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Die Erfindung betrifft eine Maschine zum Bedrucken von Tuben, Hülsen oder dergleichen Gegenstände, mit einem um seine Längsachse drehbaren Revolverkopf, an dem die zu bedruckenden Gegenstände ansetzbar sind, und mit einem Druckwerk, wobei mindestens ein Farbwerk um eine zur Längsachse des Revolverkopfes rechtwinklig angeordnete senkrechte Drehachse aus seiner Arbeitsstellung in eine Wartungsstellung verschwenkbar ist, in der das Farbwerk von der Klischeewalze entfernt ist.
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Bei Maschinen der eingangs genannten Art sind oftmals Wartungs- und Reinigungsarbeiten durchzuführen, in deren Verlauf sämtliche Walzen zu reinigen sind, beispielsweise wenn ein Wechsel der Druckfarbe erfolgen soll oder bei einem Defekt in der Mechanik des Druckwerkes oder aber einfach im Rahmen der üblichen Reinigungsintervalle. Dabei ergibt sich das Problem, daß in vielen Fällen die einzelnen zu reinigenden Walzen schlecht zugänglich sind, so daß die Arbeiten mühsam und zeitaufwendig sind und die hierdurch bedingten relativ hohen Umrüstzeiten hohe Kosten verursachen.
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Man hat deshalb auch schon in der DE-PS 8 61 565 vorgeschlagen, bei einer Druckmaschine für Ein- und Mehrfarbendruck zum Bedrucken von Tuben od. dgl. mindestens ein Farbwerk des Druckwerks aus seiner Arbeitsstellung in eine Wartungsstellung verschwenkbar zu machen, in der das Farbwerk von der Klischeewalze entfernt ist, so wie es im Oberbegriff des Anspruchs 1 beschrieben ist. In diesem ausgeklappten Zustand werden jedoch die Walzen des Farbwerks nicht angetrieben, so daß die Wartungs-, Umrüstungs- und Reinigungsarbeiten und evtl. auch das Einfärben der Farbwalzen trotz alledem mühsam und zeitaufwendig sind. In der US-PS 36 73 959 ist für große Druckereipressen - also für gattungsfremde Maschinen - zur Ausführung lediglich von bei solchen Maschinen erforderlichen Reinigungsarbeiten vorgeschlagen, innerhalb des Befeuchtungssystems die Auftragswalze von der Klischeewalze abzuheben und sie in abgehobenem Zustand weiterhin vom Hauptantrieb aus anzutreiben, also den Antriebskraftfluß nicht zu unterbrechen, wobei man nur erreichen will, daß die Zufuhr von Wasser oder einer anderen Dämpfungsflüssigkeit während dieser Zeit unterbrochen wird.
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Demgegenüber hat sich die vorliegende Erfindung die Aufgabe gestellt, bei Maschinen der hier in Frage stehenden Art die Anordnung so zu treffen, daß die Wartungsarbeiten an den Farbwerkwalzen - und evtl. auch Reinigungsarbeiten einschließend - einfach, gründlich, schnell und kostengünstig und ohne besondere Vorkehrungen ausgeführt werden können.
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Die obige Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Walzen des Farbwerks bei ausgeschwenktem Farbwerk antriebsmäßig mit dem Antriebsmotor der separat angetriebenen Farbkastenwalze verbindbar sind. Erfindungsgemäß wird also zu Wartungs- und auch Reinigungszwecken das Farbwerk einfach um die Drehachse verschwenkt, so daß die Walzen des Farbwerkes einerseits und die Klischee- und Druckwalze andererseits von vorne her frei zugänglich sind. Auch bei Betriebsstörungen kann durch dieses Auseinanderschwenken ein unmittelbarer Zugriff zur Störstelle erfolgen. Die Arbeiten können hierbei einfacher und schneller durchgeführt werden. Auch ein eventuelles Austauschen einzelner Walzen ist wesentlich erleichtert.
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Nachstehend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. In dieser zeigt
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Fig. 1 eine seitliche Ansicht eines Druckwerkes mit Farbwerk einer erfindungsgemäßen Maschine zum Bedrucken von Tuben, Hülsen usw., teilweise im Schnitt,
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Fig. 2 eine Einzelheit einer anderen Ausführungsform eines Druckwerks in einer Darstellungsweise entsprechend derjenigen nach Fig. 1 und
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Fig. 3 den Antriebskraftfluß einer erfindungsgemäßen Anordnung in einer Draufsicht in schematischer Darstellung und ebenfalls teilweise geschnitten.
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Fig. 1 zeigt einen Randabschnitt eines Revolverkopfes oder Drehtisches 10, der in Umfangsrichtung unter gleichen Winkelabständen aufeinanderfolgend eine Mehrzahl von Spindeln 12 trägt, die jeweils eine zu bedruckende Tubenhülse 14 tragen. Der Drehtisch 10 trägt die Spindeln 12 schrittweise an der Druckwalze 26 vorbei, der verschiedene Farbwerke zugeordnet sind, von denen eines in der Zeichnung bei 16 wiedergegeben ist.
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Das Farbwerk 16 hat eine untere Grundplatte und eine obere Grundplatte 20. Diese beiden Platten sind durch eine in Fig. 1 links gelegene Rahmenplatte 22 und durch zwei seitliche Rahmenplatten 24 verbunden.
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In den Rahmenplatten 24 ist eine Druckwalze 26 und eine (oder mehrere) Klischeewalzen 28 gelagert. In der in der Zeichnung wiedergegebenen Arbeitsstellung liegt die Mantelfläche der Druckwalze 26 an der Mantelfläche einer zu bedruckenden Tubenhülse 14 an. Aus der in der Zeichnung wiedergegebenen Arbeitsstellung kann man das Farbwerk 16 um 90° um die Achse eines Drehkopfes 30 mit zur Drehrichtung des Revolverkopfes rechtwinkliger Achse verschwenken, so daß die Vorderseite der Druckwalze 26 mit der Klischeewalze 28 frei zugänglich ist, ebenso auch die Walzen des Farbwerkes, die dann rechtwinklig zur Druckwalze verlaufen. Um die Schwenkbewegung zu ermöglichen, ist an die in Fig. 1 hinten liegende Rahmenplatte 24 eine Lagerhülse 32 angeschweißt, die an dem abgestuften Drehzapfen 30 gelagert ist. Das Farbwerk sitzt an einem besonderen Rahmen, der von der Halterung für das Druckwerk abgeklappt werden kann.
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Es sind am eigentlichen Farbwerk seitliche Rahmenplatten 48 vorgesehen, die durch eine hintere Rahmenplatte zusätzlich verteift sind und in denen eine Farbkastenwalze 52, Lagerstifte 54 für Traghebel 56 einer Heberwalze (Duktor) 58, eine erste Verreiberwalze 60, zwei Zwischenwalzen 62, 64 und eine zweite Verreiberwalze 66 gelagert sind. Auf der Achse der Verreiberwalze 66 sind zwei innere Winkelhebel 68 gelagert, deren Arbeitsenden eine erste Auftragswalze 70 lagern. Der getriebene Arm des Winkelhebels 68 hat ein Langloch 72, in das ein Stift 74 eingreift, der von der Kolbenstange 76 eines nicht näher gezeigten Druckmittelzylinders getragen ist. Auf der Achse der Verreiberwalze 66 sind ferner außenliegende Winkelhebel 78 gelagert, deren Arbeitsarme eine zweite Auftragswalze 80 lagern und deren getriebene Arme Langlöcher 82 aufweisen. In diese greift wiederum ein Stift 84 ein, der von der Kolbenstange 86 eines Druckmittelzylinders 88 getragen ist.
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Das Gehäuse des Druckmittelzylinders trägt eine Gewindestange 90, die in einer Gewindehülse 92 läuft. Die Gewindehülse 92 hat ihrerseits eine Gewindestange 94, die in einer Gewindebohrung der Rahmenplatte 50 läuft und an der Stirnfläche mit einer Ausnehmung zum Ansetzen eines Sechs-Kant- Schlüssels versehen ist. Durch Drehen der Gewindestange 94 wird die Auftragswalze 80 einjustiert. Durch entsprechende Druckablaufschlagung des Druckmittelzylinders 88 läßt sich die Auftragswalze 80 in Anlage an die Klischeewalze 28 oder von dieser weg bewegen.
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Der auf die Winkelhebel 68 arbeitende, in der Zeichnung nicht erkennbare, hinter dem Druckmittelzylinder 88 liegende weitere Druckmittelzylinder ist ebenfalls einstellbar an der Rahmenplatte 50 befestigt, genauso wie dies obenstehend für den Druckmittelzylinder 88 beschrieben wurde.
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Man erkennt, daß man bei dem oben beschriebenen Farbwerk den Anpreßdruck der Auftragswalzen einfach und genau einstellen kann.
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Bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform einer Druckwalze sind die der Anordnung nach Fig. 1 entsprechenden Teile mit denselben Bezugszeichen wie in Fig. 1, zusätzlich 200, gekennzeichnet. 226 ist die Druckwalze mit Gummitüchern, die zum Bedrucken von auf nicht dargestellten Spindeln aufgesteckten Werkstücken dient. 228 ist die Klischeewalze, 270 und 280 sind die Auftragswalzen, die mit der ersten Verreiberwalze 266 ständig in Eingriff sind und die mit dem Druckmittelzylinder 288 und an die Klischeewalze 228 angelegt werden. Die Kolbenstange 286 ist mit dem Winkelhebel 278 über den Zapfen 284 gelenkig, jedoch nicht verschieblich, verbunden. Der auf die Winkelhebel 268 arbeitende, in der Zeichnung nicht erkennbare, hinter dem Druckmittelzylinder 288 liegende weitere Druckmittelzylinder ist ebenfalls einstellbar an der Rahmenplatte 250 befestigt, genauso wie dies obenstehend für den Druckmittelzylinder 88 beschrieben wurde. Die Feineinstellung der Walze 280 erfolgt über die Gewindehülse 292, in der die Gewindestange 290 des Zylinders 288 an der der Kolbenstange abgewandten Seite geführt ist und die ihrerseits an der Rahmenplatte 250 des Rahmens 234, 248, 250 über das Kalottenlager 251 gelenkig gelagert ist. Die Feineinstellung erfolgt durch Verdrehen des Verstellknopfes 253, der mit der Gewindehülse 292 unverdrehbar verbunden ist und an seinem Umfang zweckmäßigerweise mit einer Einstellskala versehen ist. Eine solche, wie vorstehend beschriebene Anordnung ist an jeder Lagerstelle jeweils einer Auftragswalze vorgesehen.
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Das Farbwerk kann um die senkrechte Achse 230 geschwenkt werden, wobei die Walzen und das Getriebe eine Schwenkeinheit bilden. Mehrere, z. B. sechs, solcher Farbwerke können am Umfang der Druckwalze entlang angeordnet sein. In Fig. 2 ist unterhalb des Farbwerks 216 ein baugleiches, nur in seinen Konturen gezeigtes Farbwerk 217 angeordnet.
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Durch den nur geringen Verstellbereich der Auftragswalzen ist eine Verstellung und Fixierung der Auftragswalzen während des Laufs der Maschine und eine Bedienung von außen möglich: Dadurch ergibt sich eine leichte und schnelle Bedienung, eine geringe Stillstandszeit (Nebenzeit, Rüstzeit) und auch die Möglichkeit einer Einstellung nach Skala.
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Erfindungsgemäß ist bei den oben gezeigten Ausführungsformen die Möglichkeit vorgesehen, die Walzen des Farbwerks auch bei ausgeschwenktem Farbwerk durch den Antriebsmotor für die Farbkastenwalze anzutreiben, wie in Fig. 3 dargestellt ist. Bei eingeschwenktem Farbwerk werden die beiden Verreiberwalzen 360 und 366 über die Zahnräder 365, 340, 367, 300 in an sich bekannter Weise von der Grundmaschine angetrieben, während der Antriebsmotor 351 die Farbkastenwalze 352 über das Getriebe 353, 355 schrittweise und elektronisch zeitgesteuert antreibt. Wenn das Farbwerk um die Achse 330 gemäß Pfeil 331 im Uhrzeigersinn zum Zwecke der Reinigung und Umrüstung ausgeschwenkt wird - wie oben mit Bezug auf das Scharnier 30, 32 bereits beschrieben -, wird der Kraftfluß von der Grundmaschine zu den Walzen 360, 366 usw. unterbrochen. In diesem Falle kann man durch Einrücken der Kupplung 369 bei Betätigung z. B. mittels Druckknopf den Kraftfluß vom Motor 351 zu den Walzen 360, 366 usw. - und somit auch zu allen anderen durch Friktion angetriebenen Walzen des Farbwerks - herstellen, und zwar über die Zahnräder 353, 355, 357, 359, 300, 367, 340. Somit kann man die Walzen des Farbwerks auch in dessen aufgeklapptem Zustand - wenn es gereinigt, umgerüstet oder sonstwie gewartet werden soll - motorisch antreiben, obwohl der Kraftfluß von der Grundmaschine unterbrochen ist. Hierbei wird der bereits vorhandene und vorteilhafterweise auch schon über ein Schneckengetriebe langsam antreibende Antriebsmotor für die Farbkastenwalze verwendet, ein zusätzlicher Antrieb ist nicht erforderlich. Die obige Anordnung ist auch in dem Falle des Einfärbens der Farbwalzen vorteilhaft, weil dies einerseits der Übersichtlichkeit wegen in aufgeklapptem Zustand des Farbwerks, andererseits auch bei laufenden Walzen erfolgen muß. Bei alledem ist die Bedienung extrem einfach: Ausschwenken des Farbwerks und Druckknopfbetätigung.
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Das neue Farbwerk ist vollständig autark, indem man den Antriebskraftfluß entsprechend gestaltet und ihn vom Antrieb der übrigen Teile unabhängig macht, im übrigen kann es um eine senkrechte Achse weggeschwenkt werden, wie bereits dargestellt, wobei die Walzen und das Getriebe eine Schwenkeinheit bilden. Es sind darüber hinaus, wie oben bereits dargelegt, der Arbeitsbereich und der Antriebsbereich voneinander getrennt.