DE338346C - Zeitzuender mit Uhrwerk fuer Geschosse - Google Patents

Zeitzuender mit Uhrwerk fuer Geschosse

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DE338346C
DE338346C DE1918338346D DE338346DD DE338346C DE 338346 C DE338346 C DE 338346C DE 1918338346 D DE1918338346 D DE 1918338346D DE 338346D D DE338346D D DE 338346DD DE 338346 C DE338346 C DE 338346C
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projectile
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DE1918338346D
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Neufeldt & Kuhnke
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    • F42C9/00Time fuzes; Combined time and percussion or pressure-actuated fuzes; Fuzes for timed self-destruction of ammunition
    • F42C9/02Time fuzes; Combined time and percussion or pressure-actuated fuzes; Fuzes for timed self-destruction of ammunition the timing being caused by mechanical means
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Description

Die bekannten, als Brennzünder wirksamen Zeitzünder für Geschosse haben den Übelstand aufzuweisen, daß, namentlich sofern längere Zeiten in Betracht kommen, infolge der langen, für das Abbrennen erforderlichen Wege leicht ein Ersticken des Brennsatzes eintritt und damit die Zündung überhaupt ausgeschlossen wird.
Die Erfindung geht nun von der Verwendung eines Brennsatzes überhaupt ab und stattet den Zünder mit einem Uhrwerk aus, durch welches die eingestellte Zündzeit innegehalten wird. Die Verwendung der üblichen Uhrwerke, bei denen die Fortschaltung des Gehwerks durch eine Unruhe bekannter Art erfolgt, reichen für die in Frage kommenden Verhältnisse insofern nicht aius, als die bekannte Unruhe nur eine Fortschaltung um 1Z5 Sekunde ermöglicht. Die neuere Geschoß-
technik verlangt indessen eine weitergehende Unterteilung. Um dieser Forderung zu genügen, tritt gemäß der Erfindung an Stelle der üblichen Unruhe eine schwingende Zunge, die mit entsprechender Eigenschwingungszahl ausgestattet ist. Es ist auf diese Weise möglich, beispielsweise Zeiteinheiten von 1Z100 Sekunde und darunter innezuhalten.
Eine besonders zweckmäßige Art, die Zunge in Betrieb zu setzen, besteht gemäß der Erfindung darin, daß der beim Abfeuern des Geschosses auftretende Stoß ausgenutzt • wird, um die Zunge, in Schwingungen zu versetzen. Die Fortsetzung der Schwingungen wird durch eine Feder bewirkt, die durch die vom Drall des Geschützes ausgelöste Schleuderkraft gespannt wird. Die Spannung "erfolgt unter Vermittlung mechanischer Elemente, wie sie beispielsweise bei Fliehkraftreglern bekannt sind.
Die Anwendung eines Uhrwerks wird im allgemeinen die Zündung mittels eines Schlagbolzens zur Folge haben, der normal in Spannung gehalten und nach Ablauf der eingestellten Zeit entspannt wird. Hierin könnte insofern eine Gefahrenquelle liegen, als durch irgendwelche unvorhergesehenen Umstände eine vorzeitige Entspannung stattfinden und damit das betreffende Geschoß vorzeitig zur Wirkung gebracht werden könnte. Um dem zu begegnen, ist gemäß der Erfindung die Schlagbolzenfeder im allgemeinen entspannt und wird erst durch den beim Abfeuern auftretenden Stoß gespannt. Sie bleibt dann so lange in Spannung, bis die eingestellte Zeit abgelaufen ist.
Die Erfindung setzt natürlich voraus, daß entsprechend den durch die schwingende Zunge erreichbaren kleinen Zeiteinheiten auch die Einstellung erfolgen kann. Die Erfindung verfolgt demgemäß den Gedanken, für die Einstellung eine Bahn zu schaffen, deren Länge so reichlich bemessen ist, daß die erforderliche Genauigkeit bei der Einstellung erzielt werden kann. Es wird dabei gemäß der Erfindung in der Weise vorgegangen, daß 6g ein Führungsglied relativ zu einer Bahn eine bestimmte, von der gewünschten Zeitspanne abhängige Stellung einnimmt und beim Erreichen des- Bahnendes freigegeben wird, woraufhin die Freigabe des Schlagbolzens oder eines sonstigen geeigneten, die Geschoßwirkung auslösenden Gliedes erfolgt. Die Bahn
selbst kann dabei eine verschiedenartige Gestalt besitzen. Beispielsweise kann sie nach Art eines Gewindes ausgestaltet sein, mit dem der Schlagbolzen so zusammenwirkt, daß er beim Erreichen des Gewindeendes freigegeben wird. Die Ausgangsstellung des Schlagbolzens wird dabei vorher eingestellt und die Längsbewegung des Gewindes durch das Uhrwterk geregelt. Das Gewinde kann aber ίο auch in· Gestalt einer Spiralbahn in einer Ebene einer Scheibe angebracht sein. In diesem Falle würde zweckmäßig ein besonderes Führungsglied vorzusehen sein, welches den Schlagbolzen "beim Erreichen des Bahnendes freigibt.
Auf der Zeichnung ist in den Fig. 1 bis 3 ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt, während die Fig. 2 und 3 je einen Querschnitt nach den Linien A-B bzw. C-D veranschaulichen. ·
In dem Hohlraum des Geschoßkopfes 1 ist ein zweikammeriiges Gehäuse 2 untergebracht, dessen unterer Teil zur Aufnahme eines Uhrwerks 3 dient. Die schrittweise Fortschaltung des Gehwerks erfolgt unter Einwirkung einer Zunge 4, die mit ihrem freischwingenden Ende mittels eines Stiftes 5 in den Fortschalthebel 6 eingreift. Die Zunge besitzt beispielsweise eine Eigenschwingungszahl »ioo«, so daß das Gehwerk um 1Z100 Sekunde fortgeschaltet wird. Zum Antrieb des Uhrwerks dient eine Schraubenfeder 7, die einerseits an dem Bolzen 8 und somit an dem Uhrwerk, anderseits an einem Arm 9 angreift, der als einarmiger Hebel drehbar auf dem Bolzen 8 gelagert ist und an seinem freien Ende ein Gewicht 10 trägt. Bei schneller Drehung des Geschosses wird das Gewicht nach außen um den Drehpunkt des Armes geschleudert und spannt dadurch die Feder 7. Das Uhrwerk bewegt eine in dem Gehäuse 2, und zwar in seiner Mittelachse drehbar gelagerte Nuß 11, die in der Längsrichtung eine Bohrung aufweist. Sie trägt eine Stange 12, die sich im oberen Teil des Gehäuses 2 dreht und in deren Achsrichtung ein Stift 13 gelagert ist, der an seinem vorderen Ende einen in der entsprechend erwähnten Bohrung der Stange 12 beweglichen Bund 14 besitzt. Gegen ihn drückt eine Feder 15, welche den Stift in Berührung mit einem Führungskörper 16 bringt, der als einarmiger Hebel in einem mit der Stange 12 verbundenen Bock 17 drehbar gelagert ist (Fig. 2). Der Stift 13 durchsetzt einen am Schlagbolzen 18 befindlichen, in. die Stange 12 hineinreichenden Kopf 19, der in der gezeichneten Ausgangsstellung von dem Stift 13 gehalten wird.
Der sich an den Kopf 19 anschließende Schlagbolzen 18 durchsetzt die Nuß 11 und ist weiter in einem Kolben 20 längs beweglich gelagert. Der Kolben seinerseits ist in einer mit dem Geschoßkopf verschraubten Büchse 21 derart gelagert, daß er sich ein gewisses Stück, nämlich bis zu einem durch den anschließenden Sprengsatzbehälter 22 gebildeten Absatz, in der Längsrichtung verschieben kann.· In einem mittleren Hohlraum des Kolbens ist eine Schraubenfeder 23 gelagert, die sich einerseits gegen den Deckel 24 des Kolbens und anderseits gegen einen an dem Schlagbolzen befindlichen Bund 25 stützt und die bestrebt ist, den Bolzen auf den Sprengsatz 26 hin zu bewegen. Der Kolben ist mit einem Sprengring 27 ausgestattet, der beim Erreichen eines bestimmten Vorschubes des Kolbens sich in eine Ausdrehung 28 der Buchse 21 einlegt und damit den Kolben in dieser Lage festhält. Die Feder 23 ist damit gespannt. Ihre Entspannung erfolgt dann, sobald der Kopf des Schlagbolzens von dem Stift 13 freigegeben wird. Hierzu dient eine Scheibe 29, die drehbar mittels eines Bolzens 30 im Deckel des Gehäuses 2 gelagert ist. Der Bolzen trägt an seinem oberen Ende ein zur Einstellung der Scheibe 29 dienendes Vierkant 31 sowie einen Zeiger 32, der sich über einer festen Skala 33 bewegt. Mit dem BoI-zen ist weiter ein Zahntrieb 34 gekuppelt, von dem aus eine Übersetzung 35 für einen zweiten, drehbar auf dem Bolzen 30 gelagerten und ebenfalls über der Skala 33 spielenden Zeiger 36 angetrieben ward.
Die Scheibe 29 ist an ihrer unteren Seite mit einer Bahn in Gestalt einer spiralig verlaufenden Nut 37 versehen, in die sich ein an dem freien Ende des Führungskörpers 16 befindlicher Stift 38 einlegt. Entsprechend der Spirale schwingt dieser Stift bei der Drehung der Stange 12 gegenüber der feststehenden Scheibe 29 nach außen. Die Scheibe 29 hat gegenüber dem Führungsglied 16 eine bestimmte Stellung. Nach Ingangsetzen des Uhrwerks 3 gelangt das Führungsglied bei Umdrehung der Stange auf seiner Spiralbahn immer weiter nach außen, und schließlich wird der Hebel, sobald das Ende der Bahn erreicht ist, unter dem Druck der Feder 15 ■ in die in 110 " Fig. 2 strichpunktiert eingezeichnete Lage bewegt. Dadurch wird gleichzeitig die Verriegelung des Schlagbolzens 18 frei und dieser gelangt unter Einwirkung der Feder 23 zur Wirkung. Die Spannung dieser Feder erfolgt durch den beim Abfeuern des Geschosses auftretenden Stoß, indem dann der Kolben 20 nach unten bis zum Eingriff des Sprengringes 27 in die Auedrehung 28 bewegt wird.
Das Uhrwerk tritt ebenfalls erst beim Abfeuern in Wirksamkeit, indem dann die
Zunge 4 in Schwingung gesetzt bzw. die Feder 7 gespannt wird.
-Ein besonderer Vorteil der Erfindung- ist darin zu erblicken, daß diese verschiedenen Sicherungsvorrichtungen unabhängig voneinander wirken.. Einmal kann das Gehwerk überhaupt erst durch den beim Abfeuern auftretenden Energiestoß in Gang gesetzt werden. Auch die Inganghaltung macht das Abfeuern des Geschosses zur Vorbedingung. Eine unvorhergesehene Auslösung des Schlagbolzens anderseits ist außer durch die Verriegelung des Schlagbolzens auch noch durch die Entspannung der Schlagbolzenfeder verhindert.

Claims (5)

Patent-Ansprüche:
1. Zeitzünder mit Uhrwerk für Geschösse, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehwerk zur Erzielung· kleinster einstellbarer Zeiteinheiten durch eine nicht beschwerte, mit ihrem freischwingenden Ende den Fortschalthebel (6) steuernde Zunge (4) mit entsprechender Eigenschwingungszahl fortgeschaltet wird.
2. Zeitzünder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zunge (4) durch den beim Abfeuern des Geschosses auftretenden Stoß in Schwingung gesetzt wird, während ihre Bewegung durch eine Feder (7) fortgesetzt wird, die durch die vom Drall des Geschützes ausgelöste Schleuderkraft gespannt wird.
3. Mit Schlagbolzen ausgerüsteter Zeitzünder nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die im ruhenden Zustande des Geschosses entspannte Schlagbolzenfeder (23) durch den beim Abfeuern auftretenden Stoß gespannt und durch das Uhrwerk nach Ablauf der eingestellten Zeit ausgelöst wird.
4. Zeitzünder nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Freigabe des Schlagbolzens dann erfolgt, wenn ein mit ihm mittel- oder unmittelbar zusammenhängendes Führungsglied (16) unter Einwirkung des Uhrwerks eine bestimmte Stelle einer Bahn (37) erreicht, deren ' wirksame Länge entsprechend der gewünschten Zeit eingestellt wird.
5. Zeitzünder nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Bahn als spiralige Nut (37) auf einer Scheibe (29) angeordnet ist und zur Führung für das Glied (16) dient, das den Schlagbolzen beim Erreichen des äußeren Bahnendes frei gibt.
Hierzu i Blatt Zeichnungen.
DE1918338346D 1918-04-21 1918-04-21 Zeitzuender mit Uhrwerk fuer Geschosse Expired DE338346C (de)

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