DE3524764C2 - Verfahren zur Verbesserung der azimutalen Zielortung einer Radaranlage - Google Patents
Verfahren zur Verbesserung der azimutalen Zielortung einer RadaranlageInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Verbesserung der
azimutalen Zielortung einer Radaranlage nach dem Oberbe
griff des Patentanspruchs 1. Ein derartiges Verfahren ist
beispielsweise aus der DE-OS 24 12 024 bekannt.
Vor allem bei der Überwachung von Wasserstraßen ist eine
hohe azimutale Zielauflösung unbedingt erforderlich. Der
Verbesserung des azimutalen Auflösungsvermögens einer
Radaranlage durch Verringerung der Keulenbreite sind
durch die damit verbundene Verbreiterung der Antenne
mechanische Grenzen gesetzt. Aus diesem Grund werden in
zunehmenden Maße Signalverarbeitungsverfahren zur ver
besserten Zielmittenbestimmung angewandt. Hierbei sind vor
allem die Techniken des Wanderfensterdetektors und des
Signalmaximumdetektors zu nennen.
Der Wanderfensterdetektor liefert eine Zielanfangsmeldung
und eine Zielendemeldung, aus denen die Zielmitte er
rechnet wird. Eine weitere Verbesserung bringt der zum
Beispiel in der genannten DE-OS 24 12 024 beschriebene
Signalmaximumdetektor (Simad), bei welchem das azimutale
Signalmaximum eines aus einer Mehrzahl von azimutal auf
einanderfolgenden Einzelechos bestehenden Zielechos
innerhalb eines Azimutsektors durch Amplitudenvergleich
der in der Sektormitte liegenden Radarzelle mit allen
anderen von dem Sektor eingeschlossenen Radarzellen be
stimmt wird. Wenn die Zelle in der Sektormitte die höchste
Amplitude innerhalb des gesamten Sektors aufweist, wird
sie mit einer entsprechenden Signalmaximumkennung versehen
und weiterverarbeitet. Der azimutale Sektor wird in
ähnlicher Weise wie beim Wanderfensterdetektor von Radar
periode zu Radarperiode azmutal weiterverschoben. Bei
diesem bekannten Signalmaximumdetektor können aber auch
vereinzelt auftretende Störamplituden eine Signalmaximum
kennung auslösen. Ferner kann sich zum Beispiel bei
Schiffen durch verschieden stark reflektierende Schiffs
aufbauten eine Zielaufspaltung ergeben.
Aus der DE 22 44 997 A1 ist weiterhin ein Puls-Radargerät mit Ziel
mittenbestimmung bekannt. Dabei wird zu jedem empfangenen Echoimpuls
ein zugehöriger verzögerter Echoimpuls gebildet. Der unverzögerte
und der zugehörige verzögerte Echoimpuls werden einer Vergleichs
schaltung zugeleitet, die ein der Zielmitte entsprechendes Ausgangs
signal erzeugt. Die Verzögerungszeit für die Echoimpulse ist so ge
wählt, daß sich die fallenden sowie die steigenden Flanken von den
unverzögerten beziehungsweise den verzögerten Echoimpulsen schnei
den. Dieser zeitliche Schnittpunkt liefert das der Zielmitte ent
sprechende Ausgangssignal.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein gattungsgemäßes
Verfahren dahingehend zu verbessern, daß ein Auslösen einer Signal
maximumkennung durch Störamplituden vermieden wird.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die im kennzeichnenden Teil des Pa
tentanspruchs 1 angegebenen Merkmale.
Vorteilhafte Ausgestaltungen
und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist eine hohe azimu
tale Zielauflösung mit geringer Störanfälligkeit verbun
den. Durch die Beschränkung auf einen einzigen Amplituden
vergleich wird zudem der Aufwand erheblich verringert.
Darüber hinaus können die zur Bestimmung des Signalmaximums
gebildeten Mittelwerte gemäß einer günstigen Weiterbildung
der Erfindung auch zur amplitudenabhängigen Verstärkungs
regelung (oder Schwellwertregelung) eingesetzt werden,
indem der größere der beiden Mittelwerte ausgewählt und
nach dessen Maßgabe die Verstärkung automatisch einge
stellt wird.
Durch die automatische Verstärkungs- (bzw. Dämpfungs-)
Regelung können stark reflektierende Ziele, die durch die
Auflösung der Antenne azimutal mehr verbreitert werden, so
gedämpft werden, daß die resultierende Zielfläche kleiner
erscheint, und dadurch die Ortungsgenauigkeit erhöht
werden kann.
Die Sektorlänge ist bis zu einem Maximalwert einstellbar
und kann an die jeweilige Antennenhalbwertsbreite angepaßt
werden.
Der Aufwand für die Mittelwertbildung kann noch weiter
verringert werden, wenn der jeweils für die voreilende
Sektorhälfte gebildete Mittelwert gespeichert und zu einem
späteren Zeitpunkt als ein Mittelwert für den nacheilenden
Sektor wieder ausgelesen wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachfolgend anhand der Figuren der Zeichnung noch
veranschaulicht. Dabei zeigt
Fig. 1 Signalverhältnisse für verschiedene Lagen
des Sektors
Fig. 2 die prinzipielle Verarbeitung der Signale
Der Sektor S wandert in azimutaler Richtung über das
Videosignal eines Ziels hinweg. In I hat die voreilende
Sektorhälfte A das Videosignal bereits erreicht, die
nacheilende Sektorhälfte hingegen noch nicht. Der Mittel
wert MB der nacheilenden Sektorhälfte ist daher noch
gleich Null, so daß mit MA < MB die Bedingung für die
Erkennung eines Signalmaximums nicht erfüllt ist. Dement
sprechend wird ein für die Kennzeichnung des Signalmaxi
mums bereitgehaltenes Bit SMK auf Null gesetzt.
Wenn die Sektormitte unmittelbar vor dem Signalmaximum
steht, ergibt sich die in Fig. 1, II skizzierte Situation.
Der Mittelwert MB der nacheilenden Sektorhälfte B ist nur
noch wenig kleiner als der Mittelwert MA der voreilenden
Sektorhälfte A, die Bedingung für die Erkennung auf Sig
nalmaximum ist auch hier nicht erfüllt und demzufolge
SMK = 0.
Im nächsten azimutalen Schritt rückt die Sektormitte über
das Signalmaximum (Fig. 1, III), MB überschreitet MA, und
SMK wird auf Eins gesetzt. Das Azimutinkrement, das bei
diesem Schritt von der voreilenden in die nacheilende
Sektorhälfte gewechselt hat, wird entsprechend weiterver
arbeitet. Für den Fall, daß MB = MA wird, wird gleichfalls
SMK = 1 gesetzt.
Nach dem nächsten Azimutschritt (Fig. 1, IV) gilt zwar
auch MB < MA. Die Überschreitung, also der Schritt vom
Zustand MA < MB nach MB < MA liegt aber bereits weiter
zurück, so daß in diesem Fall nicht auf Signalmaximum
erkannt, also SMK = 0 gesetzt wird. Dies kann durch die
Zusatzbedingung erreicht werden, daß auf einer Sektorlänge
nur einmal SMK = 1 gesetzt werden darf, oder bevorzugter
weise daß nach erstmaligen Erfüllen der Bedingung MB < MA
(führt zu SMK = 1) erst wieder der umgekehrte Fall MA < MB
auftreten muß, bevor das Auftauchen eines neuen Signal
maximums geprüft wird.
Falls das Videosignal bei großen und nahen Zielen in
Begrenzung geht, d. h. daß in mehreren aufeinanderfolgenden
Azimutschritten der Fall MB = MA eintritt, würde das
Signalmaximum auf den Anfang der Begrenzung gesetzt.
Wenn die nachfolgende Verarbeitung der Signalmaxima diese
länger als die Begrenzung verzögern oder speichern kann,
kann sie aus dem Azimuten des Beginns bzw. des Endes der
Begrenzung die Mitte berechnen und die Position des Sig
nalmaximums vor Auswertung entsprechend korrigieren.
Der Ablauf der Signalverarbeitung ergibt sich anschaulich
aus der Fig. 2, die den prinzipiellen Aufbau einer zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders
geeigneten Anordnung zeigt.
Eingänge der Anordnung sind vorgesehen für Triggerimpulse
Tr, die jeweils den Beginn einer neuen Radarperiode
(sweep) signalisieren und einen Entfernungszähler EZ
rücksetzen, für ein Taktsignal T, dessen Frequenz der
Aufteilung der Entfernung in Entfernungsinkremente ent
spricht, und für das als mit der Folgefrequenz des Takt
signals aufeinanderfolgende Digitalwerte ankommende
Videosignal V.
Ein Sektorspeicher SSp enthält eine der Anzahl der Azi
mutschritte einer Sektorlänge entsprechende Anzahl von
Speicherzellen RAM, die wiederum für jedes Entfernungs
inkrement je einen Speicherplatz aufweisen. Der Ent
fernungszähler adressiert alle Speicherzellen gleich
zeitig. Er wird durch den Triggerimpuls Tr auf einen
Anfangswert gesetzt und zählt dann im Takt des Taktsig
nals T aufwärts bis zu einem Maximalwert, wo er solange
stehen bleibt, bis er vom nächsten Triggerimpuls wieder
zurückgesetzt wird. Von Sweep zu Sweep wird der Inhalt
der Speicherzellen vollständig um je eine Speicherzelle
weitergeschoben, wodurch in die erste Speicherzelle die
jeweils jüngsten Videosignale ein- und aus der letzten
Speicherzelle die ältesten Videosignale des Sektors
ausgelesen werden. Anstelle des Umspeicherns von einer
Speicherzelle in die nächste kann auch eine zyklische
Umadressierung der Speicher erfolgen, wodurch die meisten
der Register R entfallen können. Das Funktionsprinzip
ergibt sich aber anschaulicher anhand des Aufbaus des
Sektorspeichers SSp nach Art eines Schieberegisters. Da
innerhalb eines Taktschrittes der Speicherwert eines
Speicherplatzes sowohl ausgelesen als auch durch einen
neuen Wert überschrieben werden muß, ist das Taktsignal
unterteilt in einen Lesezyklus t1 und einen Schreibzyklus
t2.
Der Sektorspeicher läßt sich unterteilen in die Blöcke SA
und SB entsprechend der voreilenden Sektorhälfte A und der
nacheilenden Sektorhälfte B.
Aus den in den Speicherzellen des Blocks SA gespeicherten
Videosignale wird entfernungsringweise die Summe A ge
bildet, indem das aktuelle Eingangsvideo EV zu einer für
den jeweiligen Entfernungsring gespeicherten Summe A′ aus
dem vorhergehenden Azimutschritt addiert und das älteste
Videosignal des Blocks SA, das aus dem Block SA als Aus
gangsvideo AV ausgelesen wird, von der Summe A′ sub
trahiert wird. Die neu gebildete Summe A wird in den
(entfernungsabhängigen) Speicherplatz der vorigen Summe
A′ eines Summenspeichers Sp eingeschrieben. Das Aus
gangsvideosignal AV, das aus dem Block SA ausgelesen wird,
wird gleichzeitig als das aus der Sektormitte stammende
Videosignal auf die Auswerteschaltung AW gegeben.
In einem Dividierer D wird aus der gebildeten Summe A
der Mittelwert MA errechnet und auf die Auswerteschaltung
AW zum Vergleich der Mittelwerte MA und MB gegeben. Um
eine zweite Addier-/Subtrahier-Schaltung samt Dividierer
zur Bildung des Mittelwerts MB für den Block SB einzu
sparen, werden vorteilhafterweise statt der Videosignale
aus Block SA die für Block SA gebildeten Mittelwerte MA in
den Block SB übernommen und nach Verzögerung um eine halbe
Sektorlänge als Mittelwerte MB wieder ausgelesen und der
Auswerteschaltung AW zugeführt.
Die Auswerteschaltung vergleicht die beiden Mittelwerte
zum einen zur Entscheidung über das Vorliegen eines Sig
nalmaximums für die Sektormitte und setzt SMK = 0 oder SMK
= 1 und zum andern zur Einstellung der amplitudenabhäng
igen Signalverstärkung nach Maßgabe des größeren Mittel
werts.
Die weitere Verarbeitung kann nach bekannten Verfahren,
zum Beispiel wie in der bereits genannten DE-OS 24 12 024
beschrieben, erfolgen.
Claims (5)
1. Verfahren zur Verbesserung der azimutalen Zielortung einer Ra
daranlage durch Ermittlung und Kennzeichnung des Amplitudenmaximums
eines Signals, das aus einer Mehrzahl von Einzelechos aus innerhalb
eines Sektors vorgegebener Breite aufeinanderfolgenden Radarzellen
besteht, wobei der Sektor schrittweise verschoben und für jeden
neuen Schritt für jeden Entfernungsring ein Amplitudenvergleich
durchgeführt wird, dadurch gekennzeichnet,
- - daß der Sektor (S) in eine voreilende Sektorhälfte (A) und eine nacheilende Sektorhälfte (B) unterteilt wird,
- - daß für jede Sektorhälfte (A, B) ein Amplitudenmittelwert (MA, MB) gebildet wird,
- - daß dann, wenn der Amplitudenmittelwert (MB) des nacheilenden Sektors (B) den Amplitudenmittelwert (MA) des voreilenden Sek tors (A) erstmals erreicht oder erstmals überschreitet, eine Signalmaximumkennung (SMK) abgegeben wird und
- - daß eine erneute Signalmaximumkennung eines weiteren Signalma ximums erst dann ermöglicht wird, wenn der Amplitudenmittelwert (MB) des nacheilenden Sektors (B) kleiner als der Amplituden mittelwert (MA) des voreilenden Sektors (A) gewesen ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die azimutale Breite des Sektors einstellbar ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der größere der beiden Mittelwerte ausge
wählt und die Verstärkung der Empfangssignale automatisch
nach Maßgabe des ausgewählten Mittelwerts eingestellt
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß nur für die voreilende Sektorhälfte
ein Mittelwert gebildet und dieser gespeichert wird und
daß als Mittelwert der nacheilenden Sektorhälfte der zu
einem eine halbe Sektorbreite zurückliegenden Sektor ge
speicherte Wert zugeordnet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der für die voreilende Sektorhälfte gebildete
Mittelwert in einem Schieberegister,
dessen Verzögerung einer halben Sektorbreite entspricht,
gespeichert wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19853524764 DE3524764C2 (de) | 1985-07-11 | 1985-07-11 | Verfahren zur Verbesserung der azimutalen Zielortung einer Radaranlage |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19853524764 DE3524764C2 (de) | 1985-07-11 | 1985-07-11 | Verfahren zur Verbesserung der azimutalen Zielortung einer Radaranlage |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3524764A1 DE3524764A1 (de) | 1987-01-22 |
| DE3524764C2 true DE3524764C2 (de) | 1994-07-21 |
Family
ID=6275495
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19853524764 Expired - Lifetime DE3524764C2 (de) | 1985-07-11 | 1985-07-11 | Verfahren zur Verbesserung der azimutalen Zielortung einer Radaranlage |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3524764C2 (de) |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2244997C3 (de) * | 1972-09-14 | 1979-02-15 | Siemens Ag, 1000 Berlin Und 8000 Muenchen | Puls-Radarempfänger mit azimutaler Zielmittenbestimmung bei der Zielüberstreichung |
| DE2412024A1 (de) * | 1974-03-13 | 1975-09-25 | Hans E Dr Ing Speckter | Verfahren zur verbesserung der ortungsgenauigkeit von radaranlagen |
-
1985
- 1985-07-11 DE DE19853524764 patent/DE3524764C2/de not_active Expired - Lifetime
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3524764A1 (de) | 1987-01-22 |
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Legal Events
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Owner name: TELEFUNKEN SYSTEMTECHNIK GMBH, 7900 ULM, DE |
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Owner name: DEUTSCHE AEROSPACE AG, 8000 MUENCHEN, DE |
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| D2 | Grant after examination | ||
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