DE327262C - Vorrichtung zur Entnahme regelbaren konstanten Gleichstromes aus einem Wechselstromnetz, besonders fuer elektromedizinische Zwecke - Google Patents

Vorrichtung zur Entnahme regelbaren konstanten Gleichstromes aus einem Wechselstromnetz, besonders fuer elektromedizinische Zwecke

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DE327262C
DE327262C DE1918327262D DE327262DD DE327262C DE 327262 C DE327262 C DE 327262C DE 1918327262 D DE1918327262 D DE 1918327262D DE 327262D D DE327262D D DE 327262DD DE 327262 C DE327262 C DE 327262C
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61NELECTROTHERAPY; MAGNETOTHERAPY; RADIATION THERAPY; ULTRASOUND THERAPY
    • A61N1/00Electrotherapy; Circuits therefor
    • A61N1/18Applying electric currents by contact electrodes
    • A61N1/20Applying electric currents by contact electrodes continuous direct currents

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Description

  • Vorrichtung zur Entnahme regelbaren konstanten Gleichstromes aus einem Wechselstromnetz, besonders für elektromedizinische Zwecke. Für eine möglichst vielseitige Verwendung der elektrischen Energie ist es von Wichtigkeit, nicht nur Wechselstrom, sondern auch Gleichstrom zur Verfügung zu haben. Es ist nun bekannt, an einem Transformator mit zwei Wicklungen zwei Ventilzellen anzuschließen und hieran eine Gleichstromanlage mit einem Kondensator parallel zu den Gleichstromquellen anzuschließen. Eine solche Anlage ist nun gut für die Stromentnahme behufs Speisung einer Beleuchtungsanlage, eignet sich aber keineswegs für den ärztlichen Gebrauch, wo eine Regelung des Gleichstromes und Wechsel-Stromes notwendig ist. c.
  • Gegenstand vorliegender Erfindung ist nun eine Vorrichtung, die dazu dient, regelbaren konstanten Gleichstrom einem Wechselstromnetz zu entnehmen, und sie besteht darin, daß man den Wechselstrom über einen Widerstand mit zwei Abzweigstellen, deren Abstand fein regelbar ist, schließt und an diesen Abzweigstellen liegen eine elektrolytische Ventilzelle, z. B. eine Graetz'sche Ventilzelle und ein Kondensator in Hintereinanderschaltung und die Gleichstromentnahme erfolgt an den Enden des Kondensators. - Zweckmäßigerweise ist eine Umschaltvorrichtung direkt mit der Vorrichtung zur Spannungsregelung verbunden, um an denselben Abnahmeklemmen auch Wechselstrom entnehmen .zu können. Vorliegende Schaltung erlaubt eine sehr vollkommene Gleichrichtung des Wechselstromes, obschon nur ein einziger Gleichrichter in der einfachen Anordnung mit zwei Elektroden verwendet wird, indem durch die besondere Verbindung von Abzweigwiderstand, Gleichrichter und Kondensator die unerwünschte Wirkung der entgegengesetzten Halbwelle praktisch aufgehoben wird. Man könnte, wenigstens theoretisch, regelbaren konstanten Gleichstrom, z. B. auch so erzeugen, daß man die Pole des Wechselstromnetzes über einen gewöhnlichen Regulierwiderstand, über einen elektrolytischen Gleichrichter und einen Kondensator schließt und den Gleichstrom an den Enden des Kondensators entnimmt. Die drei Konstruktionselemente sind also hintereinandergeschaltet. Durch den regelbaren Spannungsabfall im Re- . gulierwiderstand könnte man die Gleichstromspannung am Kondensator ebenfalls regulieren. Praktisch würde man aber ein weit unvollkommeneres Arbeiten des Gleichrichters (schlechten Gleichstrom) haben, wobei zudem die Lebensdauer des Gleichrichters infolge der bedeutend gesteigerten elektrolytischen Abnutzung wesentlich herabgesetzt würde. Denn der Gleichrichter hätte, unabhängig von der Einstellung des Regulierwiderstandes, stets die ganze Netzspannung abzudrosseln, z. B. zoo Volt. Eine solche Spannung drosselt aber eine . einzige Graetuche Zelle, welche bekanntlich nur für kleinere Drosselspannungen, z. B. bis 50 Volt, geeignet ist, nur sehr unvollkommen ab. Man müßte also mehrere Zellen hintereinander schalten. Aber selbst in diesem Falle würde die Einrichtung nicht sb gut arbeiten, wie im Falle, wo für die abzudrosselnde Halbwelle ein Abzug geschaffen wird. Es sei hier an die bekannte Graetzsche Brückenschaltung zur Ausnutzung beider Halbwellen erinnert.
  • Mit vorliegender Erfindung wird nun mit einer. einzigen einfachen Ventilzelle ein dauerndes und vollkommenes Arbeiten ermöglicht, erstens dadurch, daß die Ventilzelte stets nur die - Reduktionsspannung am Abzweigwiderstand, also einen Bruchteil der Netzspannung abzudrosseln hat, zweitens dadurch, daß der Halbwelle, welche nicht durch die Zelle hindurchgehen soll, ein Weg über den Widerstand zwischen den Abzweigstellen geboten ist.
  • Die Anordnung hat überdies den Vorteil, daß an den Enden des Kondensators und somit an den Abnahmeklemmen niemals die volle Netzspannung gegenüber Erde liegt. Hierdurch wird einesteils ein Kurzschluß mit der Erde vermieden, anderseits eine bei der elektromedizinischen Anwendung unerwünschte starke Elektrisierung beim Stromeinschalten oder beim Berühren mit geerdeten Gegenständen vermieden bzw. vermindert. Alle diese Bedingungen wären bei der obengenannten theoretischen Schaltung ' (Hintereinanderschaltung der Konstruktionselemente) nicht erfüllt.
  • Bedenkt man, daß die ganze Anordnung bei der praktischen Ausführung aus einer einfachen Widerstandsspule aus oxydiertem Konstantandraht von nur einigen Zentimetern Länge mit Gleitkontakt, einer Miniaturvcntilzelle (Reagenzglas mit Fe- und AI-Draht), ferner einem kleinen Telephonkondensator besteht, so hat man einen insbesondere für elektromedizinische Verwendung geeigneten Apparat vor sich, welcher die bisherigen Einrichtungen durch seine Einfachheit, zusammengedrängte Ausführung, Transportierbarkeit und geringen .Preis weit übertrifft.
  • Der bei den üblichen rotierenden Umformern infolge des Kollektors auftretende pulsierende Gleichstrom (Leduc-Strom) ist hier vollständig vermieden.
  • Vorliegende äußerst einfache Konstruktion ergibt also in der Vervollkommnung mit vereinigtem Regulier- und Umschaltemechanismus Wechselstrom und- konstanten Gleichstrom fein regelbar zwischen Null und dem maximal zulässigen Betrag mittels eines und desselben Gleitkontaktes.
  • Auf der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes schematisch dargestellt.
  • Im Ausführungsbeispiel nach Fig. z sind die beiden Pole der Lichtleitung K1, KZ (z. B. roo Volt Wechselstrom) mit den Enden El, E2 einer Widerstandsspule von passender Größe verbunden. Hiervon läßt sich der Wechselstrom niederer Spannung in bekannter Weise durch Abzweigung gewinnen. Die Abzweigstellen seien PI, P2, die damit verbundenen Abnahmeklemmen Al, A3. Diese im Prinzip bekannte- Einrichtung ist nun zur gleichzeitigen Gewinnung von Gleichstrom in der gezeichneten Weise mit einem Gleichrichter, z. B. einer Graetzschen Ventilzelle Z und mit einem Kondensator C verbunden. Durch -die Ventilzelle geht nur die eine Halbwelle des niedergespannten Wechselstroms hindurch und läd den Kondensator C. Letzterer behält infolge der Ventilwirkung des Gleichrichters Z seine Ladung, so daß man an den Abnahmeklemmen Al, A2 eine konstante Spannungsdifferenz zur Verfügung hat. Auch wenn an Al, A2 Gleichstrom innerhalb mäßiger Grenzen entnommen wird, behält die Klemmenspannung an Al, A2 infolge des ständigen Nachschubes von Elektrizität durch die Ventilzelle ihren konstanten Charakter.
  • Die Spannung (sowohl Wechsel- als Gleichspannung) wird dadurch reguliert, daß man einen der Kontakte PI, P2 oder beide verschiebbar macht.
  • Man kann die Anordnung im einzelnen so ausführen, daß man für den Wechsel- und Gleichstrom zusammen nur zwei Anschlußklemmen braucht, ein Umwechseln der Anschlußklemmen A2 und A3 nicht nötig ist. Es muß dann eine Umschaltevorrichtung angebracht werden, die sich aber leicht mit .der Reguliervorrichtung, d. h. dem Gleitkontakt, verbinden läßt. Eine besonders einfache Lösung ist die in Pig. 2. dargestellte. Es wird P1 fest mit der Mitte des Widerstandes El, E2 verbunden. P2 ist verschiebbar und kann unter P1 weggleiten, befindet sich also bald links, bald rechts von diesem. Man kann es nun durch Anbringen zweier unterhalb P2 befindlicher Kontaktschienen-S, und S2 so einrichten, daß P2, solange es sich links befindet, mit Z, d. h. der Gleichstromvorrichtung, Kontakt macht, und wenn P2 rechts von P1 gleitet, direkt mit der Klemme A2 verbunden ist. Inr diesem Fall hat man dann Wechselstrom.
  • Als Spannungsreduktor kann man statt einen Abzweigwiderstand, wie in Fig. _, auch einen Transformator (Klingeltransformator) benutzen. Der Widerstand El, E2 fällt dann weg. Dafür ist K1, K2 mit der Primärspule des Transformators und PI, P2 mit der Sekundärspule verbunden. Diese Einrichtung ist namentlich dann, wenn die Spannung am Transformatcr auch fein regulierbar sein soll; etwas kostspieliger. Eine Verbilligung -ist zwar .zu erzielen, wenn der nicht regelbare Transformator zwischeu Lichtleitung und einer Widerstandsspule mit verstellbaren Abzweigstellen gemäß Fig: r eingeschaltet wird.. Die Einrichtung hat aber ihre Vorzüge: z. kann der Transformator dauernd an Ki, KZ angeschlossen bleiben, da er beim Leerlauf praktisch keine Energie verbraucht, a. kann man an P1, P2 beträchtliche Ströme abnehmen und 3. ist die Anordnung völlig erdschlußfrei. Jedoch -fällt der Vorzug des Transformators, große Ströme herzugeben, bis zu einem gewissen Grade außer Betracht, da die Gleichrichtereinrichtung, je nach der Kapazität des Kondensators C, nur für Ströme unterhalb einer gewissen Grenze wirksam ist. Man wird daher, je nach der Verwendungsart, bald die Abzweigmethode, bald den Transformator benutzen.
  • Die Anordnung ist in erster Linie für elektromedizinische Anwendung geeignet: Durch vorliegende einfache Einrichtung läßt sich aus einer Lichtleitung ohne weiteres regulierbarer Strom sowohl für sinussoidale Faradisation als auch für Galvanisation entnehmen. Entweder wird der Apparat für sich zum Elektrisieren benutzt. oder in Verbindung mit anderen Apparaten und Einrichtungen (Bäder, Massageelektroden usw.), wobei man nach Wahl Wechselstrom oder Gleichstrom, welch letzterer dann auch elektrö= lytische Wirkung hat, verwenden kann.
  • Aber auch in der Schwachstromtechnik kann der Apparat Anwendung finden. Er bietet vielfach einen Ersatz für galvanische Elemente, kann also in Betracht kommen als Stromquelle bei Klingel- und Telephonanlagen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Vorrichtung zur Entnahme regelbaren konstanten Gleichstromes aus einem Wechselstromnetz, besonders für elektromedizinische Zwecke, dadurch gekennzeichnet, daß man den Wechselstrom über einen Widerstand (El, E2) mit zwei Abzweigstellen (PI, P2), deren Abstand fein regelbar ist, schließt, und daß an den Abzweigstellen eine elektrolytische Ventilzelle, z. B. eine Graetzsche Ventilzelle (Z) und ein Kondensator (C) in Hintereinanderschaltung liegen und die Gleichstromentnahme an den Enden des Kondensators (C) erfolgt und zweckmäßigerweise eine Umschaltvorrichtung direkt mit der Vorrichtung zur Spannungsregelung verbunden ist, um an, denselben Abnahmeklemmen auch Wechselstrom entnehmen zu können.
DE1918327262D 1918-02-15 1918-08-02 Vorrichtung zur Entnahme regelbaren konstanten Gleichstromes aus einem Wechselstromnetz, besonders fuer elektromedizinische Zwecke Expired DE327262C (de)

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