DE34211C - Verfahren zur Herstellung von Kartoffelprefslingen zur Dextrosefabrikation - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kartoffelprefslingen zur Dextrosefabrikation

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DE34211C
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DENDAT34211D
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L. VlRNeisel in Miltenberg a. Main, Bayern, Dr. F. VlRNeisel in Berlin, K. TROBACH in Berlin und A. CORDS in Berlin
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13KSACCHARIDES OBTAINED FROM NATURAL SOURCES OR BY HYDROLYSIS OF NATURALLY OCCURRING DISACCHARIDES, OLIGOSACCHARIDES OR POLYSACCHARIDES
    • C13K1/00Glucose; Glucose-containing syrups
    • C13K1/06Glucose; Glucose-containing syrups obtained by saccharification of starch or raw materials containing starch

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  • Organic Chemistry (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAM
Das nachstehend beschriebene Verfahren bezweckt die directe Gewinnung von Dextrosezucker aus abgepressten Kartoffeln bezw. die Herstellung vonauf bewahrungsfähigen Kartoffelprefslingen zum Zwecke 'späterer Verarbeitung auf Dextrosezucker.
Bis jetzt wurde Dextrosezucker nur auf indirectem Wege aus Stärkemehl etc. dargestellt. Es lasteten dadurch auf dem aus Stärkemehl hergestellten Dextrosezucker von vornherein die Kosten der Stärkefabrikation. Ebenso war eine völlige Ausnutzung der Gesammtstä'rke der Kartoffeln nicht möglich, weil durch die Abscheidung der Pulpe ca. 20 pCt. der Gesammtstärke nicht als Zucker gewonnen werden konnten. Aufserdem werden bei dem vorliegenden Verfahren die Verluste vermieden, welche bei der Stärkefabrikation dadurch entstehen, dafs beim Auswaschen der Stärke aus . dem Kartoffelreibsel in den Siebwerken nothwendigerweise mit den allzusehr verdünnten Abwässern die löslichen Bestandtheile der Kartoffeln verloren gingen.
Weiter ist zu betrachten, dafs aufser der in der Pulpe verloren gehenden Stärke auch noch die leicht invertirbare Kartoffelfaser nicht zu verwerthen ist. Die Schwierigkeiten, welche sich bei der von A nth ο η angeregten Inversion der Pulpe geltend machten, fallen bei der directen Inversion von abgeprefsten Kartoffeln fort, da hier das Verhältnifs von Faser zu Stärke ein viel weiteres, d. h. von' 1:10.: 12 : 15 ist, während bei der Inversion von Pulpe sich dasselbe für den technischen Betrieb in zu engen Grenzen (1:3:4:5) bewegt. Aus diesen Erwägungen ist daher die Herstellung des Dextrosezuckers aus Stärke, noch weniger aber aus Pulpe, als rationell zu bezeichnen. Wir bildeten nun ein Verfahren aus, welches obengenannte Mifsstände vollständig vermeidet, indem wir zuerst die Kartoffeln in inversionsfähige Prefslinge und diese dann in Dextrosezucker überführen.
Einen weiteren Vortheil erzielt man durch die Umwandlung von Kartoffeln in trockene Kartoffelprefslinge aus nachstehenden Gründen:
Die Kartoffeln besitzen zur Zeit der Ernte den gröfsten Stärkegehalt. Als lebender Organismus bedarf die Kartoffel zu ihrem Athmungsprocefs fortwährend Kohlehydrate, welche in Form von Kohlensäure ausgeschieden werden; da keine Reproduction stattfindet, so müssen nothwendigerweise die Kohlehydrate (hier Stärke) beim Lagern abnehmen. Sobald nun im Frühjahr oder bei warmem Wetter in den Mieten oder sonstigen Aufbewahrungsorten die Kartoffeln zu keimen beginnen, steigert sich genannter Verlust in beträchtlicher Weise, bis zuletzt durch die energische Lebensthä'tigkeit der gröfste Theil der Reservenährstoffe (hier Stärke) verbraucht ist. Demzufolge müssen die Kartoffeln im Laufe der Wintermonate verarbeitet, der Betrieb während der wärmeren Jahreszeit eingestellt werden. Man versuchte daher, die Kartoffeln derart zu conserviren, dafs man dieselben in Scheiben schnitt und auf
Darren trocknetej'und magazinirte. Abgesehen von den Kosten des Darrens verbietet sich eine derartige Conservirung für die Dextrosebereitung, da . diese gedarrten Scheiben sich nicht mehr von den Nichtzucker bildenden Stoffen trennen lassen und auch bei feuchter Witterung dem Verderben ausgesetzt sind, weil die hygroskopischen Salze der Kartoffeln in dieser Richtung wesentlich begünstigend wirken. Deshalb scheiterte die früher versuchte directe Verarbeitung derartiger Präparate auf Glycosezucker an der Beschaffenheit der erhaltenen Säfte, welche sich fabrikatorisch für die Zwecke der Glycose'zuckerfabrikation nicht entfärben liefsen und kein verkäufliches Product lieferten. ' Wir umgehen diesen Uebelstand, indem wir einerseits die Kartoffelprefslinge vollständig verzuckern und dann nicht auf Glycose-, sondern auf Dextrosezucker verarbeiten.
Die bei der Herstellung von .Kartoffelprefskuchen erhaltenen unverdünnten Abwässer bilden ein bis jetzt bei der Dextrosezuckerfabrikation nicht gekanntes werthvolles Nebenproduct, dessen Verarbeitung auf Dünger einen Theil der Fabrikationskosten des Dextrosezuckers deckt.
Unser in Gemäfsheit der vorstehend erörterten Motive beobachtetes neues Arbeitsverfahren ist nun folgendes: Die Kartoffeln werden gewaschen, gerieben und am besten durch eine Filterpresse von ihren wässerigen Bestandtheilen befreit. Die Prefskuchen werden mit Wasser ausgesüfst, welches Calciumbisulfit (doppelschwefligsauren Kalk) enthält. Befolgt man diese Vorsicht der Nachsüfsung mit calciumbisulfithaltigem Wasser nicht, dann verderben die nicht völlig trockenen Prefskuchen sehr bald.
Die Prefskuchen werden, sofern sie nicht gleich verarbeitet werden, durch eine geeignete Vorrichtung getrocknet.
Behufs Umwandlung der Kartoffelprefslinge in Dextrosezucker werden dieselben mit Wasser angerührt und unter Dampfdruck -mit Säure verzuckert. Magazinirte Kartoffelprefslinge werden gemahlen oder anders zerkleinert und sodann wie frische Kartoffelprefslinge behandelt. Die sauren Dextrosezuckersäfte werden mit schwefligsaurem Kalk und Kreide neutralisirt, durch eine Filterpresse gedrückt, auf 300 B. eingedickt, nochmals durch eine Filterpresse geschickt, sodann bei ioo° C. auf 350B. concentrirt und der Krystallisation überlassen. Nach Abscheidung der braunen Melasse wird der so erhaltene Dextrosezucker in Wasser gelöst, durch Knochenkohle entfärbt und nach den Grundsätzen der Rübenzuckerfabrikation umkrystallisirt.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Behufs Herstellung haltbarer, trockener Kartoffelprefslinge zur Dextrosezuckergewinnung das Verfahren, die in Filterpressen oder in sonstigen analogen Vorrichtungen comprimirten Prefslinge zunächst mit calciumbisulfithaltigem Wasser bis zur Er- · Schöpfung nachzusüfsen, um zersetzbare Bestandteile zu entfernen und gleichzeitig ein Conservirungsmittel einzuführen, und sie dann zu trocknen. .
2. Die Benutzung der nach Anspruch 1. gewonnenen Kartoffelprefslinge ohne vorherige Reinabscheidung der Stärke als Rohstoff für die Darstellung des Dextrosezuckers.
DENDAT34211D Verfahren zur Herstellung von Kartoffelprefslingen zur Dextrosefabrikation Expired - Lifetime DE34211C (de)

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