DE319985C - Verfahren zur Herstellung von Kunstmilch - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kunstmilch

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    • A23C11/02Milk substitutes, e.g. coffee whitener compositions containing at least one non-milk component as source of fats or proteins
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    • A23C11/103Milk substitutes, e.g. coffee whitener compositions containing at least one non-milk component as source of fats or proteins containing or not lactose but no other milk components as source of fats, carbohydrates or proteins containing only proteins from pulses, oilseeds or nuts, e.g. nut milk
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    • A23L11/00Pulses, i.e. fruits of leguminous plants, for production of food; Products from legumes; Preparation or treatment thereof
    • A23L11/60Drinks from legumes, e.g. lupine drinks
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Kunstmilch. Man hat bereits vielfach versucht, aus proteinhaltigen, pflanzlichen Produkten künstliche Milch herzustellen, und es gibt verschiedene Vorschriften, mittels welcher dieser Zweck erreicht werden soll. Teile, insbesondere Samen, der verschiedensten Pflanzen werden zu dieser Herstellung herangezogen; Sojabohnen, Erdnüsse, Leguminosen im allgemeinen, insoweit sie nicht zuviel Stärke enthalten, Palmnüsse und Palmkerne, Pinien- und Sesamsamen, die Emulsine der Mandeln, Gluten usw. sind als Ausgangsmaterial vorgeschlagen worden. Das Material wird bei diesem Verfahren zerkleinert und die Proteine und gegebenenfalls ein größerer oder geringerer Teil des Fettes (aber nie alles Fett), werden in geeigneter Weise dem zerkleinerten Ausgangsmaterial entzogen. Gewöhnlich verwendet man zu diesem Zwecke eine Behandlung mit einer schwach alkalischen Lösung in der Wärme, zuweilen auch mit gewöhnlichem, heißem Wasser. Der in dieser Weise erhaltenen Eiweißemulsion werden weitere .erwünschte Bestandteile, wie Kohlehydrate, Mineralsubstanzen, Zitronensäure usw. in genügender Menge zugesetzt, damit das Produkt in seiner Zusammensetzung möglichst mit der tierischen Milch übereinstimme. Man hatte dabei, zumal wenn man Sojabohnen als Ausgangsmaterial verwendete, immer mit einem, dem europäischen Gaumen höchst unangenehmen Beigeschmack zu kämpfen. Man hat bei der Herstellung von Milch aus Sojabohnen diesen unangenehmen Geschmack dem Fett zugeschrieben und denselben dadurch zu beheben gesucht, daß man das Fett aus den Sojabohnen vor der Behandlung mit .heißem Wasser oder heißer alkalischer Lösung durch Extraktionsmittel zu entfernen suchte, oder daß man nach der Behandlung zur Extraktion des Eiweißes das Fett und die Proteinemulsion durch Schleudern möglichst trennte. Die Entfernung des Fettes blieb dabei immer eine sehr mangelhafte. Es wurde dann nachträglich ein anderes Fett, z. B. Sesamöl, zugesetzt und in der eiweißhaltigen Flüssigkeit emulgiert (brit. Patentschrift 2q.5721-1913).
  • Das Übel wird aber durch solche Maßnahmen nicht beseitigt. Nach wie vor behält die Milch, welche man aus den obengenannten Bohnen, Samen u. dgl. auch nach solcher Entfernung des Fettes gewonnen hat, eben weil diese Entfernung so mangelhaft ist, einen unangenehmen Beigeschmack, --der dieselbe, wenn nicht geradezu ungenießbar, so doch ekelhaft macht.
  • Nicht nur gelang es bis jetzt nicht, Kunstmilch herzustellen, welche den unangenehmen Beigeschmack nicht zeigte, sondern zur Herstellung' einer Konsumkunstmilch war man immer auf die Verwendung fremder Stoffe, wie z. B. von Fetten, angewiesen.
  • Das vorliegende Verfahren ermöglicht die Herstellung einer Konsumkunstmilch, welche dem natürlichen Produkte geschmacklich :sehr nahe steht. Man ist sogar imstande, nur eine bestimmte Samensorte ohne Benutzung weiterer Substanzen zu deren Herstellung zu verwenden.
  • Das obenerwähnte Resultat wird nun erzielt, indem man nach der Erfindung die verschiedenen Stoffe oder Gruppen von Stoffen, welche in dem Ausgangsmaterial enthalten sind und zur Herstellung der Kunstmilch dienen, mittels einzelner an sich bekannten Extraktionen trennt und diese für sich reinigt, und nachher wieder in dem richtigen Verhältnis mit Rücksicht auf das verlangte Produkt miteinander vermischt.
  • Den Ausgangspunkt bildet u. a. die Erkenntnis, daß die Ursache des unangenehmen Geschmacks in der mangelhaften Entfernung des Fettes zu suchen war, wodurch außer einem gewissen Anteil des Fettes auch Fettsäure und übelschmeckende Spaltungsprodukte, wie Ester, Ketori usw., im Produkte zurückblieben.
  • Die Trennung erfolgt nun mittels dreier Extraktionen, nämlich: r. mit einem Extraktionsmittel, wie Benzin oder Benzol, wodurch erzielt wird, daß die übelriechenden und übelschmeckenden Substanzen vollständig entfernt werden. Das Extraktionsmittel wird darauf abgetrieben und von neuem verwendet, das extrahierte Fett raffiniert und gegebenenfalls, jedoch erst nach Raffination, z. B. zur Herstellung einer Konsumkunstmilch, verwendet. Man kann die Raffination des Fettes sehr fördern, wenn man das Ausgangsmaterial vor der Extraktion bis zur vollkommenen Trocknung erhitzt, gegebenenfalls bis zu einer Temperatur, bei welcher die Enzyme unwirksam werden. Die Farbstoffe, Schleimstoffe und weitere lösliche Eiweißstoffe werden dadurch in einen Zustand übergeführt, in welchem dieselben durch die angewendeten Extraktionsmittel nicht extrahiert werden. Natürlich kann das raffinierte Fett, falls es geeignet ist, auch gegebenenfalls nach Härtung, zur Herstellung von Margarine oder Kunstspeisefett verwendet werden.
  • z. Der bei der Fettextraktion hinterbliebene Rückstand wird mit Alkohol extrahiert, und aus dem Extrakt wird der Alkohol abgetrieben. Dem Rückstande werden in geeigneter Weise die Bitterstoffe entzogen. Es hinterbleiben dann Lezithin, 'Zucler, geschmacklose Gummiarten, lösliches Eiweiß usw.
  • 3. Der nicht in Alkohol gelöste Teil des Ausgangsmaterials wird in üblicher Weise mit einer schwach alkalischen Lösung behandelt, wodurch das Protein in Lösung geht. Diese Lösung wird mit dem trockenen, von Bitterstoffen befreiten Rückstand des alkoholischen Extraktes vereinigt, und gegebenenfalls werden noch Zuckerarten, Mineralsubstanzen usw. zugesetzt. So erhält man fettfreie Kunstmilch.
  • Das vorliegende Verfahren ermöglicht auch die Herstellung einer Magermilch, welche sich besonders zur Herstellung von Margarine eignet. Bekanntlich Werden die pfianzliclien Fette, welche zur Herstellung von Margarine dienen, mit Magermilch zusamrnen gekirnt, um die Fette in Gestalt der bekannten Butterkügelchen zu erhalten. Die Kunstmilch gemäß der Erfindung ist nun besonders geeignet, die Magermilch bei diesem Kirnverfahren zu ersetzen. Zwar ist es schon vorgeschlagen worden, Kunstmilch nach Emulgierung - mit fremden Fetten zur Margarinebereitung zu verwenden (brit. Patentschrift g626/igis), aber es ist die gewöhnliche Kunstmilch gemeint, deren Beigeschmack sie zur Margarinebereitung, wobei es sehr auf das richtige Aroma ankommt; völlig untauglich macht.
  • Wenn man die so erhaltene fettlose Kunstmilch zur Margarinebereitung verwenden will, ist sie nun fertig und kann süß oder in bekannter Weise sauer gemacht mit den zur Margarinefabrikation verwendeten Fetten emulgiert werden. Auch kann man die Proteinlösung zusammen mit den erforderlichen Zuckerarten mit Magermilch vermischen und mit diesem Gemisch kirnen und den lezithin-, zucker- und gummihaltigen Rückstand der zweiten Extraktion der Margarine zusetzen. Falls man aber Konsummilch bereiten will, so wird der »Kunstmagermilch« .ein geeignetes Fett, z. B. das aus dem Ausgangsmaterial extrahierte und durch Raffination gereinigte (aber nicht das ungereinigte) Fett, in geeigneter Menge zugesetzt und damit emulgiert.
  • Das Produkt hat =überhaupt keinen Beigeschmack und gleicht der tierischen Milch im Geschmack vollkommen, während man es ganz in seiner Hand hat, auch die Zusammensetzung vollkommen ähnlich zu machen. Ferner sind die im Ausgangsprodukte vorhandenen fettspaltenden Enzyme durch die Extraktion entfernt, welches dem Produkte . zu großem Vorteil gereicht. Zuweilen, namentlich falls im Ausgangsprodukt gefärbte Zuckerarten anwesend waren, ist die Farbe des Produktes mehr oder weniger dunkel. Dies ist aber bei der Margarinebereitung überhaupt keine Beschwerde und bei der Herstellung von Konsummilch nur ein eingebildeter Nachteil, und es kommt außerdem, wie gesagt, nur in gewissen Fällen vor. Die Wahl des Ausgangsmaterials ist dabei ausschlaggebend, so daß man für Konsummilch leicht ein Material wählen kann, welches keine dunkel gefärbten Zuckerarten enthält oder man bleicht ganz einfach- die dunklen Zuckerarten im alkoholischen Auszug, z. B. mittels H, O= oder anderer bekannter Bleichmittel. Den nach der obengenannten dreifachen Extraktion des Ausgangsmaterials hinterbleibenden Rückstand kann man dann noch als Viehfutter benutzen, indem darin meistenfalls noch ein ziemlich hoher Gehalt an Eiweiß zugegen sein wird.
  • Als Ausgangsmaterial für das neue Verfahren ist jedes Pflanzenmaterial geeignet, worin Protein in geeigneter Qualität vorkommt. Ein Gehalt an für die Kunstmilch-Bereitung geeigneten Zuckerarten ist vorteilhaft, wie besonders auch ein Gehalt an Lezithin.
  • Eine vollständige Aufzählung der als Ausgangsmaterial in Betracht kommenden Pflanzenstoffe kann nicht gegeben werden. An. erster Stelle sind es Pflanzensamen verschiedener Art, u. a. die, welche schon zur Kunstmilchherstellung empfohlen sind, wie Sojabohnen und -samen, Erdnüsse, Piniensamen, Sesamsamen, Leguminosen im allgemeinen, wofern ihr Stärkegehalt nicht zu hoch ist oder deren Stärke vorher entfernt worden ist, Palmnüsse, Palmkerne, Mandeln usw. Auch Gluten kann sehr gut verwendet werden.

Claims (1)

  1. PATENT-ANsPRUcH: Verfahren zur Herstellung von Kunstmilch zur Margarinebereitung oder für Konsum, dadurch gekennzeichnet, da.B ein geeignetes Pflanzenmaterial, welches nebst Eiweiß, Fett und geeignete Zuckerarten oder deren Glukoside, vorzugsweise auch Lezithin enthält, nach sachgemäßer Zerkleinerung hintereinander zwei an sich bekannten Extraktionen unterworfen wird, nämlich erstens mit einem Fettextraktionsmittel, in solcher Weise, daß das Fett und damit auch Fettsäuren, übelschmeckende Fettspaltungsprodukte und fettlösliche übelriechende und -schmeckende Piodukte (Ester, Aldehyde, Ketonen usw.) vollständig entfernt werden, und zweitens mit absolutem Alkohol, wobei nebst den Bitterstoffen auch die zuckerhaltigen Bestandteile und das Lezithin in Lösung gehen, worauf der bei den Extraktionen nicht gelöste Teil in an sich bekannter Weise zur Lösung des Proteins mit einer alkalischen Flüssigkeit behandelt, und der so erhaltenen Eiweißlösung die von Alkohol gelösten Anteile des Ausgangsmaterials, nachdem die Bitterstoffe daraus entfernt und die Glukoside gespalten sind, gegebenenfalls auch ein Teil oder alles extrahierte, vorher raffinierte Fett und nötigenfalls noch geeignete Zuckerarten, Mineralsubstanzen, fremdes Fett o. dgl. zugesetzt werden.
DE1917319985D 1917-01-13 1917-01-13 Verfahren zur Herstellung von Kunstmilch Expired DE319985C (de)

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