DE305604C - - Google Patents

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DE305604C
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Germany
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seeds
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23FCOFFEE; TEA; THEIR SUBSTITUTES; MANUFACTURE, PREPARATION, OR INFUSION THEREOF
    • A23F5/00Coffee; Coffee substitutes; Preparations thereof
    • A23F5/44Coffee substitutes

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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Non-Alcoholic Beverages (AREA)
  • Medicines Containing Plant Substances (AREA)
  • Tea And Coffee (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVI 305604 ~ ■KLASSE 53 rf. GRUPPE
Dr. HERMANN THOMS in BERLIN-STEGLITZ und Dr. HUGO MICHAELIS in BERLIN.
Verfahren zur Herstellung eines Kaffee-Ersatzes aus Lupinen. Patentiert im Deutschen Reiche vom 19. Juli 1917 ab.
Eines der ältesten Ersatzmittel für Kaffee bildes die gerösteten Samen der Lupinen. Bereits in der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden in Tirol und Niederösterreich blaue und gelbe Lupinen zu diesem Zwecke angebaut. Auch bei den russischen Bauern wird seit langem das aus gerösteten Lupinensamen hergestellte Getränk genossen, trotzdem, wie Eündrieser (Acta Horti Petropolitani XII,
ίο 1892, S. 132) angibt, dasselbe intensiv bitter ist «nd starke Kopfschmerzen erzeugt. H u η drieser erklärt denn auch dieses Getränk für schädlich und warnt vor seinem Gebrauch. Uni die Giftigkeit der Samen zu beseitigen, hat man dann gelegentlich versucht, dieselben vor dem Rösten mit Wasser zu extrahieren. Diese Methode hat, wie wir durch Versuche festgestellt haben, große Nachteile, da die Samen dabei derartig quellen, daß ihre Weiterverarbeitung auf die größten Schwierigkeiten stößt Dazu kommt, daß ein solches Verfahren im höchsten Grade unökonomisch ist, da durch das Wasser die für die Ernährung außerordentlich wertvollen Stickstoffsubstanzen verloren gehen, für deren Verlust das zu gewinnende Kaffeesurrogat kein Äquivalent bieten kann.
Nach von uns angestellten Versuchen hat sich nun gezeigt daß zur Herstellung eines Kaffee-Ersatzes aus Lupinensamen überhaupt nicht die ganzen Samen erforderlich sind, sondern daß sich die Schalen der Samen allein hierfür eignen. Die Schalen der Samen enthalten vor allem fast keine bitter schmekkenden und giftig wirkenden Bestandteile der Samen, wie schon durch einen einfachen Geschmacksversuch festzustellen ist, im Gegensatz zu den Kernen der Samen, bei deren Durchbeißen sofort ein widerlicher, unangenehmer bitterer Geschmack bemerkbar wird. Die giftigen Stoffe der Lupinen sind im wesentlichen Alkaloide und wohl auch Saponine; erstere verdanken ihren Ursprung den Proteinstoffen, welche in den Kernen der Samen reichlich, dagegen in den Schalen der Samen in nur außerordentlich geringer Menge vorhanden sind (s. Hildebrand, die Hülsenfrüchte 1916, S. 143). Die Schalen der Samen ergeben, wie Versuche gezeigt haben, bei etwa 200 bis 2500 geröstet, ein Aufgußgetränk, welches dem Kaffee außerordentlich ähnlich ist. Nach diesem Verfahren bleibt aber der eigentliche Kern der Samen für Ernährungszwecke erhalten, was von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist. Die Entschälung der Samen geschieht entweder auf trockenem Wege durch geeignete Schälmaschinen oder auf nassem Wege, indem die Samen einige Zeit in Wasser gelegt werden, worauf sie sich leicht durch Herausdrücken des Kerns gewinnen lassen. Die Schalen können entweder unzerkleinert benutzt oder auch vor oder nach dem Rösten gemahlen werden.
Die für sich allein gerösteten Lupinenschalen
12. Außage, ausgegeben am 31. Dezember igtg.l
schmecken kaum bitter. Um die für Kaffee-Ersatzmittel erforderliche, dem echten Kaffee entsprechende Bitterkeit und gleichzeitig eine kaffeeähnliche Färbung des Aufgusses zu erzielen, wird den Lupinenschalen (wie bekanntlich auch sonst bei Kaffee-Ersatzmitteln üblich) beim Rösten Zucker zugesetzt, durch dessen Mitröstung Karamel, bekanntlich von bitterem Geschmack und tiefbrauner Farbe, entsteht.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung eines Kaffee-Ersatzes aus Lupinen, dadurch gekennzeichnet, daß die Schalen der Lupinensamen von den Samen getrennt und darauf im ganzen oder zerkleinert bei einer Temperatur von etwa 200 bis 250 ° geröstet werden. '
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DE (1) DE305604C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19934493A1 (de) * 1999-07-22 2001-01-25 Alfred Kerber Kaffeesurrogat, dessen Herstellung und Verwendung

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
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