DE33337C - Kraftmaschine zum Betriebe mit Schwefelkohlenstoff - Google Patents
Kraftmaschine zum Betriebe mit SchwefelkohlenstoffInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
In den beiliegenden Zeichnungen ist Fig. 1 eine Seitenansicht einer Anlage zur Entwickelung
von Schwefelkohlenstoffdampf und zu dessen Nutzbarmachung zum Betriebe eines Motors;
Fig. 2 ein verticaler Längsschnitt eines Kessels, der zur Entwickelung von Schwefelkohlenstoffdampf
benutzt wird (vergröfserter Mafsstab); Fig. 3 ein verticaler Querschnitt des Kessels
nach der Linie 1, Fig. 2 (vergröfserter Mafsstab); Fig. 4 ein Querschnitt dieses Kessels nach
der Linie 2, Fig. 2 (vergröfserter Mafsstab); Fig. 5 ein Querschnitt dieses Kessels nach der
Linie 3, Fig. 2 (vergröfserter Mafsstab). Fig. 6 .und 7 sind Details. Fig. .8. ist ein Verticalschnitt
des Regulirventils, um die Circulation des Wasserdampfes in und um den Schwefelkdhlenstoffkessel
zu reguliren (vergröfserter Mafsstab); Fig. 9 ein Verticalschnitt des Regu-'
lirventils, welches den Eintritt von Wasserdampf in den Mantel des Rohres controlirt, das den
Schwefelkohlenstoffdampf in den Cylinder der 'Maschine führt, sowie den Eintritt von Wasserdampf
in den Mantel dieses Cylinders, um die Expansion des Schwefelkohlenstoffdampfes wirksamer
zu machen und dessen Temperatur auf gleicher Höhe zu erhalten (vergröfserter Mafsstab);
Fig. 10 in vergröfsertem Mafsstabe ein Verticalschnitt der Vorlage; Fig. 11 ein Verticalschnitt
des Cylinderdeckels und der Dichtung für die Kolbenstange und die Schieberstange;
Fig. 12 eine Seitenansicht des Vorwärmers in vergröfsertem Mafsstabe; ein Theil der Wand
desselben ist abgebrochen, um das Heizrohr im Innern darzustellen.
Bei dieser Anlage entweicht kein Theil des Schwefelkohlenstoffdampfes in die freie Luft.
Bei der raschen Circulation des Schwefelkohlenstoffes theils im flüssigen, theils im gasförmigen
Zustande wird derselbe von seinem Gehalte an Schwefelwasserstoff befreit, so dafs
er nach zwei- bis dreitägiger Benutzung fast ganz geruchlos ist.
Der Dampfkessel A ist mit der üblichen Armatur versehen. Der Schwefelkohlenstoffkessel
c ist in Fig. 2 im Längsschnitt und in Fig. 3, 4 und 5 im Querschnitt dargestellt.
α ist der Mantel, der die Wand b des Kessels c
umgiebt; derselbe ist mit einer grofsen Anzahl von Rohren d versehen, welche durch den
Kessel hindurchgehen und an dessen Stirnflächen in der üblichen Weise befestigt sind.
Die Stirnwand an einem Ende des Kessels ragt hinreichend weit über die Wand b hinaus,
um sie an einem Flantsch des Mantels α befestigen zu können, an welchem auch der
Flantsch des Theiles /, der eine Circulationskammer g bildet, befestigt ist. Auf der zweiten
Stirnfläche und auf beiden Seiten der Kesselwand b sind Flantschen _/ befestigt, welche auf
ähnlichen Flantschen an der Innenseite und einer inneren Stirnfläche des Mantels α ruhen
und befestigt sind. Diese Flantschen sind so mit einander verbunden, dafs sie eine dampfdichte
Fuge bilden. Im Kessel c oberhalb seiner Röhren d ist ein durchlöchertes Rohr i
angebracht, das von einem Ende dieses Kessels zum anderen reicht und mit dem Leitungsrohr
2J1 für den Schwefelkohlenstoffdampf com-
municirt. An der Oberseite des Rohres i befindet sich eine grofse Anzahl von Löchern,
an der Unterseite dagegen eine kleinere Anzahl, welche letzteren Löcher dem condensirten
Schwefelkohlenstoff den Abflufs gestatten sollen. Das Rohr i dient dazu, den
Dampf aus dem oberen Theile des Kessels möglichst gleichmäfsig zu entnehmen. Unterhalb
des Kessels c in dem vom Mantel α gebildeten Raum j befindet sich ein durchlöchertes
Rohr Ar, das mit dem Wasserdampfzuleitungsrohr A' in Verbindung steht und zur
Vertheilung von Wasserdampf um die untere Hälfte des Kessels c dient. Vermöge der
Flantschen f bleibt der eintretende Wasserdampf auf den Raum um die untere Kesselhälfte
beschränkt und strömt durch die Rohre d in die Circulationskammer g, von wo aus er
durch die Röhren d oberhalb der Flantschen f zurückströmt und die obere Hälfte des Kessels
umgiebt; die Circulationsrichtung des Wasserdarapfes ist durch Pfeile angedeutet. Die
Kappe Z und der Deckel m sind durch Stangen η versteift, welche durch die Röhren d
hindurchgehen und an den Theilen / und m durch Schraubenmuttern befestigt sind.
Der Mantel α ist von einer passenden nichtleitenden
Umhüllung umgeben. Das Rohr B' communicirt mit dem Schieberkasten der Schwefelkohlenstoffdampfmaschine C und ist
von einem Mantel C umgeben, der frischen Wasserdampf direct vom Wasserdampfkessel A
erhält; der Zutritt dieses Dampfes in den Mantel C wird durch ein Regulirventil F'
controlirt. Der Mantel C communicirt auch mit dem Wasserdampfhemd des Schieberkastens
und Cylinders der Dampfmaschine C, welche letztere von gewöhnlicher Construction
und Wirkungsweise ist.
Durch diese Construction und Anordnung des Kessels c, des Mantels a, der Kammer g
und der Röhren ik und A' wird der Wasserdampf
ganz gleichmäfsig über die gesammte Oberfläche der Kesselwand b vertheilt und
muis durch die Röhren d im unteren Theile des Kessels c in der einen und durch die
Röhren d oberhalb der Flantschen f in der entgegengesetzten Richtung streichen. Der
Wasserdampf wirkt daher zunächst auf die untere Hälfte der Wand des Schwefelkohlenstoffkessels
c und erhitzt dieselbe, hierauf erhitzt er die Röhren d im unteren Theil des
Kessels c, dann die Röhren d in dessen oberem Theil und endlich den oberen Theil der
Kesselwand b. Der im unteren Theil des Kessels c entwickelte Schwefelkohlenstoffdampf
wird im oberen Theil des Kessels überhitzt und gelangt in das Rohr B', dessen Mantel C
mit dem Mantel des Cylinders und Schieberkastens der Maschine C communicirt und mit
frischem Dampf durch das Rohr ο vom Wasserdampfkessel A aus gespeist wird. Der im
Kessel c entwickelte Schwefelkohlenstoffdampf wird somit so lange vom frischen Wasserdampf
erwärmt, bis er in der Maschine C seine Aufgabe erfüllt hat. Der Wasserdampf vom
Kessel A geht durch das Rohr A' in das Regulirventil L M, geht von da aus durch das
Rohr Q.' zum Rohr k im unteren Theil des Mantels α und wird, wie vorstehend beschrieben,
vertheilt; die Menge und die Spannung des Dampfes im Mantel α wird durch das Ventil L M
controlirt, so dafs durch Einstellung dieses Ventils die gewünschte Spannung des Schwefelkohlenstoffdampfes
erhalten werden kann. Es hat sich in der Praxis ergeben, dafs der Wasserdampf nur eine Spannung von 0,6 Atmosphären
zu haben braucht, um Schwefelkohlenstoffdampf von einer Spannung von etwa 5 Atmosphären
zu erzielen, und dafs, wenn man Dampf von einer Spannung von 3 Atmosphären vom Wasserkessel A durch das Rohr ν in den
Mantel C leitet, dies genügt, um den Schwefelkohlenstoffdampf hinreichend zu überhitzen,
ehe er in die Maschine gelangt. Der Mantel C um das Schwefelkohlenstoffdampfrohr B', sowie
der Mantel des Cylinders und Schieberkastens der Maschine C sind gleichfalls mit passenden
isolirenden Umhüllungen umgeben.
Die in Fig. 6 und 7 dargestellten Winkeleisenträger sind, der eine an der inneren Wand
des Mantels a, der andere an der Stirnseite des Kessels c, beiläufig in der Mitte derselben,
horizontal befestigt. Der eine dieser beiden Träger ruht auf dem anderen, Fig. .7, und
bilden diese Träger die Scheidewand zwischen dem oberen und unteren Theil des Mantels,
wie in Fig. 3, 4 und 5 ersichtlich. In dem Theil dieser Wand, der sich an den Stirnflächen
des Kessels c und des Mantels α befindet, sind entsprechende Oeffnungen für den
Durchgang des Heizrohres ρ ausgespart, das mit dem Schlangenrohr q im Vorwärmer D
communicirt. Der Vorwärmer communicirt mit der Pumpe H, die ihrerseits wieder mit dem
Behälter G in Verbindung steht. Das untere Ende des Vorwärmers D steht mit dem Auspuff
der Maschine C durch das Rohr D' in Verbindung; dieses Rohr ist mit einem Absperrventil
P versehen, welches dazu dient, die Verbindung der Maschine C mit den Condensatoren
E und F zu unterbrechen, wenn ein Theil der Maschine zu repariren ist, um die
Aufhebung des Vacuums in den Condensatoren E und F und im Behälter G zu verhindern.
Das obere Ende des Vorwärmers D communicirt mit dem Condensator E durch das
Rohr T, und der Condensator E steht durch das Rohr U mit dem HUlfscondensator F in
Verbindung. Der letztere ist durch das Rohr V mit der Luftpumpe / und durch das Rohr W
mit dem Behälter G verbunden. Der Behälter G communicirt mit der Pumpe H durch
das Rohr X, und die Pumpe H ist mit der Schlange im Vorwärmer D durch das Rohr Y
verbunden. Die Schlange wird durch den von der Maschine ausgeblasenen Schwefelkohlenstoffdampf erwärmt. Die Schlange q des Vorwärmers
D communicirt mit der Schlange ρ im Mantel α, wo der flüssige Schwefelkohlenstoff
durch den Wasserdampf im Mantel α noch mehr erwärmt wird, bevor er in den Kessel c
eintritt. Die Schlange ρ mündet in den Kessele,
so dafs der flüssige Schwefelkohlenstoff wieder in den Kessel gelangt bei einer Temperatur,
die seiner Siedetemperatur gleichkommt. Die Condensatoren F und E werden durch das
Rohr E' mit Wasser gespeist. Das Wasser fliefst in den Hülfscondensator F und von da
aus durch das Rohr U in den Condensator E. Das überschüssige Wasser läuft durch das
Rohr K' ab. Der condensate Schwefelkohlenstoff fliefst vom Condensator E durch das
Rohr G' in die Luftpumpe /, die auch Luft und nichtcondensirte Dämpfe aus dem Condensator
absaugt und die Flüssigkeit, die Luft und die Dämpfe durch das «Rohr V in den
Hülfscondensator F befördert, von wo aus sie durch das Rohr W in den Behälter G gelangen.
Die nichtcondensirten Dämpfe, Gase und die Luft im Behälter G gehen durch das mit einem Absperrventil
t versehene Rohrii' nach aufwärts und dann unter die Oberfläche des in der Vorlage K
enthaltenen Wassers. Diese Vorlage ist mit einem Wasserüberlaufrohr I' versehen, das
mit dem Wässerüberlaufrohr K' des Condensators E verbunden ist. wodurch in Verbindung
mit der Luftpumpe / ein Vacuum oberhalb des Wassers in der Vorlage erzeugt wird, so dafs
die nichtcondensirten Dämpfe und die Luft aus dem Behälter G aufsteigen.
Diese Vorlage ist auch mit einem Wasserzuleitungsrohr J' versehen, das mit dem Wasserzuleitungsrohr
E communicirt. Die cöndensirbaren Dämpfe und Gase werden durch das
Wasser der Vorlage K condensirt, der flüssige gereinigte Schwefelkohlenstoff gelangt auf den
Boden des Vorwärmers und wird von dort durch das Rohr r von Zeit zu Zeit abgezogen
und in den Behälter G zurückgeleitet, während die nicht condensirbaren Gase und die Luft
durch das Rohr /' in das Ueberlaufrohr K'' gelangen und an einen beliebigen Ort geleitet
werden können.
Die Vorlage K ist mit einem Wasserstandanzeiger L' versehen.
. Die Hähne s s communiciren, wenn offen, mit dem Ablaufrohr M', das mit dem Mantel
um den Cylinder und mit dem Condensationswasserableiter R' communicirt. Der Condensationswasserableiter
R' ist durch das Rohr u mit dem Rohr O' verbunden, das in die Kesselwasserspeisepumpe
J mündet, wodurch das Condensationswasser im Mantel C und im
Cylindermantel zur Pumpe J geleitet wird.
Das Rohr N' communicirt mit dem Mantel a
des Schwefelkohlenstoffkessels c und mit dem Rohr O', wodurch das Condensationswasser
vom Mantel α zur Pumpe / geleitet wird; es
gelangt daher alles Condensationswasser bis beiläufig zur Siedetemperatur vorgewärmt in
den Wasserdampfkessel A.
An dem Wasserdampfrohr A' ist ein Rohr ν
befestigt, das die Pumpe J mit Wasserdampf versieht; der von dieser Pumpe ausgeblasene
Wasserdampf wird durch das Rohr w in das Rohr Q.' geleitet, das den Dampf mit geringerer
Spannung als im Kessel in den Mantel a führt, der den Schwefelkohlenstoffkessel c um-1
giebt.
Das mit dem Wasserdampfrohr A' verbundene Rohr χ führt Wasserdampf zur Luftpumpe
/ und diese bläst den Wasserdampf durch das Rohr a' in das Rohr Q' aus. Das
mit dem Wasserdampfrohr A' verbundene Rohr y führt Wasserdampf zur Pumpe H,
die ihn durch das Rohr b' in das Rohr Q.' ausbläst. ·
Dadurch, dafs der Wasserdampf aus den verschiedenen Pumpen in der beschriebenen
Weise ausgeblasen wird, wird derselbe in Verbindung mit dem directen Kesseldampf aus dem
Kessel A zur Verdampfung des Schwefelkohlenstoffes im Kessel c benutzt.
An das Ventilgehäuse des Ventils P im Auspuffrohr D' ist ein Rohr T' mit einem U-förmig
gebogenen Theil S' angehängt, das mit dem Rohr G' in Verbindung steht; durch diese
Anordnung wird der durch Condensation im Auspuffrohr D' gebildete flüssige Schwefelkohlenstoff,
sowie der im Gehäuse des Ventils P condensirte in die Luftpumpe / geleitet und
durch das Rohr V in den Hülfscondensator F geschafft, von wo aus er in den Behälter G
gelangt.
Um den Schwefelkohlenstoffdampfkessel von Luft zu befreien, ehe man Wasserdampf behufs
Entwickelung von Schwefelkohlenstoffdampf eintreten läfst, sind Röhren y" angebracht,
welche mit dem Raum zwischen dem Mantel α und dem Schwefelkohlenstoffdampfkessel
c in Verbindung stehen (und zwar mit dem oberen Theil dieses Raumes, Fig. 5).
Diese Rohre vereinigen sich in einem Rohr, das durch den Mantel hindurchgeht und mit
einem passenden Ventil versehen ist, um die Bewegung der Luft controliren zu können.
Dieses Rohr kann mit dem Ueberlaufrohr des Condensators E verbunden sein oder in die
freie Luft münden.
' Der Schwefelkohlenstoffkessel ist mit einem Sicherheitsventil U' von gewöhnlicher Construction
versehen, das durch das Rohr X' mit
dem Schwefelkohlenstoffdampfrohr Β' und durch
das Rohr V mit dem Condensator E verbunden ist. Dieses Ventil stellt bei zu starkem Druck
im Kessel c die Verbindung zwischen diesem und dem Condensator her.
Das Regulirventil L M (s. Fig. 8) besteht aus zwei Kammern c' d', die durch eine isolirende
Packung e' zwischen denselben, wie Asbest, mit einander fest verbunden sind. Die Kammer
c' enthält einen Kolben h', der mit einem Hebel /' mit Stellgewicht g' verbunden ist.
Das untere Ende des Kolbens h' ist halbkugelförmig, damit der Kolben das elastische
Diaphragma n', welches die Kammer c' in zwei Abtheilungen theilt, nicht verletze. Die
Kammer d' ist mit einem Ventil i' und den Sitzen für dasselbe versehen; die Spindel j'
dieses Ventils ist mit dem Hebel/' verbunden. In die Kammer if' mündet ein Röhr .4', das
mit dem Wasserdampfkessel A in Verbindung steht. In die Kammer c' mündet ein Rohr q',
das mit dem Kessel c in Verbindung steht und mit einem Ventil I' versehen ist, oberhalb dessen
das Rohr q' mit Wasser gefüllt ist.
Das Gewicht g' wird auf dem Hebel/' für den gewünschten Druck des Schwefelkohlenstoffdampfes
im Kessel c eingestellt. Wasserdampf, der aus dem Kessel A durch das
Rohr A' zuströmt, tritt in die Kammer d' des Regulirventils L M und geht von da aus durch
das Rohr Q.' zum Kessel c. Der Schwefelkohlenstoffdampf geht vom Kessel c aus, füllt
das Rohr m', wo er condensirt wird, bis er einen Schenkel der U-förmigen Biegung bis
zur punktirten Linie χ füllt. Das Ventil /' wird nun geöffnet, der Schwefelkohlenstoffdampf
drückt nun auf den flüssigen Schwefelkohlenstoff, dieser auf das Wasser, das letztere gegen
das Diaphragma n' und dieses gegen den Kolben h', der in Verbindung mit dem Hebel/'
und dem Gewicht g' das Ventil je nach dem Druck des Schwefelkohlenstoffdampfes im Kessel c
öffnet und schliefst. Dieses Ventil wird geschlossen, wenn der Druck gröfser wird, als
erforderlich, und geöffnet, wenn der Druck kleiner ist. Im ersteren Falle wird der Zuflufs
von Wasserdampf durch das Rohr Q.' vermindert, im letzteren erhöht; hierdurch wird
die dem flüssigen Schwefelkohlenstoff im Kessel c zugeführte Wärmemenge verringert bezw. erhöht,
so dafs der gewünschte Arbeitsdruck des Schwefelkohlenstoffdampfes constant bleibt.
Das Speise- und Regulirventil ist in jeder Hinsicht dem Regulirventil L M ähnlich construirt,
bis auf die Röhren s' t'; das letztere communion mit dem Mantel C des Rohres B',
das zum Cylinder der Maschine führt.
Die Wirkungsweise des Ventils F' ist dieselbe wie die des Ventils L M, nur dafs der
Wasserdampf, welcher in dieses Ventil eintritt, auch das Ventil und den Kolben zur Controle
der Wasserdampfzufuhr zum Mantel C bethätigt. Das Rohr o, das am Ventil F' angebracht
ist, steht mit dem Wasserdampfkessel A in Verbindung.
Das Gewicht ο' auf dem Hebel ρ' kann verstellt
werden, um den erforderlichen Wasserdampfdruck im Mantel C zu erzielen, der durch Manometer angezeigt wird. Die Wirkungsweise
ist demnach die folgende: Der Wasserdampf, der durch das Rohr ο vom Wasserdampfkessel A zuströmt, tritt in die
Kammer r' und von da aus durch das Rohr t' in den Mantel C, der mit dem Mantel des
Cylinders der Maschine C communicirt, so dafs in diesem letzteren Mantel derselbe Wasserdampfdruck
herrscht wie im Mantel C. Wenn die Spannung im Wasserkessel A gröfser wird
als die im Mantel C bedungene, so drückt der Wasserdampf gegen das Diaphragma κ',
das seinerseits gegen den Kolben v' drückt, der unter Vermittelung des Hebels p' das λ
Ventil n>' schliefst, so dafs die Wasserdampf- "
zufuhr theilweise abgesperrt ist, bis im Mantel C wieder die bedungene Spannung herrscht.
Sollte der Druck in diesem Mantel geringer werden als der- bedungene, dann öffnet das
Gewicht o' unter Vermittelung des Hebels ρ' das Ventil n>\ so dafs mehr Wasserdampf eintritt,
und das Ventil wird so lange offen gehalten, bis der gewünschte Druck herrscht.
Man bemerkt, dafs durch diese Anordnung des Speise- und Regulirventils F' gegen den
Mantel C und dadurch, dafs dieser letztere mit dem Mantel des Cylinders der Dampfmaschine
C communicirt, in diesen Mänteln ein gleichförmiger Druck erhalten werden kann,
ungeachtet aller Druckschwarikungen, die im Kesselt, vorkommen können, und trotzdem,
dafs der Druck in diesen Mänteln gröfser ist als der im Mantel α um den Kessel c herrschende.
Die verschiedenen vorstehend beschriebenen Röhren sind mit passenden Ventilen versehen, ■
um die Bewegung der Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase in diesen Röhren controliren zu
können.
Der Behälter G ist mit den gewöhnlichen Flüssigkeitsstandsanzeigern versehen und der
Mantel α der Schwefelkohlenstoff kessel C, das Dampfrohr A' und der Mantel C sind mit
Manometern versehen, um den Druck in diesen Theilen ablesen zu können.
Die Kolben- und Schieberstangen sind in der in Fig. 11 dargestellten Weise abgedichtet.
In dieser Figur ist a" die Kolbenstange, b" der Cylinderdeckel mit den beiden Stopfbüchsenkappen
c" d", den Stopfbüchsendeckeln e"f" und dem Ringg·"; der letztere hat die
Ausnehmungen h" i", welche mit einander durch eine Reihe von Löchern communiciren.
Im Ansatz j" des Cylinderdeckels befindet sich
eine Kammer, in welche Graphit als Dichtungsmittel eingeprefst ist; hierauf folgt der Ring g"
und dann abermals eine Graphitdichtung, worauf der Deckel/" folgt. Derselbe enthält
eine Kammer k" für OeI und eine Höhlung Z" zur Aufnahme von Graphit als Dichtungsmittel.
Hierauf folgt endlich der Stopf büchsendeckel e". Die Deckel e" f" werden durch die Kappen
c" d" gegen das Dichtungsmaterial geprefst. Die Schmiervase m" communicirt mit der Kammer
k" im Stopfbüchsendeckel f" durch ein Rohr u", das ein Ventil o" besitzt, so dafs die
Kolbenstange mit OeI umgeben ist. Der Ansatz j" des Cylinderdeckels b" ist mit dem
Rohr p" versehen, das mit dem Auspuffrohr D' der Maschine verbunden ist, wie dies in Fig. ι
gezeichnet ist. ' Da dieses Auspuffrohr mit der Luftpumpe J verbunden ist, so gelangt der am
Umfang der Stangen entweichende Schwefelkohlenstoffdampf in die Luftpumpe und von
da aus event, in den Behälter G. Die Schmiervorrichtung für die Maschine besteht aus dem
Rohr r", das mit dem Schieberkasten und mit dem Cylinder der Maschine in Verbindung
steht, ebenso mit dem Schwefelkohlenstoffdampfrohr B', und Ventil s" enthält. Am
Rohr r" ist ein Gefäfs befestigt, das mit diesem Rohr an einem Punkt zwischen den Ventilen s"
communicirt.
Der Arbeiter füllt' in das Gefäfs q" gepulverten Graphit (der das einzige Schmiermittel
bildet, das im Cylinder und Schieber der Maschine verwendet wird) und öffnet dann
die Ventile s". Der Schwefelkohlenstoffdampf im Rohr B' prefst den Graphit in den Schieberkasten
und Cylinder und schmiert den Schieber und den Kolben.
Die Maschine kann mit den bei Dampfmaschinen üblichen Vorrichtungen zum Absperren
des Dampfes versehen werden.
Die Wirkungsweise der vorliegenden Erfindung ist die folgende: ■
Der im Kessel A erzeugte Wasserdampf wird durch das Rohr A' geleitet. Nachdem er durch
das Regulirventil L M hindurchgegangen ist, wird er durch ein Rohr Q.' in den Mantel a
geleitet und durch das Rohr k über die Oberfläche des Schwefelkohlenstoff kesseis c vertheilt;
dabei hat der Wasserdampf im Mantel λ einen Druck und eine Temperatur, die weit unter
jenen des Dampfes im Kessel A liegen. Es wird demnach Schwefelkohlenstoffdampf entwickelt,
der beim Aufsteigen im Kessel c in dessen oberem Theile überhitzt wird und hierauf
durch das Rohr B' zur Maschine gelangt. Das Schwefelkohlenstoffdampf leitungsrohr, der Cylinder
und der Schieberkasten sind mit Mänteln oder Hemden versehen, in welchen Wasserdampf
aus dem Kessel unter höherem Druck und darum auch von höherer Temperatur als
im Mantel α circulirt. Es wird daher der
durch den Wasserdampf im Mantel α erzeugte Schwefelkohlenstoffdampf auf seinem Wege zur
Maschine überhitzt, und bleibt es so lange, bis er die geforderte Arbeit geleistet hat. Der ausgeblasene
Schwefelkohlenstoffdampf gelangt von der Maschine in den Vorwärmer D und giebt
auf dem Wege zur Pumpe H seine Wärme an den flüssigen Schwefelkohlenstoff ab, während
gleichzeitig seine Temperatur durch Berührung mit dem Schlangenrohr, welches den flüssigen
Schwefelkohlenstoff zum Schwefelkohlenstoffkessel leitet, erniedrigt wird. Vom Vorwärmer D
gelangt der Schwefelkohlenstoffdampf in den Condensator J?, in welchem er in einer Reihe
von Röhren herumgeht, durch welche beständig kaltes Wasser circulirt. Aus dem Condensator
E wird der flüssige Schwefelkohlenstoff, etwaige Gase und Luft durch die Luftpumpe I
,abgesaugt und auf diese Weise in den Hülfscondensator
F geleitet, wo auf ähnliche Weise eine weitere Condensation stattfindet. Der
flüssige Schwefelkohlenstoff geht dann vom Condensator F in den Behälter G. Der nicht
condensirte Dampf, die Gase und die Luft gehen vom Behälter G in die Vorlage H, wo sie durch
Wasser hindurchgeprefst werden; dabei condensirt sich der Rest des condensirbaren Dampfes,
wodurch die Luft und die Gase von allem üblen Geruch befreit werden und durch ein Rohr
in das Ueberlaufrohr aus dem Condensator E treten. Der am Boden der Vorlage angesammelte
Schwefelkohlenstoff wird zeitweise abgezogen und in den Behälter G geleitet, und
gelangt hierauf in den Kessel c, um seinen Kreislauf von neuem zu beginnen.
Vom Vorwärmer D aus wird der flüssige Schwefelkohlenstoff durch ein Schlangenrohr
an einem Ende des Mantels α geleitet, wo er der Einwirkung der Wärme des Wasserdampfes
in diesem Mantel ausgesetzt wird, ehe er in den Kessel c eingeprefst wird.' Es wird hierdurch
seine Temperatur bedeutend erhöht und die Dampfentwickelung aus dem Schwefelkohlenstoff
im Kessel c sehr erleichtert.
Aus den vorstehend aufgezählten Phasen des Vorganges bemerkt man, dafs beim Anlassen
der Maschine der flüssige Schwefelkohlenstoff im Kessel c zuerst einer verhältnifsmäfsig
niedrigen Temperatur ausgesetzt wird und dafs der so erzeugte Schwefelkohlenstoffdampf
dann einer höheren Temperatur ausgesetzt wird, um ihn zu überhitzen und hierdurch
seine Spannung zu erhöhen. Diese erhöhte Spannung wird während der ganzen Zeit,' während
welcher der Dampf in der Maschine Arbeit verrichtet, aufrecht erhalten. Nachdem der Schwefelkohlenstoffdampf durch die Maschine
und den Condensator hindurchgegangen ist, werden die Phasen der Entwicklung
des Schwefelkohlenstoffdampfes verändert; der flüssige Schwefelkohlenstoff wird aus dem Be-
hälter G durch die Pumpe H abgesaugt und
die Schlange q im Vorwärmer D geprefst, wo er durch die heifsen Auspuffdämpfe der Maschine,
die das Schlangenrohr q umgeben, erwärmt wird. Nachdem der flüssige Schwefelkohlenstoff
das Schlangenrohr im Vorwärmer D verlassen hat, wird er durch das Schlangenrohr
ρ im Mantel α geleitet, wo seine Temperatur durch den Wasserdampf in diesem
Mantel noch weiter erhöht wird und worauf er, bis zum Sieden erhitzt, in den Schwefelkohlenstoffkessel
c eintritt. Im unteren Theile des .Kessels wird der flüssige Schwefelkohlenstoff
in Dampf verwandelt, und dieser Dampf wird im oberen Theile dieses Kessels durch
den Wasserdampf im Mantel α überhitzt und nach dem Verlassen des Kessels c durch direct
aus dem Wesserdampf kessel A entnommenen höher gespannten lind somit auch heifseren
Wasserdampf noch weiter überhitzt. Die Wasserdampfzuführung aus dem Wasserdampfkessel
in den Schwefelkohlenstoffdampfgenerator kann durch das Ventil R zwischen dem Kessel
und dem Druckregulirventil nach Belieben abgeschnitten werden.
Vermöge der Construction und Anordnung der automatischen Druckregulirventile, welche
die Wasserdampfzufuhr aus dem Kessel A zum Schwefelkohlenstoff kessel c und zum Mantel C
reguliren, kann die Spannung des im Schwefelkohlenstoffkessel entwickelten, sowie die Spannung
des durch das Rohr B' geleiteten Schwefelkohlenstoffdampfes auf einer beliebigen vorbestimmten
Höhe erhalten werden.
Sollte der Druck im Schwefelkohlenstoffdampfkessel gröfser werden als erforderlich
(wenn z. B. die von der Maschine zu leistende Arbeit verringert wird), so öffnet der überschüssige
Schwefelkohlenstoffdampf sofort das Sicherheitsventil U' und strömt durch das
Rohr V in den Condensator E, wodurch die Gefahr einer übermäfsigen Dampfspannung im
Kessel c vermieden wird; gleichzeitig wird die Zufuhr von Wasserdampf zum Schwefelkohlenstoffkessel
und zum Mantel C abgeschnitten, bis die Spannung des Schwefelkohlenstoffdampfes,
und des Wasserdampfes die erforderliche Höhe erreicht hat. Alle Pumpen werden vom
•Wasserdampfleitungsrohr A' mit Wasserdampf gespeist und der Auspuffdampf aus denselben
wird zum Rohr Q.' geleitet, das diesen Wasserdampf von verminderter Spannung in den
Mantel α des Schwefelkohlenstoffkessels c führt.
Dadurch, dafs man die Kammern in den Stopfbüchsen um die Kolben- und Schieberstange
'mit dem Auspuffrohr und der Luftpumpe verbindet, wird jede Möglichkeit des Entweichens von Schwefelkohlenstqffdampf vermieden.
Das durch Condensation des zum Erhitzen des Schwefelkohlenstoff kesseis, sowie
des zum Ueberhitzen des Schwefelkohlenstoffdampfes verwendeten Wasserdampfes fesültirende
Wasser wird nahezu bis zum Siedepunkt erwärmt und durch die Pumpe / in den
Kessel A zurückgeleitet.
Claims (2)
1. Das Verfahren zur Erzeugung einer Triebkraft, welches dadurch gekennzeichnet wird,
dafs man aus flüssigem Schwefelkohlenstoff durch Erhitzung desselben mit Wasserdampf
unter niederem Drucke Dampf entwickelt, letzteren mittelst Wasserdampfes von höherer
Spannung überhitzt und diese Ueberhitzung
des Schwefelkohlenstoffdampfes dann so i lange beibehält, bis derselbe seine Arbeit
in einer Dampfmaschine beendet hat, worauf man den Abdampf (der Schwefelkohlenstoffdämpfe)
condensirt, die condensirte Flüssigkeit in den durch den Abdampf auf dessen Wege nach dem Condensator erhitzten
Dampferzeuger zurückführt und die nicht condensirten Dämpfe, Gase und Lufttheile
aus dem Condensator durch eine Wasserschicht leitet.
2. Zur Ausübung dieses Verfahrens eine Maschine, welche sich durch folgende gleichzeitig
zur Anwendung kommende Einrichtungen kennzeichnet:
a) die Verbindung des Dampfkessels A mit dem Dampferzeuger B, dem Wasserdampfzuleitungsrohr
A', Druckreducirventil L M, Dampf kanal B', Mantel C,
Regulirventil F', den Condensatoren E F, dem Behälter G, der Luftpumpe /,
Pumpe H und dem Ueberhitzer Z); A
b) die Liderung, bestehend aus dem ™ Kopfstück b", welches mit einer Kammer
versehen ist, die einen zwischen dem Dichtungsmaterial (beispielsweise. Graphit) eingelegten Ring g" enthält
und durch Rohr ρ" -mit einer Luftpumpe verbunden ist, und dem Stopfbüchsendeckel
f", der eine Flüssigkeitskammer k" und eine massive, mit
dem Getriebe e" versehene Liderungskammer t" hat.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE33337C true DE33337C (de) |
Family
ID=309305
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT33337D Expired - Lifetime DE33337C (de) | Kraftmaschine zum Betriebe mit Schwefelkohlenstoff |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE33337C (de) |
-
0
- DE DENDAT33337D patent/DE33337C/de not_active Expired - Lifetime
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