DE3319110C2 - Kaliberstange - Google Patents
KaliberstangeInfo
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Abstract
Verstellbare Kaliberstange zum Prüfen und Justieren von Rohrwaffen. Die Kaliberstange dient zur Darstellung der Rohrseelenachse und läßt sich in Verbindung mit einem Ziellinienprüfgerät zur Justierung von Zielvorrichtungen auf die Rohrseelenachse verwenden. Die Kaliberstange ist mit zwei Drehpunkt-Aufsätzen versehen. Jeder Dreipunkt-Aufsatz bildet eine Art prismatische Auflagepartie, welche durch einen dritten, gefederten Aufsatzpunkt gegen die Rohrinnenwandung angepreßt wird. Dadurch entsteht eine kinematische Zwangsorientierung der Kaliberstange, wodurch deren Achse sich parallel zur Rohrseelenachse ausrichtet. Diese Ausrichtung genügt selbst hohen Qualitätsanforderungen beim Prüf- und Justiervorgang. Die Dreipunkt-Auflage besteht aus einem festen Flanschteil (15), das mit dem stabförmigen Trägerteil (12) verbunden ist. Ein verstellbares Flanschteil (17) ist am festen Flanschteil (15) geführt und mit Hilfe von Führungsmitteln (18) derart gegenüber dem festen Flanschteil verschiebbar, daß die Aufsatzpunkte (16, 19, 20) auf das gewünschte Rohrkaliber eingestellt sind. Das verstellbare Flanschteil weist in der Mitte eine langlochartige Öffnung (29) auf, damit die freie Verschiebbarkeit gegenüber dem Trägerteil (12) gewährleistet ist. Zur Arretierung des verstellbaren Flanschteils (17) gegenüber dem festen Flanschteil (15) sind Arretiermittel (26) vorgesehen. Ferner können Rastelemente (30) zwischen dem verstellbaren und dem festen Flanschteil vorgesehen sein, wodurch sich die
Description
Die Erfindung betrifft eine Kaliber stange gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Eine derartige Kaliberstange dient zum Erfassen der Mündungstangente von Waffenrohren. Die Kahberstangc
wird in die Rohrmündung eingeführt und mit Hilfe besonderer Vorrichtungen gegen die Rohrinnenwandung
gedrückt, so daß die Kaliberstange auf eindeutige Weise in der Rohrmündung zentriert ist. Auf einem
an der Kaliberstange vorgesehenen Zapfen oder einer ähnlichen Befestigungsvorrichtung können Prüfgeräte
angesetzt werden, z.B. optische Ziellinienprüfgeräte, mit deren Hilfe beispielsweise Zielvorrichtungen parallel
zur Rohrseelenachse ausgerichtet werden können. Diese Ausrichtung kann auf engstem Raum, wie auch in
geschlossenen Hallen und auch im Feld durchgeführt werden.
Eine bekannte Kaliberstange dieser Art wird nach Einführen in die Rohrmündung mit Hilfe eines Steckschlüssels
festgeklemmt Zu diesem Zweck sind an den beiden äußeren Enden der Kaliberstange je drei um
120° versetzte Hebel vorgesehen, weiche beim Festklemmen der Kaliberstange gegen die Rohrinnenwand
gedrückt werden. Obwohl sich eine derartige Kaliberstange wegen der Versteilbarkeit der Hebel für mehrere
Kalibergrößen einstellen jnd verwenden läßt sind der
p-aktischen Verstellbarkeit wegen der gewünschten
Meßpräzision relativ enge Grenzen gesetzt Durch die Art der Lagerung und Führung der verstellbaren Hebel
am Trägerteil der Kaliberstange ist die Kaliberstange weniger präzis im Rohrinnern positioniert je weiter die
Hebel ausgestellt werden müssen. Insgesamt gesehen ist daher die Meßpräzision einer derartigen Kaliberstange
weniger hoch als bei Einzel-Kaliberstangen, die jeweils auf ein bestimmtes Kaliber hin ausgelegt sind. Bei Einzel-Kaliberstangen
wiederum wirkt sich nachteilig aus, daß zum Prüfen und Richten mehrerer Kaliber ein ganzer
Satz von Einzel-Kaliberstangen vorhanden sein muß, der in der Rege! zusammen mit dew notwendigen
Aufbewahrungskästen zum Schutz der Kaliberstangen ein relativ großes Volumen und ein ernebliches Gewicht
einnimmt.
Es ist Aufgabe do Erfindung, eine Kaliberstange anzugeben,
die sich für mehrere Rohrkaliber verwenden läßt und trotzdem bei allen Kalibern innerhalb des Verstellbereiches
durch einfache Handhabung eine exakte und eindeutige Position gegenüber der Rohrinnenwandung
einnimmt, so daß eine möglichst präzise Darstellung der Rohrseeienachse über den gesamten Versteiibereich
der Kaliberstange möglich ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Patentanspruch 1 definierten Maßnahmen gelöst. Besonders
vorteilhaft wirkt sich aus, daK die Kaliberstange
über den gesamten Verstellbereich mit gleich hoher Präzision gegenüber der Rohrinnenwandung positioniert
werden kann, so daß die Darstellung der Rohrseelenachse für unterschiedliche Rohrkaliber innerhalb eines
zulässigen Toleranzbereiches möglich ist.
Trotz der erzielbaren hohen Meßpräzision ist es nicht
notwendig, für jedes Einzelkaliber eine separate KaIiberstange
bereitzuhalten, was ('ie Vorratshaltung und die Möglichkeiten für den flexiblen Einsatz solcher KaIibcrstangen
wesentlich verbesser!.
Zur erleichterten Handhabung der Kalibcrstange fur
einzelne, in der Praxis besonders häufig vorkommende
Kalibergrößen kann der Verstellmechanismus mit Rasten
oder anderen leicht zu erkennenden Markierungen versehen sein, um eine schnelle und sichere Einstellung
auf das jeweils gewünschte Kaliber ?u erleichtern
Im folgenden werden Ausfuhrungsbeispiele der Erfin
dung anhand der Zeichnungen näner erläutert. Es /eigt
Fig. I eine Pnn/ipski/ze zur Erläuterung der Ar-
bo beitsweiseder K-alibersiangc,
Fig.2 die perspektivische Darstellung eines bevorzugten
Beispiels, mit dem Verstellmechanismus in der größtmöglichen Kaliberposition,
F i g. 3 den Verstellmechanismus des Ausführungsbeispiels gemäß F i g. 2 in der kleinstmöglichen Kaliberposition,
Fig.4 ein weiteres Ausführungsbeispiel für die Verteilung
der Aufsatzpunkte an den festen bzw. bewegli-
chen Fianschteilen der Dreipunkt-Auflagen.
F i g. 1 zeigt in Prinzipdarstellung ein Waffenrohr 1 mit der Rohrseelenachse 2 und dem Kaliber d Auf das
Waffenrohr 1 ist ein Zielgerät 3 aufgesetzt, welches um einen Drehpunkt 4 kippbar ist so daß seine optische
Achse 5 in einer bestimmten Entfernung L von der Rohrmündung eine definierte Distanz D von der Rohrseelenachse
2 aufweist. Für einen solchen Prüf- und Justiervorgang wird in die Rohrmündung eine Kaliberstange
10 gemäß Fig.2 eingesetzt, welche mit einer ίο
Ansatzvorrichtung 11 versehen ist Auf diese Ansatzvorrichtung läßt sich ein nicht dargestellter Ziellinienrichter,
beispielsweise ein optisches Fernrohr, aufsetzen, mit dessen Hilfe ein definierter Meßpunkt A ge näß
Fig. 1 in Übereinstimmung mit der Rohrseelenachse 2 gebracht werden kann. Daraufhin iäßt sich das Zielgerät
3 durch K?ppen um den Drehpunkt 4 auf die gewünschte Distanz D vom Meßpunkt A ausrichten.
Die als bevorzugtes Ausführungsbeispiel in den F i g. 2 bis 3 dargestellte, verstellbare Kaüberstange besteht
aus einem stabförmigen Trägerteil 12, an dessen beiden Endbereichen je eine flanschartige, verstellbare
Dreipunkt-Auflage 13 bzw. 14 befestigt ist
Die Dreipunkt-Auflage 13 besteht aus einem am Trägerteil 12 starr befestigten festen Flanschteil 15, welcher
im Beispiel mit einem Aufsatzpunkt 16 zum Anliegen an der Rohrinnenwandung versehen ist. Ein verstellbarer
Flanschteil 17 ist längs Führungsmitteln 18 am festen Flanschteil 15 arretierbar gehalten. Auf Einzelheiten der
Führungs- und Arretierungsmittel wird wegen der besseren Übersichtlichkeit bei der Beschreibung der zweiten
Dreipunkt-Auflage 14 eingegangen. Der verstellbare Flanschteil 17 ist mit einem festen Aufsatzpunkt 19
und einem gefederten Aufsatzpunkt 20 versehen. Mit Hilfe einer Feder 21 bewirkt der Aufsatzpunkt 20 in der
gewählten Dreiecksanordnung der zusammenwirkenden Aufsatzpunkte 16, 19 und 20 die exakte Positionierung
der ersten Dreipunkt-Auflage 13 innerhalb der Rohrinnenw? idung. Dazu muß die Feder 2t genügend
stark sein, um das Gewicht der Kaüberstange sowie anfängliche geringfügige Ungenauigkeiten der Positionierung
aufzufangen bzw. zu korrigieren, so daß ein eindeutiger und strammer Sitz der Dreipunkt-Auflage
13 in der Rohrinnenwandung erreich t wird.
Die zweite Dreipunkt-Auflage 14 besteht, ähnlich wie
die zuvorbeschriebene Dreipunkt- Auflage, aus einem am Trägerteil 12 befestigten ersten Flanschteii 22, welches
ähnlich wie das erste feste Flanschteil 15 mit einem
in der Figur nur angedeuteten festen Aufsatzpunkt 23 versehen ist. Am festen Fiarisciuei! 22 isi ein versielibarer
Flanschteil 24 mit Hilfe von Führungselementen 25 und Arretiermitteln 26 angebracht. Der verstellbare
Flanschteil 24 ist mit einer festen Auflage 27 und einer gefederten Auflage 28 zur eindeutigen Positionierung
gegenüber der Rohrinnenwandung versehen. In de· Mitte ist der verstellbare Flanschteil 24 mit einer langlochartigen
öffnung 29 versehen, welche ein Verschieben des Flanschteils 24 längs der Führungselemente 25
gegenüber dem Trägerteil 12 und damit verbundenen festen Flanschtet! 22 erlaubt to
Als Führungselemente 25 bzw. 18 sind im Beispiel Schwalbenschwanzführungen angedeutet. Es sind jedoch
für diesen Zweck beliebige Führungen, insbesondere jedoch lineare Führungen, geeignet. Im Bereich der
Führungen 18 bzw. 2b bzw. im Bereich der Berührungs- as
fläche zwischen den fesifp Flanschteilen 15,22 und den
verstellbaren Flanschteilen 17,24 sind im Beispiel Rastelemente 30 angebracht, welche ein schnelles Verstellen
der Vorrichtung auf ausgewählte Rohrkaliber ermöglichen. Die Rastelemente können auch mit nicht dargestellten
Indikatorelementen, beispielsweise mit der Bezeichnung für das gewählte Kaliber, versehen sein.
Zur Arretierung der gewählten Einstellung für die verstellbaren Flanschteile 17, 24 gegenüber den festen
Flanschteilen 15,22 dienen die erwähnten Arretierungsmittel 26, die im gezeigten Beispiel aus Klemmschrauben
bestehen.
F i g. 3 zeigt die obere Endposition des verstellbaren
Flanschtet 24 gegenüber dem festen Flanschteil 22. Es ist aus den F i g. 2 und 3 erkennbar, daß die festen Aufsatzpunkte
16, 19 bzw. 23, 27 prismatische Auflagepartien gegenüber der Rohrinnenwandung bilden, welche
durch die gefederter. Auflagepunkte 20, 28 derart gegenüber der Rohrinnenwandung zwangsorientiert werden,
daß die Achse des Trägerteils 12 zur Rohrseelenachse 2 gemäß Fig. 1 parallel verläuft Die gefederten
Auflagen 20, 28 wirken dabei als Anpreßmittel zur Erzielung
der erwähnten Zwangsor>. -.tierung. Diese
Zwangsorientierung der Kaüberstange JO gegenüber der Rohrinnenwandung ist unabhängig von der Winkelposition,
mit welcher die Kaliberstange 10 in das Waffenrohr 1 eingeschoben ist. Für die eingangs erwähnten
Prüfungs und Justierzwecke ist es einzig von Bedeutung, daß die Achse der Kaliberstange 10 parallel zur
Rohrseelenachse 2 verläuft.
In Abwandlung von dem anhand der F i g. 2 und 3 beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiel können
gemäß F i g. 4 die beiden festen Aufsatzpunkte 16 und 19 am festen Flanschteil 15 angebracht sein, während
das verstellbare Flanschteil 17 nur mit dem gefederten Aufsatzpunkt 20 versehen ist. Auch diese Ausführungsform
stellt eine durch die festen Aufsatzpunkte 16,19 gegebene prismatische Auflage dar, welche durch
Anpreßmittei in Form des gefederten Aufsatzpunkies 20 gegenüber der Rohrinnenwandung zwangsorientiert
ist. Die Verstellung der verstellbaren Flanschteile V7,24
gegenüber den festen Flanschteilen 15, 22 in den beschriebenen Beispielen vorzugsweise in einer Ebene, die
senkrecht zur Rohrseelenachse 2 liegt. Es sind jedoch auch andere Verstellvorrichtungen, beispielsweise
Längskurvenführungen, möglich, um das gewünschte Anpressen der prismatischen Auflagepirtien an der
Rohrinnenwandung zu erreichen.
Zur Erleichterung der Verstellung zwischen den verstellbaren Flanschteilen 17, 24 gegenüber den festen
Flanschteilen 15, 22 können in den Figuren nicht dargestellte Betätigungselemente, beispielsweise Exzenter,
verwendet werden. Polche Vorrichtungen eignen sich insbesondere zur Verstellung zwischen zwei unterschiedlichen
Kalibern. Durch eine derartige Exzenterve.stei.verrichtung
ist die leichte Reproduzierbarkeit der gewünschten Kalibereinstellungen gewährleistet.
Alle Teile der verstellbaren Kaüberstange si; ,ö unverlierbar
mit dem Gerät verbunden. Auch bei Verstellung auf andere Kaliber brauchen keine Einzelteile ausgewechselt
oder eryänzt zu werden. Die Kaüberstange
eignet sich daher besonders gut für den rauhen Feldeinsatz, da keinerlei Ersatz· oder Ergänzungsteile mitzuführen sind und trotzdem verschiedene Rohrkaliber mit
der gleichen Kaüberstange geprüft bzw. justiert werden können.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verstellbare Kaliberstange zur Darstellung der Rohrseelenachse von Rohrwaffen mit einem Trägerteil
und mit zwei in Rohrseelenachse längsversetzt am Trägerteil angebrachten Dreipunkt-Auflagen,
dadurch gekennzeichnet, daß jede der Dreipunkt-Auflagen (13, 14) zwei gegenüber dem
Trägerteil (12) feststehende Aufsatzpunkte (16, 19; 23,27) aufweist, daß der dritte Aulsatzpunkt (20; 28)
als federndes Anpreßmittel für die beiden ersten Aufsatzpunkte an die Rohrinnenwandung ausgebildet
ist und daß mindestens der dritte Aufsatzpunkt (20; 28) relativ zu höchstens den beiden ersten Aufsatzpunkten
(16, 19; 23, 27) verstellbar angeordnet ist
2. Verstellbare Kaliberstange nach Patentanspruch 1, dsJurch gekennzeichnet daß die Dreipup.kt-Aüflage
(13) ein mit dem Trägerteil (12) fest verbundenes Flanschteil (15) enihäft welches mit
höchstens zwei Aufsatzpunkten (16,19) versehen ist, und daß ein gegenüber dem festen Flanschteil (15)
verstellbares Flanschteil (17) vorgesehen ist. an welchem mindestens der federnde Aufsatzpunkt (20) angeordnet
ist, wobei zwischem uem festen und dem verstellbaren Flanschteil Führungsmittel (18) zur geführten
Verstellung des verstellbaren Flanschteils (17) gegenüber dem festen Flanschteil (15) vorgesehen
sind.
3. Verstellbare Kaliberstange nach Patentanspruch 2, dadurch getennzeit-.inet, daß die Führungsmittel
(18) ah gerade Schiene ausgebildet sind, weiche etwa senkrecht zur Ve. aindungslinie zwischen
den beiden ersten Ansatzpunkten (16,19) und senkrecht zur Rohrseelenachse (2} verläuft.
4. Verstellbare Kaliberstange nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß am festen
Flanschteil (15) ein Aufsatzpunkt (16) vorgesehen ist. und daß am verstellbaren Flanschteil (17) der zweite
feste Aufsatzpunkt (19) sowie der federnde Aufsatzpunkt (20) angeordnet sind.
5. Verstellbare Kaliberstangs: nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich
der Kontaktflächen zwischen dem festen Flanschteil (15, 22) und dem verstellbaren Flanschteil (17, 24)
Rastelemente (30) zur reproduzierbaren Einstellung des verstellbaren Flanschteils gegenüber dem festen
Flanschteil vorgesehen sind, und daß Arretiermittel (26) zur Fixierung einer eingestellten Position zwischen
dem festen und dem verstellbaren Fianschteil vorgesehen sind.
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