DE343000C - Durch Druckluft bewegte selbsttaetige Bremsvorrichtung fuer Sprechmaschinen - Google Patents
Durch Druckluft bewegte selbsttaetige Bremsvorrichtung fuer SprechmaschinenInfo
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Description
Bremsvorrichtungen für Sprechmaschinen, bei welchen durch die Bewegung des Schallarmes mittels einer Hebelübertragung o. dgl.
eine die Bewegung des Plattentellers hemmende Bremse angezogen oder ausgelöst wird, sind
bekannt. Die Nachteile dieser Vorrichtungen bestehen hauptsächlich darin, daß die Bremse
oder der Absteller für eine bestimmte Plattengröße besonders eingestellt werden muß oder
ίο daß die geringe Kraft, die durch die Bewegung
des Schallarmes beim Einwärtswandern auf der Platte entsteht, nicht genügt, um die
Bremse sicher anzuziehen oder auszulösen. Auch Luftdruckabsteller sind bekannt, bei
welchen mittels einer Kombination von Saugbälgen, die mittels Exzenter von einer Nebenwelle
aus angetrieben werden, Luft aus einem Behälter abgesaugt wird und mittels eines
bei der Drehung des Schallarmes mitbewegten besonderen Armes die Außenluft plötzlich zu
diesem Behälter zugelassen und dadurch eine Abhebevorrichtung für die Schalldose in Tätigkeit
gesetzt wird. Auch diese Absteller haben den bereits vorhin erwähnten Nachteil, daß der Arm, welcher das Öffnen des Ventils
zum Einlassen der Außenluft bewirkt, je nach der Plattengröße eingestellt werden muß, also
von derselben abhängig ist.
Die vorerwähnten Nachteile sind durch den Erfindungsgegenstand überwunden, indem eine
Vorrichtung geschaffen ist, welche ein Abstellen der Sprechmaschine unabhängig von der Größe
der Platten mit besonders einfachen und wirksamen Mitteln ermöglicht und dieses Abstellen
oder Bremsen in einer besonders ruhigen und sanften Weise bewirkt. Die Bremsvorrichtung
ist dabei äußerst einfach in ihrer Bauart und billig herzustellen und kann an vorhandenen
Sprechmaschinen ohne bedeutende Änderungen angebracht werden, in der Weise, daß ihre
wesentlichen, Teile dem Blick des Beschauers verborgen sind.
Bei den dargestellten Ausführungsformen dor Erfindung steht der Antrieb des Plattentellers
unter der Einwirkung einer Bremse. Selbstverständlich kann die Bewegung des
umlaufenden Plattentellers auch durch andere Mittel beeinflußt werden, z. B. durch
elektrische Kontakte oder Ventile, welche die Abgabe des Druckmittels für den Umlauf des
Plattentellers beeinflussen.
Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand dargestellt, und zwar zeigen:
Abb. ι einen Querschnitt, durch eine Sprechmaschine
mit der neuen Vorrichtung,
Abb. 2 eine Draufsicht auf denselben Gegenstand mit abgenommenem Plattenteller,
Abb. 3 einen teilweisen wagerechten Schnitt durch die die Bremse beeinflussende Vorrichtung,
Abb. 4 einen teilweisen Querschnitt nach Linie 4-4 der Abb. 2 in vergrößertem Maßstabe,
Abb. 5 eine Draufsicht auf eine andere Ausführungsform der Erfindung,
Abb. 6 einen Schnitt nach Linie 6-6 der Abb. 5,
Abb. 7 einen Schnitt nach Linie 7-7 der Abb. 5,
Abb. 8 einen teilweisen Schnitt durch den Kolben und den Zylinder für die Bewegung
der Bremse,
Abb. 9 eine Darstellung eines Einzelteils eines Bremshebels von besonderer Bauart.
Bei der für die Darstellung gewählten Ausführungsform der Erfindung besteht die Sprechmaschine
aus dem gewöhnlichen Kasten mit einem Deckel oder Tragbrett 1, auf welchem
der Schallarm 2 und der Plattenteller 3 für die Schallplatte in der üblichen Weise angebracht
sind. 4 ist eine Federbremse, die für gewöhnlich das Bestreben hat, sich gegen den
Randflansch 5 des Plattentellers zu legen. 6 bezeichnet die Gesamtheit der Glieder, welche
unter dem Einfluß d· s Druckes eines Mediums stehen und mit dem Schallarm 2 und der
Bremse 4 arbeiten. Diese Glieder sind derart angeordnet, daß beim Einwärtsschwingen des
Schallarmes gegen den Mittelpunkt der Schallplatte A während des Abspielens der Platte
die Bremse 4 außer Eingriff mit dem Plattenteller gehalten wird, bis das Stück abgespielt ist.
Die Bremse kann von jeder b liebigen Bauart sein. Bei dem Ausführungsbeispiel besteht
sie aus einem Winkelhebel 7, welcher auf einer Platte 8 unter dem Plattenteller 3 und
nahe seinem Umfang drehbar gelagert ist. An dem einen Ende des Hebels 7 ist ein Bremsschuh
oder Bremskissen 9 angeordnet, das für gewöhnlich eine Feder 10 gegen den Randflansch
5 des Plattentellers zu pressen sucht. Das andere Ende dieses Hebels wirkt mit dem
unter dem Einfluß des Druckes des Mediums stehenden Teil 6 zusammen.
Die unter dem Einfluß des Druckes des Mediums stehenden Teile 6 bestehen aus einem
Zylinder 11, welcher auf dem Brett 1 unter dem Plattenteller 3 angeordnet ist, einem Druckkolben
12, welcher an dem Schallarm angelenkt und in dem Zylinder 11 geführt ist und
einem Bremskolben 13, welcher durch einen Bolzen mit der Bremse 4 verbunden und ebenfalls
in dem Zylinder geführt ist.
Der Zylinder 11 ist auf dem Brett 1 unter
dem Plattenteller 3 angeordnet. Das Brett 1 ist zweckmäßig mit einer Rinne 14 zur teilweisen
Aufnahme des Zylinders versehen, wie aus Abb. 1 hervorgeht. An einer Seite weist
der Zylinder ein Auge 15 auf, das ihm seine Lage in der Rinne 14 vorschreibt.
Der Druckkolben 12 ist so angeordnet, daß er in dem Zylinder 11 durch das Schwingen
des Schallarmes 2 betätigt werden kann. Zu diesem Zweck ist der Kolben mit einem Ansatzstück
16 versehen, welches durch eine Lenkstange 17 und einen Hebelarm 18 mit dem
Schallarm verbunden ist. Der Arm 18 ist an dem Schallarm unmittelbar über der oberen
Fläche des Brettes 1 befestigt. Um eine freie Schwingbewegung der Lenkstange Vj in dem
Zylinderende zu ermöglichen, ist der ausstoßende Teil der Rinne 14 bei 14a nach oben
abgeschrägt.
Der Bremskolben 13 kann ebenfalls in dem
Zylinder 11 gleiten und ist durch einen Stutzen 20
gelenkig mit dem Winkelhebel 7 der Bremse an dem dem Bremsschuh 9 entgegengesetzten
Arm verbunden.
Im vorliegenden Fall wird Luft als Druckmittel zur Beeinflussung der Bremse 4 verwendet,
und es ist eine entsprechende Öffnung vorgesehen, um ein allmähliches Austreten der
Druckluft aus dem Zylinder zu gestatten, winn der Schallarm seine Schwingung vollendet und
der Druckkolben 12 infolgedessen aufgehört hat, einen gegen den Bremskolben 13 wirkenden
Druck weiter zu erzeugen. Es ist ersichtlich, daß eine solche Öffnung für den allmählichen
Auslaß der Luft in verschiedener Weise angeordnet werden kann; bei der dargestellten
Ausführungsform ist ein Auslaß 21 in der
Zylinderwandung nahe dem Innenende des Bremskolbens vorgesehen rnd mit Hilfe eines 7b
Nadelventils 22 einstellbar, Abb. 4. Dieser Auslaß ist in einem Ansatz 23 an einer Seite
des Zylinders vorgesehen und schräg nach oben gerichtet, so daß ein leichtes Einstellen und
dadurch eine bequeme Veränderung der Größe des Luftdurchtrittes ermöglicht wird.
Die unter dem Einfluß des Luftdruckes stehenden Teile für die Betätigung der Bremse
arbeiten folgendermaßen: Wenn sich der Schal'- arm in seiner normalen Ruhelage, befindet,
steht der Druckkolben 12 nahe dem Ende des Zylinders. Es ist leicht einzusehen, daß bei
einer Einwärtsbcwegurg des Schallarmes zum Zwecke des Einstellens des Schallstiftes in die
äußerste Furche der Schallplatte der Druckkolben nach innen in den Zylinder gedrückt
wird und so in ihm genügend Druck erzeugt, um den Bremskolben zu betätigen und die
Bremse außer Eingriff mit dem Plattenteller zu bringen. Fährt der Schallarm fort, nach
innen zu schwingen, so wird in dem Zylinder infolge des allmählichen Austritts der Luft durch
die aus dem Auslaß 21 und Ventilteil 22 gebildete öffnung der Druck in dem Zylinder
im we-entlichen konstant gehalten. Wenn info'ge Beendigung des Vortragstückes die
Einwärtsbewegung des Schallarmes aufhört, vermindert der weiterdauernde Austritt der
Luft durch die Luftauslaßöffnung den Druck in den Zylinder so weit, daß die Bremse durch
die Wirkung ihrer Feder 10 tätig wird u"d den Plattenteller anhält.
Um den Schallarm lasch nach außenschwingen zu können, ohne dabei seine Verbindungsteile
mit dem Druckkolben über Gebühr zu bean- no
Sprüchen, kann der Kolben mit einem Kanal 24 versehen sein, welcher bei der Einwärtsbewegung
des Kolbens durch eine Ventilklappe 25 verschlossen ist. Wenn dann der Kolben in
dem Zylinder rasch nach außen gezogen wird, "5 wirkt die durch den Kanal 24 eintretende Luft
dem Bestreben des Kolbens, im Innern des Zylinders eine Luftleere zu bilden, entgegen,
so daß die Leichtigkeit der Auswärtsbewegung des Kolbens nicht gestört wird.
Für den Fall, daß eine außergewöhnlich kleine Platte gespielt wird, entsteht offenbar,
durch die rasche Einwärtsbewegung des Druckkolbens infolge des Einschwingens des Schallarmes von seiner Außenstellung um die nötige
Strecke nach innen bis zu der Außenfurche einer solch kleinen Platte die Gefahr, daß die
Verbindungsteile zwischen dem Druckkolben und dem Schallarm über Gebühr beansprucht
werden. Zu diesem Zweck i-t ein Sicherheitsauslaßventil gegenüber der Luftau?laßöffnung
ίο in dem Zylinder vorgesehen. Dieses Ventil
mag einen Durchlaß 26 besitzen, der in einer Verstärkung 27 des Zylinders 11 angebracht
ist und mit Hilfe eines Ventilteiles 28, der auf der die Bremse 4 tragenden Platte 8 angeord' et
ist, geschlossen wird. Der Ventilteil 28 ruht federnd auf der Verstärkung 2j und schließt
für gewöhnlich den Auslaß 26, ist aber so nachgiebig angeordnet, daß er Luft bei zu starkem
Druck austreten läßt.
ao Bei der Ausführungsform nach Abb. 5 bis 9 trägt der Deckel 30 den Schallarm 31 und den
Plattenteller 32. Ein Bremshebel 33, welcher mittels eines Stiftes 34 am Deckel 30 drehbar
gelagert ist, trägt einen in dem zylindrischen Teil 36 gleitend angeordneten und durch die
Feder 37 rachgiebig gegm den Plattenteller gepreßten Bremsschuh 35. Eil in einem
Schlitz 39 gleit nder Bolzen 38 verhindert ein Austreten des Schuhes 35 aus dem Zylinder 36.
Der Bremshebel 33 ruht auf einem U-iörmigen Bügel mit nach oben ragenden Anschlägen
40 und 41 auf und kann sich zwischen diesen Anschlägen hin und her bewegen. In
Abb. 5 ist dargestellt, wie er mittels des Bremsschuhes 35 gegen die Innenfläche des
nach unten ragenden Flansches des Tellers 3 ζ sich anpreßt und diesen festhält. Bei Anlage
gegen den Anschlag 41 dagegen kann der Plattenteller frei umlaufen.
Um den Bremshebel 33 in seiner unwirksamen Stellung, also während der fortdauernden
Einwärtsbewegungen des Schallarmes 31 zu halten, dient ein unter dem Einfluß eines
Mediums stehender Kolben 42, welcher lotrecht in dem Zylinder 43 auf und nieder geht und
durch einen Lenker 44 mit dem einen Ende eines Schwinghebels 45 verbunden ist, der bei
46 drehbar gelagert ist. Fin kleiner Zapfen 47 des Bremshebels faßt im Scheitelpunkt des
Schwinghebels 45 an, indem er in die Öffnung 48 des Schwinghebels eingreift. Der
dargestellte Bremshebel ist ein im Scheitelpunkt
drehbar gelagerter Winkelhebel und der Schwinghebel ist ebenfalls ein Winkelhebel, weleher
aber an dem Ende eines seiner Arme drehbar gelagert ist. Selbstverständlich können für
diesen Zweck auch irgend andere Verbindungsglieder verwendet werden; so kann der Bremshebel
z. B. gerade gerichtet und der Kolben 42 so angeordnet sein, daß der Schwinghebel 45
in irgendeiner beliebigen Ebene bewegt wird.
Eine .Quelle zur Erzeugung des Druckes ist in der Gestalt eines großen Kolbens 49 vorgesehen,
der in einem Zylinder 50 hin und her geht, Dieser Zylinder ist mit dem Zylinder 43 durch ein Rohr 51 verbunden. Der
Kolben 49 wird bei de: Bewegung des Schallarmes 31 durch irgendeine mechanische Verbindung,
wie z. B. durch eine Stange 52 betätigt, welche an den Ring 53 des drehbaren Schallarmes 31 angelenkt ist und den Kolben 49
durch einen Kniehebel 54 und eine Lenkstange 55 bewegt.
Der Kolben 49 paßt vollständig dicht in den Zylinder 50, während der die Bremse bedienende
Kolben 42 ganz lose in dem Zylinder 43 sitzt und so einen allmählichen Austritt der Luft durch Übertritt entlang der
Wandung gestattet.
Bei Verwendung der geschildertenVorrichtung wird der Schallarm 31 ein wenig weiter nach
außen geschwungen, als es die Auß.nfurche auf der Schallplatte erfordert und dann wieder
nach innen zu dieser Furche bewegt, um mit dem Spiel der Platte zu beginnen. Durch
diese leichte Einwärtsbewi gung wird der Kolben 42 angehoben, löst die Bremse 33 und
läßt den Plattenteller 32 umlaufen. Wenn nun der Schallarm während der Wiedergabe
des Stückes quer über die Platte wandert, fördert seine Bewegung eine genügende Menge
Luft nach dem Zylinder 43. um dem Verlust an dem Kolben 42 vorbei entgegen zu wirken
und den Kolben in d-τ gehobenen Stellung zu erhalten.
Sobald jedoch die Einwärtsbewegun* des Schallarmes beendet ist, läßt das Aufhören
der Luftzufuhr den Kolben 42 durch das Entweichen der Luft entlang seiner Wandung herabsinken
und dieser bringt durch sein Gewicht die Bremse in Eingriflstellung. Sie wird in dieser Stellung durch den Druck des Plattentellers
selbst gehalten, bis derselbe zur Ruhe gekommen ist.
Der Kolben 49 wird zweckmäßig etwas schwerer gebaut als der Kolben 42, eo daß
sein Gewicht während der Wiedergabe des Stückes gerade seiner eigenen Reibung die
Waage hält, infolgedessen die Beanspn chung des Schallstiftes sehr gering ist. no
Um das Entstehen eines übermäßigen Druckes oder ein r übermäßigen Saugwirkung
zu verhindern, i*t eine Sicherheitsvorrichtung vorgesehen. In Abb. 6 ist en durch Schwerkraft
betätigtes Ventil in Gestalt eines kleinen Kolbens 56 dargestellt, welcher in dem mit
einer Öffnung versehenen Boden des großen Zylinders 50 angeordneten Ventilzylinder 57
hin und her geht. Ein Einlaß 58 im Boden des Ventilzylindcrs 57 läßt Atmosphärendruck
jederzeit zu der Unterseite des Kolbens 56 gelangen, Dieser Kolben besitzt in der Mitte
eine umlaufende Nut 59, welche mit einer sich radial nach innen erstreckenden und von
da aclisial nach oben zu dem Ende des Kolbens führenden Bohrung 60 in Verbindung
steht. Ein Einlaß 61 in der Seitenwandung des Ventilzylinders kann nach einer kleinen
Aufwärtsbewegung des Ventilgewichtes mit der umlaufenden Nut 59 in Übereinstimmung
gebracht werden. Es ist klar, daß diese Anto Ordnung getroffen ist, um Luft in den großen
Zylinder 50 eintreten zu lassen, wenn der Druck darin um irgendeinen bestimmten Betrag
unter Atmosphärendruck fällt. Auf diese Weise wird' jederzeit, z. B. wenn der Schallarm
rasch nach außen geschwungen wird, eine unstatthafte Saugwirkung verhindert.
Um das Auftreten eines übermäßigen Druckes unter dem Kolben 42 zu verhindern, ist ein
Auslaß 62 in der Wandung des Zylinders 43 ao vorgesehen, welcher bei der Bewegung des
Kolbens gerade am Ende seines Aufwärtshubes, wenn der Bremshebel 33 gegen den Anschlag 41
anliegt, geöffnet wird.
Die Schallplatten verschiedener Erzeuger sind, was die Art ihrer Furchen anbetrifft,
sehr ungleich, so z. B. liegen die Wellenlinien bei den „Victor"- und „Columbia"-PIatten in
den Seitenwandungen d<=r Furchen und die Eurchen selbst sind ganz e g, wähn.: d die
Wellenlinien der „Pathe"-Platten in der Bodenfiäche der Furchen liegen und die Furchen
breiter sind als bei den ,,Victor"- und „Columbia"-Platten.
Der Breitenunterschied in den Furchen der Platten verursacht einen Unterschied in dem Betrag des Seitwärtsschwingens
des Schallarmes bei seiner Wanderung über die Platten. So ist z. B. beim Spielen der ,,Pathe"-Platten mit den breiten
Furchen die Geschwindigkeit des Schallarmes bei seiner Wanderung über die Platte größer
als beim Spielen der ,,Vi:tor"-Platten mit den engen Furchen. Der Einlaß 62 berücksichtigt
jedoch selbsttätig diesen Unterschied, indem er einen übermäßigen Druck austreten läßt,
so daß die größere Wanderungsgeschwindigkeit des Schallarmes beim Spielen einer „Pathe"-Platte
keine schädliche Wirkung auf die Vorrichtung ausüben kann. Es ist auch ersichtlich,
daß infhlge der selbsttätigen Wirkung dieses Einlasses ein übermäßiger Druck in den Zylindern
und eine übermäßige Beanspruchung der mechanischen Verbindungsglieder infolge der selbsttätigen Wirkung dieses Einlasses nicht
auftreten kann.
In Abb. 8 ist eine Anordnung zur Herabminderung entweder übermäßigen Druckes
oder übermäßig r Saugwirkung ohne Ventile in beiden Zylindern dargestellt. Ein Hilfskanal
63 ist zu diesem Zwecke in der Wandung des Kolbens 42 vorgesehen und bildet eine
Verbindung zwischen dem Einlaß 62 und dem Innern des Zylinders 43, wenn der Kolben
bis zu einem bestimmten Punkt herabgesunken ist, wodurch Luft zugelassen wird, um selbsttätig
eine übermäßige Saugwirkung zu verhindern.
Die Teile sind derart angeordnet, daß die Bremse 33 mit dem Anschlag 40 gerade in Berührung
kommt, ehe die Bewegung des Kolbens 42 die Bohrung 63 in Übereinstimmung mit dem Einlaß 62 bringt. Es ist deshalb
erforderlich, den Kolben 42 noch ein wenig herabsinken zu lassen, nachdem der Anschlag 40
die Bewegung des Hebels 33 begrenzt hat. In der Zeichnung ist eine Verbindung zwischen
dem Schwinghebel 45 und dem Kolben 42 dargestellt, welche aus einer an dem einen
Teil angelenkten Hülse 64 und einem an dem anderen Teil angelenkten Zapfen 65 besteht.
Eine Zugfeder 66 'hält für gewöhnlich den Zapfen 65 im Innern der Hülse 64 auf seinem
Sitz, und eine Aufwärtsbewegung des Kolbens 42 bewirkt unmittelbar ein Zurückziehen
der Bremse aus der Arbeitsstellung. Wenn jedoch die Bremse gegen d^n Anschlag 40 bewegt
worden ist, läßt die Feder 66 den Kolben 42 seine Abwärtsbewegung fortsetzen, indem
sich der Zapfen 65 ein Stück von seinem Sitz entfernt, und die Saugwirkung dadurch
aufgehoben wird, daß der Kanal 63 in Über- go einstimmung mit dem Einlaß 62 gelangt.
Die Vorrichtung ist in ihren mechanischen Einzelteilen verhältnismäßig einfach und billig,
auch dauerhaft im Betriebe Die Platte 67 bildet ein Drehlager für den Winkelhebel 54.
D;r Stift 34, als Drehachse des Bremshebels 33, und die Zylinder 43 und 50 können in entsprechender
Weise und in verschiedener Zusammenstellung je nach der Bauart der verschiedenen
Typen von Sprechmaschinen an deren Deckel angebracht werden. Die Platten 68
und 69 dienen dazu, um ein Eindringen von Schmutz in die Zylinder zu verhindern.
Der Kolben 49 wird zweckmäßig ein wenig geschmiert; eine Schmierung des Kolbens 42
ist unnötig, da dieser Kolben nur sehr lose eingepaßt ist. Eine solche Schmierung ist
auch unerwünscht, da das Schmiermittel das Austreten der Luft entlang der Wandung des
Kolbens unregelmäßig machen würde. Der Zylinder 43 hat eine solche Lage, daß er mit
dem Schmiermittel aus dem Zylinder 50 nicht in Berührung kommt.
Claims (8)
- Patent-An Sprüche:i. Durch Luftdruck bewegte, selbsttätige Bremsvorrichtung für Sprechmaschinen, dadurch gekennzeichnet, daß während der Bewegung des Schallarmes bei der Wiedergabe des Stückes der Bremsschuh (9 bzw. 35) der Bremsvorrichtungdurch ständig gleichmäßig erzeugten Luftdruckunterschied vom Plattenteller ferngehalten wird.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftdruckunterschied durch die Bewegung des Schallarmes (2 bzw. 31) mit Hilfe eines mit letzterem in Verbindung stehenden und sieh in einem Zylinder (11 bzw. 50) bewegenden Kolbens (12 bzw. 49) erzeugt wird.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Entstehen eines zu großen Druckunterschiedes im Zylinder (11 bzw. 50) beim Auswärtsschwingen des Schallarmes (2 bzw. 31) durch ein Rückschlagventil (25) oder einen Einlaß (61 bzw. 62 Abb. 8) verhindert wird.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der in dem Zylinder (11 bzw. 50) erzeugte Druckunterschied einen zweiten Kolben (13 bzw. 42) bewegt, welcher mit dem Bremsschuh (9 bzw. 35) verbunden ist und so letzteren vom Plattenteller (3 bzw. 32) abhält.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurchgekennzeichnet, daß der zweite Kolben (42) um ein mehrfaches kleiner als der erste Kolben (49) und in einem zweiten Zylinder (43) angeordnet ist, welcher durch ein Rohr (51) mit dem ersten Zylinder (50) in Verbindung steht.
- 6. · Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Zylinder (11) ein regelbarer Auslaß (21) angeordnet ist, um den Luftdruckunterschied beim Aufhören der Einwärtsbewegung des Schallarmes langsam auszugleichen.
- 7. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Zylinder (11 bzw. 43) ein Auslaß (26 bzw. 62) vorgesehen ist, durch den das Entstehen eines zu großen Druckunterschiedes bei rascher Bewegung des Schallarmes (2 bzw. 31) vermieden wird.
- 8. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftdruckunterschied durch eine von der Bewegung des Schallarmes unabhängige zusätzliche Vorrichtung zur Erzeugung eines Luftdruckunterschiedes unterstützt wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE343000T | 1920-01-29 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE343000C true DE343000C (de) | 1921-10-27 |
Family
ID=6243081
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1920343000D Expired DE343000C (de) | 1920-01-29 | 1920-01-29 | Durch Druckluft bewegte selbsttaetige Bremsvorrichtung fuer Sprechmaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE343000C (de) |
-
1920
- 1920-01-29 DE DE1920343000D patent/DE343000C/de not_active Expired
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