-
-
Schwenkvorrichtung für Schrankklappbetten
-
Die Erfindung bezieht sich auf eine Schwenkvorrichtung für ein an
den Seitenwänden eines Schrankes od. dgl. Möbelkörpers um eine horizontale Klappachse
klappbar gelagertes Klappbett in einer Ausbildung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
-
Ausgehend von einer Schwenkvorrichtung der eingangs genannten Art
(DE-Gm 71 27 760) liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine besonders montagegünstige
sowie von besonderen Schrankkonstruktionen unabhängige Schwenkvorrichtung zu schaffen,
deren Teile bei preiswürdiger Gestaltung verhältnismäßig geringen spezifischen Belastungen
ausgesetzt sind und dauerhafte Funktionssicherheit bieten.
-
Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Schwenkvorrichtung nach der Erfindung
gekennzeichnet durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale.
Hinsichtlich wesentlicher weiterer Ausgestaltungen wird auf die Ansprüche 2 bis
8 verwiesen.
-
Die ShWenkvorrichtung erfindungsgemäßer Ausbildung bietet bei preisgünstiger
Herstellbarkeit die Möglichkeit einer vollen Vormontierbarkeit aller Beschlagteile
sowohl einer-
seits am Rahmen des Klappbettes, als auch andererseits
an den Seitenwänden des Schrankes, so daß es für eine Inbetriebnahme der Schwenkvorrichtung
an irgendeinem Aufstellungsort des Schrankklappbettes genügt, nach Einhängen des
Klappbettes in die Klapplagervorrichtung die Lenker durch Einführen ihrer Lagerrolle
in den Lagerschlitz der Hebelplatte mit letzterer zu koppeln. Die Schwenkvorrichtung
beansprucht keinerlei nennenswerten Platz im Bereich zwischen dem Klappbett und
den Seitenwänden des Schrankes und kann im übrigen bei den verschiedensten Typen
von Schrankklappbetten unabhängig davon zum Einsatz kommen,ob der Schrank mit einer
einschlagenden oder vorschlagenden Frontplatte, mit frontseitigen Türen od. dgl.
versehen ist.
-
Dabei ist zugleich sichergestellt, daß die Schwenkvorrich tung optisch
kaum in Erscheinung tritt, zumal die Vertikalführung und die Feder einfach hinter
einer Schrankrückwand an der Seitenwand des Schrankes angebracht werden können,
wenn die Rückwand ein Stück aus der rückseitigen Ebene des Schrankes in Richtung
zum Klappbett hin vorgezogen wird. In diesem Falle genügen schmale randseitige Schlitze
für den Durchtritt der Lenker, die optisch praktisch nicht in Erscheinung treten.
-
Bei der sehr einfåchen Ausgestaltung gemäß Anspruch 2 ist sowohl für
den ersten Winkelbereich einer Ausklappbewegung bzw. den letzten Winkelbereich einer
Einklappbewegung ein Freilauf gewährleistet, bevor der Kraftspeicher in Aktion tritt
bzw. nachdem dieser seine Einklapphilfe geleistet hat.
-
Bei der Ausgestaltung nach Anspruch 3 ist zudem auf einfache Weise
die Möglichkeit gegeben, die Wirkung des Kraftspeichers sowohl beim Ausklappen als
auch beim Einklappen im ersten bzw. letzten Bereich abzustufen, so daß sich eine
besonders leichte und sowohl beim Ausklappen als auch beim Einklappen gefahrloset.-von
den aufzuwendenden Kräften her
vergeichmäßigte Hilfswirkung der
Schwenkvorrichtung ergibt.
-
Hinsichtlich weiterer Einzelheiten wird auf die Zeichnung sowie die
nachfolgende Beschreibung verwiesen. In der Zeichnung zeigen: Fig. 1 eine schematisch,
abgebrochene Seitenansicht einer Schwenkvorrichtung nach der Erfindung, und Fig.
2 eine abgebrochene Vorderansicht zu Fig. 1 zur Veranschaulichung eines Beschlages
der Schwenkvorrichtung von vorn.
-
Fig. 1 zeigt ein in eingeklappter Stellung wiedergegebenes Klappbett
1, das um eine horizontale Klappachse 2 klappbar in einem Schrank od. dgl. Möbelkörper
3 abgestützt ist.
-
Bei dem dargestellten Beispiel ist der Rahmen 4 des Klappbettes 1
an seiner Unterseite fest mit einer Frontplatte 5 verbunden, welche in Einklappstellung
des Klappbettes 1 die Vorderseite des Schrankes 3 einnimmt.
-
Zwischen dem Rahmen 4 des Klappbettes 1 und dem Möbelkörper 3 ist
die Schwenkvorrichtung vorgesehen, die aus zwei Beschlägen besteht, die bei dem
dargestellten Beispiel untereinander baugleich sind. In Fig. 1 liegen die beiden
Beschläge weitgehend fluchtend hintereinander, so daß überwiegend nur der in Fig.
1 vordere (d.h. der in Fig.2 dargestellte rechtsseitige) Beschlag sichtbar ist und
die entsprechenden Teile des in Fig. 2 nicht dargestellten linksseitigen Beschlages
nicht gesondert sichtbar sind. Sämtliche untereinander gleichen Teile beider Beschläge
werden daher mit einem Bezugszeichen ohne Beistrich gekennzeichnet, soweit sie nicht
gesondert der Zeichnung entnehmbar sind und bei gleichen getrenntsichtbaren Teilen
von beiden Beschlägen werden die des in Fig. 1 hinteren Beschlages mit einem um
einen Beistrich ergänzten Bezugszeichen gesondert bezeichnet.
-
Jeder Beschlag besteht aus einer seitlich mit dem Rahmen 4 des Klappbettes
1 verbindbaren, in der Regel anzuschraubenden Hebelplatte 6, einem mit dieser zusammenwirkenden
Lenker 7 bzw. 7' und einem jeweils an einer zugehörigen Seitenwand 8 z.B. 8' des
Möbelkörpers 3 abgestützten Kraftspeicher 9 bzw.
-
9'.
-
Die Hebelplatte 6 jeden Beschlages steht, wie aus der Fig. 1 entnehmbar
ist, über die in Einklappstellung bodenseitige Außenbegrenzung des Klappbettes 1,
die z.B. von einem Kopfteil 10 gebildet sein kann, frei nach unten vor und besitzt
einen zur Rückseite des Möbelkörpers 3 hin offenen, schräg ansteigenden Lagerschlitz
11, dessen geschlossenes Ende mit 12 bezeichnet ist.
-
Der Lenker 7 bzw. 7' beider Beschläge ist als Druckstrebe ausgebildet
und besitzt an seinem der Hebelplatte 6 zugewandten Ende eine frei drehbare Lagerrolle
13 bzw. 13', die in den Lagerschlitz 11 der zugehörigen Hebelplatte 6 eingreift.
Der Lenker 7 bzw. 7' hat eine jeweils zur Seitenwand 8 bzw. 8' des Möbelkörpers
3 parallele und dabei zur Rückseite des Möbelkörpers 3 hin schräg aufwärts ansteigende
Ausrichtung und greift an seinem oberen bzw.
-
rückseitigen Ende gelenkig an einem Schieber 14 bzw. 14' an.
-
Dieser Schieber 14 bzw. 14' ist auf einer nahe der Rückseite des Möbelkörpers
3 an dessen Seitenwand befestigbaren Vertikalführung 15 bzw. 15' verschieblich geführt
und mit dem oberen Ende einer den Kraftspeicher jeden Beschlages bildenden Zugfeder
9 bzw. 9' verbunden. Das untere Ende der jeweiligen Zugfeder 9 bzw. 9' ist am Fuß
der Vertikalführung 15 bzw.
-
15' festgelegt.
-
Der Schieber 14 bzw. 14' ist bei dem dargestellten Beispiel von einer
Schiebehülse gebildet, die ein die Vertikalführung
bildendes Führungsrohr
15 bzw. 15' verschieblich umgreift.
-
Die Vertikalfühtung 15 bzw. 15' ist jeweils ober- und unterhalb des
Schiebeweges ihres Schiebers 14 bzw. 14' mit einer Anschlußplatte 16,17 versehen,
über die sie mit der zugehörigen Seitenwand 8 bzw. 8' des Möbelkörpers 3 durch Verschrauben
verbindbar ist.
-
Auf der Vertikalführung 15 bzw. 15' beider Beschläge ist jeweils ein
dem Schieber 14 bzw. 14' eine untere Endstellung vorgebender Anschlag 18 bzw. 18'
vorgesehen, und beide Anschläge 18 bzw. 18' sind bei dem dargestellten Beispiel
auf ihrer Vertikalführung 15 bzw. 15' in unterschiedlichen Höhenlagen angeordnet,
während die Lenker 7 bzw. 7' eine untereinander gleiche Länge besitzen. Die Anordnung
ist so getroffen, daß in der Einklappstellung des Klappbettes 1 die Lagerrolle 13
bzw. 13' des Lenkers 7 bzw. 7' beider Beschläge in einem Abstand vor dem geschlossenen
Ende 12 des Lagerschlitzes 11 in der Hebelplatte 9 gelegen ist.
-
Bei der vorgesehenen gleichen Länge der Lenker 7 bzw. 7' ergibt sich
dementsprechend, daß der Abstand der Lagerrolle 13 am Lenker 7 zum geschlossenen
Ende 12 des ihr zugeordneten Lagerschlitzes 11 kleiner ist als der entsprechende
Abstand der Lagerrolle 13' am Lenker 7'. Eine derartige Ausgestaltung hat zur Folge,
daß bei einem Ausklappen des Klappbettes 1 um seine Klappachse 2 in Fig. 1 im Gegenuhrzeigersinn
in einem ersten Winkelbereich keiner der Lenker 7 bzw.
-
7' als Druckstrebe wirksam wird (begrenzter Bewegungsfreilauf), dann
zunächst der Lenker 7 infolge der Anlage seiner Lagerrolle 13 am Ende 12 des Lagerschlitzes
in der in Fig. 1 sichtbaren Hebelplatte 6 als Druckstebe wirksam wird und bei weiterem
Ausklappen seinen Schieber 14 unter Spannen der Zugfeder 9 aufwärts bewegt, bis
dann schließlich auch die Lagerrolle 13' am Lenker 7' in Anlage am Ende 12 des Lagerschlitzes
11 der dem Betrachter in Fig. 1 abgewandten Hebelplatte 6 gelangt und von nun an
bei weiterem Ausklappen auch der Lenker 7' seine Funktion als Druckstrebeaufnimmt
und über seinen Schieber 14' seine Zugfeder 9' spannt.
-
Dadurch tritt eine abgestuft zunehmende Kraftwirkung ein, während
bei der Einklappbewegung in deren Endbereich eine abgestuft abnehmende Wirkung der
Zugfedern vorliegt. Da der Schwerpunkt des Klappbettes 1 in Fig. 1 rechts von der
Klappachse 2 des Klappbettes 1 liegt, hat das Klappbett 1 eine stabile Einklappstellung
ohne Gefahr eines ungewollten Ausklappens, wobei der oben erwähnte Freilauf bei
der Ausklappbewegung sicherstellt, daß die Zugfedern 9,9' erst wirksam werden, wenn
nach Zurücklegen eines ersten Ausklappwinkelbereiches das Klappbett 1 ohnehin unter
Schwerkraft bestrebt ist, seine Ausklappbewegung fortzusetzen.
-
Bei der Einklappbewegung hingegen sichert der Freilauf, daß das Klappbett
1 in der Endphase seiner Einklappbewegung lediglich noch durch die eigene Schwerkraftwirkung
und damit sanft in seine Endstellung der Einklappbewegung gelangt.
-
Abweichend von dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht auch
die Möglichkeit, für beide Lagerrollen 13,13' einen untereinander gleichen Abstand
zum geschlossenen Ende 12 des zugehörigen Lagerschlitzes 11 vorzusehen, was bei
gleich langen Lenkern 7 bzw. 7' dadurch herbeigeführt werden kann, daß man den Anschlägen
18 bzw. 18' eine untereinander gleiche Höhenlage auf den Vertikalführungen 15 bzw.
-
15' vorgibt.
-
Auch bei untereinander gleich hohen Anschlägen 18 bzw. 18' kann man
unterschiedliche Abstände der Lagerrollen 13 bzw.
-
13' zu den geschlossenen Enden der Lagerschlitzell in den Hebelplatten
6 vorgeben, in welchem Fall es jedoch dann notwenig ist, Lenker 7 bzw. 7' untereinander
unterschiedlicher Länge vorzusehen, was aus Fertigungs- und Montagegründen weniger
erwünscht ist.
-
Zwischen dem unteren Ende des Schiebers 14 bzw. 14' und dem Anschlag
18 bzw. 18' ist jeweils ein Ringbund 19 bzw. 19'
vorgesehen, ,
in dem eine Schraube 20 bzw. 20' angebracht ist. Im oberen Bereich jeder Vertikalführung
15 bzw. 15' befindet sich eine Bohrung 21, in die die Schraube 20 bzw.
-
20' hineinschraubbar ist. Dies ist dann möglich, wenn sich der Schieber
14 bzw. 14' mitsamt Bund 19 bzw. 19' in seiner oberen Endstellung, oder nahe dieser,
seines Schiebeweges befindet. Auf diese Weise ist die Möglichkeit gegeben, die Schieber
14 bzw. 14' in dieser oberen Stellung zu fixieren, wobei die Lenker 7 bzw. 7' frei
nach unten herabhängen.
-
In dieser Stellung der Beschlagteile kann das Klappbett 1 ungehindert
in den Möbelkörper 3 eingehängt werden, wonach es dann möglich ist, die Lenker mit
ihren Lagerrollen mühelos in die Lagerschlitzeder Hebelplatten einzuführen und die
Arretierung der Schieber einzeln nacheinander zu lösen, um auf diese Weise die Schwenkvorrichtung
betriebsfertig zu machen.
-
Auf jeder Vertikalführung 15 bzw. 15' kann im oberen Bereich noch
eine Spiraldruckfeder 22 vorgesehen sein, die jeweils bis in den oberen Endbereich
des Schiebeweges des Schiebers 14 bzw. 14' herabreicht und ein Dämpfungsorgan für
den letzten Winkelbereich der Ausklappbewegung für das Klappbett 1 bildet.
-
Die Zugfedern 9 bzw. 9' sind jeweils in einer zur Rückseite des Möbelkörpers
3 parallelen Ebene neben ihrer jeweiligen Vertikalführung 15 bzw. 15' angeordnet,
wie das der Fig. 2 entnommen werden kann. Daher beansprucht der Beschlag im rückseitigen
Bereich des Möbelkörpers 3 nur geringen Raum in Tiefenrichtung, und es ist ohne
weiteres möglich, die rückwärtigen Teile der Beschläge der Schwenkvorrichtung hinter
einer Rückwand 23 im Möbelkörper 3 gewissermaßen gekapselt unterzubringen und der
Sicht zu entziehen, wobei es genügt, in dieser gegenüber der Rückseite des Möbelkörpers
3 nach vorne hin ein Stück versetzten Rückwand 23 jeweils einen Durchtrittsschlitz
24 für den Lenker 7 bzw. 7'
Bei den großen Hebellängen bzw. Schiebewegen
unterliegen die Teile der Beschläge der Schwenkvorrichtung nur verhältnismäßig geringen
spezifischen Belastungen, so daß die Schwenkvorrichtung nicht nur mit zwei Zug federn
als Kraftspeicher auskommt, sondern diese.:auch noch in einem günstigen Kraft/Federweg-Bereich
arbeiten. Zugleich ist auch eine günstige Verteilung der in die Seitenwände des
Möbelkörpers 3 eingeleiteten Kräfte gegeben.