DE299151C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
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Description
DEUTSCHES REICH
\Y Λ-=
AUSGEGEBEN
AM 1. JUNi 1921
AM 1. JUNi 1921
REICH SPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
-JVi 299151-KLASSE 12 i GRUPPE
Dr. Ludwig Heinrich Diehl in Berlin.
entstehenden schwefligen Säure.
Der in Hochofenschlacke in F.orm von Sulfiden,
insbesondere Calciumsulfit, enthaltene Schwefel wird bis jetzt noch nicht nutzbar
gemacht, wodurch dauernd große Werte verlorengehen.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Abfahren zur Nutzbarmachung des in der
Hochofenschlacke enthaltenen Schwefels, das darin besteht, daß man den in der feuerflüssigen
Schlacke enthaltenen Sulfidschwefel durch Oxydation mittels eines Luftstromes in schweflige Säure überführt und diese
schweflige Säure auf Schwefelprodukte des Handels, in erster Linie auf Schwefelsäure,
verarbeitet.
Die Gewinnung von Schwefelsäure aus dem durch Oxydation aus der Hochofenschlacke
erhaltenen Schwefeldioxyd bietet, abgesehen von der großen wirtschaftlichen Bedeutung,
die die Nutzbarmachung großer, bis jetzt verlorengegangener
Werte hat, den besonderen Vorzug, daß die aus der Schlacke entwickelte schweflige Säure kein Arsen enthält, das bekanntlich
bei der Schwefelsäuregewinnung aus Blenden und Kiesen sich unangenehm bemerkbar macht und außerdem den Marktwert
des Produktes beeinträchtigt. Das Arsen wird nämlich im Hochofen vom Eisen aufgenommen,
so daß die Schlacke arsenfrei ist.
Zum Zwecke der Einwirkung von Luft kann man die flüssige, heiße Schlacke durch
eine, längere abgedeckte Rinne laufen lassen und über sie in entgegengesetzter Richtung,
zweckmäßig in hocherhitztem Zustande, einen langsamen Luftstrom leiten, der unter Sauerstoffabgabe
das Calciümsulfid oxydiert und sich mit dem gebildeten Schwefeldioxyd anreichert.
Eine energischere Oxydation der Sulfide wird erreicht, wenn man durch die möglichst
heiße flüssige Schlacke in einem geeigneten Gefäß hocherhitzte atmosphärische Luft in
feiner Verteilung bläst.
Es ist an sich bekannt, den Schwefel aus flüssiger Schlacke durch Oxydation mittels
durchgeblasener Luft zu entfernen. Das Durchblasen von Luft geschah aber hauptsächlich
in der Absicht, die Schlacke zum Zwecke der Herstellung von Schlackenzement zu granulieren. Dabei mußte die Luft in
starkem, sehr volumreichen Strome durchgeblasen werden, um einerseits die Schlacke
so kräftig durchzuarbeiten, wie es für das Granulieren und das dadurch zu erzielende
Entglasen der Schlacke notwendig ist, anderseits die beabsichtigte Oxydation der Metalloxydule,
wie Manganoxydul, nicht allzusehr in die Länge zu ziehen. Auch sind große
Mengen Luft nötig, um die Schlacke so weit zu kühlen, daß sie unter Granulierung zum
Erstarren kommt. Infolge des großen Luftüberschusses wäre aber das sich ergebende,
Schwefeldiöxyd enthaltende Gas für die Verarbeitung auf Schwefelprodukte, z. B. Schwefelsäure,
unbrauchbar gewesen.
Im Gegensatz hierzu wird gemäß dem vorliegenden Verfahren die Luft nur in solcher
Menge, und zwar in feiner Verteilung, durch
die Schlacke geblasen, daß zwar das Calciumsulfid oxydiert wird, aber die als Oxydule
vorhandenen Metalle nicht höher oxydiert werden. . Es kommt also darauf an/ die Menge der; aipgiSWiefiqteleri ,.iLuft entsprechend
dem Calciums.ulfidgghalt.i.cjer Schlacke zu be-
■ messen. Dabei üewifki^'däs Durchblasen der
Luft auch kein iErstarren der Schlacke, wie bei dem bekannten Verfahren, sondern die in
der Schlacke enthaltene Hitze wird in vorteilhafter Weise zur Durchführung der beabsichtigten
Reaktion benutzt, wobei trotzdem die Schlacke im Zustande so großer Flüssigkeit bleibt, daß die Betriebsart des
'5 Hochofens in keiner Weise beeinflußt wird.
Es ist auch vorgeschlagen worden, Luft in
die Schlacke unmittelbar im Hochofen selbst einzublasen; hierbei kann jedoch schweflige
Säure nicht nach außen hin gelangen, weil der vorhandene Schwefel im Hochofen selbst
entweder sofort oder später an die vorhandenen Basen gebunden wird.
Die beiden Verfahren der Oxydation mittels
SiO2 = 37,i Prozent; Al2 O,
CaO = 38,5 Prozent; MnO = 0,7 "Prc
CaO = 38,5 Prozent; MnO = 0,7 "Prc
über die Schlacke geleiteter bzw. durch sie geblasener Luft kann man auch vereinigen,
indem man das beim Durchblasen der Luft durch die Schlacke erhaltene heiße Gasgemisch
der vom Ofen kommenden flüssigen Schlacke entgegenströmen läßt. Bei richtiger Regelung
der Luftströmung und der Luftmenge werden hierbei Gasgemische erhalten, die 4 bis 5 Volumenprozent Schwefeldioxyd enthalten
neben einem genügenden Überschuß von Sauerstoff und dem in der Luft ursprünglich
enthaltenen Stickstoff, und sich vorzüglich für die Gewinnung von Schwefelsäureanhydrid
und rauchender oder gewöhnlicher Schwefelsäure nach bekannten technischen Verfahren eignen. Durch Anreicherung der
Luft mit Sauerstoff kann man natürlich den Gehalt des Gasgemisches an schwefliger
Säure beliebig steigern.
Für die Ausführung des Verfahrens diene folgendes Beispiel: Bei der Erzeugung von
grauem Roheisen aus Minette wurde eine Schlacke erhalten von der Zusammensetzung:
; Al2 O3 = 9·2 Prozent; MgO = 1,9 Prozent;
0,7 Prozent; FeO = 0,4 Prozent; CaS = 4,1 Prozent.
0,7 Prozent; FeO = 0,4 Prozent; CaS = 4,1 Prozent.
Werden durch eine derartige Schlacke auf jede Tonne 121 cbm Luft geblasen und dem
erhaltenen Gas weitere 42 cbm Luft zugemischt, so werden von jeder Tonne Schlacke
157,28 cbm Gasgemisch erhalten, das aus 8,12 Volumenprozent SO2, 9,6 Volumenprozent
O und 82,19 Volumenprozent N besteht und sich vorzüglich für die Darstellung von
Schwefelsäure eignet.
Das Durchblasen der Luft kann in einer
großen Schlackenpfanne geschehen, auf die
- während der Operation eine mit Tauchrohr und Gasableitung versehene Haube aufgesetzt
wird, oder in einem oder mehreren überwölbten Schlackensümpfen, die in die Schlackenrinne
eingebaut sind und von der Schlacke stetig durchflossen werden.
Die durch das Verfahren teilweise oder ganz entschwefelte Schlacke eignet sich zur
Fabrikation von Schlackenwolle, Schlackenzcment oder ähnlichen Produkten.
Claims (2)
1. Verfahren zur Nutzbarmachung der beim Einblasen von Luft in Hochofen-
■ - schlacke entstehenden schwefligen Säure, dadurch gekennzeichnet, daß die Luft in
solcher Menge zur. Einwirkung auf die Sehlacke gebracht wird, daß ein Gasgemich
von für die Verarbeitung auf Schwefelprodukte, insbesondere Schwefelsäure, genügend hohem Gehalt an schwefliger
Säure entsteht.
2. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet,
daß in die Schlackenrinne ein oder mehrere für das Einblasen von Luft eingerichtete überwölbte Schlackensümpfe
eingebaut sind, durch die die flüssige Schlacke fließt und von denen die schweflige
Säure zur Verarbeitungsanlage abgeführt Avird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE299151C true DE299151C (de) |
Family
ID=553275
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE299151C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1012316B (de) * | 1952-12-08 | 1957-07-18 | Mannesmann Ag | Verfahren zur Entschwefelung von fluessiger Hochofenschlacke |
-
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- DE DENDAT299151D patent/DE299151C/de active Active
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