DE3144960C2 - Kern zur Herstellung von Kanälen in Gußstücken und Verfahren zu seiner Herstellung und Anwendung - Google Patents
Kern zur Herstellung von Kanälen in Gußstücken und Verfahren zu seiner Herstellung und AnwendungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Kern zur Herstellung von Kanälen in Gußstücken mit einer biegsamen Seele und einem diese umgebenden Mantel. Es soll die Aufgabe gelöst werden, einen solchen Kern dahingehend zu verbessern, daß, abgesehen von einer einfacheren Herstellung des Kernes selbst, ein Kern mit starken Krümmungen und leichtem Entfernen des Kernes aus dem Gußstück geschaffen werden kann, der glatte Kanalwände erzeugt. Hierzu ist vorgesehen, daß der die biegsame Kernseele (2) umgebende Mantel eine von einem Schlauch (1) umschlossene Sandschicht (3) ist.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Kern der im Oberbegriff des Hauptanspruches genannten Art sowie
ein Verfahren zu seiner Herstellung und seine Anwendung. Sie betrifft nicht nach dem Vakuumformverfahren
herstellbare, in eine Plastikfolie eingeschlossene Unterdruck-stabilisierte
Kerne.
Aus der DE-PS 1 86 179 ist ein aus einem schraubenförmig aufgewundenem Metallband gebildetes hohles
Kernstück bekannt. Das Band hat eine bestimmte Eigensteifigkeit.
da seine Breite annähernd das Doppelte des Kerndurchmessers wie auch die Breite der Abstände
zwischen den Bandwindungen des Metallbandes etwa 1If, bis xh der Breite des Metallbandes selbst ausmacht.
Aufgrund der Abstände der einzelnen Metallbandwindungen voneinander, läßt sich dieses Band biegen,
so daß gewundene Kanäle in dem Gußstück herstellbar sind. Der Abstand zwischen aufeinanderfolgende
Mctallbandwindungen soll durch Wachs verschlossen
werden, um ein Eindringen von Sand in das Innere des hohlen Kernstückes /.u verhindern, wobei das
in Wachs durch die sich beim Gießen entwickelnde Wärme
/.um Schmelzen gebracht werden soll. — Durch die
DE-AS 21 63 694 ist ferner ein Kern zur Erzielung von Ausnehmungen in Gußstücken aus Kunststoff, insbesondere
aus Gießharz, bekannt, dessen Mantel aus einer dicht gewickelten und nach dem Guß entfernbaren
Drahtwendel besteht. Einen ähnlichen Kern zur Herstellung von mit dünnen Kanälen versehenen Gußteilen
beschreibt die DE-OS 26 43 525. Hierbei umschließt die äußere Drahtwendel aus aneinanderliegenden Drahtwindungen
einen Innenteil aus vorzugsweise einer mittleren Drahtwendel und einem inneren Zentraidrahi als
Kernseele. Die äußere Drahtwendel besteht vorzugsweise aus einem Draht aus Zugfederstahl, während der
innere Teil, d. h. die Kernseele, aus anderem Drahtmaterial,
das plastisch biegsam und ausreichend zugfest ist, besteht.
Diesen vorstehend beschriebenen Kernen mit Drahtoder metallischen Bandwicklungen oder -windungen
stehen solche bekannten Kerne gegenüber, die einen die
ίο draht- oder .oiabförmige Kernsecle umgebenden
Schlauch aus hilzebeständigem Material, wie Glasfasergewebe aufweisen. Einen solchen Kern beschreibt die
US-PS 28 97 556, die den Gattungsbegriff des Hauptanspruches bestimmL Hier wie bei dem Gießkern nach der
DE-OS 29 14 548, wo mehrere Stäbe oder Drähte die Seele bilden, umschließt der Schlauch die metallische
Seele unmittelbar.
Es ist aus der DE-AS 12 89 294 bekannt, einen Formkern
zum Herstellen von ilohlkbf|jern bzw. mit Hohlräumen
versehenen Gegenständen mit einer äußeren Fadenwicklung aus einem Glasfaserfaden zu schaffen,
der von einem Ende her aus dem Hohlkörper abziehbar ist.
Diesen bekannten Kernen gegenüber besteht die Aufgabe der Erfindung darin, diese dahingehend zu verbessern,
daß abgesehen von einer einfacheren Herstellung des Kernes selbst ein Kern mit starken Krümmungen
und leichtern Entfernen des Kernes aus dem Gußstück geschaffen werden kann, der glatte Kanalwände
V) erzeugt.
Zur Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Hauptanspruches vorgesehen.
Die Merkmale der sich auf den Kern beziehenden Unteransprüche dienen der Verbesserung und Weiterentwicklung
der Merkmale des Hauptanspruches. Die Verfahrensansprüche geben vorteilhafte Schritte zur
Herstellung und Anwendung des Kernes wieder.
Die Erfindung geht von dom Gedanken aus, die die Formhaltigkeit des Kernes gewährleistende stabförmige
Kernssele während des Gießvorgangs selbst vor der Einwirkung des heißen Gießmaterials durch den
Schlauch und den Sand zu schützen und den binderlosen, lockeren Sand in einer Form zu halten.
Als Vorteil des erfindungsgemäßen Kernes zeigt sich, daß für eine Herstellung nur ein flexibler, vorzugsweise Metallstab oder -draht als Kernseele, ferner trockenei' bindcrloser Sand und ein Schlauchstück aus Glasfasergewebe od. dgl., sowie zwei Stückchen dünnen Drahtes
Als Vorteil des erfindungsgemäßen Kernes zeigt sich, daß für eine Herstellung nur ein flexibler, vorzugsweise Metallstab oder -draht als Kernseele, ferner trockenei' bindcrloser Sand und ein Schlauchstück aus Glasfasergewebe od. dgl., sowie zwei Stückchen dünnen Drahtes
erforderlich sind, die als lösbare Verschlußmittel des mit
Sand gefüllten Schlauches Anwendung finden. Die hohe Biegsamkeit des Kernes ist durch die Formbarkeit des
dünnen Stabes oder Drahtes als Kernseele gegeben, während die übrigen Mittel zur Herstellung des Kernes
die Biegsamkeit desselben nicht oder nur geringfügig beeinflussen. Das Entfernen des Kernes aus dem Gußstück
ist insofern einfach und zeitsparend durchführbar, als nach dem Entleeren des binderlosen, rieselfähigen
Sandes aus dem Schlauch die biegsame Kernseele leicht aus dem Schlauch herausgezogen werden kann, weil der
Seele dabei der vorgängig von dem Sand eingenommene Querschnitt in dem Kanal, insbesondere an dessen
Krümmungen, zur Verfügung steht
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines Kernes nach der Erfindung sowie seine Herstellung und
seine Anwendung erläutert und zwar zeigt
F i g. 1 einen fertigen Kern,
Fig.2 das Herstellen des Kernes unter Füllen des
Schlauches mit dem Sand,
F · g. 3 das gestreckte Formen des Kemes durch Rollen
auf einer Unterlage und
F i g. 4 das Ziehen des Kernes aus einem Kanal eines Gußstückes.
Der erfindungsgemäße Kern besteht aus einem Schlauch 1, vorzugsweise aus Glasfasergewebe, einem
leicht biegsamen Stab als Kernseele 2, vorzugsweise einem dünnen Metallstab oder -draht, und einer Füllung
aus trockenem, binderlosem Sand 3 zwischen der Kernseele 2 und dem Schlauch 1. Wie F i g. 1 erkennen läßt,
umgibt der Sand 3 gleichmäßig die Kernseele 2, so daß vorzugsweise die metallische Kernseele beim Gießen
des Gußstücks durch das Glasfasergewebe des Schlauches 1 und den Sand 3 geschützt ist
Der Schlauch 1 hat eine geringere Länge als die stabförmige Kernseele 2, so daß die Enden 4,5 der stabförmigcn
Kernseele aus dem Schlauch 1 herausragen. Die Enden 6, 7 des Schlauches sind mittels eines dünnen
Drahtes 8 als lösbare VerschluBmiltel verschlossen, wobei die Versc'Jußblume 6,7 der Enden des Schlauches 1
im Abstand von dem äußeren Ende der Kernseele 2 gelegen ist, so daß die Enden 4, 5 derart aus dem
Schlauch 1 herausragen, daß sie ohne Schwierigkeiten erfaßbar sind und mit ihrer Hilfe die Kernseele aus dem
Schlauch herausgezogen werden kann, wie dies untenstehend näher beschrieben ist.
Nachdem zunächst ein gestreckter Kern mit der Ausbildung nach Fig. 1 hergestellt worden ist, wird er zur
Vergleichmäßigung und Verteilung des Sandes 3 um die stabförmige Kernseele 2 tuf einer Unterlage 9 (F i g. 3)
gelegt und in Richtung der Pfeile 10 auf dieser Unterlage so gerolli, daß eine gleichmäßige Verteilung des Sandes
in dem Schlauch 1 erreicht wird, wobei auch durch seitliches Verschieben des Sandes in dem Schlauch eine
Verglcichmäßigung des Sandes in Längsrichtung des Kernes vorgenommen wird, so daß ein konslantcr
Querschnitt des Kernes und des Kiimils in dem Gußstück
erzielt wird. Im Anschluß an diese Verglcichmäßigung des Kernes auf der Unterlage 9 kann dann dii.s
Biegen des zunächst gestreckten Kernes in eine Form
mit beispielsweise doppelter rechtwinkliger Abbiegung nach F i g. 1 erfolgen.
Das Herstellen des Kernes selbst ist in F i g. 2 nochmals verdeutlicht. Über die stabförmige Kernseele 2 ist
der Schlauch 3 gezogen worden. Nachdem der Stab und der Schlauch in eine senkrechte Lage gebracht worden
sind und der Schlauch in Nähe des unteren Endes der stabförmieen Kernseele 2 mit Hilfe des dünnen Drahtes
8 verschlossen wurde, wird unter Festhalten des oberen Endes 6 des Schlauches dieser mit Hilfe einer geeigneten
trichterförmigen od. dgl. Einfüllvorrichtung mit trockenem binderlosem Sand S in Richtung der Pfeile
11,12 se lange gefüllt bis der Schlauch fast vollständig
mit Sand versehen ist Hiernach wird dann das obere Ende 6 des Schlauches 1 mit einem weiteren dünnen
Draht 8 verschlossen, so daß ein gestreckter Kern entsteht, der, wie vorstehend im Hinblick auf die F i g. 1 und
ίο 3 beschrieben, weiterbehandelt wird.
Zum Entfernen des Kernes aus dem Gußstück bedarf es nur des öffnens des einen Schlauchendes, beispielsweise
des Lösens des einen Drahtes 8 an dem einen Ende 5 des Schlauches, worauf der trockene, binderlose
Sand aus dem Schlauch 2 (z. B. durch Schwerkraft) entweichen kann (vgl. Pfeil 13 und Sandmenge Sm in
Fig.4). Hiernach wird auch das ohere Ende 6 des Schlauches geöffnet, indem der dünne Draht 8 dort entfernt
wird, worauf die stabförmige Seele 2 aus dem Schlauch und dem Gußstück heraufzogen werden
kann. Da der Stab oder Draht leicht bitgsam ist und der
Sand aus dem Schlauch 1 entfernt ist, steift das Ziehen der stab- oder drahtförmigen Seele 2 selbst um starke
Biegungen des erstellten Kanals im Gußstück keine Schwierigkeit dar. Im Anschluß hieran kann dann der
Schlauch 1 aus dem fertiggestellten Kanal im Gußstück herausgezogen werden.
Aus Vorstehendem ist erkennbar, daß der Sand 3 trocken und gut rieselfähig sein sollte.
Der Schlauch 1 kann statt aus Glasfasergewebe auch aus nicht brennbarem Kunststoff oder aus einem Edelmetallgewebe
bzw. aus einem nicht mit der Metallschmelze reagierenden anderen Werkstoff bestehen. Insofern
sind die genannten Materialien Äquivalente des
!■> Glasfasergewebes.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (9)
1. Kern zur Herstellung von Kanälen in Gußstükken mit einer biegsamen Seele aus einem glattwandigen
metallischen Stab oder Draht und einem diese umgebenden Schlauch aus Glasfasergewebe od. dgl,
wobei der Slab oder Draht der Kcrnseele eine größere
Länge als der Schlauch aufweist, dadurch
gekennzeichnet, daß die biegsame Kernscclc
(2) in dem Schlauch (1) von einer Sandschicht umgeben ist
2. Kern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (1) mindestens einendig mit
einem lösbaren Verschlußmittel (8) verschlossen ist.
3. Kern nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Sand ein trockener, binderloser,
rieselfähiger Sand ist
4. Kern nach den Ansprüchen 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die stab- oder drahtförmige
Kernseele (2) beidendig aus dem Schlauch (1) herausragt und dieser beidendig mit einem Verschlußmittel
(8) versehen ist, von denen mindestens eins lösbar ist.
5. Verfahren zur Herstellung des Kernes nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der biegsame Stab durch ein Schlauchstück gesteckt wird, das in Nähe des einen Stab- oder Drahtendes
verschlossen wird, der Zwischenraum /.wischen dem Stab oder Draht und dem Schlauch von
dessen anaerem Ende aus mit trockenem bindcrlosem
Sand gefüllt und. hicrn. ,h auch das /.weite Ende
des Schlauchs mittels eines lösbaren Verschlußmittels verschlossen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Füllen und Verschließen des
Schlauches dieser mit seinem Inhalt zu dessen gleichmäßigem Verteilen um die stabförmige Kernseele
auf einer ebenen Unterlage gerollt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Verteilen des Füllsandes
um die Kernseele der Kern geformt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauchkern mit
Kernschlichten geschlichtet wird.
9. Anwendung des Kerns nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zum Ziehen
des Kernes das lösbare Verschlußmittel des einen Schlauchendes entfernt, hiernach der trockene binderlose
Sand aus dem Schlauch entfernt, die biegsame Kernseele aus dem Schlauch herausgezogen und
dieser anschließend aus dem Kanal des Gußstücks entfernt wird.
Priority Applications (1)
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| DE19813144960 DE3144960C2 (de) | 1981-11-12 | 1981-11-12 | Kern zur Herstellung von Kanälen in Gußstücken und Verfahren zu seiner Herstellung und Anwendung |
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|---|---|---|---|
| DE19813144960 DE3144960C2 (de) | 1981-11-12 | 1981-11-12 | Kern zur Herstellung von Kanälen in Gußstücken und Verfahren zu seiner Herstellung und Anwendung |
Publications (2)
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| DE3144960A1 DE3144960A1 (de) | 1983-05-19 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19813144960 Expired DE3144960C2 (de) | 1981-11-12 | 1981-11-12 | Kern zur Herstellung von Kanälen in Gußstücken und Verfahren zu seiner Herstellung und Anwendung |
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Cited By (1)
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