höhermolekulare Kohlenwasserstoffkette und R₂ ein Brückenglied von rein aliphatischer, gemischt aliphatisch-aromatischer oder rein aromatischer Natur ist, vorgeschlagen. Diese Verbindungen werden auch zur Körperreinigung und Desinfektion gemäß der DE-PS 8 62 477 beschrieben. In der DE-AS 10 41 627 werden amphotere oberflächenaktive Verbindungen der Formel
C₁₂H₂₅-NHCH₂CH₂CH₂NH-CxH2xCOOH,
in der
ist, bzw. deren wasserlösliche Salze mit Säuren als Wasch- und Desinfektionsmittel verwendet.
In der DE-OS 24 42 712 werden in Mitteln zur Pflege und Reinigung von Zähnen und Zahnprothesen in Form einer Paste, eines Pulvers, eines transparenten Gels, einer wäßrigen oder wäßrig-alkoholischen Lösung, einer Tablette, eines Dragèes oder eines Kaugummis Fettsäureamidoalkyl-betaine mit Chlorhexidin und Harnstoff kombiniert. Gleiches tritt auch für die DE-OS 20 60 439 zu.
Gemäß der DE-OS 24 27 047 wird die Desinfektion unter Verwendung mehrerer Desinfektionskomponenten und gegebenenfalls Reinigungskomponenten, die in konzentrierter Form miteinander verträglich sind, vorgeschlagen, wobei die einzelnen Komponenten in getrennten Vorratsbehältern aufbewahrt werden und bei Anwendung der Komponenten in einem gemeinsamen Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch zugeführt werden und in entsprechend verdünnter Form zur Anwendung gelangen. Gemäß Beispiel 7 werden Chlorhexidingluconat in entionisiertem Wasser und eine 22,5%ige wäßrige Lösung von Dodecylammoniumethylaminoethylglycin angewandt. Die gleiche Kombination ist auch in Chemical abstracts vol. 81 1974, 313b und vol. 92, 1980, Nr. 11239k beschrieben.
Desinfektionsmittel aus Basis von Aldehyden sind ausgezeichnete Desinfektionsmittel und zählen zu den am häufigsten eingesetzten Desinfektionsmitteln. Sie besitzen eine breite mikrobizide Wirksamkeit. So werden gemäß der DE-PS 12 69 292 Desinfektionsmittel auf Basis von Formaldehyd in Kombination mit zinnorganischen Verbindungen, speziell mit Tri-n-butylzinnnbenzoat vorgeschlagen und aus der DE-OS 26 11 957 sind Mittel bekannt, bei denen Aldehyde mit Salzen von oligomeren Hexamethylenbiguaniden kombiniert werden.
Allen diesen, auf Aldehyd basierenden Mitteln haften jedoch die bekannten, durch die Aldehyde bedingten Nachteile hinsichtlich der gesundheitsschädigenden Wirkung an. Eine mögliche Gefährdung der Gesundheit durch Formaldehyd und andere Aldehyde wird recht unterschiedlich beurteilt. Formaldehyd und Glutardialdehyd werden geruchlich wahrgenommen, Glyoxal jedoch nicht. Der MAK-Wert (maximale Arbeitskonzentration) für den wichtigsten Aldehyd, das Formaldehyd, beträgt 1 ppm. Formaldehyd wurde daher besonders intensiv in epidemiologischen Studien untersucht. Der Verdacht einer kanzerogenen Wirkung des Formaldehydes beim Menschen konnte bisher nicht bestätigt werden; dennoch wird dessen irritative und sensibilisierende Wirkung hervorgehoben, der vor allem die mit der Durchführung von Desinfektionsmaßnahmen betrauten Personen ausgesetzt sind. Um hier eine Abhilfe zu schaffen, einerseits gegen Geruchsbelästigungen und andererseits gegen Hautreizungen, die auf den gerbenden Effekt der Aldehyde zurückzuführen sind, müssen aldehydfreie Desinfektionsmittel bereitgestellt werden.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, Desinfektionsmittel bereitzustellen, die aldehydfrei sind, die den bekannten aldehydhaltigen Mitteln anhaftenden Nachteile nicht aufweisen und die mindestens ebenso oder besser wirksam sind als die bekannten, aldehydhaltigen Mittel.
Aldehyde lassen sich jedoch aufgrund ihrer breiten mikrobiziden Wirksamkeit nur sehr schwer in Desinfektionsmittelformulierungen substituieren. Um den strengen Anforderungen der Desinfektionsprüfungsbedingungen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) zu genügen, ist für ein Produkt, das im Vergleich zu aldehydischen Formulierungen ähnlich niedrige und wirtschaftlich vertretbare Gebrauchskonzentrationen erfordert, beispielsweise der Einsatz von Biguaniden, wie z. B. von Polyhexamethylenbiguanid nur möglich, wenn diese durch weitere Zusätze und Ingredienzien aktiviert, also in ihrer mikrobiziden Wirksamkeit gesteigert werden.
Überraschend wurde gefunden, daß diese Aufgabe erfindungsgemäß durch Verwendung von aktivierenden Säurederivaten gelöst werden kann.
Die erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel sind dadurch gekennzeichnet, daß sie einen wirksamen Gehalt an einem oder mehreren aktivierenden Säurederivaten der allgemeinen Formel I
worin
x eine Zahl von 0-5,
R₁ ein Wasserstoffatom oder einen Rest der Formel
R₂ ein Wasserstoffatom, einen CH₃-Rest oder einen Rest -(CH₂)yOH, wobei y eine Zahl von 2-5 ist,
R₃ einen Rest der Formeln
R₄ ein Wasserstoffatom oder einen CH₃-Rest und
R einen geradkettigen Alkylrest mit 8-18 C-Atomen bedeuten, oder Salze derselben aufweisen, als Biguanid-Verbindungen der Formel II
enthalten.
Vorzugsweise bedeutet in der vorstehenden allgemeinen Formel I×0 oder 1 und y 2. Zu den aktivierenden Säurederivaten, die erfindungsgemäß eingesetzt werden können, gehören auch Salze der Verbindungen der allgemeinen Formel I. Beispielsweise umfassen die Verbindungen der Formel I
  • 1a) Verbindungen der allgemeinen Formel Ia worin R einen geradkettigen Alkylrest mit 8 bis 18 C-Atomen, vorzugsweise einen von Cocosfettsäure abgeleiteten Alkylrest,
    y eine ganze Zahl von 2-5, vorzugsweise 2, und
    x eine ganze Zahl von 0-5, vorzugsweise 0 oder 1, bedeuten,
  • 1b) Verbindungen der Formel Ib worin R einen geradkettigen Alkylrest mit 8-18 C-Atomen, vorzugsweise einen geradkettigen Alkylrest mit 12 C-Atomen bedeutet,
  • 1c) Verbindungen der Formel Ic worin R einen geradkettigen Alkylrest mit 8-18 C-Atomen, vorzugsweise einen geradkettigen Alkylrest mit 12 C-Atomen, und n 2 oder 3, vorzugsweise 3, bedeuten,
  • 1d) Verbindungen der Formel Id worin R einen geradkettigen Alkylrest mit 8-18 C-Atomen, vorzugsweise einen geradkettigen Alkylrest mit 12 C-Atomen, n 2 oder 3, vorzugsweise 2, und
    y eine ganze Zahl von 2-5, vorzugsweise 2, bedeuten.
Beispiele für geeignete aktivierende Säurederivate sind N[N′(N′′-2-Hydroxyethyl- N′′-carboxyethyl-aminoethyl)essigsäureamido]-N,N-dimethyl-N-cocos- ammoniumbetain der Formel
worin R den von Cocosfettsäure abgeleiteten Alkylrest bedeutet, 1-N-Lauryl-N- (2-carbamoyl-1-carboxy-ethyl)-1,5-diazapentan der Formel
worin R den Laurylrest bedeutet,
N-β-Hydroxyethyl-N-carboxymethyl-laurylsäureamidoethylamin, Natriumsalz der Formel
N,N-Dimethyl-N-carboxymethyl-N-laurylsäureamido-propylammoniumbetain- der Formel
worin R den Laurylrest bedeutet.
Besonders bevorzugt sind N[N′(N′′-2-Hydroxyethyl-N′′-carboxyethyl-aminoethyl)­ essigsäureamido]-N,N-dimethyl-N-cocos-ammoniumbetain der vorstehend aufgeführten Formel, sowie das 1-N-Lauryl-N-(2-carbamoyl-1-carboxy-ethyl)-1,5- diazapentan der vorstehend genannten Formel, die sowohl einzeln als auch im Gemisch verwendet werden können.
Erfindungsgemäß sind im allgemeinen solche Biguanide der allgemeinen Formel II
worin
m eine Zahl von 1-10 und
n eine Zahl von 1-6 bedeuten, geeignet.
Beispiele für Biguanide der Formel II sind die in der US-PS 44 05 645 sowie in der DE-OS 26 11 957 beschriebenen Biguanide bzw. deren Salze. Besonders geeignet sind solche Biguanide der Formel II, worin m 4-8 und n 4-6 bedeuten und insbesondere geeignet sind solche Biguanide der Formel II, worin m 6 und n 4-6 bedeuten, wie beispielsweise das Poly-[imino-(imido-carbonyl)- imino-(imido-carbonyl)-iminohexamethylen]-hydrochlorid der Formel IIa
worin n 4-6 bedeutet, mit einem mittleren Molekulargewicht von 1200±200.
Als Guanidinderivat ist erfindungsgemäß eine Verbindung der allgemeinen Formel III
worin
R einen geradkettigen Alkylrest mit 12-16 C-Atomen und m 4-6 bedeuten,
geeignet.
Zusätzlich zu den Biguaniden und den aktivierenden Säurederivaten können die erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel weitere Bestandteile, wie quaternäre Ammoniumverbindungen und/oder nichtionische und/oder kationide Tenside sowie andere übliche Hilfsstoffe enthalten.
Beispiele für geeignete quaternäre Ammoniumverbindungen sind alle für die erfindungsgemäßen Zwecke geeigneten quaternären Ammoniumverbindungen, wie die Verbindungen der allgemeinen Formel IV
worin
R¹ und R³ jeweils niedere Alkylreste und
R² und R⁴ jeweils Alkylreste mit 1 bis 16 C-Atomen oder den Benzylrest oder
R² einen Alkylrest mit 8 bis 16 C-Atomen und
R⁴ einen Benzylrest und
ein beliebiges Anion, wie ein Methosulfation, Chloridion, Fluoridion, Bromidion, Jodidion oder PO₄3- bedeuten.
Vorzugsweise bedeuten
R¹ und R³ jeweils Alkylreste mit 1-3 C-Atomen, insbesondere Methylreste und
R² und R⁴ jeweils Alkylreste mit 10-14 C-Atomen oder den Benzylrest
oder
R² einen Alkylrest mit 10-14 C-Atomen und
R⁴ einen Benzylrest.
Erfindungsgemäß können 1 oder mehrere quaternäre Ammoniumverbindungen verwendet werden. Beispiele für besonders geeignete quaternäre Ammoniumverbindungen sind solche der Formel IVa
worin
R² einen Alkylrest mit 8-16 C-Atomen, vorzugsweise 10-14 C-Atomen, insbesondere 10 oder 12 C-Atomen und
R⁴ einen Alkylrest mit 8-16 C-Atomen, vorzugsweise 10-14 C-Atomen, insbesondere 10 C-Atomen, oder einen Benzylrest bedeuten. Insbesondere geeignet sind Lauryldimethylbenzylammoniumchlorid und Didecyldimethylammoniumchlorid sowie Gemische derselben.
Als nichtionische Tenside können alle geeigneten nichtionischen Tenside verwendet werden. Beispiele für solche Verbindungen sind: Fettsäurealkylolamid­ polyglykolether der Formel V
worin
R einen von Cocosfettsäure abgeleiteten Alkylrest und
x 5 bedeuten, Polyethylenglykolether, Alkylolamide der Formel VI
worin
R einen geradkettigen Alkylrest mit 10-16 C-Atomen, vorzugsweise 12 C- Atomen, bedeutet.
Besonders bevorzugt sind Fettsäurealkylolamid-polyglykolether der vorstehend genannten Formel V, worin
R ein von Cocosfettsäure abgeleiteter Alkylrest und
x 5 bedeuten.
Als kationide Tenside geeignet sind alle für die vorstehend genannten Verbindungen geeigneten und mit ihnen verträglichen kationiden Tenside. Beispiele für solche kationiden Tenside sind Aminoxide der Formel VII
worin
R¹ und R² jeweils einen niedrigen Alkylrest, vorzugsweise einen Methylrest, und
R³ einen geradkettigen Alkylrest mit 8-16 C-Atomen, vorzugsweise 12 C- Atomen, bedeuten.
Insbesondere geeignet sind solche Verbindungen der Formel VII, worin
R¹ und R² einen Methylrest und
R³ den Laurylrest bedeuten.
Als Hilfsstoffe werden erfindungsgemäß alle üblichen, für Desinfektionsmittel geeigneten Hilfsstoffe verwendet, wie z. B. Entschäumer und dergleichen. Beispiele für geeignete Entschäumer sind die üblicherweise verwendeten Silicontenside oder Siliconöl.
Die erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel können im allgemeinen die folgende Zusammensetzung aufweisen:
a) Biguanid der Formel II und/oder Guanidinderivat der Formel III
4-16 Gew.-%
b) ein oder mehrere aktivierte Säurederivate der allgemeinen Formel I 1,5-15 Gew.-%
c) ein oder mehrere quaternäre Ammoniumverbindungen der allgemeinen Formel IV 5-25 Gew.-%
d) kationide und/oder nichtionische Tenside 0,5-5 Gew.-%
e) übliche Hilfsstoffe 0,01-0,3 Gew.-%
f) Wasser als Rest.
Besonders geeignet sind Desinfektionsmittel mit der folgenden Zusammensetzung:
a) Biguanid der Formel II und/oder Guanidinderivat der Formel III
5-10 Gew.-%
b) ein oder mehrere aktivierte Säurederivate der Formel I 3-10 Gew.-%
c) eine oder mehrere quaternäre Ammoniumverbindungen der allgemeinen Formel IV 8-15 Gew.-%
d) kationide und/oder nichtionische Tenside 1-3,5 Gew.-%
e) übliche Hilfsstoffe 0,01-0,3 Gew.-%
f) Wasser als Rest.
Insbesondere sind die vorstehend genannten Bestandteile in den folgenden Mengen in den erfindungsgemäßen Desinfektionsmitteln enthalten:
a) Biguanid der Formel II und/oder Guanidinderivat der Formel III
6-8 Gew.-%
b) ein oder mehrere aktivierte Säurederivate der allgemeinen Formel I 4-7 Gew.-%
c) ein oder mehrere quaternäre Ammoniumverbindungen der allgemeinen Formel IV 10 Gew.-%
d) kationide und/oder nichtionische Tenside 2 Gew.-%
e) übliche Hilfsstoffe 0,01 Gew.-%
f) Wasser als Rest.
Für die erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel zusätzlich zu den Biguaniden und/oder Guanidinderivaten verwendete Bestandteile sind solche bevorzugt, die der chemischen Struktur der Biguanide bzw. Guanidinderivate ähneln.
Erfindungsgemäß besonders bevorzugt ist ein Desinfektionsmittel der folgenden Zusammensetzung:
Die erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel wurden hinsichtlich ihrer desinfizierenden Wirkung gemäß den Richtlinien für die Prüfung und Bewertung chemischer Desinfektionsverfahren (Stand vom 01.01.1981) der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie untersucht und es wurde gefunden, daß die erfindungsgemäßen Mittel ausgezeichnete Flächendesinfektionsmittel darstellen. Sie sind sehr gut für Inaktivierung von Hepatitis-B-Viren (HBV) geeignet und besitzen ausgezeichnete bakteriostatische, fungistatische, bakterizide und fungizide Eigenschaften. Darüber hinaus sind die erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel nicht toxisch, weisen kein Inhalationsrisiko auf, besitzen keine sensibilisierende Wirkung und keine irritierende Wirkung.
Die erfindungsgemäßen Mittel sind ferner geeignet für die Konservierung, die waschende Desinfektion, zur Hautdesinfektion, Schleimhautdesinfektion, Händedesinfektion, Fußdesinfektion und zur Fußpilzprophylaxe (insbesondere für den Schwimmbad- und Saunabereich).
Als Anwendungskonzentration für die erfindungsgemäßen Mittel kommen Konzentrationen von 0,1 bis 20%, vorzugsweise 0,2 bis 10% und insbesondere 1,0 bis 2% in Betracht. Die erfindungsgemäßen Mittel können als Konzentrat und als gebrauchsfertige Lösung in den genannten Verdünnungsstufen vorliegen. Die gebrauchsfertige Lösung kann darüber hinaus mit verschiedenen Treibmitteln (CO₂ oder Frigen) oder im 2-Kammer-System in Druckgasflaschen als Lösung bzw. Schaum abgefüllt werden.
Darüber hinaus kann gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung die waschende Eigenschaft und zusätzliches Reinigungsvermögen durch weitere Tenside auf der Basis von nichtionischen, ampholytischen und/oder kationiden Wirkstoffen unterstützt werden. Geeigneterweise können Präparate gemäß dieser Ausführungsform folgende Zusammensetzung aufweisen:
Vorstehend genannte erfindungsgemäße
Desinfektionsmittel 1-2%
Tenside 0,1-25%
Wasser ad 100%
Die Tensidzusätze gemäß dieser Ausführungsform können bestehen aus:
  • a) nichtionischen Tensiden als Monosubstanz oder Gemische
  • b) kationiden Tensiden als Monosubstanz oder Gemische
  • c) ampholytischen Tensiden als Monosubstanz oder Gemische
  • d) nichtionischen/kationiden Tensiden
  • e) nichtionischen/ampholytischen Tensiden
  • f) kationiden/ampholytischen Tensiden
  • g) nichtionischen/kationiden/ampholytischen Tensiden.
Aufgrund des bakteriziden Charakters der vorstehend genannten erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel erübrigt sich eine Konservierung von reinen nichtionischen Formulierungen. Die Ampholyte selbst wirken bakteriostatisch.
Beispiele für für diese Ausführungsform geeignete Tenside, die sowohl als Einzelsubstanz oder als Gemische miteinander und mit anderen genannten Tensiden vorliegen können, sind:
Nichtionische Tenside:
a) Polyethylenglykol MG 400-6000
b) Polyethylenglykolester z. B. Polyethylenglykoldistearat MG 6000
c) Glyceride (Glycerinfettsäureester) z. B. Kokosfettsäurepartialglyceridpolyethylenglykolether
Kationide Tenside:
Aminoxide der allgemeinen Formel
worin R die vorstehend genannte Bedeutung besitzt.
Ampholyte:
Die nachfolgenden Beispiele dienen der Erläuterung der vorliegenden Erfindung.
Beispiele
Unter Verwendung der nachfolgend aufgeführten Verbindungen wurde ein erfindungsgemäßes Desinfektionsmittel hergestellt:
Das so hergestellte Desinfektionsmittel war eine farblose, opaleszierende, klare Lösung mit einem pH-Wert von etwa 6,9.
Das so hergestellte Desinfektionsmittel wurde hinsichtlich seiner Eignung als Flächendesinfektionsmittel mit Reinigung biologisch geprüft, wobei die Untersuchung nach den Richtlinien für die Prüfung und Bewertung chemischer Desinfektionsverfahren (Stand vom 01.01.1981) unter Berücksichtigung der Prüfung und Bewertung chemischer Desinfektionsverfahren, Anforderungen für die Aufnahme in die VII. Liste der DGHM (Stand vom 01.02.1984), erfolgte.
Als Prüfkeime wurden verwendet:
Staphylococcus aureus
ATCC 6538
Streptococcus faecalis ATCC 6057
Escherichia coli ATCC 11229
Proteus mirabilis ATCC 14153
Pseudomonas aeruginosa ATCC 15442
Candida albicans ATCC 10231
Die Desinfektionsmittelkonzentrationen sind unmittelbar von Versuchsbeginn mit Wasser standardisierter Härte (WSH) angesetzt worden.
(Herstellung: 17,5 ml 10%ige Lösung g/v CaCl₂ · 7H₂O+ 5 ml 10%ige Lösung MgSO₄ · 7H₂O in 3300 ml Aqua bidest. autoklaviert (121°C/15 min; pH-Wert: 7,2±0,2)).
Als Nährmedien wurden verwendet:
Caseinpepton-Sojabohnenmehlpepton-Lösung (CSL)
und
Caseinpepton-Sojabohnenmehlpepton-Agar (CSA)
I. Vorversuche 1. Bestimmung der bakteriostatischen sowie fungistatischen Wirkung und Bestimmung des geeigneten Enthemmungsmittels (Richtlinie I.2.1)
Die Bestimmung der bakteriostatischen sowie fungistatischen Wirkung erfolgte mit Hilfe des Verdünnungstestes. Als Maß der vermehrungshemmenden Wirkung gilt die höchste Verdünnung des Präparates in CSL bzw. CSL+ Enthemmungsmittel, die das Wachstum der Prüfkeime nach 72 h Bebrütung noch unterdrückt.
Als Enthemmungsmittel wurden verwendet:
1. 3% Tween 80 + 3% Saponin + 0,1% Histidin + 0,1% Cystein
2. 3% Tween 80 + 0,3% Lezithin + 0,1% Cystein
3. 3% Tween 80 + 0,3% Lezithin + 0,1% Histidin + 0,5% Na-Thiosulfat
2. Bestimmung der bakteriziden und fungiziden Wirkung im qualitativen Suspensionsversuch (Richtlinie I.2.2)
Die Untersuchungen erfolgten nach der o.a. Richtlinie mit den Prüfkeimen:
Staphylococcus aureus
ATCC 6538
Escherichia coli ATCC 6057
Proteus mirabilis ATCC 14153
Pseudomonas aeruginosa ATCC 15442
Candida albicans ATCC 10231
3. Bestimmung der bakteriziden Wirkung im quantitativen Suspensionsversuch mit und ohne Eiweißbelastung (Richtlinie I.2.3)
Aufgrund der Ergebnisse des qualitativen Suspensionsversuches wurden Staphylococcus aureus ATCC 6538 und der resistenteste gramnegative Prüfkeim Pseudomonas aeruginosa ATCC 15442 verwendet. Zur Bestimmung des Eiweißfehlers sind den Desinfektionsmittelverdünnungen 0,2% Albumin zugesetzt worden.
4. Bestimmung der bakteriziden und fungiziden Wirkung im Keimträgerversuch (Richtlinie I.2.4)
Als Keimträger dienten 1×1 große Standardbaumwollgewebestücke nach DIN 53919 (Fa. WFK-Testgewebe GmbH, D-4150 Krefeld, Adlerstr. 42).
II. Versuche unter praxisnahen Bedingungen Flächendesinfektion zur Hospitalismusprophylaxe und in der allgemeinen Praxis (Richtlinie II.2.1.d)
Die Flächendesinfektionsversuche unter praxisnahen Bedingungen wurden mit Hilfe der Abschwemmethode durchgeführt. Als Modellflächen dienten PVC- Bodenbelag und mattglasierte OP-Fliesen, jeweils 50×50 mm.
PVC-Bodenbelag: Bodenbelag aus Weich-PVC nach DIN 16 951, Ausgabe April 1977
OP-Fliesen: Steinzeug, glasiert, Artikel-Nr. 3701/Farbe 500, weiß matt der Keramischen Werke KG, Villeroy & Boch, 6642 Mettlach, Postfach 120. Die Fliesen entsprechen den Qualitätsanforderungen der DIN 18 155 (22.), Ausgabe März 1976.
Kontamination und Desinfektion der Prüfflächen:
Die Prüfflächen wurden nach gründlichem Abreiben mit Wasser und anschließend mit 70%igem Ethylalkohol in einem staubarmen Raum gelagert. Die Prüfkeime sind auf CSA (20 ml) in Kulturschalen von 8,5 cm Durchmesser angezüchtet (37°C/24 h) und mit 10 ml CSL abgeschwemmt worden. Nach Homogenisieren der Keimsuspension durch 5minütiges Schütteln mit Glaskugeln erfolgte die Einstellung der notwendigen Keimzahlen in CSL.
Die Kontamination der Prüfflächen ist für alle Einwirkungszeiten mit 10⁹ ± 0,5 log. Stufen KBE/ml vorgenommen worden. Der Keimgehalt in den CSL- Suspensionen wurde mittels Oberflächenkulturen auf CSA überprüft. Auf jede Prüffläche wurden 0,1 ml der Keimsuspension mit einer Pipette aufgebracht und mit einem Glasspatel (30 mm Kantenlänge) auf dem mittleren Areal von 30×30 mm gleichmäßig verteilt. Der zur Verteilung der Keimsuspension zu benutzende Spatel ist auf einer Blindprobe verwendet worden, um zu verhüten, daß die erste Versuchsfläche mit einer zu geringen Keimmenge kontaminiert wird. Alle Prüfflächen blieben während des gesamten Versuches waagerecht.
Nach Antrocknung der Keimsuspension während 90 min wurden die Prüfflächen durch Verteilen von 0,2 ml Desinfektionsmittel mit einem Glasspatel desinfiziert. Zur Kontrolle sind in den Parallelansätzen kontaminierte Flächen mit WSH auf die gleich Weise benetzt worden. Die Anzahl rückgewinnbarer koloniebildender Einheiten wurde nach den angegebenen Einwirkzeiten wie folgt bestimmt: Jede Prüffläche wurde in einen 200-ml-Behälter mit Verschluß eingelegt, der 100 ml Inaktivierungsflüssigkeit (Inaktivierungssubstanzen in CSL) und Glaskugeln enthielt. Das Abschwemmen erfolgte auf einer Schüttelmaschine während 2 Minuten; danach ist die KBE analog dem Vorgehen wie im Suspensionstest bestimmt worden, d. h. nach längstens 30 min Kontaktzeit in Inaktivierungsflüssigkeit wurden Verdünnungen (10-2 und 10-4) angelegt. Von der Inaktivierungsflüssigkeit und den 2 Verdünnungen sind anschließend je 0,1 ml auf je 3 CSA-Platten ausgespatelt worden.
Kontrollen:
Außer der vorher erwähnten 1. Kontrolle (WSH anstelle von Desinfektionsmittel) wurde eine 2. Kontrolle durchgeführt, indem 0,1 ml der Keimsuspension in einen 200-ml-Behälter mit 100 ml Inaktivierungsflüssigkeit direkt übertragen worden sind.
Die Differenz der rückgewinnbaren KBE der 1. und 2. Kontrolle ermöglicht eine Aussage über das Ausmaß der Keimabschwemmung von den Keimträgern. Die 3. Kontrolle galt dem Nachweis der Inaktivierung, indem 0,2 ml der Desinfektionsmittellösung und anschließend 0,1 ml der Keimsuspension in einen 200-ml-Behälter mit 100 ml Inaktivierungsflüssigkeit verimpft wurden (Aufarbeitung wie bei Kontrolle 2). Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte nach Bebrütung bei 37°C während 72 h.
III. Ergebnisse der Vorversuche 1. Ergebnisse der bakteriostatischen sowie fungistatischen Wirkung und der Enthemmungsmittelprüfung
Die höchste Verdünnung des Präparates, die das Wachstum der Prüfkeime nach 72 h Bebrütung noch unterdrückte, betrug gegenüber
Als wirksamstes Enthemmungsmittel erwies sich für alle Prüfkeime die Kombination 3% Tween 80+3% Saponin+0,1% Histidin+0,1% Cystein. In sämtlichen weiteren Versuchen ist diese Enthemmungsmittelkombination verwendet worden.
2. Ergebnisse der bakteriziden und fungiziden Wirkung im qualitativen Suspensionsversuch
Die niedrigste Desinfektionsmittelkonzentration, mit der die Prüfkeime nach 60 Minuten Einwirkungszeit abgetötet wurden, betrug für
3. Ergebnisse der bakteriziden Wirkung im quantitativen Suspensionsversuch mit und ohne Eiweißbelastung
Eine Reduktion von mindestens 5 log. Stufen in 60 Minuten Einwirkungszeit trat bei Staphylococcus aureus ATCC 6538 ohne Albuminbelastung in einer 0,25%igen und mit Albuminzusatz in einer 0,1%igen Desinfektionsmittellösung ein. Für Pseudomonas aeruginosa ATCC 15442 lagen diese Werte bei 0,05% ohne und bei 0,25% mit Albuminbelastung.
4. Ergebnisse der bakteriziden und fungiziden Wirkung im Keimträgerversuch
Die niedrigste Desinfektionsmittelkonzentration, mit der die Prüfkeime nach 120 Minuten Einwirkungszeit auf den Baumwollgewebestückchen abgetötet wurden, betrug für
IV. Ergebnisse der Flächendesinfektionsversuche für praxisnahe Bedingungen
Die niedrigste Desinfektionsmittelkonzentration, um die notwendige Reduktionsrate der Prüfkeime auf den Prüfflächen nach Einwirkungszeiten von 30 Minuten, 1 Stunde und 4 Stunden zu erreichen, betrug für
Aufgrund der - nach vorstehend genannten Richtlinien und wie vorstehend beschrieben durchgeführten - Vorversuche und der Versuche unter praxisnahen Bedingungen erwies sich das Desinfektionsmittel gemäß Beispiel 1 als Flächendesinfektionsmittel mit Reinigung zur Hospitalismusprophylaxe in der Klinik und in der allgemeinen Praxis nach 30 Minuten in 2%iger, nach einer Stunde in 1,5%iger und nach 4 Stunden in 1%iger Gebrauchslösung als wirksam.
Die Untersuchung der Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Desinfektionsmittels gegenüber Hepatitis B-Viren erfolgte durch die Prüfung der Zerstörung der immunologischen Reaktivität von HBsAg und HBcAg in möglichst enger Anlehnung an die "Richtlinien des Bundesgesundheitsamtes und der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten zur Prüfung von chemischen Desinfektionsmitteln auf Wirksamkeit gegen Viren" in der Fassung vom 01.09.1982 (Bundesgesundheitsblatt 25, S. 397-398, 1982). Die Prüfung ergab, daß das erfindungsgemäße Desinfektionsmittel zur Inaktivierung von HBV sehr gut geeignet ist.
Beispiel 2
Unter Verwendung der nachfolgend aufgeführten Verbindungen wurde ein erfindungsgemäßes Desinfektionsmittel hergestellt:
Das so erhaltene Desinfektionsmittel zeigte einen pH-Wert im Bereich von 7,1- 6,9 und war eine farblose, opaleszierende, klare Lösung.
Das Desinfektionsmittel gemäß Beispiel 2 wurde ebenfalls hinsichtlich seiner desinfizierenden Wirkungen, wie gemäß Beispiel 1 beschrieben, untersucht, und es wurde gefunden, daß das Mittel dem in Beispiel 1 hergestellten Desinfektionsmittel hinsichtlich seiner desinfizierenden Wirksamkeit vergleichbar war.
Beispiel 3
Unter Verwendung der nachfolgend aufgeführten Verbindungen wurde ein erfindungsgemäßes Desinfektionsmittel hergestellt:
a) Poly-[imino-(imido-carbonyl)-imino-(imido-carbonyl)-imino-hexamethyl-en]-hydrochlorid, wie es gemäß Beispiel 1 verwendet wurde,
35 Gew.-%
b) 1-N-Lauryl-N-(2-carbamoyl-1-carboxy-ethyl)-1,5-diazapentan, wie es gemäß Beispiel 2 verwendet wurde, 11,5 Gew.-%
c) Lauryldimethyl-benzylammoniumchlorid, wie es gemäß Beispiel 1 verwendet wurde, 20 Gew.-%
d) Fettsäurealkylolamid-polyglykolether, wie er gemäß Beispiel 1 verwendet wurde, 2 Gew.-%
e) Entschäumer (Siliconöl) 0,03 Gew.-%
f) Wasser als Rest.
Das so hergestellte Produkt war eine farblose, opaleszierende, klare Flüssigkeit, mit einem pH-Wert zwischen 7 und 6,9.
Das Produkt wurde, wie gemäß Beispiel 1 beschrieben, hinsichtlich seiner Wirksamkeit als Desinfektionsmittel untersucht, und es wurde gefunden, daß es im wesentlichen die gleichen Eigenschaften wie das in Beispiel 1 beschriebene Produkt aufwies.
Zur Untersuchung der oralen Toxizität des Produktes wurden pro Guppe 5 männliche und 5 weibliche WISW-Ratten verwendet. Die Berechnung der oralen LD₅₀-Werte mit der Probit-Analyse nach Finney ergab folgende Ergebnisse:
Im akuten Inhalations-Risikotest an Ratten, der gemäß den OECD-Guidelines for testing of chemicals (Nr. 403 - Seite 9 ff., 2. Methode) durchgeführt wurde, wurde gefunden, daß unter den Versuchsbedingungen nach 7-stündiger Inhalation einer mit dem Produkt angereicherten Atmosphäre bei Ratten keine Motalitäten auftraten und so ein Inhalationsrisiko unter normalen Anwendungsbedingungen nicht wahrscheinlich ist.
Die Prüfung auf sensibilisierende Eigenschaften des Produktes wurde am Meerschweinchen nach den Methoden von B. Magnusson und A.M. Kligmann (gem. OECD-Richtlinien) - intradermale und topicale Behandlung - durchgeführt. Es wurde gefunden, daß das Produkt (2%ig in destilliertem Wasser) keine sensibilisierende Wirkung besitzt.
Die Prüfung des Produktes (2%ig in destilliertem Wasser ) im Augenreiztest am Kaninchen, die in Anlehnung an "APPRAISAL OF THE SAFETY OF CHEMICALS IN FOODS, DRUGS AND COSMETICS", by the staff of the division of pharmacology, FDA, Bewertung von Augen-Läsionen nach Draize (1959) und in Anlehnung an die OECD-Richtlinien durchgeführt wurde, ergab, daß das Produkt nicht reizend wirkt.
Die Prüfung des Produktes (2%ig in destilliertem Wasser) im Hautreiztest am Kaninchen, der in Anlehnung an "APPRAISAL OF THE SAFETY OF CHEMICALS IN FOODS, DRUGS AND COSMETICS", by the staff of the division of pharmacology, FDA, Hautgiftigkeit nach Draize (1959) und in Anlehnung an die EOCD-Richtlinien durchgeführt wurde, ergab, daß das Produkt nicht reizend ist.
Beispiel 4
Unter Verwendung der nachfolgend aufgeführten Verbindungen wurde ein erfindungsgemäßes Desinfektionsmittel hergestellt:
a) Poly-[imino-(imido-carbonyl)-imino-(imido-carbonyl)-imino-hexamethyl-en]-hydrochlorid, wie es gemäß Beispiel 1 verwendet wurde,
50 Gew.-%
b) 1-N-Lauryl-N-(2-carbamoyl-1-carboxy-ethyl)-1,5-diazapentan, wie es gemäß Beispiel 2 verwendet wurde, 17 Gew.-%
c) Lauryldimethyl-benzylammoniumchlorid, wie es gemäß Beispiel 1 verwendet wurde, 24 Gew.-%
d) Fettsäurealkylolamid-polyglykolether, wie er gemäß Beispiel 1 verwendet wurde, 3 Gew.-%
e) Polyethylenglykolether mit einem mittleren Molekulargewicht von 3000 ± 500 1 Gew.-%
f) Entschäumer (Siliconöl) 0,03 Gew.-%
g) Wasser als Rest.
Das so erhaltene Produkt war eine klare, opaleszierende, farblose Lösung mit einem pH-Wert von 7,1 bis 6,9.
Das so erhaltene Produkt wurde, wie gemäß Beispiel 1 und 3 beschrieben, hinsichtlich seiner desinfizierenden, toxischen, irritierenden und sensibilisierenden Wirkungen untersucht und es wurde gefunden, daß es hinsichtlich dieser Eigenschaften mit den in Beispiel 1, 2 und 3 beschriebenen Produkten vergleichbar war.
Beispiel 5
Unter Verwendung der nachfolgend aufgeführten Verbindungen wurde ein Desinfektionsmittel hergestellt:
a) Poly-[imino-(imido-carbonyl)-imino-(imido-carbonyl)-imino-hexamethyl-en]-hydrochlorid, wie es gemäß Beispiel 1 verwendet wurde,
35 Gew.-%
b) N[N′(N′′-2-Hydroxyethyl-N′′-carboxyethyl-aminoethyl)-essigsäureamido-]-N,N-dimethyl-N-cocosammoniumbetain, wie es gemäß Beispiel 1 verwendet wurde, 3,5 Gew.-%
c) Lauryldimethyl-benzylammoniumchlorid, wie es gemäß Beispiel 1 verwendet wurde, 20 Gew.-%
d) Fettsäurealkylolamid-polyglykolether, wie er gemäß Beispiel 1 verwendet wurde, 2 Gew.-%
e) Entschäumer (Siliconöl) 0,03 Gew.-%
f) Wasser als Rest.
Das so erhaltene Produkt war eine farblose, opaleszierende, klare Flüssigkeit mit einem pH-Wert von etwa 7.
Das so erhaltene Produkt wurde, wie vorstehend bereits gemäß Beispiel 1 und 3 beschrieben, hinsichtlich seiner desinfizierten, toxischen, irritierenden und sensibilisierenden Eigenschaften untersucht, und es wurde gefunden, daß es hinsichtlich dieser Eigenschaften mit den Produkten der vorstehend genannten Beispiele vergleichbar ist.
Beispiel 6
Unter Verwendung der nachfolgend aufgeführten Verbindungen wurde ein Desinfektionsmittel hergestellt.
Das so hergestellte Produkt war eine klare, farblose, opaleszierende Lösung mit einem pH-Wert von etwa 6,9.
Das Produkt wurde, wie vorstehend beschrieben, hinsichtlich seiner desinfizierenden, toxischen, irritierenden und sensibilisierenden Eigenschaften untersucht, und es wurde festgestellt, daß das Produkt mit den vorstehend beschriebenen Produkten hinsichtlich dieser Eigenschaften vergleichbar ist.
Beispiel 7
Unter Verwendung der nachfolgend aufgeführten Verbindungen wurde ein Desinfektionsmittel hergestellt:
a) Poly-[imino-(imido-carbonyl)-imino-(imido-carbonyl)-imino-hexamethyl-en]-hydrochlorid, wie es gemäß Beispiel 1 verwendet wurde,
35 Gew.-%
b N[N′(N″-2-Hydroxyethyl-N″-carboxyethyl-aminoethyl)-essigsäureamido]--N,N-dimethyl-N-cocosammoniumbetain, wie es gemäß Beispiel 1 verwendet wurde, 12 Gew.-%
c) 1-N-Lauryl-N-(2-carbamoyl-1-carboxy-ethyl)-1,5-diazapentan, wie es gemäß Beispiel 2 verwendet wurde, 10 Gew.-%
d) Didecyldimethylammoniumchlorid, 50%ig, 10 Gew.-%
e) Dimethyllaurylaminoxid, 30 gew.-%ige, wäßrige Lösung, pH-Wert 7-8, 9 Gew.-%
f) Entschäumer, wie er gemäß Beispiel 1 verwendet wurde, 0,03 Gew.-%
g) Wasser als Rest.
Das so hergestellte Produkt war eine klare, farblose, opaleszierende Flüssigkeit mit einem pH-Wert von etwa 6,9.
Wie vorstehend beschrieben, wurde das Produkt hinsichtlich seiner desinfizierenden, toxischen, irritierenden und sensibilisierenden Wirkungen untersucht, und es wurde gefunden, daß es hinsichtlich dieser Eigenschaften mit den in den vorstehend aufgeführten Beispielen hergestellten Produkten vergleichbar war.

Claims (12)

1. Aldehydfreies Desinfektionsmittel, bestehend aus Biguaniden und/oder Guanidinderivaten sowie gegebenenfalls quaternären Ammoniumverbindungen und/oder nichtionischen und/oder kationiden Tensiden sowie anderen üblichen Hilfsstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß es einen wirksamen Gehalt an einem oder mehreren aktivierenden Säurederivaten der allgemeinen Formel I worin x eine Zahl von 0 bis 5, R₁ ein Wasserstoffatom oder einen Rest der Formel R₂ ein Wasserstoffatom, einen CH₃-Rest oder einen Rest -(CH₂)yOH, wobei y eine Zahl von 2 bis 5 ist,
R₃ einen Rest der Formeln R₄ ein Wasserstoffatom oder einen CH₃-Rest und
R einen geradkettigen Alkylrest mit 8 bis 18 C-Atomen bedeuten, oder Salze derselben aufweist, als Biguanid-Verbindungen der Formel II worin m 1 bis 10 und n 1 bis 6 bedeuten, und als Guanidinderivat eine Verbindung der Formel III worin R einen geradkettigen Alkylrest mit 12 bis 16 Kohlenstoffatomen und m 4 bis 6 bedeuten, enthält.
2. Desinfektionsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es als aktivierendes Säurederivat N[N′(N″-2-Hydroxyethyl-N″- carboxyethylaminoethyl)essigsäureamido]-N,N-dimethyl-N- cocosammoniumbetain der Formel enthält.
3. Desinfektionsmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es als Biguanid Poly-[imino-(imido-carbonyl)- imino-(imido-carbonyl)-imino-hexamethylen]-hydrochlorid der Formel IIa worin n 4 bis 6 bedeutet, enthält.
4. Desinfektionsmittel nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es als quaternäre Ammoniumverbindung eine oder mehrere Verbindungen der Formel IV worin
R¹ und R³ jeweils niedere Alkylreste und
R² und R⁴ jeweils Alkylreste mit 1 bis 16 C-Atomen oder den Benzylrest oder
R² einen Alkylrest mit 8 bis 16 C-Atomen und
R⁴ einen Benzylrest und
X ein beliebiges Anion, wie ein Methosulfation, Chloridion, Fluoridion, Bromidion, Jodidion oder PO₄3- bedeuten, enthält.
5. Desinfektionsmittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß es als quaternäre Ammoniumverbindung Lauryldimethylbenzylammoniumchlorid enthält.
6. Desinfektionsmittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß es als quaternäre Ammoniumverbindung Didecyldimethylammoniumchlorid enthält.
7. Desinfektionsmittel nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich ein oder mehrere kationide Tenside und/oder nichtionische Tenside sowie gegebenenfalls andere übliche Hilfsstoffe enthält.
8. Desinfektionsmittel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß es als kationides Tensid Dimethyllaurylaminoxid enthält.
9. Desinfektionsmittel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß es als nichtionisches Tensid einen Fettsäure-alkylolamid- polyglykolether der allgemeinen Formel V worin
R einen Cocosfettsäurerest und
x 5
bedeutet, enthält.
10. Desinfektionsmittel nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß es die folgende Zusammensetzung aufweist: a) Biguanid der Formel II und/oder Guanidinderivat der Formel III 4-16 Gew.-% b) ein oder mehrere aktivierte Säurederivate der allgemeinen Formel I 1,5-15 Gew.-% c) eine oder mehrere quaternäre Ammoniumverbindungen der allgemeinen Formel IV 5-25 Gew.-% d) kationide und/oder nichtionische Tenside 0,5-5 Gew.-% e) übliche Hilfsstoffe 0,01-0,3 Gew.-% f) Wasser als Rest.
11. Desinfektionsmittel nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß es die folgende Zusammensetzung aufweist: a) Biguanid der Formel II und/oder Guanidinderivat der Formel III 5-10 Gew.-% b) ein oder mehrere aktivierte Säurederivate der Formel I 3-10 Gew.-% c) eine oder mehrere quaternäre Ammoniumverbindungen der allgemeinen Formel IV 8-15 Gew.-% d) kationide und/oder nichtionische Tenside 1-3,5 Gew.-% e) übliche Hilfsstoffe 0,01-0,3 Gew.-% f) Wasser als Rest.
12. Desinfektionsmittel nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß es die folgende Zusammensetzung aufweist:
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